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FuldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadl Aulda.

Nr. 249

Zeitig, 28. Oktober 1921

48. Zahrg

Sie Wmottag des AeWniches

in

werde, das begonnene ReItungkwerkDentsch. landS forizusetzen. Darauf trat das Kabinett in die Tagesordnung ein.

Das Echo -er Relchstagsverhan-lung.

Oie demokratische presse über die demokralis«^ ZraLion.

35 oberschlesischen Amtsgerichten gehen 11 verloren. Tas bedeute den Verlust von 489 preußischen Be­amten. Ein Abwandern der Beamten aus Ober- Schlesien würde schmerzliche Lücken indieReihen des aufrechten oberschlesischen Deutschtums reißen. Damit würde unser Wunich und Wille, das wider­rechtlich uns abgepreßte Gebiet wenigstens kulturell deutsch zu erhalten, nicht in Einklang zu bringen sein,

Sine deutsche Note an -re Botschasterkonferenz.

Der deutsche Botschafter in VariS übermittelte der Bot;c 'erkonferenz eine Note, in der es heißt:

Die deutsche Regierung hat mit der tiefsten Enttäu- fchung von der Note des Obersten Rates vom 20. Okto, oer Kenntnis genommen. Sie erblickt in dem terri* J®"1?" und wirtschaftliche» Diktate, welches dadurch Lüstchen Reich« auferlegt wurde, nicht nur eine Ungerechtigkeit gegen das deutsche Volk, der dieses wehrlos gegenübersteht, sondern auch eine Der letz, ung deg Vers ailler Vertrages, dem die in (9enf getroffene und von den alliierten Hauptmächten angenommene Entscheidung widerspricht. Die deutsche Regierung legt daher gegen den dadurch geschaffenen ouftanb, als gegen eine Rechtsverwirrung a u s d r ü ck- rich Verwahrung ein. Lediglich unter dem drucke der in der Note ausgesprochenen Drohungen und um der deutschen Bevölkerung in Oberschlesien die tonst bevorstehende Verelendung soweit wie möglich zu ersparen, sieht sich die deutsche Regierung gezwungen, oem Diktate ber Mächte zu entsprechen und die darin orgefehenen Delegierten zu ernennen. Die Namen der eurschen Delegierten werden unverzüglich miltgeteilt ! werden.

die deutsch-polnischen wirtschasts- verhan-lungen.

4. Kapitel. Ein stürmischer Marge«

Herr und Frau Direktor Hagen mußten bei dem Dettergotte gut angeschrieben fein, denn gerade am Morgen nach der von ihnen veranstalteten italienischen Nacht, deren Programm in allen Punkten auf dos be- sriedigendste verlaufen war, zogen sich von allen Seiten

Verantwortlich ttir den ceüauionellen Teil: Dr. I. Kramer, Anzeigen: I. Varzetter- Fulda. - ?flOrtDn^rU^?- »V der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda, ^ernwrecher Nr. g. Telegr..Adresse: FuldaerZeitung.

I ^lluntesten und reichstsn shekratrfähigen jungen Mann der Stadt ausschlage, da hatte sie mit ihrer ge- I wohnlichen Ruhe erklärt, daß sie denn doch eine idealere I Auffassung der Ehe habe, als die, gut versorgt zu sein I und ein äußerlich glänzendes, von allen beneidetes Le. I den zu führen. Eine überspannte Närrin war sie dar- I gescholten worden, die keine Ahnung davon habe wie es im wirklichen Leben zugehe und die in vollstän.' diger Verkennung dessen was sie sich und den Ihren schuldig s«, entweder ins Unglück gerate oder eine alte Jungfer bleibe. Auch der Vater, ber sonst immer, wenn I es sich, wie dies ja so häufig vorkam, um Meinungs- I auf gfchvsten worden, die keine Ahnung davon habe

Verschiedenheiten zwischen ihr und der Mutter handelte' I auf ihrer Seite war, hatte zu der verunglückten Wer.' I bring des jungen Firnhaber höchst mißbilligend den Kopf geschüttelt und etwas wie:Sa wären wir aus allen Schwierigkeiten heraus gewesen/ oor sich hingemurmelt.

Unb nun hatte der Mann ihren Lebensweg ge. kreuzt, der sowohl in seiner äußeren Erscheinung wie in seinem Wesen alles das besaß, was ihn zu dem von ihr erträumten Ideal stempelte. Fast wollte sie a" eine ! höhere Schickung glauben, die sie mit ihm zusammen, geführt, wenn sie erwog, in welch wunderbarer Har. manie ihr beiderseitiges seelisches Empfinden erklang, derart, als hätten sie feit Anbeginn aller Tage zusam. mengehort und sich nun endlich gefunden. Wie nichtig erschien ihr der Unterschied des Standes, der zwischen ihr und dem Geliebten herrschte dieser Unterschied soNe sie nicht abhallen, dem Zuge ihres Herzens zu fol- gen und das Glück festzuhalten. An eine Einwilligung ihrer stolzen Eltern war ja vorläufig nicht zu den. ken, aber sie sah den unvermeidlichen Auseinander, setzungen mit ihnen mit dem festen Entschlüsse entge. gen, sich durch nichts wankend machen zu lassen mochte ihr auch eine unabsehbare Reihe von unerquicklichen Fa. millenszenen bevorstehen. Die Eltern hatten sie ja Neb, besonders der Vater vergötterte sie warum soll- ten sie sich da nicht, wenn sie fest blieb, im Laufe der Zeit mit dem Gedanken versöhnen daß sie um des Glückes ihres Kinde, willen, ihren stets so ängstlich ge.

Freundlich äußert sich ebenfalls dieFreiheit" das Hauptorgan der USPD.

. Die Rechte kläfft wie immer. Bon jeher haben £D£r. tn Dagen des nttucn Reiches anderes von ihr hrv lichgen diesen Kanzler, der offen und ehrlich der^ Demokratie dienen will, aber hat sie

hüteten Standpunkt bis zu einem gewißen Grade auf. geben müßten? Die in schlafloser Nacht gehegte Be» fürchtung des jungen Mädchens, daß die Angeleg-n. heit schon heute zwischen ihr und den Ellern zur Sprache komme, bewahrheitete sich. Die trübe Stimmung des abscheulichen Wetters war auch in das elegante Wohn, zlmmer etngekehrt, in welchem die Familie Hohenfels Mlt Ausschluß des Sohnes Max beim Frühstücksfische fog. Herr Hohenfels lehnte schweigend in seinem Arm. fessel unb las scheinbar mit Interesse bie Morgenzei. tung, wobei man jedoch beobachten konnte daß seine Blicke mitunter forschend auf dem Antlitz' der stumm dasitzenden Tochter ruhten unb sich dann mit einem Ausdruck der Spannung nach der Gattin richteten die mit sicherlich neroösern Ungeduld bald ein Stückchen Gebäck zerbröckelte, bald mit dem silbernen Teelöffel wie in Gedanken an bie vor ihr stehende Porzellantasse schlug. Endlich brach sie das Schweigen, indem sie ihre Tochter vorwurfsvoll ansah.

Du weißt, liebes Kind, daß ich Deinem Eigenwil- len, den Du selbständiges Denken und Handeln zu nen- nen beliebst, manches zu gute halte, aber Dein Deneh. men von gestern abend übersteigt doch alle Begriffe von dem, was sich für unsere Tochter gehört. Fast mit Fingern hat bie ganze Gesellschaft auf Dich gedeutet unb sich über die korbiale Art moquiert mit der Du mit diesem obskuren Menschen verkehrt hast.' Was sage ich kardial? Die Bezeichnung reicht nicht aus! __

ein förmlich verliebtes Getue war es, wie es einer drallen Dienstmagd zukommt, bie mit ihrem Musketier zufammenttifft nicht aber meiner Tochter

Sitte Mama," unterbrach sie die Angeredete, indem eine leichte Röte ber Erregung ihr zartes Antlitz übet, pog »Du wirst doch nicht behaupten wollen, daß Herr unb Frau Direktor Hagen obskure Menschen zu sich laden, Herr Hochfeld ist Beamter der Bank unb steht als solcher auf bem gleichen gesellschaftlichen Niveau wie wir"

(Fortsetzung folgt.!

I 9r,Ue ^"lkenmassen zusammen unb ein heftiges Ge. I , L ette$e e!nen gänzlichen Umschwung der seither I nJ*rt,en sonnigen Witterung ein. Unaufhörlich goß ber liegen nieder und mochte alle Projekte den heuti- gen Sonntag zu einem Ausflug in die Bergwälder zu

1 benutzen, zu Schanden; so unterblieb auch die von ber | gestrigen Gesellschaft gemeinsam geplante Wagenfahrt nach bem einige Stunden entfernten, reizend gclege. nene Forsthaus Fürstenhöhe, zum großen Leidwesen ber schönen Emilie Hohenfels hatte sie sich doch in sie. bcrnber Erwartung bem Augenblick entgegengesehnt in welchem sie bem Manne wieder begegnen sollte, 'der mit seinen stürmischen Liebesbeteuerungen am gestrigen Abend ihr eine Welt voll beseligender Träume erschlos. sen hatte. Mit freudig pochendem Herzen hatte sie zu. gehört, wie Frau Direktor Hagen in ihrer liebenswür­digen Art Karl Hochfeld zur Teilnahme an dem Aus. flug eingeladen hatte: mit einem leichten Neigen des Hauptes hatte sie den fragenben Blick, den er auf bie

| Einlabung hin auf sie richtete erwidert, und hatte so. ! dann, ganz gegen ihre sonstige Art, ihre Bitten mit denen ber freundlichen Gastgeberin vereint, um auch bie Eltern zur Teilnahme an der Partie zu bestimmen.

Wie war es nur gekommen, daß ihr sonst so kühler Stolz, ihr ruhiges Empfinden gegenüber dem stärkeren Geschlecht durch diesen Einen eine so urplötzliche Wand- ! tung erfahren hatte? Männer, die sich in ihrer äuße. ren Erscheinung getrost mit Karl Hochfeld messen tonn, ten, bie babei auf gleicher gesellschaftlicher Stufe mit ihr ftanben, ja von benen mehrere mit Glücksgütern viel reicher gesegnet waren wie ihre Farnllie, hatten sich ihr ernstlich merbenb genähert und immer war ihr Herz kalt geblieben, immer hatte sie sich trotz den Dorstellun. gen ber Eltern, insbesondere der Mutter, ablehnend verhalten. Dem reichen Bankierssohn Kurt Firnhaber, I dessen Vater auf mehrere Millionen geschätzt wurde, hatte sie vor einem halben Jahre persönlich ganz un. I verblümt einen Korb gegeben, mit ber Begründung, I daß sie ihn nicht liebe und als die Mutter noch dem un. I fer Kopfschütteln erfolgten Abgang des Freiers sie ent» I irtzt gciragt hatte, auf wenn sie denn warte, wenn sie ]

Klang es nicht aus dem Lispeln ber o. jubelndes Glückwünschen der Elfen und Schrättelew als das schöne Menschenpaar dort unten bie Livoe» innigem Liebeskusse vereinte? *p n m

> Line Stimme aus Tteufralien.

: -Zur Wiederkehr Wirths schreibt dieNeue

Z u r l ch e r Z e i t u n g":

Der Parlamentarimus steckt in Deutsch, lanö noch in den Kinderschuhen. So oft dem Reich eine schwere Entscheidung naht, verlieren die Re- gierungsparteien den Kopf und veranstalten eine Kabinettskrise. Es sah beinahe aus, als ob W i r t h Oberschlesien verloren hätte und nicht Luden- n tJ; ®r- Wirths republikanische Zuverlässigkeit steht über allen Zweifeln erhaben, ebenso sein ehr­licher Wille, mit den ehemaligen Feinden Deutsch, lands in ein leidliches Verhältnis zu kommen. Hof­fentlich bringt er auch Dr. R a t h e n a u wieder ins Kabinett zurück, damit die schwierigen Verhand- fangen über den Wiederaufbau nicht ins Stocken geraten! Mit der positiven Arbeit dieser beiden Männer ist Deutschland wahrlich besser ge­dient als mit einem unfruchbaren Partei- , 9 e 3 5 n t, wie es die Rechtsparteien bei jeder Ge­legenheit heraufzubeschwören trachtend

Keine Maffenflucht aus Gberfchlefien.

Der deutsche Schutzbund erläßt folgenden Aufruf: Es gehen Gerüchte über eine Maffenflucht deutscher Lands­leute aus den den Polen zugesprochenen Teilen Ober, schlesiens um. Die Gerüchte sind grundlos aber sie I sind geeignet, bie deutsche Abwanderung zu steigern. I Es muß ihnen daher auf das schärfste entgegengetreten I werden, umsomehr, als unsere deutschen Landsleute I nach Lage ber Verhältnisse gegenwärtig feine Der. I anlaffung haben zu fliehen unb außerdem wär. I den sie sich selbst schädigen.

| Die ungeheuren Verluste Me Me 350 000 Auswan. | derer aus Posen und Westgreußen erlitten, und bie ihnen niemand ersetzen kann, sollten den Deutschen Ober, schlesiens eine Warnung sein. Auch sie könnten in dem übervölkerten Reiche nur ausnahmsweise Woh. nung finden und auch sie würden schwer zu ringen ha. ben, um sich eine neue Existenz zu schaffen. Durch

I ihre Abwanderung würden sie bas Deutschtum Oberschlesiens schäbigen und schwächen durch ihr Aushalten werden sie den deutschen Volksteil tn Po- fen, der sich in wenigen Wochen zu einer zwei Millionen Köpfe zählenden Einheit zuammenschloß, stärken.

Die polltischen Entschlüsse, die in der nächsten Zeit notwendig werben müssen unb werden auf das Schick­sal der beutfdjen Menschen m dem uns entrissenen Lande jede nur mögliche Rücksicht nehmen. Das deutsche Volk wirb die schwer geprüften Brüder nicht im Stiche lassen. Darum Mut, Ihr deusschen Oberschlesier! Hal. tet aus unb bleibt im Lande, das Euch eine Heimat ist!

Die preutz. Beamten in Gberfchlefien.

In einer Unterredung erklärte ber preußische I""fa"Präsidenk Stegerwald, daß die Genfer. Pariser Entscheidung wertvolle preußische Domänen, Staatsforsten und Kohlengruben aus dem Besitz des Preußischen Fiskus an Polen gebe und daß hierdurch eine erhebliche Zahl alteingesessener preußi­scher Bea mter vor die Entscheidung gestellt werde, ob sie unter Polnischer Herrschaft im Lande bleiben, "der in deutsches Gebiet auswandern wollen. Von den

vor -er Washingtoner Konferenz.

Die innerpolttischen Ereignisse haben unsere Blicke von den groß'.n Weldereignissen mehr oder weniger' ab gelenkt. Unb doch stehen Ereignisse in Aussicht, bie' nut9 unser Interesse in vollem Maße in Anspruch nety men sollten.

Im nächsten Monat soll in Washington die mm' Amerika eingeleitete und auch von England, Frank- reich und Japan beschickte sogenannte Abrüstungs­konferenz stattfinden. Dort werden sich vier Haupl- mächte em Stelldichein geben, die, wenn sie auch zur Entente gehören, doch wesentliche Gegensätze ihrer wirtschaftlichen und militärischen Interessen aufzuweisen haben. Die Frage der Abrüstung solcher Staaten, die bis zum Augenblick bis an die Zähne bewaffnet nur durch Militärgewalt die Welt beherrschen, wird darum unter den Teilnehmern selbst zu einem Meinungsaus­tausch führen, der uns vielleicht die Wege ahnen lassen wird, die die Welt in den nächsten Jahren iM Jahr- Schnten geben kann, je nachdem ob die an dieser Kon- prrng beteiligten Strmten einen Ausgleich finden oder aber äußerlich vielleicht gemessen, innerlich mit Grob tm Herzen auseinandergehen.

Die Washingtoner Konferenz wird entweder den Keim des Friedens oder aber ten zu neuen bewaffneten Auseinandersetzungen in sich tragen.

Es durfte von Interesse sein, gerat,: über diese Frage emmal eine englische Stimme zu Horen. Lord P r y c e ist eben von seinem langen Besuch in den Per- einigten Staaten nach England zuruckgekehrt und hat dort seine Eindrücke niedergetegt, die er in Amerika empfangen hat und zwar hinsichtlich der in den Ler- emigren Staaten herrschenden Gefühle über die Aus- sichM der Konferenz von Washington. Er schildert zunächst das g r o ß e I n t e r e s s e, das die Amerikas der Konferenz entgegenbringen und die Ursachen, die dazu fühom. Jnnerpolitisch sei es der Wunsch, noch einer Erleichterung des Steuerdrucks, der immer noch groß genug sei, obgleich das amerikanische Heer auf eine Stärke zurückgebracht sei, die der vor dem Kriege beinahe entspreche. Die Ausgaben für die Ar- tlllcrte und für die Flotte seien aber noch außergewöhn­lich hoch. Im Dordergrunü aber sicht Me Sorge Arne- rtfas vor den Absichten und einer möglichen Aktion »Japans. Der zunehmende Handel, Japans, sein raptdes Anwachsen der Bevölkerung und die für einen latigöaitwjiben Konflikt ausreichenden finanziellen Hilfsquellen feien Ursachen der Befürchtungen. Dazu tarnen. Me Philippinensrag^ Die Sapontr auf den Hawarrnseln und zum Schluß der Vertrag zwischen Japan und England. In Amerika fei man der iiri- nung, Japan habe in England seinen festesten Bundes­genossen; Japan wolle eine aggresive Politik führen wozu es ohne England nicht die Gelegenheit hätte WrnXrT 43>ili£rt, Vryce weiten:, glaubt man in Erika, daß Jq-angelegenheit und die der Man- dote zu viel Schwierigkeiten auf der Konferenz nicht machen werden. Es fei unwahrscheinlich, daß sich Ja- pan, wenn England und Dominions, Frankreich und Amienka miteinander eins sind, außerhalb der Vewaif- mingsemschrünkung stellen könne.

Vorsichtig fügt zum Schluß Lord Bryce hinzu, ein Mißerfolg der Konftrnz würde eine große Ent- tauf$ung in Amerika zur Folge haben und du.> noch beitehenden Aussichten auf eine internationale Zusammenwirkung sehr vermindern.

« ganj besonders abgesehen. Wir werden uns darum mcht wundern, wenn dieTägliche Rundschau" wünscht, daßdie parteipolitische Uhr nach der dritten Ueber- strapazierung stillstchen möchtet Das Kabinett nennt sie aus Verlegenheit geboren und vom Sekundenzeiger «r Fristbestimmung abhängig. Warum der Zorn? Weil ausgerechnet Wirch die Zügel führt. Wir werden ihren Aerger ertragen unb zu verschmerzen unsien. Drmgrgenüber ist es selbstverständlich, daß auch die Dttttsche Tageszeitung" von einem Wechsel her Politik spricht, der eigentlich hätte eintreten müssen. Warum? Weil dann ihr Weizen blühte. Diesen Ge­fallen wird ihr ber Kanzler Wirth aber sicherlich nicht

Schiffer als deutscher Bevollmächtigter.

»_ Zum Bevollmächtigten der deutschen Regierung far fae Wirtschaftsverhandlungen über Oberschlesien

^e'.^rofaifter a. D. Schiffer und zu seinem Stellvertreter Staatssekretär Dr. Lewald ernannt, der aus feiner bisherigen Stellung im Reichsmini- iterium des Innern ausscheidet. Schiffer ist selbst £°n Geburt Oberschlesier und ist auch dort als Amtsrichter tätig gewesen. Auch hat er f/iuer ganzen Familie an der Abstimmung in Oberfchlesien teilgenommen.

Die deutschen Unterhändler für die Wirtschafts- Verhandlungen mit Polen werden von einem a r ö- ßer en Sachverstä ndi a enstab begleitet stin, darunter Abg. Pfarrer Ulitzka vom Zen- ttum. Die Abreise der Unterhändler dürfte Anfang nächster Woche erfolgen. Als Verhandlungsort kommt Oppeln oder K a 11 o w i tz in Frage. Das alte un- -as neue Kabinett.!

Am Donnerstag vormittag trat das Kabinett Wlrth zu seiner ersten Geschäftssitzung zusammen.

Vor Eintritt tn die Tagesordnung sprach der Reichskanzler den zur Sitzung geladene« aus- schetdenden Mitgliedern der zurückgetretenen Re- I gietung ben Tank für ihre aufopferungsvolle und j treue Mitarbeit aus. Der Reichskanzler stellte ins- besondere fest, daß trotz der ungünstigen Entscheidung nber Ober>chlesien die Führung der auswärtigen I Politik nicht erfolglos geblieben sei.

seiner Kollegen gedachte Minister Dr. Schiff er der politisch fruchtbaren und mensch. Iich erfreulichen Zusammenarbeit des alten Kabinetts I un-» der Führung des Reichskanzlers, in dem alle Mitglieder des Kabinetts den leitenden I ^taaf3mann erkannt und geachtet hätten. Nach Verabschiedung der auSscheidenden Minister begrüßte I ber Reichskanzler das neue Kabinett und 'sprach e8 und feinen bewähr« den Staatssekretären unb den Beamten, denen er für ihre aufopfernde Tätigkeit den Dank aussprach, oelinaen

Lauten Widerhall hat die Rede des Reichskanzlers in bet Presse der Reichchsupsstadt jefunben. Während die Rcchtsblätter in altgewohnter Weise gegen ihn und seine Politik angehen, wann hätten sie sich schon einmal zu positivem Schaffen aufgerafft ftimmm die Matter von ber demokrarischen Richtung bis zu ben Unabhänsigen den Ausführungen des Kcmzlrrs bei.

ist nicht ohne Pikanterie zu lesen, wie ove Blatter von brr demokratischen Färbung schnur­stracks das gutheißen, was die weisen Herren ber bemo- statischen Fraktion ausAngstundJammer vor der Agitation der deutschen Dolckspar- tei verurteilen zu müssen glaubten!

So schreibt Herr Georg Bernhard in derVoss. M":Die Regierung Wirch hat gestern ihren ersten Sieg errungen. Und in den Couloirs gehen die demo­kratischen Führer umher und konnten es eigenllich selbst kaum noch begreifen, weshalb gerade sie sich diesem parlamentarischen Erfolg entzogen hatten. Sie Hanen sich anscheinend den Verlaus dieses Nachmittags so ganz miders vorgrstellt. Nun aber konnten sie gegen bte Rede Wirchs gar nichts einmenben. Es war ein gut demokratischer Standpunkt, ter von dem die Re- gierung führenden Zentrumsmann vorgetragen wurde.

I lfad die Demokraten taten schließlich das orrnürrfttgste, I ®as st? tun konnten: sie stiminten der Vertrauenskünb- j Mbung für bie neue Regierung zu."

Auch dasBerliner Tageblatt" findet Worte des Beifalls, wenn in ihm Theodor Wolff die Meimmg I dahin kundtut:Das neue Ministerium Wirch ist nur em Notministerium auf schmalem Brette, unb bie Um­stande, unter denen das Brett so schmal geworden ist koimten nicht vertrauensvoll sttminen. Aber es muß erklärt werden, daß Herr Dr. Wirth und seine Miiar- beit« dm Respekt verdienen, auf dm jeder An- | Much hat, der im schweren Augenblick sich n i ch t u m billigeAngriffe der Verantwortungs- I l o sen kümmert, sondern mit seiner Person vor die Bresche tritt. Unter denen, die diesen Reichskanzler am lamesten schmähen und den Haß der blinden Phrasen- ßlaubigen gegen ihn aufrufen, sind viele, die heimlich ganz zufrieden damit sind, daß er die Berant. wortung auf sich nimmt und sie anderen erspart. Unter ^nen, die ihm die Gefolgschaft versagt haben ist man- cher, ten nicht eine klare, feste lieber,yuttung, sondern 1 nu..r. ^"rcht vor der UnPopularität I zLrruckgchalten hat." j

Deutlicher kann es die eigen» Presse den Herren I Den-okraten wirklich nicht sagen! DerVorwärts" ist I gana itiit Wirchs Ausführungm einverstanden. Er schreibt: Mn trat der Reichskanzler Wirch an das I Rednerpult. Mit seiner gewohnten klaren und frischen stimme j.etzre er in kurzen Worten die Situation aus- cinanber urch stellte «dem Haup das neue Kabinett vor. I ©eine Jbbe, die ofstnsichtllch besonders cm die Adresse I A Entente gerichtet wat, ist in der Haupsache eine te^te Rechtsverwahrung gegen den ungerechten Genfer

,.3mi Interesse des Reiches und nicht zuletzt Dderichrcsiims werben wir reinen Kommissar zu dm | ^""chckftiichen Verhandlungen entsenden. Das war I ungefähr ber kurzen Rede klarer Sinn."

Bezugspreis: Monariich 5.03 HU. zugestellt frei ins Haus.

, Abgeholi in ber Ceschäftsst.lle 4,60 AU. - Anzeigen: Kleinzeile nach E otonetmaß 1 Mark: mekinmezeiie (Tezibreiie» nach Colone maß 3 2Rar?.

Die Jagd nach dem Glücke.

Erzählung von F r i tz Ritzel.

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farbkS a£fefS red?L Dir bunten Reflexe dec £ ber bem dunkel ber Platanen.

des Dollmonbs, ber auf ben

Leuchtwürmcken U d) das Dunkel schwirrenden ES? b7ß L As, °».e-nte.sich zu einem iefet mahnte Unh x ln c,n Marchmlanb oer- SXÄ* bTÄ"«'

K«,

Schönheit ber Sommernacht

neben einander schreitenden Mensch^kin^ - bt^t ließ? Mit wonnigem An S "

ten Druck der Hand seiner Scatei ri . - -nur. wer den Augenblick«^'?

Mann" raunte ihm eine innere Stimm 4 bCr ,re<^te

Biegung einj

unbezwlngilchen inneren Gewalt erfaßt ?.

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