M 245.
Montag, 24. Oktober 1921.
--- Fuldaer Zeitung
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Druck der Fuldaer Aetieudruckerei iu Fulda
Katholiken seid einig!
Lalhollsche Männer, katholische Frauen, tirolische Jugend! Katholiken aller Berufe und Stände!
Zerrissen ist unser deutsches Volk in seinem eignen Lrmem. Wo ist in dieser Zeit der Not der ©entern* schaftsgeist? Wo ist das Gefühl einer Mvßen Volks- famiiie? Diese Gehässigkeit im PlEschen Kampfe! Dress Gereiztheit in wirtschaftlichen Fragen! Immer gleich scharfe Tonart eines Standes gegen den andern! Wo bleibt gegenseitige Liebe und Rücksickst? Wo verschaffen sich noch Menschen GeituA. dde s«h von hohem Gedanken, von Religion, Nächstenliebe und Stmritienfmtt leiten lassen?
Warum schauen jetzt so viele auf uns Katholiken?
Wir Katholiken rühmen uns »doch unserer festen rnchMichen Grundsätze im Glauben! Wir Katholiken werden also der feste Grundstein, darauf Deutschlands Einigkeit neu erbaut werden kann? Stimmt dos?
Freilich, in der Kirche, im Glauben sind wir einig» Aber wie stohts im öffentlichen Leben? Wie wirken wir Katholiken unsere Grundsätze aus für alle die großen sozialen Probleme? Für die Fragen der Not unseres gesellschaftlichen Lebens?
Welches Hauptmittel hatten wir bisher zur Mitarbeit ander Volkserneuerung und Einigung aller Berufs stände?
Womit haben wir außerhalb des Gotteshauses im öffentlichen Leben immer wieder die zersplirirrtrn und gegeneinander voreingenommenen Volksteile einmütig zusarnme »gefaßt? Wer hat in Versammlungen und Kundgebungen immer wieder grundsätzlich unser kacholisches Sozialprogramm des gesunden Fortschrittes für alle Stände entwickelt, aber auch zugleich ohne wcireres alle zur Rücksicht aufeinander ermahnt? Nicht nur ermahnt, sondern auch gedrängt und getrieben? Womit haben wir in allen Dellen Deutschlands aufrüttelnd und antreibend gewirkt zur Gewinnung immer neuer pflichtbewußter Helfer und Mitarbeiter <mf allen Gebieten des öffent- lichm Lebens? Wer hat uns eine große leistungsfähis; Zentralstelle geschaffen und erhallen? Diese erste Volkshochschule mit ihren großen und kleinen Kursen für alle Stände, mit ihren Auskünften ans In- und Ausland! Diese Bibliothek, diese Druckerei, dieser Verlag, dieser Stab von literarischen und vednerischen Kräften, Angestellten und lllrbeitern! Wie viele Anregung konnte seit ''fahren immerdar geschöpft werden für linterrichtsturse «nd Reden, Vereins- und Versammtungswesen! Wem danken wir jene anregenden Konferenzen, wo fern von den Gegensätzen der Sonderorgcmisationen die Zeit- fragen gemrittfam erörtert, Schwierigkeiten geklart, die Gewinnung und Schulung und Materialversorgung der Mitarbeiter geboten wurde?
Unser Volksverein ist es, mit dem wir Katholiken seit 30 Jahren so arbeiten. Kann uns der Volksovrem auch weiterhin noch ein tüchtiger Helfirr sein?
Auch die heutigen führenden Laien und Geistlichen
stehen einmütig dafür ein! Schaut euch diese Persönlichkeiten an, die den Vorstomd des Volksvereins bilden. Diese Männer aus allen Teilen Deutschlands, aus allen Berufen mfd Organisationen sind zugleich Bürgschaft für die Erhaltung des rechten Geistes! Dürfen wir solcher Führung vertrauen?
Unsere Oberhirten, unsere Bischöfe stehen einmütig zu den Grundgedanken der Dolks- osveinsarbsit, sie wünschen das Laienapostolat nicht nur auf apologetischem Gebiete, sondern auch auf staatsbürgerlichem, sozialem und wirtschaftlichem.
Der H. H. Kardinal und Erzbischof von München hat nach seiner Mckkehr von Rom in feiner ersten öffentlichen Ansprache vor allem auch den L^sEeinsvertmurnsmannern Anerkennung gezollt.
Der verstorbene Apostolische Vikar von Sachsen hat ebenfalls die besondere Bedeu- tung der Bertrauensmännertätigkeit hervorgehoben.
Der H. H. Erzbischof von Freiburg hat bei einem Dblksvcreinsfamiilienabend in längerer Ansprache dis Volksvereinsarbeit ehrenvoll gewürdigt und für die kommende Zukunft die rechte Kraft für das weite Arbeitsfeld gewünscht.
Der H. H. Fürstbischof von Breslau Kardinal Dr. Bertram hat einen Artikel über die Volksveminsarbeit geschrieben und vor allem die Schulung der Vertrmrenspersonen zum Laienapostolat im öffenllichen Leben hervorychoben.
Der H. H. Erzbischof und Kardinal von Köln hat sich wiederholt öffentlich für die Bolks-
Die Iagd nach dem Glücke.
Erzählung von F r i tz Ritzel.
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In den wenigen Wochen, während welcher er bei der Bank angestellt war, hatte Max Hohenfels außer den paar Phrasen bei der durch den Direktor erfolgten Darstellung, mit Karl Hochfeld kein Wort gewechselt, und diesem war es nicht tm Traum eingefallen, eine Annäherung an den nach seiner Meinung übermäßig von sich eingenommenen arroganten jungen Herrn zu suchen, umsoweniger als derselbe ein Mitglied der Familie Hohenfels war. Merkwürdig, daß der Sohn des Sckstoffermeisters bei dem Gedanken an Max Hohen, fels ganz in die Fußstapfen seines Vaters trat und des. fen Antipathie gegen die Nachbarfamilie in vollstem Maße teilte, während ihm diese Antipathie absurd er- Wen, sobald die Gestalt der schönen Nachbarstochter vor seinen inneren Gesichtskreis trat. Dieser Zwiespalt feines Inneren löste sich auch nicht, wenn er sich dazu zwingen wollte, wohlwollend van dem jungen Volontär zu denken und dessen Gehaben mit der Erziehung und den ihm von den hochmütigen Eltern eingeimpften Vorurteilen zu entschuldigen — im Gegenteil bemächtigte sich seiner nach solchen Reflexionen stets etwas wie Er- bitterung gegen den jungen Hohenfels, wie auch das Gefühl, daß es ein Hochgenuß fein müsse, den eingebildeten Patron einmal recht zu demütigen.
Der Ruf des Schaffners: „Brunnenplatz — umstei. gen nach Friedrichshöhe", entriß den jungen Mann seiner, Gedanken. Hastig erhob er sich, stieg aus und schlug den Weg nach dem eleganten Parkviertel ein, das sich dicht an die Kuranlagen, in welchen die altberühmten Heilquellen sprudelten, anschloß. Durch wohlge- pflegte Gartenanlagen, an uralten Baumbeständen und verschwenderisch ausgestatteten Blumenbosketts vorüber, gelangte er nach wenigen Minuten an die in einem herrlichen Park liegende Hagensche Villa, deren Ein. gangstox weit geöffnet war und eben eine elegante, mit zwei Apfelschimmeln bespannte Equipage einließ. Karl Hochfeld klopfte das Herz. Einen Augenblick stehen bleibend verfolgte er mit heißem Blick das ihm be. •—du» zheo donnernd unter dir der Kn»
vsreinsfachs ausgesprochen und zifletzt beim Besuche des Volksvereinshmrses ihr» Notwendigkeit für dte Zukunft nachdrücklich betont.
DerH. H. VischofvonLimburghat schireß- sich bei dem glanzvollen Katholikentag in Frankfurt im Namen aller am Grabe des hl. Bonifatius versammelten Bischöfe dem Dolksveveinsvorsitzenden Marx hohes Lob gespendet.
DerseDe Bischof schloß seine Rede auf der schonm Volksvereins-Generaloersammtung mit dem Riffe: „3tt den 30 Jahren feines Bestehens ist der Bolksoerem aus kleinen, schwachen Anfängen ein großer, wiattoer-- zweigter fruchtbarer Baum geworden. Und so wünsche und bete ich für feine Zukunft, daß er auch werter wachse, blühe und gedeihe zum Segen für Kirche, Volk und Vaterland."
SosprichtdieNotderZeit — sosprechen unsere Führer!
Unter Volksoerein darf nicht züsammenbrcchen infolge Geldmangels ober allgemeiner Interesselosigkeit. Er muß stark bleiben. Ser immer noch kleine Beitrag von zweimal 4 Mark soll fein Hindernis sein! Wer aus Armut nicht bezahlen kann, der bleibe dennoch beim Volksverein mit feinem Intevffse, mit seinem Wort, mit seiner Arbeit! Keiner fehle! Sie Bessergestellten helfen finanziell etwas mehr! Alle Berufe, alle Stände einmütig zusammen! Tüchtige Geschäftssichrer und Vertrauensleute mit Dealer Eesinmmg machen aus der Ortsgruppe des Volksvereins ehre Stätte der Volksbildung und Aufklärung, der Versöhnung der Gegensätze und des christlichen GqnreinfchaftsGsiftes. Treten wir alle bei! Leien wir die roten und die gelben Hefte! Verbreiten wir Hefte und Schriften! Werben mir! Helfen wir mit!
Bleiben wir einig unb stark im Volksverein!
Kus dem Rachbargebiet.
(fpb)) Frankfurt 0. 2R. Von Scan Frankfurter kriegsblivdM Bildhauer Jakob Schmitt wird gegenwärtig für den MairMr Sam ein eigenartiges Denkmal ausgeführt. Der Künstler war ursprünglich Gold- arbtiter und begatt» nach seiner Grnssung von einer schweren Kriegsverwundung — eine Kugel riß ihm beide Augen weg — bei Professor Haußmann zu modellieren. Das von Schmitt für Mainz zu schaffende Relief, „Feind" beteitelt, soll cmsdrücken, daß Gewall- politft in den geordneten Kosmos Haß, Krieg und Zerstörung hineinträgt. Ser Künstler schafft mir mit den Fingerspitzen.
(fpd) Frankfurt a. M. Unter dem üblichen akade- mischen Gepränge fand in der Universttätsaula die Uebergäbe des Rektorats an den neuem Rektor, Geheimrat Prof. Dr. 5Jleif fer statt. Ser Prorektor Prof. Schönflies teilte bei der Erstattung des Jahresberichts mit, daß der Fortbeftcmd der Uni- v'rsiiät durch staatliche Beihilfe dauernd gesichert fti, da man der Aufstrssung sei, daß nach dem Verlust der Straßburger Hochschule die Frankfurter Universität als Kullurbollwerk gegen Westen angchchen werden müsse. Unter den im lchten Jahre der Hochschule gemachten Stiftungen verdient die des verstorbenen Kommerzienrats Ladenburg zur Unterfkützung notleidender Sogmtea und Studenten besondere Erwähnung. Sie Universität wurde im leisten Halbjahr von 4982 Studierenden, Gasthörern und Besuchern besucht; darunter befanden sich 422 Frauen und 222 Ausländer. Rektor Reisser hielt sodann feine Rektoratsrede über „Die Hygiene als Wtsienschaftsi_________ ___________ _
Sus UiederhsAen.
(!) Fritzlar. Die Eröffnungsfeier der neuen städtischen Rektoratsschule, vie aus der Bereinigung der katholischen Lateinschule und der evan- aelischen Privatschule herdorgeaange« ist, fand dieser Tage statt. Rektor Schrimpf übernahm die Leitung der Anstalt, hie mtt 6 Lehrern und 96 Schülern ms Winterhalbjahr tritt.
* Eröffnung der Stuttgart«! Auswanderungs- Ausstellung. Die vom deutschen Auslands-Institut in Stuttgart veranstaltete Auswanderungs. Ausstellung, die in neun Abteilungen die Entwicklung und den Stand der Auswanderungen aus Deutschland, die Fürsorgeberatung und das Schicksal der Auswanderer vor Augen fuhrt, wurde im HandelShof in Stuttgart im Beisein des würt- temdergischen Staatspräsidenten Lieber, der Minister, des Oberbürgermeisters, einer Reihe Parlamentarier, Gelehrter und Künstler eröffnet. Staatkpräsidsnt Hieber brachte die Wünsche der württembergischen
gangsiür des Hauses vorgebaute Säulenhalle fuhr. Ein Herr und zwei Damen stiegen aus und wurden von den an dem Eingang postierten Dienern ehrerbietig empfan. gen. Die schlanke Gestalt im weißen Seidentieide, von deren hocherhobenem Haupte es Im Scheine der großen ekektrffchen Bogenlampen golden flimmerte — das war sie, um welche sich feine ganze Gedankenwelt in den letzten Wochen drehte. Wie klaffisch schön hob sich bei der stolzen Wendung, welche die junge Dame eben mit dem Kopfe machte, ihr wie aus Elfenbein geschnittenes Profil von der dunkelroien Portiere ab, die im Innern des Einganges herabhing! In dem falben Lichte der elektrischen Lampen hätte man meinen können, eine der Marmorgöttinnen, die zu beiden Seiten in Nischen standen, sei von ihrem Piedestal herabgesSiegen, und wandle jetzt, von warmem Odem belebt, in die inneren Räume.
Wie ein Träumender stand der Beobachter immer noch und starrte nach dem Eingang als die reizende Erscheinung schon längst verschwunden war; das Geräusch einer folgenden, in das Gartentor einfahrenden Equipage brachte ihn erst zur Gegenwart zurück und mahnte ihn, zur Seite zu treten.
Es war ein elegantes, offenes, mit zwei isabellen. farbenen Pferden bespannts Halbverdeck, in dessen Fond ein älterer Herr saß, der, als er Karls ansichtig wurde, diesen mit freundlichem Lächeln und einer Handbewegung grüßte, in welcher sich eine gewisse Vertraulichkeit ausdrückte. Unter der Säulenhalle angekommen, stieg der alte Herr aus, ging, als er gewahrte, daß Karl sich ebenfalls dem Eingang nähette, dem jungen Mann einige Schritte entgegen und bot ihm wie einem guten Bekannten, die Rechte.
„Freut mich sehr. Sie wiederzusehen, junger Freund!" sagte er dabei mit fistelnder Stimme. „Dachte mir, daß ich das Vergnügen habe, Sie heute abend bei Direktors zu finden!" Und die Stimme dämpfend, fuhr er fort: „$)abe die Sache übrigens nach Ihrem Wunsche arrangiert, wie Sie schon von Ihrem Herrn Vater gehört haben werden! Trotz exorbitanten Dreises! Ist auch noch einer von b?r alten Schule, Ihr Alter — einer von denen, die das Wort Verdienst groß schreiben! Na — weiß weisißjtsns« haß ich mich nicht zu ärgern brauche,
habt. Kampfschilderungen und Bildermaterial gewinnen dadurch auch für die Angehörigen der aktiven 21. 3n- fanterie-Dioision besonderes Interesse. Wenn sich auch in der Betrachtung des einfachen Soldaten manches, was uns die Kriegszeit erleben ließ, anders malt, als « der Berufsoffizier sieht und gesehen hat, so bietet doch diese Regimentsgeschichte für jeden alten Soldaten eine überaus fesselnde Lektüre, die er jeder anderen vorziehen wird. Das Leibregiment ist zu beglückwünschen, daß es so bald einen würdigen Geschichtsschreiber gefunden hat. 3m aktiven 18. Korps dürfte bisher noch kein Regiment über eine solche Geschichte verfügen.
Dr. K.
Amtliche Anzeige«.
Nach Mitteilung der Regierung, Abieilwmg für Kirche» Ud Schulwesen zu KassÄ haben eingtine Gemeindevertretungen im Einvernehmen mH dem Presbyterium die Vergütung für den Kirchendienst (Stellenzulage) neuerdings erhöht, ohne daß Mc Regierung sin Einvernehmen mit der kirchlichen Aufsichtsbehörde diese Erhöhung nach § 6 Absatz 3 Satz 2 L. B. G. vom 26. Mai 1909 genehmigt hat. Die Schulverbände weiden darauf hmgewtesen. dpß derartige Beschlüsse ungültig sind. Erne Erhöhung kann auch nur soweit in Frage komrnen, als dadurch die Gesamtsumme des zur Dotation des tsereiragten Amts bestimmten Vermögens zuzüglich des halben Nutz- ungsweris der Dienstwohnung nicht überschritten mitt’ § 6 Absatz 3 Satz 1 L. B. G.
Fulda, den 13. Oktober 1921.
Der Lmidrok. 3. 25.: Schuster.
Vinterschonzeiten im Zischfana.
Aus der Bekanntmachung des Herrn Regierungs. Präsidenten in Kastel vom 5. April 1917 (Regierungs- Amtsblatt 1917 S. 170) über die Ficherei im Siegte, runqsbezrrk Kastel bringe ich folgendes zur Kenntnis:
§ 2. Der Winterschonzeit unterliegen:
1. die Fulda innerhalb des Kreises Fulda.
2. sämtliche Nebengewässer der Fulda mit Ausnahme a) der Schlitz samt der Altefeld,
b) der Hanne von ihrem Einfluß in die Fulda an bis zum Einfluß der Bieber.
2. In allen der Winterschonzeit unterliegenden Ge- wästern ist der Fischfang, sofern nicht für einzeln« Jahre ein anderes bestimmt wird, in der Zeit vom 20. Oktober bis zum 14. Dezember einschließlich verboten.
§ 5. Der Fang von Lachsen und Forellen ist in der Zeit vom 20. Oktober bis 14. Dezember in samt, lichen Gewässern verboten. (Siehe § 3 und § 2 bet Bekanntmachung).
§ 6. Der Fang von Krebsen stt in allen Gewässern vom 1. November bis 31. Mai einschließlich verboten
Ferner bestimmt das Fischereigesetz vom 11. Mal 1906 (G. S. S. 55) folgendes:
§ 108. Während der Dauer der Schonzeit wüsten ständige Fischereivorrichtungen (§ 35 Abs. 5) in offenen Gewässern beseitigt oder abgestellt sein. Soweit bte Rücksicht auf die Erhaltung des Fischbestandes es ge. stattet, kann der Regierungspräsident Ausnahmen lasien.
§ 127. Mit Geldstrafe bis zu emhunderttmdfünfzig Mark oder Haft wird bestraft:
1)—3)----
3) Wer entgegen den Vorschriften dieses Gesetzes ständige Fischereioorrichtungen nicht rechtzeitig beseitigt oder abstellt. (§ 108).
5)—10)----
§ 128 (nicht wörtlich).
Mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzig Mark oder Haft wird ferner bestraft: wer ben Bestimmungev über die Innehaltung von Schonzeiten zuwiderhandelt.
Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmunj kann neben der Strafe auf Einziehung der mitgeführ- fen Fanggeräte erkannt werben, ohne Unterschied ob sie dem 25erurteilten gehören ober nicht.
Wer sich bei einer Fischereiübertretung einer Per. fon,' die zu seinem Haushalte gehört ober in einem Dienstverhältnis zu ihm steht, als Teilnehmer bebient, haftet,, wenn diese Person nicht zahlungsfähig ist. für die über sie verhängte Geldstrafe und die ihr auferlegten Kosten neben der Strafe, die er selbst verwirkt hat.
Unter Hinweis auf meine Verfügung vom 7. August 1917 I. 5911 ersuche ich die Herren Bürgermeister (Gutsvorsteher) und Landjäger auf genaue Innehaltung der Schonzeit zu achten.
Fulda, den 20. Oktober 1921.
Der Landral. I. 25.: Polster.
Staatsregierung zum Ausdruck und teilte mit, daß der Reichspräsident ihn ersuchte habe, sein aufrichtiges Bedauern darüber zum Ausdruck zu bringen, daß ihm die dringenden politischen Ereignisse dieser Tage es nicht möglich gemacht haben, seine Absicht, bei Eröffnung der Ausstellung persönlich anwesend zu sein, auszuführen.
Heues vom Büchertisch.
Der Weltkrieg.
veröfsenilichungen aus betn Reichsarchiv: Sn ber im Reichsarchiv bearbeiteten Schriftenfolge „Schlachten bes Weltkrieges" ist das 3. Heft erschienen: „Herbstschlacht in Mazedonien-Cernabogen 1916" von Georg Strutz, Hilfsarchivar beim Reichsarchiv, dar. gestellt nach den amtlichen Quellen und einer Bearbeitung des Major Liebmann, s. Zt. im Generalstabe der 11. Armee. Mit zahlreichen Skizzen und Bildern. (Preis geh. 16 Mk., geb. 20,50 Mk. Verlag von Gerhard Stalling, Derlagsbuchhcmdlung, Oldenburg i. O.) Wie bei den vorhergehenden Heften „Antwerpen" und „Ba- ranowitfchi" behandelt auch das vorliegende einen eng umgrenzten Abschnitt. Dabei stellt es sich aber, der weit verbreiteten Unkenntnis über diesen Kriegsschauplatz Rechnung tragend, gewissermaßen auf eine breitere Grundlage. Land und Leute, vor allen Dingen die Ber- hältnisse bei unseren bulgarischen Bundesgenossen, sind ohne jede Beschönigung geschildert worden. Daß ber deutsche Soldat im Weltkriege Unendliches geleistet hat, wird ja wohl von niemandem bestritten werden, selbst unsere Gegner geben das in immer weiterem Umfange zu, aber einen richtigen Maßstab zur Würdigung der gewaltigen Ueberlegenheit des deutschen Soldaten über feine Feinde gewinnt man doch erst, wenn man auf die der Heimat fernen Kriegsschauplätze wandert, wie hier nach Mazedonien, in die wilden Gebirgslande des Eernabogens. An der warmen, wirklich glänzend geschriebenen kleinen Darstellung wird kein Balkankämpfer vorbeigehen. i
Do war ich während des Weltkrieges? Ein gewaltiges, in feiner Art einzig dastehendes Unternehmen ist mit Genehmigung des Reichsministeriums des Inr-exn vom Reichsarchiv in Potsdam ins Leben gerufen worden. Um nichts Geringeres handelt es sich« als die Geschichte sämtlicher Regimenter der ehemaligen deutschen Kriegsarmee, d. b. von mehreren tautent) Truppenteilen, bearbeiten zu lasten und in einer Schriftenfolge: „Erinnekchngs blätter deutscher Regimenter" Auszüge aus den amtlichen Kriegs, tagebüchern zu veröffentlichen. Die Leitung der Bear- beitung der Erinnerungsblätter der preußischen Regimenter (12 sind bereits erschienen) hat sich das Reichsarckiiv selber Vorbehalten und den Verlag der bekannten Firma Gerbard Stalling, Oldenburg i. O. über- tragen. Als Verfasser der einzelnen Hefte sind Mit. tämpfer der betreffenden Regimenter gewonnen »erben, denen die Kriegstagebücher zur Verfügung gestellt wurden. An 2000 Truppenteile sind für die Schriften, folge angemeldet, wovon mehrere Hundert bereits in der Arbeit begriffen sind. Dor uns liegt die Bearbst. tung von zwei Regimentern, des .Königin E l i f a- betb Garde-Gren.-Regts. Nr. 3" (Preis 17,50 Mark) von Oberleutnant a. D. v. Rosenberg-Livmsfy, im Felde Adjutant des Regiments, und die des 3. O st. preußisch en Feld artl.-R egt s. Nr. 79 (Preis 8,50 Mk.) von Fritz Heidrich, im Felde Adjutant des Re- giments. Es sind zwei Bücher, die nach Uebersichtlich. feit, Inhalt und Ausstattung als vorbildlich bezeichnet werden müffen. Das vielfache Wirken eines Regiments in den langen Kriegsjahren, wo jeder Tag fast Erwähnenswertes bringt, zu schildern, ist nicht einfach. Hier aber bekommt alles Blut und Leben durch klare lieber« blicke über die Gesamtlage, in die das Regiment ein« trat, durch eingestreute kurze Urteile, Rückblicke, ja selbst durch Erzählung von Nebensächlichkeiten, die für den Regimentsangehörigen Bedeutung batten. UeberaH ist den Hauptgefechtstagen entsprechende ausführliche Würdigung zuteil geworden. Ueberfichten aller Art. wie Führerlisten, Ehren- und Verlusttafeln ergänzen die Darstellung. Es wirkt ergreifend, wenn man in der Ge. schichte der „Elisabether" die Namen von 142 gefallenen Offizieren und 3502 Unteroffizieren und Mannschaften liest. Die Allgewalt des Weltkrieges offenbart sich in den Angaben des Feldartl.-Regts. 79, das allein im Kriege 677100 Schuß verfeuerte, also fast bovpelt jso oMel, als die gesamte deutsche Feldartillerie im Kriege 1870/71 — und das auf der Eisenbahn 8534 Klmtr. zurücklegte, also weiter reiste, als die Länge des Erdradius am Aequaior mit 6738 Klmtr. beträgt!
Das LeHgarde-Jnfankerie-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches) Nr. 115. Don Alex. Viktor von Frankenberg und Ludwigsdorsf, Ober- leutnant a. D. Mit Umfchlagzeichnung von Paul v. Waldbausen. Mit 134 Abbildungen und 24 Gefechtsund Uebersichtsskizzen. 18 Bog. Gr. 8°. 3n Halblein, wand geb. mit zweisarb. Umschlag 25 Mk. Ehr. B elfe r s ch o Verlagsb uchhdltz., Stuttgart. Das hessische Leibregiment hat in ben ersten Kriegsjahren im 18. Korps gekämpft und hat so mit der 21. Division, in der so viele Söhne des F u l da«r Landes gestanden haben, gar zahlreiche gemeinsame Kriegserlebnisse ge- wenn die Chose fix und fertig dasteht! Hat Hand und Fuß meine Arbeit, sagte er und damit hat er recht! Aber nochmals, lieber Freund — über die andere Sache: Derschwiegenheit! Kein Mensch darf wissen —"
„Herr Baron dürfen überzeugt sein" — unterbrach ihn Karl mit einer Verneigung, „daß kein Wort von der Angelegenheit über meine Sippen kommt! Ich habe dem Horm Baron mein Ehrenwort gegeben und da —"
„Schon gut, schon gut, Liebster! Weiß ja, daß ich mich auf Sie verlassen kann!" versicherte Baron Greis- fenftein und dem jungen Mann nochmals die Hand drückend, wandte er sich nach dem Vestibül und schritt zwischen den sich ehrfurchtsvoll verneigenden Dienern in das Innere, gefolgt von Karl, über dessen Antlitz sich wohl infolge der Mahnung des Barons zur Verschwiegenheit, etwas wie eine Wolke des Unmutes gebreitet hatte.
„Na, man darf es dem alten Herrn nicht übel neh. men!" murmelte er vor sich hin. „Hat auch sein Kreuz trotz feines enormen Reichtums! Und ist dabei fo ungezwungen leutselig, als wäre man seinesgleichen! Nobel ist er auch, wenn er auch als genau verschrieen ist!"
Die weichen Töne eines Streichquartetts drangen jetzt gedämpft aus dem Salon, welchem der junge Mann fich mittlerweite genähert hatte. Drinnen wurde Schumann „Träumerei" in einer Weise oorgetrager,, die weit über Dilettantismus hinausging. Um nicht zu stören, wartete Karl einige Augenblicke, übergab dem Garderobediener Hut und Ueberzieher und trat erst dann, als sich drinnen nach Beendigung des Musikstückes ein lebhaftes Beifallsklatschen erhob, an dem die Flügeltür öffnenden Diener vorbei, m den geräumigen Salon.
Der verschwenderisch ausgestattete Raum war von einer hocheleganten Gesellschaft belebt, die sich eben um die Künstler drängte, welche sich auf einer in der Ecke des Saales angebrachten Empore befanden und die stolz Lächelnden zu ihrem meisterhaften Spiele beglückwünschte. Die Gefeierten waren vier elegante, offenbar den besten Gesellschaftskreisen angehörige junge Herren, denen die anerkennenden Worte eines behäbigen Herrn mit goldener Brille besonders zu gefallen fchienen, ob- gleich sie nicht fo überschwenglich wie von den andere»
. Rotweine!
Deutsche und ausländische rote Tischweine. Bordeaux. Burgunder.
Joseph Schmitt, Fulda
Büro und Kellerei: Paniastor 4-6.
Kleinverkauf: Marktstrasse 32. mo
Herren und Damen vorgebracht wurden. Kein Wunder — das Lab aus diesem Munde war mehr wert, rote die geschraubtesten Tiraden ber anderen Zuhörer — war es doch der berühmte Hoffapellmeister Wiedhold, der sonst für alles, was Dilettantismus auf musikalischem Gebiete hieß, nur ein mildes verzeihendes Lächeln hatte und der hier den vier Herren eben versichert hatte, daß er von ihren Leistungen im höchsten Grade Überrascht feü Wenn er noch öfter derartigen Vorführungen beizuwohnen Gelegenheit habe — so erklärte er — dann könne er aus Gerechtigkeitsgefühl nicht umhin fein im Allgemeinen als abfällig bekanntes Urteil über Di. lettantenfunft gründlich zu forrigeren.
Infolge der lebhaften Bewegung, welche die Gesellschaft nach Beendigung des Streichquartetts ergriffen hatte, war Karl Hochfelds (Eintritt in den Salon unbeachtet geblieben. Als er sich jetzt der Dame des Hau- fes, einer dunkeläugigen Brünette näherte, die eben in einer lebhaften Auseinandersetzung mit ihrem weit älteren Gemahl, dem Herrn Direktor Hagen, begriffen war und von dieser bemerkt wurde, ging es wie heller Sonnenschein über das hübsche Gesicht Der Dame und rasch auf den Ankömmling zutretend, sagte sie freundlich:
„Sie kommen wie ein Engel vom Himmel, um uns aus der Verlegenheit zu reißen, Herr Hochfeld! Den en Sie, Fräulein Frieda Wunderlich hat wogen Hci'e/ci: abgesagt und Fritz Person, der die Graisorzählunff i-nd Siegmunds Liebeslied vorzutragen versprach, ist einfach nicht gekommen! Hätte verreisen müssen, wie r: •_ gesagt wurde! Für Fräulein Wunderlich ist glü.E.he-- weise Ersatz vorhanden — Fräulein Hohenfels i;ct sch bereit erklärt, für sie einzuspringen — aber m't r : n Sänger, da haperts! Da höre ich eben zn rr s: Ueborraschung von dem jungen Brenner, daß Ci.’. 5 ert Hochfeld, ja eine wunderschöne Tenorstimme brft- , mit der Sie schon bei verschiedenen Gelegenheiten b ‘ . fiert haben. Eigentlich sollte ich Ihnen recht bö'e s >, daß Sie uns seither dieses Talent unterschlüge i — aber ich will Gnade für Recht ergehen lassen, wenn e jetzt ganz widerspruchslos an Fritz Perscns S-ei'e (roten! Bitt« HvcWsh — tun Sie mir den afa» JCHidoF ^gortf, folgt)