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Fuld aer Zeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadt Aulda.

Bezugspreis: Vionatffch 5.0J Ulf. zugestellt frei ins Haus-

Nr. 243

Freitag, 21. Oktober 1921

", . Abgeholt in der Geschäftsstelle 4,60 ZUf. u AO

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Anzeigen Zuschläge. Reklamezeile (Teflbrelte) 250 Elf.

Die ZwWelW MrsWeiis

' das zwischen Deutschland und Polen ^bzuschließende Wirtschaftsabkommen. Es betrifft zunächst den Eisenbahnverkehr, der m Zukunft für das ge« fernte Wstimmungsgebiet durch eine gemischte Kommis­sion geregelt wird. Ferner wird die Wasser, und Elek- trizitätsoersorgung ebenfalls einheitlich bleiben.

Die deutsche Mark fft m dem gesamten Ab­stimmungsgebiet als anerkanntes gesetzliches Zahlungs­mittel vorgeschen. Einige dieser Bestimmungen betreffen die Regelung des Post, unö Zollwesens. Die Zollgrenze soll sofort an die neue politische Grenze verlegt werden, jedoch werden für tee Dauer von 6 Monaten bezw. 15 Jahren vorläufige Bestimmungen gegeben, die einen zoll­freien Verkehr innerhalb des gesamten ehemaligen Ab- stimmungsgebietes gewährleisten. Bei den Bestimmungen über Kohle und Bergwerksprodukte wird Deutschland eine Verpflichtung zur Ausfuhr von Kohlen imb Derg- werksprodukten nach Polen ouferlegt, die in Artikel 90 vorgesehen fft. Weitere Bestimmungen beschäftigen sich mit der Anerkennung der Arbeitgeber- und Arbsitnehmer- organifatronen und mit der Regelung des sozialen Der- sicherungswvsens. Hierbei wird u. a. bit Ueberweisung des für die abgetretenen Gebiete erforderlichen Fonds für die sozialen Leistungen festgesetzt. Andere Bestim- mungsn betreffen den freien Verkehr der Einwcchner über die Grenze und die Aufrechterhaltung der folgenden ge« seUichen Bestimmungen: Polen soll für 15 Jahre auf die Liquidation deutschen Eigentums verzichten, aber nur insoweit, als die Liquidation nicht im Interesse der Aufrechterhaltung der Betriebe für notwendig erachtet wird. Endlich enthält die Anlage Be- strmrmmgen über den Schutz der nationalen Minderheiten. Zur Ausführung der Bestimmungen sind Ausschüsse vorgesehen, die sich aus Polen und Deutschen zusammen­setzen; die Vorsitzenden werden aber vom Dölkerbundsrat ernannt werden. Dir deutsche und polnische Regierung werden oufgeforbert, innerhalb acht Tagen die Bevollmächtigter, für die vorgesehenen Verhand­lungen zu benennen.

Die Note -er Botschafterkonferenz.

Die Note der Botschafterkonferenz mit der Ent­scheidung über Obcrschlesien ist jetzt in amtlicher Form der deutschen Regierung übermittelt worden, fs'chon vorher hatteHavas" inParis die Dokumente über Oberschlesien veröffenllichen können. Gestern, s0^"Erstag nachmittag, wurde dann der Text des Beschlusses der Botschafterkonferenz einschließlich der Entscheidungen des Völkerbundrates dem deut­schen Botschafter in Paris, Dr. Mayer, überreicht. Gleichzeitig erfolgte die Ueberreichung an den pol­nischen Gesandten in Paris.

Ueber den Inhalt der Dokumente wird uns durch das Wölfische Büro aus Berlin folgendes gemeldet:

wtb Berlin, 21. Oki. (Tel.) Der Note der Bot- schasterkonserenz fft eine umfangreiche Anlage bei gegeben, Ne an erster Stelle die vom Völkerbundsrat vorgeschene Grenzlinie enthält. Nach dieser Linie verliert Deutschland den südöstlichen Teil des Steifes Raff, bor, den Kreis Rybnik bis auf die Nordweftecke, den Kreis Pleß, den Südostzipfel des Kreises Gleiwitz, zwei Drittel des Kreises Hindenburg, Stadt- und Landkreis Kattawitz, Kreis Königshütte, den Süd- und Ostteil des Steifes Be Athen, während die Stadt bei Deutschland verbleibt, enblid) die östlichen Teile der Steife Tarnowitz und Lub- lmitz einschließlich der Städte und wichtigsten Jndustrie- onlagen. Die Anlage enthält ferner Bestimmungen über

Teuerung und Streik.

Verhandlungen mik den Beamten.

Das Reichsministerium des Innern ist mit den Spitzenorganisationrn der Beamtenschaft in Verbindung getreten, uw die Aktion der Regie- r u n g ooizubrreiten, die die Beamten einigermaßen vor den Folgen der neuesten Geldentwertung schützen

Die Kartoffelfrage*

Bischof Dr. Klein von Paderborn hat einen Aufruf an die Landwirte gerichtet zur Steuerung der Not in den Städten und zum Ablassen von unberechtigt hohen Preisen. ES ist eine Deputation der Stadt Paderborn, der auch ein Vertreter des Bischofs beigeordnet wurde, unterwegs, um in der ganzen Umgebung bei der Landwirtschaft um Belieferung der bedrängten Familien und Anstalten zu appellieren.

Die Zuspitzung der Lage mach» die Mahnung |Nicht stürzen, sondern stützen!" zu einem zwingenden I Gebot des Patriotismus.

Nach altem, was wir bisher beobachten konnten, ist I für Verhandlungen mit dem Auslande das Kabinett Wirth bester geeignet wie jede vorhergegangene Re- I gierung. Wer da glaubt, daß er etwas noch besse­res schaffen könnte, darf in diesem kritischen Augen- blick nicht vergessen, daß uns keine Anweisung auf die Zukunft helfen kann, sondem daß sofort di- Der- 'wemtlich bessere Regierung in die Bresche springen muß.

In dieser Lage bleibt keine Zeit für parteipolitische Schachspielerei. Die frische Farbe der Entschließung darf nicht von des Gedankens Bläste angekränkelt blei- den. Es muß nicht langwierig verhandelt, son­dern kurz entschlossen gehandelt werden, ehe es zu s p ä t ist.

DlStlerskimmen zu der oberschlesischeu Roke.

! Infolge des Kampfes im Berliner Zeitungsgewerbe sind auch heute nur dieDeutsche Zeitung" und die so- zialisffschen Blätter erschienen. DieDeutsche Z e i. tun g" fordert entschlossene Ablehnung des offen- baren Fehlspruches über Oberschlesien. Sowohl die Ent­scheidung des Obersten Rates über die Grenzfestsetzung wie auch die sogenannte Empfehlung des Dölkerbundsl rats, in Oberschlesien einen wirtschaftlichen Halbstaat Zu schaffen, sei als rechtswidrig und dem Verttag von Versailles nicht entsprechend zurückzuweisen.

DerVorwärts" stellt fest daß die Grenz- festsetzung noch ungünstiger ausgefallen ist, als bisher in Deutschland angenommen wurde. Die Stattstik derGazete Poranna" dürste ungefäb- richtig fein, derzufolge 100 Proz. der Zink­produktion, 85 Proz. der Kohlen. 70 Proz. des Stahls und 65 Proz. des Eifens auf die polnische Seite zu lie­gen kommt. Auch der Vorwärts erklärt die Enffcheidung als im Widerspruch zu dem Versailler Vertrag stehend und sagt der von der Entente ge. wählte Weg. der sowohl für Deutschland wie für Polen einen Zwang schaffe, sich über die wirtschaftlichen Fra. gen zu verständigen, werde offensichtlich von dem Be- streben bestimmt, der gefällten Enffcheidung ihren vor. tragsroibrigen Charakter zu nehmen. Er werde aber in Wirklichkeit nur verschleiert, denn das. was von den wirtschaftlichen Bestimmungen zu bindendem Recht er­klärt werde, greife weit über den Mersailler Vertrag hinaus.

Der Reichstag deffen Mitglieder bekannllich schon am Donnerstag nach Berlin gekommen sind, wird nunmehr zur Abhaltung der Plenarsitzung schreiten können.

Donnerstag tagte der Aeltestenrat. Nach dem Verlauf der Verhandlung spricht die Wahr­scheinlichkeit dafür, daß die Reichsregierung im Laufe des Samstag in der Lage sein wird, sich in bestimmter Form über die oberschlesifche An­gelegenheit zu äußern. Bei einer solchen Lage wird am Samstag eine Vollsitzung des Reichstages stattfinden können. Weder über den Geschäftsgang noch über den Verlauf der Verhandlungen läßt sich im Augenblick Genaues sagen. Soviel scheint festzustehen, daß nach der stattgehabten Regie- rungserklärung eine Pause eintreten soll, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen.

Ob die Aussprache über die Regierungserklä- I rung noch am Samstag stattfinden wird, oder sich das Haus vertagt, um die Aussprache erst am Montag stattfinden zu lassen, darüber herrscht noch I Unsicherheit.

vernachlässigen. Der dritte Orden des heiligen Fran­ziskus kann wenn er überall verbreitet wird und die Gelegenheit bekommt, fein Programm zur Ausführung zu bringen, außerordentlich viel zur Verbrüderung der Gesellschaft beitragen." Nachdem der Verfasser kurz die Bruderliebe des heiligen Franziskus geschildert, schreibt er weiter:Der Geist der Bruderliebe, gepredigt vom seraphischen Franziskus, lebt weiter in feinem dritten Orden. Sein religiöser Verein umfaßt so zehr alle Stände als der dritte Orden beg heiligen Franziskus. Er ist zusammengesetzt von Personen aller Rangstufen der Gesellschaft. Reichen und Armen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, hochgestellten und Untergebenen pre. digt er zu gleicher Zeit ihre gegenseitigen Derpflich- tungen. Sogar bis in die Leitung dieser Vereinigung erstreckt sich die Annäherung von Personen aus den verschiedenen Ständen. 3m dritten Orden herrscht die wahre katholische Demokratie." Gegen Schluß seines Artikels wendet sich der Verfasser an die höheren Stände:Auf den höhern Ständen ruht besonders in unfern trüben Zeiten eine schwere Verpflichtung. Sie müssen ihrerseits alles aufbieten, um den christlichen Frieden zwischen den verschiedenen Klassen herbeizu- sühren. Ein kräftiges Hilfsmittel hierzu bietet ihnen der dritte Orden des heiligen Franziskus. . Mögen besonders die höheren Stände speziell die. welche in unferm katholischen Leben eine leitende Stellung ein­nehmen. zeigen, daß sie es begreifen, wie sicher der dritte Orden in wirkendes Mittel ist, die verschiedenen Stände in Liebe und Frieden zu Bereinigen."

Der Beitrag des Ministers der Landwirtschaft, Aal- berfe, fft übertitelt:Das Heilmittel für unsere Seit." Zunächst schildert er den hl. Franziskus im Kampfe mit den traurigen Verhältnissen feiner Zeit:Dem Luxus feiner Zeit entgegen, predigte Franziskus die Liebe zur Armut. Dem Geist der Zwietracht und Uneinigfett, der Mißgunst und des NeDes stellte er gegenüber das BW der allerherzlichsten Liebe. Dor Sittenlosigkeit feiner Tage fang er entgegen das Lob der makellosen Reinheit. Der Hoffart stellte er den demütigen Gehorsam, der Sünde die Buße gegenüber. Das war eine Predigt durch das 23ort, eine Predigt aber auch durch das Beffpiel, eine Predigt zumal durch die Tat. Und zu dieser Tat gehörte besonders die Gründung des brüten Ordens. Durch ihn, schrieb der Kardinal Hergenröther, tarnen die Franziskaner m enge Berührung mit der Gesellschaft und die MiWeter des dritten Ordens bildeten gleichsam em Bataillon, die unter

dem Oberbefehl des ersten Ordens mit Kraft den Kampf zum Guten kämpften. So kam es, schrieb der Bollandist, zumal, durch seinen dritten Orden, daß der demütige Apostel Umbriens die Massen ergriff und sich auf diese Weise sehr den heutigen Degrfff von einem sozialen Reformator näherte." Darauf geht der Verfasser auf den Geist der Regel des dritten Ordens über, wobei er sich ein Wort des Professors der Nationalökonomie zu Cambridge, James Stephan; zu eigen macht: Es sollte schwer fern m unseren lagen, mit Hilfe der Geschichte und der Philosophie einen Plan auszastellen, der besser üiberemftimmte mit dm heu­tigen Verhältnissen und geeigneter wäre der Ausschweifung der Leidenschaften zu steuern (als dte Regel des dritten Ordens)." Segen Schluß feines Artikels wünscht der Ver­fasser, Mitglieder des dritten Ortens überall zu finden: Sie muß man überall finden, m allen Kressen und Grup­pen, in allen Vereinen und Vereinigungen, in affen Re- gienmgs- und Volksvertretungen, in dm Universitäten imb Gymnasien, in den Real -und Elementarschulen, im Handel inti) in der Industrie."

Das Mitglied der Zweiten Kammer, Baron van Wynbergen, schreibt über den Dritten Orden und das Dereinsleben. Unter anterm meint er: Unsere Obmänner und Vorstandsmitglieder zumal dürfen durchaus nicht gleichgilffg dem dritten Orten gegenüber stehen, sondern es ist für sie eine Tat von außerordent- sicher Wichtigkeit, menn sie sich als Mitglied dem dritten Orden zugesellen. Man vergesse doch nicht, daß für Führer katholischer Vereine echte Kathvlizität gefordert werde. Wenn wir gute Katholiken sind, katholisch bis in Mark und Bem hinein, tonnen wir ruhig darauf verzichten, das Bei» wort: sozial oder politisch unseren Namm hinzuzufügm. Ein guter Katholik, der feurig seinen Glauben belebt, bleibt von selbst dm wahren Grundsätzen im sozialen und poli- tischrn Leben treu."

Dr. L. Deckers, auch ein Mitglied der Zweiten Kammer, behandelt als Gsgmstand:Der dritte Dr» öen und der Kampf gegen die Unsittlich- feit." Von all den wirklich schönen Ausführungen sind die folgerten die beachtungswertesten:Soll der Christ, der das große Gebot der Nächftmliebe gehört und Der- standen hat, sich nicht in die ersten Reihen stellen, wo Hunderte von anderen nur geführt durch Altruismus oder Philantrophie, ihre1 besten Kräfte leihen zur Vekämpfung von allem (3-rr ~ und Unreinen unseres Gesellschaft?-

"irrten Macht des Bösen gehört die iierte des Guten entgegengestellt. Solche l

Soll es jetzt im Drange der Not zu einer schnellen Klärung fommen, so müssen die beiden nächstbe- krlifiten Parteien, sowohl die Nationvlliberalen als die Sozialdemokraten sich sofort imb rückhaltlos aufschwin­gen zu dem Entschlüsse, das Vaterland über die Partei zu stellen und alle persönlichen oder fraktionellen Son- drrinteressen auszuschalten, damit wir aus der h o ch - politischen Krisis herauskommen.

Verantwortlich für öen cedauionellen Teil: Dr. I. Kramer, ~. Mr die Anzeigen: I. Parze Iler-Fulda. n Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. ». Telegr.-Adreffe: Fu ldaer Zeitung.

PoMkerwönsche.

Von besonderer Seite wird uns geschrieben:

Vor mir liegt ein Buch in holländischer Sprache . rn!$rJe!,cn" ®5 verdankt seinen Ursprung dem ittttzahngen Jubiläum des 3. Ordens des heiligen S-kus, das in diesem Jahre gefeiert wird. Zu- , durchsah ich das Inhaltsverzeichnis. Ich unhn »?ter nur Autoren zu finden aus dem Welt-

I^Eerus, doch wie staunte ich, als ich auch h»re=t»h5e Fn?af,( Don Zuschriften vorfand, die aus ql Politiker Hollands stammten.

Th- Ruys de Beerenbrouck, Meuwartig Ministerpräsident, Aalberse, Minister Deckers A H 2(1 Dan Wynbergen, Dr. L. Enges, letztere drei Mitglieder der .r 2ie Artikel dieser Männer las Ä las, staunte ich mehr,

mnh ^i^Thonrnn vorlegte: Hätte denn

HrSa fHr bar5 2Befen unb die Bedeutung fännon nf« 3eit besser und tiefer er- in 'nS-tS?-dnn2r' mitten drinstehend

w'ä »te sJv geworden, sie haben sich vielmehr verschlecktmt & E herrschte wohl furchtbarer als in ZTfn Niederttacht der Leidenschaft des Hasses unh

Der gesellschaftliche Friede ist ernstlich »

N'scher Egoismus hat den christlichen Sruberaeift ner bannt. ,«°n vielen Seiten wird versucht hie Gesellschaft e'.ner glücklichen Zeit entgegenzufuhren. Aber nur menn die christliche Religion die Grundlage bildet für hat gegenfettige Verhällnis der Völker zu einander ter Stande und Privatpersonen, kann eine neue Gesellschaft von Frieden und Siebe aufgebaut werden. ®enn wir nun in dieser Richtung fruchtbar arbeiten wollen f0 dürfen wir nicht das große Heilmittel, das S. H. Papst Leo XIII. in genanntem Schreiben ausgedeutet hat.

soll. Man hofft, die Vorarbeiten mit den Beamten» organisationeu soweit fördern zu könnun, daß dann di« Verabschiedung der neuen Zulagen in den Parlamenten möglichst rasch erfolgen kann, damit die Beamten nicht zu schr in eine wirtschaftliche Notlage geraten. Es besteht die Absicht, eine Abänderung der Grundge­hälter oder Grundlöhne zu verlangen, da man die Ansicht des preußische Finanzministers teilt, daß eine Erhöhung der Teuerungszuschläge auf über 100 Proz. hinaus zu Unzuträglichkeiten führen müsse. Immerhin wird eine etwa 100prozentige Erhöhung der jetzigen Grundgehälter und Dmerungs. Zuschläge verlangt, wenn eine andere prinzipielle stmg sich nicht finiten lassen sollte.

Die Streikabsicht der Lokomotivführer.

Verschiedene Meldungen, daß man unmittel*- bar bor einem Streik der 75000 Lokornotivbeamten stehe, oder daß ein Ultimatum gestellt werde, sind ebenso wenig richtig wie die Behauptung, daß e§ sich nur um einen Streik von 24 Stunden handeln würde. Ueber diese Dinge ist noch keinerlei Beschluß gefaßt und Tatsache ist bisher nur, daß unter den Lokomotivführern eine starke Erregung herrscht, die allerdings einen Streik in die Nähe rücken könnte. Es handelt sich darum, daß die betreffenden Beamten glauben, Versprechungen der Regierung in Bezug auf Besoldungswünsche und Aufwands/ entschädigung seien nicht erfüllt worden.

Mr Berliner Zeitungsstreik.

Eine Funktionärversammlung der Berliner Buch drucker nahm zu dem Kampf im Berliner Zeitungs> gewerbe Stellung. Alle Redner waren der Auffaf sung, daß der Kampf des Druckereipersonals del Verlags von Rudolf Moffe die Solidarität aller Buch drucker bedinge und die Belegschaft von Masse zun Ausharren aufgefordert werden müsse.

Während der Verhandlungen fragte der Reichs- a r b e i t S m i n i st e r telephonisch an, ob die Belegschaft von Moffe sich unter Vorbehalt bereit erklären würde, die Arbeit aufzunehmen, wenn der Minister sich per sönlich für die Einigung einsetze. Das Angebot tourbt bon der Versammlung ab gelehnt. Ein Antrag die Bewegung abzubrechen, wurde ebenfalls abgelehnt

Es wurde dann einstimmig eine Resolution ange nomrnen, die die sofortige Einberufung der Lohn' kommission zwecks Beseitigung der Differenzen forderte. Am Montag soll sich eine Funktionärversammluni mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen.

preußischer Landtag.

Regierungserklärung in der Sarloffeldebotie.

Der preußische Landtag befaßte sich auch am Don. I ""stag in weiterer Aussprache mit her Interpolier. non und den dazu vorliegenden Anträgen über die Kar- toffeloersorgung.

Nachdem der deutschvolksparteiliche Antrag, ter dar. auf ausgebt, durch Aufklärung den Angstkäufen enige/ genzuwirken. vom Abg. Kischke begründet worden war, nimmt die Regierung in eingehender Weise zu bett ganzen Fragenkomplex Stellung. Die Staatsregie/ rung erklärt sich bereit, alle Maßnahmen zur Abstel­lung des gegenwärtigen Notstandes in der Kartoffelver­sorgung zu treffen. Die Preise, das müsse man zugeben überschritten bei weitem das gesetzlich zulässige Maß^ Die Regierung verspricht, die gesetzlichen Bestimmungen

Macht ist der dritte Orden. Der dritte Orten ist in tet Welt, nicht von der Wett: mitten im Kampfe unserer Tage I müssen wir kämpfen mit dem Schwerte unserer Tat und mit i der Kraft tmferes Beispiels in der Wett, denn nicht zu- rückgezogen hinter dte dicken Mauern der stillen Kloster­zelle, sondern lebend wie die andern und mit öen anöetr» mit nrnfcm täglichen Sorgen imb unfern täglichen Genüssen, aber nicht von ter Wett, weil wir gerade in der Welt die Fackel flammender Siebe Franziszi, die Fahne lebendigen Glaubens Franziszi tragen müssen. In der Wett, nicht von der Welt, gerade weil wir die Welt dutsschringen sollen mit, franziskanischem Geiste, dem Geist eher Demut und Niedrigkeit, dem Geiste der Reinheit und Armut, tem Geffte von Abtötung und Buße, dem (Seifte der wahren Nächstenliebe."

Engels, wieder em Mitglied der Zweiten Kammer, schreibt über:Der dritte Orden, eine gute Stütze für den kath. Arbeiter":In unserer Zeit," fo führt er aus,fft gerate dem katholischen Ar­beiter, wenn er standhaft bleiben will, nötig großer, lebendiger Glaube, festes Gottvertrauen und ein Wille zur Pflichterfüllung, ein Wille, ter bem Willen ter ersten Chri- ften gleichkommt. Und will er im gläubigen Gottver- trauen feine Pflicht erfüllen, fo ist dazu doch wohl noch etwas anderes nötig, als was die Welt ihm heutzutage bietet. Dies andere aber, das kann die Kirche ihm geben unö der dritte Orten. In der Kirche hat der dritte Orden eine erneuernde Aufgabe zu erfüllen und dadurch, daß er v« Menschen erneuert, erneuert er die Gesellschaft."

Das sind Politikerwünsche, mit denen wir den Leser bekanntmachen wollten. Die Kirche und der dritte Orden in Holland kann stolz sein auf solche Manner, die nicht nur so schön über den dritten Orden schreiben, sondern selbst als Mitglieder in seinen ersten Reihen stehen. Wirklich, sie reihen sich ebenbürtig an die Reihe jener großen Männer, die während 700 Jahren den dritten Orden geziert haben: einem Dante (f 1321), Giotto (f 1336), Eolumbus (f 1506), Thomas Morus (t 1535), Eer- vantus (f 1616), L. Galvani (f 1718), Garcia Mo­reno von Ecudor (f 1875), Liszt (f 1886) und andern. Möchten die Wünsche solcher Männer im Iubiläumsjahre des dritten Ordens in Erfüllung gehen

In dem Brief des Ministerpräsidenten Briand, den er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Botschafterkonferenz an den deutschen Botschafter gerichtet hat, heißt es:

Die Mächte (Großbritannien, Frankreich, Jta- uen und Japan) haben in Anwendung des Frie­densvertrages entsprechend dem Wunsche der Ein­wohner, wie er in der gemeindeweisen Abstimmung zum Ausdruck gekommen ist, eine Lösung gesucht, die die geographische und wirtschaftliche Lage der Orffchaften berücksichtigt. Sie sind so nach Ein- holung des Gutachtens des Völkerbundsrats dazu gelangt, das oberschlesifche Industriegebiet zu tei­len. Infolge der geographischen Verteilung der Bevölkerung und der Vermischung der ethnischen Elemente mußte jede Teilung dieses Gebietes zu der Notwendigkeit führen, auf beiden Seiten der Grenzlinie ziemlich beträchtliche Minder- heiten zu belassen, um wichffge Interessen zu trennen. Unter diesen Umständen macht die ge­troffene Entscheidung Maßnahmen notwendig, die bestimmt sind, das Wirtschaftsleben und den Schutz der Minderheiten zu sichern. Die deutsche und die polnische Regierung müssen sich andererseits dar- über klar sein, daß die alliierten Mächte der An­sicht sind, daß ihre Entscheidung ein Gan­

zes bildet und daß sie fest entschlossen sind, die I Soweit die halbamtliche WolffmÄbung. Nun wird Beobachtung der verschiedenen Teile herbeizufuh- I sich cm brefc Mitteil'mg die folgenschwere Stellung- ren. Falls die interessierten Regierungen oder die!"vhrne der deutschen Regierung alsbald eine von ihnen aus irgend einem Grunde sich! anknüpfen müssen. Nach den letzten Aeuherungen der weigern würde, die Gesamtheit oder einen Aote stehen Regierung und Reichstag wiederum vor Teil der Entscheidung anzunehmen oder durch ihre tinem Ultimatum. Erne schr schwierige Frage mit den Haltung beweisen würde, daß sie sich bemüht, einer I weitestyrei'senden Folgen muß also Hals über Kopf ge- loyalen Durchführung Hindernisse in den Weg zu werden. Und das trifft uns in einem Zeitpunkt, legen, so behalten sich die alliierten Regierungen 00 bei un5 verhandelt und immer noch vwhandeü wird in der Erwägung, daß das vorgesehene Reaimeber d-e Verbreiterung der Koalition und der entspre- im Interesse des Welfiriedens so schnell wie mög- c^ntien Ausgestaltung der Regierung!

lich zur Anwendung gebracht wird, vor, solche I Da die Berliner Blätter wegen den Streitigkeiten Maßnahmen zu treffen, die sie für ange- | übrr den Setzertarif bis auf menige Ausnahmen nicht bracht halten, um die volle Wirkung ihrer Ent- I erscheinen, kommt dort von den großen Parteim nur scheidung zu sichern. j die Sozialdemokratie zu Wort, und deren

Organ, derVorwärts", führt aus, daß wir unbedingt eilte voll aktionsfahige Regierung haben müs­sen, also entweder das Kabinett Mrch sofort zu bestä­tigen oder unverzüglich eine neue Regierung zu schaffen fit. Das ist richtig, aber leider schiebt das BlaÄ die Schuld an der Verzögerung nur auf die Deutsche Volks­partei, ohne zu bemerken, daß auch d-ie Mehrheits- fozialemokraten ander leidigen Verschleppungs­taktik sich beteiligt haben.