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Druck der Fuldaer Aetieudruckerei i« Fuld»

mauer wies!"

| giebiger Aussprache über die Verteuerung der Le- besnhaltung und der daraus folgernden Lohn­erhöhung eine Entschließung an, in der für jeden I Eisenbahner eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe von I 2500 eine Erhöhung der Stundenlöhne für Männer um 2 M, und für Frauen um 2,50 «M, eine I Erhöhung der Beamtengehälter bis zur siebenten I Gehaltsklasse, eine Erweiterung der Rechte der Be- I triebsräte und die strikte Wahrung des Achtstunden­tages bezw. der Achtundvierzigstundenwoche gefor­dert werden. Die Versammlung wandte sich auch mit Schärfe gegen die Bestrebungen, die deutschen Eisenbahnen dem Privatkapital in die Hände zu spielen und ließ darüber keinen Zweifel, daß der­artigen Bestrebungen von den Eisenbahnern der schärffte Widerstand entgegengesetzt würde.

(fpd) Frankfurt a. 2IL Der 20jährige Arbeiter Leo Wischum aus Köln betätigte sich hier als Spe- zialist im Zerschlagen von Schaufen- st ers ch ei b en. Als er in einem Lederwaren­geschäft auf der Kaiserstraße die Erkerscheibe ein­schlug un ddie Auslagen stehlen wollte, wurde er abgefaßt und festgenommen. Der Kölner Spezialist gestand zu, in Frankfurt bereits mehrere solcher Ta­ter verübt zu haben. Seit Monaten treibt in den süddeutschen und westdeutschen Städten ein bisher unbekannter Schwindler sein Unwesen, indem er einen Boten in Zigarrengroßhandlungen schickt und sich hier mittels gefälschter Pofteinlieferungsscheine größereMengen Zigarren ausschwin- i) eit. Zahlreiche Geschäfte sind bereits auf diesen neuen Trick hereingefallen. Londoner Blätter­meldungen zufolge hat der 17jährige Sohn des hie­sigen englischen Konsuls Audley G o s l i n g bei einer Forschungsreise in südamerikanischen Urwäl­dern den Tod gefunden. Trotzdem man einen Teil der Kleidung des jungen Mannes- gefunden hat, glaubt man nicht, daß dieser von Indianern er­mordet wurde. Gosling hat bereits zwei Söhne unter kritischen Umständen verloren. Der eine wurde während des Krieges von meuternden Truppen er­mordet, der andere starb in Afrika am Schwarz­wasserfieber. Neben andern deutschen Hochschul­lehrern hat auch der hiesige Professor Braun die Berufung an die Wiener Universität infolge der schlechten österreichischen Valuta abgelehnt.

A Aus dem Werralale. In dm letzten Tagen wurden die Orte des Werratales wieder durch zahl­reiche Zi geu ner s charen heimgesucht, die sich bettelnd in tcn Gemeinden herunÄrieben und wegen ihrer Diebstähle, besonders an Federvieh, fast überall mit Gewalt jweitiergeschVbcn werden mußten. . Die Erregung in dm Gemeinden über die Zunahme des ZiAMMrumvesens ist groß.

Ich würde es mir auch sehr verbeten haben, wenn die Mauer erhöht worden wäre!" warf der Meister ein.Das widerspricht dem alten Vertrag."

Recht schön und nachbarlich wäre es gewesen, wenn Herr Hohenfels Dir die Arbeit übertragen hätte!" 'meinte Frau Hochfeld.

Ihr Mann lachte hell aufDer und mir eine Ar­beit übertragen?,. Da könnt ich warten, bis die Kuh

NochmalsReligion ist Privatsache".

.Freie" Gewerkschaften und Kirchenaustrittbewegung.

Wie der .Deutsche' vom 17. September 192f be­richtet, hat dasfreigewerkichastllche" Ortskartell in Meißen in Sachsen dieser Tage allen Betriebsräten des Ortes den nachstehenden Fragezettel in Massen zur Verbreitung an alle Arbeitnehmer zugestellt.

Der Zettel lautet: Gewerkschaftskartell Meißen. Name: . . . Beruf: . . . Wohnung: . . . Welcher Ge­werkschaft gehören Sie an? . . . Welcher politischen Partei? . . . Welche Zeitung lesen Sie? . . . Sind Sie Mitglied des Konsumvereins? . . . Sind Sie aus der Kirche ausgetreten?

Der Fragebogen ist mit Namen und Wohnung versehen auch dann abzugeben, wenn die Auskunft verweigert wird.

Die vom Meißener sozialistischen Ortskartell mit dlesem Fragezettel verfolgte Absicht liegt ganz klar zu- Me. Diefreien" Gewerkschaftler sollen für die sozia- l'stische Tagespresse und für die sozialistische Partei gekestt werden. Daß die Frage nach dem Austritt aus der Krrche nichts anderes zum Zwecke hat, als den KirchenauStritt zu fördern, unterliegt für Kenner der Verhältnisse keinem Zweifel. Wir sind aber ebenso überzeugt davon, daß diese Verbände nach wie vor ihre poetische und religiöse Neutralität beteuern werden und daß sich le,der zahlreiche christliche Arbeiter finden werden, denen trotz aller dieser Voraänge die Schuppen noch nicht von den Augen fallen.

handel und wirtschaft.

--- Zenln-lgenossenschaflsbank für Hessen-Nassau. Die Genossenschaftsbank, der gegenwärtig 37 Genossenschaften in Hessen-Nassau angeschlossen sind, hielt in Fraekfurt a. M.' ihre diesjährige Generalversammlung ab. Dem Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. Iufi 1920 bis 30. Juni 1921 zufolge belief sich der Gesamtumsatz auf 372 836 382' Mark gegen 240 000 000 Mk. im Vorjahre. Er übersteigt somit dm Umsatz des Vorjahres um mehr als 132 Mill. Mark. Ans dem Reingewinn von 28 754 Mk. kommt eine Dividende von 6 Proz. zm Ausschüttung. Die geringe Zunahme des Reingewinns findet ihre Ursache darin, daß der Vorstand bemüht , ist, die Krebste a ndie Genossen-' schastsmitglieder so billig als möglich zu gewähren und nur soviel Reingewinn zu erzielen, als zur Deckung der Un- kosten und zur Ausbringugn der Reserven notwendig ift- Der Genossenschaftsbank gehören z. Zt. 37 Gmossmschastm mit einer Haftsumme von 2 540 000 Mk. an. Infolge der weiteren Geldentwertueg beschloß die Versammlung, den GeschüstsaM von 500 Mk. auf 1000 Mk. und die Hast- summe von 5000 Mk .auf 6000 Mk. hinauszusetzen. Aus dem Reingewinn wurden ferner den Reservefonds 11014 Mark und dem Beamtenunterstützungskonto 2500 Mk. über- wiesen. Das ausscheidende Vorstandsmitglied Fr. Schem sowie die ausscheidenden Auffichtsratsmitglieder wurden wiedergewähll.

M 237.

Freitag, 14. Oktober 1921.

Kus Niederheffen.

= Volkmarsen. Der Beamte des Kornhauses in Arolsen, MtttelstLdt, stürzte auf einer Reise in das hiesig« Zweigkorrchaus in den L ift und erlitt

so starke Verletzungen, daß er an den Folgen alsbald verstarb.

gen, als ich in unserem Garten Gemüse holte, sah ich wenigstens Frau Hohenfels, wie sie mit dem Schlosser Gerhard verhandelte und dabei auf die Trmnungs-

einen Batzen gilt! Ich kann's ihm übrigens auch nicht verdenken! Der weiß ganz genau, daß ich so wenig mit ihm zu tun haben will, wie er mit mir!"

Warum aber denn nur? Es ist doch niemals etwas zwischen uns und den Nachbarn vorgekommen! Der Prozeß, den Dein Großvater mit dem Großvater von dem da drüben geführt hat, kann doch nicht der Grund dafür fein, daß wir und die Nachbarn uns so wild, fremd, fast feindselig gegenüberstehen. Der Prozeß ist doch damals durch Vergleich erledigt worden."

Warum, Mutter? Das frage ich mich manchmal selbst und kann mir die richtige Antwort nicht daraus geben. Nur das weiß ich, daß mein Vater und mein Großvater in ganz genau dem nämlichen Verhältnis zu den Hohenfelds gestanden haben. Welleicht wußten die auch nicht warum."

Das Gespräch wurde hier durch den Eintritt eines jungen Mädchens von etwa zwanzig Jahren unterbro­chen. Wenn Frau Franziska Hohenfels ihrem Gatten gegenüber behauptet hatte, daß die Nachbarstochter ch auf das Gretchen imFaust" hinauszuspielen beflissen fei, so mußte man ihr insofern recht geben, als die reizende Erscheinung Hedwig Hochfelds an die poesi- umflossene Gestalt der Goetheschen Sage gemahnte, wenn auch von einem absichtlichen Sichdaraufhinaus. spielen nicht die Rede fein konnte. Wie Frühlingsduft lag es über der anmutigen Mädchenblüte; rührende Unschuld und Reinheit spiegelten die seinen Gesichts, züge, die feuchtschimmernden, von dunklen Wimpern umrahmten tiefblauen Augen wieder man konnte es wohl begreifen, daß Hedwig Hochfeld für eines der schönsten Mädchen der Stadt galt, dessen Anmut noch durch das unbefangen Kindliche, das über dex ganzen Erscheinung lag, erhöht wurde.'

Ein scharfer Beobachter hätte vielleicht gewahrt, daß beim Eintritt Hedwigs etwas wie Verlegenheit über des Mädchens Antlitz schwebte die Eltern, welche unwillkürlich mit Wohlgefallen die Blicke auf ihr schö­nes Kind gerichtet hatten, bemerkten dies nicht oder schrieben es dem Zuspätkommen zu. Lächelnd fragte der Vater:Nun, Hedwig, hast Du wieder etwas Heim, liches in dem Garten? Verdirb Dir nur die Augen nicht mit der feinen Stickerei! Etwas Gehäkeltes ober Gestricktes tut es auch nicht wahr, Mutter?"

Erschreckt war das schöne Mädchen bei den ersten Worten des Vaters zusammengezuckt und sah diesen mit einem ängstlich forschenden Mcke an. Der Nachsatz

zwischen Gold- und Papierwert. In ge- wiffem Sinne fühlt man sich unter diesen Umständen, wenn auch unter zum Teil anderen Gesichtspunkten, an die Kampfesjahre der Bimetalliften erinnert. Di« Klagenden sind aber in diesem Falle die Golü- währungslander geworden. Was damals von den Silberwährungsländern galt, gilt heute für die Papierwährungc-länder, tatsächlich besticht für die letzteren feine Art Exportprämie, wenn man will Dumpingsprämie, für die Ausfuhr chrer Waren, ein Schutzzoll für die Einfuhr der Waren der Gold» Währungsländer. Weltwirtschaftlich betrachtet hat sich eine messkwürdigie Verschiebung boffsogen ßu «int.Ir zwar monomutattischm, aber trotzdem hinkenden Goldwährung, allerdings unter dem Vorbehalt, daß trotzdem kein festes Verhältnis zwischen Gold- und Papierwert besteht.

Daraus ergibt sich der ganze Widersinn der hmii- gen Weltwirtschaft, daraus ergibt sich überhaupt erst die Möglichkeit eines regelvechtcn Dumpings im Sinne der Dimetallisten, dem: erst heute ist es mög­lich, auf Kosten der Weltwirtschaft zu Papierwvrten zu erzeugen und zu Unter-Gold-Werten abzustoßen. Theoretisch sind zwar alle Einwände berechtigt, diu man gegen diese Form wenn der Ausdruck einmal erlaubt sein darf der Papierrente zu machen hat, aber zu bedenken bleibt gegenüber den Theorien die Tatsache, daß dieser Gewinn eben deshalb möglich ist, weil die Valuta nicht stabil ist, d. h. Goldwert und Papierwert es handelt sich natürlich um nur kurze Spannen, aber die Summe der Spannungen macht dis DiffnMM so groß, nicht in Einklang gekommM sind. Wie diese Möglichkeiten, mit dem Schwanken der Valuta Dumping zu treiben auf das Ansehen einer papierenen Volkswirtschaft wirken, braucht gar nicht geschildert zu werden. Wie diesem wirtschaftlichen Widersinn abzuhelfen ist, darauf gibt es nur eine Antwort: Stabilisierung der Valuta, aber kein Schutzzollsystem der G o ld wäh r u n gs lander, die eine Stabilisir- rung der Währungen unmöglich machen.

Dieses Problem ist kein volkswirtschaftliches, es ist ! ein ausgesprochen weltwirtschaftliches. Zu seiner Lösung müssen all: Völker beitragen und zwar in einer WeithetzigSeit, die über die Gegenwart hinaus die Zukunft sieht.

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ZsrasMcher Gottesdienst.

Samstag, 15. Oktober. Vorabendgottesdienst 5,15, morgens 8, nachmittags 4, Sabbathausgang 6,15 Uhr.

Sonntag, 16. Oktober. Morgens 6,30 Uhr.

Montag und Dienstag Laubhüttenfest. Vorabend-, gottesdienst 5,15, morgens 8, nachmittags 4, abends 6,05 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6,15, nachm. 5, abends 6,05 Uhr. !

dem Rachbargebiei.

cv T2 An dex letzten Woche hatte Herr

Jagdaufseher Will). Heil das Jagdglück, einen i an1 er^9en- Das Tier wog ausgenommen 180 Pfund. Im Nehberg treten in den letzten Jahren die Wildschweine recht zahlreich auf und ^Aeken auch mancherlei Schaden an, sodaß chr Abschuß zu Begrüßen ist.

(fpd) Frankfurt a. M. Eine außerordentlich stark besuchte Versammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes nahm nach aus-

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Vermischtes.

* Die Mißstände in den Berliner Wohnunqs- ömtern wurden durch einen Fall illustriert, der die Strafkammer des ersten Landgerichts beschäftigte. Wegen Bestechung in zwei Fällen war der Be- Amte eines Wohnungsamtes, der Kaufmann Fritz Kaeslach, angeklagt. Der Kaufmann Bernstiel hatte etne bewohnte Villa käuflich erworben und wollte vom Wohnungsamt die Erlaubnis haben, die Villa beziehen zu dürfen. Der Angeklagte machte sich unter verständnisvollem Augenblinzeln an Bernstiel heran und erklärte ihm, er sei öer Vertrauensmann des Direktor Laporte und könne alles machen, allerdings habe er sehr hohe Spesen, die ihm crietzt werden müßten. Bernstiel ließ sich jedoch auf

nichts ein. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß der Direktor des Wohnungsamtes, Laporte, bon dem Sachverhalt Kenntnis gehabt, aber nichts gegen den Angeklagten unternommen, ihn vielmehr in der Vertrauensstellung als Prüfer belassen hat. Direktor Laporte bekundete als Zeuge, daß es ihm gar nicht möglich gewesen sei, den Angeklagten zu entlassen, da iede Entlassung erst der Zustimmung des Be­triebsrates bedürfe. Es seien schon öfters Fälle vor-' gekommen, wo Angestellte, denen Bestechungen nachgewiesen worden seien, nicht entlassen werden konnten, weil der Betriebsrat die Zustimmung verweigerte. Der Angeklagte wurde zu neu«. Monaten Gefängnis verurteilt.

* 23 000 Fuß über dem Meeresspiegel. Es steht jetzt fest, daß der Mount Everest, der höchste Berg der Welt, am 22. September von sechs Mitgliedern der englischen Bergcxpedüion erstiegen ist. Sie ar­beiteten sich 22 500 Fuß hoch, am 24. September er. stiegen sie den südlichen Kamm bis auf eine Höhe von 23 000 Fuß, wobei man noch feststellte, daß das östliche Joch weiter erstiegen werden konnte. Ein h e f. tiger Sturm verhinderte das weitere Vordringen:. Im nächsten Jahre hofft man auf diesem Wege den Gipfel zu erreichen.

* Explosion eines Munikions wagens. Auf einem Militärfchießplatz bei Wien flog aus bisher unbekannter Urfache ein Muniüonswagm mit 3 0 0 Handgra. noten in die Luft. Ein Wehrmann wurde ge. tötet, drei wurden verletzt. Sämtliche Fensterscheiben' in der Umgebung wurden zertrümmert.

fctffigcn Auslandsverkaufes gedeckt wurden. Bon Amerika transportierte man Etzsmvayeu Uach Eu­ropa, brachte sie wieder nach Amerika zurück und sta-nd sich besser als beim direkten Kauf in Amerika. Das Dumping wurde durch die hohen Jnlandpreise der Kartelle und Truste auf Kosten der heimischen Wirtschaft finanziert. Seine Auswüchse führten 1916 in Amerika zur Antidumpinggesetzgebung, einem Kampf gegen den systematischen Auslandsverkauf zu rriedrlgen Preisen mit der ausgesprochenen Absicht, heimische Industriezweige zu schMgen.

Zweifellos war das Dumping der Friedenszeit moralisch das schlimmere, denn im GeMrsatz zum Valutadumping wurden hier bewußt Verhältnisse geschaffen, die eine Befriedigung des Eigennutzes ver­sprachen, wahrend das Valutadumping zwar auch dem Eigennutz Vorspann leistet, aber doch unter dem Zw arsg der Verhältnisse, untAr fcstr «llgemieinen Depression der Weltwirtschaft zustande kommt. Trug beim Friedensdumping den Schaden die Volkswirt­schaft, so trägt ihn beim Valutadumping zum weitaus größemr Test die Weltwirtschaft.

Das Valutadumping ist nämlich nichts and.res als eine geschickte Ausnutzung der D i f f e r e n z

Fuldaer Zeitung

Kus Geifa und Umgebung.

(*) Ttisa. Montag, den 17. d. M., finden Sprcch' stunden statt im Gasthauszum goldenen Stern"- Geisa durch einen Vertreter des knrhess. Bauern­vereins. Mitglieder erhalten kostenlose Auskünfte- Jnsbesondere werden Lohnlisten und Ergänzungs­formulare zur Einkommensteuer ausgefüllt.

| Erbest und brauchst doch feine Leute zu entlassen. Hof- sentllch wird ein schönes Stück Geld an dem Gitter ner. tnent es find ja mehrere Kilometer?"

Da hapert's eben!" erwiderte der Meister.Bei den hochgeschraubten Arbeitslöhnen springt nicht viel ~ man muß froh sein, wenn man nur Be­schäftigung hat Der Spruch:Handwerk hat einen goldnen Boden , der gilt für heute nicht mehr. Na immer besser geleiert wie gefeiert!"

, "ahm der Hausvater das auf einem Seiten, tlfchchen hegende Abendblatt, ließ sich auf einen, in einer der tiefen Fensternischen stehenden Stuhl nieder und vertiefte sich in die Neuigkeiten des Tages.

Wo steckt denn eigentlich die Hedwig?" fragte er nag) einer Weile seine ab- und zugehende Frau und erhielt die in gleichgustigem Tone gegebene Antwort: Sie ist noch im Garten. Wahrscheinlich hat sie über, hort, daß es schon sieben Uhr geschlagen hat!"

Merkwürdig, was das Mädel in den letzten Wochen für eine Vorliebe für den Garten hat!" meinte der Meister.Früher hat sie sich doch nie besonders viel daraus gemacht und hat lieber im Hause herumaewirt- schaftet." B

Wahrscheinlich hat Hedwig wieder eine kleine Heim­lichkeit und arbeitet an einem Geburtstagsgeschenk für mich!" erwiderte des Schlofsermristsrs FrauDeshalb störe ich sie auch gar nicht, damit ihr der Spaß nickt verdorben wird!" ' ,

So, so! Dann hat sie allerdings recht! In der Laube arbeitet cs sich jedenfalls schöner wie hier in der Dämmerigen Stube! Und ungestört ist sie auch! Für unsere hochgestochenen Nachbarn sind ja Leute wie wir überhaupt nicht auf der Well!"

Es scheint doch, daß ein Eisengitter auf die Mauer kommt!" hob Frau Hochfeld wieder an.Heute mor-

Valuta un- Dumping.

Von Dr. Grünend erg-Düsseldorf.

Das Problem der Stabilifierung der Va­luta wird immer dringlicher. Auch in den Köpfen der ausgesprochenen Politiker, die erst in zweiter Lime Geschäftsleute sind, greift diese Erkenntnis mehr wch mehr um sich. Die Erkenntnis, daß zum Fordern mehr gehört als das bloße Nehmen, verbreitet sich in den Lärchern der Entente zusehends und was noch mehr ist, der Gedanke wird bereits öffentlich von dm fitzren- dm Politikern propagiert. Lloyd Georges Rede über die Stabilifierung der Valuta vermeidet zwar pemfich im Hinblick auf bat Glimbig.-r jenseits des großen Wassers praktische Vorschläge zur Lösung des Prob­lems, aber es genügt bereits, daß auch im Kopfe eines Politikers Gedanken wach gewordm sind, die das Wohl Europas nicht mchr ausschließlich vom Stand­punkt:Recht ist Mocht" betrachten.

Die Stab ilisierung der Valuta würde. Wem ihre fast unmöglichen Voraussetzungen bei dem Üsvlienmgswlllen Amerikas überhaupt zu oevwirk- lichen wäre, ein« Stabilisierung der Welt-

Es würden mit einem Worte dl« Jndustrievölker der Erde als g^nchberech- tigte Mrtfchaster einander gegenübertreten. Solange arte solche Stabilisierung aus nur zu bekannten Mo- . tchen selbst in dm Grenzen des Erreichbaren ausge- schlossm erscheint, hat ine Weltwirtschaft mit der trwi- rigen wirtschaftlichen Ungleichheit der wirtschaftenden Völker zu rechnen, mit jenem erbittertm Widerstand des Unterdrückten, der sich in dm Formen der um« lauteren Konkurrenz zu erkennen gibt, die man tref­fend als Dumping bezeichnet hat.

Zwar hat das heutige Dumping einen etwas an» deren Charakter gewonnen als ehennlls, aber im Grunde ist es nichts anderes als ein Machtkampf mit erlaubten und unerlaubten Mitteln, ein Kampf um die Herrfchaft am Markte. Es gilt, dm lästigen Kon- httrenten zu ducken und vom Halse zu schütteln. Wie "MM es im einzelnen macht, ob sanft oder rauh, ist eine Frage der Moral oder besser der Noch-Morm. Das Dumping ist nichts anderes, als eine ver­feinert« Form des Eigennutzes, ©einen Charakter als wirtschaftliche Komponente hat es aller­dings erst in feiner vollen Bedeutung mit dem schär­ft» Wettbewerb der Völker auf dem Weltmarkt ge» v»rmm. Man könnte versucht sein anzunehmen, daß durch die heutige allgemeine Wirtschaftsnvt das Dum­ping feinen Charakter als Kampfmittel m dieser Schärft verloren hätte. Das ist nicht der Fall, es hat sich vielmehr noch zu einer schlimmeren Form win- schafLichen Rüstzeugs ausgewachsen, zum Valuta­dumping.

Ehe wir dieses ganz verstehen tömren, müssen wir einen kurzen Rückblick aus das Friedensdumping wer­fen. Bekannt sind di« Machtkämpfe der Konkurren- | ten aus der Friedenszeit mit ihrm wirtschaftlich un- I sinnigen Entartungen: Da waren trotz der hohen Transportkosten Blei, Drcht, Stacheldraht, Nägel, Soda usw., trotz des deutschen Ursprunglandes in England 20 bis 25 Prozent billiger als in Deutschland. Es war ein Vorteil, dmtsche Kohle aus Holland zurückzubeziehen. Syndikate und

Die Jagd nach dem Glücke.

Erzählung von Fritz Ritzel.

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Somit wandte er sich und ging in den Hof zurück, an dessen Linksseite sich der geräumige, langgestreckte Bau der Schlosserwerkstätte hinzog, während zur Rech- ten unter einem schmalen offenen Schuppen Stöße von Roheisen, Säulen und Trägern aufgestapelt lagen. Im Hintergründe des Hofes führte eine Steintieppr nach dem etwas höher liegenden Garten, der wie der be­nachbarte Garten des Hohenfelsischen Besitztums reichen Baum, und Blumenschmuck zeigte, jedoch i.n seiner gan- öbn Anlage, man möchte sagen, etwas altmodischer gehalten war und der sich ebenfalls bis zu dem Felsen hmanzog, auf welchem die Ruine des Schlosses stand.

Die .Hammerjchläge, welche vorhin noch aus der Werkstatte erklangen, als der Meister sich von Baron Greiffenstem verabschiedet hatte waren verstummt. Es war Feierabend. Die nach dem Hause zu gehende brerte, mit Glasfenster versehene Tür der Werkstätte stand offen, so daß man ungehindert die lange Reihe der Schraubstocke an den nach dem Hofe zu stehenden Werkbänken, die verschiedenartigsten Maschinen zum Bohren und Schneiden des Eisens die schweren 2tm- boßeunddie ungeheure, in der Mitte der Längswand angebrachte Feueresse übersehen kannte. Etwa ein und etn halb Dutzend Gesellen, lauter kräftige Gestalten, waren damit beschäftigt, die Werkbänke aufzuräumen und sich zum Nachhausegehen zu rüsten. Der Meister bl^b, bis sich der lefete entfernt hatte, nahm dann fein Schurzfell ab und begab sich, nachdem er die Tür der Werkstätte verschlossen hatte, in das Vorderhaus

Baron Greiffenstein hat mir die Arbeit übertragen Mutter!" sagte er beim Eintreten m die große zu ebener Erde liegende Wohnstube, die mit ihrer altmo­dischen, gediegenen Einrichtung einen ungeme'in an­heimelnden Eindruck machte.

Die behäbige Frau, welche in der Mitte der Stube an dem großen Eichentische stand und denselben zum Abendessen deckte, drehte sich nach dem Sprechenden um und über ihr gutes Gesicht flog es wie freudige Ueberraschung.

Ich dachte es mir, als ich ihn vorhin kommen j sah!" sagte sie.Nun Gott Lob und Dank da bist Du wenigstens vorläufig aus, der Sorge heraus wegen 1

Gin guter Rat für die Hausfrau! Koch feinen Bohnen­kaffee, keine Gerste, feinen Malz mchr, ohne Pfeiffer u. Dillers Kaffee-Essenz. Warum? weil das Haushaltungs- gekd dann wieder em gutes Stück roeiterfcngt. Pfeiffer u. Dillws Kaffee-Essenz läßt Bohnen- und Gerstenkaffee viel länger reichen, läßt ihre Grundstoffe viel günstiger heraus« ziehen und überdies wird dann noch ein jeder loben wie« viel besser der Kaffee schmeckt. Jeder Versuch zeigt aufs neue wieder, daß Alle den Bohnen- oder Gerstenkaffee viel lieber trinfen, wenn Pfeiffer u. Dillers Kaffee-Essenz darin ist. Er bekommt auch besser!

Mm es jedoch zu beruhigen, denn mit einer lieblichen i Gebärde erwiderte sie:Es wird nichts verraten Vä­terchen!" '

Und hastig, als wolle sie das Gespräch ablcnfen, fuhr die Redende, einen Blick auf die altertümliche Schrankuhr im Winkel werfend, fort:Schon halb acht! Da ist es ja die höchste Zeit zum Anrichten! Die Herren müsse» ja jeden Augenblick kommen!"

Damit folgte sie der hinausgehenden Mutter, wäh-' renb der Meister wieder die Zeitung aufnahm und feine Lektüre fortfetzte.

Doch er sollte nicht dazu kommen, den vorhin be­gonnenen Arttkel über die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Luftschiffahrt fertig zu lesen auf dem Flur tönten Schritte und fteundlichguten Abmd" bietend, traten zwei junge, elegant gekleidete Männer in die Stube, von welchen der eine mir erkennen in ihm Wilhelm Friedwald, den Buchhalter der Firma Albrecht Hohenfels auf den Hausherrn zuschritt und diesem fteundlich die Hand schüttelte. In seinem wohl fast um ein Jahrzehnt jüngeren Gefährten, einem bildschönen Menschen mit dunkelblonden Haaren erraten wir sofort den Sohn des Hauses das warm, in das Jugmdliche übersetzt, genau die nämlichen Ge«' sichtszüge wie bei Meister Hochfeld, die auffallend breite Stirn und die gerade, feingeformte Nase, wie sich auch in den energischen Bewegungen der beiden Männer eine gewisse llebereinftimmung zeigte. Bon der Mutter- hatte Karl Hochfeld wohl nur die lebhaft blitzenden blauen Augen geerbt, die seinem Gesicht etwas unge­mein Fesselndes verliehen, dergestalt, daß man fast den Eindruck gewann, als habe man in dem jungen Manne einen nach den höchstm Idealen stiebenden Künstler vor sich. Wilhelm Friedwald, der mit ihm gekommen roar, sah gegen Karl Hochfeld fast nüchtern aus, trotzdem auch ihm das Prädikat eines schönen Mannes zue» tonnt werden mußte. Sowohl in dem ruhigen Blick seiner dunklen, fast schwermütig blickenden Augen, wie auch in seiner Haltung und in feinen gemessenen Be­wegungen lag etwas Reifes, Abgeklärtes, wie es sonst wohl nur weit älteren Männern eigen ist; vielleicht war dieses ruhige Wesen gerade der Grund, aus wel« chem sich der lebhafte Karl Hochfeld in so warmer Freundschaft an den beträchtlich alleren Wilhelm Fried- wald angeschlossen hatte eine Bestätigung der alten Regel, daß die Gegmsätze sich anziehen.

(LvÄetzm« feietj!