Fuldaer Zeitung
Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadl Aulda.
Nr. 230.
Bezugspreise Monatlich 5.03 Ulf. zugestellt frei ins Haus- • v* Xo« rr_ A ca -v'-tt
Donnerstag, 6. Oktober 1921
s AbgehoU in der Grfchästsst.lle 4,60 Mk. s a q n
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Ter Kaiser von Japan im Sterben.
.Ans gutem ®ege".
Aeiseu Sie
doch
-Nicht wahr, Marianne Du
Lore erichrak. »Marianne war schon öfter
können, wirklich schon durchgedrungen? Wir spüren davon verzweifelt wenig, müssen vielmehr nach wie vor seufzen unter all' den Maßnahmen, die auf die Auspowerung und Vernichtung Deutschlands hinausgehen.
Wenn Lloyd George sich als Erzieher bewähren will, so muß er vor ollem den blindwütigen Egoismus der Franzosen dämpfen und die Pariser Machthaber zu einer vernünftigen Weltpolitik veranlassen. Dazu gehört aber mehr als gutes Zureden. Die stete Nachgiebigkeit gegen die französische Habgier und Rachsucht muß endlich aufhören.
Wir können nur immer den Wunsch wiederholen. Lloyd George möge seinen schönen Worten die entsprechenden Taten folgen lassen!
Hus dem besetzten Gebiet.
Zllrst siatzfeld-wllhrnhurg. Der als Nachfolger für den Posten öes ReichskommiffarS für die b< jeteten rhemischen Gebiete ausersehene Fürst Hatzfeld-Wilden, bürg, dem bereits vor längerer Zeit das Agrement vom Obersten Rate erteilt wurde, wird seinen Posten w Koblenz am 10 Oktober übernehmen.
Vor der Entscheidung
über GLerschleßen.
An autorisierter Stelle in Paris wird erklärt, daß jede Nachricht über die Teilu ng Ober » schlesienS verfrüht ist, und daß man alle darüber umlaufenden Gerüchte als Phantasien zu betrachte» habe.
auf Förderung und Ausbau des Fachfchuk wesens zu. Es begrüßt die Anregungen und Dcrbesst, rungen aus dem Gebiete des Verkehrswesens. In längere! Ausführungen geht er auf Einzelheiten in» Forderung«, des Gewerbes ein.
Noch chm spricht der Handelsminister Fischbeck, der btt Genugtuung Ausdruck gibt, daß die Notwendigkeit eines selbständigen preußischen Handelsministeriums von alle» Parteien anerkannt worden sei. Seine Ausführuneen be- fassen sich eingehend mit den oorgebrachten Beschwerden und Mißständen m Handel und Gewerbe, denen abaeholfer' werden soll.
Nachdem noch ein:ge Redner zu Worte gekommen sinh, vertagte sich das Hous auf Donnerstag. Auf der Tages- ordnung stehen neben der Fortsetzung des Haushalts A tv tröge über Schulfragen.
Die Stärke der Heere.
Als Vorarbeit für die Abrüstungskonferenz in Washington veröffentlicht man dort, wie die .Chicago Tribüne" meldet, Statistiken, wo- nach die Stärke der Heere der 14 bedeutend- sten Nationen rund 6 Millionen Mann beträgt. Tiefe Zahl wird voraussichtlich den Verhandlungen der Washingtoner Konferenz zugrunde gelegt werden.
An erster Stelle steht China, das am 1. Sept. 1370 000 Mann unter den Waffen batte. Frankreich aber nimmt unter den Staaten, die nicht mit inneren Schwierigkeiten zu kämpfen Haden, bet weitem den ersten Platz mit seinem 1034 000 Mann ein. Dann kommt England mit 740 500 und an letzter Stelle Deutschland mit 100000 Mann. Die Bereinigten Staaten stehen mit 140 000 an 13. Stelle, unmittelbar vor Deutschland. Japan hat 300 000 Mann, Italien 250 OOO. Bon den übrigen Staaten werden Rußland mit 538 000, Polen mit 450 000, Griechenland mit 255 000, Spanien mit 253 000, die Schweiz mit 170 000, die Türkei mit 150 000, Teschojlowakei mit 150 000 Mann angeführt.
Deutscher Keich,
* .Neriin, 6. Okt. Reichskanzler Dr. Wirth hat seine Erholungsreise angetreten, von der ec Anfang der nächsten Woche zurückkehren wird. I« Karlsruhe, wo der Kanzler zurzeit Aufenthalt genommen hat, besuchte er die Sitzung des badische» Landtages, deffen Mitglied er ist.
Der Acltestenrat des preußischen Landtages hielt am Mittwoch eine Sitzung ab, um über die Geschäftslage zu beraten. Es wurde beschlossen, nicht, wie vorgesehen war, bereits am Freitag dieser Woche eine Pause in den Plenarsitzungen eintreten 5» lassen, sondern man will bis zum 22. zusammen- ble'ben und sich dann bis einschließlich 2. November, vertagen. Während der Vertagung soll der Haupt, ausschuß sich insbesondere mit der weiteren Vorbv ratung des Haushalts befassen.
* Die Steuern der Hohrnzollcru. Die sozial, demokratische Fraktion des preußischen Landtages hat eine Interpellation eingebracht, in der die Regierung «ngefragt wird, ob ihr bekannt sei, daß dte Hohenfollern trotz der Aukhebuna ihrer Steuerfreiheit in den Jahren 1919, 1920 und Steuern bezahlt haben. An das Preußische Finanzministerium wird die Frage ae- richtet, waS diese Behörde, bi? für die Aufsicht über die Verwaltung des beschlagn?hm!en Hohenzollern« vermögens verantwortlich ist, gekon hat, um den Eingang der geschuldeten Sieuerbeträge sicherzustellen.
Der Parteitag der Unabhängig«. Die U. S. P. D. hat laut .Freiheit' beschlossen. den nächsten Parteitag zum 8. Januar 1922 nach L-iPria ein- zuberufen. ra 13
I -Wenn ick aber gern aus eigenem Antriebe daheim bliebe und die Unterhaltung meiner Frau cmieften wollte.' , B
Lore kochte nervös.
-Wie rührend", spottete fit. bann plötzlich ernst wer. dend, fuhr sie fort: „Eigentlich märe mir Ihre 3c. ßfeitung wenigstens bis zur Station ganz lieb gewesen, bv wohl und sicher ich mich fühle, wenn der Schnellzug durch die Lande saust, so unheimlich ist es mir auf der einsamen Landstraße allein einher zu fahren.*’
£r wird jetzt sagen, daß er dich begleitet, dachte Lore. Aus der Fahrt bietet sich Gelegenheit genug zur Aussprache.
Mit einem einzigen Zuge leerte Joseph sein Glas.
„Marianne wird es vergnügen machen, Sie zu be. gleiten, gnädige Frau", sagte er langsam.
2>osch fiel sie ihm in die Rede.
"Nein nein, das nehme ich nicht an. Für Marianne ist die Rückfahrt allein ebenso unheimlich, wie es für nüifj die Hinfahrt allein wäre."
Nicht Worte — Taten!
3« Lloyd Georges schöner Rede.
Sa englische Erstmirnster ist groß im Reden. Mochte nur sein Handeln ebenso groß fein.
fernem jüngsten, gestern schon erwähnten. Dor- krag m Äwerneß hat er das Elend der verarmten Weir ^^sfstch y^fchüdert. Er gleicht dem Arzte, der eine gründliche Diagnose stellt. Doch wenn die Hei l- rnttrel verschrieben werden sollen, dann läßt die Ktarhett unb Sicherheit nach.
Sehr packend ist der Vergleich, mit dem Lloyd woorgie d« Geschäftsführung während der kolossalen ber Valuta klar zu stellen sucht. Der rSejchaftsmann, der Waren einführe und ausführe, fei H* ähnlicher Lage, wie ein Villardfpveler auf einem -Dampfer bei bewegter See. Man wisse nicht, wohin me Billardkugel treffe: man wisse nicht einmal, ob die KuA.'l nicht überhaupt vom Tische hcrunterrollt, was am wahrscheinlichsten sei.
Es ist richtig, daß zur Genesung des Welthandels vor ollem stabile Preise erforderlich find, iste sich auf längere Sicht berechnen lassen. Ebenso ist cs ttdjtig, daß nicht bloß frie Länder mit sinkendem Geldwert leiden, sondern auch die Länder mit hoher -Valuta. Die ersteren können nicht kaufen, weil ihr Geld zu wenig Kaufkraft hat, und die letzteren kön- iD» thre Erzeugnisse nicht gehörig verwerten, weil die .Isländischen ,künden den hohen Preis nicht bezahlen rannen. So stockte der Austausch der Güter, unb wir Wen bie überraschende Erscheinung, daß gerade in
Landern mit hochwertigem Geld?, namentlich in Urorvamerika und England, die Arbeitslosig- r eit ungeheuer zunimml wegm der Schwierigkeiten tm Absatz der kostspieligen Erzeugnisse.
Das ist um so abfälliger, als doch nach dem lcm- stiege die Welt einen gesteigerten
-öeöarf an Friedenswaren haben muß. Es müßte ! etgenttlch viel mehr gearbeitet werden, um all die I cntstandemn Lücken aufzuMerr. Trotzdem die riesige vchar der Arbeitslosen!
war das Hauptproblem in der ^.^^L.oyd George. Zu deren BEämpsimg kün- dW der Mtmster Gesetzentwürfe für sein Parlament an, aber gestand em, daß die englisch? Gesetzgebung nur fnnnia^-r!0 schlimmsten Not ati^trmeien fonne, während das durchgreifende Heilmittel cu! internationalem Gebiete gesucht werden muffe.- durch eine Stabilisierung der auswärtigen Poli- *“ Unr^J T.'nanzpoli-ik im Konzert der Völker, woraus sich dann die notwendige Festigung der Wähnm- Vrt ergeben mürbe. 7
lA öum Schluffe aus in die nicht mehr zur Sparsamkeü und^mn einträchtigen Zusammenarbeiten aller Klassen im Staate. Semi? ist für die praktische Politik nicht mel greifbares gesagt. Das Beste an der Rede teas ÄJrrtS.00^*^ offenbar die Mahmmg zur westpontischen Solidarität. ° 3
preußischer Landtag.
S6g. Esser (Zkr.) über Handroerkerfrage».
Ach der Togesordmmg der M i t t w o ch s i tz uri g des preußischen Landtages stand dieFortsetzungderBc- ratung des Handels- und Gewerbehaus» Halts.
™ ®!s d-r Zemrmnsabg. Lffer dazu das
Äon. Er std» sich zunächst dchür etn, daß bet 6er Vergebung von rffentl-chon Aufträgen die Industrie und das yandwerk des besetzten Gebietes entsprechend borllcksichkiqt werde. Er wendet sich dann den allgemeinen Forden.'na7n des Handwerks zu. Er spricht sich -.egen eine V e r - Ichärfung der Staatraufsicht über bas Hand- werk aus. Auch das Zentrum ist für Verbesserung
„Leider!"
.Na also. Darum bann fetzt! ruhig!"
i ^orc, es macht mir großes Vergnügen,
I D.ch $u begleiten“, o rsicherte Marianne, die während ! &crn Ecfpräch zwischen Lore und ihrem Manne leise | sas Tischgeschirr ineinander gestellt harte.
I . Lime zog die Stirne kraus — Wollte er denn gar I nit^LDel!te^en- bQ& sie mit ihm allein fahren wollte. I r>uß stampfte ärgerlich auf dem weichen Teppich.
Loseph blies aus feiner Zigarette kleine, runde Ringe in die Luft und sah ihnen nach, dann wandte er sich wieder Lore zu.
„Wenn gnädige Frau mich Tag und Stunde der Abreise rochen lasten wollen wurde ich dafür sorgen diiß zur bestimmten Zeit ein Viersitzer vor dem Hause bereit stünde. Marianne und ich würden dann mit Vergnügen die Wagenfahn mit Ihnen teilen. Im Dorfe gibt ee leider keine große Fahrgelegenheit zu Svazier- sahrten; nur Zweisitzer, wie Sie wissen."
Lore biß sich auf di- Lippen.
-Sehr liebenswü'dig", sagte sie gezwunacn sich ein wenig verneigend.
Sie nahm sich vor. den Tag der Abreise noch f8 lange hinauszuschieben, als ft<b dies mit der früher gesagten dringenden Eile ihrer Heimkehr nur einiger, wagen vereinbaren ließ. Ihre gute Stimmung aber war dahin.
”®5 ist doch nicht recht getan, daß wir während mei. nes Aufenthaltes nie die einstigen gemeinsamen Plätze unserer Kinderheldentaten aufsuchten“, sagte sie plötz- sich, auf ein anderes Thema überspringen». „Ji(9 jch j ^iertjer fuhr, an dem großen Hüteanger vor dem Dor e I vorbei, war mir's, als sähe ich einen blonden, hübsches ! Gänsejungen, inmitten feiner Schützlinge im Grase Jtgen und dicht an feiner Seite die geschwätzige Präses, forrlore. Alles ist hie- noch ganz wie sonst. Sogar der große Dornbusch auf dem Anger steht noch unverändert und rote vor vielen Jahren sah ich dort spielende Kin.' der thre Gänse hüten. — Wie Setter, was hätten dazu- mal die beiden Kleinen wohl gesagt, wenn jemand ihnen vorhergesagt hätte, daß sie nach langen Jahren einst unter solch veränderten Verhältnissen sich wieder gegen- überträten?“
„O gewiß,“ sagte sie, sich setzend. .E° ®2rf mi £eb. Joseph, wenn Du aus bloßer Rllcksich. für mi* Deine Reiseplänc ändern würdest." $
Lores Außer, blitzten.
»Ra, hören Sie es, Detteri Es besteh, also gOr ffjne Notwendigkeit zur Verschiebung der geplanten Reise “
»Zwischen Josephs Brauen zeigte sich die charakicri. kusche tiefe Fall-, Minutenlang schwieg er still.
Kurland.
* Die Warschauer Notenpreffe. Nach »tuet Meldung des /Daily Telegraph' drnckr dir Wanckueuer Notenprefse täglich 700 Millionen Mark. Das berer'S ausgegebene Papiergeld wird auf 150 Milliarden ^larf geschätzt. Es sei daher kein Wander, daß die isrnanzlage Polens so schlecht sei und täglich schlechter werbe.
. sterbende Oesterreich. Das Ernähruna?' mintftenum sieht sich veranlaßt, die staatliche Fleljchbewtrtschaftung einzuftellen, da das amerikamfch- Gefrierfleisch sich bei dem gegen- toartigen DoLarkttrfe auf rund 100 0 Kronen für da» Kilogramni steüeu würde. Tie Regiert:na mutzte also bei jedem Kilogramm über 7C0 Kronen als Zubuße leisten.
Dre Rartonen, sagte er, müßten in Eintracht zu- -Mmrnwirken mit ihren NachbarnaÄcmen, die emziM wirklich feste GrMdlag.' für ihre «ortortife Dir Nationen (meint Lloyd Georg«) begamren das zu erkennen. Dir Aufwiegler um nit^ wehr in dem glichen Maß Gehör rote vor einem Jahre, und die TmtsE saß ihre Schreie gellender würixm, sei nur ein Seiden f,c W uichs mehr so an Rch
Ist dem wirklich fotz Wir geben zu, daß das Verliandms für die Solidarirät der Wiker im all- gemeinen ^mlmmt, aber rote steht es inFrank - i '°r ?Le Erkenntnis, daß man auch Deutschland leben lasten müsse, um selbst leben zu
Beramwsttlicy rür den reöautoneQen Teil: Dr. 3- Kramer, = „ lür die Anzeigen: I. Parzetler-Fuioa. 2
Rotationsdruck u. Verlag der Kulda« Sdienörutferti in Fulda. ftemjpreibeT Nr. 9. Telegr.-Adreffe: Fu Idaer Zeitung.
Sofepf) streifte umständlich die Asche von seine- Zi. garette in den bereit sichenden Sehaller, beim sah er zur Fragenden hinüber. ,
«2ch kann mich nicht mehr ui d:» Gefühle des llei. neu Fllckschusterjosephs denk«, gnädig- Frau. Auf keinen Fall hätte er an solch gweltigen Umsturz der Verhältnisse geglaubt."
„Das nenne ich wahr gesprochen wenn Sie fogei Sie können sich nicht mehr in die (Befühle dos »einen ulickschusterjosephs denken: man merkt dies wohl das zeremonielle „gnäbtge Frau" fimgj fruchtbar stets und förmlich unter alter. Freunden und 3ctmntcn."
-Das mag roohl fein! Doch greift die Freundschaft roe't zurück. — Die Freundschasisrecht» der Kinderjahre verjähren schnell, — ein Tor, wer das nickt früh begreift. Die Verwandtschaft aber ist mir noch zu neu, um schon den richtigen Ion im Verkehr hcraurzufinden. Zudem, ich habe mir stris schwer grton im Verkehr mit Domen: roa.- fteti da etwas unbeholfen. Ich habe meine Jugend auf dem Ders 0erlebt. Oer Dörfler macht sich immer noch bet mir bemerkbar."
-Ei. rose Sie sagen! Da, ist mir neu! — 2»r 3ött- ler hat sich, wie ich sicher weiß, mit staunenerregender Leichtigkeit auf dem glatten Parkett des Salon, zurecht gefunden. Jch habe ta mit eigenen Slagen gesehen unö bestaunt. — Und was den Verkehr mit Damen betrifft — hm! Marianne, was sagst Du dazu. ElaubA Du, daß Dein Mann da unbeholfen sei? —*
Marianne ordnete ein Körbchen frischer roter Äir- sch-n als Nachtisch, 12H.end sich die beiden 'murrbielien. Sie bemühte "ch jetzt zu lächeln.
-Ihr oergeßi ja ganz die guten Früchte mli diese» intereffanten Unterhaltung", sagte sie, Lores Frage umgehend. „Eo wird gekränkt sein, wenn Ihr den felbftgeprlütften Früchten nicht mehr Beifall schenkt. Bitte. Lore! Soviel ich weiß, ißt Du sie gern."
Sie harte Lore die Früchte gereicht.
»Und ich Marianne? Willst Du mir nicht auch etmas von diesen Herckichkeiten geben?" sagte Joseph, feine Frau liebevoll ansehend, als sie die Kirschen wie. der auf den Tisch zurückstellen wollte.
„Verzeih! kich dachte mir. Du nimmst Dir selbst", sagte sie ihr Tun entichrlldigend. tForts. folgt)
„Sn diesem Fall kaffe ich nur meine eigene Meinung CclrieV Mte er langsam. „Das sagt mir mein Gemhl b«6 Du Dich nach Der lebhaften Unterhaltung der letzten -age plötzlich so allein, vereinsamt fühlen mußt. Zudem meine Reise hat absolut gar keine Eile."
-^cht doch, Joseph lasse Dich durch mich nicht ab- haltenl xictj weiß mich zu beschäftigen, daß mich keine ^.angemerte quält," sagte Marianne abwehrend.
Joseph legte die Serviette weg und lehnte sich bequem m deu Polstersessel zurück.
'4 mohl, daß sich meine kleine Hausfrau 31t beschäftigen versteht," sagte er, eine Zigarette in Brand setzend -Ich weiß auch, daß si» innerlich reich genug ist, einsame Stunden nicht als Langeweile zu empfinden. Dennoch aber ziehe ich es vor. vorläufig noch daheim zu bleiben. Lor, ward» ärgerlich.
-Aber, das ist doch lächerlich Petter! Warum sollen Sie Ihre Reiseplän, ändern? Sie hören es ja Ma- rianne bleibt ganz gern allein. Ich denke sie ist nicht I» verwöhnt worden bis jetzt."
eHetn " fagt, si, boflt, .’J«a)t mnbr, Mariann, Du worli ?
baran liegt Dir niebts?1' wiederholt, si/ sich "zu «Ra^ ««"ne wendend die während der kur,,» >
ftd'mg am Serviertisch beschäftig, mar ^-»onder. TOariann, roanbtr si» der Fragendem 4u und trat lengfnm an den Tisch.
Der Eimsebrrb.
Fronklscher Dorfrvman von Dina Ernst berg er.
©fä^T^6«»906 e.ben Sicr in die bereit stehenden ©lafer, ihre Hand zitterte leise.
bann ?U mie fi* fef!’ langsam füllte,
Dan", c^‘ schaute er zur Lore hinüber.
5rm!?-X'frug2f,rre'fC f" bringenb ""^wendig, gnädige Steiff5 Jräre Vilich eine Beruhigung bei meiner
,I5W f° °i,cin 311 *•
MMn bie‘Ä: Sf!5‘ mirnid) Uid,r- ** N- ihm leb- r«UUnn^'d,'ebbDrf Eefchöft, drängen mich zur Ab- wen-'o, TonrUk9ndl tnnr 'a mein Aufenthalt nur für Aufenthalt ausged?bm.- "°b' meinen
gelehnt- ^crDä^« mtggetcgt und sich zurück.
Sette. f nd?c:' Hönde di, Santen der nahm°^ Tn jH ^"dr sprechen Umständlich nahm er ch em neue. Stück -Braun non der Platte unb Zerteilt, ,s auf seinem Teller
CbeV* mein, Abreise noch etwa-- »er- 2X. " **** -- »” •**
c* ». «1,. 1 t?aba$ meldet aus Tokio, baß die Krankheit des
- X fcer Dolkerbnndsversammlung Kaisers sehr ernster Naiur ist. Sein Ableben wird
erklane der Präsident van Kaarnebesk über die I jeden Augenblick erwartet.
oberschlesiiche Frage, daß die Arveiten der Ratsmit- I ________________ ___
flheber (Ausschuß der Bier") sich auf gutem Wege , , , .
^finden, sodaß der VolkerbundSrat in kurzer Frist I §chwier!gKe!teN dCF RcgtCrill!(!S»
die Losung müterlen fonne, die er empfiehlt. I 1 ö S S
Polnische Uebergriffe. UMbildUNg.
Polnische Banden griffen in der g?nAf I « ■, »vorwärts veröffentlicht die Antwort der
tag °n S teSÄKM" Ää,””Ä SS1“
qu. Dlt Slnottifcr iDittbrn bnrh I < -unftöflc bctrcjfcnb tinc ^?oQlition§*
wurden dabei ^zwei Beamtender AbstimmunöZpouÄ ^ ÖUhn9f,mt.1 belLU; In dem Schreiben heißt verwundet. -uct «v]iunmun33poitaei <5, daß eine Antwort der Zentrumsfraktion erst
dann gegeben werden könne, wenn vorher feststehe, ob die U. S. P. einer solchen Erweiterung der Koalition nach rechts zustimme und ob sie bereit ist, auch ihrerseits die nötigen Voraussetzungen dazu zu schaffen.
bchlLtzsttzung der völkerbundr- versammlung. .
Die aroetie Tagung der DAkerkund-versammtung « Die preußische Kab!nettsumbild«ns.
| nahm am Mittwoch ihr Ende, nachdem sie genau I o ?eute. vormittag kommen die Vertreter deS einen Monat getagt und nÄni zahlreichen Zentrums, der Ternokraten, Mehrheitsfozialisten und
I Konimissionssitzungen 33 Vollsitzungen übgehalwn »x eu Kt"f ^r.u ?mer Bespre chun g beim
I haue. I Eiutzlschen Mrnljterprasldenten Sieger»
I 3« seiner Schlußrede nahm ter Präsident Dr am • ^a,Ib zusammen. Es soll der Versuch gemacht KaarrwbsÄ, holländischer Minister des Aeußern, in i)en ei”«cI"en Parteien aufge-
bsrvegten Wort«, Abschied von der aastfroien Schwei, ■ t ■ÖZint^°.röetunStn öle Grunojatze eines ge- ihrer SFuegtentng und der Stadt Genf, von den'Mirt I ^f'usamen Regierun^sprogrammS auszuarbeiten, gliedern der Ällja-rnckung und Sekretariats deren I -~Je .<®tr:na‘1ia meint, daß irgendwelche Ent- si-uchrdare Arbeit er feierte, und von den Vertretern 1 Reibung von diesen Verhandlungen nicht zu ter Presse, denen er besonters herzliche Worte widmete ,eL..8dr nächster Woche sei mit einer
In großen Zügen entwarf er sodann ein Bild von der u'chl ,u rechnen. Auch im Reich
i vollbrachten Arbeit. Zweifellos roerten jen» enttäuscht ^ur^en ^'^Erhandlungen erst Mitte nächster Woche fein, die ein Wunder erwartet hätten, aber « em enW’-tenöeä Stadium treten, ae beften Absichten müßten sich stets vor der Wirt- ilchb-ll beugen und vor den Hindemiffen, die die Völker selbst schafstm. NichistefromemJLr müsse zuMgeben werten, daß ter Gedanke der internationalen Vereinbarung und Zusommenar- beit em endgültiges Gut der Menschheit bMordm, daß der Völlertemdgedanke Kmsolidicn und daß fruchtbare Arbeit geleistet roorten sch.
„ .Der Präsidem zährte u. a. die Maßnahmen zur bW OpiumgLmrsfes und des Mädchen- und Ärrckerhanders auf. Auch in der NüftunMkoage roill er Fonfchrirt? erziett Haden. Außertem Kate ter UoBertumb feie Zahl ferner Mitgiieter vermehrt und ter üwre für die offen gchalbm, die zur gLgebine.w Zeit sich chm isqchlkeßen. Dem Redner wurten stüvmrtciis Ovationen bereitet.