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Druck der Fuldaer Actieudrnckerei in Fulda

wie -er preutz. Uultusmimster Becker über Politik und Schule urteilt.

Kus dem Nachbargebiet.

Alichelsrombach. Gnadenreiche Tage haben wir h voriger Woche erlebt. Am Sonntag feierten w-ir dos Feh unseres Kirchenpatrons, des glorreichen hl. Erz. engels Michael. Herr Pater Dominikus leitete in seiner Festpreüigt di« Angehörigen der Pfarrei in überaus prak­tischer Weife an, wie sie ihren Kirchenpatron Verehrer sollten. Insbesondere wies er auf eine öffentliche Der- ehrrmg hin, die ihm dargebracht werden möge. Heutzu­tage errichtet man den gefallenen Kriegern Denkmälern!

M 228.

4. Oktober 192t

der Technischen Nothilfe bei elementaren Ereignissen hat sich beträchtlich erhöht. Hier stehen den drei Einsätzen diese« Art vom Vorjahr im Berichtsjahre 26 gegenüber.

Der Ausbau der Organisation fft krästix fortgeschritten.^ Di« Zahl der Orts- bezw. Landgruppen hat sich um über die Hälfte vermehrt, die Mitgliederzahl hat sich seit dem Vorjahre oerdoppell. Die einzelnen Be­ruf« sind an der Mitglied erzähl folgendermaffen beteiligt: Technische Fachleute 18 Proz., Handwerker 10 Proz., Land­wirte 22 Proz., freie Berufe 18 Proz., Arbeiter 15 Proz., Studenten 6 Proz. und Frauen 11 Prozent.

14. Kapitel,

Bleich mit dunklen Ringen um die Augen, saß Ma­rianne am nächsten Morgen Joseph am Kaffeetisch gegenüber. Noch wußte er nichts von dem Telegramm. So oft Marianne davon beginnen wollte, war es als man Hr die Kehle zusammen. In ber Nacht patte sie fich's fest vorgsnonunen gehabt, Joseph über- Haupt nichts zu sagen und Lore möglichst rasch abzu- telegraphieren. Tausend Ausreden hierfür waren ihr durch den Kopf gegangen. — Und als Ne am Morgen aufgestanden war, zögerte sie immer wieder, das Tele­gramm an Lore niederzuschreiben, so oft sie auch schon den Bleistift hierzu in der Hand hielt. — War es nicht doch besser, Joseph davon zu sagen und seine Meinung erst darüber zu hören? - Sie nahm sich vor, ihm nach dem Frühstück das Telegramm zu geben und was er dann meinte, wollte sie tun.

Schweigsamer wie sonst saß sie da. Ihre Hand sprelte nervös mit dem kleinen, silbernen Kaffeelöffel sie mußte all'. ihre Kraft zusammennehmen, um ihn nicht merken zu laffen, wie zerstreut sie war.

Da blieb sie plötzlich mitten im Satze stecken. Ge­spannt horchte sie auf — war das nicht das Räder- raffeln einer Equipage? — Großer Gott! — Es ver­stummte direkt vor dem Hause. Erbleichend sprang sie empor und trat an das Fenster.

-Lore!" Alle Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen, als sie den Namen mit gepreßter Stimme dem Manne am Kaffeetisch zurief. —

Auch Joseph war jetzt aufgesprungen/

„Lore? wie? woher?" frug er erstaunt, während nun auch er an das Fenster trat.

„Verzeih mir, Joseph, ich wußte davon. Gestern meldete den Besuch ein Telegramm. Ich wollte es Dir nicht gleich sagen, — weil — weil — ich dachte —"

Oktober sollen ja m Brüssel VerhandlurtMi unter den Allnertm beginnen, die dem Problem der Beschränkung dieser Ausgaben ernstlich zu Leibe gehen. Angesichts des stark erschütterten wirtschaft- nchrn und finanziellen Gleichgewichts in Europa ist Äingend zu wünschen, daß diese Verhandlungen bald stattfmen und zu einem positiven Abschluß gebracht werden. '

Ein Vertreter des „Bert. Tageblatts" hatte Ge- I Gelegenheit genommen, über einige wichtige Mago- I gische Fragen mit dem preußischen Unterrichtsminister I zu sprechen. Der von dem genannten Berliner Blatt | veröffentlichte Bericht über diese Unterredung läßt er- I kennen, daß es sich vor allem um drei größere Frvgen- I komplexe handelte: um die Politik in der »Schule, um die Stellung von Lehrer- ! s ch a f t und Studierenden auf den Hochschu- I len der republikanischen Verfassung gegen« I über und aüf die geplanten Neuerungen bezüglich des I künftigen Lese- und Geschichtsbuches.

Zum ersten Thema: Politik in der Schule gab I der Kultusminister feiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Politik in vielen Fällen von den Eltern in die Schule getragen werde. Dies liege begründet in einem Fehler im Aufbau und in der Zusammensetzung der Elternbeiräte. Diese würden nach dem politischen Verhältniswahlsystem geschaffen, während nach der Ansicht des Ministers die Auswahl auf dem Schul­klassensystem erfolgen müßte, nämlich so, daß jede Schulklasse einen Vertreter der Ettern in die Beiräte entsende. Der große pädagogische Gedanke der Eltern- beiräte liege darin, das Volk zur Selbstverantwortung I zu erziehen. Der Minister streift die Frage der Schulstreiks, die er verurteilt und als eine Folge der Verquickung von Politik und Schule ansieht.

Die Haltung der Lehrerschaft und der Studieren­den sowie der Hoch fchulpros essoren den republikani­schen Einrichtungen gegenüber beurteilt ter preußische Kultusminister, ob mit Recht oder Unrecht bleibt dahin­gestellt, optim ist! sch. Er ist der Auffassung, daß ein großer Teil der Lehrerschaft, der dem republikani­schen Gedanken anfangs abweisend gegerrübergestanden habe, allmählich beginne, sich mit den bestehenden Ver- hältnissen abzufinden. Achnlich, wenn auch viellieicht nicht in gleichem Maße, sei es bei der Studentenschaft, Dr. Becker schließt das aus dem Umstande, daß anti­demokratische Demonstrationen und Bewegungen der Studierenden an Schärfe und Umfang abgenommen hätten und erklärt das damit, daß eine neue Generation heranzuwachsen beginne. Die antirepubkikanische Ge- simiung der Hochschulprofessoren beurteilt Kultusmini­ster Becker äußerst milde. Man werde diese unter völlig anderen Verhältnissen Ergrauten wohl kaum wandeln können. Aber auch bei tijnen sei im großen ganzen doch schon vielfach anstelle der Opposition die Toleranz getreten. Seine Ansicht geht dahin, daß die Republik erst Erfolg erzielen müsse, um auch in den sie heute noch ablehnenden Kreisen Boden zu gewin­nen. Er spricht einer gemeinsamen Verständigung das Wort.

Die Last der Besatzungskosten.

< Ein Lnlentesoidal kostet 54 750 2RL im Jahr.

©ne interessante Zusammenstellung hat kürzlich die französische Zettung „Le Temps" über die von den einzelnen Entente-Staaten verausgabten Besatzungs- kosten veröffentlicht. Nach dem „Temps" stellen sich ite Besatzungskosten vom 11. November 1918, also vom Tage des Waffenstillstandes, ab bis zum 1. Mai 1921 folgendermaßen: Amerika: 278,6 Mill. Doll.; —Frankreich: 2304,8 Mill. Fr.; — England: 52,9 Mül. Pfü.; — Belgien: 378,7 Mill. belg. Fr.; — Aalien (Oberschlesien) 15,2 Mill. fr. Fr.. Das ergibt zusmmnen in Mark mngsrechnrt die ungeheuere Summe am 69,26 Milliarden Mark.

Auch über die Höhe der Tageskosten für Kinen Mann der Besatzung veröffentlicht der „Temps", auf authentisches Material gestützt, Ziffern, die folgendes Aid ergeben: 1 Amerikaner 4% Dollar = 450 Mark, — 1 Franzose 15% Fr. — 114 Mk., — 1 Engländer 14 Schilling — 280 Mark, — 1 Belgier 16-4 Fr. — 124 Mark, — 1 Italiener 22 Fr. — 165 Mark.

Diese annähernd 70 Milliarden Papvermark wür­den, wenn man das DerhAtnis der Goldmark zur Papiermark, mit 1 : 20 annimmt, eine Summe von 31» Milliarden Goldmark ergeben, die in 2¥z Jahren verbraucht worden sind. Auf das Jahr ergibt sich also eine Ausgabe für Besatzungskosten von 1,4 Milliarden Goldmark. Düse Ziffer fei in Ver­gleich gestellt mit den 250 Millionen Goldmark, von denen anläßlich der Londoner Besprechungen im März die Rede war, als der Summe, aus die man die ge­samten von Deutschland zu zahlenden jährlichen Be- satzungskostcn zu beschränken gedachte. Zu jenen 70 Milliarden oder 3l-> Goldmilliarden müssen aber noch diejenigen Milliarüenbeträge gerechnet werden, die wir aus der Reichskasse für Lesatzungskosten aufgewen­det haben, also die Ausgaben für Kasernenbauten, ; Bereitstellung von Exerzierplätzen, Neubauten für ver­heiratete Truppenangehorige, Entschädigungen für be- Wagnahmts Wohnräume ufro., die den deutschen Reichshcrushalt für 1921 mit rund 8l4 Milliarden be­laßen1.

Zahresiiberblick der Technischen KoHilfe.

Am 30. Sept. 1921 kann die Technische Nothilfe auf f^Ees Bestehens zurück- E Msien Lahre hat sie tn diesem «1^ in latigteii zu treten brauchen. Während die Dechmsche Nvthllfe 1919/20 nach den endgültigen Ergeb- Umsetzen mußte, beläuft sich diesmal, soweit w ^bt, die Einsatzziffer auf

390. Nichtsdestoweniger zeigt ine Statistik, daß auch im <me Woche verlachen ist, ohne daß die Technchhe Nothrlfe an irgend emem Ort im Deutschen Neid) tätig war. Von den 52 Jahreswochen sind nur 6 ohne ;«ysichen Einsatz gewesen.

. der aufrechterhaltenen Betriebe

■ 1r9?0/21 S-SeNüber dem ersten 003er?mfDfern verschoben, als die Ein- satzzahl für Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke im Ver- 5. ^./uruckgsgangen ist, während in der Landwirtschaft

durchdrang die Stille der klangvolle silberne Schlag toter Uhr. Sie fuhr zusammen. — Schon so fpai — Joseph mußte gleich zurückkommen und sie hatte es ihm doch versprochen, nachzukommen.

Nasch drückte sie das Spitzentuch vor die Augen 8ugdjen!rliefc b°S ^aus' um Joseph entgegen^

terungen, die man an Las Volksbuch stellen müsse, sktWerte der Kultusminister so: es müsse fein fejcht verstaMich, aber auf wissenschaftlicher Grundlage ae- schriebm, es müsse dar stellen den demokratischen Gs- m seinen staatsrechtlichen, politischen, wirt­schaftlichen und aktuellen ZusammenhLrgen mit den Ereignissen von 1789 bis zur Gegenwart. Wann die beiden Lesebücher, Volksbuch und Leiffaten, er- scheinen werben, stehe im Augenblick noch nicht feft

vismarck aber tkaiser Wilhelm.

I $m 3- Dand der Erinnerungen Bismarcks inte- I reffiert namentlich dos Verhältnis des Wtreichskanz- I J®? 3“ Wilhelm U. Bismarck widmet der Persönlich- I ‘.9? britten und letzten dsuffchen Kaisers eine aus- I fuymche Analyse: Er geht die gesamten Hohmzollern durch, nm aus chrem Charakter dm des Letztgebove-nen

I 3» erklären. Besonders günstig fällt das Resultat I ra“s $re?" Schwer, als oersagten ihr plötz^

I hd) Knie die Kraft, ließ sie sich in den Polstersessel ! am Fenster fallen, wohin sie getreten war, um besser I lesen zu können. Immer und immer wieder, als wollte sie es nicht glauben, las sie die Wotre, die auf dem

I kleinen Zettel standen:

I ßor"®rmarte allernächster Zeit meinen Besuch, — I . So wenige, nüchterne Worte waren es nur und I em®nr ®turm von Empfindungen hatten sie bei ihr her- i aufbeschworen. Dos Tuch war von ihren Schultern I Seglmen, fie achtete nicht darauf. Schwer stützte sie das

Haupt m die Hand. — Warum jetzt dies, just jetzt, wo sie über sich den leisen Flügelschlag künftigen Glückes

I zu Horen glaubte? ,

I ßQn9c sah sie da. 3m Dors war es ganz stille ge» I worden; alles schien um bas Feuer versammelt zu I J?n; Da begann die Abendglocke zu läuten. Eine tiefe I Wehmut kam über Marianne. Sie legte die Hände vor die Augen, und heiße Tränen brachen sich Bahn — Das laute Jauchzen vom Feuer drang bis zu ihr her- über, sie sah vom Fenster aus die Glut lodernd zum Himmel steigen, Millionen Sterne blitzten über ihr — Sonnenwende! — Schmerzlich zuckte es um ihren Mund.

Draußen war es allmählich ganz Nacht geworden. — Das Feuer war schon tief herabgebrannt. Nur eine Helle Glut am Himmel deutete den Platz noch an wo vorher die Flammen gelodert hatten.

Marianne starrte in die langsam verlöschende Glut. Schon tausendmal sagte sie es sich, daß jeder Funke von Liebe zu Lore in Josephs Herzen erloschen war, als er ihr die Hand für das Leben bot. Niemals wäre der gewissenhafte Mann zum Altäre getreten mit der Siebe zu einer anderen im Herzen — niemals! Das wußte sie. Warum fürchtete sie bann Lores Besuch so sehr!? War dies auch recht getan? Durfte sie daran zweifeln, daß der feste, Willensstärke Mann auch nur linienbreit abwich von dem Wege der Pflicht; daß er nicht jede wärmere Regung für Lore, die der tägliche Verkehr mit ihr vielleicht enffachte, gewaltig nieder- zwang. — Aber, läßt sich Liebe befehlen? sich erzwin­gen? — Konnte sie die Siebe zu Joseph aus dem Her­zen reißen? — Wehmütig, wie in stummer Klage blick­ten ihre Augen empor zum Sternenhimmel; — Leucht­käfer umflogen das Fenster; — hoch über ihr die flim­mernde Sternenprachtl — und in ihr tiefes Weh. — Sonnenwende! — — - ■->

Der Sünsedub.

Fränkischer Dorstoman von Dina Ernstberaer ■ 57j 1 ö

Zvstph sah ihr nach, bis sie unter der Türe ver­schwunden war. Dann stützte er den Arm auf dm Tisch und legte den Kopf in die Hand. In Gedanken ve-rsun. kto, starrte er auf die gestickte Decke Weber, die den

Sierte, als gälte es all die Meinen Nadelstiche zu - -,^?ie ba einst eine kunstsinnige Hand mühsam eingestickt hatte. Vor einem Jahr noch wähnte er sich 9efeit gegen Frauenreize und Frauenschönheit; allen Lockungen schöner Frauen war er hohnlächelnd jahre. °ng gegenübergestanden — und nun? — Ich habe die 'We toller Schwärmereien weit hinter mir, hatte er «WhJo kalt und nüchtern zu Marianne gesagt und ülltmü) ruhig bsteb auch sein Herz, als er rnit'ihr zum SefüM hQt" W°her nur plötzlich dieses eigenartige wähnte» " schon längst in seiner Brust erstorben er auf einm^ f'e bmn f^on< fein Weib? Warum sieht I» es berT1-11141 Ehr, was ihm ehedem mißfiel? — die stille Blick des dunklen Auges? Ist es

£nerfe ta^-KMra ^en’ roas l° entzückt? »Sw . ’6m °"tgegen.

„ vaufkomma Onkel, zum Feuer," schrie

L Feuer nicht und Seppele versichert, daß

der Herr OnM „dA ^^zündet werden darf, als bis

Äam st r.6-

elfter einmal las So?«„S‘-, •“ ?>«**«

mar ihm dies als Sinh L ' er brennen Su sehen. Es die SSmn«ruM tinfefcfc n“05 Mützer gerichtet. Wenn ^.Dummerung emfetzte, sollte das Feuer brenne«, und 3°seph hatte versprochen, pünktlich am Platze zu sein Eben wollte man sichzu Tischletzen da kamen Sep­pele und Hemerle wildschnaufend ang-stürmt um den Herrn Onkel zum Iohannisfeuer abzubo en Gs Haff nicht-- dem hastigen Drängen der Kleins gegenüber wußte Joseph nachgeben und gleich mitgehen 9 8 Marianne versprach nachzukommen. Schnell ordnete sie noch vor dem Spiegel ihre Haare und war eben im »«griffe, ein warmes Tuch um die Schultern zu schlin- Sen, als heftig an der Hausglocke geläutet wurde Draußen stand der Briefbote und überbrachte ein Telegramm. Es war an Marianne gerichtet, lieber« »«fc&t riß sie den Umschlag auf; langsam mich die Farbe

Mit fliegenber Hast hatte sie ihm die Worte zuge- flustert; jetzt blieb sie steckto, sie wußte den Satz nicht zu vollenden.

Fuldaer Zeitung

vermischter.

I ~ Evldsund bei Hamburg. Vor einiger

I -Leit lief tue Nachricht durch die Provinzpresse fei der ^Eschen Ortschaft Zamstedt sei ein ÄKL- und Sllberschutz ausgegraben worden, den man auf R a u b° ll.ut des früheren Seeräubers Störtebecker zu- ruckfuhve. Nunmehr teilt der Archivar des Kreffes I HE", betn Hamburger Fremdenblatt mit, daß ein I Mcher Schatz tatsächlich aufgeftmden warben sei. Es I 9?n^c M um silberne und reingoldene Gefäße im oberflächlich geschätzten Metallwert von

I wemgstens 20 Millionen Mark. Die Gegenstände mgern in einer vermoderten Kffte von etwa zwei I Kubikmeter Inhalt. Außerdem soll der Fund auch Draußen war mittlerweile Lore ausgestiegen und von Eo empfangen worden. Ganz deutlich hörte man sie lachen und sprechen.

j Marianne trat von ihrem Manne weg und eilt« auf die Türe zu. Da wurde sie auch schon von außen durch Eo aufgertffen. Lore stand lächelnd im Türrak», | ”!?i und hielt Marianne Ne Hand entgegen.

"Na, was sagst Du zu dieser Ueberraschung, Liebste!

’ i glückt. Du bist ja ganz sprachlos. S- I rasch hast Du meinen Besuch doch nicht erwartet, gelt!' I o..?R,arian?'! 3man9 ihre Züge zu einem freundlichen । Lächeln und umfaßte zum Gruß die dargebotene Hand.

hätte Dich erst in edtigen Sagen I ernartet . sagte sie, wahrend st- mit Lore nnn völlig in das Zimmer trat. Man merkte ihrer Stimme Dfe

I innere Erregung an.

I Letzt kam auch Joseph einige Schritte näher Mst einer tiefen Verbeugung begrüßte er Lore.

Ihre Augen blitzten ihn schelmisch an.

„Stt;, der neue Vetter", sagte sie neckisch, indem sie auch ihm die Hand bot

.fMfa vielen Jahren dieses Zusammentreffen am gleichen Ort, m so nahen verwandtschaftlichen Bezieh, ungen, wer das geahnt hätte", fuhr sie fort während Sexbt\^,b^e "bstreifte und sich von 'Marianne Hut und Mantel abnehmen steß.

den Spiegel, um ihre Haare, die der richten^ Unorbnun9 gebracht hatte, zurecht zu Marianne sah zu und bewunderte im Stillen Lores Schönheit. So schön wie jetzt war sie ihr selbst wäh- renb ihrer größten Blütezeit nicht vorgekommen. Ihr Blick irrte blitzschnell von der schönen Frauen gestalt hin­über zu dem ernsten Manne; errötend senkte sie di« Augen, sie war feinem Blicke begegnet Ob er wohl eben Vergleiche zog? - Ihr fiel das Märchen ei» von dem häßlichen jungen Entlein und dem stolzen Schwan, daß sie als Kind so gerne gelesen hatte. Sie kam sich' schwerfällig und unbeholfen vor. Lores Haltung, ihr Gang, ihre Bewegung, alles war so elegant; ihre Un- terhaltung so lebhaft und schlagfertig; es war ja gar "Echt anders möglich, als daß Joseph sofort den großen Unterschied zwischen ihr und Sore sah. Und sollte er es auch nicht wollen, er mußte sich doch für dies stolze Weib begeistern.

j „Merkwürdig, dies kleine Nest scheint es mir ange- -W Lü haben", toste Sore ün .fetteren Tone, während

Aus bat Zusammenstellung der Tageskosten für einen Mmm der Besatzung ergibt sich, daß sich die Kosten am höchsten für einen Amerikaner stellen. Rech­net man mit 150 Mark Durchschnittskosten für den Mmm und den Tag, so würde sich hieraus eine jähr- üchs Last non 54 750 Mark für eine» Entente- Soldaten im besetzten Gebiet ergeben. Daß dieser Zustand nicht andauern kann, sowohl im Interesse Deutschlands als auch der Entsntestaaten, liegt auf der Hand. Man wird also die Besatzung auf ein Min­destmaß verkleinern müssen, VA Milliarde Goldmark jährlich für Besatzungskosten zahlen und die Repara- 1 Ofr , m , .. tionssorderungen erfüllen, ist für Deutschland ein I ™ ätzten Punkt berührte der Kullusminffter sei-

Ding der Unmöglichkeit. Die Reparation allein über- I Gewährmann gegenüber die Frage des Standes

steigt unsere Kräfte, nmß Deutschland und ganz der Arbeiten für das neue Lesebuch. Vieles sei schon Mropa zwangsläufig zum Ruin treiben. Und anae- dieser Richtung hin getan worden. Unmöglich sichts dieser Tatsache, die von den nüchternen I *et C5' titDa ein politisches Normallefebuch zu Wirtschastspslitikern der ganzen Welt längst erkannt I 'd)aLr2i7‘ . Geschichtsbuch müsse so aufgezogen

ist, dis Summen, die Deutschland aufbringen kann, EE, daß Wert und das Werden des demokra.

für das unproduktive Dasein der Besatzung und die I Gedankens im Zusammenhang mit den Ereig- Rheinlondpolitik Frankreichs zu verschleudern, ist ein | ™a ^r französffchen ReoolMon bis zur Irrsinn. ' Gegenwart dargestellt würden. Von Lesebüchern

So hat statt zum Wiederaufbau der Welt und der I man zwei Arten schaffen, ein Volkslesebuch für

zerstörten Gebiete Verwendung zu finden, die am 31 | ”? -Publikum und insbesondere für die Lehrerschaft,

August von Deutschland bezahlle 1 Milliarde Gold- I v I!" „Handbuch für Geschichte" als Ä-mmaterial in

mark taffächlich nur zur Deckung der Se- | .6tN[e- Für das beste Volksbuch fei bereits ein

fatzungskosten dienen müssen. Die Erkenntnis I Preisausschreiben veranstaltet worden. Sie Anfor-i von der Unhaltbarkeit dieser Zustände scheint sich all- * ------- - -

mählrch auch in Ententekreiftn durchzusetzM. Aus England, wo man das Rechnen nicht verlernt hat, ka­men wiederholl Stimmen, die eine Einschränkung die- ,ser Ausg^en forderten. Auch in Italien ist man der

M^rmng. Die Mailänder „Stampa" vom 2L September kritisiert die hohen Besatzungskosten in EKr Form und wendet sich dagegen, daß man Dsutschland ständig wachsende Besatzungskosten aus- ihm die Zahlung der Reparation zu cr- leichtem. • 0

nicht aus. Bismarck stellt fest, daß Wilhelm II. meistens die negativen Eigenschaften seiner Vorfahren aufrveist. Don Friedrich I. habe er die „Prachtliebe" und die ^Neigung zu einem durch das Kostüm ge­hobenen 5-oszeremoniell" geerbt, von Friedrich Wft- helm I. die Vorliebe für „lange Kerls" mti> von diesem wie von seinem großm Sohne, „die Neigung zu ftlbst- herrlicher Leitung der Reg ierungLgeschaste und den Glauben an die Berechtigung des hoc volo, sic jubeo". An dem Erbe Friedrichs Wilhelm II. sei Wilhelm II. nach zwei Seiten hin „nicht unbeteiligt". Sie eine ist ,chie starke sexuelle Entwicklung", die andere „eine gewisse Empfänglichkeit für mystische Einfllisse". Achn- lichkellen mit dem schlichten .schweigsamen und nüch­ternen Friedrich Wilhelm III. findet Bismarck nicht. Mit Friedrich Wilhelm IV. „hat der regierende Kaiser die Gabe ter Beredsamkeit und das Bedürfnis gemein, sich ihrer öfter als geboten zu bedienen", wobei der Kanzler hiugufiigt, daß der Großoheim in der Wahl feiner Worte „vorsichtiger, vielleicht auch arbeiffamer und wissenschasllicher gewesen fti. Eigenschaften, die die Grundzüge in den Charakteren Friedrichs Wil- _ ____________

Helms III., Wilhelms I. und Friedrichs III. bilden, I Mit Recht! Aber wie viel« Denkmäler, auch in kathviffchen „treten bei dem jungen Herrn nicht in den Vorder- I Pfarreien, lassen das Herz kalt und trostlos, da sie rein gründ". Ein gewisses schüchbrrnes Mißtrauen in die I weltlicher Art sind imb jeglichen Hinweis auf Gott und eigene Lefftungsfähigkeit hat in der vierten Generation I Religion vermeiden, ein Zeichen des für herrschenden Zett- einem Maße von ztwersichllichem Selbstvertrauen Platz SC5 Te-K' ^»er Festprediger aus,

Ä LL-LÜ 88*s™ •*" «* S’NÄift.'S.'Ä'eSÄ ÄS f •0€rT , I bildes des hl. Erzengels Michael gäbe. Seine Worte

■ ” ' so faßt der Kanzler zusammen, I sind, wie man hört, auf fruchtbaren Boden gefallen. Und

„em Bild des letzigm Kaisers nach Abschluß meiner so steht zu hoffen, daß dieser Plan bald zur Ausführung

Bezichungen zu seinem Dienste zu machen suche, so I gelangt und deshalb auch die am bereits vorhandenen

finde ich in ihm Eigenschaften feiner Vorfahren in I Kapital noch fehlenden Gelder freudig gespendet werden,

einer Weise verkörpert, irte für meine Anhänglichksit I — Sonntag Nachmittag zogen wir in Prozession zur

eine starke Anziehungskraft haben würden, wenn kie I neu’?T Lourdesgrotte hin, die der Herr Bürger- Ären. --- & Ä Ä

Jattto außer tem Besitz des Gegenstandes roerag An- I bk feierliche Weihe vor. - Noch ein anderes Ereigiffsstr Ip^ch- °ber oochchen auf Gegenseitigkeitder I unserer Pfarrei verdient erwähnt zu werden. Der Hoch- Treue zwischen ihm und dem Lehnsherrn; Ver- j würdigste Herr Bischof weilte in unserer Mitte, letzunz derselben von der einen wie von der anderen I um die hl. Firmung zu spenden. Er hast« zu dieser Feier Seite heißt Felonie. Wilhelm I., sein Sohn und 1 gerade fernen Namenstag erwählt. Der Herr Pfarrer seine Vorfahren besaßen das entsprechende GeMl in I Mückwünsch« der ganzen Pfarrei

311 dauernde I 40 Jahre hier wirkt imb jetzt im Ruhestand ist, wegen

Trrebkrasi! m der menschlichen Sei^e Kaiser Wil- I seiner hohen Verdienste um die Kirche und die christliche Helm II. gegenüber habe ich mich des Eindrucks ein- I Erziehung der Kinder den Titel eines Kantors M ver- fettiger Liebe nicht erwehvM können; das Gefühl, tuet- I Wir alle freuen uns über die hohe Ehre, die ihm ches die festeste Grundlage der Verfassung des preußi- I geworden ist. Hand in Hand mit dem Seelsorger

scheu Heeres ist, das Gefühl, daß der Soldat den Offi- I er öie Kinder für die hl. Religion zu begeistern,

zier, aber auch der Offizier den Soldaten I ®.e,5 ttKIr 65 eme Freude für die Bischöfe, bei den Schuk-

niemals im Stiche äßt ein (^l ^m f^ungen zu sehen, welche KenntMe die Kinder mrter

WWeh.nl ^yl, welchem ferner Leitung in der hl. Religion gewonnen hatten! Stets

S" Sauber bis zur lieber» I verrichtete er als Küster alle DMiegenfeiten mst hl. Freude!

’n Auffassung des jungen | Heute noch ist er ein Muster und Vorbild für die ganze ffrerrn bisher nicht m dem Maße erkennbar; der An- I Pfarrei. Zmn Schlüsse dieser gnaden- und freudenreichen Ipruaj auf unbedmgte Hingebung, auf Vertrauen und I Woche rufen wir mrserm geliebten Obechirten zu: „Ad unerschütterliche Treue ist in ihm gesteigert, eine Nei- I Quitos annos!" Möge er noch viele Jahre den Hiritsnstab gung, dafür fttnerfeits Vertrauen und Sicherheit zu I bes Bonifatius führen Gott zur Ehr, zum Heil der gewähren, hat sich bisher nicht bestätigt. Die Leickti'a- ?an3en ?;o^1"c! Und unferm teuren Lehrer und Kan- feil, mit welcher er bewährt« Diener, auch solche die 0 r rufen wir em kräftiges Vivat!" zu er bis dchin als persönliche Freunde behandE' hat I sm ^sankfurt a. M. Dre Stadt Frankfurt a, ohne Klarstellung der Motive von sich scheidet, füttert SLSLS“ tn Ufin0en BeIeSene Molkerei zuw mcht, sondern schwächt den ©eift des Vertrauens wie | v

er feit Generationen in ten Dienern der Köniae von I n,- n Schmalkalden. Dre sechs hiesigen metallmdu- Preußen gewaüet hat. Mit ^n U^raE von F.rmen m denen gestreikt wurde, haben

hohenzollerschem Geiste auf koburg-engllsche AMaflun- cm", lasse«. Aus übrigen

gen geht einImponderablle nert^ S Thüringer Metall,

zu ersetzen fein wrrö." uwuyt» nstw 1 tndustrteller haben ihren Arbettern unter Einhaltung

1 der für dte emzelnen Betriebe geltenden KündiaungS. frtsten dte Entlassung zugestellt. Von der Ent- lassung werden insgesamt 40000 Arbeiter be- troffen.