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FuldaerZeitung

Amflicher Anzeiger für den kreis und die Sfabf Aulda.

' Nr. 225.

tietanitooruia) tüt Den t<oautontUen teil: Dr. I. Kramer, - für di» »rueigm: I. Parzeiiet-Fmoa. - DtetatieneDrud u. Lerta, der Fuldaer tkttenbrurferei ia Fulda. Tftntimtrtter Nr. M. Tflmr.-a&rtift: Fuldaer Zeitung

Freitag, 30. September 1921.

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Bejug»preis; Monat,ia> J.5J Nit. otjnr Bestellgeld. Post- - bezug 4,10 2Ut. Abgeholt 3.75 IRL -

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48. Zahrg.

Sie illtkmtilmlc Wrb-MWO.

Kommt rechtzeitig Hilfe?

Selbst denhirnmelblaueskn" Oplimistrn müfien jetzt die Aug-n aufgehen und sie muffen den Abgrund .erkennen, auf den mir unaufhaltsam zurollcn, wenn Nicht im letzten Augenblick Halt geboten wird. 130 M wurden beu.it, an der Berliner Börje für dcn Dollar bezahlt: das ist da» 30sache der Parität. 2n noch Nicht einem halben Lahr ist die Mark aus km inter­nationalen Markt um wehr als die Hälfte gesunken, hat der Wert de» Dollar» sich auf dm deutschen Märk­ten verdoppelt. Geht e» in diesem Tempo weiter, so rennen wi: in ganz kurzer Zeit in» Uferlose; schon ist der Augenblick in Sicht, in dem Deutschland aus dein gleichen Punkt angelangt ist wi« xtzt Oesterreich und Polen. Deutschlands Zusammenbruch aber würde ka­tastrophale Folgen für die ganze Weltwirtschaft nach sich ziehen. Nicht nur ganz Süd- und Osteuropa, desjen wirtschaftlich schwache Staaten von uns bedingungslos abhängig sind, wurden wir mit in den Strudel hinab- reitzen, sondern auch Frankreich und die oalutastarken Länder de» Kontinent», während England und Ame­rika den schwersten Erschütterungen ausgesetzt jein würden.

Schon jetzt haben diese oalutastarken Mächte außerordentlich unter dorn Tiefstand der deutschen Mark zu leiden, vuulchland ist trotz seiner Nuter- lage immer noch da, größte Industrieland des Kon- kinents, feine industrielle Produktion hat sich wieder ouigericht« und arbeitet mit ooLen Kräften. Je tiefer der Werl ter Mark sinkt, um jo tiefer werten sich die Preise der deutschen induftriellen Produkt« unter den Welima-.k-prets.il halten, die deutsche Industrie wird den Industrien England» und Amerikas immer stärker« Konkurrenz mach.il. Bei ihrer hohen Valuca tonnen diese Länder nicht mehr so billig exportieren wi« wir. Auch wenn unsere Fabrikanten Baluraaujschläg« von 100, 200 und 300 Prozent auf ihre Waren nehmen, so halten di.je sich immer noch unter tem Weltmarkt­preis und sind dann trotzdem noch da» verstärkt den Gegensatz noch mehr von allerbester Qualität, die auch beim Kampfe mit völlig gleichen Waffen dem Absatz der englischen und ameritamsch.n Protest« gz» ährllchr Konkurrenz machen mürite. Schon jetzt piitfci Lieft heitren großen 2ndustr»,m.ächte bas diut» cheDumping" aus da» schwerste. Sie finden keinen Absatz mehr für ihre Prooutte, ihre Läg.r füiten sich immer mehr, und die Arbeitslosigkeit hat in England und irr den Vereinigten Saaten gefährliche Formten angenommen. La, sie waren bereits gezwungen, so- g.nannte Anlidumpinggesetze zu erlassen, um zu ver­hindern, daß die deutsche Konkurrenz ihre inneren chcärtte überschwemmte. Aber wenn unf.re Mark ins Uferlose finkt, dann schützt auch kein Anlidumpinggesetz mehr

Noch Diel schlimmer wird Frankreich von unserem Zusammenbruch betroffen. Unaushaitsam folgt, wenn auch in gewissem Abstand, der Frank der Abwärtsbe­wegung ter dem scheu Mark. Frankreich, dessen ganze FilMnzwirlfchast aus der Hoffnung auf die teu.jchen Zahlungen ausgebaut ist, muß zusammenbrechen, wenn .Deutschland zahlungsunjähig wird und es selbst keinen arroeren Weg sucht, um sich zu stabilisieren. Ater nein, gerade Frankreich ist es, das uns immer näher dem Abgrund zujagen will und ganz vergißt, daß i» sich dabei selbst dem gähnenden Schlund nähert und von tem Gejagten, dessen Fesseln es f.ft in der Hand hält, mit in die Tiefe gerißen werden muß.

Der Zusammenbruch der deutschen Mark würde also eine Weiiwirlschaslskatastroph« schwerster Art nach snh ziehen. Nichl nur wir selbst, sond.rn die ganze Welt ha.' also das dringendste Interesse daran, das drohende Unheil zu verhindern. Nicht Konferenzen und ein paar Milliardenanleitzen, nicht phrasenrelche und inhallsbeere Dolkerbundsbeschlüsse können hier hel­fen, sondern nur die Tat. Es muß das Uebel an der Wurzel gepackt werden. Es müssen die wahnwitzigen finanziellen Lasten von uns genommen werden, die uns derJrirdensverlrag" oufg.büctet hat, Lasten, unter denen die stärksten Schultern zusammrnbrechen ULfjen. Zum mindesten müssen Mittel und Wege gesunden werden, um unsere Fessel zu lockern, uns r.l"e Atempause zu geben, damit wir uns we- wzstens fähig machm können, die Aufgaben zu leisten,

^nen man uns nicht entbinden will.

Ob dir notwendige Hilfe noch rechtzeitig kommt? ^«"6« erfreuliche Anzeichen liegen vor. Wichtig ist es, daß die Verbreiterung der deutschen

. p^rußjtch« Regierungskoalition gelingt, wodurch B harrlichkeit in die inneren und migcnpou.schen Zustände gebracht und der butsche Kredit gehooen wird. Erfreu.ich ist auch die Berel l- ® 111' 9 1 *. der industriellen Führer, tem Reiche r« notwendigsten Sachwerte für die He-

,L5 _r'ö 18 jur Verfügung zu stecken. Aus die Emloswig dieses Versprechens darf n.an doch wohl redjnen. Es scheint sch^-ß j^ wo» da» wichtigste ist, daß ter ungeteuerliche Sturz ter teutsch.n Vatu a auch im Ausland« einen heilsamen Schrek- k" und den Drang zur Hftft Z^ächst

Ijütte man dort aus den eifrigen Bemühungen ter Re- ^brung Wirlh -lkannt, daß Deutschland wirklich ten fluten Willen habe, die auigezwungenen D rpflichtun- »m zu erfüllen Au, dcn begleitenden und nachsolgen- den Ereignissen erkennt man nun, daß Deutschland auf bit Dauer das Verlangte nicht zu leisten vermag wenn nicht die Belastung m ihrer Form und ihren Umfang g-änber! wird. Churchill in England hat rj- erst ein« Dalulo-Konsermz vorgcschiagen und auf diese Anregung tonn», schon unser Wieterausbauminister in DUinchen sich tetufen. Letzt wird auch au» Nord­amerika gemeldet, daß tort Finanzleute fiter die Lesei.igung der europäischen Lalutaschwierigkeiten be­raten sollen.

Auf diesem Weg« fonvrt mehr unfc mehr ter rich. tigz Gedanke der wirtschaftspolitischen Ssliüari-

tät der Völker zum Durchbruch, und gerate da» liegt im Interesse des bedrängte« brutschen Sa ter- lanter. Die Hilfe ist freilich noch fern; aber es zeigt sich doch ein Hoffnungsstern, sodaß wir nicht schon zu verzagen brauchen. Vielleicht fintet unser guter Wille doch seinen Lohn.

Die Unterftützimgrak ion der deutschen Industrie.

Im Verlaufe der Schlußsitzung der Münchener Tagung de» ReichsverbandeS bet deuschen Industrie wurde eine Entschließung angenommen, derzn» folge Präsidium und Vorstand deS Verbandes der Reichsregierung folgendes erklären:

Die Industne ist zu Perbondlungen darüber bereit wie unter Ausnutzung teS Kredits, welchen sie int AuS'ande genießt, der ReichSregieiung Gold oder Devtfen zur Verfügung gestellt werden können. Die Vo auSietzung habet ist, daß die übrigen Kreise- der Winickaft, Landwirtschaft, Handel,Banken und Bankier» in gleichet Weise sich betätigen und daß unvetzüglich wirltame Maßnahmen durchgefübtt werden, die die jetzige Finaiizwit tschast, die den Kredit deS Reiches und bet privaten Wi'tschafl untergräbt, beseitigen. Der Reichskommisiar für den Wtederauf- bau v. Batocki bemerkt« im Verlaus der Verhand­lungen noch, die Sachleistungen müßten nach einheitlichen GesichtSpun ten im Sinne höchster Wirt­schaftlichkeit geordnet werden. Er berbreuete sich dann übet die üblen Erscke nungen der Ber'chwen» dungksucht und der übermäßigen «isländischen Beibiauchs und meinte, wir müßten im-ere Lebens« Haltung auf das bescheideneMaß bet Zeit vor etwa 40 Jahren zuruckschrauben.

3m Reichstaz

wird brüte, Pachtern ter gestrige Tag sitzungsfrei war, zu B ginn der Sitzung ter Reichskanzler eine Erklärung über Oderschlesien abgeben, hierauf erfolgt die Begründung ter beiden Anträge auf Aufhebung der Ausnahmeverord­nung durch die Kntragfteter, worauf ter Reichs­kanzler amrorten wird.

Wie da» ,.Bcrl. Trtgebl." Höri, wird von ter sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages ebenfalls ein Gesetzentwurf zum Schutze der Republik eingebracht teerten.

Die Regien ng.umbild ng. verschiedene Beurteilung der Aussichten. Ti« berliner Plättet berichten auStüörllch über Verhandlung >n, die zuizeit über die ReiierungSum« b.loung im Reich und in Preuß n geführt weiden. Es werden sogar schon neue Min.sterilsten bekinnt geg« den, o'.,ne baß irgendwelche greifbare Resulwie der Verhandlungen bisher erzielt sind. Tet AuS» gang bet Verhandlungen ist allem Anschein nach »och sehr ungewiß. Wählend da« ,BerI. Sägeblatt* über die Aussichien deS Zustandekommen» einer ei- roeiierten Koalition im Reiche und in Preußen opiimlsiisch urteilt, schreibt bet ,Berl. Lokalanzeiget*, naß nach bim Ergebnis der gestrigen Bepiechung ber Fiakiionen ber Tem eben Volk-Partei man inner­halb bet Partenn die F age bet Kabiuensneuhil. öung.en nicht lehr günstig betn teilt. Laut,Vo wäit«* >st man auch in maßgebenb.-n sozial de m okra­ll j ch e n Kreien auf u ui b bet gelingen Verhand­lungen uegenwäu g nicht sehr opl im rst rr ch. Am Sonntag weiden die Besprechungen bet Fraktions- fühtet bum Reichskanzler wieder ausgenommen werben.

Bit Katholischen Arbeiter für Wirth.

Der VetbandSauSschuß terkatholischenArbe teiotreine Westdeutschlanb» drahtet« dem Reichskanzler:

Di« auf der BerbandSauSschußsihuna versammelten Diözetan» und BezitiSpräftbeS, sowie jämtltdje Arbeiter- letrctäre de» WestSeutichen Verbände» bet rathotijchen ätbeiteruereine («beiden in Dankbarkeit Ihrer auf- opfernden Tätigkeit im CulUbtenfte Sie fprecten Ihnen im Namen bet «rbeite .Zentruinrwählcrjchaft vollstes Vertrauen au».

Rechts- und link?radikale Ziel» gemeinschasl.

3m Reichstag« find am Mittwoch die Anträge der Deutschnationalen und der Unab­hängigen ein-, gangen, in denen die Außer- kraftsetzung der Strorbnung de» Reichspräsidenten vom 29. August verlangt wird. Der Unabhängigen verlangen außerdem noch überflüssigerweise die Ausübung tes bayerischen Ausnahmezustandes durch die R:ichsregierung.

Diesen Antrag ter Unabhängigen nimmt ter mehr­heit-sozialistischeVorwärts" zum Anlaß, um ten Un­abhängigen nachzuweisen, daß gerate dieses Vorgehen - in diesem Ang Mick ihre Koalitioi«unfähigkeit be­wiese und damit ter Nachweis erbracht sei, daß di« Mehrhut-sozialtemokra'-i« mit tem Ziel unb 3m;cf tes Göriitzer Beschlusses auf tem rechten Wege sei. Wir haben schon ra.'ulid) daraus hingewiesen, daß c» d e r Mehrheitssozialdemokratie sicherlich Hane Arbeit kosten werde, überall draußen im Lande ohne vorherige agitalorifch« Vorbereitung sofoN völliges Verständnis für ihren D schluß zu fluten, zumal di« USPD die gcfchafsen« Lage ausnützen würde. Der vorwärts" sch int nunmehr nach dieser Richtung hin den Kamps gegen die Unabhängigen auszunehmen, wenn er sich abMvuhen sucht, an praktischen De/spse- i

len die Koalitionsunfähigkeit ter USPD, vorzuhasten.

Zum Antrag der Unabhängigm um Aufhebung ter Verordnung tes Reichspräsidenten bemerkt er folgen­des:Dieser Antrag ist prinzipiell wunderschön. Er zeigt ein unerschütterliches F,:sthaitcn in terformalen Temafralie" und eine starke Abneigung gegen jede Art noch so gelinderDiktatur". Taktisch ater steht die Sache so: würden die Deutschnationalen und die Unabhängigen mit ihrem Antrag auf Aufhebung ter Verordnung tes Reichspräsidenten durchdringen, so wäre das eine zerschmetternde Rieder- lage für die Demokratie und ein vollkom- mmer Sieg für die Reaktion. Das Kabinett Wirth läge in Scherben, dieFortsetzung seiner Politik durch eine nachfolgende Politik wäre unmöglich, inervolitisch und außerpolitisch würde ein Zuftarrd völliger Verwir­rung und Auflösung eintreten. Folge tes unabhängigen Antrages ist, daß die Rechte wieder Luft tekomrnt und daß sich die Deutsche Volkspartei im Reiche als H.'rr ter Situation fühlt."

So terVorwärts". Er hat nur zu recht. Die Unabhängigen besorgen mit ihrem tem Aaitationsbe- bürfnis en'fpruttgercen Antrag.' nur die Geschäfte ter radikalen Rechten, wofür diese dann wieder der links­radikalen Wühlarbeit bewußt oder unb'wußt Aoita- tionsstoff durch nationalistische Kundgebungen liefern.

preutzlscher Landtag.

Die SonnerstacHifcunfl brachte welt-rhin nur kleine Vorlagen. Neunzehn Antröze, bi« sich n- f die Befoldungsordnung b er Beamten unb Lehrer beziehen, wurden zunächst ohne Seirünbung unb Aussprache dem Ausschuß für 'Beamtenangelegen. heit-n überwiesen.

Sobann wirb bie Beratung bes Antrages auf För­derung ber Königsberger Universität fortgesetzt. Bedauert wurde der nationastftisch-antise. mltische Geist, der bie Köniasberger Universität beherr. sche. Frau Abg. wrenka (3tr.) prttestiert gegen ben Geist der Intoleranz, den die Universität auch gegen katholische Studierende zeige. Der Umrag wird schließlich dem fiaiwtaueschust überwiesen.

Cs folgen Anträge der Sozlaldemo''-nten und lin. abhönaiaen über die Vermebrung ber Milchoerforgung durch Anlegung von Viehweiden.

Da, Haus vertagt daraus die Weiterberatung auf Freitag. __,

Laßt uns ehrlich fein!

Eine kon'ervative Mahnung zur Selbstbesinnnng.

In einem Artikel über die polili'ch« Laa« schreibt Adam Röder in dem von thm b^rauSgeaebenen Süddeutschen Konierva iven Korreipondenz":

ES ist noch immer so, wie feit eineinhalb Jahren, der Deutsche betrachtet stet» noch den Deutschen als seinen Rein»; einer macht Den anderen für Da« deutsche Elend verantwortlich Der Dolchstotz von hinten, der Waffenstillstand von domp tine, Der SBcriatDer Frieden, baS llltü atum sind lonsche Handlungen einer auf Landesverrat gestellten Sefinnun r Mit bierct unge­heuren Bürte wird seit Jahren die Ceffentlicbfeit örr iitet. lii enn man noch otauben könnte, dieseAus. faffuna sei wirklich auf Ueberzeu ung gegründet, wäre das Gan,e vom sittlichen SianDpu' tt au8 zu crlra en Vlbcr e« kann keinen Zweifel untetlieaen, daß die Rührenden in diesen Lagern von der Un ri ch t i nkeit solcher Daritellunn vollständig überzeuat sind, dntz man sie aber benutzt, weil sie em allezeit begueme» unb durchschlagkräftiücS AgitalionSmiltel darstellt . . .

Wenn wir hier im ganzen Süden und Südwesten de» deutschen Vaterlandes über zwei Jahre Ian i Ta, und Nacht oft zwri. bis dreimal in den Keller fiü 1 ten mutzten, weil Fti geran riffe kamen und man erlebte da die Slimmun, der HauSbetvohner und derer, die von der Etratze bercinflürbteten, die Yin stau-brüche und Weink>ämpfe der Kinder und grauen, wie alles in Haus und Familie, in Etratze und Ccffentlidifeit nach Frieden schrie, nach dem Frieden um jeden Preis alle, aber auch alle standen auf diesem Standpunkt uns wie ich al» Gegner diese» Standpunkt» in mancher schweren Fliegern acht im Keller den heftigsten Angriffen der übrigen mrSgeseht war und man hält jetz da» Kreischen unb Toben unterer Hyvernationalen dagegen, jetzt, wo man wieder für viel Geld alle» haben kann, wo sich» bei Wein und Bier famo» zechen läßt unb Fleuch unb Weißbrot zu haben ist: da muß den ehr. liehen Menschen eine tte.se Verachtung vor dieser Gesellschaft erfüllen. Alle» rief nach Frieden, nach ,»rieten um jeden Prei». Wer e» ander» sa, t, ber-t. Und au» diesrr Stimmung heraus, au» der Stimrnun i eine» zermürbten, gequälten Volk» ist der Friede geschloffen werden. Wenn e» einen Dolchstoß von hinten gibt: dann ist e» die Unfähigkeit de» deutschen Volk», auf lanae Zeit hinaus ifnibebrun len u seelische Qualen ci trauen z« wollen. Da» tst oer eine Grund deS Zusammenbruch» und der andere; die U-bcrle en- beit de» Feindes. Wäre diese nicht verbanden gewesen, io hätte liubenborff nicht mit aller Krait zum Waffenitillslanb rebren t Ohne diesen Walsen- still st a n b wäre ber , anze Süden unb > anz Südwest- Beulf.bianb rou ben Entenietruppcn überschwemmt ivotoen unb die hätten dann in Baten, Hessen, W 'rttem. becg, Pfalz unb dem 9tjein and gezei t. wessen Haß unb Rache fähig sind. Ein beutscheS Reich gäbe es längst nicht mehr, aber auch im ganzen Westen bc» Reich» keine , eficherie Flur unb keine gesicherte Stabt. Unser Elenb ist wahrli.rt groß. Aber wie grotz wär e» eist, wenn wir ten sengenden uns brennenden Feind im Lande gehabt hätten Heute tun die Chauvinisten so. at» ob da« alle» nicht gekommen wäre. Do» eben wa.vt die Agitat on ter Extremisten zur scheußlichen und verhängnisvollen Lüge, dir um s» gemeiner ist, al« sie ab hoc gebraucht wirb, zu durchsichliaen Parteizwecken.

Aus dem besetzte^ Gebiet.

= 3»r Aushebung dee Sanktionen. Die in ber Rächt zum Samstag zur Durchführung kommende AufhedU'., der Sanktionen zeigt bereits ihre Auswirkung. An allen Zollstationcn wirb bereits mit dem Abbruch bezw. der Abrüstung begonnen.

* Das Alkohoiverbot für die Besahungsfoldaken. Das Diesbabener Militärgericht verurteilte den Schank, wirt Hoffmann au» Griesheim zu einer Geldstrafe von

1 1000 Mark ober 3 Monate Gefängnis, weil er einem marokkanischen Soldaten 1 Flafche Alkohol verkauft hau^

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Sept. Das Reichsgefdtzblakt ver­öffentlicht die neue Verordnung des Reichs­präsidenten zum Schutz tet Republik, die an die Stelle ter Verordnung vom 29. und 30. August tritt. Sie enlspricht im Inhalt ten mit ter bayerischen Re­gierung vereinbarten Abmachungen. Die (irrten^ trung tes bisherigen sächsischen G. sandten in Derliitz Dr. Koch zum teutfchen Gesandten in Prag ist erfolgt. Wie dir Blätter mckden, verneinte das K a m m e r*' gericht als RevisionLinstanz die Rechtsgültig, leit bes preußischen Gtfttzes über bk Zwangs» Pensionierung von Beamten, di« ein bestimm- te» Lebensalkr erreicht haben. f

* Tie Teuerungszuiuftäge für die Reichsbeamten. Nachdem vom Reichstage nunmehr genehmigten NachtragSdauShalt beträgt mit Wirkung vom 1. tliiguft 1921 der TeuerungSznschlag vom Grund­gehalt und zum O'tsftischlag für die planmäßigen Reichsbeamten: m der OktSklasse A 93/», Orttklasse. B 91/», Ortsklasse C 89 %, Or «klasse D 87 «/», E 85 % Vom gleichen Zeiipuukt ab erhalten zu ihrem bisherigen Tienfteinlommen nebst Teuerung-»' zufchlag die männlichen und weiblichen autzeiplan- mäßiaen ReichSbeamien einen Teuerungszujchlag. Der TeuernngSzuicblaa tu den Kinderzuichlä ren beträgt in ber Ortsklasse A 200 %, in den Oiteklasftn u. C. 175 % u. in den Ortsklassen D. u. E. 150 %.'

* Ter Präsident des hessiichen Landesbiidungs» amtes Knltucmmister Dr. Strecker, hak der demo»> krattschen Partei, der er fetn Vfansat verdankt,! nutgeieilt, dag er zur soztaldemokrattfchew Partei übergetreten sei. Damit verliert er lern Lanttagsmanbat, und bie demokratitch« Fiaktioit beidjleg, für die Dauer deS no h gültigen l>(anDate4 bt» z,m 27. November 1921 für die Stelle deS Präsidenten de» Laubesbildungsamtes, namentlich mit Rücklicht auf die Beratung der he fi chen Schul­novelle, einen Er atzniann zu besttmmeti. Dabei lommen die demotiatuchen Abgeordneten Retoer und Urftaöt in Frage.

Huslanö.

* (Ein selbständiges westungarn? DieVoss. Ztg.' meldet aus Vudapest, daß am Mittwoch die Aus­rufung tes selbständigen westungarischen Staates voll­zogen trorb n ist. Der unter Führung des früheren MinisterpräsiteMln Stephan Friedrich stehende Lan- tesDerteibigurrgsrat hat eine Proklamalion erlassen, terzufolge ter LanbeLverteidigungsrat das Ministerium über Westungarn übernimmt unb bas Land als held- ständig« Regierung verwalten wirb.

Heimat.

Fulda, 30. September 1921.

StadLversrdneten-versammlung.

Die gestrige Stadtverorbnetensitzung war außrr- ortenttich schwach besucht. Erst gegen halb 5 Uhr hat­ten sich nach unb nach 19 Mitg.ieter eingefunben, so­daß gerate bie B schlußsähigkeit erreicht war unb bie Sitzung eröffnet werben konnte. Die Tagesordnung, die nur 6 Punk.« umfaßte, war in kurzer Zeit er­ledigt; hnvorzuh.ben ist vor allem die Bewickissrng von 100 000 Jl zur Erstellung weilerer N o I w o h. n u n g e n. Es wurde dabei die interessante Msttei- lung gemocht, daß durch bie H" reich ung von solchen Notwohnungen g.genüb.r Neubauten bereits 10 Mill. Mark erspart worden seien. Die Beraiung über die Be­stimmungen für die Ausbildung von Beamten usw. wurde ausgesetzt und einer Kommission von 6 Mib» gliedern überwiesen. Einen sehr breiten Raum nah­men dann im Anschluß an eine Anfrage bes Sto. Ebert die Erörterungen über die W a s s e r k n a p p- heit ein. Nach ter Magistratserklärung ist das Al­tenfelder Projekt wegen zu hohen Kosten aussichtslos, dagegen haben die s.it 8 Tagen vorgenommenen Boh­rungen auf dem städt. QueUengebiet im Gichenbach bereits ein gewisses Ergebnis gezeitigt, fobaß mit einer erhöhten Wafkrzufuhr durch Anschluß der neuen Quel­len an die Leitung wohl gerechnet werten kann. Hof­fentlich verwirklicht sich diese Erwartung, damit bie Bewohner ter höher gelegenen Stadtteile endlich von tem fast uneritäglichen Wassermangel besveit werben. Einstiveileti aber sollten sich all« Einwohner eben mit Rücksicht auf bie Gesamtheit ter größten Sparsamkeit im Wasserverbrauch befleißigen. Sehr gründlich und im Ton wcht d. ui ich war bann auch bie Aus jprach« über bie Kartosfelversorgung. Es mürbe sehr energisch unb einhellig Einspruch erhoben gegen bie Ausfuhr von Kartoffeln aus tem Kreise unb bie Notwendigkeit eines Eingreifens ter städtischen Be­hörden betont Dies wurde sch.ießlich in einem einstimmig angenommenen Anträge ausgesprochen, der aus zwei geirenntrn Anträgen Stahl unb Mihm zusammengezogen war. Es ist bringend zu wünschen, baß bie Verhandlungen mit den Vertretern ber land­wirtschaftlichen unb sonstigen Organisationen nun zu dem gewünschten Ergebnis sühren, die Kartoffeloer- orgunifl für die Bevölkerung zu annchmbaren Preifen zu ermöglichen.

vnwefend sind unter dem Vorsitz tes Stadtverordnelen- varfteher» Simmer 20 Stabtncrorbnete. Dom Magi­strat sind erschienen 6tabtbauiat Eberlein und Stabt- rat Lau x.

llenberung der Orbnung bdr. Beffraerung tes her- bergsverfrags. In ter Sitzung vom 18. Aug. ist eint Herbergs, bezw. Fremdenfleuer befchlollen worden. Die­selbe ist von der Luffichlrbehörde infofern beanstandet worden, al» nach der Mujters»eue:l,tLvur2 dir in