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Fuldaer Heilung

Druck der Fuldaer Netieudrnckerei in Fulda

vom

über 1883 Der-

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«wähnte Brief s«t mehr <Ss Sahvesftist befindet, die Düte gerichtet, meinen Fall gerichtlicher Untersuchung mu- füchren, bmmt di« Unrichtigkeit der französischen Anschutdr» gung in öffentliche, Verhandlung festgestellt werde.

natiorrÄen Herrlichkeit übrig geblieben? Steht das arme Deutschland noch im Herbst vor einem drohenden Winter, oder steckt es schon in der schlimmsten Prüfung von Schnee und Eis? Wir wissen es nicht, aber wir hoffen doch, daß der Nordpol sich nicht bis an dm Main verschiebt, sondern ein neuer Frühling kommen wird. Daraufhin wollen wir mitarbeiten an der Be­stellung der politischen und sozialm Wecker, dmrrit sei­nerzeit neues Leben emporsprießen kann.

Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte."

Welke Blätter, klagt btr Nörgler. Freilich, aber die fallenden Dlätter dünyen das Erdreich, und hinter ihnen entwickeln sich frisch« Knospen.

Die Ernte, sagt er, sei vorbei; der Herbftwind wehe über die oben Stoppelfelder. Ach was freuen wir uns doch über dir Getreideernte, die wir in dm Scheunen habm, und vrrgeffen wir nicht auf die Kartoffelernte, die noch kommt (fttflimareife auch noch die Weinernte). Und bet Blick auf die Felder zeigt uns frffche Fur­chen, neue Aussaat, junges Grün eine vorläufige Visitenkarte des kommenden Frühlings.

Die Tage werden kürzer. Allerdings; darum sind sie auch nicht mehr so drückend schwill, und wenn die Nächte länger und kühler werden, so kann sich der Mensch mn so besser ausruhen und ausschlafen.

Allersgchm stehl vor der Tür mit seiner Hoffnung auf die Gemeinschaft der Heiligen, und dann kommt Weihnachten, das gemütlichste Fest des ganzen Jahres.

Rauhe Wind:? Natürlich winden uns die um die Nase wehen; aber sie sind nicht so ungesund, wie die Stickluft in den heißen Sommertagen. Solange wir noch etwas Warmes in den Magen bekommen und etwas Wärmendes um dm Lrtb anziehen können, bläst uns der Herbstwind nicht ins Grab.

Jede Jahreszeit hat ihr Schones und ihr Häßliches, ihr Süßes und ihr Bitteres, ihre Lust und ihr Leid. Es kommt nur darauf an, sie mit Geschick zu grmrßen.' Auch madige Pflaumen schmecken gut, wenn man das gesunde Stück von dem bedenklichen Archänsel abtrenn*.

Uralt ist der Vergleich der vier Jahreszeiten mit den vier Allursstufen des Menschen. Der Herbst fängt an, wenn der Mensch die Vollreife überschreitet. Die Grenzlinie ist nicht überall gleichmäßig. Man tonn den Abrahmns-Gämrtstag von 50 Jahren als Herbst­anfang rechnen, oder auch im allgemeinen von dem Schwiegervater- und Schwiegernmtter-Alb:r reden. Der unpolitische Onkel ist schon über den Herbst hinaus und in dm Winter seines Daseins gehrten. Er kann m;o als S-achverständiger bezeugen ,daß der Herbst des Lebens eine schöne Jahreszeit ist. Wenn man auch merkt, daß die Spamrkroft nachläßt, so freut man sich um so mehr über den restlichen Vorrat an Gesundheit und ArbeMähigkott. Was einem noch bleibt an Le-

warum fehlt die Staatsautoritat?

Eine der tiefsten Wurzeln der schleichenden Ohn­macht des neuen Volksstaates gegenüber den Aufgaben der Wiederaufrichtung ist d e r m a n g e l h a f t e D e r- ontwortlichkeitsfinn mancher großer Par- leien und deren Anhänger. Er bekundet sich am naiv­sten darin, daß das Reich und unter den Ländern z. B. Preußen nicht zu einer starken Regierung kom­men kann, welche von den eine große Mehrheit des Volkes umfassenden Parteien getragen wird. Die ge- fchäftsführende Regierung hat keine achtung. gebietende Mehrheit der Bürger hinter sich, muß bei jedem wichtigen Schritt vorerst bei den zur Aufbauarbeit sich bekennenden, aber draußen blei­benden Parteien tasten und fühlen, ob sie mittun, oft auch darum feilschen und handeln, unter welchen Be­dingungen sie mithin. Dabei tarnt es dieser oder jener Partei jeden Augenblick einfallen, der Regierung ein Sein zu stellen, falls das Parteiinteresse es als rötlich oder geboten erscheinen läßt.

Käme das m gleicher Weise bei den Leitern einer Aktiengesellschaft vor, so würden die Aktieninhaber ihre Vertreter bald baoonjagen. Don solcher Wirtschaft könnte sich keiner ein Gedeihen des Unternehmens ver­sprechen. Millionen deutscher Bürger finden es aber im Einverständnis mit ihren Parteihäuptern und Par- teiblättem in der Ordnung, als recht und billig, daß der Staat, der letzte und wichtigste Träger alles mitt» schaftlichen und kulturellen Wohles des deutschen Dol- kes ,in jener unverantwortlichen Weise von chren Ab­geordneten regiert wir. Mit dem Erfolge, daß keine . machtvolle Staatsautorität im Volke aufkommt, daß immer mehr Menschen im Lande sich in ihrem Ge­wissen nicht mehr gebunden erachten an die genaue Beobachtung der Gesetze und Verordnungen, an pflichtmäßiges Steuer­zahlen, an Opferbringen, an echte Gemeinschaftsarbeit. Ein cmderer Erfolg ist, daß der politisch« und wtri- schaftkiche Kredit des deutschen Volkes im Auslande sinkt, damit die Valuta schlecht bleibt, daß großzügige Handelsverbindungen nicht zustande kommen, daß manche fremde Regierungen uns alles mögliche glauben bieten zu dürfen.

Wie ist es dahin getommen? Warum lassen Mil­lionen deutsche Bürger das zu?

Seinen Staat kann einer so unverantwortlich nur dann behandeln, wenn er ihm als eingefleisch­ter Ichmensch gegenübersteht, dem nur seine liebe Persönlichkeit, seine liebgehegten parteipoMschen An- schauungen, sein Interessenvorteil ausschlaggebend sind; was nicht damst übereinstimmt, was ihm nicht behagi und nicht Befriedigung politischer MachtaelWe ver­spricht, das bekämpft er. Vielleicht sagt er das offen und ehrlich heraus, vielleicht verschanzt er sich hinter seiner Weltcmschauung, die ihm keine Mitarbeit ge­statte. In jedem Falle aber nehmen alle diese zum Staate die Siellimg ein des selbstherrlichen Einzelnen, der sich als Mittelpunkt der Welt, auch des Staates betrachtet, der sich nach feinem Kopfe und noch mehr noch feinen Interessen ein Parteiprogramm bildet und nun fragt, ob das jeweilige Verhalten der übrigen Parteien ihm als rätlicher erscheinen läßt, an der Staatsregierung als haftpflichtiger Gesellschafter mit« zuwirken, oder aber ob er und seine Partei besser ab» schneidet, wenn er sich draushält. In diesem Falle kann er die Verantwortung für unangenehme Ent­scheidungen ablehnen, ja die andern ob dieser an greifen und seine Partei den Wählern empfehlen. Später, wenn besseres politisches Wetter ist, kann man ja wieder mithin.

Solche eigensüchtige Haltung gegenüber dem Ge­meinwohle, das die Regierung zu verwalten hat, konnte sich nur einnisten, weil jahrhundertelang, die Vertreter des absoluten Fürstentums, bis zum Kriege die Vertreter des Obrigkeitsstaates, den Bürger zum Untertanen herabgedrückt hatten, der in die Staats- regierung nichts hineinzureden hatte. Man hielt ihm lange eine verfassungsmäßige Mitwirkung vor, und als man diese zugestehen mußte, hat man es planmäßig darauf angelegt, die Parteien gegeneinander auszu- fpielen, bald diese bald jene, jedoch nur auf Zeit her­anzuziehen, sie gar mit Sondervorteilen zu ködern. So hatte man stets uneinige und gefügige Volksvertre­tung, die nie zum starken Derantwortlichkestsgefühle kam. Statt darauf bedacht zu sein, eine starke und dauerhafte Mchrheit zu bilden, suchten viel zu viele Parteien einander den Rang in der Gunst der allmäch­tig gewordenen Regierung abzulaufen. , Die Wähler haben sich in solches uneigennützige Politikmachen ein« gelebt. Jetzt, da die Volksvertretung selbst regieren

vom 1. September 1906 (Amtsblatt S. 293) in vollem Umfang wieder in Straft, wonach die Dienstpflicht in der Pflichtfeuerwehr auf die Zeit vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 50. Lebensjahre festgesetzt ist. .

Vorstehende Bestimmung tritt mit dem Tage da Verkündigung in Straft. A. II. 7102/21.)

Staffel, den 11. August 1921.

Oer ^rfl«< t-ungspräfi6e«if. I. D. Lewald. Wird veröffentlicht.

Fulda, den 12. September 1921.

Der Landrat. 3. D.: Schuster.

Jti 2(3.

Freitag, 16. September 1921.

Amtliche Anzeigen.

Polizeiverordnung, betreffenb Mederaufhebung der Polizeiverordnung 20. Dezember 1915 (Amtsblatt S. 443).

Vermischtes.

* Strafverfahren gegen ei An Oberbürgermeister Die Hörder Stadtouordncten-Dersmnmlung be­schloß, gegen den Oberbürgermeister Schmidt und der Beigeordneten Siadtbaurat Wehbacher die Einleitung eines Strafverfahrens itnö eines Disziplinarverfahren- zu beantragen und die beiden Beschuldigten für den der StM zugefügten Schaden regreßpflichtig zu machen. Ferner wurde beschlcssen, für die Stadt Hörber eine kommissarische Verwaltung emzusetzen. Den Oberbürgermeister Schmidt und dem Baurat Wehbacher werden 49 teils strafbare Handlungen zur Last gelegt, die bis auf das Jahr 1917 zuruckreichen und durch die die StM Hörde nicht unerheblich ge­schädigt worden fft.

* Bestrafte wafsenschiebungen. Die Essener Strafkammer oemrteiste nach dreitägiger Verhandlung den Major Rudolf Klos aus Buer, der in feiner Eigenschaft als Kommandeur der Schupo versucht hatte, Waffen bet Schrpo gegen Entgelt von 44 000 Mk. zu verschieben, wegen Unterschlagung urtb Vergehen gegen das Entwaffnungsgesetz zueinemIahrGe- f ä n g n i s und 3000 Mk. Geldstrafe.

* klaute im Hungerstreik. Der bisherig: Letter des im Konkurs befindlichen Klaniekonzerns, Max Klaute, ist in der Untersuchungshaft in den Hunger­streik getreten, in dem er beharrt. Falls der Fest- gertommene, ta inzwischen einen erneuten Haftent­lassungsantrag gestellt hat, westerhin die Nahrungscms- nahme nermeigert, wird erwogen, ihn in bas Lazarett des UntersuchungsgefänWisies zu überführen, wo er dann zwangsweise ernährst ftjürti?.

Israelitischer Gottesdienst.

Samstag, 17. September. Vorabendgottesdienst 6,00 morgens 7,30, nachm. 4,30, Sabbathausgang 7,20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6,10, nachm. 6,0h, abends 7,10 Uhr.

Anerkennung kathol. Gelehrtenarbeit.

Seit mehreren Jahren unterhält dos Denediktiner- kloster Beuron auf eigene Kosten ein Palimpsesten­institut. Durch eine sinnreiche Anwendung ultra­violetter Strahlen ist es dem Senebiftirrerpcter Kögel gelungen, die ausraibierte Schrift alter Pergamente wie­der lesbar zu machen. Aus Mangel an Schreibmaterial radierte man nämlich die Schrift älterer Pergamente, die man vielleicht in mehrfacher Abschrift besaß, aus, glättete die Fläche und schrieb andere Werke darauf. Manche der so rabterten Werke sind mit der Zeit ganz verschwunden. Die GelehrtenwÄt ist dankbar für je­den neuen Fund. Bruchstücke hebräischer und lateini­scher Bibelhandschriften aus dem 7. Jahrhundert, aus dem römischen Recht, Rechtsakten aus dem Orient und Occident, altere geographische Beschreibungen, Dichtun­gen aus dem Altertum und Mittelalter sind unter dem Lichte der ultravioletten Strahlen für die staunende Gelehrtenwelt wieder sichtbar geworden und geben ihr täglich Stoff zu neuen Forschungen.

Das badilche Ministerium ist aüf die Ar­beiten des gelehrten DenÄiktinermönches aufmerksam geworden und hat demselben diu Stelle eines Professors für Photochemie an der Technischen Hochschule in Karlsruhe an« geboten. Inzwischen sind die Arbeiten auch dem preußischen Kultusministerium bekannt geworden. Auch dort hak man erkannt, daß die Erfindung geeignet sei, Deutschlands Ruf als der Nation der Forscher aufs Neue zu begründen und die Brücke der Versöhnung zwischen den Völkern wenigstens auf dem wissenschaft- lichen Gebiete zu schlagen. Man ist geneigt, die Ar- beiten zu fördern oder auch den gelehrten Forschern für ein preußisches gelehrtes Institut zu gewinnen.

und schwere, oft unangenehme Verantwortung tragen muß, zeigt sich, daß jene Parteien nicht das Pflicht- und Derantworttichkettsgefichl aufbringen, um Staatspolitik, nicht bloß ParteipolM zu machen.

Das kann erst dann bester werben, wenn die Bür­ger den Staat nicht mehr als willkürliche Interesten- gememschast betrachten, in der man ein Geschäft für den eigenen Nutzen, möglichst auf Kosten der andern macht, in der man sich auch drücken kann; wenn man vielmehr im Staate den Leib der Dolkssamilie eMckt, in die man nach dem Wllen des Schicksals hinemgeboren ist, der man in allen gemeinnützigen Mrgen mit Leib und Leben als einer von Gott ge­wollten Lebensgernemschoft verhaftet ist. Einer Le­bensgemeinschaft, heiße sie Familie, Berufs­stand, Gemeinde oder Staat, schuldet man im Gegensätze zu willkürlichen Intereffenorgamsationen Treue, Opferbereitschaft, Verantwort­lich k e i t s - und Pflichtgefühl. Solange die Mchrheit der deutschen Bürger in den Parteien diese UeberzeuWng nichi zur Gelttmg bringt, bringt es der neue Volksstaat nicht zu einer starken Hauerhasten Re­gierung und zu einer starken Autorität.

Auf Grund der §§ 137 und 139 des Gesetzes bie allgemeine Lcmdesoerwaltung vom 30. Lull (Gesetzsammlung S. 195) der §§ 6, 12 und 13 der ordnung über die Polizeiverwaltung in den neu erwor- denen Landesteilen vom 20. September 1867 (Gesetz- sammlung S. 1529) sowie des Gesetzes betreffend die Befugnis der Polizeibehörden zum Ereile von Polizei. Verordnungen über die Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Bränden vom 21. Dezember 1904 (Gesetzsammlung S. 291) wird mit Zustimmung des Bezirksausschusses folgende Polizeiverordnung erlösten:

'§ 1. Die Polizeiverordnung vom 20. Dezember 1915 (Amtsblatt S. 443) betr. Abänderung der Polizeiverord­nung über die Regelung des Feuerlöschwesens vom 1. September 1906 (Amtsblatt S. 293) wird aufgehoben. Gleichzeitig treten die Bestimmungen des § 2 der Poli. zeiverordnung über die Regelung des Feuerlöschwesens

Blumenfrevel in den Alpen. In einer öster­reichischen Zeitung schreibt der Hüttenwirt auf der hohen Mandling, Herr Hartberger:Noch nie sind so viele gewerbsmäßige Blumenpflücker in unsere Berge gekommen, wie heuer. Selbst an den entlegensten Stellen wird alles ausgerottet und au5» gestochen. Jeder Wanderer war früher entzückt über die herrliche Alpenflora. Heute findet man manche Blumen nur mehr vereinzelt ober gar nicht. Die Blumensammler kommen mit großen Körben. Ein Sammler sticht im Tage 56000 Blumen aus. Wenn es so fort geht, ist in einigen Jahren über­haupt keine Alpenblume mehr zu finden. Es wäre höchste Zeit, Abhilfe zu schaffen. Denn Tausende von Städtern wandern in die Natur und freuen sich ihrer, und wie viel schöner ist sie, wenn ihr die Blumen gelassen werden, die sie hervorbringt. WaS hier gesagt wurde, ist ebenso richtig als bedauerlich. Ueberall in den Bergen kann man sehen, welche Unmassen von Blumen, oft mit der Wurzel aus- gerissen, an Sonn- und Feiertagen von den Berg- besnchern ans Tälern und Höhen zu den nach den Städten abgehenden Abendzügen herausgeschleppt werden. Hierzu kommt noch der Schaden, der den Eigentümern durch Zusammentreten der Kulturen erwächst, denn darauf wird selten Rücksicht genom­men. Wie in allen Belangen, macht sich auch hier ein rücksichtsloser Egoismus, eine souveräne Ber- achtung aller gesetzlichen Vorschriften und Sitten» geböte geltend, eine unselige Verwilderung gewisser Gesellschaftsklassen. Mit Recht sagt Dr. Franz Glaß- ner in denBlättern für Naturkunde und Natur­schutz": Da wird die Zukunftsschule ein hartes Stück Arbeit haben, aber nur durch unermüdliche erzieh­lich« Tätigkeit läßt sich hier Wandel schaffen, kos

Aus dem Nachbargebiet.

fpd. Franksurt a. M. Zur Deckung der durch die Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiteclöhne erforderlichen 90 Millionen Mark Plant der Magi­strat eine wesentliche Erhöhung der Stra- ßenbahntarife die nach den vorliegenden Plänen eine jährliche Mehrernnahme von 41 Millionen Mark bringen sollen. Das Bezugsrecht für Wochenkarten wird ausgedehnt bis zu einem Jahreseinkommen von 24 000 Mark, bisher 15 000 Mark. Falls die Kohlenpreise weiter steigen, ist mit einer nochmaligen Erhöhung 6er Tarife zu rechnen.

fpd Aranksurl a. IN. Die Postreklame, so unschön sie oft fein mag, bringt der Postverwaltung eine er» kleckliche Summe Geldes ein, zumal sie kaufmännisch und unter Umgehung des Unternehmertums gchand- habt wird. Wie wir hören, vereinnahmte man im Bereich der Stadt Frankfurt für die Ver­mietung von posteigenen Flächen zu Reklamezwecken bisher nahezu zwei Millionen Mark. Dabei sind die Sätze, die die Postverwaltung fordert, als Ver­hältnis niedrig zu bezeichne.

(fpd) Tom Main. Auf der Heimkehr von der Kirmes blies frühmorgens um 4 Uhr em Musiker in dem Orte Sasig auf seiner Trompete ein Lied, das von Mitgliedern der ©affiger Feuerwehr als ein Brandsignal angesehen wurde. Der atme Mu­sikus wurde wegen groben Unfugs in eine Geldstrafe von 30 «M. genommen, gegen die er Einspruch erhob. Das Schöffengericht Andernach als DeruftmgsinstaiN nahm eine umfanor' Z: Beweiserhebung auf und stellte fest, daß der DiePostimW albe" gespielt hatte, was, . n Urteil hieß, bei einiger Aufmerksambttt von Brondfignal sehr gut zu unterscheiden gewesen wäre. Außerdem wurde die Zett frühmorgens um 4 Uhr als wirkliche Morgenzeit und nicht nachtschlafende Zett, wie der Strafzettel an­gegeben hatte, gerichtlich bekundet. Der Musikus wurde kostenlos freigesprochen und spielte vor dem Gerichts- gebäudr $u aller, auch der Herren aus Faffig, Freude, dankerfüllten HerzensDie Poft kn Walde".

(fpd) Höchst o. 21L Unvermutet wurden in den letz­ten Tagen in den verschiedenen Zügen Paß re Vi­sionen oorgenommen. Dabei wurde eine größere Zahl von Fahrgasten betroffen, die nicht im Besitz von Ausweisen warm. Die vergeßlichem Leute mußten entweder die Strafe sofort bezahlen oder wurden sar gerichtlichen Verurteilung notiert. . Das Mainzer Mili- tärpolizergericht verurteilte die Sünder zu Gelbsten- f e n von 50 bis 300 Mark.

(fpb) Mainz. Din Stadtverordnetenversammlung bewilligte zur Vertilgung der Ratten und M ä u s e, die in erschreckender Weise überhand nehmen und sich namentlich im Stadtteil Kastel zu einer wahren Plage auswachsen,, eine vorläufige Summe von 100 000 Mark.

fpd. Mainz. In Rhein Hessen treibt fett einiger Zeit eine Etnbrecherbande ihr Unwesen, die er namentlich auf die Erlangung von Gold- und Silberwaren abgesehen hat. In Ockenheim wurden auS einem Hause am hellen Vormittag neben 4000 Mark Bargeld, sämtliche erreichbaren Wertsachen und Lebensmittel gestohlen. Als Täter kommen 2 etwa 20 Jahre alte Personen in Frage. Ferner wurden in HeideSheim auch während der Bormittags- stunden durch WohnungSeinbruch Schmucksachen von bettMtlidjem Werte und Bargeld gestohlen.

(fpd) Darmstadl. Das ehemalige Palais Isenburg, in prachtvollster Lage am Fuße der Ludwigshöhe gelegen, wird in den größeren Zeitungen des 6aargebiets zum Verkauf ausgeschrieben. Der heutige Wert des gesamten Grund- ftücks betrügt mindestens 910 Millionen Mark. Wie die Anzeigen besagen, erfolgt der Verkauf infolge be­sonderer Umstände west unter dem heutigen Marktwert.

(fpd) Würzburg. Der Drauereibefitzer Konrad Oechsner von Ddjfenfurt hatte von der Heeresverwertungrstelle ein Automobil für 5500 Mark gekauft und nach kurz« Zett für 75 000 Mark wieder veräußert Allerdings hatte die Reparatur etwa 24 000 Mark getoftet. Weil er die Umsatz, steuer nicht entrichtet, belegte ihn das Finanz- amt mit 42 000 Mark G-ldstrafe. Auf feine Berufung hm wurde Oechsner von der hiesigen Strafkammer nunmehr zu 50 000 Mark ©elbftrafe oder 2 Jahren Gefängnis und in die erheblichen Kosten verurteilt.

bensmut und Schaffenskräst^Hnießt man um fo behaglicher, weil der Sturm und Drang nachgelassen hab, eine gewisse Ruhr und Abgeklärtheit eingetreten ist. Man gewöhnt sich das Springen und Laufen ab, geht aber noch zielbeumßt mit gemefsenien Schritten und erhobenen Hauptes den richtigen Weg weiter. Man ist MMch und dankbar, wenn man etwas einernten kann als Frucht bet bisherigen Lebensarbeit, und man freut sich noch mehr, wmn matt noch pflügen und eggen und aussäen kann für die künftige Ernte; den der ge­sunde Alt.' denkt noch und sorgt noch über fein eigenes Grab hinaus für seine Angehörigen und für die ganze nachrückende Generation. Bei richtiger Entwicklung mtttz in dem reiferen Alter der Sinn für das Gemein­wohl fteigen, da die selbstsüchtigen Leidenschaften nach­gelassenbaten. In seinen Trieb- und Kraftjahren glaubt mancher, er könne die Welt seinen Lüstcn und Launen dienstbar machen. Später hört JAefes Ueber- schäumen des Egoismus auf; aus dem gävrnden Most wird ein ruhiger Wein. Der ausgereifte Mensch paßt sich dm Verhältnissen an; er fiiA sich als nütz­liches ©lieb hinein in die kleine und in die große Welt, die ihn umgibt. Daher das Lob der Erfahrungsweis­heit. Die besten Staatsmänner und die tüchtigsten Volksführer stnhen im Herbst ihres Erdenlebens. W-ttl alsdann die Sterblichkctt schon zunimmt, tarnt sich das erschütternde Schauspiel des Reihensterbens unter den hervorragenden Männern ergeben. Dann müssen die llcberlebenben in die Bresche springen, wenn ihnen selbst auch schon die Haare weiß geworden sind. Jeder tut, was er tonn, solange er noch Kraft im Kopfe und in dm Händen hoi.

Wie es im Winter des Lebens geht, wenn die Kräfte versäum und nicht viel mehr übrig bleibt, als ein Greis, der sich nicht zu Helsen weiß, darüber wol­len wir heute nicht weiter reden, da das Thema aüf den Herbst gestellt ist. Die Stimmung von Allerseelen ist nicht za vermeiden; wir wiftrn ja alle, daß einmal der Tag kommt, wo wir nicht zu>m Friedhof gehen, sondern dahin getragen werden. Bereit fein ist alles!

Inzwischm ober güt es, zu wirken und zu schaffen ncnh besten Kräften. Auch für das Vaterland, das unter dem Zeichen der welken Blätter und der rauhen Stürme steht. Wie weit liegt der deutsche Frühling zurück? Was ist von dem Sommer Mei«

Unpolitische Zeitläuse.

Von Fritz Nienkemper.

Berlin, 14. September 1921.

Wetterumschlagl Aus der sonnigen Schwüle in die feuchte Kühle ' Die gelebten Laubfrösche sagen, diese Revolution in tat Wolken werde Bestand haben, der Sommer sei aus und der Herbst sei da. Mag schon sein; denn nächste Woche steht auch in allen Kalendern geschrieben: Herbstanfang.

Bier Temperament»- und vier Jahreszeiten! Die lassen sich in die Reihe stellen. Sm Frühling sind wir sanguinisch gestimmt, hoffnungsftlig und wagemutig; im Sommer cholerisch, aufgeregt und anspruchsvoll; im Herbst melancholisch wegen der Vergänglichkeit aller irdischen Herrlichkeit; im Winter phlegmatisch hinter dem wärmenden Ofen und in den wolligen Jacken.

Alft müßten wir jetzt ein wehmütiges Gesicht auf- fttzen. Nun gut, Wehmut ist ein Gemisch von Leid und Lust. Aehnlich der List, die uns umgibt; die ist nämlich eine Mischung von drückendem Stickstoff und anregendem Sauerstoff. Wenn in unserer Stimmung der Schmerz um etwas Verlorenes das lieber geroidji hat, so wirkt der Gram zerrüttend, lähmend. Wenn ata wieder Hrfimmg im Herzen und Tatkraft in den Händen sich regt, so wirkt die Wehmut wie eine richtig gesalzene Suppe

Alles auf Eiden hat seine zwei Seiten. Was wir Glück nennen,&t uns gewöhnlich zuerst seine glän- zendeVorderseüe sehen: aber die bedenkliche Rückseite kommt nachher zum Vorsc^in. Das Unglück dagegen zeigt uns fein schreckliches Gesicht, ober wenn es über­standen ist, 'o verliert der Rückblick an Schrecken und Grausen, und zwar um fo mehr, je weiter die Entfer­nung wird. Der Mensch findet sich ab mit dem, was ihm beschiedm worden ist, und dmfe Geschmeidigkeit ist keine Schwäche des Charakters, sondern eine Tugend. Denn sonst kämen wir aus dem Dammern und Mur­ren unser Leben lang nicht heraus. Die Menschen sind doch nicht dazu geschaffen, daß sie auf Erden sich nur als heulende Derwische aufspielen.

Vom Herbst kann man dasselbe sagen, wie von te» meisten berühmten Männern: »Bau der Parteien

Zranzöfische Justiz.

Gras Mae Montgelas ersucht um Veröffentlichung und tunlichste Verbreitung nachstehender Erklärung:

Nach Zeitungsnachrichten beabsichtigt dir französische Regierung ein kriegsgerichtliches Derfahren gegen mich wegen angeblicher Vorgänge, bie sich am 20. August 1914 in Nomony (m Lothringen) abgespielt haben sollen. Ich habe schon vor anderthaW Jahren, un­mittelbar noch Bstonntwerden der lächerlichen Ütusftefe« rungslffte, öffentlich erklärt, daß weder ich selbst noch irgendwelche Truppen meines Befehlsbereichs jemals in Nomeny oder in der Nähe dieses Ortes gewesen sind, weder mn 20. August 1914 noch vor­her. noch später. Auf diesen Protest hm hat mir «i« Offizier der damaligen achten bayerischen JnsanterredriMbe, die im Frieden zu meiner Division gehörte, bei der Mo- bÄmwchung jedoch zur Kriegsbefetzung der Festung Metz übertrat, brieflich mstgeteilt, er sei noch dem Gefecht von Nomeny in sranMische Gefangenschaft geraten. Durch Be- drvhungm und Mißhandlungen genötigt, den Sternen sei­nes Divisionskommandeurs anzugeben, habe er, um die deutsche TnuppenÄntMmg nicht zu verraten, mich <Ss solchen bezeichnet. Die französischen Dehövden halben also im unverantwortlich leichtfertiger Weise, lediglich auf Grund einer durch völkerrechtswidrigen Awang erpreßten Gesangmenaussage, eine entehrende Anklage öffentlich verbreitet. Zudem muß es doch inzwischen dem stanzöstschen Geuerwlsiäb gelungen sein, die jedermann zu- gängtoje deutsche Kriegsgliedevung vom August 1914 fest- zustellen, sodaß nicht nur Leichtfertigkeit, sondern absicht­liche Verleumdung wider besseres Wissen vorliegt. Ich habe nunmehr zum dritten Male an das Reichsgericht in Leipzig, in desien Händen sich der oben

Markte.

Ä Marburg. Auf dem Herb st- Pferdemarkt, der äußerst zahlreichen Besuch auswres, standen etwa 270 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Dezchlt wurden für abgeMnte Pferde 47000 M, für bessere Pferde 15 bis 22 000 M unb für Fohlen 58000 M. Der Handel ging flott. ______________

Gottesdienftsrdmmg.

(Samstag, 17. Sept. Frauenberg. Fest d. Wund, male d. hl. Vaters Franziskus. (Ablaßtag für alle Gläubigen.) 8 Levitenamt m. sakram. Segen. General, absolution für dre Terziaren. (Heute Beginn der 12 Samstage zu Ehren der unbefleckten Empfangnrs Mariä mit jedesmaligem vollk. Ablatz unter den ge, wohnlichen Bedingungen nebst einer kurzen Andacht zur unbefleckten Gottesmutter.)