Fuldaer Heilung
Druck der Fuldaer Aetteudrnckerei in F«kd«
Dienstag, 18. September ISA.
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treffen des Zuges abgesperrt.) Daselbst
1. Maslkvortrag: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre"
L Festchor: „Der Herr ist mein Hirt" (Bi. 23.)
3. Ansprache des Vorsitzenden desKatholikenkomitees^ienn Amisgerichlsral Rhiel.
4. Mannerchor: Abschiedsgruß (Sedicbt von 3t Atzertj
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darzubringen.
Aufstellung de» Zuges in der Dalberg» straße (Spitze: Feuerwehr nach der Petersberger» straße) um 7.30 Uhr abends. Abmarsch pünktl. 8 Uhr über Peterstor, Buttermarkt, Marklstraße, Friedrichstraße, Kastanienallee, Wilhelmstraße, Kron» hosstraße, durch das Schultor vor das Priesterseminar. (Der Platz vor dem Seminar wird bis zum Ein-
machen." Mit strenger Miene zog er den interessanten Dries aus seiner Tasche und legte ihn auf den Tisch.
Peter machte ein gar wichtiges Gesicht, und um e» noch wichtiger zu machen, sprach er jetzt hochdeutsch.
»Herrn Joseph Berger," buchstabierten die neugierigen Bauern langsam.
„Sakra! ich mgcht' nur wisfln, was da drinna steht", meinte der Weberjörg und betrachtete sich den Gegen, stand der allgemeinen Neugierde von allen Seiten.
Sofort nahm der pflichttreue Postpeter den Brief wieder an sich. Die Dörfler bekamen ordentllch Respekt vor der Amtswürde Peters, als er nun gar auf die Rück- feite des Schreibens mit steifen, schweren Schriftzügen hinschrieb: „Gruß erlaubt sich der Postpeter."
„Peter schreib' uns a an schön Gruß no und er »soll recht bald komma, der Joseph," bat man jetzt den pflichtgetreuen Postbeamten. Nach kurzem Ueberlegen erlaubte es der Peter, daß jeder seinen Namen auf die Rückseite des Kuverts, direkt unter Peter feinem Namen fetzte. Das beanspruchte eine lange Zeit bis da jeder seinen Namen geschrieben hatte. Das Kuvert war ganz voll von kritzlichen Schriftzeichen und Tintenflecken. Oben darüber hatte der Webermichel noch geschrieben: „Komm' so bald wie möglich, lieber Freund," und unten hin schrieb ein anderer großer Geist als Schlußsatz: „Des G'späßle kost a Fäßle." Dann fuhr Peter mit dem bedeutungsvollen Schriftstück davon. Schon zogen die Pferde an, da schrie der wißbegierige Maurershei- ner aus Leibeskräften nochmal ein energisches „Oeho! Ocha! Halt!" so laut und energisch, daß die Postpferde, die an Altersehrwürdigkeit mit der Postkutsche wett, eiferten, sofort zitternd stille standen.
„Don Kometen hast's uns net erzählt, Peter."
„Das erzähl' ich auf'n Sunntag dann, da lohnt stch's mehr der Müh, an mehr Leut beisamm'." rief der gelehrte Mann stolz von seinem hohen Docksitz herunter und fuhr davon.
Wenige Tage nachher brachte der Postbote zwei Karten vom Flickschuster-Joseph ins Dorf. Die eine gehörte der Stammtischgesellschaft im Ochsenwirtshaus, die an- bete war für seine Mutter. Huf beiden teilte et feine Ankunft für die nächste» Tage mit
Unter der Stammtischgesellschaft wurde die Nachricht mit Begeisterung aufgenommeu. Das ganze Dörfchen hatte in kurzer Zeit Kenntnis von dem bevorstehenden Besuch. Der Postpeter hatte es mit seinen Freunden ta hochherziger Weise verabredet, daß er, falls der Jo. seph mit dem Omnibus käme, schon weit draußen vor dem Dorfe, schon beim Hüteanger recht laut und anhaltend fein Tratiriti als erstes Signal ertönen läßt. So oft während der nächsten Tage die alte Turmuhr die vierte Nachmittagsstunde verkündete — das war die Zeit, wo der Omnibus durchs Dorf rollte — horchten viele auf das bekannte Tratiriti, und wenn man dann die Räder der Postkutsche bereits rollen hörte und das Posthorn schwieg noch immer still, dann zog eine große Enttäuschung durch manch' bierseliges Herz, das schon seit Tagen feinen Durst für das in Aussicht stehende Freibier sparte.
Im Flickschusterhäuschen hatte man mit Hilfe Ma. riannens allez zum Empfang gerichtet. Joseph hatte an seine Mutter ganz ausdrücklich geschrieben, daß er beim Peter drüben in seinem Geburtshäuschen wohnen wolle. Während sich Seppele und Heinele, die hoffnungsvollen Sprößlinge und Stammhalter der Flickschusterfamilie, königlich auf bie Ankunft des Onkels freuten, dachte ihre Mutter mit angstvollen Gefühlen an den Besuch des noblen Herrn Schwagers. So oft sie Räder raffeln hörte, zuckte sie erbleichend zusammen. Die abenteuerlichsten Fluchtgedanken durchkreuzten dann blitzschnell ihr Gehirn.
„0 lieb'» Himmala! Peter, er werd doch net bei uns eß'n a. Was sollt ich denn da koch'n, daß ihm chmeckt? Ich tann nix wie Griesbrei und a Sauerkraut und Werscht," klagte sie schmerzlich ihrem Mann.
„Da kochst ganz einfach wie auf der Kerwa", be. nihigte Peter seine ängstliche Gattin.
„Grad wie auf der Kerwa!" Langsam sprach sie die inhaltsschweren Worte nach. Seppele und Heinele wurde die Freude recht getrübt durch die täglichen ungewohnten Waschungen am Brunnen Mehrmals des Tages wurden die Großmutter und Marianne durch ihre gellenden Weherufe erschreckt. Wenn dann beide m d-s Fenster eilten, um bie Ursache de- lauten
seichen auch der bisherige SchatzmMer Herr Detagtas- bescher Hartrath-Trier, der nunmehr mit DonuaMriar Leicht» Bamberg zusammen ftetfoerfretenber Vorsitzender ist Eine herzliche Ermutigung gab zu diesem yxnt) allen Opferenffchlüsfen tat Dienst« der Docksvsremstache das tranige Wort, das der 2. Präsident der Kacholkkem- Versammlung Graf Henkel-Domrersmemk der volkso«. emssoche widmete, und schließlich, wie em feierlicher krS- nenbar Abschluß des Garyen, das wahrhaft roarmherzige und ermutigende Bischosswort des H. H. Wfthofs Dr. KWan von Limburg.
Dem nunmehrigen 1. Präsidenten Herrn Geheimrat Marx sagte er nW mir für seine Arbeit in der Schm» organilatron, sondern auch in der Leitung des Dollsoer- eims herzlichen Dank und Anerkennung der beim ©t Donbfatnisgrab in FuE» oersammeÄsn Bischöfe. 5&» fniipfetd an bas Bild vom Aderwerk, der Herztätigkeit und dem Wutumlauf, dos er dem Jahresbericht entnahm, bezeichnet« er die Bischöfe als Hausärzte, aber auch als Hausfreunde des Dolksoereins und schloß mit dem Wun- fche, daß der DÄksverem rote er aus kleinen AnKngen kräftig und fruchtbar empongewachsen, auch weiterhin blühen und gedeihen möge.
Aus diesen Vorgängen in Frankfurt dürfen wohl bie DoKsvereinsfreunde bie Hoffnung schöpfen, daß die Volks- voremsarbest trotz finanzieller Schwierigkeiten und trotz der heftigen polWchen und wirtschaftlichen Gegensätze im katholischen Lager immer wertere Dolksklreise «Hasse und durchdringe. Gerade — jetzt erst recht! Es gibt soviel« gemotatawe christ-katholische Ideale auf wirtschaftlichem, sozialem «nb staatsbürgerlichem Gebiete und vor allem Sm Bereiche der Apologetik, KulturpoWk, der Erneuerung der chrilstkichen Familionkvast und der christlichen Bolts» kultnr, daß wir deutsche Katholiken unsere Eftcheitsftont, bie wir bisher in der Dolksoenemsarbeit uns geschaffen haften, weiter erhalten und ausbauen können. 3a, wir mässen je mehr Gegsnsatzlichkeit emporwächst und von den Kacholikengygnem von Rechts und Links vermchit wird, umso stärker und umso einmütiger zufammenhatten in der Pflege, Klärung und Auswirkung christkatholischen Ge- meinschaftsgeistes, christkatholischer Kulturanffasiung im VoNsoerein für das ktachol. Deutschland, zum Seyen für den katholischen Bokksteil und mit ihm für das ganze deutsche Doll, zogleich aber auch zum Botibifb für die Katholiken der übrigen Kulturweü.
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Der Sänsedub.
Fränkischer Dorfroman von Dina Ernst berge r. 42; -----------
Jeden Tag saßen um die Zeit, wo man den Postpeter erwartete. Neugierige bei der Ochsenwirtin, um zu erfahren, was der redselige Mann alles von da draußen zu erzählen wußte. Und er wußte immer etwas zu erzählen, der Peter. Ausgestattet mit einer großartigen Phantasie, verstand er es, die unscheinbarsten Dinge wichtig und interessant vorzutragen: wenn auch manch, mal sein reger Geist bie Sachen bis zur Unkenntlichkeit umgestalten mußte, um bie neugierigen Dörfler genügend beliebigen zu können. — Eben hielt er wieder einen ganz interessanten Vortrag über bas Erscheinen des neuen Kometen, als Marianne mit ihrem Brief in der Hand klopfend an das Fenster trat. — Sofort verstummte Peters Redefluß. Der sonst so gewandte Mann wurde rot bis hinter die Ohren: für Mariannens Ohren war der Vortrag nicht berechnet gewesen. Ueberhaupt. das neue Haus da droben! — wenn nicht bie vielen Trinkgelder gewesen wären, hätte er es oft schon zum Teufel wünschen mögen. Seit da droben so viele Zei- tungen gelesen wurden, war er bei feinen Schilderungen schon einigemal mit feinem Namensvetter, dem Flick schusterpeter, in Kollision gekommen. Der hatte dann sft schon in den Blättern über Sachen gelesen, bie der Postpeter vortrug und machte ben Vortragenden in höchst unangenehmer Weise darauf aufmerksam, wenn er seiner Phantasie einen allzugroßen Spielraum gewährte.
Mit breitem Grinsen nahm der Peter ben Brief und das Trinkgeld Mariannens in Empfang und versicherte hoch und teuer, daß er denselben sofort bei seinem Eintreffen auf der Post abliefern wolle.
„Peter, wem g'hört denn der Brief?" frug man neugierig von allen Seiten, als Marianne wieder außer Sicht war.
„Eigentlich ist dos strengstes Amtsgeheimnis, bas ich als Beamter nicht verletzen soll. Eher das Leben, heißt es ba, wie das Amtsgeheimnis. Aber unter so guten Freunden kann man ja eine kleine Ausnahme
Schmerzes der Kleinen zu erfahren, bann sahen sie jedesmal, wie ihre Mutter einen um ben anbern an den Brunnen zog, und unter heftigem Widerstreben bie be. schmutzten Gesichter ihrer Söhne mit bem Schürzenzipfel wusch. i
So war der dritte Tag herangekommen Mr heute erwartete man mit ziemlicher Sicherheit den Besuch. Die Kleinen standen schon den ganzen Vormittag in ihren Sonntagskleidern auf der Sttaße: bereit zum Em. pfang des Onkels. Auf einmal kamen sie mit wildem, unbändigem Geschrei in den Hof gestürmt „etza stimmt er! etza kummt er!" Die gellenden Rufe hatten auch bie Großmutter imb Marianne gehört.
Schnell ttaten beide unter die Haustür«; da hiell auch schon der Wagen mit dem ersehnten Besuch vor dem Hause. MeudentrSnen liefen der alten Flickschuste. rin über bie gefurchten Wangen, als sie ihren Joseph wiebersah. j
Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht durch bas Dorf: „Der Flickschuster-Joseph is kommen. Bis der Post, peter langsam und wehmüttg sein kurzes Trattriti un. mittelbar erst vor dem Ochsenwirtshaus zu blasen begann, war dort schon die ganze Stammttschgesellschaft in ungemein zahlreicher Beteiligung versammelt.
Seppele und Heinele schleppten mittlerweile bienst- befliffen bas Gepäck des Onkels zur Großmutter in die Stube. ।
»Du sen ba lauter Fischla brinna?" fragten sie bei jedem Paketchen ben Kutscher, ber ihnen die Sachen übergab. Unb weil ber gute Mann ihnen bie gewünschte Auskunft nicht geben konnte, prüften sie alles kräftig fchüttelnb auf den Inhalt, bevor sie es neben ber Groß, mutter nieberlegten. Mit sehnsüchtigen Augen folgten sie bann jeher Bewegung bes Onkels — wollte er benn immer noch nicht mit bem Auspacken beginnen? Heinele konnte es endlich nicht mehr aushallen vor Sehnsucht, zärtlich schmiegte er sich mit bem größten Paket, bas er in ben kleinen Armen halten konnte, an die Großmutter hin: ;
»Du, Frala, fen ba lauter Fischla brinna?" fragte er mit bebeutungsoollem, wißbegierigem Blick.
<a«»tiehunft folgt)
Chrung für ben ernannten Bischof von Meißen am Tage seiner Konsekration» Mittwoch, -en U» September 192t
Dringende Bitte um Zuwendungen zwecks Beschaffung der Mikkel für den Besuch einer Fachschule durch einen Ätiegerroatfen.
Das Berufs amt: Kitzel, Direktor.
(Die Gesänge werden von einem Masfenchor unter Leitung bes Herrn Seminar»Musiklehrers Zilliken vorgetragen. Orchester:Feuerwehrkapelle.)
Daraus Rückmarsch unter ben Klängen ber Musikkapellen am Dom vorbei über bie Kastanien» allee zum Domplatz. Dort Abbrennen der Fackeln unter Absingung ber ersten unb letzten Strophe bes Bonifatiusiiedes mit Musikbegleitung.
Die Zugorbnung liegt in ben Händen des Feuerwehrkommandanlen Herrn W. Wehner unb des Vorsitzenden ber „Deutschen Jugendkrasl" Herrn Studienrats Dr. (Haffen.
Die Jugend wird gebeten, Lampions zu fragen, die Erwachsenen Fackeln. Die kalholischen Vereine beziehen die Wachssackeln zu dem festgesetzten Preise von ben ihnen bekannt gegebenen Stellen. Die übrigen Teilnehmer können solche am Konsekrationstage nachm. von unserem Geschäftszimmer (Harmonie, eine Treppe hoch, Zimmer 4) zum ermäßigten Preise von 4 —Mk. beziehen. Von 7 Uhr abends ab sind Fackeln auch noch in ber Dalbergstraße am Toreingang zum Harmoniegarten zu erhalten. Lampions finb in ben bett. Geschäften zum Preise von 2.50 Mk. unb höher zu haben.
Die gesamte Bürgerschaft, vorab bie katholische Bevölkerung, laben wir ein, sich an biefer Ehrung recht zahlreich zu beteiligen.
Fulba, ben 10. September 1921.
Dar Katholiken-Komitee:
Rhiel, Vorsitzenber.
Kur dem Nachdaraebiet.
H 8ab Orb. Einen Schülerge fangsmett. streit veranstalteten zum ersten Mal die Schulen des Kreises Gelnhausen in vergangener Woche im hiesigen Kurhause. Die Veranstaltung ist durch bas Bemühen des Herrn Kreisschulrats Weißenstein zustande gekommen, der durch edlen Wettstreit die Ge- sangeskunst ber Schulen zu fördern gedenkt und damit auch die Liebe für Heimat unb Vaterland: denn wo reiner, unschuldsvoller Gesang blüht, ba wird er auch in ber Seele der Jugend und bes Volkes ebfe Gefühle wetten helfen, Gefühle ber Liebe, ber Zusammengehörig, feit, ber Heimattreue. Darum stand auch diese erste Veranstaltung so ganz unter bem Zeichen ber Heimat: bas schönste Fleckchen Erde bes Kreises Gelnhausen, das auch lanbschaftlich so schöne Kurstädtchen Orb, war aus- gewählt als Ort ber Veranstaltung und als Preislleber waren aufgegeben bie Heimatlieder: 1. Wenn ich den Wandrer frage. 2. Sn ber Heimat ist es schön: auch als drittes freigewähltes Lieb erscholl oft noch ein Lied zum Preise ber Heimat. Gegen 10 Uhr erschienen bie einzelne» Schulen auf bem Schulhof dort führten dann hiesige Schüler unter ber Leitung bes Herrn Lehrers Pfei ff er stramme Freiübungen unb bie Schülerinnen unter Leitung von Frl. Lehrerin v. K e i tz anmutige Reigen auf. Dann begann im Kurhaussaale nach einer kurzen Einleitungsansprache bes Herrn Kreisfchulrats ber Wettgesang unter reger Anteilnahme ber sehr zahl- reich erschienenen Zuhörer. Wenn sich gewiß auch große Unterschiebe in ben Leistungen ergaben, so war es doch eine Freude zu beobachten, mit welcher Begeisterung unb ernster Hingabe sich bie einzelnen Schulen ihrer Aufgabe entlebiaten. Die Zuhörer hielten benn auch nicht mit ihrem Beifall zurück. Mtt Spannung erwartete man nun bie Bewertung welche bie von der Lehrer, schäft bestellten Preisrichter, die Herren Seminarmusik- lehrer G r e m rn e l s-Schlüchtern Rektor Zentgraf- Bab Orb, Lehrer Schöner und Lehrer Stein. Lieblos vornahmen. Es wurde folgende Reihenfolge ber Leistungen bekannt gegeben. Ä. Land klaffe: 1. Somborn (2. Knaben klaffe), 2. B fisteln 3. Meerholz, 4. Neuenhaßlau, 5. Schlierbach 6. Roth, 7. Rothenbergen, 8. Wittgenborn. 9. Niedermittlau. 10. Nieder- grünau (5. und 6 waren gleich). B. Stadtklasse. 1. Somborn (1. Knabenklasse). 2 Gelnhausen lkath. Schule), 3. Bad Orb (Lateinschule), 4. Somborn 1. Mädchen klaffe. 5. Bad Orb 1. Knabenklasse) 6. Bad Orb (1. Mädchenkl ), 7. Gelnhausen (ev Schule). 8. Wächtersbach (1. Klaffe). Eigentümlich bei dieser Bewertung berührte es, daß von ber Stadtklasse die Hälfte (4—7) von den Preisrichtern, die ihre Dewerttingen einzeln festgestellt hatten, bie gleiche Punktzahl erhalten hatte, sodaß ihre Reihenfolge burch ba§ Los hestimmt werben mußten: nach dem Urteil wohl fast aller anberen Zuhörer hatten sich doch auch bei diesen 4 größere Unterschiede gezeigt. Nach einem Dankeswort des Kurbirektors San.-Rat. Dr. Scherf fchloß die schöne Feier mH dem gemeinsamen Gesang „Deutschland über alles". Möge man von die.
Das Katholiken-Komüee hat beschlossen, bem um bas kirchliche, musikalische unb wissenschaftliche Leben in Fulda hochverdienten ernannten Bischof von Meißen, Herrn Hegens Professor Dr. Schreiber, am Tage seiner Weihe zum Bischof eine IM-Serenade
Herr Arbeitersekretär Gotthardt, der früher jahrelang in hauptamtlicher Stellung der Dolksvareinssache in Mitteldeutschland aufopfernd gedient hat. Herzerhetberch für alle Volksvaretasftemrd« war es, als die ehnvüttdme PafriarchengestM des politisch in allen Kreisen so hoch- angesehenm Landwirts Herold in wallendem weißen Start sich erhob und mit kraftvoller Stmime in bie große Versammlung mein rief, daß wir in dieser Zett der po- lttischen Zersplttterung unb der schroffen wirtschaftlichen Gegensätze ben VollsoereiN mit feinem Gedanken der Versöhnung und bes Ausgleichs, ber Verständigung und des gesunden Fortschritts erst recht halten unb pflegen müßten.
Dieses Gefühl der Einmütigkett, das dis außergewöhnlich starke Versammlung tat Hippodrom beseelte, bot die rechte Resonanz für bie beiden kurzen Dorträge über ine zwei großen verstorbenen Dolksoereinsmännsr Trirn- born und Hitze. Was der so tragisch aus dem Leben gerissene Erzberger jahrelang für die Dolksoeretasarbett ta Württemberg geleistet, hatte der Vorsitzende Gchermrat Marx mit herzlicher und nachdrücklicher Anerkennung bereits hervorgehoben. Desgleichen hafte er des hermge- cufenen Vorstandsmitgliedes Vorlage gedacht. Nun aber Ste mit packender Sprachgewali ber 2. Vorsitzende des ksvereins, Herr Domkapitular Leicht, wie der große polltifche Führer Karl Trimborn zugleich ein ta ber Dcllksooreinsarbest wurzelnder und ein volles Menschenalter hindurch hingebend mittägiger Schüler der Dolks- veremsgründer Wtadthorft unb Brandts gewesen fei. Geradezu ergreifend unb erschütternd war es dann, als Prälat Dr. August Pieper den anderen geistigen Führer und Berater bes Dolksvereins den Prälaten Dr. Franz Hitze als den eigemÄichen und mit Brandts stärkten Repräsentanten der M.-Gladbacher Schule, bes Bolksver- emsgeistes vor der lauschenden Versammlung lebendig werden ließ. Das gab dieser unvergeMchen Dolksveretas- Gmeraloersammlung bte rechte Weihe, daß der sett 30 Jahren opferwillig und entsagungsvoll im Geiste von Brandts, Wmdchorst unb Hitze arbeitende Prälat Pieper den Heimgegangenem Franz Hitze als den hochHer- zigM, durch und durch echt kwthosischsn sozialen Priester gleichsam um seinen Segen vorn Himmel her für die Dolksv-ereinsarbeit anflehte unb gleichsam wie Ckiseus den Propheten Ellas um die Erhaltung des rechten Geistes mtrief. Niemals wohl gab es in ben meist etwas nüchtern «eschäftlichsn Voftsoeretasversammlungen solch herzlichen Beifall, als nach diesen beiden Roden auf bie von Gott heimgerufenem führenden Bolksoeretasmänner. Es war, als ob dieser Beifall die Sprechenden imd ihre Mitarbeiter ta der Dolksveretassache in bem Gelöbnis bestärken wollte, das sie zum Geiste ber großen KathoMemführer empor» gesandt: In ihrer treu christkatholischen Gesinnung bem Eememschaftsgeiste in Bewahrung und Auswirkung der christlichen Ideale in Kirche, Volk und Daterland hingebend Mi Menen. lUebrigens wurde in ber amschSreßenden Sitzung des erweiterten Vorstandes vorn 1. Vorsitzenden Herrn Präsidenten Marx unter lebhafter Zustimmung der Vorstandsmitglieder Prälat Pieper gebeten, auch ferner ails Berttanensmann unb Vertreter des Vorstandes in der Zentralstellenarbeit opferwillig weiterhin auszuhalten. Zn solch opferwilligem Aushalten in der Volksvereinsarbett erklärte sich ht der Generaloersamm- fmto und Dorstandssitzung unter allgemeinem Beifall auch Präsident Marx selbst bereit, nachdem ihm einmütig der 1. Vorsitz im Volksverein übertragen worden war. Des-
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Die Schicksalsstrmde des Volksvereins.
Noch keine Generalversammlung bes Dolksoeretas, tagte ein süddeutscher Dolksveretassreund. war so lebendig, lo warmherzig, so packend, wie die Generatoerstrmmlung im Zusammenhang mit bem 61. Katholikentag ta Frankfurt. Der Jahresbericht, den Herr Dr. Hohn vortrug, fand lebhafteste Beachtung nicht allein durch bte alarmierende Nachricht, daß bie furchtbare Marientwertung die Finanzreserven in nahezu katastrophaler Weis« ta Anspruch nahm, als vielmehr durch bie Fülle der Arbeit, bie tat gesamten Volksvereinsapparat von ber Zentralstelle Ms zum ffetaften Sekretariat und bis $um letzten rührigen Vertrauensmann unb Geschäftsführer geleistet wurde. So manchen ernsten Kopf sah man nachdenklich vertieft in bem gedruckten Jahresbericht. Bei ber Durchsicht dieser genxtl- tigen Menge von Anregungen, Hilfstabett auf ben ner» sihiedenen Gebieten bes öffentlichen Lebens, Konferenzen unb Versammlungen unb Kursen dieses lebendigen Verkehrs mit den öffentlich wirkenden Perfönlichketten urä) Ooganffationen des Inlandes unb selbst bes Auslandes — bas allez legt bte Frage nahe: sollen wir unsere einzigartige, durch 30 Jahre bewährte Volksvereinsarbett, triefe katholische Volkshochschule auf wirtschaftlichem, sozialem, staatsbürgerlichem und apologetischem Gebiete einfach zu- tammenbrechon unb verschwinden lassen? Einmütig stimmte man trotz aller schweren Bedenken für bte Erhebung eines Jahresbeitrags von 2mal 4 Mark, sowie für den Appell zu einer Seinen Gebächtnisbroschirre noch diesen Herbst zum Ausgleich für das finanziell ungünstige Jahr 1920/21 erhoben werden soll. Die lebenslänglichen Mttglieder zahlen jetzt 500 Mari. Gemessen an allen anderen hohen Detträgen, welche kleine lokale Vereine für alle möglichen Zwecke ber Unterhaltung und bes Vergnügens feit Jahren schon erheben, bleiben Sie finanziellen Leistungen der deutschen Katholiken für die getarnte Dolksvereinssache immer noch bescheiden. Ein Vertreter SüddeutsMands, Herr Ingenieur Stadfrat Rauch, fett Jahren Leiter der Dolksvcreinsarbett in München, sprach mtt aller Entschie- denhett unter starkem Beifall der DerfamnÄung für bte
fer Veranstaltung lernen, unb möge sie bahnbrechenb wirken für edlen Gesang unb innige Heimatliebe.
Q Hanau. Der wegen Ermordung des vchloffers Schwarz aus Rüfivkheim im März d. 3. vom Schwur» «richt Hanau zum Tode eennteifte Wolf aus Soden bei Salmünster hatte, nachdem vom Reichsgericht bie Revision verworfen worden war, das Wiederaufnahmeverfahren beantragt!. Das Landgericht Hanau hat diesen Antrag ab gelehnt. Woks besin- det sich in der Strafanstalt Wchlheiden.
fpd. Frankfurt a. M. Zur Deckung der neuen Bewilligungen für die städtischen Beamten und Arbeiter find insgesamt 28 Millionen Mark erforderlich. Darunter ist eine Million zum Ausgleich für solche Beamte, die sich bisher schlechter standen als Arbeiter.
aus Geisa und Umgebung.
A Bremen. Ein glänzendes Wahlergebnis zeitigte der gestrige Tag. Es wählten hier 98 Prvzeftt der Wahlberechfigten. Abgegeben wurden 208 Zentrum, 4 Deutsche Dolkspartei, 1 Deutschnat. und 1 Landbund, 3 Stimmen waren ungültig. — In der Filiale Otzbach wählten 96 Prozent, dvoon 95 Zentrum ,1 Deutsche Dolkspariei, 1 Demokrat und 1 ungültig. Bravo den treuen Zentrumswöhlern der Pfarrei! ____________________
Rotweine!
Deutsche und ausländische rote Tischweine, Bordeaux. Burgunder.
Joseph Schmitt, Fulda,
Büro und Kellerei: Paulustor 4-6.
Kleinverkauf: Marktstrasse 32. mo
Vermischter.
♦ Reue Unruhen i« Siegen. Den Unruhen am Freitag folgten am Samstag neue Ausschreitungen streikender Arbeiter. Die Menge rottete sich vor dem Rathause und in der Kölner Straße zusammen und verlangte die Freilassung der am Abend zuvor festgenommenen Personen. Stundenlang hielt die Schupo den Angriffen der Mafien stand. Als diese schließlich daS Rathaus zu stürmen versuchte, gaben die Beamten Feuer. Dabei wurde ein ISlähriger Junge getötet; 17 Personen erlitten mehr oder minder schwere Ber» letzungen. An einer Stelle mußten sich die Schupobeamten dem Vordringen der Mafien durch eine Handgranate, die sie warfen, erwehren.
* filonfe verhaftet. Der Hastbefchl, der gegen dein seit Donnerstag verschwundenen AVeMmzermichaber Max Klante erlassen worden war, wurde vollstreckt. Klonte umrite im Sanatorium West end in Berlin, wo er unter dem Namen Kloin ausgenommen war, aufgeftmden und nach Moabit ins llirterfuchungs- Bängnis gebracht. Wie hoch die Summe ist, die er tert Gläubigern schuldet, ist vorläufig nicht sestzu- len. Man spricht von einer buchmäßigstt Unter« bilanz von 60 bis 100 Millionen Mark.
• (Eine unangenehme Ovation. Als ber deutsche Meisterboxer Breitensfräter in Berlin ben Sportpalast verließ, wurde er von ber begeisterten Menge hochgeho» ben unb im Triumph herumgetragen. Als er sich von ben Strapazen dieser Ehrung erholt hatte, bemerkte er, daß einer feiner Verehrer feine Brieftasche mit 45 000 Mark Inhalt als „Erinnerung" an sich genommen hatte.__________ ___________
Markte.
fpd. Irankfnrl <l HL, 12. Sspt. Der heutige Vieh- markt ft eilte, was ber Austrieb angeht, einen Rekord bar. Es waren nicht weniger als 2478 Tiere am» getrieben, bas sind 829 mehr Äs in der Vorwoche, nämlich 452 Ochsen, 221 Bullen unb 1805 Färsen imb Kühe. Auch ber Kleintiermarkt war ber stärkste seit bem Kriege. Hier waren angetrieben 402 Kälber, 143 Schaf« und 1251 Schwein«. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vollfleischige aus- gemästet« M 725—825, nirfyt ausgemästete M 600—700, mäßig genährte M 500—800, Dullen M 500—700. Für- fen und Kühe: vollfleffchige Färse« <M. 675—800, ooll- fleffchige Kühe M 600—725, meng gut entwickelte Färsen unb Kühe M 400—650, mäßig genährte Tiere M 350 bis 450, gering genährte Ziere M 250—350, Kälber: feinste MastkM« M 750—900, mittlere Tiere M 700 bis 800, geringere KAber M 600—700. Schafe, geringere Masthammel und Schaf« M 400—500, mäßig genährte Tiere M 300—400. Schwein«: vollfleischige unter 80 Klg. M 1050—1350, von 80—150 Klg. -4t 1450—1600. Der Maritveriaus gestaltet« sich überall schleppend, bei Schweinen veriflieb Uel>erstand.
fvd. .Frankfurt «. M. 12. Sept. Die heutige G e- treib eborse verlief bei fester Tenbenz und zuneh- menber Kauflust lebhaft. ES wurden bezahlt für Weizen 460-465 Mk., Roggen 375—385 Mk., Hafer, ber stark an geboten war frei Frankfurt 370 Mk., Heu 195—200 Mk., Futterstroh 78- 80 Mk., Streustroh 65 - 68 Mk., Weizenkleie 250- 255 Mk., Mais je nach Ursprungsort 350—370 Mk., ReiS, Burma, 760-770 Mk., Valencia 870—920 Mk. Linsen neue Inlandsware 1100—1200 Mk., Wicken 370- 380 Mk., grüne Erbsen 600 - 620 Mk., Viktoria Erbsen 630—650 Mk., Bohnen bunte, 340—350 Mk., weiße Bohnen 690- 700 Mk., Weizenmehl 700—710 Mk., Roggenmehl 450 Mk., Maisgriese 500-610 Mk. (Alle- per Doppelzentner).