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M 208.

SamStag, 10. September 192L

- Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Actieudrackerei in Fuld»

fchündern und ihrem Anhang mit tiefster DerochtmiF so weit Äs möglich «drückt.

sere Regierung möge mit den Gläubigerstaaten verein- baren, daß Deutschland feine Zahlungen nicht bloß in Dollars, sondern «ich in englischen Pfunde« und in Franken leisten können damit wenigstens die übertrie­bene Hausse des Dollarkurses eingetöminti werde. Dos ist ein kleines Hilfsmittel, aber doch etwas. Jede Verbesserung der Zahlungsform ist ein großer Vorteil für Deutschland, ohne daß die Gläubiger geschädigt zu werden brauchen.

Die mittelbar« Wirkung ist besorckvrs zu schätzen; denn die Hebung der Valuta würde dazu bei­tragen, daß der fetzige Börsentaumet bald nachtäßt.

Bus dem llachbaraebiet.

k- Langenbieber (Rhön). Unter zahlreicher Betet- ligung von Sauf luftigen fand auf der Fohlen­weide die Versteigerung des diesjährigen Obsterträg- ttisses statt. Die besseren Apfelsorten, wie Kardinal, Goldparmäne, Prinzenapsel, verschiedene Reinetten und dergl. hatun dieses Jahr keine besondere Ernte; trotz­dem betrog der Eesamterlös diesmal 2913 Mark. Im vorigen Jahre erbrachte die Obstoersteigerung 4682 M.. in 1919 1201,50 Mark und in 1918 4106 Mark. Abtrieb der Fohlen und Rinder von der Fohlenweide erfolgt am 17. September. Die Tiere befinden sich in recht gutem Zustande.

== Au« der Rhön. Zur Einweihung des Gedenk­steins für die gefallenen Söhne der Rhön auf dem H e i d e l st e i n, über die wir schrm kurz berichteten, waren die Vereim der Umgebung und viele Bewohner der nahen Rhönorte erschienen. Auch der Regierungs. präMnt von Unier; ranken, v. H e u l e, sowie Vertreter der preußischen Landratsämter Gersfeld, Fulda und Schlüchtern nahmen teil. Ein Feldgottesdienst leitete die Feier em; die Weihe wurde von Herrn W o l z« Oberelsbach vorgenommen. Herr OberregierongsrÄ Dr. Lederle-Neustadt a. S. hielt die Weiherede, worauf ei» riesiger Holzstoß entzündet wurde. Das Denkmal stellt nur eine Feuerstätte aus mächtigen Basalblöckvn dar. Alljährlich soll hier oben ein Feuerbrand den Tälern künden: Die Rhön gedenkt ihrer tapferen Helden.

Grabschander.

Was außer demMiesbacher" undVölkischen" in Bayern noch möglich ist, zeigt dieDonauwör­ther Zeitung" in Nr. 202 vom Samstag dm 3. September in folgendem Schandgedicht eines Helden namens Lover Dipfle:

Das Marterl im Schwarzwald.

Es ging ein Mann hier einst fpazier'm, Wofl er Minister war a. D.

Mit Judengeld ließ er sich schmie r'n, Drum war er Kanzler auch m spe.

Er Lebte schr di« Republik

Und lebt« für Berlin,

Was dort den roten Herrn näWück:', Wied Vorbehalten ihm.

Er hot, wie dos em jeder weiß,

Ein großes Maul besessen,

Doch größer noch hat es der Preitz

Der hot uns aufgefteffen.

Doch war das Glück ihm nicht ganz hold

(Gesichert glaubt' ers schon)

Denn hter hat ihn der Teufel gTjolf, Das war fein Judaslohn.

Am Gelds hing er wie Satan,

Die Juden hielt er hoch.

Und war er auch ein Zentrumsmonn, Ein Erzlump war er doch.

Hoffentl'ch hat sich das deutsch« Volk wenigstens noch so viel geraden Sinn bewahrt, daß es von Gmb-

vie höhere Mädchenschule.

Dom Zwecke einer umfastenden Neuregelung des höheren Madchenschulwesens diente eine A u s s p r a che .bedeutender Pädagogen im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Die Frag« dar Frauenbildung wurde nach allen Säten zu klären versucht, wenn auch greifbare Ergebnisse aus der Aus­sprache riicht hervorgingem Don amllicher Seite wird darüber mitgeteilt:

Trotz der Verschiedenheit der Standpunkte ergab sich doch während der Aussprwhe eine starke Annäherung ter Meinungen. Für eine unveränderte Beiüe Hal­tung des Lyzeums in der bisherigen Form trat niemand ein. Im übrigen schieden sich zwei Rich, tagen: die eine, die das Lyzeum zu einer Realschule umgestalten, die andere, die das Lyzeum den entsprechen, den Klaffen der deutschen Oberschule gteichsetzen will. Einstimmig erklärte man sich für einen sechsjährigen Lehr, gang in den wisfenschaMchen Fächern. Wünschenswert erschien der Mehrzahl die Angliederung der Frauenschule als 7. Lyzeumsjahr für alle die Mädchen, di« keine ander« werterführende Anstalt besuchen.

Ein Einschnitt nach dem zehnten Schuljahr ist, um der Menge der Mädchen willen, die sich praktischen De- rufen zuwenden, unerläßlich Der Besuch des Mngestalleten Lyzeums mit Oberstufe muß zm Unchersitätsroife führen. Einig war man auch in dem Wunsch, daß eine Enisches. düng über die Reform des Obsrlyzaums möglichst beschleunigt werde« sonst würden in der U ebergang s- zeit eine Reihe von Dollwnstolten der weiblichon Bi Dung verloren gehen. Aus den Berhanbbmgen über die deutsche Oberrealschule ist heworzuhebsn, daß eine besondere Aus- Prägung des Lehrplans allein für Mädchen abgelehnt wurde.

Der gemeinsame Unterricht für Knaben und Mädchen wurde im wesentlichen als eine Maßnahme betrachtet, ZU der die wirtschaftliche Not zwingt. Eindringlich wurde von verschiedenen Seiten betont, daß die Durchbearbei» tag der besonderen pädagogischen Problem^ die eine gemischte Schule bewältigen muß, unbedingt notwendig sei, auch wAm man in, ihr nicht das Ideal sähe.

Der Anfang, die ziemlich verworren liegenben Ver­hältnisse ixs höheren Mädchenschulwcsens zu bessern und zu vereinfachen, ist also gemacht. Die Aussprache im Kultusministerium, irre wertvolle Anregungen für die Unterrichtsverwaltung zurückließ, dürfte nicht um. sonst gewesen sein, denn der organisatorische Ausbau und die bessere pädagogische Gestaltung der Frauen- brldung ist im Jntevesse unserer Jugenderziehung un umgängliche Notwendigkeit.

Wir oewckmen ferner, daß das Kollegiiattapitel vom hl. 'Petrus in Bautzen jetzt das Domkapitel der Diözese Meßen werbe. Zu bestem Gunsten sollen gemäß den neuesten Bestimmungen des Kirchlichen Gesetzbuches ge. wahrt bleiben die eigenen Statuten des Kapitels und auch alle Piüoilegien imd Rechte, die es gesetzlich erwachen hat, doch Hai die Wahl der Kanoniker mid der Dignitäten des Kapitels nach den Bestimmungen des allgemeinen Kirchen, rechts zu erfolgen, und der Dekan des Kapitels verliert für die Zukunft jede kirchliche Jurisdiktion über die Gläu- bigein.

Wir bestimmen auch, daß bezüglich ber Einrichtung eines Pniefterseminors, bezüglich der Wahl des Kapllularvikars während der Erledigung des Bischöflichen Stuhle, tezüs- l'ch der Rechte und Pflichten ber Kleriker und ber übrigen Gläubigen ufw. alles beobachtet werde, was die Kirchen- gefeite darüber vorschreiben. . . .

Gegeben zu Rom bck St. Peter, im Jahve des Herrn 1921, am 24. Juni, tat 7. Jahre unseres Pontifikates."

In derselben Nummer des päpstlichen Amtsblattes unterProvifio ecolestarom" wird auch die Ernennung des Rogens Prvf. Dr. S ch r e i b e r-FuDa zum Mschch der neu errichteten Diözese amtlich veröffentlicht. K. S.

I Frauen als Verteidigerinnen ist fetzt schon I m weitem Umfang möglich und kann unbedenklich noch I erweitert werden.

I Es muß beachtet werden, daß gerade die links- I stehende« Parteien sich besonders für die Zulassung I der Frauen zum Richteramt emfetzen. Wie sich aus der I Begründung der Anträge ergibt, habe« sie dabei vor I allem die Strafgerichte im Auge; ihr Ziel ist, dte S t r a f. I rechtspflege unter weiblichem Einfluß ge- I sühlsrnSßiger zu gestalten. Dazu ist aber gerade I setzt ganz entschieden nicht die Zeit. In den Wirre«, 1 die hinter uns liegen, hat sich eine ernste und unbsug. I same Rechtsprechung als der Fels erwiesen, an dem die l Kräfte der Zerstörung sich brächen; wir siito über diese I Gefahren noch fange nicht hinaus. Wo ein Urteil für I den EmzAfall zu hart gerät, kann die Begnadigung Hel- I send Eingreifen; hier mag den Firmen di« Möglichkeit I dar Mitwirkung eröffnet werden. Man kann sie auch zur I Mitarbeit in den Kontrollkommissionen der Zuchthäuser | und Strafanstalten beiziehen. Da ist ein reiches Feld I der Tätigkeit für sie. Als Richterinnen würden auch jene I Frauen, denen das juristische Studium nicht zu schwer I fällt, keim Befriedigung ftnöen. (Etat Umfrage, wie- I viele Frauten eigentlich ein Verlangen I hiernach oder doch nach der Mitwirkung als Schöf.

sinnen oder Geschworene haben, würde sicher ein Er­gebnis liefern, das diese Bestrebungen wenig unterstützt. Wenn die Frauen erprobt hätten, welch harte und bittere Aufgaben hier zu erfetricen sind, würden sie erst recht darauf bringen, damit verschont zu werden. Die Erfah­rungen, die in anderen Ländern, zuletzt in ©ngfanb, ge­macht woNten sind, beweisen das. Die sollten bei uns I alle besonnenen Kreise, vor allmi die Frauen selbst, vor solchen Experimenten warnen.

Die Gründe, die hier gegen die Zuziehung der Frauen zum Richteramt, namentlich als Laienrich­ter in Schöffen« und Geschworenenkam» mern, erhoben werden, lasten sich noch stark ver- Ntehren. Gewiß ist es heute nicht möglich, auf dir Mitarbeit der Frau im öffentlichen Le­ben überhaupt ju verzichten. Aber vom christ- lichen Standpunkt aus ist diese Mitarbeit in erster Li nm da am Platze, wo es sich um die Sicherung der ehrwürdigen Aufgaben der Frau als Gattin, Mutter und Erzieherin handelt, dieser idealen und gottspraollten Aufgaben des weib­lichen Geschlechtes. Deshalb müssen wir Frauen haben, dir in den Parlamenten und den man­nigfachen Organisationen für das christliche Frauenideal kämpfen, deshalb muß die Frau von dem Stimmzettel Gebrauch machen. Von der Zu­ziehung der Frauen zum Richteramte aber, zur mehr oder wenige- zwangsläufigen Verpflichtung der Frau, auch der Hausfrau, der Mutter aus Stadt und Land, sich an den Richtertisch zu setzen, Rohheitsverbrechen, SiMchkeitsverbrechen, Gemeinheiten aller Art in die verborgensten Winkeln hinein mit klären und ausein- antertegen zu helfen, davor wird jeder die Frau zu bewahren versuchen, in dessen Herz und Gemüt das edle, reine, gütige Weib noch auf jener hohen Stufe steht, auf das es durch das Christentum gestellt wor­den ist. Und die Frauen selbst werden gingen dieses Danaergeschenk aus voller Ueberzeugung mit an- kämpfen. Dr. K.

wohnte. Nach der Eröffnungsrede des Präsidenten v. G r a u e r t, worin cr der verschiedenen Säfular» feiern dieses Jahres gedachte, gab der Generalsekretär, Prof. Rademacher-Bonn, den Jahresbaricht, dessen geldliche Seite diesmal erfreulicher war als früher. Wer weitere Unterstützung und Arbeit sind dringend nötig. Es wurde deshalb folgend« Entschließung angencmnMt:Bei dem Wiederaufbau Deutschlands fällt der deutschen Wissenschaft eine bedeutsame Mit­wirkung zu. Ihre Erhaltwrg ist aber durch die schwere wirtschaftliche Lage stark bedroht. An das katholische Volk ergeht daher von der Görresgesellschaft, die das wisftnschaMche Leben im katholischen Deutsch, laich fötiert, der Aufruf, dieser Notlage ernftufte Auf­merksamkeit zu schenken. Mehr berat je bedarf die Ge­sellschaft der tatkräftigen Unterstützung. Die Görres- gesellschast ersucht daher dringend um die moralische mch st-ldliche Unterstützung und Mitwirkung aller kath. Kreise im Sinne eines umfassenden katholischen Ge­meinschaftssinnes."

_2lm zweiten Derhandlungstag berichtete sodann Pralat Prof. Dr. Ehser über das R ö m ische In­stitut, besten Veröffentlichungen fortgesetzt worden sind. Die Weiterführung des Philosophischen Jahrbuchs wird als unbedingt notwendig bezeich- nrt; Prof. Dr. Baumgärtner -Barslau dankt dem neuen Bischof von Meißen, Dr. Schreiber- Fulda. für seine eifrige Redaktwnstätigkeit, die eine bedeutende Erhöhung der Abonnentenziffer gebracht hat. Dr. Sacher berichtet sodann über seine vorbe- reitenden Arbeiten für die neue Auflage des S t a a t s l11i f o n s, das völlig not gestaltet werden mäste in moderner Einstellung auf die sozialen und kulturellen Aufgaben der Zeit. Prof. Dr. Konen- Bonn gibt ein Bild der künftigen Arbeit der natur- wissünschaftlicheir Sektion und wird in sei­nen Ausführungen von Pater Wasmann S. j. stb- hast unterstützt. Zum Schluß wird nachstehender Ent­schließung zugestimmt:Die Görresgesellschast ist

Austastung, daß gemeinsame Arbett auf den Gebie­ten der Wistenschast und christlichen Kultur eines der unentbehrlichsten Mittel zur Annäherung d-r Völker bedeutet. Sie erklärt ausdrücklich, daß sie amh heute an dieser Ueberzeugung stfthält und keine in reicher Absicht gebotene Annäherung zurückweisen wird" Am Nachmitag versammelten sich dann bte einzelnen Sektionen zu wissenschafllichen Erörterungen.

Generalversammlung -er Görrer- aesellschaf in Worms.

In ter Rhein- und Nibelungenftadt versammelten sich dieses Jahr die Vertreter der katholischen Wissen- schäft zu ihrer alljährlichen Hcrbsttagung, die im vo­rigen Jahre bekanntlich in Fulda stattfand.

Zum Begrüßungsabend waren neben den Mitgliedern zahlreiche Ehrengäste erschienen, u. a. der hessische Justizminister v. Brentano, der Wormser Oberbürgermeistcr Köhler, Geheimrat Dr. P o r s ch. Pros. Hatte mer-Worms sprach das Begrüßungs- wort, worauf Dr Stiert durch einen Lichtbildervcr- trag in die Geschichte und Kunstentwicklung der Ta- gungsstadt einführte. Prof. Finke-Freiburg dantte der Stadt Worms fist den herzlichen Willkommgruß und Minister v. Brentano sprach im Namen der hes­sischen Regierung. Es ist das erste mal, wie der Prä­sident, Geheimrat v. G r a u e r t, hervorhob, daß ein Negienrngsmitglied des Cantes die Gesellschaft offiziell begrüßt.

Der erste BerhandliMHstag wurde efngefcifet durch ein Pontifikalamt des Hochw. Herrn Bischofs Dr. ^Jigo von Mainz, der auch ten Beratungen bei-

# Gersfeld. Das Ueberlandwerk Rhön, G. m. b. H. tn Mellrichstadt, mit tarn auch wegen des Anschlusses des Kreises Gersfeld Verhandlungen schwe­ben, hat seit einiger Zeit mit der Stromlieserung be­gonnen und von dm angeschloffenen etwa 90 Gemein­den bereits 15 unter Strom gesetzt. Noch im Lauft dieses Monats wcrden als die beiden ersten Gemeireden unseres Kreises Simmershausen und Hilders ihr Licht bekommen. Da die Hauptleitung bis Seiferts in Kürze fertiggeftellt ist, besteht auch für die Gemein­den des oberen Ulfterteles die Möglichkeit, bis gegen Ende Oktober die Wohltat einer guten Lichtver» forgung durch das Ueberlandwerk Rhön zu erhalten.

(Geros. Kreisbl.)

A Tann. Der RhöMubzweigverein übergibt teefer Tage seine neuFescyafftne Jugendherberge der allgemeinen Benutzung. Sie befindet sich in dem alten, schönen Stadttor, wo die frühere Behausung des Turm- warts wieder zugänglich gemacht wurde.

(fpb) Frankfurt a. ZR. Die Frankfurter Apfel­weinkeltereien und Heckenwirte nahmen in einer stavkbesuchten Versammlung Stellung gegen den Wucher mit Kelterobst, der haupisÄstich in der Umgebung von Frankfurt a. M. betrieben wird. Die Bersanlmlung erklärte, daß das Aepfelweingewerbe noch niemals die Phantasiepreise von 100 Mark für den Zentner bezahlt habe und auch niemals erlegen werde. Falls die BerhaMungen zum Abschluß kom­men, steht die Einfuhr von 25 000 Waggon Aepftln aus dem Ausland nach Deutschland bevor. Dieses Obst wird zu erheblich billigeren Preisen als das deut­sche geliefert

mc Frankfurt O.2IL Der Frankfurter Dom- schätz, der wertvolle Stücke an kirchliche Paramen­ten, 'Meßgewändern, Kelchen ufw. aus dem 12. bis 15. Jahrhundert und Insignien aus der Kaiserkrönungszeit besitzt,, soll anläßlich der Internationalen Frankfurter Hcrvstmesft einem größeren kunstverständigen Interes­sentenkreis zugängig gemacht werden.

(spd) Schweinfurt In der Nacht zum Mittwoch lauerte hinter einem Strvhhausen bei Neubrunn der 24jährige Steinbrecher Siegfried Klebe, der von te, Kirchweih heinikehrenden 17jährigen Marie Schramm mst der er ein Verhältnis unterhielt, auf und tötete das Mädchen durch einen Karabiner» schu ß- Dann schoß er testen Begleiter, den 21- jährigen Bahnarbeiter Georg Knaus, nieder, sodaß dieser sofort getötet wurde. Schließlich richtete do Mörder die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich dabei so schwer, daß er nach kurzer Zeit verstarb.

(spd) Schmalkalden. In der Nacht vom Samstax zum Sonntag gerieten in der Wirtschaft in Wahles ber Lehrer Hermann und der Brunnenmacher Kling- Hammer, langjährige Freunde, in Streit. Hierbei er­griff Kltnghmnmer sein Jagdgewehr und schoß aus seinen Freund. Lehrer Hermann war sofort t o t. Der Täter wurde von der Landjägerei in das Amtsgericht emgeliefert.

grauen als Richter.

Bekanntlich hat der Rechtsausschuß des Reichslags den Antrag der sozialistischen Parteien aus Zulastung der Frauen zum Richlsramte abgelehnt und zwar mit

I 12 gegen 12 Stimmen. Die Entscheidung muß mm- I mehr tm Reichstage selbst getroffen werden. Als fei» nerzeit großstädtische Frauenkreise es so darz: 'tollen

I versuchten, als ob in der Frauenwelt all« I gerne in ein unstillbares Verlangen nach der Zulas- I firrig zum Richteramte vorhanden sei, hatten wir in einer I kurzen Notiz em: unzweideutige Randbemerkung zu I diesem Versuch gegeben. DieFranks. Ztg." hat da- I mals mit dem Selbstbewußtsein, das solchen Blättern eigen ist, unfern Widerspruch abzutun versucht, na»

I montlich durch den Hinweis auf die Sympathien, Ae I man auch m Zentrumskreisen für dieses Gesetz habe.

Wie man in zuständigen Zentrumskreisen über diesen antrag aus Zulassung der Frauen zum

I Richteramt tatsächlich denkt, das läßt sich unschwer aus I tem Aufsatz entnehmen, den Amtsgerichtspräsident

Riß- München in der neuesten Nummer derAllg. I Rundschau", die zur Würzburger kach. Frauentagung erschienen stt, veröffentlicht. Er verweist zunächst daraus, daß der deutsche Richtertag auf Grund

I eingehender Prüfung die Fratron als Richter abge- I lehnt hat. Gutachten von Frauenärzten, die von jeder Voremgenommenhest frei waren und allen Fähig- teilen der Frauen volle Anerkennung zollten, lagen der Entscheidung zugrunde. Es gibt nämlich kein Straf­recht ohne Härte. Auch Verschlungen, die nicht aus Bosheit, sondern aus Tocheü und Vergütung began­gen worden sind, muffen unter Umständen unmichsicht- lich gsahndet werden, um andere, die in ter gleichen Gefahr stehen, von diesem Wege abzuhalten. Solche Entschlüfsi.' zu fassen, würde den meisten Frouen schwer fallen; sie würden entweder versagen oder doch Be- denken in sich behalten, die Ki den schwersten Ge­ra i s s e n o k ä m p f e n führen könnten.

Präsident R i ß führt dann folgendes aus:

Die grauen, die nach einer Mitwirkung m der Recht­sprechung streben, denken vorwiegsud cm die Arbeiten ün Jugendgericht. Gewiß ist dort ihre Hilf« wMkom- men; aber es ist ein Irrtum, daß sie m der Form der

Teilnahme an der Fassung des Urteils am heften be­tätigt wirb. Das Gegenteil ist der Fall. Die Frau, bte

ei« Kind schon während des Verfahrens oerbeistanüet, die es in der Verhandlung verteidigt, ihm bei der Erwirkung beö.ngter Begnad'Mng behilflich ist und es bann auch während der Bewährungsfrist beaufsichtigt, hat einen mi- I gleich größeren Einfluß auf sein Schicksal, als die Rich- I form, bne vielleicht bei der Beratung des Urteils mit ihrer I Meinung unterliegt, von dem Kind aber doch immer da- I für verantwortlich gemacht und mit Mißtrauen angesehen I wird. Aus dieser Erwägung haben gerade in der Jugend- I fürsorge tätig« Frauen gebeten, sie gut Mitwirkung bei I ber Akmrteflung nicht beczuztehen «in außerordenllich I beachtenswerter Vorgang.

, Daß es den männlichen Richtern nicht möglich sei, sich I 'n den Gedanken gang weiblicher Ange- I klagter hinreinzudenken, wird ost behauptet, aber nie I mit zwingendm Beispielen belegt Träfe es $u, so mühte I wohl auch gelten, daß weibliche Richter sich in dem Ge- I dankengang männlicher Angeklagter nicht zurechtfin- I ben; cs dürsten dann Frauen bei Entscheidungen, die für I Männer gefflen, nicht ausschlaggebend mitwirken. Man I Kmc also zu Männergerichten für Männer, I Frau en g e ri ch ten für Frau en. Ob aber bte als I Richterin beigezogme Bäuerin sich in dm Gedanken- I MNg einer Schaufpielerin hinetadMkm könnte ober I umgÄehrt. wäre auch dann noch fraglich. Der Gedanke, I daß das Gericht die Personm, di« vor ihm austreten ver- I sichen mutz, ist richtig: es gibt aber auch einfächere I Wege, ihn zu verwirklichsn^, als einen fortwährenden Wech- I fei ber Besetzung des Gerichts. Ein Richter, der sich Er- I fahvungm sammelt, wird im Laufe der Zeit auch Auf- I faffrmgrn, die ihm an sich fremd such, richtig «MWschätzen I inte zu würdigen lernen; zudem stellen weitaus die I meisten Fälle, die den Gerichten unterbreitet werden, I feine sonderlich schwierigen psychologischen Probleme dar. I In Strafsachen kann die Verteidigung dafür sorgen, I öuß alle Gesichtspunkt«, die für die Bemtetlumg wichtig I sind, heroorgehobon werden; die Zulassung von I

Das Vörsenfleder.

Hakwn wft denn nicht schon genug und übergenug zu tun mst Oberschlesien, Sanktionen, Ultimatum, At­tentaten, Notverordnung, Bayemstreit? Maß auch noch eine Seuche am Geldmärkte ausbrechen, di« das bischen Wohlstand, das wir noch gerettet ha­ben, zu zerrütten droht?

Das Treiben an der Börse rft wirklich krankhaft und ßlemeingesührlich geworden. 5m Berliner Börsenge- >äuöe wußte man sich am Mittwoch nicht mchr zu helfen und beschloß, den Börsenverkehr für den Rest der Woche einzustellen. Der Andrang des Publikums zum Kaufe von Diviüendenpapieren ist so ungeheuerlich stark, daß die Banken und die Makler die maffenhaften Aufträge nicht mehr bewältigen können.

Wird die verfügte Pause Whilft schaffen? Sie erleichtert nur die Aufarbeitung der emgegange- nen Aufträge: aber wenn das Publikum in seiner Kaus- raserei verharrt, so liegen zu Anfang nächster Woche wteder Berge von Kaufaufträgen vor, und die alte Ver­wirrung ist wieder da.

In diesem Sinne spricht sich auch der Geschäfts- Inhaber der Diskonto-Gssellfchast aus, der von dem 8 Uhr-Abendblatt befragt worden ist. Er meint, der B ö r s e n t a u rn c 1 habe fetzt die weitesten Kreise er­griffen, da jeder glaube, leichten Berdienstmöglichkeiten nachjagen zu können. Demgegenüber föratten die War­nungen der Großbanken nicht durchdringen. Es scheine vorderhand unmöglich zu fein, die Spekulationswut ein» zudämmen; man müsse sie ausbrennen lassen.

.Es ist richtig, daß an tiefem schlimmen liebel nicht bloß die gewerbsmäßigen Spekulanten an der Börse schuld sind, frattern die zahllosen ©lütfsjäger aus dem Publikum, die aus der Entwertung des Papiergeldes Vorteil ziehen wollen, indem sie in bbvnder Gier sich auf die Dwidendenpapiere stürzen, die sie für unschätz­bareSachwerte" halten. Durch die stürmische Nach­frage wird natürlich der Kurs dieser Papiere auf eine Höhe getrieben, die den sachlichen Wert der betreffen­den Betriebe raeit übertrifft. Wenn der Taumel nach- läßt und die Nachftage nachläßt, gibt es einen Kurs­sturz, und dann werden die leidenschaMchen Käufer sich in Masse zum Berkcmf bränaen, fa daß die Sache in einen verhängnisvollen Krach auslaufen kann. Wenn die GroßbankM vor dieser tollen Spekulation gewarnt h^ben, so haben sie ihre Pflicht erfüllt. Ob sie alle dabei den gebührenden Ester entwickelt haben und ob auch dieKeinen" Bankiers und die sonstigen Ver­trauensmänner des Publikums dem Taumel entgegen» getreten sind, wird sich schwerlich ftsfftellen lassen. Die I Erörterung der Schuldfrage kann uns auch nicht ret­ten. Es muh vielmehr von allem Seiten das Mög- I lichste getan werden, um das Publikum vor welleren I Spekulationen zurückzuhallen. Es wäre ja traurig, fa I sogar verhängnisvoll, mann dieses Schadenfeuer unge­hemmtausbrerurn" müßte.

Außer der Warnung für das blink-gierige Pub­likum ist noch ein Hilfsmittel in Betracht zu ziehen, nämlich die Abwehr der welleren Verschlechte­rung unserer V a l u t a. Wie der Augenschein lehrt und der erwähnte Bawkdirektor bestätigt, hängt der Börsentaumel mit dem starken Fallen der deutschen Mark engftens zusammen. Und weiterhin hängt diese Entwertung unseres Geldes wieder zusammen mit den I Ankäufen von fremden Geld, namentlich von Dollars, I die unsere Regierung zur Leistung der Rcparations- zaylungen vornehmen muß.

Der Reichskanzler hat neulich in feiner Red« vor I her Berliner Erzberger-Versammlnng darüber geklagt, daß die großkapitalistischen Kreise der Regterüng ihre Zahlungsaufgabe erschwert hätten. Dageavn wurde I Widerspruch erhoben und die Tätigkeit der Großbanken gelobt. Die offiziclle Wirksamkeit der Großbanken ist aber nicht allein enstcheidend. Tatsache ist, daß die Spekulation auf dem Geldmarkt sich sofort auf die Devisen geworfm hat. namentlich auf die Dollar- Wechsel, als der Bedarf der deuffchen Regierung be- I kannt wurde. Die dadurch erzeugte Preistreiberei zwang die Regierung zu ungeheuren Mehrausgaben I bei der Beschaffung der erforderlichen Goldwerte. In derselben Richtung wirkt es, daß so viel Besitzt von ftemdländischen Werten ihre Dcvffen zurrickhieltett, und I faß viele Exporteure ihr Guthaben in ftemder Wäh- rung nicht hereinhollen, sondern im Auslande stehen I Hetzen, um von der kommenden Entwertung des deut» fchen Geldes zu profitieren.

Alle Gewinne, die auf solchen Wegen erzielt wer- I den, muß die deutsche Reichskaffe, d. h. das deutsche Volk mit Wucherzinsen tragen. Ist dagegen nichts zu machen? Der erwähnte Sachverständige regt an, un> I

Bistum Meißen.

Sn der Nummer 11 derActa Apostolicae Sedis" vom 1. Sept. 1921 wird die Apostolische Kon­stitution über d'e Aushebung des Apostolischen Dckariats Sachsen und der Apostolischen Präfektur Lau- utz und die Wiedererrichtung des Bistums Meiß«n und deren Gebiet mmmehr amtlich ver­öffentlicht. Der Erlaß beginnt in der üblichen norm: Denedietus Episcopus, fertnts seworom Dei, 08 perpetuam rei memoriam.

®-T entnchmen dem Jnhall folgendes:

über alle Kirchen, dis dem Papst otoiegt, ^örberun«5A E Sorgfalt alles getan wwd, was zur Gläulileon J Listen und zur geeigneteren LsÄmg der der dimkch ist. Da nun die Kanoniker

Dollond^^ hl. Petros m Bautzen gegen

J 2ohrhunDerts ftst der Gründung dieses dsr^Bill« au?^ Apostolischen Stuhl gewmtat haben mit tznr die vor tin; T ^3 TE-N dre olle Diözese Mei- wteder zu erriMen^Iwhchmtoerien imteracomtaen ist, h-b-n mir. -ta ber Ueberzeugung, des christlichen (8'trübens und ber SÄxZ^t8' der be- BUE

sprechen zu sollen geglaubt. oorgebrachtan Bitte ent.

Daher bestimmen mir in Krol;

durch diesen Erlaß, daß das

Apostol. Präfekta Lausitz und des Avosto! len zm Diözese «chobm wirb untz ten Mei ßen" lDioecesis Mlnonsis) Mren^?

tum soll unmittelbar unter dem Hl. Stichle ®

s?..!g yrgjg »ÄKÄ D-Itz'n m der L^sli, kein.

daomn Rang «mb Wurde emer Bischof-«^ Prwilooim unb Rechten einer solchen nach dem ollm-mrn i w« KirchonrE. Die Kollegiatkieche b7u Petrus in Bautzen erhält ten Rang einer Katbebrab kirche; ihr unb ihren jeweiligen Bischöfen erteilen wir elle Ehren, Auszeichmingen. Dergünsticmnaen, Gnaden Dri. vflogten und Rechte, deren sich andere Kathedralen und ihre lewr^jgon Bischöfe nach Recht und gesetzlichem Herkommen rrfreu-Ar»