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Fuldaer Heilung

+2+ Druck der Fuldaer Nctteudrnckerei in Furv,

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Joseph Schmitt, FiileBa

Päpstlicher Hoflieferant. Vereidigter Messweinlieferant.

Vie Märchentante war da!--

Plauder« «ms der Schule von Christoph Kölbach, z. Zt. Gersfeld.

Gibt es etwas Schöneres wie (Erinnerungen «ms der Schulzeit? Freuen wir uns in späteren Jahren nicht noch herzlich über Geschichten und Märchen, die uns in der Kinderstube oder in der Schule von derXante" erzählt wurden? Und wenn wir uns heute noch freuen sollten wir da unfern Kindern die gleiche oder ähnliche Freude nicht gönnen?!--

Gottlob! Es gibt auch heut« noch eine liebeMär» chentmite"! Di« Schauspielerin Frau Anno Heckel- Lorenzen besucht seit einigen Tagen die hiesigen Schulen, um denKlemen" undGroßen" heitere und ernste Ge- schichtchen und Märchen zu erzählen. Und all den Reich-

luna zu machen.

Zuwiderhandlungen imterliegen. nicht nach den bestehenden Gesetzen schwerere eintreten, Geldstrafen, im Unvermögensfalle chende Haft.

Fulda, den 3. September 1921.

Der Dorsib-wde de« si--->iyausfchusfes.

Frhr. v. (Sägern.

NesonntmnlSruno.

Für die Körung der Zleqenböge des Kreises welch« bisher noch nicht gekört sind, sind folgende Termine fest, gesebt worden:

12. September 1921. vormittags 8 Uhr Körun; der Ziegenböcke her Stadt Fulda bei der Filzfabrik ar der Straße nach Kohlhaus;

nachmittags 2 Uhr in Großenlüder.

13. September 1921. vormittags 8 Uhr Langenbieber nachmittags 3,30 Uhr Neuhof

Vorzuführen sind alle Ziegenböcke die zum Decken fremder decklicher Tiere, sei es unentgelttich oder gegen Bezahlung verwendet werden. Diejenigen Ziegenböcke, die nicht vorgeführt oder von der Körunaskommilsion nicht weiter als zuchttauqlich erklärt werden dürfen nicht mehr zum Decken fremder weiblicher Tiere benutzt werden. Vorhandene Sprungreaister müssen unbedingt zum Körungsorte mitgebracht werden.

Vie Herren Bürgermeister des Kreises werden ange­wiesen. die vorstehende Bekanntmachung wiederholt in der ortsüblichen Welle zur Kenntnis der Bockhalter zu bringen. Für das Vorführen aller in Frage kommen­den Tiere zu der festgesetzten Zeit wollen die Herr« Bürgermeister Sorge tragen

Fulda den 4 September 1921.

Der Dorfihenbe des Kreisausschusses:

Frhr. v. Sagern.

Landwirt Schachert, Litzenbachshof bei Geisa;

Syndikus Dr. Albert Schömberg, Weimar;

Kaufmann Otto Renfel, Dermbach;

Pfarrer Simon Wehner, Apolda;

Schlosser Angelus Wehr, Sena.

Für d'e Landsslisle:

1. Mühlen besitzet: Dr. Kiel, Geisa;

2. Ssabella Sommer, Eisenach;

3. Werkmeister Braun, Gotha.

Roch ein kurzes Wort zu den beiden wichtigsten Spitzenkandchaturen:

Landwirt Schuchert in Litzenbachshof ist eine in der Rhön bestens bekannte Persönlichkeit. Als Führer des dortigen Bauernvereins genießt er in seinen Berufskreisen volles Vertrauen und steht in hohem Ansehen. Er bringt aber auch der Lage der andern Berufe, z. B. der Arbeiter großes Verständnis entgegen: wiederholt hat er ihre Wünsche entgegen­genommen und durch Verhandlungen mit seinen De- rufsgenossen in einer befriedigenden Weise erledigt. Bon allgemeinem Vertrauen getragen ist er zum Vor­steher des Bezirksausschusses des 4. Verwaltungsbe­zirkes gewählt worden.

Mühlenbesitzer Dr. Kiel

ist den Thüringern kein unbekannter Name. Lange Jahre hat er im früheren Weimarischen Landtage des Zentrums Fahne als einziger Bertreter hoch gehalten und in geschickter und energischer Weise unsere Inter- rfsen verteidigt. Hoch angesehen bei seinen Berufs-

ji$ ror.

Freitag, S. September 1921.

Deutsche und spanische

Messweine

rNltMluasen der MMen BroioerfoMS»

9. September 1921.

Die Zuckerkarten für Ne Monate September und Ok­tober sind in den Geschäften sofort zur Voranmeldung zu übergeben.

Anmeldeschluß Dienstag, den 13. September. Abgabe­schluß für die Geschäfte bei der Brotversorgungsstelle Don­nerstag, den 15. September. Es wird dringend gebeten, die vorgenannten Tage einzuhalten. Wer es versäumt, seine Zuckerkarten rechtzeitig einzureichen, verliert den An- sprach auf Zuteilung. Da mit Beginn der neuen Ernte die Zuckerrationierung wegfällt, werden die vorhandenen Zuckennengen alle ausgegeben. Eine Bedienung von lftochzüglern fällt daher für diese letzte Verteilung aus.

Die roten Sonderkarten Nr. 6 können bei der Brot­versorgungsstelle von den Geschäften zur Belieferung von amerikanischem Kochmehl eingereicht werden.

Gegeben werden pro Kopf IV* Pfund, das Pfund zu 3,80 Mark. (791

Unpolitische ZeitlLuse.

Von Fritz Nrenkemper.

Berlin, 6. September 1921.

Ein Jugendfreund, der seit 1870 in Holland ange- siedelt war, pflegte zeitweilig Berlin und mich zu be­suchen.Denk Dir bloß," sagte er eines Tages,da habe ich einen Hundertguldenschein wechseln lasten und dafür über 1000 Mark bekommen. Ihr werdet ja arm wie Kirchenmäuse, wenn euer Geld so west sinkt." Der alte Freund ist inzwischen leider gestorben. Da» würde er gesagt haben, wenn er neuerdings wieder nad) Berl'n gekommen wäre und für einen Hundert- si'üdenschein 2875 arme Reichsmark erhalten hätte, also fast dreimal so viel wie damals. 100 Gulden konnte man vor dem Kriege mit 170 Mark bezahlen; jetzt muiien wir das Siebzehnfache anlegen. Aehnlich steht J11 b-n andern fremden Geldern. Der amerika.

; ai S° war früher 4 Mark 25 Pf. wert; als er r x "v3tI stieg, entsetzten wir uns schon, aber jetzt , ordern die Amerikaner 90 Mark für einen Dollar, also mehr aI? das Zwanzigfache.

. ®*e. fürchterliche Entwertung unseres Geldes müßte doch seden deutschen traurig stimmen. Aber was s hen wir. E Börse gibt es Freudentänze um das goldene Kaw. Die Aktien gehen in die Höhe, und zwar tm Sturmschritt. 3e liEfer die Valuta sinkt, desto wlldvr wrrd die Haussce, d. h. die Kurstreiderei in fcen L/imdendenpapieren. Manche Aktien werden in einem Tage um 100 Prozent in die Höhe getrieben. fiaten di? Eewmnaussichten dieser Betriebe sich plötz- lich so sehr verbi fsert. R>.stn, aber die Nachfrage nach diesen Papieren ist riesig angewachsen. Ein sehr gro­ßer Teil der Bevölkerung hoi sich QUf das Börsen- spiel geworfen. Lie e Lcuw glauben, sie könnten von der Finanznot des Vaterlandes profitieren. Die alten soliden Rentenpapiere, die gleichmäßig ihre jährlichen Zinsen zahlen, werden beiseite geschoben; dafür stürzt man sich in blindem Etter aus die Aktien, die alljährlich einen schwankenden Gewinnanteil (Dividendei in Aus­sicht haben. Man sagt sich, cs ieienSachwerte", die von dem Sinken des Papiergeldes nicht berührt mür­ben, und die Dividenden müßten um so größer wer­den, je billiger das Papiergeld würde. So entwickelt sich eine maßlose Kurslreiderei.

Von den Börsenkursen gilt dasselbe usre von den Bergtouren: je höher man steigt, desto nefer kann man fallen. Wis lange rv'. die Hausse anhasten? Nur

verschiedenen Seiten mit dem Hinweis bekämpft, daß die verschiedenen Prtvatsteinbrüche wegen Mangel an Aufträgen still liegen und auch abgelehnt.

Neustadt. Ein mächtiger W a i 0 d r a n b zer­störte große Flächen des ForstreviersFröhliche Wiederkunft". Neben dem Baumbeslond ist

neuen Dergnügungssteuerordnung, die da­hin geht, die Kartcnsteuersätze wie bisher mit 20 Proz. i>es Eintrittspreises, die sich bei mehr als 10 Mark Ein- rittgeld auf 25 Proz. erhöhen, festzusetzen. Ferner ist Unternehmern die Verpflichtung zur Ausgabe von Karten bei steuerpflichtigen Veranstaltungen auferlegt. Wegen der Eingaben der Licht spiel- theaterinhaber, die sich in ihrer Existenz be- iiroht fühlen, und der Tmn- und Sportvereine, die Steuerbefreiung wünschten, kam es zu scharßm Aus- einanbersetzungen, die sich noch den Anträgen der So­zialdemokraten, welche besonders die st u de n t is chen Veranstaltungen scharf herangezogen wisten wolllen, noch verstärkten. U. a. wurde beantragt, Fäßchenpartieumzüge nach 9 Uhr mit 100 Mark und nach 10 Uhr mit 200 Mark Sonderst«uer zu belegen. Die Verhandlungen endeten^ damit, daß die Anträge der Sozialdemokraten fast sämtlich abgelehnt und die Ordnung mit geringen Aenderungen angenommen wurde. Die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer sind mit 140 000 Mark in den Voranschlag eingesetzt. Ein Antrag, alsNotstandrarbeit einen Stein­bruch im Stadtwald mit einem Kostenaufwand von 40 000 Mark in Betrieb zu setzen, wurde von

Hus dem Nachbaraeblet.

(fpd) Bübingen. Test Wochen hält eine Räu­berbande de Kreiseinwohner in Spannung. Fast in jeder Nacht werden in den verschiedenen Ortschaften schwere Einbrüche und Dirirstähl« verübt, Bei Höchst erschienen fünf Mann der Bande mit einem Wagen und plünderten eine Obstanlage. Der Feld- schütz wurde durch Gewehrfeuer vertrieben. Ehe Hilfe herbeikam, war die Bande verschwunden. Bei Alten­stadt führte die Gesellschaft dasselbe Manöver aus nur mit dem Unterschied, daß zum Abtransport des Obstes ein Auto benutzt wurde. In Eichen holte man eine Kuh aus dem Stall und schlachtete sie auf dem Felde ab. In Calbach plünderte man eine Wohnung, wäh­rend deren Insassen auf der Kirchweih weilten aus und raubten etwa 30 000 Al bares Geld, die Gold» und S'lbersachen und die vollständige Wäscheausstat- tung der Haustochter, die sich in den nächsten Tagen verheiraten wollte. Aller Wahrscheinlichkeit nach kom­men die Verbrecher aus Frankfurt a. M.

(fpd) Aschaffenburg. Der Verband der Brauereien von Aschaffenburg und Umgegend gibt bekannt, daß m der nächsten Zeit mit einer mefentlhben Erhöhung des Bierpreises zu rechnen ist. Als Begrün­dung wird angeführt, daß der Gerstenpre's nach Auf­hebung der Zwangswirtschast um dos Dreifache des Vorjahres gestiegen ist und die Steuern sowie die Preise für Hopfen, Kohle und die Frachten eine ent­sprechende Erhöhung erfahren haben. (Trotzdem wird beimSchoppenseppel" dem an preußische Preise Ge­wöhnten das treffliche Bier alshalb geschenkt" vor­kommen. D. Red.)

Km Gberheffen und den hessischen Aemtern

A Marburg. Die Stadtverordneten be- schäftigten sich in einer Dauersitzung u. a. mit der sind. Wenn der erste Andrang nachlößt und viele In- Haber der Papiere sich zur Abgabe entschließen, bann bekommen wieder die Verkäufe das Uebergewicht und die überspannten Kurse sinken.

Ein Teil der Glücksjäger denkt nicht soweit, daß er den unvermeidlichen Rückschlag in Ruhnung stellt. An­dere halten sich für schlau genug, daß sie vorher den Wetterwechsel spüren und rechtzeitig ihre Papiere wie­der abstoßen könnten. Dieses Selbstvertrauen ist höchst unsicher. Di: Zeitverhältnisie sind in . der Politik und im Wirtschaftsleben so unsicher, daß jeder eine folgenschwere Ueberraschung bringen kann. Wenn alsdmm der baylonische Turm an der Börse mal ins Wanken kommt, so bleibt es vielleicht nicht bei dem langsamen Abbau der Kurse, sondern es gibt einen Krach, eine Katastrophe, einen Zusammenbruch des galten Kartenhauses.

Alles schon dagewesen! Rach dem siegreichen Kriege von 1870 hatten wir zu viel Gold- und Silber- gelb, wir gerieten in di« Gründerära und das End« war ein Kroch der vielen vermeinttiche» Reichtum ver­nichtete. Jetzt, nach dem verlorenen Kriege, sollten wir eigentlich bescheidene und vorsichtiger sein; aber in wei­ten Kreisen herrschen doch wieder Gewinnsucht und Luxus in gefährlicher Weise, es wird gespielt und ge­wagt, ganz verwegen spekuliett bis der Krach dem toLen Treiben ein Ende macht.

Lin Mamr. der sich für recht klug halt, sagte mir kürzlich in pharisäischer Würde:Wissen Sie, die Wetikonterne und Sportbanken, über die Sie geschrie- den haben, sind Einrichtungen für die Dummen." Ich forschte so sachte nach, wie wett dieser Mann vom Londe der Dummen entfernt sei, und bald stellte sich heraus, daß er auch an der Börse spekuliere. Selbst- v'rständlich behauptete er, das sei ganz etwas airderes. Sehen Sie, die Macher an den Weltbanken wollten doch nicht für da- Publikum arbeiten, sondern sich selber bereichern; das tonnte doch ein Hall-blinder auf den erft.n Blick merken. Und bti den Wettrenn.n gibt es nicht bloß unberechenbare Zufälle, sondern auch un­ehrliche Schiebungi'n. So hat ja die oberste Nennbe- hörde j'tzt d i e berühmten drei Jockeys hinausgewor­fen, m it sie ihre eigenen Gäule nicht richtig ausritten, sondern lieber andere gewinnen Fefcan, am Deren Siegen sie beteiligt waren Aus solche Weise laste ich mich nicht um mein gutes G'ld begaunern. Aber wenn ich an der Börse die Konjunktur ausnutze, was kann mir da passieren?" --

Ich suchte dem Herrn klar zu machen, daß an der Börse zwar kein großer Betrug aetrieben wird,

tum, den ich beim Erzählen empfing, die ganze sorglose Fröhlichkeit und die reine ungetrübte Freude der Kinder- Herzen, die mir entgegen leuchtete, möchte ich hier festhalten, um gleichsam denen ju erzählen, die dieTante" noch nicht hören dursten.

Cs ging schon stark auf 11 Uhr. Noch eine Stunde und der Schultag mar verflossen, ohne daß dir et- roa rieteMärchentante" gekommen roar. Die große Er- roarttmgsfreude auf den kleinen Gesichtern schien schon einer bösen Enttäuschung Platz zu machen da plötzlich klopft es unb herein kommt die so sehnsüchtig erwartete Tante!--Im Augenblick roar es mäuschenstill. Alle

waren gespannt unb harrten der Dinge, die da kommen sollten! Was mochten sich wohl die riefen Gehirne alles aus gebucht haben? Ob die Tante gar böse fein konnte wie der Lehrer?--Diele stellten sich wohl die alte

Tante mm Knusperhäuschen vor so ängstlich sahen die Gesichter drein. Andere dachten wohl an das arme Rot­käppchen, bas der Wolf gefressen hat. Und die übrigen? --Na denen roar es wohl gong gleich, was es gab, wenn es ror schön roar!--

Unb die Tante begann zu erzählen!--So lieb und

so freundlich, daß sich gleich alle Gesichter wieder er­hellten. Dom Hänsel und Gretel, von der blinden Groß­mutter. dem Puppendoktor tmb dem Hauptmann mit sei­nem Hunde! Und noch so vieles andere ,roas erfreut und erbaut und Sonne bringt in die kleinen durstigen Kinderseelen! Aber mrch denGroßen" weiß die Tante zu erzählen! DonWilhelm Tell", vomGrasen von Habsburg" und noch manchen andern sieben, guten Men­schen.

Die Stunde war viel zu flott zu Ende. Beim Rechnen dauert es immer länger! Unb schön roar es so schön, daß die lauschendenHerrschaften" laut auslachten! Unb als die Tante wieder gehen wollte, hatten alle nur einen Wunsch unb eine Ditte:Tante erzähl' noch ernst"--

Unb die Tante erzählte nochRühr' mich nicht an" und ging davon.

Es roar wirklich eine Stunde der reinsten unb edelsten Freude. Es war wirklicher Sonnenschein für die Kinder und auch die älteren Zuhörer. Wie selten eine Erzählerin versteht es Frau Heckel-Lorenzen unserer Jugend zu er­zählen unb nist ihr zu lachen und zu meinen. Möge die Tante" nur öfter kommen, um die Kinder für Stunden abzulenken von dem so vergütenden Alltaosgezänk unb immer recht viel Licht und Sonne für die keimenden See­len und Herzen mitbringen. Unsere Kinder werden dafür dankbar sein und noch in späteren Jahren sich erbauen und erfreuen an den Erzählungen aus der Jugendzeit.

wirtschastung des Zuckers aus der Ernte 1920 insbe sondere auch die Preisbestimmungen, bestehen bleiben Es würde also unzuläsiia und strafbar fein. Zucker bei alten Ernte im freien Verkehr abzugeben. Der Zeit­punkt der Abgabe ist habet unerheblich.

Ebenso ist der Handel bei Abgabe von Zucker alter Ernte an die Bestimmungen der Derordnung über den Verkehr mit Zucker vom 30. September 1920 und die 3v ihrer Ausführung ergangenen Borichriften gebunden.

Fulda, den 7. September 1921.

Der Canbtai Frhr. o. (Sägern.

In Steinbach Gemeinde Liebhards und S i eb « los, Gemeinde Abtsroda. Kreis Gersfeld, ist die Maul und Klauenseuche erloschen.

Fulda, den 5. September 1921.

Der k. Landrat. I. SB.: Schuster.

Demnächst erfolt für bi» Ländern Inden die Derlei, lunq des Zuckers für den Monat September. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen VA Pfund.

Gleichzeitig werden je Kopf VA Pfund Einmachzucker verteilt.

Die Preise des Zuckers stellen sich rote folgt: Gemahlener oder Kristallzucker 4,25 Mark Hutzucker je Pfund 4,30 Mark.

Kandiszucker je Pfund 4.85 Mark.

Die Abholung des Zuckers bei den Bezirksgrossisten kann erfolgen, sobald den Gemeinden bezro. Bert es lungsstellen, die Rechnung zugegangen ist.

Fulda den 6. September 1921.

Der f. Landrat. Frhr. v. (Bagern.

Kadaver und Kadaoerteile von gefallenen ober nicht zu Schlachtzwecken getöteten Pferden Eseln, Maul» efeln Tieren der Rindoiehgattung, Schweinen. Schafen unb Ziegen dürfen nur in der Tier körper- verwertungsanft alt Pilaerzell bei Fulda vernichtet werden. Das Oeftnen Abhäuten und Zerlegen der Kadaver außerhalb der Anstalt ist verboten außer bei vorhergehender Genehm-gung des Kreistierarztes. Die Besitzer der Kadav-r haben sofort, fpätest'ns aber am Tage nach dem Tode des Tieres, dem Bürgermeister ober Gutsvorsteher von der Tötung ober dem Verenden des Tieres Anzeige zu erstatten unb der Tierkörperverwer­tungsanstalt in Pilgerzell bei Fulda mündlich, tele. phonifch ober telegraphisch sofort genaue Mittei­

DermiWes.

* Die Ausschreitungen in Speyer. Zu den h'er er­folgten Ausschreitungen wird noch berichtet: Die Menge, die gegen 12 Uhr das RegierungsgSbäude stürmte, hat in den Zimmern und Sälen m geradezu empörender Weife gewütet. Die Amtszimmer des Regierungs­präsidenten, der drei Regierungsdirektoren und der meisten Beamten wurden erbrochen und grauenhaft ver­wüstet. Die künstlerisch wertrollen Oelbilder der baye­rischen Könige nmrden von den Wänden gerisien, zer­treten und zerschnitten, die vergoldeten Rahmen zer­schlagen. Wertvolle Pastellbilder, alle erreichbaren Akten, eine Königsbüste und Einrichtungsgegenstönde aller Art flogen zerstampft und zertreten auf die Straße. Der angerichtete Schaden ist außerordentlich groß. An den Zerstörungen beteiligten sich in erster L nie j u - gendliche Elemente beiderlei Ge­schleift t 5.

* 60 Personen bei einer Meuterei verwundet. Im Hafen von N e w y o r k tarn es an Bord des Dampfers Ehester Kiwanes zu einer Meuterei. Die Hafsnpolizei wurde herbeigerufen und es gelang ihr, nach einer richtigen Schlacht die Ruhe wiederherzu- stellen. 60 Personen waren bei dem Kampf zwischen Polizei und Ausständigen v e r w u n d e t worden.

Amtliche Anzeigen.

Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichsmini­sters für Ernährung unb Landwirtschaft über Zucker, Kunsthonig und Süssigkeiten vom 31. August 1921 (R. G. Dl. S. 1253 Nr 93) mache ich daraus aufmerksam, daß lediglich der Zucker aus der Ernte 1921 freigegeben wird, mithin die bisherigen Vorschriften über die Be.

daß aber doch einer den anderen zu Übervorteilen suche. Wer dort etwa gewinnen will, findet es nicht auf dem Fußboden, sondern muß es aus der Tasche eines Mit­menschen boten. Eine Masse von gewerbsmäßigen Spekulanten mtt viel Uebung und großen Mitteln steht bereit, um von den gelegentlichen Mitspielern ihren Vorteil zu ziehen. Bei diesem Writkampf muß der Mann aus dem Volke in der Regel unterliegen, weil er an Geschick und Schnelligkeit nachsteht. Wenn der Krach kommt, so werden die letzten von den Hunden gebissen, und d« gewerbsmäßigen Spekulanten werden nicht diese letzten sein, da sie sich rechtzeitig zu »Decken" ver­stehen.

Wahrscheinlich habe ich in den Wind geredet, trenn der Zuhörer ist nun mal von der zeitgenössischen Ge­winngier besessen. Ist gegen diese Krankheit überhaupt ein .Kraut gewachsen, oder muß sie sich austoben bis zur Pleite? Hoffentlich kann doch wenigstens im An- fangsftodimn das gute Zureden noch etwas helfen. Darum möchte ich al» getreuer Onkel allen Lesern zu- rufeir: Spielt nicht und spekuliert nicht, sondern ar­beitet und spart; das ist der einzig richtige Weg zum Wohlstände und zur Zufriedenheit. Sollte etwas über­flüssiges Geld euch allzusehr in der Tasche jucken, so kauft lieber ein gutes Buch oder sonst etwas Praktisches für den kommenden Winter.

Zum Tanzen ist die Zeit überhaupt nicht angetan; am wenigsten zum Tanze um das golden« Kalb. In dem Gedränge und aus dem schlüpfrigen Boden kom- men viele zu Fall, aber nicht zum Vorteil oder Ver­gnügen Du glaubst zu rupfen und du wirst gerupft, ehe du es ahnst'

so lange als die gierigen Käufer in der Mehrzahl kollegen spiest er als Stadtverordnetenvorsteher auch in seiner engeren Heimat eine bedeutende Rolle.

Ein offener Brief an die Thüringer Zentramswähler.

Aus Dermbach schreibt uns der dort zu Besuch weilende Post^kretär Plewa au« Leipzig:

Liebe Parteifvemckre!

Es gereicht mir zu besonderer Freude, baß ich meinen Urlaub in Thüringen torfeben kann, wo zur ZHt der Wahlkampf tobt. Im Freistaai Sachsen haben wir den fetzten Wahlkampf unter den gleichen Verhältnissen durchgefochten, rote Sie jetzt hier. Wir sind seinerzeit auch das erstemal mit einer eigenen Liste auf den Plan getreten. Sowohl dort als auch hier versuchten unb versuchen die Rechtsparteien (hier vor allem der Bauernbund) tmferen Parteifreunden durch allerlei Georösem vorzumachan, daß eine Stimmabgabe für bas Zentrum zweck- los sei, well unmöglich die für einen Kandidaten erfor­derliche Stimmenzahl «nrsgeboacht werden könnte.

Das ist nicht wahr, siebe PartechrsuNbe! Wir haben in Sachsen den Herren die rechte Antwort gegeben. Rur wenige Stimmen haben an der Zahl ge­fehlt, die für 2 Abgeordnete nötig war. Ich hoffe zuoersichllich daß die Thüringer gläubigen Christen im all­gemeinen und die Katholiken im besonderen diesem Wahlmanöver in der rechten Weise begngen werden. Es darf am 11. September kein Katholik die Erfüllung der Wahlpflicht versäumen. Es darf auch keiner nach links schwenken, von wo uns die konfessionelle Schule geraubt werben soll, auch keinesfalls nach rechts, von wo aus alles Katholische in den Schmutz gezogen wirb. Ettern, Erzieher und alle Einsichtigen sind verpflich­tet, Angehörige, Berroambte und Bekannte aufzuklären unb falls nötig, zum Wählen $u veranlasien. Sorgen Sie, werte Parteifreunde, dafür, daß auch in ben Thürin­ger Landtag wenigstens ein Zentrumsab- georbneter emzieht, damit unser sachs. Abgeordneter nicht mehr allein auf Vorposten stehen wird. Das wird für mich unb unsere Freunde m Sachsen eine herzliche Freude und ein kräftiger Ansporn zu neuem Schaffen fein. Das Ziel wird sicher erreicht werden, wenn bas Thüringer Zentrum mit frohem Optimismus am 11. ferne Wahl­pflicht erfüllt und die Parole befolgt:2111e 2Rann an Bord!"

Also auf! wählt Zentrum!

I ---gg-ü

Zur Wahl in Thüringen.

----- Zentrumsanhänger in Thüringen!------ ------ Am Sonntag Wahlrecht Wahlpflicht! -------

Im Geis aer Land, wo stetseineHochburg derZentrumspartei war, muß am kommenden Sonntag, den 11. September, anläßlich der Thüringi­schen Landtagswahl die Ehre der Zentrums- Partei gesichert werden, alle Wahlberechtig­ten, Männer und Frauen, restlos zm Wahl­urne schreiten und die Kandidaten der Zen- trumspartri wählen.

Die Zentrumspartei geht diesmal selbständig vor; NichtWahlontballung", nichtStimmzettel einer anderen Partei", Zentrum ist Parole. Nach reiflicher Ueberlegung und nach Erschöpfung aller an­deren Möglichkeiten ist dieser Beschluß einstimmig von den berufenen Vertretern gefaßt worden. Notgedrun­gen hatte," mir das letzte ^Sal mit Gewehr bei Fuß 8ur Sette gestanden. Das Wahlgesetz, das für jeden Wahlkreis eine Mindestzahl von 12 000 Stimmen für einen Kandidaten vorsah, schloß uns von der Mit­arbeit aus und versperrte uns jeden Weg, nachdem die Verhandlungen mit einer anderen auf dem Boden der Verfaffung stehenden Partei gescheitert waren.

Jetzt ist das Wahlgesetz geändert und wenn wir das letzte Mal durch StimmenentHaltung in kraftvoller Weise protestiert haben, fo müssen wir diesmal bei der geänderten Sachlage mit voller Kraft Mit­arbeiten. Das neue WahlWsetz sieht vor, daß sämt- stche Reststirnmen auf eine Landesliste vereinigt werden. Es genügt also, daß in Thüringen 12000 Zentrums stimmen aufgebracht werden, und wir sehen unseren Spitzenkandidaten gewählt; zwar haben wir bei der letzten Reichstagswahl diese Zahl nicht ganz erreichen können, aber wir haben noch große Reseroen. Es gibt allein mindestens noch 25000 kath. Wähler in Thüringen. Katholiken der Diaspora wisirn, vas sie an i'grem Zentrum haben. Ihre Treue ist be­kannt, ihr Eifer sprichwörtlich geworden, jetzt nist es, diesen Eifer zu betätigen. Die Aussichten stick» gm. Man rechnet in allen Orten mit einer erheblichen Zunahme der Stimmen und steht mit guter Zuversicht dem Ausgang der Wahl entgegen. Nur muß jeder Zen­trumsmann seine Pflicht tun und arbeiten und wer­ben! Di« letzten Tage muffen auch den Gleichgültigsten unter uns die Augen geöffnet haben. Bis ins letzt« Dorf, bis an den lauesten Wähler ist der Wider­hall der Schüsse von Griesbach gedrungen. Heraus aus der Zurückhaltung; hinein in die vorderste Front der Mitstreiter!

kämpfet und der Sieg wird unser fein!

Ausgestellt sind für den Wahlkreis Weimar: