Einzelbild herunterladen
 

M 195.

Freitag, 26. August 192L

--- Fuldaer Zeitung

Druck der Fuldaer Nctieudrnckerei ttt ientbe

vk Be-eutung des

Religionsunterrichtes.

Aussprüche berühmker Wchkkalholiken.

Angesichts der gegen den Religionsimterncht in den Schulen gerichteten Kamps«, angesi<^s der Bestrebungen, den Relrgiorrsmrt erricht zu einer Sache der Freövilligkest tzu machen, ihn womöglich aus der Schule in die Kirche zu verbannen, sind die folgenden Darlegungen berichmter Nichtkotholrken über die Bedeutung des Religionsunter, richts, di« im .Reuen Reich" zusammengestellt sind, attueS und interessant:

®. Washington (in seinem Testament an seine Landsleute): .Religion und Moralität such die unerläß- üchon Stützen der öffentlichen Wohlfahrt. Der ist kein Warm des Vaterlandes, der diese mächtigen Pfeiler der menschlichen Glückseligkeit untergräbt. Jeder wahre Po- lütter ehrt und liebt sie ebenso gewiß, wie jeder fromme Mensch. Demunst und Offenbarung beweisen, daß Mo- ralität im Dolde ohne Reügwn nicht bestehen kann."

Lord Salisbury (weiland enAscher Minister­präsident): »Die religiöse Erziehung ist eines unser« teuer­sten Recht«. Ich verlange, daß alle Konfessionen di« Ju- gend nach ihrem Gloubensbekenntniffe ergehen dürfen und nicht nach dem schmählichen Systeme eurer gewissen allge­meinen religiösen Enzie^mg, dar in manchen Schul«, üblich ist."

Pourtales (der französische Staatsmann und Rechts­gelehrte vor den Reoolutionsmünneru des Konvents): .Es ist endlich an der Zeit, daß di« Theorien vor den Tatsachen schweigen! Kein Unterricht ohn« Erziehung, ohne Moral und Religion! Die Lehrer haben in der Wüste gepredigt, fest man unbedachterweise verkündete, man dürfe in der Schule nie von Religion sprechen. Di« Kind« haben keinen Begriff von Gott, von gerecht und ungerecht. Da- her wilde, barbarisch« Sitten und in Bälde ein wildes 3300. . . . Gang Frankreich ruft di« Religion an, der Moral und der Gesellschaft zu helfen!"

Jules Simon (ber bekannte französische Politiker): .Die neutrale Schule fft eine chrlof«; entweder gibt es sie gor nicht, oder wenn ja, dann muh man darüb« er­töten."

P. CH. Chesnelong (französisch« PoMk«): .Es gibt keine Sittlichkeit vor wirklicher Kraft, außer jener, die an Gott glaubt, deren Grundlage Gottesliebe und Gottes- strrcht bilden; dies ist die christliche Moral, die Moral der Zivilisation, und jede andere bringt uns in die Barbarei zurück."

Guizot (französischer Kultminister):Der Staat hat weder die Mission noch das Recht, die Religion zu lehren oder in seinem Namen lehren zu lassen . . . trotzdem darf er den sittlichen Wert und die Wirklichkeit iw Religion nicht verkennen; er hat vielmehr di« Verpflichtung, damit zu rechnen und der Religion den gebührenden Platz ein- zuräumen. . . . Religiös sittliche Erziehung fft in freien Ländern notwendiger als anderswo. Um Grundsätze und Disziplin dm Kindern beizubringm, fft Religion und ihr Einfluh unentbehrlich: sie fft aufs innigste mit ber Sitt­lichkeit verknüpft."

Treitschke (in seinen Dorlesungm üb« Polstik): .Die Erfahrung hat gezeigt, daß in Simultanschulm der Unterricht nicht so gut erteilt wird, rote in konfessionellen Schulen; und daß gemischte Schulm dm Friedm fördern, fft zwar ost behauptet worden, fft ab« das Gegenteil der Wahrheit. Simuitanschulm erregen den Religsionshaß weit eher, als konfessionell«."

Preußffcher Kultusminister Puttkamer während des Kulturkampfes im preußischen Abgeordnetenhause:Die Religion muß das Zentrum d« ganzen Dollserzichung fein. Der christliche Charokt« der Dolksschule ist das Pal- labilem unseres Kulturlebens.. .. Staat und Kirche hobm ein gleich gemeinsames dringendes Interesse an ber Pflege der Schule; der Staat tarnt zu ein« dauernd Mich-reli- gissen Erstehung' der mächtigen und wirksamen Hilfe ber Kirche nicht entbehren; die Kirche kann ihrerseits die ihr obliegende hohe Heilsausgabe für di« Menschheit nur halb erfüllen, wenn sie aus d« Schule verdrängt wird, oder wenn sie sich schmollend von ihr zurückzieht."

Preußischer Kiffturmmfftw Di. Studt: .Die Herren von der Gegenseite mögen sagen, was sie wollen, es ent­spricht der ganzen historischen Entwicklung, daß die Schule eine konfessionelle fei. Es entspricht dem eigenen Interesse der Lehrer, mein« Herren; berat die Lehrer sind gerade in der Simultanschule vor doppelt schwierige Aufgaben ge­stellt . . ."

F. W. D o r p s e l d (protestantischer Pädagoge):Ein wirkliches Nationaiimglück wäre ein reines, von allen Be­ziehungen zur Kirche losgerisiones Stoatsschulwefen. Dar»

Unpolitische SettlSuse.

Bon Fritz Nienkemper.

Berlin, 24. August 1921.

Sie werden nicht alle. Auch in Berlin nicht.

Die Berliner Schulen waren nicht schlecht; trotz­dem laufen hier Tausende herum, die nicht rechnen können. Der ganze große Zirkus Dusch war dieser Tage von solchen Schwachköpfen gefüllt, und die ju­belten mit Begeisterung einemBankdirettor" zu, der chrten versprochen hatte, für jede 100 Mark Einlage s"stch ein paar Monaten 100 Mark und dann wteter 100 Mark und dann roieter 100 Mark alsDividende", gu Zahlen. Dieseheilen Berliner" glaubten dos, ob- schon doch jeder Mensch, der nicht im Irrenhaus« sitzt, stutztg werden muß vor diesem Rechenexempel. Wer E btnem Kapital 20 oder 30 Prozent Zinsen heraus- oXn s I't°n ein Hexenmeister; aber wer 200 oder 300 oder gar 400 Prozent aufbringen will, ist ein $ai5*nfanger dickstem Kaliber.

4)ie Jtennroetten sollten als Dukatenmännchen

. sich nämlich um die Sportbanken

und Wetrkonzttne, die in den letzten Monaten üppig Ins Kraut geschossen waren und jetzt von einem lust- remMNdm Gewttter betroffen werden. Drei solcher Schwmdelbanken mit Millionenumsatz sind schon zu- sammengwrochsl. Ein großer Wettkonzern mit dem Namen Klam« steht auf bet Kippe. Nun erlebte Berlin das sonderbare Schauspiel, daß sich gleichzeitig m emem großen Saale die Gläubiger der Pbeitebanken versammelten, um tm Schweiße ihres Angesichts zu beraten, wie sie noch etwas von ihvm Einlagen retten konnten, und im Zirkus Busch ber besagte Klante eine Parade feiner wrtraucn&fcligen Gffolgschaft abhielt, um mit den gröbsten Prahlereien, den riesigsten Der- sprechungen und den dicksten Lorbeerkränzen sich als Wohltäter des ausgcbeutelten Volkes aufzuspielen.

Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: die dreiste Stirn dieses Direktors oder das Brett vor ben Köpfen feiner Opfer. Die Leute haten durch ihre Habgier und durch die SMleitenschaft wirklich die Denkkraft eingebüßt. Wenn ihnen irgend ein Habe­nichts einen großen Gewinn verspricht (j? toller, desto besser), dann fliegen sie heran und fallen sie herein, wve die Molden ins Licht. Immer di« alte Geschichte vom Gimpelfang, wie ihn di« berüchtigt« Spitzeter in

ner

über sollte es unter Christen nicht vieler Wort« bedürfen. Ist di« Kirche überhaupt zu etwas nütze in d« Welt, so ist sie auch den Kintem zugut da ... Will ber moderne Staat ohne die Kirche Schule halten, und zwar den ganzen Menschen «ziehen, so traut er sich mehr zu, als « vermag. Der Staat kann der Schute vortreffliche Dienste leisten; ober Vater- imb Mutterstelle kann er bei ihr nicht ver­treten Wer das doch glaubt, ü« steckt eben in einem Aberglauben."

Denis Diderot (französffcher Gelehrter):Um mein liebes Töchterchen gut zu unterrichten, habe ich noch vielem Suchen fein für diesen Zweck bettens Buch gefunden, als den Katechismus ber Diözese. Wundert euch nicht! Des Ka­techismus bediene ich mich und holte chn für das sicherste Handbuch ber Pädagogik. Welch festere Grundlage tarnt ich dem Unterricht mein« Kleinen geben? . . . Di« erste wesentliche Ertenntnis hat die Religion zu sein, di« irie einzige Grundlage der Moral fft; daher sei die Religion b« erst«, ja alltägliche Unterricht."

Viktor Cousin (Philosoph und Unterrichtsmim- ster):3m Schulunterricht muß, um die Grundlagen der Sittlichkeit fester zu legen und den Charakter des Kindes zu b8ben, die religiöse Unterweifung, ob« besser gesagt, die christliche Erziehung an die erste Stell« treten."

Viktor Hugo (berühmter ftanzösisch« Dicht«): vor Gericht stellen sollte man jene Eltern, die ihre Kind« in eine Schul« schicken, über deren Türe geschrieben steht: Hter wird nicht üb« Religion unterrichtet."

Wirtschasts- ___ ____,

1961 Studierenden auf, dann folgt die Medizinisch« Fakultät mit 696, die Naturwissenschaftliche mit 543, die Rechtswistenschaftliche mit 452 und die Philoso­phische mit 499. Di« Provinz Hessen-Nassau ist unter den Studierenden mit 1591 vertreten, der Frei-

10-1 Uhr.

(fpd) jranffurt a. M. Die Zahl der Studie­renden an der Universität betrug im soeben beendeten Sommurhalbjahr 4982, nämlich 4392 Män-

und 590 Frauen. Den stärksten Besuch rotes die tschafte- und sozialwissenschaftliche Fakultät mit

nett Gesellen, die sich der Durchsuchung der Wogen widersetzten, wurden verhaftet.

(fpd) Friedberg. Die aus dem 13. Itchrhmwert stammende Sanbstemsigur am Hause Ecke Kaiser- straße und Schirngaste, im Dolksmunde genanntDi: Jungfrau", ist für 45000 Mark in den B esitz des Friedrich-Museums in Berlin überge­gangen. Die Stadtverwaltung, der Hessische Staat und der Geschichtsverein hatten alles getan, um die Verschleuderung derJungfrau" durch ihren Besitzer, den Rentner Georg Haustein, zu verhindern.

(fpd) Bad Mldungen. Der 17jährige Karl Fahl aus Kaffel stürzte beim 6 r ft eigen der Bü­ste i n k l i p p e n bei Reizenhagen ab und blieb mit lebensgefährlichen Verletzungen in der Tiefe liegn.

X Frankfurt a. M. Die Gemäldegalerie des Städel's chen Kunstinstituls zu Frank- furt a. M. (Schaumainkai 63), die vor Kurzem ihren großen Erweiterungsbau mit der modernen Gemäldegalerie eröffnete, zeigt zur Zeit in der Aus­stellungshalle ihres Kupferstichkabinetts eine um- fangreiche Dürer-Ausstellung. Fast das ganze graphische Werk des Meisters, die sämtlichen Kupfer- stiche und die Holzschnittfolgen in prachtvollen Drucken sind zur Schau gestellt. Einen seltenen Gegenstand höchsten GenuffeS und Jnlereffes bildet die lange Reihe der herrlichen originalen Handzeichnungen Dürers aus dem Besitze des Instituts, denen eine bisher in Pariser Prtvatbesitz verborgen gewesene, erst kürzlich nach Deutschland gelangte köstliche Zeich­nung aus der Frühzeit des Meisters hinzugefügt wurde. Die Besuchszeiten des Städel'schen Kunst­instituts und der Städtischen Galerie sind: Wochen- tags von 101 und von 35 Uhr, Sonntags von

Sozialer.

Der mitteldeutsche Handwerkertag in Magdeburg hat ein hochgemutes Bekenntnis von der ßebensfreube und dem Daseinsmut des Handwerkerstandes gegeben; « denkt nicht daran, sich von d« augenblicklichen mißlichen Lage und den Sozialisierungsplänen unterliegen zu las­sen. Zum deutschen Handwerkerstände gehören heute etwa 1700 000 Betriebe mit etwa 4 Millionen Seelen, und der Wert dieser Unternehmungen wurde schon vor dem Kriege auf etwa 12 Milliarden bemessen. Es ist auch gar nicht zu bezweifeln, daß das Handw«k wieder allgemein zur Blüte gelangt, sobald di« Teuerung nach­läßt und es dem Publikum ermöglicht, die Handwerks, betriebe mehr als gegenwärtig mit Aufträgen zu be­denken. Die Zahl der tüchtigen Gewerbegehilfen, die sich selbständig machen möchten, ist auch nicht g«inger ge­worden. sondern gewachsen. Werden die Lebensverhält- niffe anders, ist auch ein guter und sicherer Verdienst da.

Internationaler Bund der Genoffenschaftsver- bände. 3n Zürich fand der dritte internationale Kon­greß der christlich organisierten Genossen- schaftsverbände verschieden« Länd« statt. Es waren oertreten: Italien, Frankreich. Deutschland, die Schweiz, Holland, Belgien. Oesterreich, Ungarn; Iugo- stavien und die Tschechoslowakei mit insgesamt 50 Sete, gierten. Nach lebhafter Aussprache üb« die Referate wurden die Statuten beraten und hierauf die Gründung ein« Internationale beschlossen. Die Konföd«ation führt den Titel: internationale Konföderation der Ge- nossenschaftsverbände." 3br Sitz ist Rom.

Organisation der Eisenbahnsahrbeamten. Am Sonntag fand in Essen eine aus mehr als 30 deutschen Städten besuchte öfsenttiche Versammlung ber Eisen- bahnfahrbeamten statt in welch« auf besondere Ein- labung ber Vorsitzende des Allgemeinen Eisenbahner. Verbandes Scaruppe und ber Landtagsabgeordnete Riedel über Besoldungswes.en und Beamtenrecht sprachen. Diese D«sammlung führte dazu, daß die bis- her schon im Allgemeinen Eisenbahner-Verband, wenn auch in schwach« Zahl. o«einigten Fahrbeamten und eine große Anzahl bisher anders organisi«ter Fahr, beamten sich zu einer neuenFahrbeamtenge- w erkschaft" im Allgemeinen Eisenbahner-Verband zusammenschloffen. Obwohl in ber ausgedehnten Aus. spräche auch genügend Vertreter anderer Gewerkschafts­richtungen zu Worte kamen, traten doch eine große An- zahl Fahrbeamten d« neuen Gewerkschaft bei. Diese will auf politisch und religiös neutraler Grund, läge in möglichster Selbständigkeit und Einheitlichkeit die Interessen des Eisenbahnfahrperonals vertteten, dabei aber in den großen Fragen das Zusammengehen mst gleichgesinnten 2Irbeit«n und Angestellten nicht ableh- neu und deshalb in Anlehnung an den A. E. V. sich durch den Gewerkschaftsring als Spitzenorganisation vertreten kaffen. Es würbe ein provisorisch« Vorstand mit dem Zugführer Mohaupt, Esten, an d« Spitze ge. bildet und dies« beauftragt, bis spätstens zmn 1. Okto­ber einen konstituierenden Delegiertentag einzuberufen und diesem einen Satzungs- und einn Programmentwurf vorzulegen. _________________________

aus dem Nachbargebiet.

(fpd) Lauterbach. In Grebenhain kam es zwischen Landjägern und einer Zigeunerbande zu einem Zu- sammentreffen, wobei die Zigeuner von ihren Schußrvaffen Gebrauch machten. Mehrere der brau»

staat Hessen mit 554. Ausländ« waren eingeschrieben 240. Mit Ausnahme von Frankreich sind hierbei sämttiche ehemals feindlichen Staaten vertreten. An der Spitze marschieren die Bulgaren mit 47.

(fpd) Schweinfurt a. M. Anläßlich ber Verlobung feines Sohnes ließ Kommerzienrat Georg Schäfer sämtliche Kind« seiner Arbeiter mehrere Hundert vollständig mit Hemden und neuen Kleidern aus» statten. Ferner «hielten 60 erholungsbedürftige Sir« beiterkinder dreiwöchigen Aufenthalt im Kinderheim Marienruhe-Hcunmelburg und wurden vor ihrer Ab­reise mit neuen Schuhen versehen. Eine größere Anzahl anderer Arbeit«kind« wurden mehrere Wochen im hiesigen Maria-Theresia-Heim verköstigt. Sluch für den Bau der Notkirche in Ob«ndorf spendete Kommer- zienrat Schaf« einen namhaften Geldbetrag.

(fpd) Lad Homburg v. d. H. Seit Ianuiar weckten die Villen tm Taunus von Einbrechern systematisch heimgesucht und gründlich ausgeplündiert, ohne daß es bisher gelang, die Bande zu entlarven. In d« Nacht zum Mittwoch wurde abermals ein besonders schwer« Einbruch v«übt, bei dem Diebe aus der Villa des Herrn von Bernus Teppiche, Prozellane, Ge­brauchsgegenstände und entere Sachen von außeror­dentlich hohem Werte entwendeten.

(fpd) Würzburg. Infolge groß« Fehlbeträge bei Gastspielen und unter« noch nicht ganz klar gestellter Handlungen fft es hier zu einem Theaterkrach gekommen, bei dem neben ter Stadt vermutlich auch E":eiche Würzburger Geschäftsleute die Leidtragenden werden. Theaterdirektor Rolf Bertram hat fein bereits niedergelegt. Wie hoch die Fehlbeträge sind, konnte noch nicht genau festgestellt w«den. Der Direktor hat erklären lasten, daß er für sämtliche durch ihn verschuldeten Mehrausgaben aufkomme.

Bad Ems. Wie dieRheinische Rundschau" erfährt, wurden vier Kassenangestellte des Ein- und Ausfuhramtes, das anläßlich der Ver­hängung der Sanktionen in Ems errichtet wurde, im Dienst verhaftet. Sie werden der Unter­schlagung größerer Beträge beschuldigt, die man auf ungefähr 500000 Mark annimmt. Der genaue Betrag konnte noch nicht festgestellt werden, weil das Kaffabuch verschwunden ist. Es soll in der Lahn versenkt worden sein und konnte trotz angestreng­ten Suchens bis jetzt nicht gefunden werden.

vermischter.

wercherousslellung in wehlar. Im nächsten Jahre w«den 150 Jahre seit Goethes viermonatlichem Auf, enthalt in Wetzlar d«floffen sein. Deshalb hat man be­schlossen in Wetzlar im Anschluß an die Tagung ber Goethe-Gesellschaft 1922 eineWerth er.Ausstel- lung" zu veranstalten und das Harrs und den Hof des ehemaligen Ordenssitzes wieder in den Zustand wie zu Goethes Zett zurückzuvecketzen. Das Deutsch-Ordens, haus, gewöhnlich Lottehaus genannt, bildet den Schau, platz von Goethes Liebesidyll und des Goetheschen Ro. morsWerthers Leiden", darf also in der ganzen Goethewelt dauernd« Beachtung beanspruchen.

* Jims Personen verbrannt. Im Hause des Buch­halters Ehinget in Hagenau am Botensee brach nachts Fen« aus. Zwei Wohnhäuser und ter große Gast­hof Adler sind abgebrannt. Ehinger, seine Frau, zwei Kinde: und ein Ferienkind sind verbrannt.

* Hilferuf durch eine Brieftaube. Wie aus New- Dork gemeldet wird, fiel dort eine Taube erschöpft im Broadway nieder. Sie trug einen Hilferuf von dem bekannten Naturforscher Edmund Heller, der sich in den Hoodoe-Bergen im Nellowstone Park verirrt hatte. Die Taube war 4000 englische Meilen in vier Tagen geflogen.

* 200000 Menschen bei einem Erdbeben nmge- kommen. Laut einem offiziellen Bericht aus Peking sind beim letzten Erdbeben in Kan Su 200 000 Per­sonen ums Leben gekommen. Die Häuser in einen Gebiet von 75 Quadratmeilen sind vernichtet.

Neue Bücher.

Jrantfuri und das Bistum Limburg. Soeben fft it der Carolus-Druckerei zu Frankfurt a. M. etn ter dies­jährigen Generalversammlung ter Katholiken Deutschlands gewidmetes sehr zeitgemäßes Weckchen aus der Feder de« Prof. Dr. thevl. et phil. Wilh. Nikolay, Studien rat zu Franffurt a. M. erschienen. Es biltet einen tiefen und zuverlässigen Einblick in die Rolle, die Frankfurt a. M. bei ter Gründung des Bistums Limburg spielte. Mit großem Fleiß« hat ter Verfasser die Ergebnisse sein« ein­gehenden archivalischen Untersuchung zufammengettagen und in leicht verständlicher Form dem bretteren Publikum zugänglich gemocht. Auch « kommt zu ter Anerkennung, daß bi« freie Reichsstadt in vornehmer Weffe sich an ter Gründung des Bistums bei der Erfüllung der durch die Säkularisation übernommenen Verpflichtung beteiligt hat, was von ten damaligen weltlichen Herren des größeren Teiles der Diözese, dem Herzogtum Rastau leiter nicht gejagt werden kann. Das Werkchen hat nicht nur für ben Klerus, die Bibliotheken und die Geschichtsfreunde Interesse, es wird auch sonst mit hohem Nutzen gelesen werden.

H«mano Siegfried Rehm. Auf hefsischen Land­straßen. Lohmüll« u. Sommer, Fulda, 1921.

Die Eindrücke feiner Wamterungen und Künftterfahrten hat ter Verfasser zu einem hübschen Buche zufammen- gestellt. Er führt ten Les« durch die heffffchen Land- schaffen, in die Wetterau und zum Vogelsberg, ins Lahn- tai und nach Fritzlar, zum Main nach Offenbach und Ha­mm, aber auch üb« die eigentlich hessischen ®aue hinaus zum Spessart und in die Pfaliz nach Kaiserslautern, Zwei, bvückm, im Glantal und auf die Ebernburg. Manches wenig bekannte Plätzchen weiß er lebendig zu machen, so di« alte Stadt Büdingen und di« kleinen obecheflffchen Nester: Schlitz, Lauterbach, Alsfeld. Gefällige Plaude­reien üb« unterhaltsame und merkwürdige Reifeerieb- niffe verknüpft « mit kunstgeschichtlichen Betrachtungen, geschichtlichen Anekdoten und weiß zudem überall die fite« rarffchm Erinnerungen zu wecken, die sich mit bestimmten Orten verknüpfen. Mtt Liebe und Verständnis für di« hessische Eigenart in Landschaft und Sitte macht er seine Fahrten, von denen er manch hübschen Schwank ans dem Volksleben mitbringt. So ist das nette Büchlein wohl geeignet, ein paar Stunden anregend und leicht aiuszu- füBen, und es würde jedem Freunde ter schönen hessischen Heimat eine willkommene Gate sein, den besten Erfolg werden die Reise- und WaNteffkizzem haben, wenn sie recht viele verlocken, auch hinauszugehen in die hessischen Lande und sich des schlichten Reichtums an Kulturdenk­mälern und landschaftlichen Schönheit zu erfreuen, von dem uns der Verfasser einen Teil darbietet. P.

Deutsche und spanische

Messweine

empfiehlt zu billigsten Preisen eis

Joseph Schmitt, Falda

Päpstlicher Hollieferant Vereidigter Messweinlieferant.

München schon vor einem halben Jahrhundert betrieben hatte!

D« neue Zug in diesem Gimpelfang ist nur dos LockmittÄ der Sportroeüen. Die Habgierigen glauben steif und ftst, daß auf den Rennplätzen das Geld schef- felweife emgesackt werden kann. Nichts leicht« als das! Man braucht nur den richtigen Tipp zu haben und auf den Sieg« ein Milliönchen zu setzen, dann hat man im Nu einn oder mehrere Millionen verdient. Eine Sportbank kann sich dasnatürlich" leisten. Sie hat selbstverständlich die intimsten Beziehungen zu den Ställen und zu den Reitern, vielleicht sogar einige eigene Rennpferd.'. Sie weiß also genau, rote der Hase laufen wird. Da durch die Einlagen ein De- triebskapital von Millionen geschaffen ist, so ist ein ©erotnn von Millionentotsicher".

Solche Träume sind Schamne. Die Wettmaschinen auf den Rennplätzm haben ihre besonderen Mucken und Tücken. Entweder siegt der Favortt, d. h. d« am meisten gewettete Gaul, und dann gibt es nur einen ganz dünnen Gewinn, manchmal nur eine oder zwei Mark auf zehn, was den Kohl nicht fett machen kann. Öd« es gibt einen Ueberraschungssieg von einem Au­ßenseiter, d. h. von einem Pf«d, das kein Vertrauen in weiten Kreisen genoß und also nur spärliche Wetter gefunden hat. In diesem Falle gibt es fveilich größere Odds, verhältnisitraßig hohe Gewinne. Das ist ab« nur möglich, roeim auf den Außenseiter recht wenig gesetzt worden ist. Hätte eine Sportbank den über- rasch'nden Ausgang vorhergesshen und auf den Sieger eine Million gesetzt, so würde der Prozentsatz des Ge­winnes arg zufammenschrumpfcn. Die Spockbank ab« kann auf diesem Wege nicht vorwärts kommen. Denn erstens vermag sie die Ueberraschung nicht vor- auszuseh'n, ebcnfowenig wie die Eingeweihten auf dem Rennplatz, die natürlich alle auf den Außenseiter gewettet haben würden, wenn sie eine Ahnung g'habt hätten. Zweitens lommt ein derartig« Ucberrefchunas- sieg so fflten vor, daß sich auf die Dauer die Spekula- tton auf Außenseiter nicht lohnen kann. Wenn die Spor'bank einmal einen größeren Gewinn erziell hätte, so würde sie mietet so und so viel dutzendmal daneben tippen und jedesmal den ganzen Einsatz v«lieren. Wie soll dabei eine Dividende von 200 oder 300 oder noch mehr Prozent der Einlage herauskommen?

Auf den Rennplätzen profitiert auf die Dau« nur ein«, nämlich der Fiskus, der von ten sämtlichen Ein­

sätzen für sich und für die Rennleitung 17 Prozent ab« zi-cht. In den Rest können sich dir Wetter leiten. Die Wetter profitieren nicht von dem, was sie selbst oder ihre Gesinnungsgenossen eingesetzt haben, sondern nur von dem, was ihre (Segn«, die andersdenkenden Wet­ter, auf die unterltegenden Gimte gefetzt haben. Nur derjmige, ter in ter Minderheit bleibt, kann auf Ge­winne rechnen. Der Steg fällt ater zumeist auf die Sette ter Mehrheit. Wenn nicht, fo ist entweder ein unberechenbar« Zufall oder eine Garmewi im Spiele. Das ist für die Einzettvett« schm«zlich; für einen Wettkonzern, ter auf wiederholte Gewinne angewiesen ist, würde cs vtthängnisooll w«ten.

Besagter Klan.e war übrigens offenherzig ge- nug um einzugestehen, daß die Svortbanken nicht vom Sport leben können. Er sagte dreist h«austDaß man mtt Wetten allein nicht so viel Geld gewinnen tarnt, ist klar." Darauf hätten ihm seine Zuhör« so- fort zurttfen nmfsen:Also gestehst du ein, daß die Sportbanken und Wettkonzerne auf Schwindel beru­hen!" älter die betörten Lämmer sagten nichts, und Herr Klante wußte sie mtt neuen Aussichten zu betäuben. Er habe, sagte er, Börsengeschäfte gemacht, « werde eine neue Bank gründen, er werde eint Likör- sabrik übernehmen, er werte Kaffee- und Weinstuben eröffnen, bei ihm roerte es Esten zu unerhört billigen Preisen geben; er habe bereits eine Druckerei und werde eigene Zeitungen gründen.Der Gewinn", so ries er selbstbewußt aus,ter Gewinn ist nicht für mich, sondern für die Allgemeinheit; das ist die erste Sozia­lisierung." Und ter Verlust? Der wird «st vecht die Allgemeinheit treffen, d. h.. die Schar der betörten Einleger; denn all die Bttriete, di>: da an die Wand gemalt netten, sind schon bis zum Uebermaß besetzt und ausgeteutet.

Die Leichtgläubigkeit des Publikums, die Urteils­losigkeit der blindgterigen Masse ist wahrlich erschreckend groß. Die Staatsgewalt muß schnell und scharf durch­greifen, um die Schwachen im Geiste vor ten verwe­genen Bauernfängern zu schützen.

Wiev>4 Unheil schon angertchtet ist, zeigte sich bei einem Zwischenfall in einer Gläubig«v«samMung. Der Redner bemühte sich, die besten Mittel und Wege zu finden, um für die geschädigten Einleger möglichst viel zu retten. Da stellte sich, wie dieB. Z. am Mittag" teriehtet, plötzlich ein Mann auf den Stuhl, zeigt« mit dem Finger wütend auf den Redner und

brüllte:Quaffch nicht so viel, ich muß mein Geld haben, ich will nichts mehr hören." Zugleich kletterte eine Frau, die auch mit ihrem Kapital und sogar noch mit dem Gelte fremder Leute beteiligt war, ebenfalls auf einen Stuhl und verlangte, daß ihr der ReLner das gesamte Geld auszahle. Man hatte die größte Mühe, ten Tobenden klar zu machen, daß ter Redner nicht zu ten Wettbanken gehöre, sondern für die Gläu­biger wirken wolle.

Wie viele werten ihren Schoten und ihr« Schonte in ter Stille tragen! Den SchwiMem muß das Handweck gelegt roerten.

Inzwischen sollten alle sich dahin schlüssig werten, nicht bloß die Sportbanken und die Wettkonzerne zu meiden, sondern überhaupt auf das dumme und gefähr­liche Wetten zu verzichten. Auf dem Rennplatz kann man wohl arm werden, ater wohlhabend nur in ter Werkstatt!

Flugleistungen des Menschen und der Vögel Mit einem Flugapparat sind schon Strecken von 3000 Kilometer in einem Fluge zurückgelegt, und dabei ist eine Schnelligkeit von mehr als 200 Kilo­meter in ter Stunde erreicht worden. Damit sind die Leistungen der Vögel zum Teil übertroffen, aber noch nicht alle erreicht worden. Eine Brieftaube legt 70 Kilometer in der Stunde zurück, kann also mit einem Schnellzug in voller Fahrt wetteifern. Der Baumfalke kann 250 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Der Mauersegler aber erreicht eine Schnelligkeit von fast 300 Kilometer in der Stunde. Ein amerikanischer Regenpfeifer, der alljährlich von Labrador nach Brasilien zieht, müßte 5000 KUom. in einem Fluge zurücklegen, wenn er nicht unter» Wegs Gelegenheit zu rasten findet. Prs.

Herstellung künstlicher Perlen. Nach einem engliichen Patent werden die Kristallinsen der Fischaugen in Wasser gekocht, bis sie fest gewor­den sind, und dann wird die weiße Schicht durch Behandeln mit verdünnter Natronlauge entfernt. Die festen durchsichtigen Linsen werden gefärbt oder milchig gemacht durch inneres Behandeln mit Salzen, wie Bleikarbonat oder Bariumsulfat. Darauf weL den sie poliert und mit flüssigem Paraffin oder bergt- überzogen. Prs.