Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
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Verantwortlich tür ben cebauionellen Teil i-D.: Sl. Meßt er. s für dir Anzeigen: I. Parze Her-Fulda. u RoiaUonsdruit u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, iternipredter Nr. ti. Telear.-Adrelie: Fuldaer Zeitung
Donnerstag, 18. August 1921.
48. Zahrg.
die
Mit schwerem Herzen ergab sich dann immer wieder
beweu Sohne lange um das wertvolle ErbM - die Flickschustttul Jeintn Anordnwulen. Ihr war diel»
Republik Baranya ausgerufen worden. Die bisher vorliegenden Nachrichten geben kein klares Bild über die Vorgänge. Das kleine Stück Land hat wegen der Kohlengruben von Fünfkirchen (Pecos) wirtschaftliche Bedeutung, und es erscheint daher begreiflich, daß von Südslawien her Widerstände organisiert werden, um die Zurückgabe dieses Gebiets an Ungarn zu verhindern. Südslawien hat die Schaffung einer Republik Varanna stark begünstigt, und als sich die republikanischen Gegner Horihys in diese Gegenden flüchteten, hat sich Jugoslawien beeilt, der demokratischen „Republik" seinen Schutz angedeihen zu lasien. Es ist klar, daß diese Horthygeaner schweren Verfolgungen ausgesetzt sein werden, falls sie unter die Hoheit Ungarns gerieten. Sie sind daher die leidenschaftlichen Verfechter der neuen Republik Baranya und sie bekämpfen mit gleicher Energie bk Uebertragung des Landstriches an den magyarischen Staat. Es heißt, daß K a r o l y i zum Präsidenten ausgerufen worden fei. Er war der erste Präsident der ungarischen Re- publik. Es ist also nicht durchaus von der Hand zu weisen, daß dieser nicht Lbermäß'g intelligente, dafür aber um so ehrgeizigere Herr wirstich auch auf dieses neue Abenteuer eingehen wird. Es scheint allerdings nicht sehr glücklich eingeleitet worden zu sein.
Infolge des Widerstandes der Bevölkerung in Baranya gegen die Abtretung des Gebietes an Ungam besorgt man in Belgrad,, daß es zu ähnlichen Komplikationen wie in der oberschlesischen Frage kommen werde, zumal da Südslawien den conationalen Test der Baranyaschen Bevölkerung nicht schutzlos dem Horthysystem ausliefern könnte.
Ktine Getteiöeaussuhrsperre Bayern^
Auf dos Ersuchen des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. v. Kahr um Anwendung der in § 42 ter Rcichsgeireideordnung dem Reichsernäbrungs- Minister eingeräumten Befugnisse Hal sich das ReickS- ernährungsministerium ablehnend verhalten. Ein diesbezüglicher Bescheiv ist seitens der Reichsreaie- rung der bayerischen R.-gierung zngegangen. Das Reichsernährungsministerium hält eine Ab schlie ß- ung Bayerns in der Getreidewirtschaft nicht für notwendig, da die Getreiveaufkänfe in Bayern keinen größeren Umfang angenommen haben, als in den anderen Ländern, und weiter die Gefahr eines Ueberschreitens des Weltmarktpreises beseitigt worden ist. Es besteht al'o in keiner Weise Veranlassung, Deutschland nicht als einheitliches Wirt- fchaflSgebier weiter bestehen zu lassen.
Die Beredsamkeit des englischen Premierministers 'war sehr in Mißkredst gekommen, als die bisherigen 'Konferenzen immer in einen Umfall ausgelaufen waren. Erst die letzte Konferenz in Paris hat gezeigt, baß Lloyd George auch fest und ft cf) selbft.MWr.MHz, ben kann. Dadurch erhalten seine' Worte wieder em größeres Gewicht.
Allerdings hat er des sieben Friedens willen den Seitensprung zum Völkerbünde mitgemacht. Das bedeutete für uns eine unangenehme Verzögerung; doch konnten wir uns mit diesem Schachzug abfinden, west dadurch in der Sachs selbst noch nichts verdorben wurde. Diese beruhigende Ansicht wird jetzt wesentlich gestützt und verstärkt durch die Rede, die Lloyd George am Dienstag im Londoner Unterhaus hielt. Denn er hält darin mit voller Klarheit und Entschiedenheit die Grundsätze aufrecht, die er auf der Pariser Konferenz entwickelt hatte, und vertuscht den Gegensatz zu den französischen Ansichten und Wünschen in keiner Weise. Das Recht Deutschlands auf den gcmzen Jn- Dustriebezirk wird rückhaltslos anerkannt, und die Berufung der Franzosen auf ihre „Sicherheit" wird tzurückgewissen, weil sie nicht dem Versailler Vertrag entspricht und schon durch die Entwaffnung Deutschilands ihre Erledigung gefunden hat.
Daraus darf man wohl die Folgerung ziehen, daß vei den Verhandlungen im Dölkerbundsrat die Vertre- rer Englands und seiner näheren Freunde sich nicht auf Die polnisch-französische Grenzlinie und auch nicht auf Sforzasche Halbheiten verlocken lasten werden.
Diese Erwartung ist um so mehr gerechtfertigt, als Lloyd George seine programmatische Erklärung an der
Mitteln verwendet werden. Eine erste Expedition soll sofort nach Rußland entsandt und eine Summe von 1 Million Mark aus den Mitteln des Internationale^ Gewerkschaftsbundes bereilgest.llt werden.
35 Millionen Hungernde in Rußland.
Im englischen Unterhause teilte Harmsworth den Bericht des offiziellen britischen Vertreters über den Umfang der Hungersnot in Rußland mit. Dieser schätzt, daß für ungefähr 35 Millionen Menschen Hilfe nötig ist.
Der dieser Tage in Berlin versammelte internationale Kongreß der Amsterdamer Gew?rkschaftsinter- natiovale beschloß eine Zusammenfassung der bereits im Gange befindlichen Sammlungen. Die auf döste Weise zentralisierten Fonds sollen soweit möglich zur sanitären Hilfeleistung und zur Beschaffung von Lebens-
schließlich aber trat der Herr Tailleur großmütig seine Rechte an den jüngeren Bruder ab.
Seitdem war der stolze, schwarze Zylinderhut in den Besitz des Herrn Dorfbaders übergegangen. Mit Freuden begrüßte er es jedesmal, wenn er damit fein duftend Haupt schmücken konnte. Auch einen schwarzen An. zug nannte er sein eigen; dieser war nun leider nicht mehr so ganz einwandfrei. — Seine Garderobe war nicht reichhaltig genug, um einen großen Wechsel aufzuweisen, und da kam es nicht selten vor daß er den schönen Festanzug auch bei weniger festlichen Gelegen- heiten hervorholen mußte, wovon zahlreiche Spuren er. zählten. Mit geschickter Hand überstrich er derartige bedenkliche Stellen mit tiefschwarzer Tinte. In nicht allzu greller Beleuchtung machte der Anzug immer noch einen ganz patenten Eindruck. In der Sonne allerdings, da konnte die Sache bedenklich werden, aber — er stellte sich mit ihm niemals in die Sonne.
So wäre die Toilette für die Fcstfcier — der Gummikragen war auch schon frisch gewaschen — fertig; er war bereit und gerichtet für alles. Zeuge, Festordner er stellte sich für alles zur Verfügung; daß er zu den Tafelfreuden die die Eltern der Braut der Kochkunst der „Ochsen"-Wirtin anvertraut hatten, noch gar nicht geladen war, schaffte ihm weiter keinen Derdruß. Er teilte seine Kenntnisse bei derartigen Gelegenheiten stets großmütig in den Dienst der Sache — ob geladen oder ungeladen, er fehlte niemals unter den Hochzeitsgästen und hielt stets treu, bis der letzte ging, beim Feste aus. Die Flickschusterin hatte er mit seinen vsr- chi ebenen P'änen und Entwürfen zum Feste ganz krank gemacht. Sie widersetzte sich mit aller Gewalt seinen Anordnungen, die ihr als Ueberhebungen galten.
„Was bildet Ihr Euch denn ein, Flickschusterin." be- chwichtiute er die Erregte immer wieder, „wenn mein Freund Joseph kommt, muß die Sache viel nobler behandelt werden. Da muß alles einen städtischen Anstrich erhalten; ich bin dies meinem Freund Joseph schuldig, daß ich die Sache etwas in die Hand nehme; laßt mich nur machen."
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Vie Unterhaltungskosten für öle amerikanische Besatzung.
Henry Wales glaubt in der .Chicago Tribüne' mitteilen zu können, daß die Kosten für die amerikanische Besatzung in den Reparationen einge- schlossen werden sollen, die die Regierung der Vereinigten Staaten in den Friedensverhandlungen mit Deutschland fordern werde. Es werde angenommen, daß die amerikanische Regierung sich mit dem Satz von zwei Dollar pro Tag und Kopf, den die Fmanzkonferenz festsetzle, einverstanden erllärey werde.
Die Goldm.lliarüe.
Die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen am Rhein ist, wie bekannt, an d e Bedingung geknüpft, daß die zum 31. August fällige Milliarde in Gold von der deutschen Regierung gezahlt werde. Von zuständiger Seite ist schon mehrmals versichert rooiben, daß die Zahlung sihergestellt sei. Weniger unterrichtet ist die Ocffentlichkeit über die außer- oidentlichen Schwierigkeiten, mit denen die RetchS- regierung bei der Beschaffung der fremden Devisen zu kämpfen gehabt bat. Tiotz dieser Widerstände ist es aber, toie die „Voss. Ztg." meldet, gelungen, die notwendigen Devisen sicherzustellen. Die Milliarde Goldmai k wird am 31. August, vielleicht auch schoneinigeTagefrüher, vollgezahltseiq,
den. — Der Min'sterrat billigte die Haltung des Ministers sowie die Entsendung zweier Bataillone und nahm die Ergänzung der italienischen Vertretung im Völkerbundsrat vor. Danach ersetzt der frühere Außenmin ster Scialoja den bisherigen Vorsitzenden Tittoni, der in Amerika weist. Ferner treten der ehemalige Unterstaatssekretär des Aeußern Sralea sowie der bekannte Wirtschaftler Maggiorino Ferraris und der Senator G'ovanelli ein.
Der Gänfebub.
Fränkischer Dorfroman von D t n a Ernstb.iger.
Republik Baranya.
In F ü n f k i r ch e n ist vor einigen Tagen
Die Lage an der grrech.-turk. Front.
Der Korrespondent des „Echange Telegraph" in Konstantinopel meldet, daß die Griechen I s m e d wieder eingenommen haben. Andererseits meldet der Korrespondent der „Times", daß die Ke- malisten beschlossen haben, sich zurückzuziehen, um einen allgemeinen Angriff zu vermeiden und nötigenfalls die Hauptstadt zu räumen. Der Korrespondent fügt hinzu, daß die Griechen nicht die Absicht haben Angora zu besetzen. Nach dem Korrespondenten des „Petit Parisien" ziehen sich die Türken in Eile nach dem Flusie Sengaria zurück. — Der „Times" wird aus Smyrna gemeldet, daß die griechischen Truppen auf der Linie Montra-Kaiz-Ak-Kupru weiter vormarschieren, ohne auf Widerstand zu stoßen.
Stelle abgab, wo der Brennpunkt der britischen Politik und der Minffteroerantwortlichkeit ist, nämlich im englischen Unterhause, und daß er sich überdies die Billigung feiner Politik von den verschiedenen Partei- führern bescheinigen ließ. Auch sein aller Rivale Asquith stimmte zu, und die beiden NebMbuhler waren sogar einig in der Ansicht, daß Deutschland bei den Verhandlungen im Dölkerbundsrat ebensogut gehöre werden müsie, wie die polnische Regierung. Von großer Wichtigkeit war die kräftige Erklärung des Führers der SIrberterpartei, des Abg. Thomas, der im Namen feiner Partei die französische Politik der Zerschmetterung Deutschlands als unvereinbar mll den besten Interessen Englands und mit dem Wellftieden bezeichnete und ausdrückl'ch feststellte, daß Lloyd George bei feiner Aeußerung über die oberschlesische Frage die überwältigende Mehrheit des englischen Volkes hinter sich habe.
Deutsicher und bindender sieß sich die Richtung der englischen Pol'tik kaum festlegen.
" Früher handelte es sich um einen persönlichen Umfall von Lloyd George, wenn er sich schließlich von den Franzosen umstricken ließ. Jetzt würde nicht bloß dieser Min'ster, sondern das regierende Parlament, also die britische W^tmacht selbst, in den Ruf der Schwäche und Unehrlichkeit geraten, wenn die förmliche und feierliche Pol'tik der Gerechtigkeit und des FriÄens verlasien werden sollte.
Demgemäß erklärt sich die Wut der Franzosen über die Aussprache im englischen Unterhaus. Wenn wir nun unsererseits neue Hoffnung schöpfen wollen, so dürfen wir die Stimmung nicht außer acht lasten. Die Vorgänge in London geben uns eine gewisse Gewähr, daß die Beschlüsse des Bölkerbundsrats und der künftigen Mmisterkonferenz nicht so schlecht ausfallen werden, wie mir bis vor kurzem noch befürchten mußten. Aber diese Beschlüste an sich genügen noch nicht. Es kommt auf die Durchführung an, und in dieser Hinsicht ist von polnischer Gewalttätigkeit und vom französischen Ränkespiel noch immer eine arge Gefährdung des Rechtes und des Friedens zu befürchten. Lloyd George hat zwar die Polen und ihre Gönner ernstlich gewarnt, doch die Wirkung dieser Mahnung bleibt noch zweifelhaft, solange nicht die engsischen und italienischen Besatzungstruppen in Oberschlesien das Heft in der Hand haben.
Also können wir höchstens aufatmen. Zum Hurramfen ist noch keine Zeit.
Italien und die pariser Vsschlüffr.
Vor einer Konferenz von Pressevertretern gab der aus Paris zurückgekehrte italienische Ministerpräsident Bonomi Erklärungen übet die Pariser Konferenz ab. Er toie der Außenminister Della Tor- ret ta hoben hierbei besonders die vermittelnde Rolle hervor, die Italien hierbei im Jntereffe der Einigkeit der Entente gelpielt habe. Auf Italiens Initiative sei. die Ueberroeifung der Entscheidung an den Völkerbund zurückzuführen. In derselben Konferenz berichtete ferner der Finanzminister Soleri über die Ergebnisse der Fmanzkonferenz, und Schatzminister de Nava sprach über die von Deutschland an Italien zu leistenden Zahlungen in natura, worüber er sagte, Italien wünsche solche Waren und Erzeug niste, durch die den italienischen eine Konkurren nicht erwachsen könne.
Die Verstärkungen für die oberschlefische Besatzung.
Im italienischen Ministerrat referierte Donomi über die Pariser Konferenz und rechtfertigte abermals seine Haltung mit der Notwendigkeit, den Zerfall des Verbands zu verhindern. Er teilte mit, daß England, Frankreich und Italien je zwei Bataillone Truppen nach Oberschlesien senden wer- suchcn? Die Heimaffehnsucht war ihm doch nicht fremd? Er war der Heimat und dem Elternhause treu geblieben all die langen Lahre und es beglückt ihn der Gedanke sehr, daß man dort liebend seiner noch gevenkt. War es die Furcht, alte, versunkene Träume könnten wieder auferstehen, was ihn den Ruf zur Heimat immer überhören ließ? — Nie stürzte er sich wilder in den Strudel der Geschäfte, als wenn durch seine Seele Heimatsehnsucht klang und (c irrem Geist der Jugend Traum entstieg.
Noch am Abend desselben Tages schrieb Joseph an seine Mutter, daß er zu Peters Hochzeit kommen wolle.
Die Nachricht brachte das ganze Dorf in Aufregung. Man konnte den Tag der Hochzeit kaum erwarten.
„Nany, werft feh'n, der holt sich etza auch a Frau," sagte die „Ochfen"-Wirttn zu ihrer Nachbarin. „Dei Kundl pastet g'rad' für Ihn."
„Mein Kundl kriegt an- andern a," erwiderte protzig die Angesprochene Sie war erschrocken, als ihr die „Ochsen".Wirtin das fo tnpeten ins Gesicht sagte, was ihren Geist schon so lange beschäftigt hatte.
Der Herr Darfbader fuchste tagelang alle Kästen und Schubladen nach alten Schätzen aus, die einst bei feierlichen Gelegenheiten seine Gnöße schmückten. Die schwarzen Glaces, die er sich einst als Borstand und Gründer des Vereins „Eintracht" angHchafft hatte, wurden von ihm nach langem Suchen endlich glücklich gefunden. Einiges Bedenken machten ihm allerdings die zahlrci- chen Hellen Flecken der fefüichen Handschuhe, die von deren Allers-Hrwürdigkeit deutlich sprachen. Sein er. indcrischer Geist half ihm bald aus der Not. — Er zog si? an, spuckte darauf, beschmierte die Hellen Stellen mit Stiefelwichse und wichste sie sodann glänzend chwarz. Seinen schönen schwarzen Zylindcrhut brauchte er gar nicht erst weiter zu betrachten; er war noch tadellos erhalten. Schon seit urdenkliche Zeit ruhte er ein der papierenen, groß geblumten Schachtel und blieb sich immer unverändert gleich. Er stammte noch von seinem Vater, und al» dieser starb, stritten sich die
Don Fürstlichkeiten, die in seinem Hotel Wohnung genommen hatten, bekam er Orden und Auszeichnun- gen; sein Landesherr hatte ihm für eine Aufmerksamkeit “je goldene Uhr in Brillanten mit seiner Widmung e«ni>et: -°IIe feine Unternehmungen glückten ihm und mu6«oerm0^n ""hrte sich von Tag zu Tag. Das B-. «tofr-V" aHes ^ssen verschaffte ihm wohl Genugtuung, er nicht re^lt DOn Herzen darüber freuen, das konnte
3af)r um 3af>r- Regelmäßig am Er- reqe(mä{un » ?ats 3°seph Gelder in die Heimat, vor dort Ä"8* wenige Tage nachher ein Bericht so etwas tam k' kam einer außer der Zeit —
ffis L S '^t nicht vor.
er sich und ftüku^^4 3U Gnbe gelesen hatte, setzte War er b°k.H°upt in die Hand.
fern? War es den" ^°n f° lange Zeit der Heimat
Manieren; er dachte unreifcn 2Befen unb
zur Hochzeit ein. °ns Heiraten und lud bereits noch^gar^nicht^lang/herEd^-' 3f,m W’5- 0(5 ro5r's dem Rücken mit kleinen Peter auf
schädigung für seine Mühe h* «7*
n-n Bruders Hunger stillen sollte selber »s ?
Die Mutter würde alt, es wär! » f ? V^' lange Straft die Last der H°°°a„^ 3-7 ' & T
Schultern nähme - so schrieb Ä lud
er den Bruder recht dringend zur « <
der vierten Seite des Briefbogens " em. Auf lich, die Mutter auch heute gewöhn,
gefügt. Zum erstenmal fiel es Joseph auf wis^tte-to 'hre Schriftzeichcn geworden waren.1 cx' 2L* nirt Sehnsucht, ihn wiederzusehen, aus ihre» meni ” ..
to Worten. Warum er nur nicht scho» f'L Sn ««dacht hatte, die teure, geliebte Mutter einmal aujzu.
Die Rede Lloyö Georges.
3m weiteren Verlauf seiner Dienstagsrede irn eng- Ufchen Uitterhause berichtete Lloyd George über die Auf- Hebung der „Sanktionen" und sprach sich nochmals jsür Aufhebung oller Zwangsmaßnahmen aus. Er berichtete ferner über die übrigen Beschlüße des Obersten Rates, Pber die Neutralität im griechisch-türkischen Stiege und über die Hilfsaktionen für Ruß- Do n d und Oesterreich.
3n der Diskussion bezeichnete Asquith die Aus- Pchmngen Lloyd Georges die befriedigendste Erklärung über die internationale Lage feit dem Waffen- ßiillftmÄ. Er begrüßte die bevorstehende Aufhebung der Deutschland auf erlegten wirtschaftlichen Sanktionen und sagte, er hoffe, daß die Aufhebung der militärischen Maßnahmen bald erfolgen werde. As- jqwth erklärte, im griechstch-türkischen Konflikt.müßten die Alliierten strengste Neutralität wahren. Asquich fragte bezüglich der oberschlesischen Frage, ob nach Ansicht Lloyd Georges die Deutschen und die Polen Ge- ifegertjeit erhalten würden, ihren Fall zu unterbreiten. ,Lloyd George nickte zustimmend. Auf die Fra^e, ob die ^Deutsche» in dieser Hinsicht in genau dieselbe Lage .»«fetzt werden würden wie die Polen, trotjbem Deuffch- ikand »icht Mitglied des Völkerbundes fei, nickte Lloyd 'George, wie es den Anschein hatte, ebenfalls zustirnmend.
Thomas erklärte, die Ansicht der Arbeiterpartei sei die, haß Lloyd George bei seiner Haltung in der ober* schlesischen Frage die überwältigende Mchrheit des englischen Volkes hinter sich habe, dos der Meinung sei, daß Hie französische Ansicht oon einem zerschmetterten, iti ebergetretenen Deutschland den besten Interessen Englands unb des künftigen Weltfrie- Hens widerstreite.
Dornes erklärte, die Sicherheit Frankreichs beruhe »richt in der Zerschmetterung Deutschlands, sondern in der 'Schließung von Freunbschaften in der ganzen Welt.
Tom Shaw erklärte, er fürchte, die dem französischen Vorgehen zugrunde liegende Politik sei nicht durch die Furcht vor Deutschland eingegeben, sondern von dem Bestreben, Bergwerke und Land an sich zu reißen und die hauptsächlichsten mineralen Hilfsquellen Europas zu kontrollieren.
Einen unerhörten schamlosen Kampf gegen öle Zentrumspartei
führt gegenwärtig die blindwütig rabiate alldeutsche „Deutsche Zeitung". Sie bat sich in mehreren Zu- schliften, die angeblich aus „Siultgarler ZentrumS- trei'en" stammen sollen, die aber für denjenigen, der dir Redaktionsinterna der „Deutschen Zeitung" kennt, ganz beslimmt auf dem eigenen Acker gewachsen sind, mit der Frage der Neubesetzung des Vorsitzenden der Partei nach dem Tode Trimborns besaßt. Wir sagten schon, daß wir es für ganz unmöglich halten, daß „Zentrums"-Kreise solche Unflätigkeiten gegen die eigene Partei von sich geben könnten. Diese Zuschriften haben sich nun mehrfach mit der völlig unwahren und nichts anderes als Versuchsballons sein sollenden Darstellung beschäftigt, als ob Erzberger der Nachfolger des verstorbenen Abg. Trimborn a's Parteivorsitzender werden soll. Man unterschob Er;berger eine solche Absicht, ja man zog sogar den Reichskanzler Wirth in diele Diskussion, taute Festlichkeit in der Seele zuwider. Sie freute sich unsagbar, ihren Joseph wiederzusehen, aber noch mehr würbe sie sich gefreut haben, wenn sie mit ihm allein im kleinen Stübchen beisammen hätte fein können. Dann müßte er sich neben sie auf bie Ofenbank setzen; sie würde seine Hand in die ihre legen und in seinen Zügen for- schen, bis sie darin Glück unb Zufriedenheit fände. Ob er wohl bas Glück gefunden hatte, von dem er geträumt? — Reich war er geworden, ja! — aber bedingt es denn, daß man auch glücklich ist? War sie je reich? litt sie nicht immer Rot? und dennoch — ihrem Herzen war das Glück und die Zufriedenheit nicht fremd. Wäre ihr Joseph noch der einfache, arme Dorfschuster, ihr wär» wohler l
Der Tag der Hochzeit kam indes immer näher.
Die künstlerische Hand des Mourersheiner hatte das Flickschusterhäuschen innen und außen ganz umirftaliet. Die rußigen, schmutzigen Wände hatte der kunstsinnige Mann mit leuchtend Heller Farbe überftridjen. Die kornblumenblauen Außenwände mit den kleinen grünen Läden grüßten schon aus weiter Ferne den Besucher. Wie ein scheckiges Schrnuckkäsüein lugte es zwischen dem frischen Grün der Bäume hervor. Ln der Stube waren Tisch unb Bänke schön sauber gefegt und ber Fußboden frisch gekehrt unb mit schneeweißem Sand bestreut. Den Hühnern war der gewohnte Eintritt zu den Wohnräumen verwehrt; sie standen protestierend auf den Fen. steroorsprüngen unb schauten erstaunt auf bas ungewohnte Treiben in ber Stube; {eben Augenblick bereit, ihre längst verjährten Rechte geltend zu machen. Der schöne, stolze Gockelhahn mußte einen kühnen Versuch, seinem Huhneroolke die uralten Rechte zu erhalten, mit dem Verluste seiner zwei prächtigsten Schwungfedern büßen. Bis zur Türschwelle war er siegreich vorgedrungen gewesen, ba stand plötzlich die Flickschusterin vor ihm mit einem Besen — zornig, wie er sie noch nie gesehen. Er mußte brutaler Gewalt weichen, doch 'ieß er — ein Zeichen seines Mute- zwei wunderbare, stolze Febern aus dem Kampfplatz seiner Taten zurück.
Eortsetzuna folgt.)