Fuld aer Zeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
Nr. 186.
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Rotationsdruck u. Vertag der Fuldaer Actieudr.. .1 in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Lekegr.-Adreffe: Fuldaer Zeitung.
Dienstag, 16. Sugust 1921.
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48. Zahrg.
Der pariser Ausweg. — Aufhebung der Rljeinzölk.
Dieder eine Verzögerung!
Sofort soll der Völkerbundsrat einberufen werden, heißt es. Angeblich schon zum 20. August. Das sieht wie eine eifrige BeschLuriigrmg aus. Aber, mit dem Zusammentritt ist noch nichts getan. Da wird «n Berichterstatter ernannt werden, und der muß sich natürlich erst informieren. Bielfeichi wird sogar m>ch ein Ausschuß zur Untersuchung eingesetzt. Dann wie- derholt sich das Spiel mit bat Sachverständige, die »richt einig werden können. Auf jeben Fall muß der Völkerbundsrat, wenn er einen gewissenhaften Schtedsspruch fällen soll, erst eure Menge von Material durcharbeiten. Das Statut des Völkerbundes steht nun für eine derartige Entscheidung eine Frist von 6 Monaten al-s äußersten Termin vor. In dieser weiten und tiefgreifenden Angrleyenheü tonn man gut ein halbes Jahr verbrauchen.
Schnell würde sich die Frage Qscsr lasten, wersn der Völkerbundsrat sich von vornherein auf den Rechtsstandpunkt stellte, ix h. erklärte: Deutschland hat die überwiegende Mehrheit bei der Volksabstimmung erreicht, also gebührt ihm von rechtswegen das gonge Land. 2lber man darf doch nicht erwarten, daß der Rat sich dm deutschen Grundsatz von der Unteilbarörit des ganzen Landes andgne. Zur Beschleunigung würde es auch schott beitragen, wenn der Rat sich von vornherein auf den englischen Standpunkt stellte, daß der eigentliche Industriebezirk unteilbar fei. Dieser Grundsatz ist jelwch leider schon durchbrochen, und die Franzosen nebst den Belgiern werden gewiß das äußerste tun, mn zu verhindern, daß das kritische Dveieck ungeteilt an Deutschland falle. Es still» also andauernde Verhandlungen zu erwarten. Umso mehr, als es noch keineswegs ausgemacht ist, ob der Völkerbundsrat seinen Spruch nach der Stimmen* Mehrheit fällen kann oder sich zur Einstimmigbeit durcharbeiten muß.
Bei dieser Lage ist es nicht angebracht, den Ausgang der Konferenz Äs eine „glatte Niederlage Frankreichs" hinzustellen. Die beliebte Verschleppungstaktik der Franzosen befindet sich bei dieser Absthwvifung sehr wohl.
Die nächste Folge der Verzögerung wird sein, daß die Vesatzungstruppen in Oberschlesren verstärkt werden. Auch das paßt in das französische Getriebe. England und Italien haben keine Neigung, erhebliche Truppen nach Oberschlesien zu schicken. Ader wenn sie es nicht tun, so behalten dort bfe Franzosen d-ie lieber* macht und die Führung. Lloyd George hat freilich beim Abschied von Paris wieder die schone Mahnung ergehen lasten, die Besatzung von Oberschlesien solle durchaus unparteiisch oorgehen: doch was die französischen Generale und Soldaten unter der Unparteilichkeit verstehen, wissen wir ja zur ®cnüge aus den bittersten Erfahrungen.
Briattd, so wird weiter zur Beruhigung beruhtet, habe ebenso wie Lloyd George und der Italiener er* klärt, daß der Spruch des Völkerbundsrates unbedingt gelten solle. In dieser Hinsicht liegt aber noch kein bindender Bcschstrß der französischen Kammer vor. Von Paris aus wird sicher alles Mögliche geschehen, um einen Spruch, der für Deutschland günstig ist, zu Hintertreiben. Und wenn er doch zustarllre kommen sollte, so kann die Ausführung zweifelhaft gemocht werden. Mit Hilfe der Polen m Oberschlesien „vollendete Tatsachen" zu schassen, die den Schiedsspruch illusorisch machen, ist nicht schwer.
Die Franzosen haben nicht bloß Zeü gewonnen, sondern auch neue Bewegungsfreiheit gegenüber der polnischen Regierung, mit der sie allem Anschein nach em Geheimabkommen wegen der Zuschanzung der oberschlesischen Industrie abgeschlossen hatte. Wenn der Schiedsspruch des Völkerbundsrates hinter dm französischen Versprechungen zurückbleiben sollte, so kamt Frankreich sich auf diese,„höhere Gewallt" beul« fim, um in Warschau Geduld zu fordern, und es bleibt ihm dann die Möglichkeit, unter der Hand und mit der Seit für eine „tatsächliche Berichtigung" des Schiedsspruchs zu sorgen.
__Das Ende vom Liede ist also, daß die Entente zwar shren Zusammenbruch vorläufig vermieden, aber Dmuschlanü keine verbesserten Aussichten für fein Recht wid seinen Besitzstand gewonnen hat. Das gefährliche Rankespiel der (Entente und die Verlängerung der Leiüenszeit Oberschlesiens nehmen ihren Fortgang.
Italien und Japan auf Englands Zette.
lieber die entscheidende Sitzung am Freitag vor- mutag, me btt überraschende Wendung in der ober» schlesischen yrage brachte, liegen jetzt nähere Einzel« beiten vor. Am Freitag morgen hatte Briand Lloyd George ausgesucht und hierbei erklärte der englische Premtermtrnfter, da Frankreich seinen letzten Vorschlag nicht annehmen wolle, so sehe er keinen anderen Ausweg, als dte Frage dem Völkerbund zu überweisen. Briand erklärte sich damit einverstanden und berief sofort eine Sitzung des Obersten Rates ein, dem er diesen Vorschlag unterbreitete. Lloyd George äußerte hierzu, daß dies dte beste Lösung sei, den Streit zu beenden.
Aber es handele sich nicht um eine MeinungSver- Ichtedenheu zwischen England und Frankreich- die ttalienischen Sachverständigen und auch der iavanische Delegierte seien derieiben Ansicht, wie die englischen Sachverständigen Damit ,et feine Kritik an der Haltung Frankreichs und seiner Sachverständigen ausgesprochen, e» müsse aber mit Nachdruck betont werden daß E n g- land, indem cS sich der französischenFuffassuna wider- fetze, nicht allein dastehe. Die Schwierigkeiten in der Frage an sich rührten nicht von der Frage selbst her iondern von der Nervosität der öffentlichen Meinung Der Oberste Rat habe sich einer bestimmten Auffassung genähert, nur Frankreich habe eine andere Ansicht. Deshalb sei es ansebracht, daß die Frage vor ein.
anderes Tribunal gebracht werde, um zu einer Lösung 8u kommen. Der Beschluß, die Frage an den Völker- bundsrat zu verweisen, sei nicht nur die Sache eines, sondern der Gesamtheit der im Obersten Rate ver- einigten Staaten.
Hierauf erklärte Briand, Frankreich werbe die Entscheidung des Völkerbundes ohne Vorbehalt annehmen.
Der italienische Ministerpräsident Bonomt war gleichfalls für die Ueberweisung an den Völkerbund.
Er erklärte, Italien sei nicht zum Obersten Rate gekommen, unt sich der französischen oder englischen 'Ansicht anzuschließen, sondern um genau zu prüfen, auf welcher Seite das Recht liege. In diesem Sinne sei der italienische Sachverständige nach sorgfältiger Prüfung der englischen Auffassung beigetreten. Wenn der Völkerbund entschieden habe, sei auch Italien bereit, nach Oberschlesien Truppenverstärkungen zu entsenden.
Auch der japantsche Delegierte war der Mei- nung, daß das Jndustrierevier Deutschland zuzuweisen sei, er sei indessen mit der Ueberweisung an den Völkerbund einverstanden. Oberst Harvey sagte schließlich, daß er mehr denn je der Ansicht sei, daß es sich hier um eine rein europäische Angelegen- heit handele und seine Regierung sich nicht an einem Beschluß beteiligen werde.
Man beschloß schließlich noch, Deutschland und Polen nochmals ernstlich zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu ermahnen, bis die Entscheidung gefallen sei. Die alliierten Oberkommissare sollen sofort nach Oppeln zurückkehren. Hierzu stellte Lloyd George nochmals ausdrücklich fest, daß sich die Interalliierte Kommission absolut unparteiisch zu verhalten habe. Man wandte sich dann der Kriegsbeschuldigtenfrage zu.
Noch am selben Abend trat im Elhsee ein französischer Ministerrat zusammen, der bk Haltung Briands einstimmig billigte.
Die Schlußsitzung -er Obersten Rates.
In seiner letzten Sitzung hat am Samstag nach* mittag der Oberste Rat die Aufhebung dsr wirtschaftlichen Sankt io ne« zum 15. September beschlossen. Der Oberste Rat erörterte zunächst die Frage her Kosten der Rheinlandbesatz u n g. Er beschloß die Einsetzung einer Kommission, die damit betraut werden soll, die Kosten des Unterhalts der verschiedenen verbündeten Truppen und aller angegliederten Dienste festzusetzen.
Der Oberste Rat trat dann in die Debatte über die Aufhebung der Sanktionen ein. Der französische Wie- treraufbanmmfter Loucheur legte in längeren Ausführungen den Standpunkt Frankreichs bar. Er ging zunächst auf die Vorgeschichte der SanktlonM ein und erklärte dann, dich Frankreich der Aufhebung der militärischen Sanktionen vorläufig nicht zustim- men könne. Dagegen sei Frankreich in Anertennmrg des guten Willens, den das Kabinett Wirth bewiesen habe, bereit, der Aushebrmg der wirtschasÄlchen Sanktionen zuzuftimmen, falls Deutschland die bis zum 31. August fällige Milliarde Goldmark rechtzeitig gezahlt und falls die verbündeten Warm in Deutschland nicht boykottiert werden.
Nach ßoudfeurs Rede legte Lord Curzon den Standpunkt Englands dar. Er beantragte dis Aufhebung der militärischen uitb der wirtschaftlichen Sarcktümsn.
Der Oberste Rai beschloß, die mil rkärischen Sanktionen bis zu seiner nächsten Konferenz aufrecht zu erhalten und die grage dann aufs treue zu prüfen. (Die Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort bleibt also aufrecht erhalten.) Dte wirtschaftlichen Sanktionen Men bis zum 15. September aufgehoben werden, falls Deutschland feine am 31. August fälligen Verpflichtungen erfüllt und die von Frankreich geforderte A u f- hebung der Einfuhrbeschränkungen verfügt.
*
Zwischen Sitzungsende des Obersten Rates und dem 15. September ist der 31. August eingeschoben, an den dte einzige Bedingung geknüpft ist, der also ge= wissennaßen den langen Aufschub der Aufhebung vecht- sertiaen soll. Für Deutschland bedeutet dieser 31. Aug. nicht viel, denn es ist längst bekannt, daß dte Goldmilliarde bis zu diesem Tage aufgebracht werden wird: und ebenso werden die Alliierten selbst gar feinen Zweifel hegen, daß Deutschland den Termin emhalten wird. Deshalb hätten sie diese Bedingung ruhig sollen lasten können und das sofort geben, was ste uns zuzugestrhen eiffschlossen waren.
Der sozialistische „P o p u l a i r e" fordert auch heute wteder die sofortige Aufhedung der militärischen Sanktionen, mit deren Aufrechterhaltung der Oberste Rat nicht nur eine Ungerechtigkeit gegenüber Deutschland, sondern auch einen schweren Fehler vom Gesichtspunkt der europäischen Politik aus begangen habe. Die Sanktiimen seien verhängt worden, um die Ammahmo des Ultimatums zu erzwingen, und wenn man sie jetzt, nachdem Deutschland seine Verpflichtungen erfiW Hobe, nicht aufhebe, so schöpfe man lediglich Wafier auf die Mühten der Alldeutschen, die mit Recht behaupten könnten, daß die Entente sich über das Recht himvegsctze, sobald dieses nicht mit ihren eigenen Interessen zusommenfall«. — Leider werden die Aeußerungett des so ziemlich einflußlosen „Populairr" eine Stimme in der Wüste bfeiben.
(Eine polnische Hofe an die (Entente.
Die Verweisung des Problems an den Völkerbundsrat verlängere in unnötiger Weise dm Zustand der Ungewißheit, in der sich gegenwärtig die oberschlesische Bevölkerung befinde, denn er vertage iäe endgültige Ein- richtuttg einer inneren Verwaltung auf unbestimmte Seit.
Der völkerbundsrat
setzt sich aus folgenden Persöusichkeiten zusam.nen: Hymans-Belgien, Da Ennha-Brasilten, Koo- China, Qninones de Leon-Spanien, Hano- tanx-Frankreich, als Vertreter von Leon Bourgeois, Fisher-Gioß-Britannien, Orsini-Italien und Viwmte Jshii-Japcm. Neben fünf Ententevertretern drei Neutrale.
Von allen acht vertretenen Nationen dürfte höchstens noch Belgien aus Frankreichs Seite stehe», und das ist auch noch zwelfelhaft. Es verlautet, daß der Völkerbundsrat sowohl polnische wie deutsche Vertreter hören wird.
Bicmnte Jfhii, der derzeitige W>rsitzenLe des Völferbundsrates, teilte dem französischen Mnisbrrprä* fttrenten mit, daß er sich bereits mit dem Sekretariat des Bundes in Genf m Verbindung gesetzt habe, um Tag und Ort des ZufammMtrittes des Rates festzu- fetzen. Man rechnet damtt, daß dies bereits in acht bis zehn Tagen möglich sein wird. Als vorläufiger Termin ist die Zett zwischen dem 20. und 25. AuMt in Aussicht genommen. Es ist wahrscheinlich, daß der Völferbimdsrctt sich in Genf, wo bereits alte Vorbereitungen zu der für September en&entfenen Vollversammlung getroffen sind, versammeln wird, um die Vorbereitungen zur Lösung der ihm übertragenen Aufgaben zu treffen. Ob der Völkerbundsrat selbst sich mit dem von ihm gewüttWett Gutachten über Ober- schlesien befassen wird, ob er ein besonderes Organ als eine Art Schiedsgericht dafür emfetzm, oder ob er eins Kommission von Juristen damtt betrauen wird, darüber find noch feinerlei Beschlüsse gefaßt.
Die Zrage der Rriegsbeschuldigten- prozesie
ist von dem Obersten Rat gleichfalls auf die lange Bank geschoben worden. Die Engländer wünschen keine Fortsetzung der Prozesse gegen deutsche Kriegsschuldige, weder durch das Leipziger Gericht, noch die alliierten Gerichte, vorbehaltlich besonderer Fälle von gemeinen Verbrechen, die den deutschen Behörden zur Wetterverfolgumg zu übergeben seien.
Italiens Anteil an den Reparationen.
Der Sand er an teil an den 132 Milliarden deutscher Zahlungen, den Italien als Entschädigung für den Ausfall Oesterreichs fordert, beträgt 5 Milliarden Schatzscheine dritter Kategorie. Ftalien beantragt, daß die Devisen für die deutschen Zahlungen künftig von den Notenbanken der Entente besorgt werden, damtt nicht wieder die Entente- devisen tote da§ letzte, Mal infolge der deutschen Dollarkäufe stürzen.
(Eine nene Internationale?
Nach dem Bericht der Berliner „Kommmnftischm Arbeiterzeitung" erklärte der ZentvcckLWschuß der K. A. P. D., der Bruch mit Moskau fei grundsätzlich vollzogen. Die bringenöfte Aufgabe des revolutionären Weltproletarmts fei nun dsr Aufbau einer kommunistischen Arbeiterinternationale. Eine Kommis- fuxi soll die Vorarbeiten zur Herbeiführung eines Z u- lammenschlusses alter in Opposition zu Moskau stehenden revoluticmävm Parteien und Verbände leisten. Auf dem Parteitag in Berlin am 28. August soll die Frage beraten werden
Die Gehalts- und Lohnbewegung der Beamten und Staatsarbeiter
ist in ein neues Studium getreten. Seit einig«, Wochen war eine Bewegung im Gange, Re darauf ab- ziette, ein gemeinsames Vorgehen zwischen den Organisationen der DcaMtenlschast und denen der Staatsarbeiter und Angestellten herbeizuführen. Dieser Versuch ist in einer gemeinsamen Sitzung der genannten Organisationen, die am Freitag in Berlin stattfimd, gescheitert. Nachdem über eine Reihe von Fragen, vor allem die, daß zunächst nicht eine Erhöhung der Grundgehälter und Grundlöhne, sondern ehre Erhöhung der Zuschläge ongestrebt werden sollte, kam es zum Schellern der Eittigungsverhand* lungen ,als fettens der Becnntenoertreter ein Zuschlag von 8500 M jöhttich gefordert wurde, während die Arbeitervettreter einen Zuschlag von 3600 M. gleichmäßig für Beamten und Arbeiter forderten. Ein Versuch, diese Gegensätze in einem Ausschuß auszugleichen, scheiterte gleichsalls. Das Schetteru der Einigungs- besttekmngen kann wohl als endgültig angesehen werden. Es dürften beit« Teile jetzt getrennt vorgehen und der Regierung ihre erheblich von einander abweichenden Forderungen unterbreiten.
Wir nehmen zu der Sache selbst keine Stelltmg, weil wir der Regierung nicht oorgreffen wollen.
Nach einer Hcwas-Mvldung aus Warschau hat der W i n i st e r r a t in einet außerordentlichen Sitzung beschlossen, an die alliierten Mächte eine Note zu richten, in der erklärt wird, daß die Vertagung her Lösung der oberschlesischen Frag« einen nicht mit* iber m »ck> enden Nacht «i4 verursache.
Die neue Viersteuer
soll nach dem vom Reichskabinett verabschiedeten Entwurf für jeden Hektoliter, der im Bauereibeiri eb innerhalb des Rechnungsjabtes hergestellten Bier- menge von den ersten 2000 He ktoliter 41 Mk., von den folgenden 8000 Hektolitern 42 Mark, von den 10 000 Hektolitern 43 Mark ufto. betragen. Don der 60 000 Hektoliter übersteigen den Menge sollen 50 Mark pro Hektoliter bezahlt werden. Für Bier, :aS in den Geltungsbereich des Biersteuergesetzes eingefiibrt wird, lall bei der Einfuhr ei»« inner«
Abgabe entrichtet werden und zwar 25 Mark daS Hektoliter zu 4,5 prozentigem, 50 Mark bis zu 13 pro^ntigem Gehall und 75 Mark für andere Biere
Rus dem besetzten Gebiet.
— Das Lude einer französischen vankuiederlasstmq. Die Banque du Rhin hatte in Neustadt a. d. H. eine Filiale errichtet und dazu ein Hotel auf gekauft, das aber jetzt in den Besitz der Pfälzischen Bank über- grgangen i{L Das französische Unternehmen vermochte seinen Geschäftsbetrieb nicht aufrecht zu erhalten, da die Pfälzer Bevölkerung den Verkehr mit dem französischen Institut grundsätzlich vermied.
(nie) Boppard Ein hiesiger Fabrikbesitzer, der im Kriege zum reichen Mann geworden ist, tat sich etwas besonderes zu gut, daß die von ihm arrangierten Festlichkeiten so stark von Angehörigen Der Sc* satzungstruppen besucht wurden. Nun hat man ihn aber bei der letzten Gasterei um 200000 Mark erleichtert, ohne daß eS gelang, des Diebes habhaft zu werden. — Jetzt wird der Prahlhans der eaieute wohl die Tür weisen.
Deutsches Reich.
** Berlin, 15. Aug. Ein Weißbuch über die Verhandlungen des Reichsgerichtes über die sogenannten Kriegsoerbrechen ist dem Peichstag zugegangen. Es umfaßt 90 Seiten. Besonders ausführlich ist in ihm! dte Urteilsbegründung in dem Verfahren gegen die OberleutneM z. S. Dittmar uttd Boldt wogen der Versenkung des englifchen Lazarettschiffes „LaÄowery Castle".
*♦ Das Reichskabinett ist amt Samstag zu einer Besprechung über die politische Gesamt- kage zusammen getreten. Eine frühere Einberufung des Reichstages, die übrigens entgegen anders lautenden Meldungen auch garnicht als unbedingt sicher ht Aussicht genommen war, kommt nicht in Frage. Es ift im Gegenteil, wie wir bereits vor einigen lagen an- deuteten, stark mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Zusammentritt des Reichstages, der zur Beratung der Steuervorlagen für den 6. September in Aussicht genommen war, hinausgeschoben werden muß. Der Reichsrat tritt am 15. August zur Beratung der Steuervorlagen zusammen. Da die Steuerpläne auch noch mit den Ländern besprochen wetten müssen, so ist es mehr als fraglich, ob der Reichsrat bis zum 6. September die Beratung bep Steuervorlagen zum Abschluß bringen kann.
(f) Wofür kn Berlin Geld vorhanden ist. Die 25er* kmer StadtoerordnstenversamnÄung ift zwar aufgelöst, aber dte bisherige überwiegend sozialistische Körperschaft soll bis zum Zusammentritt der neuen Vertretung die dringlichsten Geschäfte noch erledigen. Als dring- tichst m diesem Sinne hat nun diese sozialistische Mehrheit beschlossen, dte größte Straße in Neukölln, die Kaifer-Friedrich-braße in Bebel st raße um- zunennen. Die Kosten einer solchen Aenderung würden ungeheuerlich sein, man muß sich aber demgegenüber vor Augen halten, daß die gleiche sozialistische Mehrhett dieser Tage ettlätt hat, daß sie für dte armen, hungernden und erholungsbedürftigen Ki n d e r keinen Pfennig zur Verfügung Habel Für parteipolitische Kinkerlitzchen aber hat diese Mehrheit einen Hausen Geld, die Wrgerlichm zahlen es ja!
Huslaitd.
** Krisis in bett englisch-irischen Verhandlungen. Die Antwort des Jrenführers deValera auf das Angebot der englischen Regierung stellt eine ziemlich unverhüllte Ablehnung bar. Lloyd George hatte der irischen Republik eine bedingte Autonomie unter englischer Oberherrschaft nach dem Muster der Dominien Südafrika und .Kanada angeboten. De Valero fordert aber in seiner Antwort die völlige Unabhängigkeit und Souveränität Irlands. Man könne sich durch Verträge, die aber niemals die Souveränität Irlands verletzten, gegen kriegerische Zusammenstöße und feindliche Handlungen sichern. Darauf hat Lloyd George fetzt wieder geanttoortet, daß England unter keinen Umständen die irifche Forderung anerkennen könne, durch die das Land völlige Freiheit haben soll, darunter auch das Recht, sich "eventuell von dem Vereinigten Königreich zu trennen. Piese Forderung sei durchaus unannehmbar. Die geographische Zugehörigkeit könne nicht geändert werden. Die englischen Vorschläge stellten das äußerste Maß von Entgegenkommen dcn^ über daS die Regierung nicht hinausgehen könne.
Hauptversammlung des Verbandes kach. Kfm. Vereinigungenveutschlands i.
kp Mannheim, ixen 12. August.
Die Lchrestogung bet koch, taufm. Verein« Deatfffe Janös, die heute vormittag im großen Saale bes Friedrichs- partes nach voraufgegangenem Hochamt in der Jesuiten- kirche begann, hat eine außerordentlich starke Deteüigmrg aus allen leiten Deutschlands. Die Vertreter «ms Oberschlesien, Danzlg, D06i den Auslanösoereinen Rom, Dar» zälona, Bregen; usir. mürben lebhaft begrüßt. Die Tagung eröffnet« mit einem Treufchwur ans Datertimd Der* bcmdsoorsitzendsr Saufmattn Weismante l-Köln. Zwn ersten Präfibenie-r wurde gewählt: Beigeordneter Karl Wolter s-Viersen, zmn zweiten Kausmcmn A d a m st p- Hildesheim. Das Ableben des regen Förderers der Bestrebungen bet falt). Der eine Rechnungsvats Lte
kotte-Efsen chrte die Dersammtung durch Erheb« von den Sitzen. Vertreter hatten en tf ante das So dischc Finanz Ministerien, die Staütverrvaltung, Handel»- fammei und Hanteoettskammer Da-inhei'n, di« Zensrvms- frattion bes Badischal Landtages, bes Mannheimer Rathauses, die Gesamtverbände der kath. taufm. G-Hllfinnen. der Deutschen Angestellten-Gewerkschaften christlicher Achtung, der Bund süddeutscher kath. 0etifinnen, feaeer mor die Zentnarnsffaktion des Deutschen Reichstag» durch bee 2ü>gö*»S*n Gehrig.Köln asteten. StniMte6*