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Jtl. 182.

»tttoe», 10. August 1921

Fuldaer Zeitung

T>rwtf der Fnlvner AeUeudrnckerei l« Fnldn

Bauernblut

Fast möchte man amttfjmen, daß der Mensch zum Lauer geboren werden muß, geradeso wie zum Kunst- fcs. Und es ist wirklich Dee Frage, ob ein neugebore­nes Kind aus der etcbt, in dem kein Dauernbiut mehr ist. selbst dann zum Bauern sich entwickeln Mrde. wenn es von Jugend an in der Atmosphäre tes Bauerniebens aufwüchse. Das, was das Wejent- tzche für den Bauern ausmacht, die Derbundenheü der Seele mit der Natur, der Spatz an Acker und Wese, an Frucht und Vieh, an Bauernarbeit und Baueratt, das mutz angeboren sein. Wer das nicht in sich hat, der kann es nicht lernen. Ein Staat, der sein Bauermum hat untergehen lassen, kann kein neues machen, etwa durch Ansiedlung von Städtern aus dem Land. Die »schlagen da nicht mehr an". Sie pehen fort oder gehen zugrunde.

Aber zerstört werden kann der Bauer schon im jungen Menjchenkinde: dazu braucht man bioß die Quelle abzugraben, aus der die Seele des echten Bau­ern gespeist werden will, eben jene Verbunden­heit mit der Natur und jenen Spatz an Bauern« arbeit und Bauerntum. Wenn man gerne wissen möchte, wie man das Bauerntum zugrunde richtet, und zwar radikal, indem man es in den Seelen zer­stört, so kann man sich Rats erholen bei jenen ge­dankenlosen Erziehern und Erzieherinnen, von den Müttern ongesangen, bie sich vor ihrem Gewissen teilte Nechenhyaft ablegen über das, was sie sollen, und über die Tragweite ihres Tuns und Lassens.

Verbundenheit mit der Natur was ist das anders, als Latz der timnidjen Serie schon ein reli­giöses Ahnen und Erschauern ausgeht vor den Wundern des Lebens, vor der ausHehenden Sonne, vor dem erwachenden Leven des Frühlings, vor dem wogenden Saatfeloe! Und datz dieses Ahnen und Er­schauern geweckt wird von einer lebendigen Muttcr- seele! Dieses Ahnen und Erschauern vor den Geheim- nifjcn der Natur umwittert uns in den Sagen und Mythen der Vergangetchett, in der heiligen Legende, in dem Heiligenbäuschen und dem Kreuzbi.d am Feld­rain, in dem einsamen LinLeiwamn, der da draußen steht, und um den die Sage ihre Gedanken gesponnen hat! Wo dies alles lebenbig ist und in der Seele klingt, da ist nocy dos Hetn^agchuyl, das Unsagbare, das dem Menschen niayt verloren geht, auch wenn et in die Fremde zieht.

Dom echten, unverfälschten unb unverdorbenen Bau­ern ist die Scholle heilige Scholle. Sie ist ihm Erbe der Väter, mit chrem Schweiß gedüngt, die Ruhestätte ihrer Gebeine. Er hat eine heilige Ver­pflichtung, sie zu hegen unb zu pflegen. Sie ist ihm nicht toter Siauh, nicht profanes Ausbeutungsobjekt, sondern Quellgrund des Lebens. Das ist eine lebendige, vom religiösen Lebensgesühl geknüpfte Berbinbumg zwischen des Bauern Seele und ferner Scholle.

Seiner Scholle? ja, aber doch bloß eines anver­trauten Gutes. Siicht vom Staate, der etwas Frem­des und Kaltes ist mit Gesetz und Polizei, sondern vom lebendigen Gott, von der Macht, die im Innersten der Seele, im Gewissen, ihr unerbittliches, unverbrüch­lichesDu sollst!" spricht. Der Staat, der sich zu Gott machen will, zerbricht an der mnern Unmöglich­keit seiner Aufgabe, an seiner Ohnmacht über die Ge­wissen. Und wo immer ein Staat bas Gewissen be­anspruchte und zu formen und zu vergewaltigen suchte, da war bas Ergebnis bi» grenzenlose Verlogenheit der Vergewaltigten. Der Bauer hat dem Staate ge­genüber in der Stille seines Herzens eine Art schroffer Ablehnung dem lebendigen Volke gegenüber aber springt die liefe seines Herzens auf im Gefühl der Gemeinverantwortung und in der Leistungs- und Gebefreudigkeit. Wo das nicht der Fall ist, wo sich der Bauer seelisch und sittlich außerhalb seines Volks­tums stellt, da ist nichts mehr zu wollen, da hört der Bauer auf, Wurzel der Volkskraft und Sungbrunnen zu »ein, weil er eben aufhört, Bauet zu fein.

Darum ist die Erziehung unseres jungen Bauern» Mutes auch Sache unb Aufgabe besten, der mit einem

Unsere einheimischen Pilze.

Von Rektor Weber-Hünfetd.

11.

Wie wir gesehen haben, gibt es kein besseres Mittel, sich gegen Pilzvergiftung zu schützen, als eine gen oue Kenntnis der eßbaren unb giftigen Pilze. Am besten ist es, wenn man die Pilze in na­tura vor sich sieht; auch Abbildungen tun gute Dienste; immerhin aber ist das Anschauen der Pilze selbst ent­schieden vorzuziehen. Wer darum irgendwie Gelegen, beit hat, soll sich die Pilze von einem Sachverständigen zeigen lasten. Zur Unterscheidung der eßbaren von den giftigen Pilzen will ich im Nachstehenden noch einige Erläuterungen geben.

Einer der im Sommer am frühesten vorkommenden eßbaren Pilze ist der E i e r s ch w a m m oder Pfif­ferling. Er wächst Im Suni bis zum Herbst nament- lich in Nadelwäldern. Alle Teile desselben, Stiel, Hut, Blätter und Fleisch sind »m Innern gelb. Der Hut ist anfangs gewölbt, dann flacher und zuletzt trichterförmig eingedrückt; die Blätter lausen am Stiele herunter. Er hat einen Aprikosen, ober auch Mehlgeruch unb einen pfefferariigen Geschmack.

Dem Pfiffersing ähnlich ist ber falsche (Ei er- schwamm. Er ist schwächer gebaut "t« ber echte, hat namentlich einen dünneren Stiel, eine dunklere, orange, rote Farbe unb erscheint erst spät im Herbst.

5m August und S-niember leuchtet uns oft auf Wielen und rasigen Feldwegen ein Sckiwömmchn mit weißem Hute entaegen; ist ber Champignon ®tes. ist ein französisches Won und heißt auf deutsch fo oie,_.®ie »Feldköpfchen". Der deutsche Name für diesen Pilz istFelbearling"; man hört ihn ober selten

nennen Daß ber Pilz bei uns de" französischen Na. men beibehalten hat weist borouf hin, baß der Ge. brauch, ibn zu genießen, oon Frankreich zu uns ber. übergekommen ist. Wenn der Champignon aus der Erde herauskommt, tst der Hut mit dem Stiel verwachsen. Später reißt sich der Hut los und hinterläßt am Stiel einen ringförmigen Hautfetzen. Die F'älter sind fleisch, rot. Hut und Stiels sinh weih. Wenn der Pflz alt wird, werden die Blätter schwarz; dann soll man ihn nicht mehr b^nießen. wie überhaupt der Genuß ganz alter Pilze nachteilig ist. Leider ro:rb mit dem Champignon oft ber giftine Knollenblät­terpilz verwechselt Dieser aekäh-sickiste oller W'ze hat unten eine Knolle, daher fein Name In der 3u. gend ist alles Knolle, Stiel unb fiut von einer gemein­schaftlichen Haut umneben. fobas hex aanz» P tz einem Meinen Ei nicht unähnlich ist. Bald reißt b;e Houi unb hinterläßt eine Scheide, welche die Knolle umgibt. Außerdem bleiben auf dem Hute einige Houfletzen zu­rück und halten sich dort eine Zettlcma. Auch bei bi''em Pilz ist anfangs der Hut mit dem Stiel durch ein» Hont verwachsen, welche nach dem Losreißen des f>n*eg a's Ning um den Stiel zurückbleibt. Dieselben Snmänge sinken statt bei dem Fliegen., dem Perl- und dem Pao- cherpilz; sie olle haben daher eine in einer Schübe steckenbe Knolle, einen Ning am Stiele unb weiße Hautfetzen auf dem Hute. Der Knollenblätterpilz hat

tiefen Verstehen bäuerlicher Eigenart eine rechte Ehr­furcht vor unserm Bauerntum ntrbinbct. und der anderseits von dieser Ehrfurcht aus nicht blind tst für dis Spuren der Entartung unb Verstädterung, die eine Lebensgefahr für unser Bauernblut bildet.

Araeniinien als gurwanderungslanb.

Em großer Teil der durch den neriorencn Krieg bedingten Auswanderung aus Deutschland richtet sich feit einiger Zett nach Argentinien. DieDeinfäe All­gemeine Znttmg" veröffentlicht ein Schreiben eines nach Argentinien ausgewanderten Deutschen, Welcher reckst bemerkenswerte Mitteilungen über die Fort- kommen sm öglichkeiten in Argentinien mocht. Wir wollen sie unfern Lesern mchi Potent« halten, schon um deswillen nicht, weil sie geeignet sind, manche irrigen Vorstellungen über Argentünen auszutäumen.

Der Brieffchreiber stellt zunächst fest, daß seine Illusionen, mit denen er nach Argentinien gekommen fei, sich bald als irrig herausgefttllt hätten und sihrt dann fort:Und mit den guten Zetten, wo man inner­halb weniger Jahre, wie man hier sagt.Amerika mgckste" und als steinreicher Mann wieder durch das Brandenburger Tor einzog, ist es heute auch enogültig in Argentinien vorbei. Es kommt noch Heer und da mal vor, daß jemand ein ganz besonderes Glück ent­wickelt und dieGelegenheit" beim Schopfe zu fasten verstehi, aber diese Gelegenheiten sind hier heute sel­tener als drüben. Es sollte sich jeder gesagt jein kaf­fen. wer nach hier kommen will, muß flirr em ganz besonderes Maß von Zähigkeit, Tatkraft und Aroeits- lust verfügen. Bei dem gewaltigen Wettbewro. mit dem jeder Neuankommende hier zu rechnen Hit, wird er auch selbst bann auf keinen grünen Zwing kommen, wenn er alle bie erforderlichen Eigenschaften, wie Firiß und Intelligenz besitzt. Höchstens in ber 8 a n d- wirtschaft sind für den deutschen Sinroonterär noch gewisse Aussicksten auf Erfolg und gutes Vor­wortskommen vorhanden, aber ohne Kapital 'st hrrr wenig zu machen. Wer aber welches hat, kann dieses immer noch bei geschickter Arbeit bald vermehren Gerade jetzt kommen mit jedem Dampfer viele ehemalige Berufs- und Referveoffiz.ere hier an i« der Hoffnung, sich hdsr ein neues Leben zu schaffen. Aber wie viele der Aerrnsten gehen dabei unl»r und muffen in vollkommen verelendetem Zu­stande zurückkehren."

aus dem Nachbargebiet.

** Traisbach. Herr Hegemeister Giez schreibt uns: In Nr. 178 der »Fuldaer Zeitung' ist von Traisbach berichtet, daß die Wildichweine sich in schreck >aftet Weife vermehrten, so daß schon Rudel von 1012 Stück vorkämen, die großen Schaden in den Weizen- unb Kartoffelstücken anrich eten. Ein Beamter bobe den Schaden an einem Weizen stück auf 4000 Mk. geschätzt und wenn die übrigen Grund­besitzer noch abschähen ließen, könnten die Jagdpächter 20000 Mk. Wildschaden bezahlen. Den Lesern bet »FuivaerZeitung', worunter wohl auch DianaS Jünger sind, biene zur Nachricht, daß die Traisbachet Jagd wohl bald zur Verpachtung kommt. Ein soscher Ichreckichuß ohne Pulver wie der obige, ist wohl geeignet, manchen Jagdliebhaber fern zu halten. Die Traisbacher Jagd tst bet weidmännischer Be­handlung, wenn auch gegenwärtig stark mitgenom­men, eine der besten.

(:) Gersfeld. Heute blickt Herr KreiSamtSsekretär Jakob Richter auf eine 25jährtge arbeitsreiche Tätigkeit im hiesigen SanbratSamte zurück. Für feine vielseitigen Verbienste wöhrenb deS Krieges wurde er mit dem Berdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. Möge es ihm vergönnt fein, das ist der Wunsch aller, die ihn kennen unb schätzen, feinem Amt noch recht viele Jahre in voller Rüstigkeit und guter Gesundheit vorstehen zu können.

einen weißen Stiel, weiße Blätter und einen weißen Hut, der später eine gelbliche ober auch grünliche Farbe annimmt. Eine Verwechselung mit dem Champignon lst gar nicht möglich, wenn man darauf achtet, daß der Champignon f l e i f r o t e. der Knollenblätterpilz aber weiße Blätter hat. Ein Unterschied besteht auch darin, daß der Champignon keine Knolle hat. Da die- selbe aber beim Knollenblätterpilz in der Erde steckt und otf übersetzen wird, so ist es bester, wenn man fein Augenmerk nur auf den Unterschied der Blätter richtet.

Ein anderer eßbarer Blätterpilz ist der Reizker. Er ist gelblich bis orangerot und färbt sich bei Druck grünlich. Der Hut ist anfangs gewölbt, später trichter­förmig und bat auf der Oberfläche konzentrische Streife. Die Blätter laufen etwas am Stiel herab. 9m Innern befindet sich eine gelbe bis ziegel rote Flüssigkeit, die sich an der Lust grün färbt. Der ähnliche Giftrelz. ter ist mehr rötlich, hat einen filzig, zottigen Hutrand und weiße Milch, die sich an der Luft nicht oerän- dert. Das wichtigste Unierscheidunasmerkmal beider Pilze Ist die verschiedene Farbe der Milch.

Zu den Mischlingen gehört auch der eßbare Brät, ling. Er ist femmeifarbig bis zimtorange die Blätter laufen am Stengel herab, sind oelblichweiß und werden beim Druck schmutzigsteckig die Milch ist weiß und färbt sich an der Luft etwas bräunlich. Von ähnlichen giftigen Pilzen unterscheidet er sich hauptsäch'ich durch den eigen­tümlichen Maikäfergeruch und die schmutzig­fleckigen Druckstellen der Blätter.

Außer den hier genannten gibt es noch eine große Anzahl eßbarer Blätterpilze; doch mögen dieselben vor- erst genügen. Für den Anfänger ist es bester, wenn er nur wenige Pilze sicher und genau kennt und sich tttchl durch zuviel den Kaps verwirrt und unsicher wird. Fn- dct er dann Pilze, die er nicht kennt, so läßt er sie ftehen.

Bon den Stachelpilzen seien nur genannt: der S t o p- p e l p i l z und der abichtspilz Beide haben an der Unterseite des ftr9 statt ber Blätter SMchttn, die etwas om Stiele herabsaufen. Ersterer ist hellgelb, letz, lerer mehr braun und hat auf der Oberseite des Hutes kreisförmig ong-orbnefe, dachziegelförmige, dunklere Schuvpen; beide sind eßbar.

Don den Röbrenpflzen ist wohl der bekannteste der Steinpilz. Der Hut ist ob-n brär'-nsich bis grau, die Röhren sind anfangs weiß, fnäter gelblich bis grünlich, aber niemals rot Der Sti-l ist weißlich genetzt und in der Mitte bauchig verdeckt Das Fleisch ist weiß und bleibt auch beim Durchs chB eiben weiß. Die. ler Pilz hat mehrere gefährliche Dnppesgänaer, die aber bei einiger Aufmerksamkeit gar nicht mit ihm verwech­selt werden können. Da kommen zunächst her Satans­pilz und der Heren,Rötzrenpilz in B'tracht Be de haben die Form des Steinpi'zes, sind ober an der Unterfeite des Fiutes rot haben allo rote Rohrenmlindunzen. Das Fleisch färbt sich beim Durchschneiden blau. Zwei andere d»m Steinpilz ähnliche sind der D'ckfuh und her SchönkuS B'ld" haben attbkiche Röhren, könn­ten otto mit hem Steinpilz verwechselt metbm, sind aber am Stiel mehr ober weniger r o t und gelb gefärbt, auch läuft das Fleflch beim Durchfch-'r'h-'" blau an. Bei den Röhrenpilzen gibt es nicht fo r: ' -"t>ne als. bei den Steinpilzen; wenn man sich vor uea v.er zuletzt

(me) Frankfurt a. M. Ein interessantes Urteil fällte kürzlich das Schöfsengertcht. Der Inhaber Ms Kaffer IuNd-»>ühle auf der Zeil hatte mehre« feiner Angestellten auf deren ausdrücklichen Wunsch länger als 8 Stunden arbeiten lasten. Er bekam dafür einen Strafbefehl in Höhe von 100 rit, gegen den er ober Einspruch erhob. Vor Gericht machte er gellend, es habe sich ja nur um Brreitschaftsdienst gehandelt und dir Angcst llten feien durchaus mit der Verlängerung der Arbeitszeit einoerftanden gewesen. Das ®eriif)t betonte aber itt feiwem Urten, man wüste den Achiftt'"bentaa rl« G fetz binnehmen und ihn be­folgen. Wer also länger arbeiten laste, wache sich strafbar und Berestschaslsdienst sei ots Arbeit onzu- fchen. Mil Rua sicht auf die ziv-flelhaftr Lage, in der sich der Arbeitgeber befunden habe, ermäßigte es die Strafe auf 50 JL

mc. Frankfurt a. M. B fr brannte Brief» poft Gestern abend ist eine Po stau to auf der Fahrt zum Bahnhof in Brand geraten, wobei der grüßte Teil der Briefpost vernichtet wurde. Insbesondere sind Postsendungen nach Darmstadt, Qberheffen unb Rheinland, ober auch Einzelsendungen der Strecken Bebra und Nassau verbrannt Etn- schreibebriese würben ebenfalls einige vernichtet

Rolhensels am Main. Burg Rolhenfels, das Mutterhaus der Quickborn-Vereinigung, hatte am Sonntag einen Großtag durch die Wieder­kehr der Jahresfeier. Aus ollen Gauen Deutschlands bis in die weitesten Entfernungen, Holland u'w. waren Vertreter unb Vertreterinnen erfchienen. Sn Rolhen­fels war der Festgottesdienft, dann nahm um halb 11 Uhr der Fcstzug von der Burg durch die Stadt Seinen Anlang, der sich hoch imposant gestaltete. Im Zmotzof stielten dann nach Emltttung von Liedern die Begrüßungsreden, in denen besonders d-: Gründer Quickborns ehrend gedacht wurde. Ein Schlußchor beschloß die herzlichen Begrüßungen, woraus die tau­send jungen Quickbornerinnen und Quickborner zum Estenholen an traten. Der Nachmittag vereinigte die einzelnen Gruppen und Sektionen zu Beratungen der Spiel-, denen dann abends em Reigen und sonstige Veranstaltungen folgten. Um 4 Uhr war im Rittersaal großes Spiel.

fpd. Mainz. Der Buchdruckerstreik am Rhein. Nachdem am Montag d'e bürgerlichen Zeitungen von Mainz wogen eines Buchdrucker st reiks ihr Erscheinen vorläufig entstellen mußten, hat der Aus- stand heute weiter um sich gegriffen. In Worm s, Wiesbaden, Biebrich unb ben kleineren Orten des Rheingaus erscheinen feit heute keine Tageszei­tungen. Dahrfcheiilich wirb sich ber Buchdruckerftreik auch auf die kleineren Orte Rheinhessens ausdehnen.

vermischtes.

Volksjustiz. Eine eigene «Art Schieber zu bestrafen bat man in Memmingen (Boherisch- Schwaben) er onnen. Der Käfetzänbler Wiltzelm Rosenbaum wurde wegen Wuchers von einer riesigen Menschenmenge aus seinem Haufe geholt, ihm eine Kuhglocke an den Hals gehängt und unter dem Ge­johle der Menge, die Schieber, Mörder, Lump unb sonst noch aller band Freundlichkeiten rief, zum Marktplatz gesührt, wo er entsetzlich verprügelt wurde Ehe Rosenbaum ins Gefängnis abgeführt wurde, verlangte man von ihm die Zahlung einer halben Million für die Armen der Siadt. Die gleiche un­zarte Behandlung ist auch einem Lumpenhändler unb einem Pferbeverkänfer zu teil geworden.

* (Eine neue Eishähte. In Nordtirol im Peurlinger Gebirgszug, zwischen Wörgi und Kufstein, ist ein großes Höhlenfystem entdeckt worden, dos nach den bisherigen Forschungen etwa 600 Meter in bie Tiefe führt. Die Einfuhrschöchte waren schon seit lan­gem bekannt. Die Tiroler Sektion für Höhlenforschung hat nun mehrere Expeditionen unternommen, wobei man auf einen mächtigen Eisboin stieß, in besten Mitte sich ein Eissee befindet. Man vermutet, daß das Höh-

genannten hütet, ist man schon ziemlich sicher; doch möchte ich immerhin davor warnen, einen Pilz zu ge­nießen, ben man nicht kennt.

Ein beliebter Speisepilz ist auch der Butterpilz. Der Hut ist anfangs mit braunem Schleim überzogen, später ttocken und bloster, in der Mitte gebuckelt. Der Stiel ist gleich dick, bloßgelb, mit einem Hautring ver­sehen, das Fleisch gelblichweiß und verändert sich nicht beim Durchschneiden. Dom Butterpilz kaum zu unter, scheiden ist der ebenfalls eßbare S chm e r H n g, nur setzst ihm der Ring. Wenn jemand diesen Pilz mit dem Butterpilz verwechselt, so schadet das nichts, denn beide sind eßbar. Dos Fleisch beider Pilze ist gelb, das des Butterpilzes mehr weißgekb.

Diesen beiden Pilzen ähnNch sind der S a n d p i l z unb der Maronenpilz, nur ist das Fleisch beider weiß und läuft beim Durchschneiden blau an, bas bes Maronenpilzes unter ber Haut noch etwas rötlich; beide sind eßbar. Der Stiel der beiden ist niemals rot. (Sergi. Dickfuß unb Schönfuß.)

Schließlich will ich noch zwei Röhrenpilze erwähnen, die sich täuschend ähnlich sehen, aber ohne Schaden ver­wechselt werden können, da sie beide eßbar sind, nämlich der Birkenpilz ober Kapuziner und der Rot. h a u t p i l z oder das R o t h ä u p t ch e n. Der Hut beider ist braun, der des Rothäuptchens in der Mitte mehr rotbraun. Sei beiden sind die Röhren schmutzig- weiß, die Stiele der Birkenrinde ähnlich, unten etwas verdickt und mit Schüppchen bedeckt. Das Fleisch bes Birkenpilzes ist weiß, verändert sich beim Anschnitt nicht ober wirb schmutziggrau, bas bes Rothaupl-bens ist eben- falls weiß, wird aber beim Durchschneiden bläulich ober rötlich, bann violett und zuletzt (namentlich bem Kochen) bläulich'chwarz.

Die Morcheln und Lorcheln haben keinen vom Stiel getrennten Hut. sondern der Hut ist mit dem Stiel verwuchsen und bedeckt denselben mühenförmig, bei den Morcheln mehr kegelförmig, bei ben Lorcheln sottelarttg Der Hut hat also keine Unterseite, sondern nur eine Außenseite, in welcher sich Gruben mit den Snorenbehäl- tern befinden. Alle Morcheln sind eßbar mit Ausnahme der Stinkmorchel: birie verbreitet einen fo abscheulichen Geruch, boß es schon sebem von selbst vergehen wird, sie zu essen. Die Lorcheln sind alle eßbar.

In unseren Laubwäldern findet sich auch ein korallen­artig verzweigter Pilz, der Hatznenkqmm. Die Zweiae sind gelb und erstrecken sich 815 Zmtr. breit und hoch. Die Hahnenkammch--" sind ebbar; dach wähle man nur junge, bei trockenem Wttter gesammelte Exem. plore und schneide vor dem Gebrauche die Endspitzen ab.

Wenn im Spätsommer dos Grummet eingeerntet ist, sieht man auf den Wiesen häufig einen kleinen, fast ku­gelrunden Dilz, b'n Bovl st. Iebermann kennt ihn unb Hal ihn schon gesehen, aber nur wenige wissen, daß er eßbar ist. Im Iugendzustanhe ist er außen und innen weiß; später verwandelt sich ober das Innere in eine gelbbraune ober grünliche Masse unb zuletzt in einen trockenen Staub. D'ese Siaudteilchen sinb die Sporen, welche, nachdem bi- schwarzarau geworbene Oberhaut gerisse" :ü, vom Wmde fortgetrieben werben. So [anqe bie im Innern weiß unb fest ist kann man >-» Pilz genießen; wirb ober bas Innere gelb und welch, bann ist er nicht m gebrauchen.

lensystem sich noch mehr in die Tiefe erstreckt, bis zu einem unterirdischen See, in den sich wahrscheinlich die Abflüsse des Hundsalmbodens ergießen. Die höhle soll dem allgemeinen Besuch zugänglich gemacht werden.

Hanoschristenüdelmitttunz ohne Draht. Der ,Mann' veröffentlicht die erste biahtlofe lieber» mitllungetneSgefchriebene «Dokumentes von Amerika nach Frankreich. Durch den Apparat des sranzösi'chen Eifincers Bellin ist es gelungen, einen Glückwunsch, der gestern nachmittag von dem Chefredakteur der ,New-Dork Tomes' van Andra, für den ,Mattn' niederste chneben würbe, in der Handschrift van Andras auf drahtlosem Wege nach Parts zu übermitteln. Tie Uebermittlung ist in wenigen Minuten erfolgt. Die Wieder­gabe der Handschrift ist sehr deutiich. Der ,Malin', der zwei Ingenieure nach Amerika geianbt hat, um die Experimente sorizu etzen, glaubt, daß auch Zeich­nungen und Phoiographien in der gleichen Art über den Ozean beförbert werden könnien.

Amtliche Anzeigen.

Son beachtenswerter Seite ist darauf hingennesen wor­den, daß die auf ben Straßen fellgehaltensn Mineralwässer stets eiskalt oerabfolgt werden und daß bet Genuß zu kalten Wassers leicht ernste Seibauungsftorungen von längerer Dauer nach sich ziehe.

Im Arrslrage des Herrn Ministers des Innern werben deshalb bie Sertäufer von Mineralwässern im Ausschank hiermit wiederholt angewiesen, das Getränk fernerhin nur m einem ber Trinkwasier-Temperatur von etwa 10 Grad Cels. abzugeben. Gleichzeitig wird bas Publikum vor dem Genüsse eiskalter Getränke überhaupt, also auch des zu falten Bieres, insbesondere aber der Mineralwässer ge­warnt.

Fulda, den 2. August 1921.

Der L Landrat. 2. 23.: Polster.

Diejenigen Gemeindevorstände des Kreises, welche mit ber Anmeldung des Betriebsstoffes (Benzol) für landwirt­schaftliche Betriebe für ben Monat Oktober d. Is. gemäß meiner Rundverfligung vom 5. Februar 1920 II 1335 noch im Rückstände sind, werden an Einsendung der An- Meldung mit Frist bis spätestens zmn 1. September d 3- erinnert. Spätere Anmeldungen können Berücksichtigung nicht mehr fladea.

Die beteiligten Landwirte wollen ihre Anmeldung bei ber Ortsbehärde (o'ort bewirken.

Fulda, ben 2. August 1921. ist

Der t Landrat. I. S.; Polster.

Hühneraugen

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Zentral-Drogerie, Zentrol-Pessege.

Weissweine

Rotweine

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Unter den Bovisten gibt es nur einen giftigen, ben Kartosselbovist. Er sieht einer auf der Erde liegenden Kartoffel ähnlich, hat auf der Oberhaut War­zen. ist außen bräunlich, zuweilen auch blaß, am Grunde gelb. Das Innere ist anfangs wriß. dann schwarz. Das wichttgste Unterscheidungsmerkma> zwi­schen dem eßbaren und dem Kartofselbovist ist: die eß­baren haben eine dünne, der Kartasselbovist eine 2 Millimeter dicke, warzigharte Oberhaut.

Ein sehr geschätzter eßbare Pilz ist die unter der Erde wachsende unb bestzalb schwer auffindbare Ir ü f- f e 1 Sie ist einer Kartoffel ähnlich außen lchwarzbraun. im Innern bräunlich unb burch viele weißliche 2Ibcm marmoriert. Gewissenlose Menschen verkaufen oft ben Kartoffelbovist für Trüffeln; man merke sich bestzalb: Beim Durchlchneiben bes Kartoffelbouist zeigt bie harte Hauischlcht einen 2 Millimeter dicken, w ? ißen Ring, der sich von der Innenmaffe deutlich unteridjeibet; bei ber Trüffel ist die fleischige Schale von der Innenmaffe nicht obgegrenzt, also kein Ring vorhanden.

Schließlich noch einige Bemerkungen über das Sam- mein und die Behandlung der Pilze. Man sammle nur bei trockenem Wetter, weil naß eingebrachte Pilze leicht faulen. Wenn man bie Pilze ausreißt, kann das Pllz'ager leicht beschädigt werden; beim Äbfchneiden bleibt ein Slumpf übrig, der leicht fault und fo auch dem Pilzlager schadet; deshalb empfiehlt es sich, die Pilze abzudrehen. Sehr alte übelriechende, von Maden gerfroffene, von Regen durchtränkte Pilze lasse man stehen. Es empfiehlt sich, die Pilze in einem Korbe ober in einer Pappschachtel zu verwahren da sie in einrm Sock oder Beutel zu sehr g-hrückt narben S^atd man bi» Pilze nach Haus« gebracht hat. lege man sie ausein- onber unb putze sie, inbem man bte schabhaflen S eilen herausschneibet. die Oberhaut abzieht, wo dies möglich ist und den Stiel obschabt. Bel iungen Champignons genügt es auch, die Oberhaut nur obzuschaben. Die ge- putzten Pilze werden in längliche Stücke qefdjnitten und, wenn sie nicht sooleich zubereitet werden sollen, mit Salz bestreut unb on einem luftigen kühlen Orte aufbewahrt: so halten sie sich 24 Stunben. Kann bas Putzen aus irgend einem Grunde nicht sogleich ftottfinden, fo lege man die Pilze auseinander und bewahre sie bis zum andern laq im Keller auf.

Sollen die Pilze länqer aufbewahrt werden, fo müs­sen sie getrocknet werden, indem man die geputzten Stücke anschnürt und pn sonniaen Orten aufbänqt, ober sie auf Horben legt unb om Hord trocknet; bann kann man sie wie getrocknetes Obst Zelt aufbewahren. Außer bem Trocknen kann m Dilze auch aufbe. wahren burch Einmachen uns wecken".

Wer die eßbaren Pilze gr au kennt unb die hier an­gegebenen Borsich'smaßreqeln genau beachtet, ist vor Pilzvergiftung gesichert Wenn aber irqcnb einmal durch Unvorsichtigkeit eine Vergiftung vorkommt fo nehme man ärztliche Hilfe in Anspruch unb suche bis zur An­kunft bes Arztes durch Erbrechen und Abführen Magen und Darm zu entleeren Auch kann der Patient möq- lithft viel kaltes Wasser oder fuße Milch trinken., um den Giftstoff zu verdünnen; nie aber fall er Essig trinken, weil durch denselben bas Gift schneller gelöst und in das Blut übergesührt wird.

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