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JI2 179.

Samstag, 6. August 192t

- -yuldaer Leitung

Druck der Fuldaer Aeiieadruckerei in Fulda

Ern Herzschlag raffte uns ren Führer Gröber hin­weg. An Herzschwäche starb ter sozialpolitische Leh­rer und Bahnbrecher Hitze. Den Tod Trimborns führte die Herzschwäche herbei, die sich nach der Operation «instlll«. Es ist kein Zufall, wenn bei den Männern im öffentlichen Leben das Herz vorzeitig erschöpft wird. Gerade die parlamentarische Tätigkeit stellt die größten Anforderungen an die Herzkraft.

Das Herz ist ein wunderbares Stück vom Körper. Anscheinend ein Sack, in Wirklichkeit ein Pumpwerk von raffinierter Technik mit allerhand Kammern und Dorhöfen und Ventilen an Song- und Trribatern. Dieses Organ hat so viele empfindliche Teile und doch ist ihm keine Ruhepause gegönnt. Das Herz hat einen vierundzwanzigstündigen Arbeitstag und kennt keinen Sabbath und keine Ferien. Von der ® butt an bis zum Tode macht es jede Minute feine 60 bis 100 oder manchmal noch mehr Schläge und treibt dabei das Blut in einem ununterbrochenen Strom durch den ganzen Körper. Wenn di fr Pumpe sechzig oder siebenzig Jahre Tag und Nacht gearbeitet hat, so wer­den einzelne Teile matt und mürbe. Di« Dauerhaftig- feit hängt wesentlich davon ab, ob das Pumpwerk regelmäßig im gleichen Takt xz arbeitet Hot ober häu­figer durch schnellere- und stärkere Schläge überan­gestrengt worden ist. Letzteres ist der Fall bei über­mäßiger körperlicher Arbeit und in noch höherem Maß« bei stark, r, seelischer Aufregung. Daher der Ausspruch von Trimborn am Eingang dieses Artikels. In der Nacht vor feinm Neichstagrrede konnte er nicht schla­fen, weil sein Gehirn an den betreffenden Gedanken arbeitete, die Nerven nicht nur Abspannung kamen und das vom Nervensystem umgebene Herz den läng­

liche Weinproben der besten Sorte und ein hochmögen- der Berliner Genosse den nahrhaften Imbiß gestiftet hatte. Wie war der Parteivorsitzeude auf dem Posten! Vom gemessenen Anfang bis in die lustigen Stunden der Fidelität war er der tonangebende Geist, und nie­mand konnte seinem unverwüstlichen Humor amner- ken, daß Trimborn noch in demselben Monat sich auf den Operationstisch logen sollte mit dem Einsatz von Tod oder Leben!"

Er hat sich auf gerieten im Dienste der großen Sache, für unser Wohl.

des Jahres. Er geht darin das ganze Leben des Herrn durch und bringt am Schluß noch Gedanken für die monatliche Geisteserneuerung, die er an die acht Selig, feiten und die vier Wehe anlehnt. Durch unsere Zeit geht sa ein Suchen nach Seelenerneuerung, Derinner- lichung. Durch dies eigenartige Buch ist auch dem ge. bildeten vielbeschäftigten Laien, denn diesem gilt es, An­trieb gegeben, sich in der Frühe einige Augenblicke zu sammeln und sein Tagewerk im höheren Lichte zu be. ginnen. Allen nach Derinnerlichung sich sehnenden Seelen wird es eine langerwünschte Hilfe sein. Als religiöses Geschenkwerk dürfte es wie wenige berufen sein, ein mo- deines Familienbuch zu werden»

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Ich. Selbstbetrachtungen von Sebastian van D e r O. S. B. 12 (VIII u. 100 SO Freiburg i. Dr. 1921, Herder. 4.50 Mk., geb. 8,50 Mk. und Zuschläge.

Eine ebenso feinsinnige wie schlicht, klar und warm- herzig gefaßte, und dem Reiz persönlicher Erinnerungen und Erlebnisie ausgestattete Lebensphilosophie für jeder, mann. In tastendem Nachdenken über sich selbst sucht der Verfasser durch kurze, religiSs-ethisch.pädago"i'ch ge­stimmte Erwägungen der Beziehungen feines Ich zur Außenwelt, sich bis zur Erkenntnis seiner eigenen Le- benraufgaben und Z-eke durchzuringen, die erst in der Ewigkeit ihren Abschluß finden. In der gegenwärtigen Zeit krosier Ichsucht kommt dieses liebenswürdige, von tiefem sittlichen und christlichen Ernst der Gsdankevsüh- rung getragene Büchlein eines scharfsichüg und doch liebevall beobachtenden Kenners des Menschenherzens und Menschenlebens mk gerufen.

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Eucharistie vnd Arbeit. Bon Erich Przywara S. J. Dritte und vierte Auflage. 9.13. Taufend. Buch­schmuck von Adolf Kunst. 12 (VIII u. 50 SO Frei- buro i. Dr. 1921, Herder. 4 50 Mk. und Zuschläge.

Wahrhaft'große, ewig giltige Aphorismen stehen in dem schmalen Hefte, das Och ganz auf den Briefen des Dölkeranostels Paulus aufbaut. Es ist auf diese Weise ein unschätzbares Bade mecum für jeden, der es mit seiner christlichen Ileberzeunung so ernst n'mmt, daß er sie int Leben restlos zur Derwirklichung bringen muß.

Neue Bücher.

Verinnerlichung.

Es ist ein oft beklagter Mangel an unfern neueren religiösen Schriftwerken, daß sie im rein Lehrhaften steckenbleiben und darum das Gemüt in seinen Tiefen nicht erfassen. Das ist auch der Grund, warum wir so gern zu den alten Mystikern zurückgreifen. Wir suchen hinter aller Lehre schließlich doch den fühlenden, seelisch erlebenden Menschen, und daß der zu uns spreche. Sai­ler, Seuse, lauter, Eckehart, sie leben als Persönlich, leiten vor uns auf; jeder spricht seine eigene Sprache und in jedem ihrer Worte schwingt ihre eigene Seele. Dies Seelenerlebnis, dies Sichhingeben des innersten Wesens finden wir in dem neuesten Werk aus dem Her- derfchen VerlagDer selige Weg". 15,50 Mk.; geb. 20 Mk. und Zuschläge.)

Der Verfasser, P. Georg Timpe P. S. M., schon durch seine gemütvollen Kriegsbücher bekannt, bietet darin seine Gedanken zu Worten Jesu für jeden Tag

Der Gottessohn. Priesterbetrachtu.ngen im Anschluß an das Iohannes-vangelnim. Von Karl fiagaenet) S. J. 1. und 2. Teil. Freiburg i. Br. 1921. Herder.

Einalter Christus" soll der Priester sein. not­wendig ist deshalb für ihn die immer wachsende Kennt­nis dez ewigen Prissterkö-ias. P. Haggenen hat dafür den Priestern und Priesteramtskandidaten schon so man. ch-s ausgezeichnete Hilfsmittel geboten. Am vortreff, lichsten aber sind wohl die beiden bisher ernennten Bäuchen seiner Priesterüetrochtugen im Anschluß an das Johmmesevangeliurn.D»r Gott-sfohn" fo heißt das auf 4 Bände berechnete W»rk kann als Krönung der aszetischen Schriften des Verfassers angesehen w'r- den. Neben der schon bekannten tiestchiirfenden Text, erklärung und guten dogmatischen Begründung gefall-'N vorzüglich die so fein ausgewählten und garnicht ae- suchten Anwendungen für das Priest-rleben. Dis Be- trachtnngen über die Berufnug der Jünger im I Band und über das Selbstzeugnis Jesu im II. Band sind die schönsten Beweise hierfür. Aber alle ohne Ausnahme sind geeignet, den Leser immer mehr mit Liebe für den göttlichen Meister zu erfüllen und so dem Priester, leben das Fundament zu geben, auf dem es allein sicher ruht.

handel und V rlschaft.

fpd. Würzburg, 5. August. Aus einer seit Jahren hier bestehenden illegitimenWiukelkaifeebörse" hat sich unter Führung der Handelswelt des Würzburger Wirt- schaifsbezirks eine Produktenbörse gebildet. Zum Vorsitzenden wurde Rechtsrat Dr. Franz gewählt. Als Vörsenlokal sind die Schrannensäle in Aussicht genom­men.

Märkte.

X Mda, 6 Aua. Auf dem heutigen Schweine, markt waren 136 Ferkel und 1 Läufer aufgetrieben. Erstere wurden mit 60-140 - 320 M., letztere mit 600 Mark gehandelt. Der Handel war schleppend.

mc fitanlfurt a. M, 5. August. Dre Anfuhr auf dem heutigen Gemüsemarkt entsprach nicht der Nachfrage, infolgedessen gingen die Preile stark in die Höhe. Kartoffeln jetzt in besserer Qualität ange» fahren, kosteten beim Großhandel im Zentner 105 HO Mk. Holsteinisches Weißkraut wurde stark gefragt und zu 90100 Mk. gehande.t. Tomaten stiegen auf 100 Mark per Zentner, Zwiebel auf 120 Mk., Einlege. urken erhöhten den Preis auf 20 bi# 30 Mk. per Hundert, Bohren, teilweise recht schlechter Qualität, kosteten 250 -450 Mk, Wirsin i 150160 Mk, Römisch, kohl 60 70 Mk., Spinat 200 Mk. und darüber. Der Ob st markt war überladen und dürste eine Räumung aus eschlossen erscheinen. Heidelbeeren in gerin erer Menge wie bei den Vormär ten < n cfübren, kosteten im zentnei weiten Verkauf 400 Mk. und da-über, Aepfel 200-40 Mk., Birnen 100 - 250 Mk., Zwetschen 20350 Mk., Mirabellen 25 -390 Mk., Reineclauden

famen Schiastakt nicht finden konnte. In der folgen- den Nacht quälte den gewissenhaften Mann die nach­trägliche Sorge, ob er die Astfgate cmch wirklich gut erledigt hab', ob nicht dieser oder jener Punkt besser hätte b-handelt werden können, ob nicht dieser oder jener Einwurf der Gegner zu verhüten gewesen wäre, usw. Eine schlaflose Nacht ist Gift für die Nerven und für das Herz. Auch der flotteste Redner hat während seines Vortrages vor der großen Oeffentlichkeit einen gesteigerten Wtsschlag. Wenn diese außerordentliche AnstrenMng des Herzens noch verschärft wird durch mühsame Vorgedanken und sorgenvolle Nachgodanken, so gerät die & be ns pumpe schneller im Unordnung, wie bei dem Lebenslauf eines unpolitischen Mannes, der am Feierabend sorgenlos fein Pfeifchen schmaucht und schon während des Abendgebets zu schlafen anfängt.

Die Verantwortlichkeit ist es, dir bei den Männern im öffentlichen Leben das Herz bedrückt und vorzeitig erdrückt. Di« Mehrzahl der Wähler hat keim rich­tige Vorstellung von der aufreibeiÄien Arbeit, ixte ein tüchtiger Volksvertreter, vor allem ein Führer der Partei, zu bewältigen hat. Don fiüh bis spät wird da studiert oder verhandelt, verhandelt In allen mög» lichcn Ausschüssen und Konferenzen. Das rüttelt an ten Nerven und schüttelt das Herz. Trifft man abends jurErholung" mit den Freunden zusammen, so gehl das Gespräch wieder auf dir politischen Dinge. Die­selben Gedanken und Sorgen schleichen mit ins Bett, und die Nacht bringt nicht die Entlastung von Geist und Körper, zu der sie eigentlich bestimmt ist. Es ist ein mrgesund'r Beruf, Abgeordneter oder gar Mi­nister zu sein; aber es muß auch solche opserwillige Herzen geben.

Dankbar müssen wir sein. Dankbar den noch lebenden Vorkämpfern durch treue Gesolgschaft; dank- bar den Verewigten durch ehrenvolles Gedenken und herzliches G bet.

Auch die Heimgegangenen Führer gehören zu ten Opfern des Krieges, dessen siebenjährige Dauer jetzt ter Kalender nochweist. Die furchtbaren Schickfals- fchläge haben die Anforderungen an dos Herz noch in außerordentlicher Weif« gesteigert. Wer trotz oller Not der Zeiten noch einen ruhigen Nachtschlaf finden kann, der darf sich glücklich preisen und tarnt am Tage um so mehr Schaffenskraft entfalten..

Unpolitische Zeitlause.

Bon Fritz Nrentemper.

Berlin, 3. August 1921.

^nQ,?er ^hässlichen Zeit vor dem Kriege fuhr ich mit tem Abg. Trimborn aus einer (9c- |eu(cpofi heim und machte ihm ein wohlverdientes Koiiplik^nt über feine sprudelnde Beredlsamkett. Er mm ortete:3a, das sagen Sie fo; aber jede größer« Neichstagsrede kostet eure schlaflose Nacht oorter und eme schlaflose Nacht nachher."

be iäusigen Bemerkung steckt ein wefent. iWr Beitrag zum Charakterbild« tes jetzt verewigten hL t*ers roar Gabe der Beredsamkeit im DcrIieten; aber er verließ sich nicht auf Palenpeschenk, frntern mühte sich ab in Bor- e°rSe> damit er seine jeweilige Auf- .vollkommenste erfülle. Er hatte einen ^umor, der den Anschein erweckte, als Falter dohinschwebe, ohne von Ärgernissen des Alltags berührt dem anscheinend teichistmri- strengst« GewisterchastigLeil, die rastlose Ampanmmg afler geistigen und körperlichen Mtuilu

Ein alter Römer hat mal gesagt: Fürs Vaterland m" r5 spulen scheinen. So kann man auch von tem Verstorbenen sagen: Für die große Sache arbeitete er, wenn er seinen erfrischenden Hu- mor ipleien l«ß /

Die Miter. bte den Nachrufen in der Presse bei- grfugt waren z ^en zmneist ein sehr ernstes, vielfach te-Z1 Gesicht. Der frische

fröhliche un- schalkhafte Zug, bet während der Rete in bas Antlitz verklärte, wollte

sich am ter photographischen Platte nicht festhalten las- sen. Aber die iiostcn Bildnis^ nicht etwa falsch; he Ausdruck, daß auch dies r hochbegabte

und hochbognatet« Mann sein Kreuz von Mühsal, Sorgenund körperlichen Lechen jutrogen hatte. Wer den Verstorbenen gekannt hat. findet die gehörige Er- gänzung zu den Bildern in tem geistvollen und Herz- gewinnenden Mienenspiel, wenn der Verewigte feiner Gemütlichkeit die Zügel schießen lassen konnte.

Ich traf ihn zum letzten Male bei einer fröhlichen Ntenüsttzung, zu der chrmlsche Parteifreund« boträcht-

Zinanzbol chewismus.

Sowjetrußland sucht mit aller Gewalt seinen Äußenbandel wieder zu beleben. Hierzu schlägt es drei Wege ein.

Erstens kann Sowjetrußland Gold ausführen, der Goldvorrat ist aber arg zufammengeschrump t anö wird keinesfalls mehr als 750 Millionen Goto» tutel wert fein, eine Summe, die bei dem Riesen­bedarf nicht ins Gewicht fällt.

Zweitens werden mit Riesenreklame die AnS- beutung-konzesslonen an die ausländischen Kapita­listen ausgeboten, das dreimal beibammte Kapital soll kommen und das durch die Bolschewrki zerstörte russische Wirtschaftsleben wieder aufbauen. Die Kapitalisten halten sich aber mit Recht zurück, keinem erscheint die Sowjetregierung so kreditwürdig, dag er ihr sein Kapital anvertraut.

Ter dritte Weg, oeit die Sowjetregierung ein» schlagt, ist in Deutschland fast gar nicht bekannt, und oennoch ist hier die Quelle, wo bte Sowjet- regierung am erfolgreichsten frische Mittel schöpft. Wir memen den Fi n an zb olsch e wism u s, den Handel mit Zarenrubeln, dem allen russiichen Papiergeld. Die Platten und Pressen zur Herstellung des alten Papiergeldes sind im Besitze der Sowjetregierung, dre lustig weiter Milliarden auf Milliarden Zaren- rubel drucken läßt und in den Verkehr bringt. Za. en- rubel sind bei allen Valuta chiebern zur Spekulation sehr beliebt, und wo, wie in Deutschland, der Bör en- handel damit verboten ist, besteht ein wilder Handel der z. B. in Berlin einen täglichen Um­satz von schätzungsweise 60 Millionen Rubel erreicht. In New Jork, in Paris, London, Stockholm, Kopen- Hagen usw. wird in Zareurubeln spekuliert. Send» linge der Sowjetregierung verkaufen ihre Bestände und mit den als Gegenwert erhaltenen Dollars, Franken, Pfund Sterling, Kronen und Mark be­treibt dann Die bolschewistische Regierung ihre Pro­paganda im Ausland und bezahlt ihre Warenkäufe. Welche Blüten bieie Spekulation treibt, mag z. B. zeigen, daß im vorigen Jahr an der New Iorke, Bör e bte Mark zeitweilig mit V» Cents b.roc tet wurde, die Zarenrubel dagegen gleichzeitig mit 41/« Cents. Die vollständig zusammengebrohene russi'che Währung alto dreimal io hoch mte die deutsche! Warum das? Man weiß sehr wohl, daß der Gewaltfrieden Deutschland nich 3 mehr ließ als seine Aibeitskraft, Rußland dagegen ist ein Rohstoffland mit noch unerschloffenen Möglich­keiten. Eine geschickte bolschewistische Propaganda malt dos immer wieder aus, spricht von den uner- fchlossenen Bodenschätzen, vonTrillionen Tonnen Kohle" in Sibirien (!), von Flachs, Hanf, Holz usw. Bon Zeit zu Zeit gehen auch kleine Partien davon ins Ausland zur Anregung. Ein andermal spiichi man von dem bevorstehenden Sturz der Sowjet­regierung, alle Welk kauft schleunigst Zaren rubel, um bei der nun kommenden Ausbeute Rußlands nicht zu spät zu kommen. Der Rubelkurs steigt und der lachende Gewinner ist die angeblich vor dem Sturz stehenDe Sowjetregierung!

_ Es ist stark zu beimuten, Daß hinter den gegen­wärtigen Meldungen vom Sturz oder gar frei­willigen Aviritt der Sowjetregierung ein ähnliches Manöver steckt. Die Sowjetregierung braucht Mittel, um int Auslande Lebensmittel für die murrende Ro e Armee zu kaufen. Sie wendet hierzu ihr all- erprobtes Mittel an, den Finanzbolschewismus. Fast zur Gewißheit wird dies durch das Schweigen der dolschewistfichen Größen Senin, Trotzky u;ro. Hüten wir uns, daß Die europäische Hilfe für Das hungernde russische Volk nicht in Die Hände der Sowjetgewalt- I hader gerät und deren Macht noch verstärkt. K. L. I

Der Kleine Spekulant.

Daß bte Spekulaiicmswut in Deutschland bedenk­lich weite Kreist gezogen hat, ist genugsam tetannt. Die Berliner Börse hat sich genötigt gesehen, ten Be- ttteb an drei Tagen m ter Woche ruhen zu lassen, damit bi« Makler und die Banken mit ter Abwicklung ter Geschäfte Nicht allzusehr in Rückstand gc roten. Die Banken haben es vielfach abgelohnt, erteilte Orter früher als nach ein paar Tagen auszuführen.

Trotztem hat die Spekulationswitt nicht erh blich abgenommen. Da ist der Gedanke aufgetaucht, ten kleinen Spie kulanten den Werlpapierumfatz an der Börse zu erschweren. Eine Gruppe von Banken hat daher empfohlen, bte Provisions­sätze für kleine Aufträge van 1000 bis 2000 M be- trächtlich zu erhöhen. Daneben sollen die Kr e b i t e für Börsenspekulationen eingeschränkt werten. Diese Maßnahmen bürsten schwerlich zum erstrebten Ziele führen. Wer bei einem Börsenpapier Gewinne von ein paar hundert Mark zu machen hofft, wird nicht durch Erhöhung ter Bankprovision um einige Mark vom Spekulationsfieber kuriert. Di« B.schrän- ümg bet Kredite ist gleichfalls wenig wirksam, da die meisten klicinen Spekulanten ihre Aufträge bar bezah­len. Man wird vielmehr zu tem resignierten Schluß kommen, daß in ter Börsenspekulation die Menschen auch erst durch Schaden klug werden.

Allen Warnungen zum Trotz war es nicht gelungen, zahlreiche Beamte, Angestellte, Pensionäre, ja Krtegs- witwen und kleine Sparer von der Gefährlichkit ter Wertpapierspekulation zu überzeugen. Wie lange die Konjunktur der Divitentenpapivre dauern wird, ver­mag niemand vorher zu sagen. Deutsches G:ld schwimmt in ungezählten Milliarden im Auslande her­um und führt zu einer Masfennachfrage nach deutschen Wirtschaftsweisen. Da die Aussichten der deutschen Wirtschaft alles andere als rosig sind, kann die Hausse- Bewogimg ter deutschen Dividendenwerte nicht in alle Ewigkeit fortbauern. Dre meisten Hainen Speku­lanten legen aber ihre Gewinne nicht zurück, sondcrn verzehren sie. Tritt einmal ein Stillstand in der Aufwärtsbewegung ter Kurse oder gar ein Rückgang ein, so muß es zu einem verstärkten Angebot an Wertpapieren und damit zu einer verschärsten Ab- wärtsbewcgimg ter Kurse kommen.

Wer behauptet, er könne ohne Spekulationsgewinn« temen Unterhalt nicht bestreiten, betrügt sich selbst. Wer keine überschüssigen Mittel hat, deren Zinsertrag er missen tamn, bleibederBörsefern; er wird doch frich.r oder später bir Leidtragende sein. Dr. Croll.

ter männlichen. Die Gesamtzahl ter unterstützten Vollerwerbslosen ist von 358161 am 1. Sunt auf 316917 am 1. Juli zurückgegangen. Diese leicht« Besserung der Gesamtlage gibt aber absolut kein« Veranlassung zu großen Hoffnungen. Die Zahl der Arbeitsgesuche bei ten öffentlichen Ar­beitsnachweisen ging im Juni um über 3000 zurück, während bte angebotenen Arbeitsstellen sich um 3000 erhöhten. Im Monat Mai entfielen auf 100 offene Stellen noch 175, im Juni 169 Stellengesuche. Sn Groß-Brlin sind im Durchschnitt 33 Proz. ter Er­werbslosen fett mehr als 6 Monaten erwerbslos Wäh­rend im Reichsdurchschnitt von je 100 000 Einwoh­nern 150 länger als 6 Monate arbeitslos sind, kom­men in Hamburg und Sachsen auf diefetbe Einwoh­nerzahl 507 bezw. 511 solcher Erwerbslosen.

Am besten gestellt sind Oldenburg und Me ck- lenburg-Strehlitz mit 5 bezw. keinen lang­fristigen Erwerbslosen auf 100 000 Einwohner.

Rückgang der Arbeitslosigkeit.

DasReichsarbeitsblatt" veröffentlicht soeben die Üeberstcht über den Arbeitsmarh im Bionat Sunt. Der Mai brachte bekanntlich einen Rückgang ter Zahl ter Arbeitslosen. Die Besserung ter Arbeitsmarkt- tcWe, bte in ten Sommermonaten regelmäßig eintritt, hält zurzeit noch an. Nichtstestoweniger ist die Zahl der unter st ützten Arbeitslosen überaus hoch und belastet die Staatssinanzen außerordentlich.

Am 25. Sunt waren von 5 761596 statistisch erfaß­ten Mitgliedern 170 612 ober 3 Proz. erwerbslos. Sm Vormonat betrug der Prozentsatz 3,7 o. H. Die Bes­serung in ter Textilindustrie, besonders in der sächsi­schen, verursachte, daß die Zahl der weiblichen Er- werbslojen stärker zurück gegangen ist, als die

250350 Mk., Fallobst 5070 Mk. Lebende Fluss fische kosteten pro Pfund 3 505 50 Mk, Tafelbutter 32 Mk., Landbutter 30 Mk., Hcmdiäse per Stck. 75 Pig.. Eier dar Stück 1,60-1,70 Mark

Gottesdienftordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 7. August. Dom. (Portiunkula-Ablatz. l,i6. 6, */»7 u. 7 M., um */«7 gestiftete M f. b. gefall Mitzl. d. MänneropostotateS m. Anspr. u. Gen -Kam. b. Männer, 8 Pfarramt u. Pr., »MO Kathedralaint u Pr., 11 Ehr. f. b. Mngl., */»12 M u. Pr., >/,2 fakram. A., 2 Ctzr. f. D. Jungfrauen, 4 Pr. u. A., 7 A. i. d. Marienkapelle. Montag abends */28 Rofenkran,andacht mit Se>>en. Stadtpfarrkirche. (Portiunkula-Ablah.s 5/i Kommunion, 53/« M 63/4 M. u. Kommunion des MännerapostolateS, 8 M. u. Pr. (1. ©cbulgD ), 9Vi Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. <2. Schul-W.), 9Vi Ehr. f. D. Jünal. t. b. Sevsukircke, l*/3 Ehr. f. d. Jun fr., 21/« Rosenkranzbruderschaft. Pfarr­kirche zum hi. Geist. '/«7Kom., 7 Früdm.,8Pr.,Amt m. Kom., */i5 Chr., 5 Andacht. Sodalität. V.10. Severikirche. Sonntags '/,7 heil. M., werktags 6"» M. Herz-Jesa-Heim. 8 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. (Mitt­woch abends 8 A.) Frauenberg. 5, 6, 6V» u. 7 M.. 8 Roscnkranzm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 feier!. Vesper mit fakrament. Segen.

Evangelischer Wotteöbtenst.

Sonntag, 7. August. Fulda Vormitt. 8 u. 91', Sup. Rudi. Vormctt. 11 Kinder ottesdienst.Bad Salzschlirf. Vormitt 9, Pfarrer Reich. Gtotzeu- lüder. Vormitt. 9*/> Pfarrer Weber.

Svangel. landrrkirchl. Gemeinschaft vuttlarstr. 17.

Sonntag, 7. Au ust. Abends 8 Evangelisation. Dienstag abends 8: Btbelstunde (Pfarrer Weder). Mtttwoch abends 8: Wiederbeginn der Gefimgstunden. Donnerstag abends 8: Wiederbeginn des Jungfrauen» B»K. Freitag abends 81',: Bibel- und Gebetstunde.

»M,WW>W ,» I I, M Mill I ...........

MMlWN öer WLASm 8lS!veksslMWSl!e»e.

6. Anguss 1921.

Ausgabe neuer Lebensmittelkarten am Freitag, den 12. August, an folgenden Stellen:

1. SartenausgabefteHe, 2. Giesels Brauerei, 3. Ge- sellenhaus, 4. Dcrnschule. Ausgabczeit S2 Uhr-

Jeder Haushalt kann die ihm am nächsten liegende Ausgabestelle benutzen.

Wegen der Ausgabe bleibt die Mehlverteilungsstelle an diesem Tage geschlossen.

Die Brotkarten der neuen Ernte beginnen mit dem 15. August: es werden daher die Broika-ten der letzten Ausgabe Nr. 33 und 34 für ungültig erklärt.

NWInga NS MemoM

Drennhol -Ab «be an die Verbraucher aller Straßen. MimiMWHIl Rill

Verordnung

über bte Beschäftigung SchwerbeschSdiqter in priorken Betrieben. Tom 2t. jnHi 19'1.

Auf Grund des ? 5 des Gesetzes über die Vefchäftr. gung Schwerbeschädigter vom 6. April 1920 (RGBl. S. 458) wird das Folgende bestimmt:

§ 1. Private Arbeitgeber haben auf 20 bis ein­schließlich 50 insaesamt vorhandene Arbeitnehmer ohne Unterschied des Geschlechts mindestens einen Schwer, beschädigten zu beschäftigen. Arbeitgeber, Die mehr Ar­beitnehmer beschäftigen, haben auf je 50 weitere Arbeit. nef,mer mindestens einen weiteren Schwerbefchädigten zu beschäftigen; ein Ueberschuß von 20 wird dabei vollen 50 gleichgerechnet.

Bei der Berechnung dieser Zahlen werden mehrere Betriebe, Büros und Verwaltungen desselben Arbeit­gebers insoweit zusammengefaßt, als sie sich im Bezirk der gle'chen Hauptfürsorgestelle ober in den Bezirken unmittelbar aneinander grenzend^ )2 :ptfürsorgestellen befinden.

§ 2. Diese Verordnung tritt cm 1. August 1921 in Kraft. Die hiernach erforderlichen Einstellungen find bis zum 1. Januar 1922 durchzuführen.

Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt § 1 der Verordnung vom 21. April 1920 (RGBl. S. 591) jur Ausführung her §§ 5 und 10 des Gesetzes über die Beschäftigung Schwerbefchädigter vom 6. April 1920 (RGBl. S. 458) außer Kraft.

Berlin, den 21. Juli 1921.

vor ReiittsarbeüLminitter. I SB.: Dr. ^e;b.

Wird veröffentlicht.

Fulda, den 2. August 1921.

4.er LanOrrt. I. V: Polster.

Zwecks Herstellung und Festwalzen von neuen Deck, lagen roerb-n die Landwegeftrecken von Fntta nach Lü­dermünd für die ?df vorn 8. bis 15. August b. 3s. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Er kann während dieser Zeit über Unterbim^ach umgeleitet werden.

Auf Fuhrwerke für landwirtschaftliche Zwecke finde, die Sperre nach § 27 der Polizei-Verordnung vom 15, April 1909 keine Anwendung.

Fulda, ten 5. August 1921.

Tet k. Londrai. Frhr. v. Gagern.

Die Regierung, Abteilung für Domänen und Forsten teilt mit daß in diefern Jahre auf eine Abgabe vor Brennholz aus Sfaatsroalbungen an die Gemeinden abgesehen vom Losholz, nicht gerechnet werden kann.

Die Herren Bürgermeister wollen dies ortsübl'ch b» könnt machen, damit die Beschaffung des nötigen Brenn materials rechtzeitig erfolgt.

Fulda, den 4. August 1921.

Der k. Landrat. Frhr. v. Gagern.

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