Einzelbild herunterladen
 

M Hb*

Mittwoch, 3, August 1921.

- Ml-aer Leitung

Druckxrtaet Aetteudruckerei i* Fulda

«kniehims der Jugend zu nattonaler Kraft.

Die Hauptlast der innern WiederaufrieWug von stoß und Vaterland wird in berat nächsten Menjchen- Xr der ungebrochenen Kraft der Manner zufalten, die den Krieg und Zusammenbruch als SungmärTnrr und Jünglinge erlebten. Bon ihnen müssen wir Aeltern erwarten, daß sie mit einem großen, starken Ernste dem Mannesleben eMgegengehen, daß sie chre leib­liche und seelische Kraft für bas Emporringen stählen. Sei denen, die aus dem Kriege zurückkehrten, sehen wir weithin solchen Geist lebendig: die jungem sollen sich an chnen ein Beispiel nehmen. Die Aeltem sollen allen dabei Helsen.

Unsere Jugend muß zu deutschen Männern her- ^wachsen, die nicht zuerst vom Leben etwas haben wollen, di« vielmehr gewillt sind, aus sich etwas zu machen und Volk und Vaterland etwas zu geben. Das bedeutet eine Wendung in der Kuffaffintg des Lebens gegen früher. Vor dem Kriege war die 3ugenö in Gefahr, in Kultmbeüürfnisien zu ersticken. Schon das Kind wurde im Elternhause vielfach nicht mehr erzogen zum Geiste der Arbeitsfreudigkeit, der Selbstüberwindung, des frohen Opfermutes. Es stand ihm nicht mehr wie der jungen Generation vor Grün­dung des Reiches der große Gedcncke vor der Seele, sich durch Mühe und Arbeit selbst eine Zukunft zu schaffen. Das Genießenwollen, das Etwos- oom-Leben-haben-wollen, drängte sich schon herein tn die Kinderstube und drohte die Jugend des Volkes zu entnerven und für große männliche Aufgaben, für das Heldentum der Arbeit, für die Kraft, sich im Leben durchzusetzen, unfähig zu machen. Mr haben ge­jammert und geklagt über die zunehmende Aerwahr- loftmg der Heranwachsenden Jugendlichen. 3m Aller der beginnenden Reife, das heißt dann, wenn der Knabe erst recht die führende väterliche Hand not- mertbig gehabt hätte, drängte diese Jugend aus dem warmen Nest des Elternhauses heraus und fand drau­ßen im Leben tausend Gelegenheiten, sich auszu. leben, der Sensation, der Verwahrlosung und Der- wilderung zu verfallen. Während das Elternhaus nicht mchr schützend seine Flügel über sie ausbreitete, lockte sie draußen die raffinierte Mache der Schund- unb Schmutzliteratur, des Schundkinos, des Tingel­tangels, des Vergnügungsparks, ©eriffene Macher, denen es darauf arckam, durch Spekulation auf die Niedern Instinkte der unbewahrten Jugendlichen den eignen Geldbeutel zu füllen, haben sich am Mark der deutschen Jugend vollzusaugen gesucht. Es gibt ein Tier, das nennt man Vampir. Don die­sem geht die Sage, daß es sich des Nachts an andere Tiere hänge und ihnen die Kraft ausfauge. Solcher Vampire gab es manche im Vaterland, besonders in unfern großen Städten. Ost genug führten sie das SchlagwortKultur" im Munde und deckten ihr Treiben mit dem Vorgeben, sie ständen im Dienste der hehren freien Kunst. Als ob der Schund, den sie der Jugend boten, etwas zu tun gehabt hätte, mit jener gewaltigen Macht, die den Menschen über sich selbst hinEZuheben berufen ist und ihm den Weg zur sittlichen Höhe weisen soll! Die ihm verklärend hineinleuchten soll in die harten Mühen des Alltags und ihm die Schwere des Lebens mit dem lichten Schimmer der gottentstammten Schönhest umstrahlen! Nein, das war keine Kunst: das war Niederträchtig- keit Geschäjlssp^kulation, das auch unserer Jugend die Seele nicht bereichert, das Leben nicht verschönert; das hat ihr vielmehr die Seele arm und niedrig gemacht, ihr die Schwingen gebrochen, daß sie unfichig ward, sich zur geistigen Höhe zu erheben, ihren Willen ge- rähml, daß sie in Gefahr war, in der Niedrigkeit des Daseins zu verkommen. Erwecker Krieg mußte kom­men,, uns aus den Banden solcher Erschlaffung zu befreien.

Wir werden aber amh unsere Kraft daranzusetzen haben, unsere Jugendlichen wiederum zu erziehen zur rechten Freudeom Lebenskampf«. Das neue Geschlecht, das heranwächst, soll an uns Aeltern wahr­hafte Väter und Erzieher finden. Me manch einer hat draußen im Felde still geschworen, daß er in Zu- mnst seine ganze Kraft daransetzen will, Vater seiner Famrlte zu fein. Das sollen wir alle uns jetzt ge­loben, da, unser Volk in die Tiefe gestürzt ist. Die Sami Ire ist die lebendige organische Zelle eines Volkes. Nicht aus Einzelwesen, sondern aus Fami- uen baut sich das Volk auf. Und wenn ihr als Vater und Stellvertreter Gottes schafft in der Familie, als

Unsere einheimischen Pilze.

Von Rektor Weber» Hünfeld.

I.

bcheren Verständnis des Nachfolgenden will ich Lr/; Bemerkungen vorausschicken. Die

Prize oderSchwamme gehören zu den Kryptogamen, Ma^en, die sich nicht durch Samen, NM Ssortpslanzen. Wie unterscheiden sich das Srnty.H Poren? Das Samenkörnchen ist ®Iute. und enthält m fernem Keimling htt fiiHe langen Pflänzchens, an dem man

Wurzel r®1!!10!!013 deutlich die einzelnen Teile, Inhalt k,.to(2e unt* Blatt unterscheiden kann: der übrige ftmgen Pflämck^-"^^3 biefte Nahrung des Gebilde, 2te «p°re dagegen ist em einzelliges

und sich hmw,63 °on gewissen Teilen der Pflauz« entsteht DDmng neu«? Mutterpflanze trennt, um durch

Sporenpflame» ",6ue Pflanzen hervorzubringen. Die ^N-^«blütefllose Pflanzen: daher auch

Unter den SnmS? Wörtlich: Verborgeneheliche).

ganz besondere wieder eine

fitzen. Das Btettm^ ^'?' J*6 tetn Blattgrün be­

ben Pflanzen die 1^.' ^blorophyll genannt, bewirkt bei also baÄwas £1mKUng Nahrungsstoffe tut flenfcft bewirkt Sa enWen. und Trerkorper der Ma- sind sie nicht fähig, oto bAensn^n Blattgrün fMt. siofle zu verarbeiten und^-ZLben angenommene Nähr- denen sich der Pfl-mren?»? ' l<$>t Stoffe umzrchilden, aus genötigt, diese Stoffe^w Eaui; st- sind vielmehr sich dchm sofort ohne ttnÄÄ? °E^ehmen die Diese Stoffe beziehen sie «SS?"® °nt ihnen verbmden. d« PflL,^ Tilre ^7 SMtrom leben- -ten. ober Tierstoffen. Gie

Schmarotzer (Parasiten), m ersten Falle

«tsbe wahner (Saprophyten) %Lten -<5,-rL? V bwnsseÄ ist der feuchtwarme Som^»

well zu dieser Zeit besonders ^.erfcR'

^chSpfliche Menge Stoffe als T/T

sie diese Stoffe nicht erst langsam

im fitmtus des Waldes fertia rasches, sprichwörtlich gewordenes stänblch. H ^wnes Wachstum ver-

^ämtl. Pilze kann man 'm 3 grobe ___

schleim-, Spalt- und Fadenpilze. Die

schleimige Masse, die ihre EeitÄtchr £ Ä.l°rtbewegt: erst zur Zeit der Sprnenbilduna 1*1 ede bestimmte Form an. Die Spaltpilz« * ^skopchh ff eine, einzellig« Wesen, die sich burtfj

also Spaltung, vermehre«: bahr der Name Saalt-

Erzieher und Wegweiser des neuen Geschlechts, dann dien: ihr dem Vaterland« in wahrhaft nationalem Sinne. Da soll es denn unser oller Sorge sein, daft das junge Geschlecht heranwächst in Arbeitsfreudig- keit, in Gesundheit an Leib und Seele, daß der Geist der Selbstbeherrschung, der echte christliche Geist der Herrschaft über das niedere Jnstmktleben, em Erbgut werde das der Sohn vom Vater empfängt mti) an den EnbA weitergibt. Da soll hr der innigen Wechsel­beziehung zwischen Vater, Stutier und Kindern jenes ßdien erblühen, an dem die Jugend an Leib und Seele und Geist erstarken und für große Zu'unsts- aniaaben fähig werden kann. Mst dem Familiensinn ioll^ auch das Bewußtsein der Verantwortlichkeit für bas jung« Gesch-echt in einem jeden Bürger des sich umaestalrenden und zugleich sich wieder aufrichtenden deutschen Vaterlandes neu erwacht fein und die Freude an erleuchtetem und kraftvollem Schaffen.

Ein neues verfahren zur Einleitung der Verkoppelung.

Don fachkundiger Seite wird uns geschrieben:

Unter dem 21. September 1920 ist eine neue Umle. gungsordnung erlassen worden, durch die für die Ein­leitung einer Umlegung (Verkoppelung. Separation Zu- sammenlegung) ganz wesentliche Abweichun- g en vom bisherigen Verfahren eingeführt worden sind. Während stüher die Umlegung von einer nach Fläche und Reinertrag berechneten Mehrheit der Grundeigentümer ausdrücklich schriftlich beantragt wer. den mußte, bedarf es setzt eines Antrages überhaupt nicht mehr. Der Landeskuliurpräfident hat vielmehr die Befugnis, wenn er die Voraussetzungen für die Umlegung für gegeben hält, von Amtswegen einen Kommissar zu bestellen, der die Beteiligten in einem Ortstermine über die Voraussetzungen der Um- legung und die Bildung des Umlegebezirkes zu hören hat.

Die Vorladung der Beteiligten hat fn der Weife zu geschehen, daß das Stattfinden des Ortstermins vier Wochen vorher im Amtsblatt und in ortsüblicher Weife (Aushang am Gemeindebrett ittw.) bekannt gemacht wird. Außerdem soll der Kommissar auch sedem B"tei. ffgten eine Abschrift der Bekanntmachung durch die Post zuschicken. Die Bekanntmachung enthätt keinerlei Rechtsbelehrung, sondern nur den Zusatz, daß Einwen­dungen im Termin mündlich vorgebracht und be. gründet werden müssen. Diese Bekanntmachung gift für alle Beteiligten als Vorsadung, ob sie von ihr Kenntnis erhalten haben oder nicht. Aus dem Zusatz ergibt sich die Folgerung, daß derjenige, der nicht im Ortstermine erscheint und hier Einwendungen vorbringt und begrün­det. als mit der Umlegung einverstanden anzusehen ist.

Erscheint im Ortstermine niemand oder erhebt und begründet hier niemand Einwendungen, so gelten all« Beteiligten als zustimmend und dann tarnt der Landeskulturamtspräsident sofort mit den örtli. dien Umlequngsarbeiten im Rahmen der gesetzlichen Zu. läffigkeit beginnen lassen. Erheben im Ortstermine aber mehr als % der Beteiligten nach Fläche und Reinertrag Einwendungen, so ist über den Widerspruch in einem weiteren Termin zu verhandeln, wenn er nicht zurückgenommen wird, das Verfahren einzustellen. Blei­ben die Widersprechenden unter der Hälfte, so hat di« Spruchkammer des Landeskulturamts über die Zulässig­keit der Umlegung unter Feststellung des Umlegungs. bezirks zu beschließen. Dasselbe hat auch zu geschehen, wenn die Widersprechenden mehr als die Hälfte und bis zu % an Fläche und Reinertrag besitzen, jedoch sind in diesem Falle von der Beschlußfassung durch die Spruch­kammer auch noch der Regierungspräsident und der Dor. sitzende der Lanbwirtfchaftskammer über die Zulässigkeit der Umlegung und den Umlegungsbezirk zu hören. Der Beschluß der Spruchkammer ist den Beteiligten so be. kanntzumachen. wie es mit der Anberaumung des Orts, termins geschehen ist.

Der die Entscheidung aussprechende Inhalt des Be. schlnsies ist im Amtsblatt und in ortsüblicher Weife zu veröffentlichen. Außerdem soll jedem Beteiligten eine Abschrift dieses Beschlußinhglts zugesandt werden. Rechtsbelehrungen fallen auch hier fort. Die Wirkung ist aber die. daß die Beteiligten das Recht der Beschwerde an das Oberlandeskulturamt in Bersin gegen diesen Be­schluß verlieren, wenn die Beschwerde nicht innerhalb 4 Wochen vom Tage des die Bekanntmachung enthalten, den Amtsblattes an, bei der Spruchkammer des Landes, kulturamts eingereicht ist. lieber die Beschwerde ent. scheidet das Oberlandeskulturamt in Bersin als letzte In. stanz endgültig. Sein Beschluß wird den Beschwerde­führern zugestellt.

Mit diesem Beschluß kann der Präsident des Landes- kulturamts die Umlegung ebenso in Angriff nehmen laf. fen. als wenn alle Beteiligten zugestimmt hätten, ent- weder durch ausdrückliche Zustimmung ober durch Nicht­erscheinen zum Ortstermin.

Die Fadenpilze endlich sind aus mehrzelligen Fa­dengeflechten zusammengesetzt: di« höher entwickelten unter ihnen haben in ihrem Nährboden em weitverzweigtes Fa­dennetz, das sog. Pilzlager oder Myzelium, aus welchem der Sporenträger, gewöhnlich Fruchtträger genannt, her­vorwächst. Wenn man im Walde das modernde Laub öder auch ein am Boden liegendes Stück Holz umwendet, so wird, man viele dieser weißen Pilzfäden wahrnehmen. Das Pilzlager, welches gewöhnlich unter Rinde,, Holz. Laub, Moos oder Dünger versteckt liegt und diesen ver­modernden Stoffen direkt die Nährstoffe entnimmt, ist die eigentliche Pilzpflonze. Was daraus hervorwächst und sich über die Erde erhebt, wird gewöhnsich Pilz oder Schwamm genannt, ist ober nur ein Teil der Pflanze, nämsich der Sporenträger (Fruchtkörper). Die Pilze, womit wir es hier zu tun haben, sind die aus Pilzlager und Frucht- körper bestehenden Fadenpilze.

Der Fruchtkörper entwickelt sich gewöhnsich auf einer unzähligen Menge von Pilzfäden zu einer mehr oder we­niger fleischigen Masse. Besteht diese Mass« aus einem Sttel mit darauf sitzendem Schirm oder Hut, so nennen wir diese Gebilde Hutpilz«; dazu gehören' die bei uns am meisten vorkommenden Arten. Bei sämtlichen Hutpilzen überzieht das Sporenlager die Unterseite des Hutes, der demselben als Schutzdach gegen den Regen dient. Dieses Sporenlager ist verschieden gestaltet und also für d te Erkennung der Gattung der Pllze sehr wich­tig. Die am meisten vorkommenden Pilze haben an der Untersette des Hutes von der Mitte nach dem Rande strahtensörmige Blättchen, ßantetten genannt, deren Wände von Sporen überzogen sind. Diese Pilze nennt man Blätterpilze. Andere haben statt der Blätter eine polsterartige Schicht enganemanderliegender Röhren, an deren Innenwänden sich di« Sporen befinden: dies« Pflz« heißen Röhrenpilze. Wieder andere haben auf der Unterseite des Hutes weder Blätter noch Röhren, sondern zahlreiche Poren in dem Hutfleische als Sporenbehälter; diese heißen Porenpilze. Die Stachel- oder Stoppel­pilze daaegeu haben an der Unterseite des Hutes nabel- dünne Stacheln oder Stoppeln. daher ihr Name. Di« Morcheln und Lorcheln haben statt des Hutes einen mützen- oder sattelförmigen Ueberzug, auf dessen Außenfette in kleinen Grübchen die Sporen sitzen.

Andere Fruchtkörper haben die Form eines verästelten Strauches, die Korallenpilze, der Ziegenbart. Wieder an- dere haben di« Form einer Kugel oder eines Balles: bei diesen Arten befinden sich die Sporen im Innern des Fruchikörpers.

Ohne Zweifel haben die Menfchen das Derspei- en der Pilze von den Wald- und Weidetieren ab­gesehen, di« einzelne Pi'zarien mit großer Begierde ver­zehren. Als Nahrungsmittel für die Menschen waten aber

Bemerkt sei noch, daß bei der Spruchkammer auch auf mündliche Verhandlung angetragen werden tarnt. Dies wird jedoch sofort geschehen müssen, ba nicht be. kamst gegeben wirb, wann bie Akten zur Beschlußfas. jung an bie Spruchkammer abgegeben werben. Die Be. teiligten können sich gemeinsam vertreten lassen. Er- scheinen sie nicht, so wirb nach Lage ber Verhandlungen entschieden.

Ob mit diesem Verfahren und seinen Versäumnis- folgen gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen ber Sach, gebient ist, ist eine umstrittene Frage Jedenfalls bedarf es einer allseitigen Aufklärung unter ben Land­besitzern. wenn man ihr bei ihnen ben Vorwurf bet Der- gewaltigung ersparen will.

vermischter.

* Liebesdrama. Der Kaufmann Zwickel in Nürnberg hat seine Geliebte, die WirtSwitwe Riegelbauer, nach kurzem Streit erschaffen und sich bann selbst durch Schüsse in den Kopf lebens­gefährlich verletzt.

Zum Rektor der Berliner Universität wurde der Ordinarius der physikalischen Chemie, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Waltet Rernst, für das mit dem 15. Oktober beginnende Studienjahr 1921/22 gewählt.

* Bei 35 Grad Hitze erfroren. Aus New-York wird der ,Voss. Ztg/ gemeldet: Die Hitze herrscht ununterbrochen weiter, trotz schwerer Gewitter, in deren Verlaufe mehrere Personen durch Blitzschlag getötet wurden. Gleichzeitig wird ein Verbrechen gemeldet, das einer gewissen Eigenart nicht entbehrt. Diebe, die einen EiShändler ausplünderten, sperrten ihn in seinen Eiskeller ein, wo er am anderen Morgen erfroren aufgefunden wurde.

Neue Bücher.

Yeiliaen-L heil.

Esisabeth, Landgräfin von Thüringen. Ein alles deut­sches Heiligenleben im Lichte der neuern geschuht, sichen Forschung. Don Dr. Maria M a r e s ch (Wien). 2. Auflage. 8° (158) M -Glabbach 1921, Volksvereins-Derlag GmbH. Preis 18 Mk.

Ein erschüsternbes ©eelenbrama zieht an uns vor­über. Seine Helbin ist Elisabeth bas Kind, die fürst, siche Frau, die Mutter, bie Witwe unb Franziskaner- tertiarin. Erschlossen liegt ihr Charakter vor uns, ben bie soziale Rote beherrscht. Denn nicht Feind, seligkeit, sondern ihr eignes soziales Gewissen vertreibt sie von ber Wartburg, sind nun beginnt ein Wanber- (eben für sie, bas ihr zunächst bie kleinen Kinder ent. reißt. Dan» tritt an bie Stelle ber eignen Familie eine große soziale Organisation, bereu Mutter sie wirb: bas Franziskanerhospital zu Marburg. Di« Witwe be» Kreuzfahrers, bie vereinsamte Frau unb Mutter, wird schöpferisch in einem neuen Berufe, bem sie in religiöser Verklärung ihre g""?- Kraft weih»: ber organisierten Armen, unb Krankenpflege. Als Fran- ziskanerin tritt bi« Fürstin in bie große Gemeinschaft bes Caienorbens bes hl. Franziskus ein und findet dort ihre geistige Heimat.

Elisabeth führt uns mitten in die Probleme unserer Zeit. Verlangt unsere Zeit, bie an bem weltgierigen Kommunismus unb Sozialismus, ber nur nach fr cm« bem Gut begehrt, und bas eigne festhält, nicht Beispiele bes religiösen Sozialismus, ber freiwilligen Entäuße. rung bes eignen Gutes im Wiederaufleben ber großen Laienorben, bereu erste Vertreterin Elisabeth in Deutschland war: zur Sammlung unb Heiligung ber vereinsamten Seelen, aber auch zur Erneuerung bes franziskanischen Geistes in ber Welt, ber ber zuverlässige Träger bes Weltfriedens wäre?

All diese Fragen tauchen beim Lesen dieses Buches auf, dsa ben Gegenwartswert bes Elisabethledens voll ausfdiöpff unb feine großen Innern Probleme klärt. Die Heiligenleben ber Verfasserin sind Eroberungs- züge fn bas unerschlossen« Reich ber Seelenkunbe he. roischer Menschen. Wir gewinnen durch st« ein neues Verhältnis zu ben Heiligen. Quellenkunde, Psychologie unb künstleriiche Darstellung schaffen bei Dr. Mana Tiarefd) Kulttirbikber von grandioser Weite. Lang ver. gessene Lebenswerte werben neu entbedt unb zu Gegen, wartswerten erhoben. Solche Bücher wir bte von Dr. Maria Maresch bereichern unser Gemeinschaftsleben durch neue Gedanken unb verleihen ihm sozial« Impuls«.

Ver hl. Johannes verchmanr aus der Gesellschaft Jesu. Von Siamund Nachbaur S. J. Mit Titelbild und Buchschmuck. (Jesuiten. Lebensbild großer Gottes, streiter. Herausgegeben von Konstantiy Kempf 8. J.) 8°; (VIII u. 278 S.) Freiburg t Br. 1921, Herder. 19.50 M.. gebunden 24 Mark und Zuschläge.

Die alten Bilder und die Heiligen wissen nichts von verblassenden Karben. Ein solch färben frisches unb

farbenreiches Lebensbild bietet bie Festschrift zum 300. Todesjahr des hl. Johannes Berchmans. BerchmanS Leben ist ganz Jugend und Frühling. Hat er doch selbst das Wort gefunden: .Werde ich nicht heilig, solang« ich noch jung brn, so werde ich e8 überhaupt nicht.' Dieses .wenn' wände" w, vor unfern Augen zur Wirklichkeit. Mit Verwu...^ung werden wir dabei inne, wie das Schauspiel der Heiligen keine andere Bühne unb keine anderen Spieler hat als unser eigenes Leben. Wa spielt nun lieber als die Jugend, und wo wird bal Spiel entscheidender für ein Leben, ja für weite Kreise als wiederum bei ihr? Ihr das Luch in bie Hand!

Petrus Lünisiur. Ein Lebensbild. Von Otto Braunsber» 8. I. Mit einem Bildnis des Seligen. Zweite und dritte verbesserte Auflage. (3.-7. Tausend.) (Jesuiten. Lebensbilder großer Gottesstreiter. Heraus« gegeben von Konstantin Kempf 8. J.) 8e (Xll u. 334 s.) Freiburg i. Br. 1921, Herder. 20 Mk.; geh. 26 Mk. und Zuschläge.

Der Tag, an dem Luther in die Reichsacht erklärt wurde, der 8. Mai 1521, war zugleich der Geburtstag des Mannes, an dem Luther einen seiner machtvollsten Widerparte finden sollte. Feuereifer mit echt christlicher Sanftmut und MUde paarend, hat Petrus Tanisius (1521-1597) alS Prediger unb Hochschullehrer, als Schriftsteller und Ordensoberer, als Vertrauensmann vor» Päpsten, Bischöfen und Fürsten eine staunenswerte Tätigkeit entfaltet und sich dadurch die Ehre der Altäre und den Namen eines Apostels der Deutschen erworben. Der Verfasser |eines Lebens beschäftigt sich seit mehr als dreißig Jahren mit der Herausgabe seiner Briese und anderer Schriftstücke, dir sein Wirken beleuchten. Die Hauptergebnisse seiner Forschungen stellt er nun in einem kurzen für weite Kreise bestimmten Buche zu­sammen. Wiffenfchafllrch und erbaulich zugleich, räumt es mit mancher Legende auf, bringt aber auch bie Neues und Erhebendes. DieOesenu irt gleicht so vielfach jener alten Zeit. Darum ist diese Lesung ganz dazu angetan, Trost und Mut zu spenden. Den Katho­liken leitet sie an, mannhaft und dabei matzvoll streuen für seine höchsten Guter. Den Andersgläubigen erleichtert sie bie gerechte Beurteilung des Gegners und das friedliche Zusammenleben mit ihm. Die mit einem eingehenden Namen- und Sachverzeichnisse versehen« Schrift verdient weiteste Verbreitung.

vie selig« Magdalena Sophie Borat Sin Lebens- abritz, lUiit dem Bildnis der Seligen. Volksausgabe. Zweite und dritte Auflage. 12° -Xll und 128 S.) Frei­burg i. Br. 1921, Herder. 7,50 Mk. und Zuschläge.

Während des Krieges war eS nicht möglich, daS in erster Auflage (1908) längst vergriffene Merkchen nen herauszugeben. Heute erscheint es beinahe unverändert, aber in Form einer Volksausgabe unb geeignet, weitere Kreise mit einer hervorragenden Frau bekanntzumachen, die nicht nur eine Heilige war, sondern die auch dem großen Problem der weiblichen Erziehung eine bewundernswerte, echt christliche Lösung gegeben hat

Gottesdienstordimng.

Donnerstag, 4. August. Frauenberg. Fest b.. hl. Dominikus. Gegen 61/« Levitenamt

NESTLE5 KINDERMEHL altbewährt.stets zuverla^sio

Hiihn&r&ugan Hornhaut SchwielenWarten beseitet des errtfkh empfohlene millionenfach bewlh* e-al<gr,off

Schachtet H. 3., la Apotheken e. Drogerien erhlfflieh.

Zenfral-Drogerle, Zenfral-Passage.

Unter den Händen wird der schmutzigste und ver» gilbteste Strohhut blütenweiß und wie neu bei der Behandlung mit dem verbesserten Strobin mit seiner verblüffenden Bleidikraft. Verlangen Sie in Droge­rien und Apotheken ausdrücklich die neue Packung mit Aufdruck Mk. 1,50.

die Pilze lange Zeft nur bei den romanischen Völkern, nomeMlch bei den Franzosen geschätzt, während in Deutsch­land nur einige vorzügliche Gewürzpilze bei Feinschmeckern als Leckerbissen Verwendung sanden. Beim Bolk bürgert sich ihre Verwertung in der Küche nur langsam ein, und da im deutschen Volke die eßbaren Pilze zu wenig be­kannt smd, so gingen vor bem Kriege Millionen deutschen Geldes nach Frankreich, welches die meisten Pilz« lieferte, die dmm in untern Gasthäusern als Leckerbissen verzehrt wurden. Das muß jetzt anders werden; das Geld muß tat Lande bleiben, und wir müssen die unge­heuren Mengm von Werten, die unsere Wälder in den Pilzen bieten, nicht nutzlos verloren gehen lassen. Eine Besserung in dieser Beziehung kann nur erreicht werden, wenn uns. Bevölkerung die eßbaren Pilz« kennen lernt und sie von den giftigen unterscheiden kann. Das Doll hast alle ober doch saft alle Pilz« für giftig, während es doch in Wirklichkeit nur sehr wenig« giftige Pilze gibt Es wäre nun verkehrt, wenn man daraus folgern wollte, dann brauche man mir bte wenigen giftigen Pilze kennen zu lernen, alle übrigen feien eßbar. Das ist gruMassch; außer den eßbaren und giftigen Pilzen gibt es noch solche, die weder eßbar noch giftig, sondern ungenießbar sind. Richtiger fft es schon, wenn einer die wichtigsten eßbaren Pilz« kennen lernt und olle übrigen beiseite läßt. Immerhin ist es aber gut, wenn man auch di« giftigen Pilz« kennen lernt, denn durch Dergleichen der eßbaren mit ben giftigen wird man erst sicher.

Auch die Ausstellung allgemeiner Regeln genügt für den Unkundigen nicht: fo findet man in alten Büchern noch die Regel: Wenn ein in kochende Pilze hmelngesteckter silberner Lössel sich braun oder schwarz färbt, sind bie Pilze giftig, färbt et sich nicht, fo sind sie eßbar. Diese Regel fft durchaus falsch: es gibt giftige Pilze, bei denen sich der Löffel nicht färbt, und es gibt eßbare, bei denen er sich färbt Das Schwarzfärben kommt von dem Schwelel- wosserftoff, der sich namentlich in älteren Pilzen entwickelt. In vielen Büchern findet sich auch der Satz: Pilze, deren Fleiich sich beim Durchschneiden blau färbt, find giftig Auch das trifft nicht bei allen zu: der Sandpflz und der Maronenpilz laufen beim Durchschneiden blau an und sind doch eßban dagegen gibt es viele giftige Pilze, deren Fleisch sich beim Durchschneiden nicht blau färbt. Wenn ich $tae allgemein gültige Regel aufstellen soll, fo ist es bie: » nie einen Pilz, den du nicht ganz genau als eßbar kennst." Die meisten giftigen Pilz« kom- men unter den Blatterpilzen vor, und von diesen ist wieder der gesähriichste der KnolleMätterpilz. Da bie meiste« Dergiftungen fich auf ben Knollenblätterpilz zu­rückführen lassen, io muß vor diesem Pilz ganz besonders gewarnt werden. Vor bem Genuß btefes Wlre» kann

sich aber auch der Unkundige leicht schützen, wenn er sich merkt, daß der Knollenblätterpilz weiße Blätter hat Wenn fich nun einer nach der Regel richtet: nie einen Pilz, ber weiße Blätter hat," so ist er gegen Vergiftung durch den KnollenblätterpUz geschützt Zwar gibt es auch eßbare Pilze mit weihen Blättern; da sie aber leicht verwechselt werden können, so ist es für ba Unkundigen besser, wenn er all« Pilze mit weiß«, Blättern meidet

Elektrische Konservierung von Futtermittel«. Die Versuche, mit Hilfe der Eiekirizität Grunfutte» zu konservieren, sind nicht neu. Die bisher be­kannten Verfahren haben sich jedoch nicht einführeuj können. Auf der Tagung des Verbandes deutscher Elektrizitätswerke in Solberg hat Direktor Stv Wallem jedoch über ein neues von Diplom - Landwirt' Schweizer ausgearbeitetes Verfahren berichtet, das die alten Nachteile nicht aufweist und eine praktisch verlustlose Konservierung von Grünfutter jeglicher Art zu gestatten scheint. DaS unabhängig von der Wttterung geschnittene Grünfutter wird dabei nach vorhergegangener Zerkleinerung in gro­ßen Behältern aus Jsolierftein dem elektrischen Strom ausgesetzt, wodurch unter gleichzeitiger starker Zufammensinterung eine Unterbindung alle« orga­nischen Lebens in der Pflan- mass« Eintritt. Die erzeugte Wärme dient dabei oP cmiervierungSmittel. Das Produkt ist ein saftig« süßes Dauerfutter, daS von Groß- und Kleinvie gern genommen wird. Es kann Gleichstrom wie Wech elstrorn mit ortübliche« Spannungen verwendet werden, der Stromverbrauch soll für den Zentner Tauerfutter nur 1,25 bis 13 Kilowattstunden betragen. Dabei entspricht infolge' der starken Sinterung ein Zentner Dauerfutter einer reckt bedeutenden Menge von Grünfutter, da ein Kubikmeter Dauerfutter etwa 20 Zentner wiegt. Besonders wichtig ist das Verfahren dadurch, daß fich nicht nur bisher verloren gegangene Futterwerte tote Rübeuköpfe, Abfallblätter u.ro. ohne Pflanzen» fubstanzverlnste konservieren lassen, sondern daß für den Lirgang billiger Nachtstrom verwendet werden kann. Die Konservierung benötigt als» keine besondern Arbei.skräfte, und sie kann zugleich ein wirtjchastlich wichtiges Absatzgebiet für die Kraftwerke bilden. fo .