FuldaerZeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
Nr. 166.
Verantwonitch für ben cetxulionellrn Teil: Dr. Kramer, = , tw die Anzeigen: I. Parzelier-Fulba. =
Rotattons druck u. Bering bet Fuldaer xldienbrucferei in Fulda. Termprecher Nr. S. Telegr.-Abreffe: Fu lbaer Zeitung.
Sreitag, 22. Zu« 1921.
Bezugspreis: Monattick, 3,56 2RL ohne Bestellgeld. Post. - bezug 4,10 M. AbgehoU 3,75 2RL =
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48. Zahrg
Polnisch-franzSfische Sufstandr- vorbereitangen.
oarationsbetrag seitens Deutschland erhalten werde. Es sei jedoch anzunehmen, daß die Okkupations kosten schon im jetzigen Finanzjahre befriedigt werden.
VeUei-skMdgebungeK zum Tode
veratungen H RelchZkabrnettZ über fre Gberschlefiennote.
Das Reichskabinett hat sich gestern mit ter Antwort auf die von dem französischen Botschafter Laurent bau Reichsminister Dr. Rosen in der ober schlesischen Frage gemachten Eröffnungen beschäftigt. Es ,wurde Mgestellt, daß dir Antwortnote noch einiger tatsächlicher Ergänz»ng en bedarf. Der Zeitpunkt der Uebergabe der Note steht teter noch nicht f e st.
Die französische Antwort
auf die englische Oberschlesien-Note ist in London "och nicht eingeganaen. Reuter zufolge kann die lBolschafr der alliierten Oberkommissare in Oppeln an ider Haltung der englischen Regierung nichiS mehr ‘enbern. Nur der Obe rite Rat könne die Frage regeln. Briond sei allerdings der Meinung, daß »die oberschlesische Frage genauere Unterhandlungen erfordere und daß der Oberste Rat deshalb nicht vor August zusammentreten könne.
Gerichtshof zur Festsetzung der Schäden in Oberschlcsirn.
3m englischen Unterhaus teilte Lloyd George mit, daß die den industriellen Werken tn Oberschlesien durch den polnischen Aufstand zugefügten Schäden durch einen besonderen Gerichtshof unter« jucht werden sollen.
General Rollet in Paris.
Briand hat den Vorsitzenden der interalliierten Kontrollkommission in Berlin, General Rollet, cm» Hangen.
wieder ein M llionen-Ureöil M Deutschland.
Die Reichsbank teilt mit, daß es durch Verrnitt- «ng des Bankhauses Mendelssohn in Amsterdam gelungen ist, einen neuen Kredit von Millionen Goldmark für die Reichsbank zu beschaf.
Die Verhandlungen wegen weiterer Kredite schwe- ■en noch.
Der englische Avleil an der deutschen Reparation.
2m englischen Unterhause wurde mitgeteüt, daß *n91 airb kaum vor 1923 «mm naryhatzW Re-
Dle Trauer im Zentrum.
I Welche allseitige Verehrung der mm verewigte Altmcistrr der christlichen Sozialpolitik genoß, konnte
I man bereits bei seinem 70. Geburtstag am 16. März dieses Jahres beobachten. Namentlich die Festschriften
I des Volksvereins (Soziale Arbeit im neuen Deutschland) und der Zentrumspartei (Nr. 10 bet M. d. Z.), I letztere mit Artikeln von Geh.-Rat Trimborn utö Dr. Pieper, brachten vielbeachtete Würdigungen dieses vortrefftichen, unermüdlichen und erfolgreichen Streiters für das Wohl des Balkes und für bte Hebung des Arbeiterstandes. Der Schmerz um seinen I Heimgang, den der nächste Berwandtenkreis dieses I stillen und großen Mannes erlitten hat, ist weit über I die Grenzen der Partei hinaus allgemein. Born Reichsgeneralsekvetarütt der deutschen Zentrumspartei I sind unverzüglich alle Schritte für eine würdige Bestattung eingeleitet worden. Die Gesamtpanoi, die Zentrumsfraktton und das RsrchsgenerÄsekretarict haben an seinem Sarge Kränze mcherlegen lassen. I Den Anverwandten tes Heimgegangenen har das. I NeichsgMralsetrctariat, das für die Drganifation ter Partei persönlich bei bei Bestattungsfeierlichkeit verrotten fein wird, sowie der Reichsverband der deutschen Windthorstbunde telegraphisch seine Teilnahme an dem herben Berlust Lberirttteln lassen.
Die Zentrums fraktion des deutschen I Rcichstages hat anläßlich des Ablebens ihres hoch- | geschätzten Mitgliedes unb Kollegen an die nächsten I Ängchörigen des Verewigten nachstehendes Telegramm I gelangen lassen:
»Die Zentrumsfraktion des deutschen Reichstages hat | aufs tiefste erschüttert die Nachricht von dem Hinscheiben I ihres allverhrien und unvergeßlichen Kollegen, des Prä. I laten Prof. Hitze erhalten. Der Heimgang diese, unermüdlichen. pflichttreuen und vortrefflich fachkundigen I Mannes bedeutet für die gesamte Sozialpolitik nicht nur I der Partei, sondern vielmehr des ganzen deutschen Rei- I ches einen unersetzlichen Verlust. Unseres Dankes, den I er während seines Lebens in großer Bescheidenheit stets von sich gewiesen hat, darf er gewiß fein. Er soll sich I bewähren in einer gleicherweise hingebenden Fortfüh. I rung der Arbeit in den Bahnen, wie sie uns unser nun I verewigter Mmeister der Sozialpolitik gewiesen hat. Die ! Zentrumsfraktion des deutschen Reichstages. Trimborn." I Dis Presse zum Tods Dr. Franz Hitzes.
I Dem Sozialpolitiker Dr. Franz Hitze widmen fast I alle Blätter der Reichshaupistadt einen anerkennenden Nachruf für feine Artest und Tätigkeit, die er inner-
I halb der Zontrumspartei im Menste für das arbeitende Volk und biß soziale Gesetzgebung geleistet hat. Es ist dies ter deutlichste Beweis dafür, wie Franz Hitze ! wcst über feinen engeren Kreis hinaus geachtet wurde, | wie feine Grdankengätige zu einem Gut der gesamten I Menschheit geworden sind und wie man auch von po- I lstisch gegnerischer Seite Bedeutung und Persörrlich- I kett dieses einfachen, schlichten, aber klugen Mannes | einzuschätzen weiß.
I So schreibt beispielsweise der „Dorwärt 8*: „De. I sonders im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts I spielte Hitze eine bedeutende Rolle und beschäftigte sich I mit Kultur, und Bildungsfragen, die den Rahmen der I engeren Zentrumspolitik oft überschritten. Hitze «eilte I die programmatische Forderung des Rechtes auf Arbeit I auf, und als einer der wenigen des damaligen Zentrums suchte er dem Sozialismus gerecht zu werden. Auch I während des Schandgesetzes gegen die Sozialdemokratie wagte er es, die kollegiale Freundschaft mit den bekam, testen Führern unserer Partei aufrecht zu erhalten, eine .Handlungsweise, zu der damals Mut und aufrecht Gesinnung gehörten. Am 16. März d. I beging der nun Verstorbene seinen 70. Geburtstag. Die Sozialdemokratie wirb bem Werk und der Persönlichkeit dieses Mannes ein ehrenvolles Gedenken bewahren"
Die „F r e i h e i t", das Hauptorgan der Unabh., schreibt: „Hitze war als die sozialpolittfche Autorität des Zentrums zu betrachten. Er war einer der ersten, der I im Klerikalismus die Bedeutung der sozialen Frage erkannte. Seiner Tättgkeit vor allem hat es das Zentrum zu verdanken, daß verhältnismäßig erhebsiche Teile der katholischen Arbeiterschaft dieser Partei treu geblieben sind. Als katholischer Priester konnte er allerdinas den Klassenkampf als die Grundlage der proletarischen Emanzipation nicht anerkennen, er hoffte vielmehr, das Los der Arbeiter dadurch zu verbesirrn, daß er die Unternehmer für soziale Interesien zu gewinnen suchte. . . . Wir brauchen nicht zu betonen, daß der Sozialismus von der klerikalen Sozialpolitik durch eine ganze Welt getrennt ist: jedoch darf anerkannt werden, daß Hitze in feinem Sinne eine ersprießliche Lebensarbeit vollbracht hat. Er hat feiner Partei die theoretischen Waffen geliefert, mit denen sie einen Teil der kath. Arbeiter bei sich zu halten vermochte".
Die „D o f s i s ch e Zeitung", eine demokratische «stimme, stellt nach einer kurzen Skizzierung der Hanoi- j baten Franz Hitzeg fest, baß bas Zentrum in ihm einen i feiner führenden Männer verloren habe. Auch sämtliche i Blätter der Rechtspresse melden mit einem kurzen Hin- ; weis auf die Haupttätigkeit Hitzes, den Tod des oerbietu j ten Zentrumsmannes und SozialpolftUers.
Der Urkeg in Meinafien.
Besetzung von Esklschehir.
Nach einem Telegramm aus Athen haben die griechischen Truppen nach erbittertem Kampfe Eskischehtr ein. genommen. Die Verfolgung der Türken wird fortgesetzt. Das griechische Hauptquartier wurde nach Kutahia verlegt. Die griechischen Verluste bei Kutahia waren sehr schwer. Der König hat sich mit bem Genera!stab an die Udschatfront begeben. Mustapha Pascha soll fevte schwere Artillerie bereite von der Front zurückgezogen haben.
Kemaliftifche Bedingungen ;mn Friedensschlutz.
Nachrichten aus Angora zufolge ist die Regierung un. ter der Bedingung bereit, ein Friedensabkommen zu treffen, daß di« von der Nationalversammlung aufgestellten Grundsätze anerkannt werden.
AnläMch einer Protestversammlung in Breslau machte Dr. K le inert aufsehenerregende Mittcilun- $fnr u . Sufantmenarteiten von Franzosen und i e-*L!n zur Vorbereitung eines vierten
psttnffchen Ausstandes. Am 10. Juli wurde ein fran- tzosisch-potuischer Aktionsausschuß gebildet, der die gufgate tet die Franzosen batet zu unterstützen, in sr nr-P“>v ^en plt^lfche Orts wehren zu bilden und Iamsache Ziviloerwolttmgstehörten sowie die Gruden- »md Polizeioerwattungen zu überwachen. Ein pol» rttfajer (Acheimtemd mit bem Sitz in Orczecz: arteitel darauf hin, durch Derror eine Masseuauswan- drrung der Deutschen zu erzwingen. Hinsicht, ßtch der polnisch-französischen Pläne sind es die Engländer, wttche die Neutralität enrft nehmen. Die französische Division, die nach Oberschlcfien geschickt Werden soll, soll dieses Hindernis durch das militärische pebergewicht der Franzosen befestigen. General Le- toiti) läßt durch zahlreiche Spione nicht nur we Deutschen, sondern auch die ihm unangenehmen Mgländer überwachen. In einem Rundschreiben an die französischen Truppenkommandanien und Kreis-
Kontrolleure ordnete er an, daß sämllichen polnischen werwaitungs- und Milstärstellen jede Unterstützung zu Bhren sei und daß das neu träfe Verhallen ter ander durch energisches Vorgehen gegen die deutsche lkerung abzuschwächen sei. In Katwwitz wurde eine Ueberwachungsstelle eingerichtet, die vermittels kmrs großen Agcntenapparates die gefaulten englischen Maßnahmen in Oberschlesien zu überwachen habe.
Wie der „Lok.-Anz." aus Oppeln meldet, Hoden die französischen Kreiskontrolleure Bestimmungen erlassen. Wonach der Begriff „Infurgenten" nur auf Deutsche beschränkt wird, bis in der Kmnpf- Kont zur Abwehr des polliischcn Ausstandes gestanden haben. Die ehemaligen polnischen Plotzkomman- temten, die sich während des Aufftatckes die öffentliche Eewall angemaßt hatten, seien nicht als Insurgenten tzu bezeichnen. Die Kreiskontrollrum gewähren ihnen die wettere Ausübung ihrer Amtsgewalt.
Nach einer anderen Meldung wird in dem Landkreise Hindenburg die Polizeigewalt weiter durch polnische Insurgenten cusgeübt. In Morkoschau, Bis- kupitz und Kunzetchorf find tekmiiÄe Insurgenten- kführtr Mitglieder der Gemeindewachen.
Nach der „Schles. Lrmdesztg." hat ein unter der Leitung eines französischen Hauptmanns suchendes G e h e i m k o m i t e e die Aufgabe, mißliebige teutsch» «esinnte Personen aus Oberschlesien oerschwi nde n 'zu lassen. Aus den Kreisen Koset, Gleiwitz und Neunkirchen sind tevrits etwa 80 Personen spurlos verschwunden. Trotz aller Bemühungen konnte bisher über den Verbleib dieser Personen nichts festgestellt werden. 'Die darüber von den oberschlcsischen Zkittmgen ge- drachten Nachrichten worden von der Zensur gestrichen.
Das wahr? Gesichl der oberschlesischev Jvsurgevlen.
Nach einer Meldung aus Warschau tefanben sich unter ten kürzlich in Hohensalza erttwaffmten polnischen Insurgenten, die dort Ruhestörungen verursachten, imr einige hundert Oterschlesier, wGrend sich der Rest aus Land st reichern und Verbrechern zusammenfitzt. Man wisse nicht, wer diese 'Elemente angeworben und bewaffnet habe. Sie seien der Schrecken der oterschlesischen Bevölkerung gewesen und selbst Korfcmty wollte nichts mehr von ihnen wissen.
Der Reichspräsident
hat der Familie des verstorbenen Reichsiagsabgr- ordneten Professor Hitze folgendes Bclleidstelegramm gesandt:
Anläßlich des Hinscheibens Ihres Herrn Bruders spreche ich Ihnen meine aufrichtige Teilnahme aus. Der von mir hochgeschätzte Verstorbene hat in unermüdlichem bahnbre- chenden Wirken sein Leben der Arbeit auf sozialem Gebiete getvidmrt und sich hier bleibende Verdienste erworben. Reichspräsident Ebert.
Sie Beisetzung des Reichstagsabgeordneten Prälat Prof. Dr. Hitze und das Seelenamt finden am Mittwoch, den 27. Juli, in der Pfarrkirche zu Rohde bei Olpe L W. statt.
Um die amerikanischen Vesatznn§§- trnppen.
Ssna'or Bvrvh Hat eine Resolution im Senat eingebracht, in der um Aufschluß über die Unterhaltungskosten der amerikanischen Rheintruppen ersucht wird. Man vermutet hinter der Resolution einen versteckten Antrag auf Zurückziehung der Truppen.
Keine Mitarbeit Erzbergerr an der Steuergesetzgebung.
Don zuständiger Seite wird die Meltemg eines Münchener Blattes, baß bet Reichskanzler den Abg. Erzberger beauftragt habe, einen ausführlichen Plan für die bevorstehende Steuergesetzgebung auszu- arbeiten inti) daß ihm zu diesem Zweck: Sachverstätt- bige unterstellt worben feien, als au» der Luft gegriffen bezeichnet. Erzberger fef niemals ein solcher Auftrag erteilt worden. Alldeutsche Erfindung!
An- rseebootsLommandant Patzig in Dänemark verhaftet.
Wie die Kopenhagener Zeitung „Klotten 5* er« fährt, hat die dänische Staatspolizei den ehemaligen bcutf^Tt Unterseebootskommanlxmten Patzig, der sich feiner Verantwortung vor bem Leipziger Reichs- gerlcht durch die Flucht nach Däuemarf e n t j o g e n - heite, in Odense verhaftet.
Wie der bayerische Nronpnnz 191Z »achte.
Die „Mimcheuer Zeitung" veröffentlicht ein Schreiben des ehemaligen bayerischen Kronprinzen Rupprecht, das dieser vor genau vier Jaftren an ben ehemaligen bah-ri chen Ministerpräsidenten Grafen Hertling gerichtet hak. Er spricht sich darin sehr zweifelnd aus über den Erfolg des U-Boot- KriegeS, bem er allenfalls die Beeinträchtigung Englands auf industriellem Gebiet durch die Abschneidung der Holzzufuhr, aber nicht auf dem der Nahrungs- mittelversorg»ng einräumen will.
Auch der AuSgavg des Sriepe8 macht ihm Sorge. Er hält da^u den schleunigen Abschluß eines Friedens mit Rußland, dessen Kräfte im Jahre 1917 sich schon stark ei sciöpst geigten, ohne irgend welche Annexionen uns Entschädipun en und namentlich auch ohne An- nlieberum Kurlands unter welcher Form auch immer für notwendig. Die bevorstehende Hilfe Amerikas hält der Kronprini namentlich auf bem Gebiete des Luftkrieges für gefahrdrohend, vagern überschätzt auch er die aus der Arbeiterbewegung England drohende Schwierigkeit. Die Bombenangriffe auf London verwirft er, weil sie auch die Arbeiterschaft ge^en Deutschland einnähmen.
Von besonderem Interesse ist die Beurteilung, die Berlin und die Hohenzollern erfahren. Durch die von dort beliebte Zentralisierung beS Wirtschaftslebens werse der Mittelstand vernichtet. Früher fei dieser Stand eine Stutze der Monarchie gewesen, gegenwärtig werde et täglich anti-monarchistischer. Der bayerischen Regierung werfe man vor, sie lasse sich von Berlin alle? gefallen und sei deshalb nur ein nutzloser kostspieliger Apparat. Der Kaiser habe ste aus Gründen, die der Bricfschreiber an dieser Stelle nicht näher erörtern will, um alle» Ansehen gebracht.
Ernsthafte Leute bezweifelten, daß das Hohen- zolleruhaus den Krieg überdauern werde. In leine Krise dürften jedoch die Bundesstaaten nicht hereingezogen werden, sonst würden zentraltftische Neigungen zu einem republikanischen EinheitS- staat hinsühren. Die alS notwendig erwiesene Umgestaltung der Verfassung deS Reiches dürfe nicht tat parlamentarisch . republikanischen Sinn« et folgen, sondern im Sinne der Stärkung der Einzel- floaten gegenüber dem Reich. Weniger Bundesstaat und mehr Etaatenbnnd sei anzustreben; jede Schmälerung bet Rechte der einzelnen Bundes- sütsten und ihrer Regierung fördert nur testen Endes destruktive Strömungen.
Kur dem besetzten Gebiet.
• Festnahme der Bopparder Mädchcnschänder. Wie aus Mainz berichtet wirb, verhaftete die ftanzösische Polizei in Bopparb bie -beiben Marokkaner, bie am 4. Juli ein beutsches Mäbchen vor ben Augen seiner Mutter Dergi-rooltigten._____________
Deutscher Reich.
* Einigung im Rheinschifferstreik. Im Rhein- schifferstreik findet am Freitag in Essen (Ruhr) durch Vermittelung deS Reichsarbeitsministers eine Einigungsveihandlung statt. Die Arbeitgeber bieten Erhöhung des Wochenlöhner um 35 Mark und Zurücknahme der Entlassungen an.
Kurland.
- irische Frage. Die Besprechungen zwischen I Lloyd George und de Balera wurdvif fortgesetzt. I Die (Sifutblafle für eine formelle Konferenz wurde •
aber n och nicht gefunden. De Vaiera wird jetzt nach Irland zuiückkehren und Rück prache nut de» Par-etgenossen nehmen,
* Denkmal König Eduards VII. Mittwoch wurde in London ein Denkmal König Eduards VH. enthüllt. König Georg betonte in firner Festrede, England danke bem Einflüsse König Eduaros, daß es nicht isoliert gewesen, fei als der große Krieg auebrach.
* Zum AlleMal auf den Prinzregenleu von Serbien. Unter dem Verdacht der Mitschuld an dem Attentat gegen den Prinzregemen Alexander wurde der in Serbien ansässige russifche General Korn i s a r o w i^rhaftet, der in Belgrad seit langem als Anarchist bekannt ist.
* Spanische Schlappe in Marokko. Bei einem Gefecht mit aufständischen Marokkanern verloren die spanischen Tmppen 16 Tote und 74 Verwundete.
* Politisches Attentat in Südslawien. Der frühere Minister des Innern Draskowitsch wurde in Delnics an der Adria von einem Kommunisten durch zwei Revoiverfchüffe getötet.
* Eure Randjtaatenkonserenz. Die Außenminister Polens, Lettlandsund Estlands treffen am Sonntag in Helslngsors ein, um über Zusammenwirken zwilchen den baltischen Staaten zu verhandeln. Die Konferenz wirb zwet dis drei Tage dauern.
Pas Urteil des Reichsernährungs» amtes über den Ernleausfall.
Das W. T. B. schreibt:
Wie alljährlich um diese Zeit wird die Oeffentftch- keit mit der, wenn sie richtig wäre, sehr erfreulichen Kunde überrascht, daß die Ernte eine vorzügliche zu werden verspracht. Fast alle Jahre erweist sich diese Nachricht als stark übertrieben, wenn nicht ganz irrtümlich. In der „Bert. Morgenpost" vom Mittwoch befindet sich in einem Artikel über die Brotpreiserhöhung cingeftochten die Nachricht, daß in Roggen und Wetzen eine Rekordernte, die teste feit einem Jahrzehnt, erwartet werden dürfe. Weniger ergiebig, ober auch immerhin gut werde die Haferernte werden. Der Erttt 'Uttrag werde im Lurchjchuitt auf 12 bis 14 Zentner, stellenweise sogar auf 20 Zentner für den Morgen geschätzt, wahrend er in den Kriegsjahren nur 7 bis 8 Zentner betragen Hute. Diese optimistische Auffassung wird im Reichsrnimsrerium für Ernährung und Landwirtschaft nicht Qtieut. Soweit man in ter jetzigen Z^tt, in ter noch ein großer Teil der Ernte auf dem Halm steht und das bereits geerntete Getreide nur zu einem sehr geringen Teile ausgedroschen ist, überhaupt em Urteil Men kann, wird die Erme in Einarn Teil Deutschlands, ter ßettügente Niederschläge zur rechten Zeit erhellen hoi, wohl durchaus befriedigende Ergebnisse Haden. Dagegen lauten aus vielen Gemeinden, wo der Regen gefehlt hat, die Nachrichten über die Guveideerme recht ungünstig. Im ganzen wird man laum annehmen dürfen, daß ter Ernteertrag im Durchschmtt über den einer M i t» telernte erheblich hmausgeht.
Im „Fränk. Dolksbl." wird auf das Interesse der Spekulanten an der optimistischen Beurteilung dw Ernte hingewieen. Es heißt dort: Jetzt, wo big Bauen, nach Ablieferung ihrer Pfirchtmenge das übrige Getreide femhalb bis zweidrittel der gebauten Menge) in den freien Verkehr bringen, haben wir eine „Re. kordentte". Wenn es aber die Spekulanten aufgekauft haben, dann werten die Folgen ter langen Trockenheit mit ben schwärzesten Farben geschildert, um die Preise, hinaufzudrücken und auf Kosten der Verbraucher die großen Gewinne einzuhieimsen und den ganzen berechtigten Zorn über die Wucherer und Preistreiber in ten notweMpsten Lebensmitteln auf die Bau»' ern abzuwalzen.
Heimat.
L^Z.7-'
S«lda, den 22. Juli 1921.
Eine seltene 5 ei er im Dsm.
An 2. August wird der Dom Zeuge einer denkwürdigen Feier sein. Der Bruder des ehemaligen Königs von Sachsen, Prinz Max von Sachsen, wird in ter Donifatiusgruft des Domes den 25. Iah. restag seiner Primiz begehen. Er wird am Grate des hl. Bonifatius im Beisein seiner Geschwister und Verwandten ein feierliches Amt fingen, das der Domchor durch chorole und vierstimmige Gesänge verherrlichen wird. Während dieses Amtes wird dem Demehmen nach der frühere Erzieher des Prinzen Mar von Sachfen, der als aszetifcher Schriftsteller weithin bekannte Benediktinerpater Sebastian o. Der aus Beuron eine Ansprache hasten.
Prinz Max von Sachsen wurde am 26. Juli 1896 3um Priester geweiht und brachte am 1. August desselben Jahres sein priesterliches Erstlingsopfer bar.
Ztadtverordnetenversammlung.
Den Auftakt zu der gestrigen Sitzung bildete ein e i n m ü t i g e r P r o t e st der Stadtverordnetenversammlung gegen den Beschluß des Kreis- tages, zur Kostenabbürdung des Üeberlandwerkes eine Erhöhung derZusihläge aller Realsteuern vorzunehmen. Stv. Dux fand allgemeine Zustimmung, als er ten Antrag stellte, den Magistrat zu ersuchen, beim Bezirksausschuß den Kreistags-Beschluß mit allen Mitteln a n z u f e ch t e n. Es fei zu verlangen, daß zimäckst ten Gemeinten, die ent eigenes Ortsoersorgungsnetz besitzen, mindestens zwei Drittel des Wertes im voraus zugute geschrieben würde. Außer ter Stadt Fulda kommen dafür noch einige andere Gemeinden in Betracht. Der Magistrat wird sicher mit allem Nachdruck im Sinne des Antrages Dux beim BezirksgusjMb