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JK 160.

Brcttag, 15. Juli 1021.

- Wuldaer Zeitung

z?* ä» der .^nlvaer -2!c:tcai>tttrtct?i kki ~u?be

Zur Tagung Ser internationalen 6r- beitsgenoffenschast sozialistischer Par­

teien in Frankfurt a. M.

Sie Verhältnisse in der internationalen Drgant. fation der sozialistischen Parteien und Gruppen sind mit der Zeit einigermaßen unübersichtlich geworden. Sie bieten dasselbe Bild inneren Zerfalls wie die so- zlalistischen Parteien in Deutschland. Wir unterscheiden heule nicht weniger als fünf verschiedene in­ternationale Organisationen.

Sie 1. Internationale ist schon lange tot. Sie war noch von Karl Marx begründet worden. Durch die Zersetzungsarbeit des Rusten Bakunin wurde ste jedoch bald unterhöhlt und fiel fchließstch im Kriege 1870/71 unter dem Einfluß nationaler Strömungen ausein. ander.

Ein äkmflches Schicksal hatte die 2. Jnternatio. vale. Die in ihr verkörperte Einheit de, Proleta- riates brach im Weltkrieg zusammen, flirte ist die 2. Internationale, auch Amsterdamer Jnternatio. nale genannt, nur noch ein Torso. Sie umfaßt in der Hauptsache die deutschen Mehrheitssozialisten und einen Teil der englischen Labour Dartn. Kleinere Staaten werden durch die bekannten Soziaüstenfü^er Branting und Dandervelde vertreten.

Die 3. oder Moskauer Inter na ti ovale ist eine bolschewistische Gründung und steht ganz unter rustischer Herrschaft. Auf ihrem zweiten Kongreß hat ste die bekannten 21 Punkte aufgestellt, die auf dem Parteitag zu fiafle zur Svrengung der unabhängigen Sozialdemokratie Deutschland« führten. Der dritte Kongreß hat soeben in Moskau seinen Abschluß ge- funben.

Zwischen der Amsterdamer und der Moskauer Inter­nationale wurde im vorigen Jahre in Wien aus den Trümmern der 2. Internationale die internatio. nale Arbeitsgemeinschaft fozialisttfcher Par- teien gegründet. Wegen ihrer eigentümlichen Sonder­stellung zwischen Amstordam und Moskau erhielt diese Wiener Interntaionale den Namen Jnternatio. nale 2%. Wenn man die Zahlenreihe in auflteigen- der Folge als ein Zunehmen des Radikaklismus be­tratet, so ist mit der Bezeichn,mg 2% hie Stellung der Wiener Jnternottonale den Namen Jnternatio- neben der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands noch ihrer eigenen Aufzählung dieSero­parteien des marxistischen Gedankens der ganzen euro­päischen 5B-U". Dazu gehören die sozialistischen Par- teien Frankreich«, Oesterreichs und der Schweiz, die brittsche unabhängige Arbettervartei, die sozialdemokra- ttsche Partei Juaoflawiens, Lettlands, Litauens Ru. mäniens, die rustifchen Menschewiki tu a.

Außer diesen parteisozialistischen Snternattonalen gibt es noch eine Amsterdamer und ein« Moskauer Ge­werkschaftsinternationale.

In Frankfurt e. M. ist Ende vor. Woche bte Wiener Jnternottonale zu einer kurzen Tagung zniammenge. treten. Das Arbeitsprogramm hat Artur Erispien in einem Degrüßungsartikel desBofksrecht-" nach der marxistischen Lehre in großen Umrissen so skizziert:

Die Weltgeschichte hat das Problem gestellt, der ökonomischen Struktur der menschlichen Gesellschaft ent. sprechend, deren juristiche und polltische Einrichtungen zu internationalisieren.

Das ist seit Karl Marx nun gerade nichts über- svrechend, deren juristische und politische Einrichtungen Parteien marxistischer Richtung Es wird sich lediglich darum drehen, wie die Wiener Jnternottonale das ge­stellte Problem zu lösen gedenkt. Auf diese Frage sollte ein in das Hivpodrorn einberufenes internationales Meeting Auskunkt geben.

Sn den begeistert aufgenommenen Reden, die Gebe- bour für Deutschland, Lonauet für Frankreich, Grimm für die Schweiz und Adler für Oesterreich hielten, wurde manches einstchrsvolle Wort gesprochen. Friedrich Adler kennzeichnete in einem scharf geprägten Satze die Sage, wenn er sagte:Es gibt keine Internationale, solange es Internationalen gibt.* Aber wo war der Mann, der au? dieser Einsicht die richtige Konseguenz zog? Der- selbe Friedrich Adler hat als posttives Programm nur eine negative Phrase:Wir dürfen nicht wieder ein Gebilde schaffen, bas durch das Kriegsgeschrei der Hurra. Patrioten im entscheidenden Moment zusammenbrach." Aus diesem Satze spricht die ganze Hilflosigkeit des Marxismus. Er kommt über die entscheidende Tatsache der Spaltung des internationalen Proletariats nicht hin­weg. Er kann all die neu und mit Macht sich regenden Kräfte gar nicht erfassen, weil er der neuen Zeit nichts onberes zu geben hat als eine von den Tatsachen längst überholte Theorie. Es ist etwas Wahres daran, wenn Eduard Stabiler, der uns sonst gewiß nicht nahesteht, den marxistischen Sozialismus als die reaktiv, nörste Lehre bezeichnet. Denn reaktionär ist jeder, der sich bewußt in eigenem Snteresie ober im Interesse

zürstbischof Hermann; Khönsahrt.

Don Leo Weismantel.

Inmitten der Rhön von Fulda her, heute leicht mit der Bahn erreichbar, liegt der geheimnisvollste aller Rhönberge: Die Milseburg. Dori, in e:mm der Täler, dis in diesem heiligst«: der Rhön- berge sich schlängeln, im Dorfs Langenbieber, soll am Sonntag bat 17. Juli b. 3s. bös erste deut- sche Heimatspiel gespielt werden. Das erfte? Haben wir nicht der Heimatspiele so viele? Bon Oberam­mergau bis Rothenburg, Spiele, bte vom Leiben des Christ ober einer Historie einer Stadt tünben? Was maßt sich Langenbieber an, baserste" einer neuen Art zu fein9 O, Langenbieber motzt sich nichts an, es ist auf beirre Erstlmgsrechte erpicht, denn das erste zu sein ist nreber Lob noch Tadel. Nur im Folgenden will Langenbieber ein Wandel sein: Daß es sich weder ein mittelalterliches Spiel durch Jahr­hundert erhielt wie Oberammergau, noch ein« eigene Histone aufführt. Es will ein neu Heimotsttiel an- Heven.

3ft das nicht seltsam? Wohnen die Dauern von stmgenbieber nicht schon Jahrhunderte In ihrem tn *^ren' Dars, daß sie nun zu mir kommen und ich zu ihm und wir zusammrn einneu* Hei- mattpiel schufen. Ich, der es schrieb, und sie, die es nun spielen wollen jeden Sonntag draußen auf der festlichen Wirse, stden Sonntag, an dem der Himmel blau ist und ohne Sturm?

Eine neue Heimat und eine alle am selbi-en Fleck ixtr t-ric. Ein Land, bas bie Menschm schon fange Iayryum.ertr besaßen und bas sie doch wieder in jeder stunde sich neu erschaffen, sich neu erkaufen, neu bezahlen mupen tr.il dem Schweiß ihrer Stirn«, mit dem Dahinschwlnden ihrer Kraft in Wer und Tod

So ist auch b?p Dauern von Langenbieber von ihren Altvordern Haus und Grund und Boden und Feld und Wald überkommen, und an birfem allen Land haftet die Erinnerung mancher Geschichte liebet das Gebirge der Rhon ging und stritt einst die Herr­schaft der Fürstbischöfe von Würzburg und bet Fürst- abte von Fulda. Don einem Mer Fürstbischöfe von Würzburg geht eine alte Sage. Und daß ich sie jetzt im Jahre 1821 erdacht habe, beweist nichts da- gegen, baß sie uralt, soviele hundert Jahre all ist. Einst wollten bte Truste! der Holle diesen Fürstbischof Hermann anfüllen voller Hochmut, mtd sie brachten ihm eines Schatt zu io der Absicht, daß mit Hilfe

Glauben an dir Neinhell ferner Seele, denn selbst der Gerechte, den Gott nicht halt, fallt siebenmal des Ta­ges! und er hatte erkanm, datz der der Aermfte fei, defjen Stolz und Reichtum sich grünbet auf den Glanz feines ©elftes, beim aller illtenfcheriHeist irrt nur von Lahn zu Bahn und mündet nie im Meere der Wahrhell aus eigener Kraft. All diese Besitztü­mer von Reichtum von Leib und Seele und Geist ist nicht verdientes, erworbenes (Sigentum, sondern ist unverdientes Lehen und kann jede Stunde von dem, der mll ihm prcchll, zurückgefordert werden.

Unmerklich gltiiet die alte Geschichte von Fürstadt Hermann herüber in unser aller Geschichte, in bie Ge­schichte defjen, der dies Spiel ^dichtet, m die Ge­schichte derer, bie es spielen, in bte Geschichte ierer, bie es hören und sehen:

Der Grund und Boden, auf dem wir dichten, auf dem wir spielen, sehen und hören, ist uns nicht als ein ewiges Besitztum, als eine ewig« Heimat geyiten, sondern nur als eine irdische, als eine oerlierbare. Ist sie uns überhaupt noch als irdische gegeben? Müssen wir nicht stündlich sie neu erkaufen mit dem Schweiß der Hände und der schwindenden Kraft der Jahre, um sie uns zu erhalten und den Tribut zu zahlen, den Feind und Schicksalsgenoffe beute von uns allen for­dern, wenn nur es nicht verwirken wollen, ein eigen Dach über dem Haupt zu haben.

Als arm gewordenes Volk ziehen wir aus, um jenes Land dcr Stete zu suchen, tn dem jene Schatze liegen, bie kein Schicksal uns zu etttreißen vermag, diese Reise umernthmen wir in einem Spiel, um noaj bts Spieles Ende die Reife nach diesem Land der ©*ele und der unvergänglichen Güter auch anzutteten in Wirklichkeit. Die Erkemttnis des Spieles, daß kein in die Erde vergrabener Schatz aus Gold und Edel­gestein, sondern nur bte ringende Kraft unserer eigenen HmLe uns bte Heimat erhält, soll bte Quelle einer Zuveiftcht fein, daß wir noch jeden Morgen eines harten Werktags im Bollbewutztsein dessen, um was es geht, auf die karge Scholle der Erde treten, um ihr bie Frucht abzuringcn, die uns und unserem Kind das irdische Leden schenkt und im Bewußtster», daß wir dies vollbrinAm, liegt bie zweite wundersame Kraft, daß auf bie sechs Tage bet Arbeit, in benen bte helfenden Geister Gottes neben unserem Pfluge stehen und die Stiere führen, auch jener siebente im- knetbar wieder anbricht, der Tag des Festes, an dem die Geister der Freude zu treten mit Zimbeln und Echalmetek'

i.»

einer vorgefaßten Theorie der Macht des Fortschritts der Ereignisse entgegenstemmt.

Wir kommen um die Tatfoche nicht herum; und daran können auch olle Reden im Hippodrom nicht rütteln der marxistische Sozialismus ist veraltet und verkalkt- Dar mag für viele bitter fein, für unbefangene Men- fchen aber, denen es um die Sache und nicht um eine Theorie zu tun ist, die hinter den vielen Worten das er. lösende Wort suchen, ist das ein Ansporn, die Wege zu gehen, auf die alle Kräfte der Entwicklung hindrängen.

Daß der rnarxistis-ste Soziasismus diesen Weg nicht weisen kann, Hal das Meeting im Hippodrom von neuem bewiesen. Dr. Schorp, Frankfurt a. M.

Aus dem Nachbargebiet.

me Frankfurt a. M. In den D-Zug en von Frankfurt nach Baden scheint eine Räuberbande ihr Unwesen zu treiben, die stieblt, waS ste bekom­men kann. So wurde einem Reisenden im Zuge Stiittgart-Ka'lrrube-Franktitrt die Brieftasche mit 25000 Mk. Bargeld und Brillanten im Werte von 80000 Mk. oestohlen. Im Zug Frankfurt-Mann- beim-KarlSrube hatte am gleichen Tage ein Mann den Berlust seines Geldbeutels mit über 10000 Mk. zu beklagen.

fvd. Frankfurt a. M. Ende August beginnen die Lieferungen von Schnittholz. Masten, Schwellen an die Entente. Tie Landesauf­tragestellen stehen im Begriff eine großzügige Abnabmeorganisation zu schaffen. ES werden sprach- aewandte Fachleute eingestellt, die einerseits die Uebernahme von Schnitt- und Nutzhölzer auf den deutkchen Werken und andererseits die Uebergabe an die Beauftragten der Entente bewirken werden. An die Beschaffenheit des HolzeS werden höbe An­sprüche gestellt. Sobald auf den deutschen Werken daS Holz übernommen ist, werden den Lieferern vor dellen Ablenduna 50 v. H. der RechnnngSbe» träge durch die LandeSaufiragestellen zur Zahlung angewiesen.

spd. Bad Homburg v. d. H. Durch die Frank­furter Kriminalpolizei wurde in der Nacht zum Sonntag in den oberen Räumen des Kurhan es ei n zweites Monte Carlo aufgehoben. Man traf in den Spiel'älen. die durch vielfacheSicherung' gegen ungebetene Eindringlinge abgeschloffen waren, eine große Spielergesellschaft, meistens Frankfurter, die genau nach den in Monte Carlo geltenden Spiel­regeln arbeiteten bzw. spielten. Der Betrieb lag tn den Händen von Unternehmern, die für die Benutzung der Säle, soweit wir hören, an die Kurverwaltung ganz bedeutende Summen zahlen mußten.

vermischter.

* Bei der Verbrennung von Pulvetvorräte«, die in Wilhelmshaven täglich auf Befehl der Entente stattfinden muß, ereignete sich am Deich in der Nähe des Hafen? eine schwere Pulverexplosiön. 5 Per onen wurden verletzt. Zwei davon sind in­zwischen gestorben.

* Gegen die Hotel Not. In Pafiau (Boyern) wird zur Beteiligung des großen Mangels an Unter­kunft die Errichtung eine? Aktienhotels mit einem Gesamtaufwand von 17 Millionen Mark oeplant. Hiervon soll die Stadt Paffau etwa 2 Millionen Mark Aktien übernehmen; als weitere Großaktionäre kommen mit je 1 Million Mark eine Brauerei, eine rheinische Weingroßdandlung, eine Berliner Großfirma und zw»i Möbelfabriken in Betracht. Ferner will die Bayrische Vereinsbank 5 Millionen Mark Hypotheken und weitere 5 Millioen Mark aegen Hafiung der Stadt Paffau gewähren

* Ekn Student als Dieb. In München wurde ein Student der Chemie bei einem zweiten Einbruch in da« Gtootsiaboretorium fe ft genommen. Bei dem ersten Einbruch erbeutete er 10 Kilogramm Quecksilber.

*Alles Gold der well." Der Wett der Goldbestände wich von englischen Blättern in den Bereinigten Staat em j auf 13 Milliarden Gotdmark geschätzt, m England auf 3,1 Rilliache, Frankreich 2.8 Millionen, Jopan 2,6 Milliar­den, Deutschland 1,1 Milliarde, Italien 0,8 Milliarden. Vie Goldbestände der fünf wichtigsten Großmächte her Erd« belaufen sich demnach auf knapp 24% Milliarden Gold­mark, von denen noch mehr als die Hälfte in amerikanischem Besitz ist. Aber mehr als das Hundertfache dieser Gesamtsumme soll Doutschiand dsWie­dergutmachung" zahlen.

oirnrrrrrirn-inrnrirBi inwi m injnmuiLi uumjimilhiimiiiiii»11111111111'111

dieses Schatzes btt Fürstbischof Hermann seine west­liche Herrschaft stärke unb nähre und seine geistige Herrschaft erstrahle im Glanze unzählbarer Kirchm. So wollten diese bösen Geister den Keim des Hoch­mutes, der hr dem Fürstbischof lag, arnvachsvn lasten ju einem riesenhaften Baum, bet soviel Schatten würfe über ten Garten brr Erd' und der Menschen, baß bie Sonne göttl. Gnade durch bie stürzenden Zweige nicht hindurchzubringen vermöchte u. in der Kühle dieses Schattens, dieses Stolzes, ter die Menschen nur rmgen und arbeiten läßt zur Befriedigung bar Eitelkeit eines Einzigen, ber sich vor allen Menschen erhoben und gottbegnadet dünkt, alles verdürbe, alles zu­grunde ginge. Um diesen Hochmut im Fürstbischof zum Wachstum zu zünden, legten bte Teufri in den Schatz die seltsame Kraft, daß keines Menschen Hand, nur die bts Fürstbischofs selbst ihn berühren konnte, ohne baß ihre Hänbe an dem Gold wie an der eigenen Gier verbrannten. Unb so dünkte sich der Fürstbischof in Wahrheit über alle Menschen erhcchon, als ein Sendbote Gottes verkündete, der Schatz gehöre lern Aermsten, dem Aermsten aller Annen. Wie konnte di's er Fürstbischof in goldstrotzmdem Ornate sich selbst für den Aermsten hatten? Statt über sich selbst und den Sinn der göttlichen Warnung nachzu­denken, machte et sich mit seinem ganzen Hofstaat auf unb zog in bie Bergt der Rhön, um bort in dem kärgsten feiner Länder den Aermsten zu suchen.

Aber wo immer er nur denAermsten" gefutLen zu haben glaubte, üermod)fe der Fürstadt in seiner Eitelkeit nur Jammer und Eiend über diesen Armen zu häufen mit fernem Schatz, noch von feiern, in item er den Aermsten gefunden zu haben glaubte, ward er beschämt durch einen Reichtum ber Serie, ber in bte» en Menschen wohnte, die als die Aermsten galten mu deshalb, weil es ihnen an Gütern der Erde fehlte. Der Reichtum der Seel« dieser Armen aber machte brn Reichtum dieses Fürstbischofs zu Schanden, und er tat Buße airf der Höhe ber Rhön unb warf den Schmtz der Hölle von sich, damit wieder die Geister des Himmels zu ihm. dem Sebemütigten, treten könn­ten, ihm Hilfe txrfpredrenb für das Werk ber sechs Tage, ihm Freude verheißend für den Tag ber Ruhe, denn er hatte erkannt, daß ber tn Wahrheit der Aermste ist, besten Stolz unb Reichttrm sich gründet auf die Stärke feines Leibes, denn jede Stunde kann eine Krrmikheit ihn anfallen, ein Zieg>ei, ber von dem Dache stürzt, sein Haupt zerschmettern, unb ex hatte erkannt, daß brr in Wahrheit der Jlenrfte -ft, besten Stolz tmd ji

Hehler und Stehler. Nachdem noch vor einigen Wochen eine Diebes- und Hehlerbande wegen Eisen- bahndiebslädlen bestraft worden war, verban- beite bie Strafkammer in Münster jetzt drei Tage lang gegen eine andere Bande wegen derselben Ver­gehen. Es waren im ganzen 2t Angeklagte. ®fiter» bodenarbeiter, Wagenschieber, Fuhrleute, Händler, sämtlich aus Münster. Tas Haupt der Bande war ein russischer Staatsangehöriger namens Lewin, dem eS leider möglich wurde, nach dem ersten DerhandlungStage daS Weite zu suchen; ein andrer HauprscdulSioer namens Weßling war schon früher geflüchtet. Lewin wurde zu vier Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht bestraft.

nls gebracht.

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54 323.

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üreishaushalksavschlag.

1. Einnahme.

2 801 000.- Mk. 2 801 C00 Vergleicht sich.

I n ni IV v VI VH vin ix x XI

19 200 , 59 962 34

2 582 949 70 Mk.

218 05080

2801000.- Mk.

Die Einnahme beträgt Die Ausgabe beträgt

Durchtautende Posten

Für Unterhaltung eines Arbeitsnachweises

Insgemein

Dettiebsfond» Aus Vermögen Au» ber RtefsboumMufe Dem Krege überwies. Gebühren Dotationen Betriebssteuer

Wanderlagersteuer

Zndirette Steuern Dirette Steuern Gemeinde- usw. Beiträge

Beiträge zu den Kosten der Unter« haltung der Landwege

Detämpmng übertragbarer

Krankheiten

Lu- der iandwirt'chastilchen

Wintertchuie

Durch autende Posten

Aus der Unterhaltung eines

Arbeitsnachweise»

Insgemein

Mk. 162664 35 8000. , 6150. 8 786. 5000.

39000.

2388768.

2245.50

Amtliche Anzeigen.

Der vom Kreistag des Streites Fuida in seiner Sitzung am 18 Juni 1921 festgestellie kreishaushalksan'ch ag für das Rechnungsjahr 1921 wird gemäß der Vorschrlit des § 84 Abs. 1 der Äteisotbnung hiermtt zur öffentlichen Kennt-

2. Ausgabe.

Betriebsfonds

Schuldenvetwaltung

Kosten der Streisoerroafftmq Amtliche Betanntm chungen Ausgaben für das Impfwesen Für die Kreisboitmfchuie Für die landwirtschaftliche

Wimerschute

Für da» Kreissiechenhaus Außerordentliche Armenlast Bekämpiung übetttagbarer

Krankdeiien

Kosten der Unterhaltung der Wanderarbeiisstätten

Zu gemeinnützigen und wohl­tätigen Zwecken

Für Bertehrsaniogen

Stiftungen an den Bezirks­verband

Summa A. Ordentliche Einnahmen

Summa 6. Außeroideniliche Einnahmen

Summa aller Einnahmen

Fuida, de» 1. Juli 1921.

Der Vorsitzende de, Srelsausfchustes: Frhr. v. Sagern.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche In Rixfeld erloschen ist. ist der Kreis Lauterbach wieder völlig seuchenfvri.

Fulda, den 9. Sufi 1921.

Der L Landrat. 2. D.: Schuster.

--DU.

436 524.

571363.60 , 8 500 8 400.

Summa A Ordentliche Ausgaben Summa B Außerordentliche Ausgaben Summa aller Ausgaben

3. Abschluß.

2763000.

38000.

2801000.

Die Interessenten des ffreif« für die Förderung der Lchmbaoweise können auf Wunsch nähere Mit­teilung durch die Beratungsstelle Achim ffrets- baumcister Engelhart in allen Lehmbauverfahren und durch die Lehmberatungsstell« Stadtbaurat Fauth in Sorau in Sachen des Lchmfchindeldcuhes erholten.

Die näheren Bcstimmimgen können auf dem Land- rateantt oder dem preußischen Hochbauamt, das auch jedermann Rot in den Fragen erteilt, etngefehen werden.

Fulda, den 9. Juli 1921.

Der t CanbraL I. L.: Schuster.

Das von ber Medizi nalabteilung des Mimsteriums für Dolkswohttahn bearbeitete WerkDas Gesuud- heilswejen des preußischen Staates in den Jahren 19141918" ist sertiggestellt und wird von der Bet» lagsbuchhaMung Richard Schoetz in Berlin S. W. 48, Wilhelmstraße 10 vertrieben. Der Ladenpreis be­trägt 24 Mark.

Fulda, den 11. Juni 1921.

Der t Landrat. I. V.: Schuster.

Degen des Maffermangels mußten mehrere^. len Im kreise bereits slillgelegl werben. Andere kön- nen ihren Betrieb mir in ganz geringem Umfange aufrecht erhalten. Die Brolocrforgung des ffreifes erfcheint dadurch gefährdet.

Die Ottspoiizeibehördcn wollen dafür Sorge tra­gen, daß bas Wasser der in Betracht kommenden Flußläufe nicht mehr als nach den ergangenen Be­stimmungen zulässig ist, zur Wtesenwöffcrung benutzt wird.

__5 u 11) o, den 13. Juli 1921.

Der t CanbraL Frhr. o. Sagem.

Um bem überhandnehmenden Betrieb von ®e- heimbremterelen. sowie dem Schmuggel von Brannt­wein wirksam em gegentreten zu können, hat sich bie Dramwein-Monopolverwattung in Berlin bereit er­klärt, für das Auf decken von Vergehen gegen bas Brann!uteinmonpol hohe Belohnungen zu gewähren.

Diese Belohnungen werben sowohl an jebetmenn, der bei Aufdeckung von Verstößen der erwähnten Art behilflich ist, als auch an Beamte gewährt, die nach § 22 des Braiunweirrmonopoigefetzzs dienstlich zum Schutze dr» Monopols verpflichtet find.

Fulda, den 8. Juli 1921.

Der k. Canöral. Frhr. o. Gagen,.

Polizei-Borordnung

zur Sicherung der Kurtaxen in der Gemeinde Bad Salzschlirf

Auf Grund ber §§ 5 und 6 bet Verordnung über bte Polizeioerwattung in den neu erworbenen Lan- bestellen vom 20. September 1867 (Gesetzfannnl. S. 1529) unb ber §§ 143 unb 144 ies Gesetzes über die allgemeine ßansesDerwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetzsamml. S. 195) wird für den Ort Bob Salz- ichlirs nach erfolgter Zustimmung des Gem-einbevor- ftanöes und mit Genehmigung bes Herrn Regterm^s- Präsiöemen hinsichtlich bes Strafmaßes folgerobe Polizeivurorbnung erlassen:

§ 1. Die Gastwirte und Herberggeber in Dcch Salzschlirf sind verpflichtet, in der Zeit vom 1. llllai bi» 30. e-eptember jeden Jahres die bei ihnen woh­nenden Kur-fremden bei der Ortspolizcibchörde am 3. Tage nach der Ankunft an- und am Tage nach ber Abreise abzumelden. Sie baten ein Fremdenbuch zu führen, darin bte Kursremden einzutragen, und sämt- iiche Rubriken ordmmgsgemäß auszufüllen.

Das Fremdenbuch muß nach bem von bet Orts. Polizeibehörde vory-schriebenen Formular eingerichtet fein.

§ 2. Die An- und Abmeldung der KurfrrnÄe» bet ber Ortspolizeibehörde hat mittelst ber von dieser Behörde vorgeschriebrum Formulare zu geschehen.

§ 3. Das Anmeldeformular ist den Kurfremden sofort nach ihrer Ankunft durch den Vermieter vorzu- legen und von dem Fremden selbst auszusüllsn.

Die Ausfüllung des Ülbmdicjormulars liegt dem Vermieter ob.

§ 4. Den mit der Kontrolle beauftragten Beam­ten ist das Fremdenbuch zur Einsichtnahme vorzule­gen unb die etwa nötige Auskunft feilens der Frem­den wie der Vermieter m erteilen.

§ 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestim- nnmgen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, im Unocrmögensfale mit entsprechender Hast bestraft.

§ 6. Diese Verordnung tritt mit bem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Bad Salzschlirf, den 22. März 1921.

Die OklspoNzeibehörde.

gez. Pütz, Bürgermeister.

Wirb reröfsentlicht

Fulda, den 9. Juli 1921.

Der Vorsitzende bts Sreisausfchufjes.

Frhr. o. Gagern.

Wer an Hühneraugen leidet, hüte s ch mit dem Messer zu sdineiden. Völlige gefahr­los, dabei erstaunlich schnell wirkend ist das in allen Drooer en und Apotheken erhältliche Hüb Belangen« Lebewohl, während H orn haut aufderSehle durch Lebewohl-Ballen-Scheiben verblüffend adinell ent­fernt wird. Die Mittel verrutschen nidit und bleiben nicht am Strumpfe kleben. Preis 3 Mark. A. Mtiller, Markt- Drogerie, A. Schramm, Kloster-Drogerie. 361

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50jahrigc Erfahrung und der Grundsatz:die beste» Rohstoffe durch die tüchtig* Sten Fachleute verarbeiten sind Bürge für die Güte des

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