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Fuld aer Zeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sfaöf Aulda.

Vas englisch-japanische Bündnis.

Vie irische Krage

Neue türk. Offensive an der vruffafront.

An der Front von Drusta haben die T ü r k e n d i e Offensive ergriffen. Di« Griechen Haden Yalowa geräumt.

seine Idee leicht die 5000 anderen Narren, deren er zur Zulassung eines Volksbegehrens bedarf viel weniger leicht freilich di« Millionen Narren gleicher Kappe, die für ein erfolgreiches Volksbegehren erfor­derlich sind. Und so wird nach em paar Jahren noch einer Reihe fehlgeschlogener Versuche die Flut der Do!°"begehren wieder abedten."

Die irische Streitfrage scheint einen neuen historisch denkwürdigen Abschnitt er- ve-icht zu haben, nachdem zwischen England und 3r«

Ausland.

* Im Titz ---Prozeß in Budapest ließ der Staate, anwalt die An klage gegen den ehemaligen Minister­präsident Stesxm Friedricb fallen.

* Rußland und Polen. Der russische Außemnini- stcr hat sich iff einer scharfen Note an Polen darüber, beschwert, daß von Warschau aus gegenrevolu-, tionärr An schlage gegen Sowjet rußlond vorbe­reitet würden. Es werden schleunige Abhilfomaßnoch- men gefordert.

* Die ficlie Entente. Auf der tevorsiohenten Konferenz eini per bedeutender Minister Iugoftawtens,l Rumänins mr d der Tschechoslowakei soll der Beitritt Rumäniens zur kleinen Entente besprochen und vorbereitet tnt kden. Auch soll die Einbeziehrmg Po- lens zur Sprache kommen.

* Japan.! che Befestigungen auf den Mariane». WieNew f/crcf Herald" auS London meldet, hat die japanisch! Regierung entgegen dem Wortlaut ihres Mandats auf den ehemals deutschen Mariannen» Inseln und auf den Bonin-Jnseln große Befesti- gun as arbe i ten begonnen.

* Der 3» sammenbruch der Banque de Chine. In der französischen Kammer kam es anläßlich einer In­terpellation e «gen des Kraches darBanque de Chine" zu einem hes iigen Angriff gegen Philipp Berthe- lot, den iöenrralsekvrtär im Auswärtigen Amt. Briand legte die Umstände, die zu dem Bankzufam- menbruch geiIhrt hätten, dar und erklärte, daß die Regierung ulte gesetzlichen Mittel zur Rettung der Bank anroa «den werde, da die französischen Interes­sen auf dem Spiele ständen. Er bitte daher, die Be» sprechuna ter: Angelegenheit zu unterlassen. Im wei­teren Verlag der Besprechung wandt« sich der frü-

Sberschlesien.

Rücktritt Leronds?

Rach demEclair" hat der Präsident der inter­alliierten Kommission General Lerond aus Gesund- heitsrüiksichten um seine Abberufung gebeten. Die fra^ösische Regierung vecheimsiche diesen Entschluß noch. Die interalliierte Kommission habe einen Plan zur Teilung Oberschlesiens angenommen, der von dem englischen Botschafter in Berlin Lord d'Abernon vorgeschlagen sei und in Wirklichkeit nichts anderes fei clls der deutsche Vorschlag.

Eine neue Mahnung zum Frieden.

LautGermania" wurde in den Kirchen Oberschle­siens am Sonntag ein Schreiben des apostolischen Kom­missars Mons. Ogne Serra verlesen, in dem der Prälat zur Mäßigung und Versöhnung mahnt, sowie aus das Schärfste das Treiben der p o l - Nischen Priester verurteilt, die uneingedenk ihres heiligen Amtes sogar mit eigenen Händen, die doch mft dem heiligen Oele geweiht sind, Waffen führten oder Truppenkommandanten spielten.

Das Gesetz über den Volksentscheid ist am 22, Juni tnt Reichstage verabschiedet worden und zwar mft einer Lautlosigkeit und Stille, die zwar der Sachlichkeit des Reichstages in diesem Falle alle Ehre macht, die aber »ach außen hin kaum hat ahnen lassen, daß hier ein Gesetz von einschneidender Bedeutung erlasien worden -st.

Zwei Hauptformen sind beim Volksent­scheid auseinanderzuhalten: das Referendum und die Initiative. Der wesentliche Unterschied beider Formen untereinander besteht in dem Ausgangspunkt, den beide in der Praxis haben. Beim Referendum handelt es sich um ein bereits vom Reichstage ge- nehmigtes Gesetz und bei der Initiative handelt es sich um einen Gesetzentwurf, der vom Volke her an die gesetzgebende Körperschaft herangebracht wird.

Beim Referendum spielen sich die einzelnen Phasen etwa folgendermaßen ab: Nachdem der Reichs- tag ein Gesetz verabschiedet hat, fordert ein Drittel feiner Mitglieder die Aussetzung seiner Verkündigung um zwei Monate. 5000 Stimmberechtigte beantragen innerhalb dieser Zeit von zwei Monaten em Volks» begchren über jenes Gesetz. Hierin liegt jedoch erst die Tatsache, daß diese 5000 die Vornahme eines Volksentscheids empfehlen. Nunmehr müssen ein Zwanzigstel aller stimmberechtigten Deutschen gewon­nen werden, wenn der Volksentscheid eintreten soll. Zu diesem Zweck verschicken die Antragsteller an die @e» meinten Eintragungslisten und zwar auf eigene Kosten hin; in diese können sich alle diejenigen einzeichnen, die für eine Vornahme des Volksentscheids plaidieren. Diese Listen müssen mindestens 14 Tage hindurch aufgelegt werden.

Findet sich das Zwanzigstel aller Stimmberechtig­ten, dann tritt der Volksentscheid ein. Nach den Vor­schriften des Wahlgesetzes wird nunmehr über eine Annahme oder Ablehnung des Gesetzes abgsstimmt. Zur Annahme reicht die Mehrheit der Abstimmenden aus, die Ablehnung dagegen erfordert einmal, daß die Mehrheit aller Stimmberechtigten über­haupt chre Stimme abgegeben hat und dann, daß die Mehrheit derer, die abgeft'nnmt haben, chre Ablehnung kunügegeben hat.

Für die Initiative gelten folgende Bestim­mungen: Es müssen 5000 Stimmberechtigte ein Volks­begehren verlangen auf einen Gesetzentwurf, den sie selbst vorlegen. Der Weg bis zur Vornahme der Ini- ftative ist genau derselbe, wie im Falle des Referen­dums mft dem Unterschied, daß sich ein Zehntel der Stimmberechtigten für das Volksbegehren aussprechen. Ist dies der Fall, dann ist der Reichstag verpflichtet, über den vorgelegten Gesetzentwurf Beschluß zu fassen. Del Annahme durch den Reichstag wird der Entwurf Gesetz auf dem gewöhnlichen Wege. Im Falle der ; Ablehnung durch den Reichstag oder auch der Abände­rung kommt es zur Vornahme des Volksentscheids über di« Gesetzesvorlage und über den abweichenden I Beschluß des Reichstages.

Dieser Entwurf, der dem deutschen Volk zweifellos eine große Freiheft an die Hand gibt und eine in poli­tischer Beziehung nach jeder Richtung hin nicht nur I interessierte, sondern auch geschulte und einsich- t'ge, von sachlichen Mottven getragene polittsch reife I Bevölkerung verlangt, wenn seine Anwendung I [W M Auswüchsen führen soll, fand bereits im Aus- I Ach unter den Parteien verschiedene Aufnahme. Die I Parteien der Rechten waren ihm zugeneigt vielleicht I versprechen sie sich viel davon die Demokraten be- | pegneten dem Entwurf mit einigem Mißtrauen und die I Sozia ldemokraten waren objektiv genug, auch die Be- I oenfen anderer anzuerkennen. Denn daß Bedenken I Doritegen gegen einen Gesetzentwurf, der leicht zum Anlaß aller möglichen Quertreibereien oder auch zum I JnmB non unmöglichen Wünschen gemacht werden I "UM ch mrrchaus nicht von der Hand zu weisen.

<n r» ^vE^Etlos einer starken politischen Reife I

etnes Doues, wenn ein solcher Gesetzentwurf immer I uni) in Mein rmlle zu seinem Besten ausschlagen soll. I auch die Schweiz und Arne»!

rika, die den Volksentscheid bereits besitzen, eigen- I artige Erfahrungen damit gemacht haben. Es I rft terum iur Gbaratterift'if nicht uninteressant, was I feer f03ta^tif«e.W Gustav Radbruch über vielleicht fen Achzenblick eimretende Folgen dieses Gesetzentwurfs I Anung gefaxt 9at:Ämi Zweifel, daß in den nächsten av,rt2l. "ber auch Sonderlinge und I

Fanattker aller Art ein Volksbegehren auf das andere gegm den Reichstag loslassen werden. Alkoholaeaner, Vegetarier, Bodenresormer, Gegner der Tod-sstrafe Gegner der Strafe für Abtreibung, auch Impfgeaner,' Lioisektionsgegner, Schachtgegner, schließlich Fanatiker einer neuen Stenographie oder Orthographie, Enthu- poften eines neuen Kalendersystems, wunderliche Hei- I ' üge neuer Religionen, sie alle werden demnächst im i Volksbegehren ihr Heil suchen. Ein Narr findet fite 1 i

Gegen di« Lnlentemaßnahmen.

Di-' G.neralversammlung des Gewerkoereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands nahm Entschließungen an, in denen die Aufhebung d c r S o n k t i o n en am Rhein und die fofertige Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände in Ober- fchlesien gefordert wird, damit die Bevölkkrung Oberschlesiens wieder ein menschenwürdiges Dasein fristen könne.

Die Schwierigkeiten der §rie-enr- schluise; mit Amerika.

Präsident Harding stimmte der von Hughes geschaffenen Fassung des Versailler Vertrages, dir nach Annahme der Friedensresolution oorgenommen roor- dm ist, zu, ist aber Ansicht, es würde unklug sein, wenn man dieses so umgestaftete Dokument dem Se­

nat vorlegen wollte, solange die republikanisch« Partei im Senat damit nicht einverstanden sei. Der Wortlaut der Friedensrirsolution ist jetzt endlich bekannt gegeben worden.

Nach derChicago Tribüne" rechnet man in New- york mit der Möglichkeit eines Versuchs von deutscher Sette, tenmächst in Amerika eine Anleihe un­ter zudringen. Diese Anleihe würde das in dm Sereimgien Staaten beschlagnahmte deutsche Eigen, tum als Unterlage haben, und dieses Eigentum würde dwm von einem deutsch-amerikanischen Kuratorium verwaltet werden. Auf diese Weise würde ein Dar­lehen von etwa 800 Millionen Dollars möglich wrden

Line Abrüstungskonferenz.

deutscher Reich.

* Berlin, 11. 5 uli. Der frühere Regierungspräfi- dmt Traugott v. Ä a g o w, der wegen d« Beteilig«- am Kapp-Putsch ge: sichtlich verfolgt wird, teilte in einer Zuschrift an dm VerliimrLokalanzeiger" mit, daß er, feit fünfzehn Motuiftm die Beschleunigung des Verfahrens anstreb j. Er habe niemals an Flucht ge­dacht und werde jsiich, falls das Hauptverfahren gegen ihn eröffttet werde, lieber heute als morgen duzte einfinden. Zusii 11. Juli, der Wiederkehr bete glänzenden Ab'ftjmmungstages für Ost­preußen, oerliffentlicht Oberpräsident Sichr eine Kundgebung, in ter es heißt, wir dürfen floh fein, uns dieses Tages zu erinnern, der die Treue ter Ost- Preußen in Helte m Licht erstrahlen ließ. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht ein Gesetz über ten Dotksentjcheiid, ein Gesetz betreffend die Aenterung des Gerichlskostc i,g«setzes und eine Bekrnnm'achung, ter zufolge eint Ermäßigung der Tabak- steuer vom 1. Oki ober bis auf weiteres für Z«. gurren auf 50 Prozent festgesetzt wird. Für Zrgaret- ten und feittgefi hrriltenen Rauchtabak wird vom 1^ Oktober ab eine Ermäßigung ter Tabaksteuer nicht mvhr gewährt. Schließlich enchält terReichscmzei- gcr" die Ausführungsbestimmungen zur Verordnung? über die Preise si ir Umlagegetreibe aus ter Ernte 1921.

* In Bayer n hat das Kultusmimsterium dem Landtag den Ertwurf eines religionsgesell­schaftlichen Steuergefetzes vorgelegt. Die Vorlage tezwertt. auf Grund des Artikels 137 Abf. 8 ter Reichsverfast"Dng die landesrechtliche Regelung die- (es Besteuerung! krechtes einheitlich für alle beteiligten Religionsgesellstk saften und Religionsgemeinfeen öffent- lichen Rechts im Bayern. Das Gesetz soll rückwirkmd mit dem 1. Apt ß 1920 in Kraft treten.

Berlin vor Kem Streik bewahrt.

Die Streikleitung ter städtischen Gutsarbeiter hak mft 6 : 3 Stirnrnr:» beschlossen, ten Ausständigen städtischen Arbeitern die Annahme des Eimgungsvor- jchlages des Magisttats zu empfehlen. Die Mehr­zahl ter Gutsarbeiter Hot für die sofortige Wie- Herausnahme der Arbeiten gestimmt.

Die ten Arbeitet» gewährte Lohnzulage von IV» Prozent entspricht ehva einer Erhöhung des Stunden­lohnes um 30 Pfg. Da ten Arbeitern die Streiktage nicht bezahlt wertens ter Ausstand aber über 4 Wochen bauerte, erleiden sie einen weit grö­ßeren Verlust, als die Lohnzulage ihnen in einem Jahr Vorteil bringt,

Ans dem besetzten Gebiet.

Die3nteralIi$e:teRL eixlanbkommiffion berfügte unterm 7. Juli die Äusweijlung von 18 Personen aut dem besetzten Ge biet mit der Begründung, daß ihr Treiben greifet sei, die Sicherheit der Besetzungs­truppen zu gefährden.,

Der Volksentscheid.

Der Reichsanzeiger hat das Gesetz über den Dolksentscheid am Samstag veröffentlicht.

Die Verfassung von Weimar, die das deutsche Volk tem chaotischen Zustand der Revolution wieder zur staatlichen Rechtsordnung zurückführte, und somit das Funde it wurde für das neue Staatswesen selbst dem Willen der überwiegenden Mehrheit des Deutschen Volkes und feiner Vertreter, hotte neben die gesetzgebenden Körperschaften und die ran ihnen aus- Machenden Funktionen bereits eine andere verfasiungs- rechttiche Einrichtung gestellt, aus ter in erster Linie klar zu erkennen ist, wie groß Wandel und Umschwung ist, ter sich vollzogen hat- Neben das Volksparlament fees Reiches und neben die Bolksparlamente der Län- ter, die an sich schon den Willen aller Staatsbürger repräsentieren, sollte noch der Volksentscheid treten, der, unter bestimmten Voraussetzungen anwend­bar, der Erforschung des gesamten Volkswillens dienen soll.

Präsident Harding hat nach einem Mei­nungsaustausch eine Konferenz auf Beschränkung der Rüstungen vorgeschlagen. Der Konferenz sollen Besprechungen zwischm ten beteiligten Staaten über d e Lage im fernen Osten und im Stillen Ozean vorangehen.

Die Generäle v. Schack und Krusfa steigesprochen.

Der Leipziger Rsichsgerichtshof hat am Samstag, noch- I dem die französischen Zeugen abgerM sind, gegen die beiden beschuldigten Generäle t>. Schock und Kruska weiter oet- handelt. Die deutschen Zeugen, die vernommen wurden, konnten alle der Tätigkeit der beiden Offiziere nur löb­liches nachsagen. Der Oberreichsanwalt führte zum Schluffe aus, daß man sich kaum mit einem Fall bisher beschäftigt habe, in dem die schweren Anklagen so auf nichtiger Grundlage erhoben worden seien, wie m diesem. Man habe gegen zwei angesehene deutsche Offiziere An­schuldigungen erhoben, die vom moralischen Standpunkt aus ungeheuer, vom Standpunkt der Denmnft geradezu ein» fäfifl feien. Sodann geht der Oberreichsamoalt auf die Einzelheiten ein, die zur Begründung der Anschuldigung anzuführen versucht worden sind: Die meisten Klagen rich­teten sich gegen den Mangel an 3 er $ ten. Es ist bezeichnend, daß man wagt, zu behaupten, die deutschen Aerzte seien einfach von den Kranken weggcdlieden und hätten auf die fremden Aerzte gewartet, bann erst hätten d« armen Kranken die notwendige Hilfe gefunden. Ich glaube, eine unverschämtere Lüge ist noch nie­mals ausgesprochen worden. Von 18 deutschen Aerzten sind 14 erkrankt und vier gestorben. Von 50 fremden Aerzten sind nur zwei geftorben. Das spricht Bände. Die geringe Zahl mag daran liegen, daß zu jener Zeit, als die fremden Aerzte ankamen, die Desinfektion bereits durchgefühtt war. Die deutschen Aerzte haben ihre Pflicht bis zum letzten Augenblick getan und Ihr Leben eingesetzt. Wir haben von allen Seiten gehört, daß der Generalmajor Kruska alles getan hat, was er für die Gefangenen nur tun konnte, und daß er Tag und Nacht gearbeitet hat. Er hat sogar die Verantwortung übernommen den Behörden gegenüber, selbst auf die Gefahr, daß er ihre Vorschriften verletzte, und er ist täglich mit dem Inspektor das ganze Lager durchgegangen. Der Generalleutnant v. Schock kommt von vornherein nicht in Betracht, weil er schon vor Eintritt der Epidemie seine Funktionen niebergelegt hat. Ich glaube, es ist nicht notwendig, ihn lange zu verteidigen. Cs ist Nipp und ftar erwiesen, daß aus keiner Seite ein Verschulden vorliegt, und ich beantrage daher, beide Herren sreizusprechen. . _.

, Nach kurzer Beratung; verkündete der Präsident folgen- I bes Urteil. Die bdirien Beschuldigten werden frei- gesprochen, die Rcschskasse hat die Kosten zu tragen einschließlich der den Des äpildigtey erwachsenen notwendig« Auslagen.Es ist voll,Wndig erwiesen, daß die Lnschul- digungen, die in der Listen der französischen Regierung gegen die beiden Offiziere echolien worden find, nach dem Ergeb­nis der Verhandlung völlig in sich zusammen- gebrochen sind. Auch die Annahme einer Fahrlässigkeit hak nicht ftn geringsten. Halt gefunden. Es ist nicht ehr Schimmer von Pflichiw ldrigkeit übrig geblieben. In den Einzelheiten schließt sich der Gerichtshof dem an, was der Oberreichsamvaü durcha ub im Einklang mit dem Ergebnis der Verhandlung ausgs führt hat. Das Gericht kommt zu dem Resultat, daß beide Herren, die als schlimme Ver­brecher bezeichnet wordrn sind, in Wahrheit gute Soldaten waren, die dem Staate mit Treue und bester Anerkennung gebient haben."

Der Vertreter Englands auf dem Wege nach Leipzig.

Der Gcneral-Solinltor Sir Ernest Pollock reiste von London nach Lei dig ab, im Zusammenhang mit tem Prozeß gegen dii.' beiten deutschen Offiziere wegen der Versenkunsg des Hospitalschiffe» Llandovery Castle", her jetzt seinen Anfang nimmt

I Eine ter grundlegenden Hauptfragen für die Ent- I Wicklung und Gestaltung ter britischen Poütik im Osten I des britischen Weltreiches ist die Frage des Bündnisses I zwischen Japan und England. Er ist daher selbstver- I stündlich, daß diese Angelegenheit einen Kernpunkt in den Verhandlungen der britischen ReichskonferenzinLondon darstellte.

I Die Nachrichten, die über jenes Problem in die I Oeffentlichkeft herausdrangen, waren nur spärlich gesät I und zweifellos auch so frisiert, daß über die tieferen Gegensätze ter Dominions m dieser Frage nicht allzu

I viel bekannt geworden ist. Wie trie Dinge aber für das I englische Mutterland in Wirklichkeit liegen und wie I schwierig die Lösung dieser Frage ist, das zeigt mit großer Deutlichkeit eine Tatsache, die erst jetzt bekannt wird. Bekanntlich hieß es zuerst, das Bündnis mit Sapan solle auf eine Zeitspanne von drei Mo- naten verlängert werten, um dann zu einem gemein­samen Gedankenaustausch zwischen England und den Dominions aus der einen Seite sowie Japan und Ame­rika zu kommen. Diese Erörterungen unter den ge­nannten Staaten sollten den Weg ebnen helfen für ein dreiseitiges Bündnis. Nunmehr aber trifft eine Nach­richt ein, die geeignet ist, Ueberrafchung hervorzurufen. , . . . , --------

Der britische Lordkanzler Lord Virkenhaed, die jahrelang, ja sogar jahrzehntelang der blutige höchste juristische Autorität des Landes, vertritt plötzlich I o®qt die Regel war. Die Konferenz nämlich, die die Meinung, der Vertrag laufe automatisch um I omriyrei*a9.n Dublin stattfand, hat in ter Tat zu ein Jahr weiter, wann er nicht gekündigt würde. I positiven Resultaten geführt, wenn man ten Mel- Die Mitteilung aber, die von ter großbritannischen .W11 G-auben schenken darf, die aus London be» Regierung seinerzeit an ten Völkerbund über bas^teit

Abkommen mit Japan gerichtet worden sei. bedeute I . Danach hat ter Jrenfuhrer DeValera die ©in­terne Kündigung. lämnS Lloyd Georges zu einer Besprechung angenom-

Nach dieser Auffassung also würde ter Vertrag mit Verfolg dieser Tatsache hat die Konferenz be-

Japan einfach noch für ein Jahr wefter lausen. Es chlo^m einen Waffenstillstand mit Eng-

entsteht natürlich sofort die Frage, wie es zu dieser lhL"A,Lft?^6cn' am Montag mittag um 12 Uhr neuen Version in ter Bündnisfrage kommen konnte, *u- ...... . .

nachdem zunächst die Verlängerung tes Bündnisses um bestehen, daß, w«m es Lloyd

drei Monate in der Oeffentlichkeft verbreitet worden war. melleicht schwrerigsten

Dieser Umschwung kann in nichts unterem begrüntet d,e

liegen als darin, daß sich innerhalb ter britischen än

Reichskonserenz unter ten Dominions in dieser Frage ^ilte

Gegensätze herausgearbeitet haben, die doch nicht ^ntscheteng hertelzusuhrem daß ^es zu den so leicht M überwinden sind und daß es deshalb Lord Erfolgen Lloyd Georges ge-

Eurzon für bester gehalten hat, das Proben in ter Snte^iH iriÄT

ßetTOffnm <&Wf Km zu einerLöllAn Lösung?

daß in ter Behandlung ter britisch-japanischen Bund- MbSS

msfrage die Meinungen ter Serkrier nonjamri» ni<f)t tiven Ergebnis sthri, Ä tmeter

einig gingen und man wird techalb mcht fehlgehen, einmal ter große Mann 9

ZEdie neue Version im Gruntefeine Ursache in dem Sollte es ihm dann auch noch gelingen, ter Bündnis- frage zwischen dem britischen Weltreich einerseits und ter <faen Seite eine Zrubung I Japan und Amerika andererseits einer Lösung

tes Verhältnisses $u Amerika vermiedm werten soll, entgegenzuführen, dann hat Lloyd George erreicht

daß man aber auch m irgend einer Form an dem wonach England strebte: die Ausgestaftung der engli-

japanischen Bundms festhalten mochte. schon Weltherrschaft in einer For^wie sie früher nie

So ist die TakM, die man elnzuschlagen gedenkt, I dagewesen ist.

die klügste: nämlich die, daß die britische Regiemng I -nu nnfpr 6=mnfe

Zeit gewinnt, mn sowohl Kanada W b^rbeften ®

rote auch auf ter anderen Seite zu einem Ausgleich I . ^Sinnf einer haben m deri letzten zwet Iah. mit ten Vereinigten Staaten die Wege zu ebnen. So I ^95 B«totet und 651 ver­

dient die neue Auslegung, die der brftstche Lordkanzler I " Ferner wurten 140 Soldaten getötet und 325 gefunden hat, zweifellos dem Zwecke ter Zeitgewin- I "envuntet. Zerstört wurden 86 Hauser und 522 Ka- mmg für das Heranreifmlasten der Pläne, die England lernen, teiuvetse zerstört 367 Kasernen. Außerdem sicher veriolat. I wurden aus 2400 Postanstalten Angriffe unternommen.

------------ Vor Eintritt des Waffenstillstandes

haben In 58 e I f q ft noch heftige Angriffe auf Po- lizeipatrouillen stattgefunden. Mehrere Polizisten und Zroilpersonen würben getötet und verwundet.

Nr. 156.

Verantwortlich tift öen ceoauionellen Seil: Dr. Kramer, = lur die Anzergen: I. Parzetler-Fr-lda. -

Rotationsdruck u. Vertag der Fuldaer Acllendruckerei in Fulda. -terntprecher Nr. 9. Telegr.-Adresfe: FuldaerZeitung.

Montag, H. 3uli 1921.

Bezugspreis - Monatlich 3,00 Mk. ohne Zustellgebühr, bet unsabgehatt3,15 Mk. Anzeigenpreis: Die Kl lEoionelmaß) 60 psg, u. 10»,. Zujchlaq, die Re kl a lTextdreirel 1.80 2HL. u. 10,;. Zuschlag. Bel Wieder h ______*.11

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48. Zahrg.