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Donnerstag, 7. Zu» »921

48. Zahrg.

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Bezugspreis: Monailtq 3,0U alt. onnr Zuftellgedühr. In ftu.öo bei unsabqehol!3,15 Alt. Anzeigenpreis: Die 8 lein Aelle ffoioneimoB) 60 pfg u. 10*, Zuichlaq, die Reklamezeile tTeNv,ene> i.SO Mk.. u. IO*/, Zuicklaq. Sei Wiederhol. Rabatt

BlatLerstimmsn zur

Zteuerprogammrede wlrths.

Stellungnahme zu den Steuerpläam augenblicklich für noch nicht möglich Erst wenn man die einzelnen Snsuerpläne cor sich hebe, könne man das Annehm, bare von dem Unmöglichen unterscheiden. Das Blatt hofft, daß trotz der abd'henden Haltung der äußersten Rechten der Beriuch, die notwendige parlamentarische Grundlage für die Lösung des Reparationsprob'ems zu finden, schließlich doch noch von Erfolg sein werde. Diel hänge jedoch von den alliierten Mächdm ab, >n deren Hände es gegeben sei, uns die ouferlegten Pflichten nicht weiter unnötig zu erschweren, wie es am Rhein und in Oberschlesien zur Zeit geschehe.

DieVossische Zeitung" schreibt: Und wenn man olles, was bisher vom Reichskanzler vor« gefch'rgen wird, auch noch als Stückwirk und mit ei» ner gewissen Skepsis ansieht, so sollte niemals ver- gesien werden, daß es sich hier um eine Riesen- a u f g a b e handelt, die begonnen und mit Energie ann-foßl zu haben bereits von einem Mut und einer Tatkraft zeugt, wofür das Vaterland ihm dankbar sein sollte und der das Ausland uneingeschränkte An­erkennung zollen würde, wenn es sich der Größe des Problems bewußt wäre.

DerVorwärts" bezeichnet die weit über alle Klugheit hinausgehend? Sanktions- uird Kontribu­tionspolitik der Entente als mitschuldig an den Sor­gen, die aus uns allen losten. Das Blatt schließt seine Ausführuneen mit den Worten: Jetzt wollen wir ehrlich ersüll'n was uns möglich ist und dazu soll und muß jeder beitragen nach seinem Vermögen

«eramwonlich tur den ceoauionelkn Teil: Dr. Kramer, m'ur Anzeigen: I. Dar,euer-Fuloa u ?.rn^ *ÖrUCerla9 der Suldaer Acllendruckerel in Fulda. ?ern>meä>e, Rr. releiir..8lbrtff,. Fuldaer Zeitung

Regelung -er deutsch-amerikanischen Beziehungen.

DerTimes" wird aus Washington gemeldet: Prii> fldent Holding und Hughes hatten eine Bespre­chung über die durch die Annahme der Friü«nsrefo- lution geschaffene Lage.

Wie berichte! wird, arbeitet Hughes an einem Der- trag, der die verschiedenen sich aus dem Kriege er­gebenden deutsch-amerikanischen Probleme zur Erledi. gung bringt. Es wurde klargestellt, daß der Vertrag alle aus dem Waffenstillstand und dem Versailler Der- trag sich ergebenden amerikanischen Rechte und Interes­sen zu schützen habe.

Die amerikanische« Treppe« am Rhein.

In Beaniwortung einer Anfrage im engl. Unt?r> hause erklärte Chamberlein, ec hätte keine B» stätigung der Nachricht erhalten, wonach die Re­gierung der Bereinigten Staaten angeblich die Ab­sicht habe, die amerikanischen Truppen vom Rhein zurückzuziehen.

preußischer Landtag.

Die Selbfidewirtschafkung der Domänen obgelehnk?

Die Mittwochsitzung des preußischen Land, tage» eröffnet Prösident Leinert mit der Mitteilung, da? nach einem Beschluß des Aeltestenausschusses mit Rück, sicht darauf, daß die Beratungen des Landtages vor de, Sommervaufe abaeschtosien werden sollen, der zur Be> ratung stehende Stofs von der Tagesordnung abgesetzt wird, und vier neue Punkte in den Vordergrund ge. stellt werden.

Bevor das Haus in die Tagesordnung elntritt, wird gemäß dem Anträge de, Geschäftsordnunasausschusies debattelos beschlossen. das geoen den Kommunisten Mener-Oftpreußen schwebende Strafe erfahren für die Dauer der Eitzngsveriode auszuheben. Die vorliegen, den Anträge und Gesetzentwürfe werden den zuständt- gen Ausschüsien überwiesen. Darauf folgen die A b- stimmungen zum Domänenetat. Angenom­men werden die Ausschußanträge, wonach die Einnah. men aus dem Domänenertrag um 10 Millionen erhöht werden sollen, die Ausgaben für Arbeiterwohnungen um 3 Millionen, die Ausgaben für Laudgewinnungs. arbeiten um 7 Millionen. Die kommunift. und sozial- demokratischen Anträge auf Selb st bewirt« s ch a s t u n g der Domänen werden geaen die Stimmen der 3 sozialistischen Parteien obgelehnt.

Hierauf wird die vor einigen Wochen abgebrochene Debatte über d-e Verwaltung Berlin, fort­gesetzt. Als erster Redner svricht der Abg. W e y l (U. Soz.) Er richtet heftige Angriffe gegen den Abg. koch (bnt). dem er oorwirft, daß die in feiner letzten Rede enthaltenen Angaben auf Unwahrheit beruhen. Nachher kommt der Demokrat Ruschke zu Wort Er fordert die Steuer- und Finanzhoheit Berlins, wenn auch aus anderen Gebieten die Zentralisation nicht über« spannt werden dürfe. Der deutschnationale Redner Abg. Lüdicke lehnt jede Verantwortung für die ver. sahrcne Wirtschaft in Berlin ab. Bei der nun folgenden

Sitzungsbericht.

Die Ta-eSordnung des Reickkta es vom Mitt- jöod) weist nicht weniger als 21 Berntnn iS- oe gen stände auf; dies betör ft die große Nähe der Sommerpause, die stets die übliche Anhäufung des

I fachlichen Ausführungen ein, denn er mochte wohl selbst I gemerkt haben, daß feine allgemein politischen Belehrun.

aen kemen Boden fanden. Was Helsferich brachte, war Kritik^ nicht einen einzigen positiven Gedanken wie in der Tat die große Aufgabe in die Wirklichkeit' um» gesetzt werden soll. Er berechnet noch einmal die Be. lastung de, deutschen Volkes. Er versucht nachzuweisen, daß die Einnahmen, die der Reichskanzler genannt hat nidjt ousreidjen werden, um die erforderlichen Summen aufzubringen. Seine ganze Rede ist eingestellt aus die eine Idee, daß das Ultimatum unerfüllbar sei. Warum soll man sich also den Kopf zerbrechen, wie E?,^sullt werden kann. Dazu wird sich doch ein Helffe- rich nicht hergeben. -

Der Schluß des Redner-Reigens.

Auf Helfferich folgt in der Rsdnerreche der mehrheUs- foz:al^mokratische Abg. Kell. Die Unruhe und Erregung klingt nunmehr auf der Rechten wider. Lärmende Zivi- schenrufe fallen. Er stimmt im allgemeinen den Ausfüh­rungen des Kanzlers zu.

Für die Deutsche Volkspartei spricht der Abg. Becker- Hessen. Auch er hat vÄes auszusetzen. Vor allem den R«chssinanzminrster warnt er. nicht dem Zauber des Schlagwortes zu unterliegen. Ich habe allerdings den Ein- druck, daß er sich allmählich von dem Wohne des Schlag. Wortes steimocht. Durch die uns in Aussicht gestellte steuer- liche Belastung durch die neue Veranlagung zum Reichs­notopfer würde man die deutsche Wirtschaft vollends zum Erliegen bringen, dagegen müssen wir uns mit allen Kräften wehren. Der Gedanke, das Reich an der deutschen In­dustrie zu beteiligen, ist vollständig abzulehnen, denn zwei Tage fpater würde die Entente ihre Hand darauf legen. Die einzelne Diskussion ist ja heute zwecklos. Wir sind aber zur Mitarbeit bereit. Wir dürfen uns bei diesen steuerlichen Debatten nicht gegenfestig zerfleischen, wir müs­sen das betonen, was uns eint, dann können wir vielleicht für einige Jahr« dos Ultimatum erfüllen.

Abg. Erisplen (Unabh.f: Was mir fetzt erleben, ist eine Folg» des kapitalistischen Imperialismus, es ist die Krise des Kapitalismus, von der er sich nicht wieder er- holen wird.

Abg. Keinath (Dem.): Wir schließen uns dem Protest gegen die unrechtmäßige Aufrechterhaltung der Sanktionen mch die unrechtmäßige Dorentholtnng Oberschlesiens voll an. In der Beurteilung der Steuerfragen müssen wir uns noch Zurückhaltung auserfeaen.

Abg. Geyer (Komm.): Herr Hessserlch hätte nie so ver- hängnisvoll wirken können, wenn er nicht die Unterstützung der bürgerlichen Parteien und der Mehrheitssoziolisten ge- habt hätte. Der Redner sondert die Konfiskation des Der- Mögenszuwachses aller Heerführer.

Abg. Lelchf (Bayer. Dp.): Wir weiden in den Steuer. fragen im Herbst einen gerechten Ausgleich finden muffen. Den Worten des Reichskanzlers über die Sanktionen in Oberschlesien stimmen wir durchaus zu. Damit schließt die allgemeine Ausfprack)«

In der Einzelberatung wird beim Reichswirtschasts- Ministerium ein Antrag angenommen, wonach 150 000 «AL Zuschuß zu den Kosten des wisienschaftsichen Forschungs- mststuts für praktische Handwerk-rpoWk zu Hannover, ferner 50 000 «Al Zl-schuß zu den Kosten der Haupwerdin. j mmasstelle des Deutschen Handwerks- tirnb Gewerbekammer» tages 3U Hannover und 150 000 <M. Zuschuß zu den Kosten ! des wiffenichaftlichen Forschungsinstituts für rat'onelle Be. triebsführuna im Handwerk zu Karlsruhe bewilligt werden. ;

Die erhöhten Beiträge für die Meflen zu Leipzig, | Breslau. Frankfurt a. M. wrd Stuttgart werden nicht be- j anstandet.

Beim Justizministerium stellt Just'znnnister Schlsier fest, daß er fernen Teilnehmer am Kapp-Putsch dk-> Amnestie versprochen habe. Ueder die Verfahren aus Anlaß des I Kapv-V-utsches soll dem Reichstaa eine Statistik zugehen. I

Beim Haushalt des Roichsernöbnmgsministerimns teilt I auf eine Anfrage des Abg. Bender (Soz.f ein Reale- I nmgsvertreter mit. daß in Berlin der Kartoffelpreis, der mn 1 Juli noch 90 bis 100 «AL betrug, auf 70 «AL gesunken I fei.

Der Nachtraesxtaf wird darauf im ganzen gegen die I Stimmen dsr Unabhängigen und Kommunisten ange- I n d m m e n.

Donnerstag: Kleine Vorlagen.

80 bis 100 Milliarden.

S8ir müssen uns an die Groschenwährung &'e erste Nutzanwendung aus der tsteueroebane, die am Mittwoch eingeleitet worden ist.

Reichskanzler, der zugleich Finanzminister ist, Eg (der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe) der Reichssteuer auf wenigstens 80 Milliarden steigern und denkt sogar 100 Milliarden zu «Jitlcn. Das ist eine entsetzliche Summe, wenn man sie mit den Steuerleistungen vor dem Kriege vergleicht. Wer es war sehr klug vom Finanzkanzler, daß er von vornherein diesem irreführenden Vergleich entgegentrat mit der gemeinverständlichen und einwandfreien Fest- ftellung, daß wir früher die Steuern inGoldmark bezahlt haben, jetzt aber in Papiermark zahlen, b. h. in Groschen. Denn die deutsche Mark ist im Wslonde nur noch 6 bis 7 Pfennige wert, und im In­lands kann sie zurzeit höchstens auf 10 Pf., also auf :*men ganzen Groschen bewertet werden. Angesichts Mer Geldentwertung kann man also von einer Steuer« Erhöhung eigentlich erst dann reden, wenn die Abgaben aus das Z e h n f a ch e gestiegen sind. Bis dahin blei­ben die Leistungen der Steuerzahler auf der gleichen Stufe, wie vor dem Kriege. Wenn einer sagt, er 1000 Mark Steuern zahlen gegen früher jlOO Mark, so darf er sich nicht beklagen und nicht ein- mal verwundern, denn die Reichskasse bekommt jetzt «in chm nur 1000 Groschen, das macht 100 Mark nach der alten Rechnung. Alles istteurer" geworden, d. h. wir muffen von dem entwerteten Geld durchschnitt- ksth zehnmal mehr Einheiten ausgeben, um dasselbe 8» erreichen, wie früher mit dem vollgiltigen Geld. Also kann die Steuerkasse auch wenigstens zehnmal so viel beanspruchen.

Es wäre ganz in der Ordnung, wenn wir die gegen­wärtige Mark aus den bescheidenen Namen Groschen umtauften. Das klingt scherzhaft, es steckt aber eine sehr ernste Wahrheit darin, die recht erzieherisch wirken '.kann. Darum möchten wir diese einleitenden Aus­führungen des Reichskanzlers kräftig unterstreichen und zur allgemeinen Erwägung stellen, für beide Ge- schlechter und für alle Alters- und Berufsklasien, auch ^ür diefenigen, die keine langen Reichstagsreden zu lesen pflegen. Wir muffen uns allzumal an die Ent­wertung des Geldes gewöhnen und in die Grofchen- rechnung finden, auch bei den Zahlungen an die Steuer» kaffen oder an die Setriebsfaffen des Reiches und des Staates. Solange die Abgaben und die Gebühren für Eisenbahn, Post oder sonstige DerkehrsnnftÄ nicht höher als auf dos Zehnfache der alten Sätze steigen, muß man gute Miene zum Spiel machen, und wenn man mit einer Papiermark hier und da noch weiter kommt, I wie früher mit einem Groschen, so darf man sich so­gar über die Preisermäßigung freuen.

Solche Erwägungen sind sehr heilsam, um die Verdrossenheit eiw.Uschränken, die sich bei jedem Zwange zu höheren Ausgaben einzunisten droht. Berger und Schimpferei helfen nicht. Man muß sich in die Verhältnisse fügen, die sich mit elementarer Kraft gebildet haben. Die Niederlage im Kriege hat unser Markstück in Groschen verwandelt, und daran läßt sich vorläufig nichts ändern.

Wer ist schuld an dem Kriege und an der Nieder» fage und an den furchtbaren Nachwirkungen? Darüber läßt sich viel saaen und streiten, aber solche Debatten haben dieselbe Wirkung, wie das Gerede über das Wetter, nämlich gar keine. Man farm nur mit voller Sicherheit feststellen: die gegenwärtige Re­gierung ist unschuldig an den Nebeln, unter denen wir seufzen, wenn die alte Redensart wieder in Schwung kommt: die Regierung preßt uns das Steuer* Seid ab. Wir zahlen nicht an dieregierenden" Män- ,wer, sondern an das Reich, und das Reich ist kein frem« de» Ding, sondern nichts anderes, wie die Gesamtheit aller Deutschen. Man mag sonst über die demokratische Verfassung denken, wie man will: sie hat wenigstens das eine Gute, daß sie jedem Bürger die Gewißheit gibt, er zahle oder arbeite nicht nn Dienste irgend eines I Gewalthabers, sondern alles, was er leistet, sei ein I Opfer auf dem Altar des Vaterlandes, zum (gemein« wohl unseres ganzen Volkes, lieber die Steuersätze und über die Derw-ndung unserer Steuergroschen ent­scheidet niemand am-eres als die Volksvertretung, die wir selber tm freieste,. Wahlrecht gewählt haben und I «n nächster Frist wieder neu wählen können.

Die Steuerscheu müffen wir Lberw-nden, weil . ? ^^uerzohlen eine absolute Notwendigkeit und in« folgebeffen eine Pflicht ist. Falsche Angaben zum ?er Steuerhinterziehung sind weder mit der rrJ«1* anständigen Menschen noch mH der

christlichen Sittlichkeit zu vereinigen. Mit Recht hat die Regierung in ihr Steuerprogramm auch d'e Auf- fpürung und Heranziehung der Drücke­berger ausgenommen.

Wir fei)en ferner dos eifrige Bestreben der Re- I gierung und der Volksvertreter, die unverme'dl'rben Steuerlasten nach allen wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten zu Pertelen, daß diejenigen stärker her- I angezogen werden, deren Besitz und Einkommen unter I der Geldentwertung ni ch t gelitten haben, während die Leute geschont werden sollen, bei' denen sich die Mark wirklich in einen Groschen verwandelt hat. I Also fügen wir uns in dos Unvermeidliche und trösten uns in dem Bewußisein, daß wir mit vereinten Kräften noch imstande sind, die 80 oder 100 Milliarden auf« «bringen.

Aus GLerschlesien.

Tie interalliierte Kommission bat infolge der Vorgänge, öte sich in Beuchen abge hielt haben, be« ersten Bürgermeister von Beuthen Dr. Stephan ausgewiesen.

Ter Abtransport des Selbstschutzes au» Drieg verlief ruhig. Zwischenfälle sind nicht borge- kommen. Man rechnet mit einem neuen Auf. stand der Polen. Wie aus Falkenberg gemeldet wirv. ist auch doit der Abtransport bejim Durch« matsch der Selbstichutzformationen glatt verlaufen.

Gemäß den gelt offenen Vereinbarungen verließ der deutsche Selbstschutz am 5. Juli da» ganz« oberichlesiiche Abstimmungsgebiet und wurde auf Eeseh^des Führers, Generalleutnant Höfer, auf«

Ministerreisen Ins oberschleflsche Gebiet. " "

Reichskanzler Dr. W i r t h und der preußische Md nister des Innern Domiracus werden voraussichtlich heute nach Breslau fahren. Den Blättern zusestge werden die beiden Minister dort mit den Behörden und den Führern der politischen Parteien Besprechungen abhalten. In seiner für greitag angekündigten Rede in der Breslauer Jahrhundert Halle werde sich der Renchs- kanzler über die großen politischen Fragen, besonders über Oberfchlefien, verbreiten. Es fei nicht ausgefchlos- sen, daß sich auch der preußische Ministerpräsidmt Stegerwaldander Ministerreise beteiligen werde.

Materials nut sich zu bringen pflest. U. a. wurden er. ieott t daS Gesetz über das deutsch-belgische Ab.'ommen und fine Novelle zum Reichsbeamten csctz, au> erden, der Gesetzentwurf, ter die im Handelsgesetzbuch und in der Gewerbeordnung vorgesehenen Gehöfts,grenzen bei den Kündigungsfristen und dein Wettbewerbsverbot y ent pichend der Geldeniwertnn, erhöben will.

Ein- Vortage über Beomtenvertretungen wird in der etiten Beratung an den sozialpotitiichen Ausschuß uberwresen. Der Entwurf über die andermeite ^est- setzung der Leistungen und der Beiträge in der Fnva. Iltenverstcherung wird in zweiter und dritter Lesung genehmigt Die vorliegenden Abänderungsanträge wer. den abgeichnt, der schon mit, cteilte AuS'chutzaritrag | angenommen. Angenommen wurde ein Antrag Eike. In8 (Dem.) wonach als Beitragswochen der Lohnklaffe

.Een Wochen angerechnet werden, in denen der Berstcherte tn MobilmachungS. oder Kriegszeiten zur Erfüllung der Wehrpflicht etnoego icn oewefen ist oder steiwlllig militärische Dienstleistungen verrichtet hat.

I rc . zweiter und dritter Lesung findet Annahme der Entwurf über d,e Gebühren der Rechtanwälte

I Hr.° tchtSvollzicher, dergleichen in zweiter

Le,ung der Gesetzentwurf bett. Wochenhilfe und

I ^towensursorge nach den RuSschußanttägen.

Nunmehr folgt die Abstimmung über das Miß. trauens Votum d,S Abg. Adolf Hoffmann (Kom.s | «egen den NeichSiustizminister in der Angelegenheit b. I 5c*goto. Der Antrag fällt gegen die Stimmen der Unab- | hanginen und Kommunisten.

Eine unerhebliche Debatte knüpft sich an daS Gesetz I über die Gewährung von Beihilfen an Rentenempfänger au» der Angestelltenversicherung, der Entwuif wird an. | genommen.

Der Bericht des 14. AuSschuffeS (BebölkerungS- | Politik), der beim Wiederzusammentiitt des Reichstages einen Gesetzentwurf gegen den Alkodolmitz. | drauch borsieht, wird unterbrochen, um nunmehr dem I Reicbskanzler Dr. Wirth in der dritten Beratung des Nachtrags zum Reichshaushaltsplan Gelegenheit zu I feiner großen Cteuerrede zu geben.

Die Aufzählung der ueum Steuern.

I Reichskanzler Dr. Mrth rollt in großen Züoen | das künftige Steuerprogramm der Regierung bor dem aufmerksamen Hause wie einen bunten mit unzähligen | Zahlen bedeckten Bogen ab. ES müffen zur Erfüllung | oller unsererVerpflichtungenneueEinnahmeguellen erschlaffen werden und zwar muß neben die direkte

I auch die indirekte Besteuerung treten und unter I gleichzeitiger Verstärkung der direkten Besteuerung ein | gewisses Gl eich, gewicht zwischen beiden Be« I steuer un g3 a r ten heraestellt werden.

I Zunächstmüssen die Erträge auS der Einkommen- I st c u er möglichst hohe werden und zwar durch beffere I technische Ausgestaltung, eintreten muß weiter eine

Veredelung des ReichsnotopferS; eine Kraft- fahrzeugsteuer, Zuckersteuer, Tabaksteuer, I 'Branntwein- und Süßstofsinonopole sind neue | SinnabmeonelTen.

Durch die Geldentwertung sind die Besitzer von I Realoermögen bei weitem nicht so mitgenommen I worden wie die, deren Geld In Papier feftliegt. Des. I hold soll durch eine periodisch wiederkehrende Seron» | laguna zum Reichsnotopfer ein Ausgleich geschaffen wer­den. Körperschaften und nomntliche Erwerbs, gefellschasten sollen ebenfalls nochmals herange» I zogen werden, doch sollen ihnen, wie auch besonders kinderreichen Familien, Berücksichtigungen und Erleichie- mngen zugestanden werden. Es besteht die Hoffnung, I daß diese Abgaben 78 Milliarden im Jahre erbringen. I Außerdem soll eine neue Erfassung des Ver. mögenszuwachses feit 1919 erfolgen. Den Haupterfolg aber soll die Verbesserung der Steuerveranlagungstechnik bringen.

Insgesamt muß mit einem Gesamtsteuereingang von I rimb 80 Milliarden gerechnet morden, der in diesem er» j sten Jahre sogar bis ans 100 Milliarde-- kommen dürfte.

Sodann geht der Kanzler auf die Frage der Koh- I l e n st e u e r näher ein und streift die Frage des Kohlen. Handelsmonopols.

Aus den indirekten Steuern sollen 38% M lliard<m ! TOarf einkommen: dies entspricht einer Höhe von 46 ^ro3- dieser Steuern fleaenüber 54 Proz. der direkten Steuern. Der Kanzler hebt selbst hervor, daß dies nur 1 Üooße Umriffe sind, lieber die Einzelheiten, kann erst ! spater Auskunft c-egeben werden. Die Sache des Par- lament, und des JBoffes fei es, die Voraussetzung für ««,1 . un9aIIcr Wün'che zu schaffen, aber auch die Alliierten muffen den Willen haben, unserer Wirffchaft die Freiheit wiederzugeben und die Sanktionen aufzu- heben. |

v. E'ooucher, zur Erfüllung unferer Verpflichtungen die völlige Wtrtschaftssteiheit und vor allem das g a n ze und ungeteilte Oberschlesien.

Eine ErklSrrmp des Zentrums.

Abg. Trlmborn /Ztr.): Wir sind dem Reichskanzler , außerordentlich dm-kbor für seine Mitteilungen über die Sleuerpläne der Regierung. W'- stimmen den Aussüh. runaen, mit denen er feine Mitteilungen soeben ge­schloffen hat, bu-rfiaiis zu. die auf das B-rderbliche und Unsinnige der ©anftfonen und unfere M'ßhandlungen in Oberschl^-sien hinwiefen. Wir sind der Meinung, daß mir zu diefen Steuerplänen he-'te noch keine Stellung nehmen können. Wir müffen abwar- ten. bis die Einzelgesetze vorNegen, eine Stellungnahme vorher erichcint uns nnmönlsch, ein» Debatte nnrweck. w-ßig. Von der Gefchäststage des Hanfes will ich rar nicht reden. Lediglich fachliche (B-ünbe sind für uns maßgebend. Ich bin van mrinen Frevnd-n beauftragt, I in hiff-m Stadium mich auf diefe Erklärung zu be­schränken. I

Dr. Helsferich löst Lärm aus. I

Wie sehr der Zentrumsführer Recht hat von einer Stellungnahme vorerst abgufehen, beweisen die Ausfüh- I rungen des nächsten Redners, des deutscstnattonalen Abg. I Dr. Helsferich. Seine proooz'erend« Art reizt die Linke. Minutenlanger Lärm läßt ihn nicht zu Worte kommen, alle feint Versuche scheitern zunächst an dem Tosen der Linksparteien. Präsident B-ll versucht Ruhe zu schaffen. Es gelingt ihm auf den ersten I Anhieb nicht. Die Linke fordert, daß Helfferich nicht i netter fvreche. Sie brüllt leben Versuch des R-dners, in ! feinen Ausführungen fortzufahren, nieder. Wenn die ; Stenerdebatten in diesem Geist auch in Zukunft weiter geführt werden sollen, dann fragt man sich veroehf'ch, ' wi- das schwer- Werk gelingen soll. Endlich kann Herr j Helsferich zu Worte kommen. Er setzt sofort mit rein '

Geftliche Uriegrschauplatze.

Englische Beunruhigung über die Lage In Sonstanlinopek.

Aus den milerbrochcnen Schiffsbewegungvn Ow Malta nach dem Orient zieht man den Schluß baß die Lage in Konstantinopel und Umge­bung eine gewisse Beunruhigung einslöße. Man wist wissen, daß die britischen Inlrressen im nahen und mittleren Orient die Anwesenheit der britischen Flotte in diesen GewLflem noiwendig erscheinen lasten. Die gesamte Mittelmeerflotte, mit Ausnahme von fünf Schiffen b.s dritten Geschwaders, fei unter- wsgs, um sich in Konstantinopel oder In der Nähe dieses Hafens $u sammeln.

Die Lage in Oslstbirien.

Aus Tokio wird ossiztell gemeldct, daß die j a p a - nischen Truppen in Rikoljewsk in Ostsibirien von Bolschewisten überfallen wurden, ffis kam zu heftigen Kämpfen. Die Bolschewisten be- fttzten di« Siadt Ochoisk. Einem Telegramm aus Moskau zufolge wurde Brussilow zum Oberbefehls­haber der gesamten Sowietteuppen ernannt. Drussi- low hit in einem 5)ecresbesehl die gesamte Arms? zur Verteidigung des Vaterlandes aufgerufen. Das Sow- j'theer wird auf 500 000 Mann (Elitetruppen veran­schlagt.

Fuldaer Zeitung

_________________Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Skadk Fulda.

Das von dem ReichsfinanMinisters Dr. Wirih gestern entwickelte Stcuerprogramm wird von deutschnationalen Presse kategorisch unerfüllbar abgelehnt. DieT^utsche gemein,.' Zeitung" sagt, daß vorläufig niemand . Gewähr dafür gebe, ob di« Größenverhältniffe des Finanzplcmes richtig gewählt und die tragenden Flä­chen auch leistungsfähig sein werden. 3n jedem Falle w:rde die Bitte des Reichskanzlers an alle Kreise des Volkes, an der großen Aufgabe in objek­tiver Weife mitzuarbeiten, unterstützt werden müsten.

Auch dieGermania" hält eine wirkliche

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