Am die kathol. Schule in -er Diaspora.
Li« Rus der kathol. Lehrer und Lehrerinnen ' Die Rot der Diaspora ist groß. Das ist der SBe<fcuf imserer Hochwürdigsten Bischöfe. Mit beredten Dorten wenden sich diese an uns katholische Lehrer und Lehre» rinnen und bitten uns herzlichst, in engster Fühlung, «ahme mit ihnen und ihrem Klerus die Notstände der Diaspora zu beheben. Es fehlt an Kirchen, es fehlt an Seelsorgern. Dor allem aber sind es die katholischen Kinderheim« und di« katholischen Schulen in der Dia». goto, bfe unserer ganz besonderen Pflege bedürfen.
162 Kinderheime besitzt der Bonifatiurvereiu und hütet hierin den Schatz kostbarer» Kinderseelen. Schon vor dem Kriege kämpfte ein Drittel dieser Anstalten mit «drückenden Schulden. Heute aber weiß mehr als N« Hälfte sich nicht üb« Dosier zu halten. Denken wir doch stet» daran: Es sind Kind«, unschuldige Kinder, die hi« gesichert sind vor leiblich« Rot und reli. giöser Gefährdung. >
Mit Recht bringen heute di« Zeitungen und Zeit, fchriften lange Artikel üb« die »Kind« in Hot*. Al» Katholiken wollen wir dabei auch der Kleinen in der Diaspora gedenken; denn bei den »meist armen schsim» poralintern" macht sich die Teuerung mit chren schlim. men Folgen für die körp«liche Entwicklung ganz besonder, bemerkbar. Die bestehenden 162 Kinderheime sind ab« nicht ausreichend, dieser Rot abzuhelfen. Tau. send« katholisch« Kind« gehen uns jährlich verloren, B*«U sie nicht von d« warmh«zigen Liebe der katholi- schen Karitas erfaßt werden können. Deshalb müsien tarn« mehr dies« segenspendenden Anstalten «stehen.
Richt minder groß ist aber auch die religiöse Gefahr, düng her Diasporakinder. Statistisch nachweisbar gehen in Deutschland jährlich 40 000 unschuldige Kinderseelen unserm heiligen Glauben verloren. Ist das nicht eine entsetzlich hohe Zahl? Soll das so bleiben?
Rein, und ob«mals nein! Dir haben ein Mittel in d« Hand, die Tränen, die btt bittere Hunger und die harte Kälte diesen unglücklichen Kindern aurpresien, zu trocknen und diese Ebenbild« Gotte» aus den Fang, armen des Un. und Irrglaubens zu retten! Das ist die Unterstützung des Bontfatiu»verein». Wohlan, »«eint wollen wir zusammenstehen in Nord und Süd, in West und Ost, und alle ohne Ausnahme in uns««n Klassen den Schutzengeloerein einführen.
In der deutschen Diaspora gibt «• etwa 100 katho. tische Prioatschulen mit über 200 Lehrkräften. Diese er- fasten nur «inen ganz geringen Teil d« katholischen Kin. der. In Preußen sind mehr al» 10 Proz. all« katholi» scheu Schulkind« auf nichtkatholsiche Schulen angewie. sen. In Braunschweig besuchen etwa 40 Proz., i» Sach. sen.Altenburg etwa 60 Proz., in Mecklenburg sogar 90,6 Prozent all« katholischen Kinder protestantische Schule«. Denken wir an uns«e stellenlosen Kolleginnen und Kol- legen! Das ist sich«: Wir würde« unter der katholischen Lehrerschaft das Stell:»'is-nprot-lem nicht zu lösen ha. ben, wäre genügend Geld vorhanden, in d« Diaspora überall dort, wo es not tut, katholische Schulen zu er» richten. Mit Recht wurde auf d« Btttreterversamm. lang de« Westfälischen Provinzialo«ein» de» Katholi. scheu L«hrerverband«s in Hamm am 16. Roo. 1920 die Unterstützung der Diasporaschulen al» Stande», frage erklärt. Unterstützen wir deshalb den Lonisa. tiusvttein in seinen Röten, und wir leisten praktische Arbeit für unsere katholische Iunglehrerschoft.
Di« bestehenden katholischen Prioatschulen stehen ab« heut« leibet vielfach vor ber Gefahr der Auflösung. Rach Artikel 147 d« Reichsoerfassung müssen die Lehr- kräste an diesen Schulen in ihr« rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung den Lehrpersonen an den öffent» sichen Schulen gleichgestellt sein. Das finden wir natür. sich felbstverständlich, ab« d« Bonifatiusvttein hat nicht die vttfügbaren Geld«, um diese Forderungen in die Wirklichkeit umzusetzen. Die kachosischen Privat, schulen erfordern heute mit Gehältern, Mietrentschädt» jung, Echulnnterhaltung usw. jährlich 4—5 Millionen Mark. Wohl sind die Einnahmen heg Bonifattusverein, in ben letzten Jahren gestiegen, trotzdem reichen die Mit. tel bei weitem nicht aus, daß ber Verein seinen großen und erhabenen Aufgaben voll und ganz gerecht w«den kam. |
Vertrauensvoll wenden sich nun unsere Oberhirten ei uns. mitzuhelfen an d«r Rettung des katholischen Slaubensgutes in der Diaspora. Zeigen wir un» dieses Vertrauens würdig! Sammeln wir monatlich wenig, stens 5 Pfg. von jedem Schulkinde zum besten des Boni, fattusvereins, und wir sichern de» katholischen Diaspora»
M,5,.
Dirn-tag, 5. Juli 192L
- Fuldaer Heilung r-Z* Druck der Fuldaer Aetieudrnckerei itt Fulda
kindern einen katholischen Unterricht, «halten die katho. lischen Privatschulen und beschützen unsere Kolleginnen und Kollegen an diesen Schulen vor wirtschaftlich« Rot.
Di« Einführung des Gdju6«ngtl8
nach dem Wunsche unser« Hochwürdigsten Bischöfe nun in Verbindung mit dem Kindheit»2esu.D«ein «folgen, so daß monatlich neben den 5 Pfg- für diesen Verein in Zukunft auch 5 Pfg. für den Bonifatiusvttem ge. sammelt werden. Diese für beide Dererne gesammelten Geld« in Höhe von 10 Pfg. sollen gemäß den Richt, finien zwischen KtndheitHesu-Derein und Bonifatius, verein nach Aachen gesandt werden an das Postscheck, konto Köln Rr. 6835 des Herrn Kaufmanns Sloys Oll« in Aachen (Karlshaus). Aachen wird hinwiederum unter Zugrundelegung btt Quittungen bie Hälfte b« eingegangenen regelmäßigen Beiträge nach Paderborn, dem Sitz des Bonifatiusoereins, weiterleiten. Sind durch Verkauf von Abreißkärtchen ob« sonstwie Ueber- schlisse für ben Bonifatiusverern vorhanden, so empfiehlt es sich, diese Gelber sofort nach Paderborn an ben »Bonifatius-Sammelverein in Paderborn, Postscheckkonto Köln Rr. 42 315" zu senden.
Zum Schluß weisen wir noch hin auf die bekannten Sammelartikel des Bonifafiusoereins, wi« Blei, Zinn, Staniol, Silberpapi« usw. Vornehmlich sind es heute unbeschädigte Briefmarken und das jetzt überall oorkommende Kriegsnotgelb. In Mengen gesammelt, wachsen diese Gegenstände zu einem Kapital an. Die Gaben find zu senden an den „G eneralvorstanb des Bonifatiusoereins zu Paderborn". Neben der Geldfammlung können wir auch hiermit den Bonifafiusverein unterstützen.
So stehe jed« auf seinem Platze und unterstütz« den Bonifatiusvttein nach all seinen Kräften! Wir leiten auf diese Weise unsere Schulkind« an, echt christliche Nächstenliebe zu üben, und retten so die armen, dahin, siechenden Diasporakinder vor körperlich« und geistiger Derelendung.
Auf zur Tall
Im Hamen des Katholischen Lehrerverbaudes des Deutschen Reiches:
A. Rheinland er »Hagen. 1. Vorsitz., A. Weber- Bochum, Geschäftsführer, H. F i n g e«»Paderborn, Obmann für Diasporaschulen.
Im Namen des Vereins kathol. deutscher Lehrerinnen: M. Schmitz, Berlin, 1. Vorsitz, M. Sander.Lhale i. Harz, Vorsitzende des MissionSauSschuffeS, A. Vogt, Thale i. Harz, Vorsitz, des BezirtSvereinS DraSpora.
Kus -em Nachbargebiet.
•n«. Steinbach, (Str. Hünfeld). Am Feste P«t«r und Paul fand hi« eine besonders von Männern sehr gut besuchte D o lksv er ein »v ers ammlung statt. S)m Kaplan Himmelmann-Hünseld schildert« ben Dolksverein als sozialen und katholischen Verein und ermunterte seine Zuhörer, das Beispiel ber Apostel, fürsten, deren Tätigkeit und apostolischen Eifer « be. sonders hervorhob, nachzuahmeg und in dies« «nsten Zeit al» Laienapostel zu wirken. Herr D o l k s v e r» einssekretär Fran k-Fulda sprach üb« den ver. lorenen Krieg, den »Friedensvertrag" von Versailles und feine Folgen für uns« deutsche« Vaterland. Die von Uebertreibung freie Schilderung d« Folgen des Schandwerks von Dttfaille» löst« eine tief» ernste Stimmung in der Versammlung aus, sodaß die weiteren Ausführungen des Redner», die Mittel und Wege geigten, wie bie einzelnen Stände an b« Linde, rung d« Not und des Elends unseres Volkes und Bat«, landes Mitwirken könnten, auf fruchtbaren Boden fielen. S)ttt Pfarrer B erm ofer faßte in feinem Schluß, wort den Inhalt der beiden Rede» kurz zusammen und legte seinen Pfarrkindern das treue Festhalten am be. währte« Dolksverein noch einmal besonders ans Herz. Die von gemeinschaftlichen Liedern und Vorträgen de» Gesangvereins umrahmte, bestens verlaufene Dersamm« lung brachte dem Dolksverein einen Zuwachs von 11 Mitgliedern. •
A Lauterbach. Die von Oberpfarrer Knodt- Schlitz herausgegebenen und seit fahren hier erschei» nenden „Geschichtsblätter für den KreiS Lauterbach" waren infolge der Zeitverhältnisse in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wodurch ihr weiteres Erscheinen in Frage gestellt wurde. Nun bat Graf Wilhelm von Schlitz 2000 Mik. gestiftet, um das weitere Erscheinen der Blätter zu ermög- lichen.
mc. Frankfurt a. M. Die Eisenbahnbirektion Frankfurt a. M. macht bekannt, datz infolge Unvor
sichtigkeit in ben letzten Wochen 18 Eisenbahnbeamte ihr Leben einaebützt haben; davon seien 8 beim Ueber- schreiten der Geleise von heranbrausenden Zügen getötet worden.
fpd. Frankfurt e. M. Mit Zustimmung deS Magistrats hat das Polizeipräsidium eine Verordnung «lasten, die eine ganz wesentliche Ber- schärfung der Fremde nkon tro lle rn den hiesigen Gasthäusern und Pensionen bedeutet. Die Gastgeber sind danach verpflichtet, jeden Fremden ber bis nachts 12 Uhr eintrifft, noch sofort der zu- ständigen Polireistelle unter Vorlegung des von dem Reisenden selbst auSgefüllten Anmeldescheines zu melden. Wer zwischen 12 Uhr nachts und morgens 6 Uhr eintrifft, muß bis 7 Uhr früh gemeldet sein. Die neue Verordnung tritt sofort in Kraft.
fpd. Mellrichstadt. Bei der zufälligen Aufhebung ein« Grabplatte in der Kirche zu Mühlfeld fand man ben Zugang zu einem Gewölbe, in dem sich 27 Särge mit den wohlerhaltenen Leichnamen der in den Jahren 1715—1776 verstorbenen Mitglieder der Familie Wolzogen vorfanden, die vor etwa 100 Jahren auSaestorben ist.
X Aus Franken. Am 17. 3uti findet inWols » rams-Es chenbach die 7. Jahrhundert-Feier des Todes Wolframs von Eschenbach statt. Der Festtag wird mit einem feierlichen Gottesdienst im altehrwürdigen Liebfrauen-Münster eingeleitet, wo der große ParcivÄ-Sänger seine letzte Ruhe gefunden hat. Daran schlteßt sich ein großer historischer Festzug, dem die Idee zugrunde liegt: Wolfram kehrt nach dem Sängerkrieg auf der Wartburg sieggekrönt in seine Heimat zurück. Rach der Mittagspause folgt im Liebfrauen-Münster ein historisches Kirchenkonzert. — In Brückenau feierte der kath. Gesellenverein, ber älteste Verein der Stadt, fein 60. Stiftungsfest. — Der I Streit um die Linienführung der Groß-Schiffahrts- Straße Rhein»Main»Donau hat einen fchwe- ren Riß in den bayerischen Kanalverein gebracht. Da eine Einigung nicht möglich war, haben bie Kantate Vereinssektionen Bamberg, Regensburg und Würzburg geschloffen ihren Austtitt aus dem bayerischen Kanal- oerein erklärt. Die Sektion Schweinfurt ist dem Beispiel gefolgt
Amtliche Anzeigen.
Bekanntmachung.
Ich weise darauf hin, daß Ankräge aus Gestattung von haussammkunge« für das Jahr 1922 mit dem vorgeschriebenen Kollektenorganisationsplan spätestens zum 1. August d. I». mir einzureichen sind. Bei Kollekten, die sich über den hiesigen Bezirk hinaus auf den Re- gierungsbezirk Wiesbaden erstrecken solben, such für jeden Bezirk getrennte Anträge einzureichen.
Anträge, die nach dem 1. August d. 3s. eingehm, können nur dann Berücksichttgung finden, wenn die Kollekten zur Beseitigung eines Notstandes dienen sollen und die Anträge nicht vorher eingemicht werden konnten.
Kassel, den 14. 3uni 1921.
ver Regierungspräsident.
3. 33.: gez. Hcmsleuttrer.
Wird veröffentlicht.
Fvlda, den 28. Suni 1921.
Der L Laudrat. 3. 53.: Schuster.
Bekanntmachung.
Aus Grund des 8 1 des Gesetzes zur Durchführung der Artikel 177-178 des Friedensvertrages vom 22. März 1921 werden in Verfolg der Annahme des Ultimatums der Alliittten-Reyierungen vom 5. Mai 1921 hiermit die Organisationen Escherich innerhalb de» Deutschen Reichs für aufgelöst erklärt.
Personen, die sich an einer der aufgelöftrn Organi- schirmen als Mitglieder beteiligen, werden mit Geldstrafe bis zu fünfzigtaufend Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder mit Festung zu gleicher Dauer bestraft.
Berlin, den 24. 3>mi 1921.
Die Reichsregierung, gez. Dr. Wirth.
Wird veröffentlicht.
Fulda, den 2. Juli 1921.
Der k. Landrat. Frhr. v. Gagern.
Bekanntmachung. •
Am Montag, ben 11. Juli b. 2s , nachmittags 3‘A Uhr. finbct in Fulda auf bem Dtehmorktplatz — in ber Nähe ber evangel. Kirche — ein Zirgeulammttmarkl in Verbindung mit einer Prämierung von männlichen und weiblichen Ziegenlämmern, sowie von alten bereits zur Zucht verwandten Böcken statt.
Zugeloffen zur Prämiierung für die Klaffen Bock, kämm« und weibliche Lämmer sind nur Tiree. von denen b« Abstammungsnachweis beigebracht werden kann.
Unter ber Voraussetzung, daß wirklich gutes Zucht- material mit Abstammungsnachweis vorhanden ist, fallen die Prämiien wie folgt vergeben werden:
Docklömmer: '
2 erste Preise zu 40 Mk. = 80 Mk., 2 zweite Preise zu 30 Mk. — 60 Mk., 2 dritte Preise zu 20 Mk. — 40 Mk., 4 vierte Preis« zu 16 Mk — 80 Mk., 6 fünfte Preise zu 10 Mk. — 60 Mk. Zusammen 320 Mk.
Ziegenlämmer:
5 erste Preise zu 20 Mk. --- 100 Mk., 5 zweite Preise zu 16 Mk. --- 80 Mk., 5 dritte Preise zu 12 Mk. =■ 60 Mk., 10 vierte Preise zu 10 Mk. -- 100 M?.. 10 fünfte Preise zu 6 Mk. --- 60 Mk. Zusammen 400 Mk.
Alle Böcke:
2 erste Preise zu 40 Mk. = 80 Mk., 2 zweite Preise zu 30 Mk. = 60 Mk., 3 dritte Preise zu 20 Mk. -- 60 Mk. Zusammen 200 Mk.
Die Prämiien sind zur Hälfte von d« Landwirt» schaftskammer Kaffel und zur Hälfte von bem Krei, Fulda zur Verfügung gestellt worden.
Fulda, den 2. Suli 1921.
v« Vorsitzende be» Sreisausschnffes: Frhr. v. Gagern.
Der Herr Regierungspräsident zu Kaffel hat für die Souuncrmonate, d. h. bis zum 15. Oktober 1921 die Mrtfchaflsfchluhftunte allgemein für den Regis rangsbezirk Kassel ans 11 Uhr seftgeprtzl.
3n einzelnen, wirklich dringenden Zöllen kann die Polizeistunde von mir ausnahmsweise bis 11% Uhr verlängert werde».
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher er» suche ich für strenge Einhaltung ter Polizeistunde Sorge zu tragen.
Fulda, den 28. Sunt 1921.
Der L Laudrat. 3. B.: Schuster.
Der Kreisausfchuß hat bestimmungsgemäß vorn 21. Zull bis 1. September d. 3s. Ferien, d. h. wäh- rend dieser Zett können Termine zu mündlichen Ber- handlungen nur in eiligen Sachen abgehalten werden. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.
F u l b a, ben 27. Suni 1921.
Der Vorsitzende des Sreisausschuffts.
Frhr. v. Gagern.
Trotz mehrfacher Bekanntmachung in Tages- und Fachzeitschriften mußte im vorigen 3ahre noch eine große Anzahl von Tabakpflanzen wegen Nichtanmel- düng ihrer bebauten Tabakflächen zur Anzeige gebracht werden. Ich ersuche daher, do, wo Tabakpflanzungen in Frage kommen, die Herren Dürgermeifdw und Gutevorsteher, bei den Tabakpflanzern dmch geeignete Maßnahmen dahin zu wirken, daß sämttiche Tabakpflanzungen rechtzeitig, spälestrns bi» zum 15. Juli an der zuständigen Zollstelle angemeldet werden. Zur Erleichterung der Sache ist es empfehlenswert, daß die Ortsvcrsteher den Bedarf an Vordrucken zu Anmeldungen eines Crtes bei der zuständigen Hebestelle im gan» aanfordern, an die Pflanzer verteilen, und nach et« er Ausfüllung durch die Pflanzer sammeln und $» sammen der zuständigen Zollstelle zurücksenden.
Fulda, den 28 3um 1921.
Der t Landrat. 3. 53.: Schuster.
Nachdem unter dem. Viehbestände des Hermann Schlag in Büchenberg die Maul- und Klauenfeuch, ausgebrochen ist, finden die Bestimmungen meinei viehfeuchenpolizeilichrn Anordnung vom 27. Mai d. 3 — Fuldaer Zeitung Rr. 122 — auf dieses Gchöst sinn gemäße Anwendung.
Fulda, den 1. Sufi 1921.
Der t Canbrat Frhr. v. Gagern.
Arbeitsordnungen
für Fabrikbetriebe werden schnellstens herg-esteflt von der
Fuldaer Actiendruckereä»
Kleines Feuilleton.
— Vas eigensinnige Sind. Alle Eltern wiffen, em» ein eigensinniges Kind ist, denn gerade solche Kinder sind der Typus unserer Zeit. Wer auch das Produkt unserer Zett! Wie wird doch heutzutage im großen, allgemeinen die Erziehung gehandhabt! Di« Slutter ist entweder zu nervös, zu schwach, um Riche zu frtben, gibt sie dem Drängen und Wünschen ihre» Kindes nach, ohne zu prüfen, ob's gut oder nachteilig «st. Oder die Mutter hat allzuviel gefellschafüiche 33er» pflichtemgen. Oder sie muß mUerwerben, ober aus purer Langeweile ist die Erziehung ihr lästig, sie vertraut die Kinder den Domestiken an. Ach, auf wiemele Weise werden eigensinnige Kircher gezogen patt erzogen! Es gibt auch Ellern, die stolz such, wenn Ihr Kind in seinem Eigensinn vermeintlich einen starken Willen offenbart, dem alles untertan sein muß. du spät «leben sie dann, welche verkehrte Wege ber Sklobte Eigenwille einschlägt, wie « den heramvach- senden Menschen unbeliebt macht, wie er ihn aller Derminst und Dorsicht beraubt, und daher, wenn auch nicht imm« ins Unglück, so doch sicher in mehr oder weniger unglückliche Tage führt! Sorgt, ihr Eltern, dich eure Kind« nicht eigensinnig werden! Die Kindbett, die 3ugenb ist unbedingt die Zett des Gehorchens. Dazu gehört Autorität und Liebe. Sie erste vertrete^ der Vater, die andere die Mutter, vorhanden sein muffen ater beide bei beiden! Die Eltern feien gemeinsam die Autorität zugleich trat ter Liebe, nur daß ter Vater den vollstreckenden Teil bild«, denn nötigenfalls darf es auch nicht an Zwang und Gewalt fehlen! Röchst tem ist wichtig: die Konsequenz! Erst prüfe, dann gestatte oder verbiete! Das Gestatten ist unendlich schöner, aber unendlich schwieriger al» das Verbieten, denn man muß die Snbroibuatität des Kindes stets in Betracht ziehen. Dem sonst Schüchternen wird man gern erlaubet, sich einmal «uszutoten, tem Dildfang wird man bedeuten. Maß zu halten. Hat man ater „nein" gesagt, bann beharre man dabei — »ach zwei», teei-, viermaliger (Erfahrung wird das Kind wiffen, daß es mit seinem Wollen nichts ausrichtet. Und zum Dritten: Man beginne schon beim Säugling, den Eigensinnstrieb nicht aufkommen zu lassen. Er keimt entsetzlich schnell und ist dann um so schwieriger auszurotten! mo.
— Tas Truthuhn. Dieie Geflügeigaltung stammt aus Nordamerika, wo sie i« de» Wälder» der Staate»
Kanada, Mexiko, Birginien und Pennsylvanien wild in Herden lebte. Die ersten Truthühner wurden im Jahre 1525 nach Spanien und nach England gebracht. Während man dieses mit den roten Wülsten am nackten Halse sonderbar ausgestattete, reizbare Ti« anfangs mit einer gewissen Scheu betrachtete, bildete es bereits in den nächsten Jahrzehnten den unumgänglichen Weihnachtsbraten auf den Tafeln der Aristokraten bxider Länder. 1557 war das Trnthühnergeschlecht bereits auch in Italien verbreitet, galt aber noch als Luxusartikel, wie auS einem Erlasse deS Magistrats von Venedig hervorgeht, der bestimmt, in welchen Familien der Truthahn auf die Tafel kommen dürfe. In Deutschland war die Auszucht um jene Zeit auch bereits stark verbreitet, aber ebenfalls nur mehr als Seltenheit. Erst nachdem man bie Ueberzeugung gewonnen hatte, daß feiner leichten Ernährung gegenüber ein namhafter Nutzen auS der großen Fleischproduktion gezogen werden kann, wurde er im großen, d. h. in ganzen Herden gezogen. Je nachdem die ersten Exemplare auS irgendeiner Reiseroute anlangten, wurde das Tier 'als indischer, welscher, türkischer, kalkutischer Hahn, Puter uiw. benannt. koS
— Als bie treueste Dienstbotin Deutschland» fft Fräu. lein Anna Berg« in Glottau bei Heilsbttg ermittelt worben. Sie steht heute im 87. Lebensjahr unb bient feit ihrem 15. Jahre, also jetzt bereits 72 Jahre in ein» unb derselben Familie, die inzwischen bis zur dritten Ge. neration herangewachsen ist. Schon zu ihrem 50. Juki» läum wurde sie von b« Kaiserin durch Verleihung eines goldenen Kreuzes geehrt. mo.
— Freie Bahn tem Tüchtigen! Ein einfacher, arm« Steinhauer in Mockmühl in Württemberg hatte eine Tochter Pauline. Diese besuchte die heimatliche Volksschule,, ging später als Dienstmädchen nach England, stiebte aber immer höher, studierte schließlich unb erwarb sich jüngst an der Universität Edinburg den mebi. zwischen Doktorgrad. Sie ist jetzt als Misstonsärzttn angestellt worden und geht als solche nach Ehina. mo.
— Lin Lob be» deutschen Soldaten vor 500 3obren. Tarim» war d« erste, der den germanischen Kriegern ungeteiltes Lob gespendet hat, und bas Lob hat sich wahrlich burch alle Zeiten bis auf den heutigen Tag als berechtigt erwiesen — trotz d« „Kriegsverbrecher"-Pro- zeffe in Leipzig. 3a, im Mittelalter war es sprichwört. lich; wie man dem ältesten deutschen Buch über Krieg», techmik entnehme» kann, da» im Jahr« 1405 imter tem
lateinischen Titel „D«llifortis" «schien unb den fränkischen Ingenieur Konrad Kais« von Eichstädt zum Der. fast« hat. Er sagt darin: „Rühmt sich Indien seiner Edelstein«, Arabien feines Goldes, Ungarn fein« schnellen Pferde, Frankreich seiner Vornehmheit und Freund- fichkeit, Italien seiner List, England seines Reichtums, so ist Deutschland wahrlich berühmt durch seinen ent. sckflossenen, starken unb tapferen Soldatenstand." Das tnjereflante Buch ist nur noch in einem einzigen Original vorhanden, unb zwar in der Götting« UniverfitStsbüche- rei, es wurde ab« 24mal abgeschrieben. Ein« solche Abschrift besitzt auch bas Hau» Krupp in Esten. Selt- fam« Weise beschäftigt sich b« Verfass« auch schon mit Festelballon», Schneeschuhen, Ponton», Hanbgranaten, Stinkbomben, sogar mit Revolverkanonen unb anderem modernen Äriegsgerät. Bezeichnend ist jedenfalls, wie schon vor 500 Jahren die Charaktereigenschaften einzel- n« Rationen bekannt waren und gebührend gekennzeichnet wurden. mo.
— ®ne cklkgenmmffche SfaM in Rußland. Nahe bei dem russischen Orte Ochozice, Kr. Petrikau, wurden mehrere Massengräber aufgeweckt, die Waffen, Kriegsgeräte, Schmuckfachen usw. aktgevmcmischen Ursprungs enthieüen, ferner in gemauerten Gruben Leichemirnen usw. Die Gräber find von gepflasterten Straßen umgeben, und man glaubt, daß in all« Zeit in feuer Gegend eine ausgedehnte germanische Niederlassung beswnden hat. mo.
— Priestermangel in den Miflionen. In bet Apostolischen Präfektur Obet-Cimbebasien (Westafrika) muß ei» einziger Priester für 40 000 Eingeborene hinreichen. Msgr, Reiling, der Apost. Präfekt, der schon 18 Jahre in Afrika wirkt und kürzlich in Europa weilte, konnte bei der Rückreise trotzdem nur einen einziaen Priester für sein Missionsgebiet mitnehmen. (Claver-Korrespondenz, Salzburg.)
— Eine tüchtige Landwirtin. In Texas in Amerika hat eine Frau, MS. Helen M. King, die feit 15 Jahren Witwe ist, sich vornehmlich der Rinderzucht gewidmet und ihr Unternehmen derart in die Höbe gebracht, datz die jetzt etwa 1 Million ecrel umfassende Farm einen Wert von 72 Millionen Mark repräsentiert. Die Leitung liegt ganz allein in ihren Händen, und daS sämtliche Personal besteht auS Frauen, da fie, wie sie sagt, »mit Männern nie fertig werden konnte*. Die weibliche» Angestellten find alles tteffliche Reiteriname, denen lebt Pferd au *üb K. **• . . >
= Ungewöhnliche Frauenberufe. Nach dem letzten Bericht des amerikanischen Statistischen Amtes gab eS in ben Bereinigten Staaten unter den 7 Millionen erwerbstätigen Frauen: 5 weibliche Lotten, 78 weibliche Ingenieure, 11 weibliche Brunnenbauer, 8 weibliche Dachdecker, 185 weibliche Schmiede ufw.
— In Minneapolis in den Vereinigten Staaten wurde mit einem Kapital von 1 Million Dollar eine DergwerkSgesellschaft gegründet, dessen ganzer AufsichtSrat nur a u 8 Frauen besteht. Auch einen weiblichen Bankdirekior besitzt die Stadt bereits.
— Vulkanische Feuerströme in Alaska . In einer Sitzung der amerikanischen Gesellschaft für wissenschaftlichen Fortschritt berichtete kürzlich Dr. Robert Gripps über einen Feuer ström in dem „Tal der zehntausend Dämpfe" in Alaska. Hier fand er die Spuren eines feurigen Ergusses, der, aus einer Erdspalte hervorbrechend, einen Strom geschmolzenen Sande« durch daS fruchtbare Tal tosen ließ und auf feinem Wege mehr als 24 Kilometer weit alles vernichtete. Aus Tausenden von Erdriffen stiegen glühende Dämpfe und Gase empor, und in den kleinen Löchern konnte man sich fein Essen kochen. Und daS war für die Expedition geradezu eine Lebenss.age, weil die feurige Flut alle Brennstoffe verzehrt hatte. Von den dampfenden Spalten ist es nur ein paar Schritte weit bis zu einem Gletscher. Unter diesen eigentümlichen Umständen hatten die Forschungsreisenden in ihren Zelten mühelose Dampf« beizung. Andrerseits erfreuten fie sich der schönste« Badegelegenheit. Ein Gletjcherabfluß speiste nämlich einen kristallklaren See, in dessen Mitte ein Dampfstrahl in die Höhe schoß, und so konnte man sich jede erwünschte Badetemperatur verschaffen. kos.
— Polhqala-Hutter. Aus der in Indo-China Wachsenden Polygala butyracea läßt sich ein Fettstoff gewinnen, dessen Aussehen demSchmalz ähnele Nach den in einem Laboratorium in Saigon gemachten Analyien enthalten die Körner der Polhgala 30,10®/« Fettstoff, der weiß ist und einen guten Geschmack hat. Er fängt bei 35« an zu schmelzen und schmilzt vollständig bei 52«. Die Hauptbestandteile sind Palmitin und Olein. Ein von einer Margarinefabrik im Haag angestellter Versuch ergab, datz baf Polhgala-Fett ht frischem Zustand bei der SDtarga rinefabrifation verwendet werden könnte. koS.