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Fuldaer Zeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Sladk Fulda. .

fir. 142

tieramrooultd) iur Oen .«oauioneUen Teil: Dr. Kramer, - für VU Anzeigen: I. Xsarxeiiet»8u:oa. :: KorartoneOrud u. Verlag der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda rernimediet Nr. * Teleqr.»tl6reie: Fuldaer Zeitung

Donnerstag, 23. Juni 1921.

Bezugspreis: lKonaili£ti3,0>) ält. ottnt ,‘$uiteUgebü6i. 3n <ju.Ou bei uns abgeholt 3.1b Nr. Anzeigenpreis: Die Kl ein,eile Co'onelmag) 60 pig„ u. 10" o Zuschlag, bte Sie Harne ,et le derthrrite' 1B0 OT(„ u. 10°-o Zuickiaa. 'Bel Wiederhol. Rabatt

48. Zahrg.

8ranzSsijche Hoffnungen. ।

Englisches Tlachgeben in der oberschlefnchen Staat 1

Brisnd sprach im Senatsausschutz für aus wör« tige Angelegenheiten. Bezüglich ter od»rschkstschen Fräs-.- erklärte er, trag die jüngsten Verhandlun­gen in Paris eine Annäherung der e n g l i» schen These an die französische erwarten lassen. Es scheine schon jeg: sicher, Laß der Dbetfte Rat sich nur über em norberg's einmü'-ges Abkommen entscheiden werde. In der Dttentfiage könne man eine gleiche Annäherung ins Auge fassen, bet auch die italienische Megierung zustimme.

Mm den deukscheu Selbstschutz.

Die in Oppeln und Oberplogau abgehaltemn Be­sprechungen zwischen dem Zwöllerausschnß, General Höfer und den nach Oberichksien entsandten Vertretern der Rega'nmgsparieien ergaben Ueberein« ftimmuny in allen Punkten. Die Vertreter der Re­gierungsparteien ertlcrten ihr volle« Einverständnis mit dem von Höfer gemachten Räumungsvor­schlag, in 6om sie die beste (Karamie zur baldigen r-ibungslosen Räumu.-q Oberschleiiens erbliuen. Wie die „Bost. Ztg." meldet, haben auch die Verhandlun­gen zwischen General Höfer und General Hennikrr über beit obrrschlesischen Röumrmp«plan «ästige Uebereinstimmung ergeben. Der englische Truppvnkommatldeur biirfte den vereinbarten Plan be­reit- mit den Mitgliedern der interalliierten Kom- «nijswn b.raien haben.

Wie die Polnischen Insurgenten hause».

Ein Augenzeuge berichiet über die Zerstörungen bet Aufständischen in dem Ort Kandrzin, dah daS Hotel Pohl bis auf das legte Eiinichlungsstück aus- geplündert wurde. Was die Insurgenten nicht mit» schleppen sonnten, wurde sinnlos v?,nichtet. In den Fremsenzimmern wurden die Deckbetten und Sofas mit Bajonetls u d Messern auf.ieichmtien. Die eingemachten Früchte wurden dazu verwendet, Tische, Wände und Bilder zu be chmieren. Sämtliche Spiegel wurden zerschlagen, em Klavier und ein Musik- Lpparat total zerirümmert. In einem Spielwaren­geschäft wurden sämiliche Waren zerschlagen. Im Hotel Pioske daS gleiche Bild wie tm Hotel Pohl. Kein Einrichtungsstück wurde heil gelassen.

Nach einer Meldung des,Berl. LokalanzeigerS^ stnd an der Stadtgrenze von Gleiwitz von Pol» nilchen Insurgenten zwei junge Deutsche er­mordet und mit Siegten furchtbar zugerichte» worden. I» Schönberg wurden die deutsche» Bewohner mit Gummiknüppeln tn der furch barsten Weite ge­martert. Nach einer weiteren Meldung des Blattes «tu» Gleiwly wurden bei der Beerdigung des reiöieten polnischen Stadtverordneten Mszohk sämtliche Stadt­verordneten gezwungen, durch eine von den Jnjur- gsnien gestellte Ebrenkowpante in voller Waffenaus« rntiung hindurchzumarschieren. Trotz des von den Franzosen erlaßenen Verbots, Waffen zu tragen, lieben sie die Berböhnung des Stadtverordneten« kollegiums ruhig geschehen.

(Sie Proletarischer Selbstschutzverband in Oberschlesien.

Die drei Funktionäre der Breslauer sozialdemo­kratischen Partei, Singer, Eck tein und Machens er­lassen einen Aufruf zur Gründung eines proleta» riichen Selbstschutzverbandes, da der Breslauer Be- zirksausschuh eine Reihe von Verboten gegen den Orgesch-Verband aufgehoben habe. Ter Aufruf be­zeichnet als Zweck des prolerariichen Selbstschutzver- dandes bte Unterstützung der Reichsregierung und den Schutz der republikanischen Verfassung.

eine Protestnote gegen Vie

Dentschenpogrome.

Der deutsche Botschafter in Paris hat am 21. Juni der Boischafterkonferenz eine auch an

Der Bing der Nuramaja.

Roman von RSte van Beeker.

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Son dem Freiherrn, dem man tn Künstlerkreisen den Bei raunen „der Sonnenmaler“ gegeben, ging die Sage, daß er erblindet sei und sich irgendwo in einen abgelege­nen Winkel der Welt verkrochen habe, von dem andern, daß er eine Fahrt nach Indien unternommen und habet verschollen sei. Ob einer von beiden Frau und Kind besessen, konnte ich nicht erfahren, aber aller Vermutung nach kam Paul Fettmann ale Bildnismaler und In- dien-Reisender, der sich für das Stcmmlanh feiner Frau interessieren konnte, mehr in Betracht. Mein Groß- vater aber hatte eine seltene Dorliebe für den erblin­deten Landschaftsmaler und behauptete, fein Gefühl weife ihn zu diesem hin. Es lag hier ein geheimnisvoller Zug vor, der sich denn auch später — hm — man könnte sagen, bewahrheitet hat. Denn während ich mit allen M tteln moderner Technik und landläufiger Findigkeit die hoffnungslos scheinende Sache verfolgte, hatte mein Großvater einen anderen Weg eingeschlazen, einen, um dessimwillen ich immer wieder betonen muß, daß er zeitlebens ein sehr klar denkender Mann mar und von Alters- und Geistesschwäche nicht das Geringste an ihm zu merken ift

Me-n Großvater hatte, aus welchem Antriebe weiß ich nicht, begonnen, sich mit Spiritismus zu beschäftigen, vielleicht im Anfänge nur oberflächlich interessiert, lä­chelnd der Mode des Tages folgend, vielleicht auch vom wisienschastlichen Standpunkte, soweit das darin möglich ist. Urplötzlich aber erklärte er mit voller Bestimmtheit, genau zu misten, daß der Maler des Bildes wirklich der besagte Freiherr von Münchenhaufen-Waldeneck sei, und nun begannen die Nachforschungen nach diesem Verschol­lenen und seinem Familienzusammenhang. Denn trotz des Ursprungs f'iner Annahme schien mein Großvater von normalen Nachforschungen' und Bestätigungen im­mer noch mehr zu halten, ai*> von übersinnlichen.

Wir far.?=>n denn auch die in No--bdeutsck'and ansäs­sige Familie Münchenbaulen-Wa'deneck. er'uhren aber nichts, was uns auf di: Spur des Gesuchten

die Regierungen in London und Rom g. andle Note übergeben, in der mit Bezug auf die schweren Ausschreitungen der polnischen Bevölke­rung gegen Deutsche in dem abgetretenen ehe­mals deutschen Gebiet von Ostrom» der Bot» schafierrat ersucht wird, die Aufmerksamkeit der polnischen Regielungaufdieunbedlngte No > we ndig- feit des vollkommenen Schutzes von nationalen und religiösen Minderheiten gemäß dem Fliedensverirag zu lenken.

Das Loch im Westen.

Im vollswirtscha tlichen Ausschu^deS Reichstages sagte Siams ekretär Hirsch, es muffe bat auf hin- gewiesen weiden, daß jetzt das Lach im Westen wieder offen sei und daß hierdurch unsere Han ,'el8« Lilang erneut auf daS ungünstigste beeinflutzt werde. Tie Entente müsse einsehen, dag die Herstellung geordneter Zustände im W len eine uneiläßliche Vorbedingung zur Eisüilung des Ultimoium» sei.

Ein deutscher Hanrelsvertretcr

für Sowjetrutzland.

Der Deutschen Allgemeinen Ztg. zu olge ve> lautet, daß zur Wahrnehmung der beuneben Handelsimer- essen in Moskau der Lener der Außenhandeksstelle im Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Tr. Wieden« felb, in Aussicht genommen fein.

Französisch« Truppe mnanöver bei Metz.

Rach einer Meldung der Havasagentur wird sich Kriegsminister B a r t h o u von Paris nach Metz dl- geben, um dort am Freitag nachmittag im Beisein des japanischen Kronprinzen einem Ma­növer beizuwohnen.

Amerika und der englisch» japanische Bündnisvertrag.

Nach einer Havasineldung auS New Aork soll das S aatedepai lement die Versicherung erhalten haben, daß der englisch-japanische Vertiag, den Eng­land zu erneuern beabsichtigt, nichts enthalte, daS den amerikanischen Rech en nachteilig sein könnte Es sei deutlich erklärt Mo, den, daß im $6lle eine« japanisch-amerikanischen Kriege- Großbritannien nicht gegen die Bereinigte« Staate« zu den Waffen greifen werde.

Die Frage der Abrüstung.

Der japanische Botschafter Baron Hahdbi erklärte einem Vertreter des Reuter-Büro», er fet sicher, daß seine Regie,ung bereit sei, mit Großbritannien, Frankreich und den Bereinigten Staaten über die Frage der KriegSschisfbaue» zu beraten, um zu einer Einigung zu gelangen, durch die die furcht­baren Lasten der Rüstungen erleichtert werden würden.

Der Sollekkivschrilk der Alliiertet» bei Griechenland,

Rach einer Havasmeldung aus Athen haben die Gesandten Frankreichs, Englands und Italiens der griechischen Mgierung das Bermltttungsan- gebot im griechisch-türkischen Kon­flick t überreicht. Der griechische Außenminister er­klärte, daß die Angelegeichett einer Prüfung unterzo­gen werd«, sobald der Minift.'rpräsident zurückgekehrt sei- ______________________________________

Ein« neue Orgesch?

Wie der,Berl.Lokalanzeiger^ au» Freiburg meldet, sind dort verschiedene ehemalig« aktive Ossi- ziere unter der Anklage des HochverraiS verhaftet worden. Sie sollen eine Organisation nach dem Muster der Olgesch beabsichtigt haben, bie sich über ganz Baden erstrecken ’ollte.

konnte. Er gehörte zu einem mit ihm erlöschenden Re- benzwetg, war seinerzeit Offizier gewesen, hatte um seines Talentes willen den Abschied genommen und spä­ter eine bürgerliche Französin geheiratet, was ihn an» scheinend um jede Sympathie seiner streng aristokrati­schen Familie gebracht und ihn vollkommen von ihr ge­trennt hatte.

Das war alles» der Tropfen versief im Sande. Dor. oussichllich war der Mann tot und die Frau auch, und Nachkommenschaft hatten sie wahrscheinlich nicht hinter- lasten, denn sonst hätte sich diese doch wieder einmal an die Familie des Vaters gewendet und mit ihr Beziehun­gen angetnüpft Aber mein Großvater war w>ede« an­derer Ansicht als ich. Er ist der unerschütterlichen Heber, zeugung. daß hier auf Erben noch ein Kind zurückge. blieben fei, eine junge Tochter, Maja, — nun, und damit schließt meine Geschichte, die eben, wie ich gleich sagte» eigentlich gar feine Geschichte ist, denn die Heldin fehlt noch immer, und ich bin nach wie vor auf der Suche nach ihr."

„Und nun suchen Sie sie hier? Warum denn nun gerade hier? Den Kernpunkt Ihrer Geschichte bleiben Sie uns schuldig." — „Richtig, gnädiges Fräulein, da­von ging ja meine' Mitteilung aus!" Er wandte sich erfreut zu Ebba, die sich etwa» vorgebeugr hatte und diefe Frage tat. Sie sprach wieder mit ihm, sie zürnte nicht mehr! Das heißt, ganz so unbefangen und kind­lich wie sonst war ihr Blick nicht, es lag ein Schleier über ihm. Wenn er nur wüßte, was sie so plötzlich ver­wandest hatte! — „Nun?" fragte von der andern Seite Karin ungeduldig in fein Zögern hinein. „Müsfen Sie erst darüber nachdenken, wie Sie Ihr hübsches Nachmit­tagsmärchen begründen sollen?"

„D, gnädiges Fräulein," schrak er auf, „von Märchen ist wirklich nicht die Rede, ich habe ganz wahrheits- getreu erzählt, was war und ist. Warum ich gerade hier bin? Ich will es Ihnen sagen. Plötzlich, ich war gerade in Paris, wohin meine letzte Forschung mich geführt batte, ba kommt die dringende Aufforderung meines Grotzvoters, mich hierher zu b g-ben; er habe Anhaltspunkte bafür, daß Maja von Münchenhaufen. Waldencck sich hier aufhatte. Ich falle nur suchen, schreibt 1 mein Großvater immer wieder." — „Si#> macken Sie

Deutscher Reichstag.

Deulschuaklonole und Kommunisten ffimmen für das Mißkrauensvolum.

llnlerfuchungsauk schuß für dl« Grubenkakastrophe.

Arn Mittwoch entwickelte bet «Reichstag eine äußerst rege gesetzgeberische Tätigkeit. Rachd m die In­terpellation Garns einen Zntraurn von 3 Tagen e:n. genommen hat, steht man sich veranlaßt, mit der Erledi­gung der vorliegenden Gesetzentwürfe voran zu kommen. Nicht mehr und nicht weniger als 10 Vorlagen stehen auf der Tagesordnung. Die Heineren von ihnen werden ohne Debatte verab chied't, od r aber an die für sie in Frage kommenden Ausschüsse verwe­sen; aber auch die aröß'ren finden nur eine kurze Aus­sprache mit nur mäßigem Interesse.

An die Aus'chüffe kommen ein Entwurf über Aende. rung der Reichsverftcherunasordnung. fer­ner ein Entwurf über die Abwicklung von Kriegs- gefellfckaften und Äriegsorganifatio. nen. und schließlich der Entwurf eines Fernfprech. gebührengeletzes. Annahme findet eine N»ve"e zum Gesetz betreffend die Ein- und Ausfuhr von Kriegs­gerät in allen 3 Lesunaen ohne Debatte.

Inzwischen hat b:e Klingel des Kaufes bafür geforgt, daß der Saal eine statllicke Besetzung aiüwies. denn es bandelte sich darum, eine Anzahl von wichtigen Ab­stimmungen vorzunehmen Zunächst siand noch der von den Deustcknationalen cm Dienstag gestellte Slnt-ag zur Inierpellation über die Eraäniungsp-üfung Der Beamten aus. Die Abstimmung tollte ra. rnentlich lein. Die Deutschnationalen hatten sich be­kanntlich ein Vergnügen daraus aemacht. aus Anlaß der vom Reichskanzler zu tiefer Angelegenheit gegebe­nen Antwort gegen die Regierung ein

Mißtrauensvotum

zu beantragen — bet Rber und auch nur der geringsten Gelegenheit glauben sie ein Bravourstück xu begehen, wenn sie nicht nur der Regierung alle mäglichen Schmie- rigte'fen bereiten, sondern auch aus Ogbatiorsluft ihre Oppositionsstellung Ins gehörig» Lch- fetzen. J'm M ß. trauensootum fällt mit 210 : 67 Stimmen; 45 Mi Glie­der der deutschen Volksnartel hatten sich ber Stimme enthalten. Dasi die Kommunisten für einen Antrag eintreten, der sich gegen die Regierung wendet, ift nicht neu. Trotz Prügelei, selbst in den hei­ligen Kallen des Reichstages, bleibt» nun einmal dabei: Arm in Arm mit den Deutschnationalen fordern sie das Jahrhundert in die Schranken!

Das Mietssteuergefetz findet gegen die Sim. men der Unabh. und Kommunisten Annahme. Ebenfalls angenommen wird der Entwurf über d'n Dalksent. scheid und zwar einstimmig bei einer Anwesenheit von mehr als % der Mitglieder des Reichsiages, die erfor­derlich war. weil es sich hier um eine Derfastungsände. rung handelt.

Das Kaus verabschiedet weiter dm Gesetzent­wurf über Beschränkung de» Luftfahr. zengbaues mit folgender Entschließung- Die Reichs- rtgierurg wirb ersucht, die Entschädigung möglichst im Weg, des Vertrages mit den Unternehmungen unter Zuziehung von Vertretern der Arbeiter und Angestellten festzulegen. Annahme findet ferner eine Vorlage über dm Waffengebrauch de, Gre»zauffichis- perfonal» der ,R e i ch s f l na n zv e r w a l tu n g in zweiter Lesung. Der sofortigen Vernahm» der 3. Le. fung widerspricht unter großer Unruhe der» Rechten der Unabh. Dr. Rosenfeld. Das Gesetz über dm 6‘aats« gerichtshof. das eine angeregte Debatte auslöst findet in 2. und 3. ßefung mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien Annahme.

Die Zmttumsabgg. Imbusch. Trimborn und Genoffen haben folgende Interpellation eingebracht: Auf der

Zeche Monk Cenis

In Westfalen ereignete sich am 20. Juni ein folgenschweres Grubenunglück. Leheliche Unglücke ereigneten sich in dm letztm Jahren, wenn auch in geringerem Umfange, mehrfach. Es besteht auch die Gefahr weiterer ähnlicher llnglücksfölle. Ist die Reichsregierung bereit, Auskunft zu geben über die Ursachen de» Unglücks? Welche Maß. nahmen will sie ergreifen, um solche Katastrophen tn Zu­

lus denn?" — JD, ich sehe jeder Dame, die mir tn dm Weg kommt, so angelegentlich ins Gesicht, daß nächstens mein guter Rus als gesitteter und anständig erzogener Mann völlig oerloren sein wird."

Sie lachten alle, bis auf Ebba und Kans Heinrich, die beide mit Ihren eigenen Gedanken beschäftigt waren und sich auch nicht mitbeteiligten an dm praktischen Rat- schlügen, mit denen sich die andern Zuhörer jetzt bemüh, ten, Mister Macletons Nachforschungen tn neue und er« folgreiche Bahnen zu lenken.

„flaben Sie denn nicht ba» Bild der gesuchten Dame wieder bei sich?" fragte plötzlich (Ebba, und Mocleion schim es, daß ihre Augen, die sich dabei auf ihn richteten, fast fo dunkel aussahen, wie die der mystischen Maja, nur nicht so weich und zärtlich, ganz fremde Augen, die gar nicht zu dem sonstigm ftöhlichen Blick Ebba» patz- ten, Augm voll ernster Tiefen und dunkler Gedanken, Augen, die ihn unruhig machten und verwirrten. — „Nein," sagte er zögernd, „diesmal nicht; es war nicht nötig. „Ich kenne das Gesicht so genau. Etwas, woran man monatelang Tag und Nacht gedacht hat. dafür braucht man kein Bild mehr." — „Sie muß ja auch am Ring zu erkennen fein," überlegte Frau von Le- banoff, und Karin sagte dazwischm: „Ja, wenn sie ihn trägt und keine Kandschuhe benutzt. Außerdem sind breite Goldstreifen mit roten Steinen nicht besonders selten.

„Nein," fiel Macleton ein. „So bloß Goldreifen und Stein ist der Ring eben nicht. Wmn man dm sieht, fällt er einem schon auf. Der Reifen ist viel breiter, als Damenringe sonst sind, und ganz mit seltsamen flkro. glyphen gezeichnet, und der Stein Ist ganz auffallend schön. Außerdem soll sich um Ihn, was man auf dem Bild nicht so genau sieht, was aber mein Großvater als besonderes bezeichnet, eine kleine, weifte Perlenschlange ringeln, die säst lebendig wirken soll."

„Ah!" sttcß Karin hervor, „halt, roo sah Ich doch solchm Ring?" — „Bei mir, gnädige» Fräulein," fiel flaue fleinrid; ein, etwas schwer und belegt, af-ct ganz ruhig und erscheinend unbefangen. Er hob hie flanb. „(Er ist», er ift's." tief Stifter Macleton irrest aus.

fünft zu verhüten? Reichsarbeitsminister Dr. Brann» er­klärte dazu. t»6 bei Beantwortung auch das preußische flanbelsminifterium, dem bte Beigwerksinspektilui unterstellt sei, naturgemäß zu beteiligen fein werde. Dir Untersuchungen de» preußischen Ministeriä-'ms in dieser An»' gelcgenfreti seien bereits m vollem Gange. Es bestände die floffnung, daß sie noch in dieser Woche ihren An», schiuß finden werden. Die Beantwortung der In» terpellation würde also in den ersten Tagen der nächsten Woche, am Montag oder Dienstag rorgenommen werden. Der Arbeitsminister benutzte diesen Anlaß, um an dieser Stelle den hartgeprüften Opfern der Katastrophe bas herzlichste Beileid der Regierung auszusprechm. In­zwischen ist ein Antrag Agnes und Genossen (U. Soz.) im Hause verteilt worden, wonach sofort eine Kommis» fion aus Mitgliedern des Reichstages zur Untersuchung des Unglücks auf Zeche Mont Cenis einge­setzt werden soll. Es entfpinnt sich darüber eine recht lebhafte Aussprache, die hier und do zu lärmendm Zwi» schenrufm führt, die sich mit dem Ernst des Gegenstandes durchaus nicht vertragen. Don verschiedener Seite wer­den Bedenken gegen die sofortige Einsetzung dieses Aus» fchuffes erhoben, man solle lieber dorn't warten, bis die Regierung die vorn Zentrum eingebrach'« Interpellation beantwortet habe. Vizekanzler Bauer macht im Verlauf der Debatte den Vorschlag, die Aussprache über diesen Antrag abzubrechen und am nächsten Tage sortzuletzen, weil er dies für im Interesse der Sache liegend ha t«. Don feiten der Demokraten und des Zentrums wird die Vertagung tiefer Debatte bis zur Beantwortung durch die Regierung beantragt. Don feiten der Unabhängigen wird widersprochen. Es handele sich jetzt lediglich darum, ob ein Fünftel der Stimmen für die Einsetzung des Unter­suchungsausschusses fei. Die' Ausführung eines iolchm Antrages dürfe durch einen Mehrheitsbeschluß mcht be­hindert werden. Auch die Mehrheitssozial'sten wollen die Debatte lieber am nächsten Tag« fortsetzen. Der Amraz der Unabhängigen findet jedoch 193 Unterschriften, die verfassungsmäßig zur Bildung des Unter­suchungsausschusses ausreichen.

Damit ist beschlossen, einen Untersuchungsausschuß vrm 14 Mitgliedern einzusetzen.

Sonneistag: Kleine Vorlagen. *

Auf Wunsch aus Psstbeamtenkretsen tei­len wir die Aeußenmoen des Reichsfinanzminister Dr.' wttth in der Diensiacsitzung zu der Interpellation über bte Prüfung der Beamten der Besoldungsgruppe VI aus­führlich mit. Der Kanzler sagte: Die Interpellationen kommen ein Jahr zu spät. Sowohl der Reichspostminister Giesberls wie ich haben seinerzeit dos Aufrücken der Sekretäre nach Gruppe VII ohne Prüfung befürwortet und ich habe mich im Ausschuß dafür ausgesprochen. Dann aber haben sich von allen Seiten Schwierigketten in bat Anforderungen der Ressorts gezeigt. Es war vor allem die Befürchtung, daß ein Dorrücken der Assistenten ohne Prüfung di« ganze Desoldungsordnung in Gefahr bringen’ könnte, die bte frühere Regierung veranlaßte, an der Prü­fung festzuhaltm. Der Finonzm'nisier und der Postmi- nifter unterlagen .und nun hat die Regierung Feh­re n b a ch und Gen. eine besondere „einheitliche Auffassung des Kabinetts" dahm feftgelegt, daß von dieser Prüfung im flinblick auf die genannte Befürchtung unter kei­nen U in ständen abgegangen werden dürse. (flört, hört! rechts. Abg. Becke r-flessen ID. Bp.): Und die, Regierung Wirth und Genossen?) Ich habe m'ch loyal dieser Abstimmung des Kabinetts gefügt und für diesen, Beschluß gewirkt. Das tue ich auch noch heute, denn eine solche Verwaltemgsmaßnahme kann nicht einfach über de». Kaufen peroorfon werden. Diese Rücksicht auf die Kon­tinuität entspricht sonst doch durchaus dem Geist« b«r interpellierenden Parteien. (Heiterkeit.) Wmn die Jnter- pellantm deshalb ein Mißtrauen aussprechen wollen, so richtet sich das nur gegen die Regierung F e h r e n • bad;, der sie durchaus nicht so unfreundlich gegenüberee- standm haben wie der setzigen Regierung! (Lebhafte Zu­stimmung bei der Mehrheit.) Würden wir fetzt die Prü­fung aufheben, so begingen wir wieder ein Unrecht gegen die Beamten, die sie bereits abgelegt haben. Ich ver­spreche aber das weiteste Entgegenkomme» über den Termin, zu dem di« Beamten in die höhe­ren Bezüge emrürfen sollen. (Beifall.) lieber die Ein. zttheiten können wir In der Kommission spre­chen. Ich b'n bereit, die Kand zu einer einheitlichen. Söftrng zu bieten, die olle Parteien befriebigt. (Es ift

„Nun haben mir die Maja, nun —" „Aber der Baron ift doch nicht die gesuchte Dämel" unterbrach ihn (Ebba

„Stein — ja, nein! Aber woher haben Sie den Ring?, Das rückt ja die ganze Sache in ein ganz anderes ß d)tl* (Er war jetzt ebenso erregt, wie seinerzeit sein Großvater^ als er die erste Spur der Verlorenen gesunden hatte, „Gibt es vi-lleicht gar keine Maja? Sind Sie statt der in der Familie herkömmlichen Tochter ein Sohn?" — „Nein, das bin ich nicht." erwiderte flans Heinrich und mußte doch unwillkürlich lächeln. „Es werden anschei­nend mehrere solche Ringe vorhanden sein." — „Aber eine Beziehung besteht doch entschieden zwi-chen dm bei»’ den Ringen," meinte Karin, und Mister Macleton rief: „Selbstverständlich, eine Beziehung, die zu einer ßöfung zum Schluß, zur Bereinigung drängt, zu der gesuchte« Maja führt; überlegen Sie, Baron!"

Der war selbst in einer tiefen (Erregung, viel mehr, als Irgend lernend ahnte und er merken l'eß. Wenn sie sich fände! Sie wäre die Frau, von der die Prophe. zeiung seiner Urahne sprach, sein Schicksal, das ihm be« stimmte Weib! - Ein Schaue« lief über seinen Rücken. „Sie wär« mein Schicksal," jagte er unwillkürlich hall», laut, nur für sich, und keiner von denen, die heftig durch- einander sprachen, hatte ihn gehört, außer Sarin, die dicht neben ihm saß und ihn gespannt beobachtete. Sie fing fast unwillkürlich die halb gedachten, halb ge­sprochenen Watte auf, und ebenso unwillkürlich, mit blitzartige« Schnelligkeit, erfaßte sie ihre Tragwette.

„So reben Sie doch, Baron, was wissen Sie von Maja?" drängte Macleton ungeduldig zum zweite» Male. „Nichts, ich sagte es schon. Ich habe beute zum erstm Male gehört, daß es möglicherweise eine solche geben kann. Ich kenne nur durch olh Ueberlieferungee die erste Masa, die Besitzeri.-, dieses Ri"ges." — „Aber Sie müssen sich nun doch auch für sie interessieren," er­eiferte sich der noch immer sehr aufgeregt» Mister Macle. ton. „Sie stehen ihr vielleicht näher als mein Groß­vater. Die Beziehungen zwischen ihr und Ihnen sind «nffchieden verwandtschaftlich; die Namen stimmen doch schon überein I" — „Nur die Vornamen, von den Mün. chenhousen-Waldeneck» weiß ich gar nichts."

Fortsetzung folgt»