Fuld aer Zeitung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
Nr. 134.
Leranlwoniich für Öen* ctoouioneUtn Teil: Dt. Kramer, = für bk Anzeige»: I. Parzei ler-Fulüa. r Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actlendrackerei in Fulda, -termprecher Nr. 9. Telegr^Adrefie: Fuldaer Zeitung
Dienstag, 14« Juni 1921,
Bezugspreis; Monatlich 3,00 Ult. ohne Zustellgebühr. In Fulda bet uns abgeholt 3,15 Ult. Anzeigenpreis: Die Kleinzeile iLoionelmay) 60 Pfg„ u. IO6» Zuschlag, di» Reklamezeile (Tertbretret 130 Ulf, u. IO*«. Zuschlag, vei Wiederhol. Rabatt.
48. Zahrg.
Line neue Lntentekonferenz?
Die oberschlesische Frage.
Aus diplomatische« Streifen Frankreichs stammende Meldungen lasten erkennen, daß eine neue große mteralliierlr Zusammenkunft in die Nähe gerückt zu sein scheint. Diese würde an die Stelle der geplanten Konferenz von Boulogne treten und naturgemäß ein bedeutend umfangreicheres Programm auszuweisen haben, als wie es cmfänglich beabsichtigt war.
Ein einflußreicher Diplomat soll darüber einen Mitarbeiter des „Snlranfigeant“ nähere Mitteilungen gemacht haben. Danach würde da» Programm dieses Obersten Rates als erste Frage das Oberfchleji- tche Problem umjasten, da man durch eine öd- «re Verzögerung nur neue Verwicklungen befürchtet, £dann würde die klein-afiatifche Frage behandelt wer- m; ferner einige wichtige Angäsgenheiten, wie die Frage der Aburteilung der Kriegsfchuldigon durch das Ruchsgericht in Leipzig, die Frage der Befetzuno von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort und endlich die Frage der Begebung der deutschen Schuldverschreibungen.
Wir das französische Dlatt zu berichten weiß, hat tret betreffende Diplomat weiterhin ausgeführt: die Ansichten derjenigen, dir eine Verschiebung der Konferenz gewünscht hätten in der Hoffnung, daß die Zeit beruhigend auf dir Gemüter wirken und den alliierten Regierungen eine leichtere Beschlußfassung über Ober- schlrsien gestatten werde, feien durch die Ereignisse eins besseren belehrt worden. (Eine Befchlußsas » Jung über die Auskeilung des AbstiMmungsgebietes ei notwendig geworden, um die Ordnung aufrecht erhalten zu können. Als Zeitpunkt für die interalliierte Konferenz wird von demselben Diplomaten der 2 0. Juni angegeben.
Wenn man diesen Meldungen Glauben schenken darf und wenn der bdreffertbe Diplomat die Anschauungen der französischen Kreise richtig beurteilt hat, dann könnte man allerdings darin ein Zeichen dafür erblicken, daß man unter dem Druck der VerhälMisse sich nun Loch endlich auch auf französischer Seite dem Stand- punft näfjert, daß di« Entscheidung über Oderschlesien nicht mehr hinausgefcho- den werden könne. Wir hobm unsererseits stets und ständig darauf hmyaviestn, daß unter objektiver und gerechter Zugrundelegung des Resultates vom 25. März eine Entscheidung der Entente aufs schnellste erfolgen muß, bannt dem zerristenen und blutenden Lwerschlesrcn endlich die für seine wirtschaftliche und kulturelle Fortentwicklung unbedingt notwendige Ruhe und Ordnung wiedergegcben wird.
Es ist allerdings in den französischen Stimmen stets die Rebe von einer „Aufteilung des Abstimmungsgebietes". Wir mästen nach wie vor betonen, daß sowohl das Abstimmungsergebnis als auch die wirtschaftliche und kulturelle Einheit des Landes ein ungeteiltes und vollständiges Verbleiben Oberschlesiens beim deutschen Reich erfordert.
Die Wiederaufbau-Minister
Rathens« und Loucheur.
Zusammenkunft fa Wiesbaden.
Der deutsche Wiederaufbauminister Walther Rachmau ist in Wiesbaden am Sonntag mit dem französischen Wiederaufbauminister zu einer Besprechung zusammengekommen. Auch der französische Äul« lusminister Dernard war dort eingetroffen, während sich in der Begleitung Rathenaus Staatssekretär Müller befand. Dir Regierungen beider Länder haben die geplante Zusammenkunft lange zu verheimlichen gewußt. Als am Samstag in Berlin Gerüchte dieser Art bekannt wurden, wurde halbamtlich dementiert, daß Rathenau di« Absicht habe, nach Paris zu achen. Die Zusammenkunft findet ja auch nicht in Paris, sondern in Wiesbaden statt.
Am Sonntag begann die Besprechung der internationalen Wirtschaftslage im Zusammenhang mit dem ReparativnsproHem. Sachleistung, Arbeitsleistung und Finanzierung standen im Vordergründe, Einzelfragen wurden am ersten Tage noch nicht bdpttxhen. Es sind bereits jetzt schon genauere Angaben über den Inhalt der Aussprache beider Minister durch die französische Prefle bekannt ge* worden. Der „Petit Parisien" und der „fDtetin“ bringen bereits Kommentare über die Ministerzusam- menfunft. Diese erhält eine besondere Note dadurch, daß sich zum eritenmal nach dem Kriege ein deutscher und ein französischer Minister zu einer perfön- lichen Besprechung zusammeng^funden hoben. Es ist ebenso bezeichnend für die verschiedene Auffassung, wie auch bedauerlich für die Lösung einer der wichtigsten Fragen selbst, daß von selten Loucheurs eine Aussprache über Oberschlesien abgelebt wurde. Wir wollen dabei das wirtschaftliche Moment in den Vordergrund gestellt misten, Frankreich betont den politischen Charakter.
Zu einer lieber ei nftmtmung in der Austastung führten nach den bisher vorliegenden Berichten die grundsätzlichen Erörterungen darüber, daß der W i e • beraufbou ber 5 er ft orten (gebiete in großem Ausmaß und in verstärktem Tempo gefördert werden muffe. Man sprach weiter über die 26prozentige Ausfuhrabgabe. Dabei betonte Rathenau, daß diese Abgabe dem künftigen deutschen Budget zu schwer zur Last fallen würde. Er machte den Vorschlag, das System der Schuldverschreibungen durch ein anderes zu ersetzen, nämlich dadurch, daß Deutschland seKst Anleihen auf den Weltmarkt ausgeben dürfe. Man sprach ferner über die Wiederherstellung in natura. Dabei betonte Loucheur, man beschuldige Frankreich zu Unrecht, daß es sich den deulschrn Lieferungen aus Sorge um seine eigenen industriellen Interessen widersetz«. Er betont« nachdrücklich fre Notwendigkeit, die Zahlungen für die deutschen Lieferungen zu organisieren und sie für mehre« Lahre ahzustufen..
Schließlich sprach man noch über die Lieferung der deutschen Holzhäuser, die Preise dasür muffe Deutschland unbedingt herabsetzen. Von betonterem Interesse find die Mitteilungen, die Loucheur nach Schluß seiner Unterredung dem Sonderberichterstatter des „Slatin“ selbst gemacht hat. Darin sagte er: „Wir haben nur allgemeine Fragen erörtert und werden erst Montag besondere Punkte besprechen. Ich kann zur Stunde nur sagen, daß ich Herrn Rathenau, den ich zum erstenmal gesehen hab«, als einen Mann kenten lernte, der von den besten Absichten beseelt ist und den ehrlichen Willen kundgegeten hat, dir Unterschrift Deutschlands zu respektieren, und als einen Geschäftsmann, der sieht, endlich zum Ziele zu gelangen. Weiterhin erklärte Loucheur, diese Unterhaltungen seien sehr nützlich, ja man könne sogar sagen, unbedingt not- wendio, ehe man irgend etwas beginne.
Am Montag haben nach den Verhandlungen Dr. Rathenau und seine Begleiter sich über Frankfurt nach Berlin zurückbegeben. L o u ch e u r ist nach Paris abgereist.
Fortsetzung der deuisch-franzSstschen Verhandlungen.
Heber die gestern zu Ende gegangene Besprechung in Wiesbaden roirb dem „Petit Parisien“ gemeldet:
Beide Minister haben anerkannt, daß es unmöglich fei, durch Verhandlungen, die nur wenige Stunden dauerten, bestimmte Lösungen der verschiedenen vorliegenden Probleme zu gewinnen. Seite Minister haben infolgedessen beschlossen, ihre Vertreter zu beauftragen, die begonnenen Verhandlungen fort- zufetzen.
Es wurde ein Arbeitsplan vereinbart, den Minister Lvuchur vvrgeschlagen hat. In diesem verdienen zwei wesentliche Punkte besondere Aufmerksamkeit, nämlich die bereits genannte Frage der Zahlungsbedingungen und die Frage des Preise s der von Deutsckstand zu erwartenden Lieferungen.
Heber die gemeinsame Arbeit Frankreichs und Deutschlands sagt das Statt, es gebe viele Hiichemiff«. Solange die im Mai getroffenen Sanktionen noch in Kraft feien, würden die französisch-deutschen Beziehungen prekär bleiben. Nichtsdestoweniger hänge vieles von dem 3u fammegprbeiten der beiden Länder ab. Rathenau wollte diese Zusammenarbeit nicht nur für den Wiederaufbau, sondern auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet überhaupt. Während nämlich gefühlsmäßig auf Generationen die beiten Nationen getrennt bleiben würden, könne in wirtschaftlicher Hinsicht ehre gemeinsame Tätigkeit Frankreichs und Deutschlands bestehen.
Uuf dem Weg zum Stieben mit ameriba.
Wie aus Washington gemeldet wird, hat das Repräsentantenhaus die Resolution Porter, die die Beendigung des Kriegszustandes zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland sowie Oesterreich vorausfttzt, angenommen. ________________
Set obetfchlefifche Hexenkessel.
Wieder ein französisch-deutscher Zusammenstoß in Oberschlcfien.
Französische Jägerabteilungen find bei Alt- Cosel gegen den beut eben Selbstschutz vorgegangen. Es kam zuBorpostenge,echten, wobei eS beiderseits Verluste gab.
Kongreßpolnische Truppen in Oberschleficn.
Wie mehrere Blätter melden, sind in Hindenburg Züge von kongretzpolnischem Militär in Zivil eingetroffen. Auch attS Beuthen und anderen Städten wird die Durchfahrt kongreßpolnifcher Truppen gemeldet.
Polnische Greueltate».
Der oberschlesische Berichterstatter de» .Vorwärts stellte auf einer Besichtigungsreise durch Oppeln, Löschwitz, Slawensitz, Kandrzin utrd Kofel van- dalisches Treiben und unzählig« Terrorakte der polnischen Insurgenten gegen deutsche Bewohner fest. Die Polen haben in dtesnn Gebiete sämtliche Brücken und Stege gesprengt. Dir Domänen und Privcttgüter wurden deS BieheS und der Pferde beraubt Die Wohnungen der Geflüchteten wurden zeistört und da» Tiobilar vernichtet. Gefangene Seldstschutzler und deutsch« Abstimmler wuidcn bestialisch mißhandelt.
Korfaniy erhebt Steuer».
Nach einer Meldung des „Berl. lagebi.“ erläßt Korsanth einen Aufruf zu einer einmaligen Ab“ gäbe von Grundstücken, Wohnungen» gewerbliche« Betrieben und von Vermöge» und Verdienst zur Hnterstützung der Insurgenten» Wehrmacht. KocfanryS „Oberschlesische Grenzztg." enthält, obwohl daS Blatt unter Zensur steht, eine Verfügung über Steuererhebung durch den Vollzugs- ausschuß der Insurgenten.
Verschleppung eines fozialbemokrat. Sbgcerbwrten.
Nach einer Meldung des „Lokalanz." auS Beuthen wurde der sozialdemokratische ReichSkagSabaeotdnete BiaS im Bnithener Boro« Roßberg von polnischen Banditen feftgenomm n uns mit noch zwei anderen deutschen Einwohnern verschleppt Die Veifchleppung soll angeblich als R preffalte Wege» Belästigung polnischer Bürger erfolgt fei».
Die Lage in Bayern-
Amtlich wird mit geteilt: Der Polizei ist es bisher
noch nicht gelunsea test Wörter des Wa.
Gareis ausfindig zu machen. Die Regierung trifft alle Maßnahmen zur Aufrechterhallung ter Ruhe und Ordnung. Demonstrationsversammlungen und -Um» zöge find verboten. Der Generalstreik wurde abgebrochen.
Die B e i s e tzu n g des ermordeten Aba. Gareis fand unter überaus starker Beteiligung der Münchener Arbeiterschaft statt. Sie verlief ohne besondere Zwischenfalle. Die Reichstagsabg. Ledebour und Hnterleitner gelten Ansprachen.
Als Nachfolger für den erschaffenen Abg. Gareis im bayerischen Landtag auf der Unabhängigenliste kommt Ernst Toller in Frage, der zur Zeit eine sünftährige Festungshaft verbüßt.
Aus München wird amtlich mitgeteilt: Die aus» wärtige Presse, namentlich die Berliner linke-radikalen Zeitungen, sind voll von falschen Nachrichten mit tendenziösen Darstellungen über die Sage in Bayern. Demgegenüber sei den Talsachen gemäß fest- gestellt, daß über die Person des Mörders Gar eis, trotz der eifrigsten Bemühungen der Polizei, noch g a r n i ch t s f e st g e st e l l t ist. Es gibt keinerlei Beweise dafür, daß der Mörder in der Person eines Fanatikers der Rechten zu suchen sei. Die politische Ausmünzung des Verbrechens sei deshalb gleichermaßen unwürdig und gewiflenlos.
Die Demokraten für die
„breitere SkegkerungSfront".
Der Demokrat und frühere Reichsinnenminister Koch hielt, wie die demokratisch« Press« der Reichs- Hauptstadt berichtet, bei einer vaterländischen Kundgebung der demokratischen Partei am Kollmberge bei Oschatz eine Ansprache, in der er gegenüber der Aeuße- nmg des dmischnationalen Abg. H e r g t, die Regle- rung führe unser Volk einen Leidensweg, betonte, auch die Deutschnationalen würden im Ernstfall« keine andere Politik als die ter stillen Arbeit und des geduldigen Abwartens betreiben können. Das Ultimatum habe angenommen werden müssen: es sei immer noch bester, Getdversprechungen zu machen, als deutsches Laich zu opfern. Der alten, vielgeschmähten Regierung sei es zu danken, daß die Einheit des Daterlandes gerettet worden sei. Eine der größten und schönsten Ausgaben der Regierung müste es sein, für die schwertedrängten Brüder in den besetzten Gebieten zu arbeiten. In diesem Zusammenhang hob er hervor, daß es dazu einer breiten Regierungsfront bedürfe.
Ebenso erklärte ter demokratische Reichsmimst« Schiffer vor einer Verkauensmännerversammlung In Magdeburg, die demokratische Partei halte nach wie vor die Tür für öle deutsche Volkspartei zu sachlich Zusammenarbeit offen.
Beachtenswert ist ferner, daß auch der Zeniralvor- stand der deutschen Dolksparlei sich mit dem Ultimatum und dem neuen Kabinett beschäftigt hat. Dabei erklärte der Reichstagsabgeordnete und Führer der deutschen Volkspartei Dr. Strefernenn ix. a.: „In unsere Hand wird die Entscheidung mitgelegt sein, wenn praktische Wirtschafts- und Finanzpolitik getrieben werden soll. Ich sehe di« Zukunft in einem Kabinett mit breiter Basis oder aber in einer RückbMmng zu einem bürgerlichen Kabinett, wenn die Sozialdemokratie weiter ihre Mitwirkung an einem Kabinett der breiten Basis versagt. Wir werden die Folgerungen ziehen, wenn man uns den Kampf auf« zwingt.“
Dazu schreibt das demokratisch« „Berliner Tageblatt“: „Nach diesen Worten Dr. Stresemanns scheint die deutsche Volkepariei bereit zu sein, in ein Kabinett auf breiter Grundlage einzutreten, um praktisch cn der Wirtschafts, und Finanzpolitik mitzuarbeiten. Daran werden die Regierungsparteien anknüpfen und die Fäden einer Verständigung wieder aufnehmen müssen. Entscheidend dafür wird di« Haltung der Sozial« demokratte sein, die bislang nicht gerate sehr erfreu« sich war. Don einer Rückbildung des Kabinetts zu einer rein bürgerlichen Regierung ohne die Sozialdemokratie kann — unter ten heutigen Umständen — indessen kaum die Rede fein.“
Es hat bei uns niemals ein Zweifel darin bestanden, daß tee Erfüllung des äußerst schwer auf unserer Volks- und Fmonzwirtfchast sowie auf dem gesamten deutschen Volke lastenden Ultimatums die positive und praktische Mitarbeit aller derjenigen erfordert, die am Wiederaufbau des deutschen Volkes Mitarbeiten wollen. Das Kabinett der starken Mitte würde zweifellos auch vom Zentrum begrüßt werden.
Hölz vor Gericht.'
Mar Hölz, bet während feiner wenig rühmlichen Mordorennerei im schwer geprüften Mitteldeutschland, fast zu einer sagenhaften Gestalt geworden war, steht jetzt vor seinen Richtern. So ziemlich alles, was da« deutsche Strafgesetzbuch an Vergehen kennt, wird dem Häuptling a. D. der Roten Armee zur Last gelegt Zu dicken Bänden sind die Akten diese» blutgierigen Kommuniftenhelden geschwollen und nicht weniger al» 50 Straftaten zählt die Anklage auf, so daß das Sondergericht des Landgerichts I in Berlin wohl eine Woche dem Prozeß Hölz widmen muß. Hölz ist ein Mann in den dreißiger Jahren, feine» Zeichens eigentlich Techniker, und läßt eher einen Handelsreisenden erkennen. In Wirklichkeit ist er der Urheber all de» Schrecken» gewesen, der in ten blutigen Mär,tagen in THttelb utschland und schon vorher im Vogil-nd unsägliche» Leid verschuldet bat und unersetzbare Werte der deutichen Volkswirtschaft vernichten ließ. Man kann sich daher leicht vorstellen, daß da» Berliner Kriminalaericht, in dem die Verhandlung stattfindet, in den Tagen de» ProzesteS ein äußerst begehrte» Gebäude unzähliger Neugieriger ist. Da man aber bei solcher Gelegenheit allerlei liebliche Mord- und Höllemnstrumente in die Verhandlung schmuggeln kann, hat man ein großes Polizeiaufgebot <u der Verhandlung beordert
Hölz macht in der Verhandlung geltend, et hab« lediglich im Jnteteffe de» Proletariats gehandelt-
Zuchthausstrase für einen Pseudo-Hölz.
Das außerordentliche Kriegsgericht in Halberstadt verurteilte den Kommunlsien Herrn. Franke auS Berlin, der den Puiich in Westeregeln unter dem Flamen Max Hölz inszeniert hatte, wegen Hochverrat» zu 13 Iahten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust Franke i?t in Dresden wegen bet Unruhen in Tan ermünde bereits $v 10 Jahre» Zuchthaus verurteilt worden.
Aus dem besetzten Gebiet.
Neues Zensvrrwrbol. Die InteraHVerte Rheinland- kommission hat für die besetzten Gebiete den Verkauf ixt Broschüren „Die schwarze Pest in Deutschland“, „Haß“, sowie der kommunistischen Zeitung „Die rote Hand“ verboten, hinsichtlich der letzteren für drei Monate. — Da scheint einmal die Zensur ein gutes Werk getan zu haben. _________________ _ _______________
Deutsches Reich.
** Berlin, 14. Juni. Der Reichspräsident ernannte den Kommerzienrat Dr. Gnggenhetmer zum Reichskommissar zur Ausführung der Ausbauarbeiten in den zerstörten Gebieten. — Die neuen AuSführungSbestim- mungen znm Einkommensteuergesetz vom 30. Mai d. I. sind jetzt erschienen.
* Kommunistische Wahlniederlage in ManSfeld B i den Kreistagswahlen für den Mansfeldet Soo- kreis erlitten die Kommunisten, die bisher die Mehrheit hatten, eine Niederlage. Sie verioren 3 Mandate an bte MehrheitSsozialiflen, zwei a» bi# Unabbängiaen, eins an den Büraerbtock.
* Sie Gehailsgrenze In ter Angestellten-verficht- rung. Für die Gehaltsgrenze in der Angestelltenoer- sichenmg ist in dem Gesetzentwurf, ter m der letzten Woche vom Reiche rat genehmigt wurde, eine Erhöhung von 15 000 auf 28000 Mark vorgesehen. Von dieser Steigerung, die in der DeffentiWeit bereits auf starken Widerspruch gestoßen ist, sind, wie es scheint, dir beteiligten Kreise noch nicht befriedigt. Der DerwalMngsrat der Angestelltenversicherung hat in feiner letzten Sitzung beschlossen, die Erhöhung der Gehaltsgrenze auf 40000 Mark zu verlangen und die Siebener-Kommiffion des Hauptausfckwffes für die Sozialversicherung der Privat- cmgestellten, in ter die großen Angestellienorganrscüio- neu oertrden sind, hat sich diesem Verlangen a rt g«< schlossen._________
Kurland.
* Bela Khun Diktator in der Krim Der un- garische Kommunist Bela Khun hält sich zur Zeit tu der Krim auf, wo er die Funktion als Diktator ouSübt.
Ku? der katholischen Welt.
--- Zu der 100 llahrfeier der FürstbischSfl. Delegatar Bettln war der Fürstbischof von Breslau, Kardinal Bertram, felbst nach Berlin geeilt, um inmitten der Geistlichkeit und der Gläubigen dem Fest besonderen Glanz und besondere Weihe zu verleihen. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Pontifikalamt in St. Hedwig, der Propsteikirche Berlins und der erstgebauten katholischen Kirche der Reichshauptstadt seit der Glaubenstrennung. Der hohe kirchliche Würdenträger brachte in eige. ner Person das hl. Opfer dar. Am Abend des Sonntags fand die große Begrüßungsfeier im Fest- faal von St. Hedwig statt. Aus allen Gemeinden der Delegatar Berlin waren Vertreter herbeigceUt. die Geist, lichkeit war überaus zahlreich oertreten, ebenso viele führende Persönlichkeiten im katholischen Leben der weiten Delegatur.
Don Parlamentariern waren erschienen der Var- sitzende der Zenirumsfraktton des vreaßifchen Landtages Vizepräsident Geh. Justizrat Dr. Porsch, Unterstaats, sekretär Wildermann und die beiden Zentrumsabg. für Berlin, der Reichstagsabg. Dr. Pfeiffer und det Landtagsabg. Dr. Faßbender. Delegat Probst Deitmer begrüßte die Gäste. Er hob dabei hervor, daß in Verbindung mit der IVOIahrfeier in Berlin eine Bonifatiusoereinstagung veranstaltet merbe- Er freue sich darum, den 2. Vorsitzenden des Bonifatius- Vereins, Herrn Weibbifchof Hähling von Lanze n a u e t und den Vorsitzenden des Donifatiusvereins der DiözefeBreslau, Kanonikus Prof. Dr. Nicke l.Breslau begrüßen zu können. Ansprachen wurden gehalten vom Fürstbischof Kardinal Bertram. Weihbifchof von HähNng-Patetbom sprach Worte des Dankes an btit Kardinal für die gütige Einladung und einige Worte der Freude barüber, daß auch der Bonifatiusverein in der Hauptstadt gehört werde und zu Worte komme- Äo- nonikus Prof. Ritek sprach über bte Arbeit des Bonifa- tiusvereins in der Diözese Breslau und in der Delegatur. Den Schluß bildete ein Ueberblick über die Geschichte der Delegatur, der in ausgezeichneter Weise vom fürstbischöflichen Delegaten Deitmer gegeben wurde-
Bestraste sozialvrmokr. vstwerkschaftshetzer.
Dor der Sttafkammer in Wetzlar wurden am 8. Juni der ehemalige Dettiebsobrnann Pfaff und der Walz, merksarbeiter Rinker zu Gefängnisfttofen verurteilt. Pf. zu 4 Monaten. R. zu 3 Wochen Gefängnis und Ira. gung der Kosten des Verfahrens. Die Ursache war Nötigung von Mitgliedern des christlichen Metallarbeiter- Verbandes zum Uebertritt in den fozialdemokratffche» D M. D. Den Grund zu diese« Beraubung ber Koalitionsfreiheit gab der damalige 2., jetzt erste Beoollmäch. tigte des D. M. B. zu Wetzlar, Ziegler. Dieser glaubte damals nach seinem Antritt in Wetzlar den bösen christ. lichen Metallarbeiter-Verband auszurotten. Um dieses nun durchzuführen, wurden in den Betriebsversammlun- gen die schlimmsten Hetzreden von Seiten Zieglers vom Stapel gelasien. So auch in einer Betriebsversammlung auf der Karolinenhütte am 2. Luaust 1920 mittags 3 Uhr. Die Tagesordnung lautete: Stellungnahme gegen die christlich Organisierten!
In dieser Versammlung, die vorn Bettiebsobman» Pfaff eröffnet wurde, n. a. mit den Worten, „er fettere die Belegschaft auf, sich zu äußern, damit er die nötigen Schritte tun könnte". Danach ergriff Ziegler das Dort