Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.
Nr. 1)3
arzellrr-Fuida.
Donnerstag, 19. Mal 1921
48. Zahrg.
Die Erfüllung des Ultimatums
das treue Kabinett in zwölfter SiurÄe, kurz vor Ab. lauf der Ultimatumsrist zustandegekommen, kaum war das Ultimatum angenommen, da begann das bekannte widerliche Geheul der Besser- w i s s e r u n d 5) e r r e n m e n s ch e n von rechts, d'e in Wirklichkeit solche Fanfarentöne deshalb aus- staßen, um dis Aufmerksamkeit Lenkender Kreise von einer sattsam bekannten Katastrophen Politik abzulen- feiL
Sen Gipfelpunkt politischer Anmaßung und Partei- politischer Betriebsamkeit bildet jedoch die Kampf.
Ilclieuifche Rechnung an Polen.
Graf Sforza hat sogleich, nachdem er von üen Verlusten der iralienischrn Truppenabteilung in Oberschlesien Kenntnis erhalten hatte, General de Marinis beauftragt, Entschädigungen zu fordern. Die interalliierte Kommission in Oppeln setzte die Enifchä- digtingssumme auf sieben Millionen ital ie- Nische Lire fest, die Polen bezahlen muß.
Hans Heinrich ging es wie ein Mühlrad im Kopfe herum. Der Schreck über den Zusammenbruch der Ahne hatte im Augenbliick alles andere aus seinem Empfinden gelöscht, aber als er jetzt sein Zimmer betrat, schoß gleich wieder die Erinnerung an das vorher Erlebte scharf durch seine Gedanken.
Der Ring! Man konnte beinahe anfangen, an alte Märchen zu glauben! Beinahe — wenn man nicht eine so vernünftige Erziehung genoßen hätte und ein so klar denkender, moderner Mensch wäre! Die böse Macht, die im Ringe malten foOte, erkannte er nicht an, sie war durch Zufälle und Aberglauben künsllich heran» gebildet, gerade so wie die ganze abenteuerliche Ge. schichte, die zu dem Ring gehörte. Dann hatten kommende Geschlechter die romanttsche Geschichte wohl noch immer romantischer und schreckhafter ausgeschmückt und Frauen mit lebhaftem Geist und reger Phantasie hin. zugetan, was sie noch gewaltiger und interesianter machte.
Es ließ sich alles ganz einfach erklären, auch die nächtlichen Träume der allen Dame, unter deren Ein- druck sie ihn zu sich rief. Wünschende Gedanken wa. ren zu anscheinend sichtbarem Silbe geworden. Außer, dem konnte sich ein Gehirn, das neunundneunzig Jahre lang arbeitete, wohl allmählich verwirren und mit seinen dünn und fein gewordenen Fühlfäden in Disionen hin- eintqsten. . CE» fi* alles ganz natürlich erklären.
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Der Ring der Nuramaja.
Roman von Käte van Beeker.
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Zögernd hielt die Sprecherin inne, hielt den Ring «em vor ihr Stehenden hin, und zögernd griff dieser nach ihm. Es beschlich ihn nun doch ein seltsames Ge. fühl, als er den schweren, mit fremdarttgen Zeichen verzierten Reif in seiner Hand hielt. Gewaltsam raffte er sich zusammen. Gleich, sobald man dem Aberglau- ben auch nur den kleinen Finger reichte, nahm er die ganze Hand! Seine Sinne wurden schon vom Unsinn umnebelt. ,
»So wird er fetzt wieder den ihm gebührenden Platz einnehmen", sagte er, sich zu einem Lächeln zwingend, unb schon schwebte der Reif über dem Ringfinger seiner rechten Hand, als die Ahne hasttg zugrrff.
»Hall! Laß Di^ erst sagen, was mich außerdem bestimmte, Dir Mitteilung über unsere Familiensage zu machen. Schließlich hätte ich den Ring Dir besonders empfehlen und testamentarisch bestimmen können daß er nie aus der Familie gehen dürfe und stets dem Stammhalter der Sesenburgs zu eigen sein müße. Das hätte genügt, und ich wäre gegen Deine Mutter die mich beschworen hatte. Dir nie diese Mitteilung zu'ma- chen, nicht wortbrüchig geworden. Es war auch meine Absicht so. Aber seit drei Nächten erscheint mir im Traume die schwarze Frau Nurmaja, so wie der Maler sie auf jenem Bilde, unter dem sie starb, festgchalten hat. Sie trägt denselben Ring an ihrer Hand wie auf dem Bilde, aber in iw anderen hat sie statt der gelben Tulpe, die sie dort hält, diesen großen Reifen. Den hebt sie hoch und spricht klar und verständlich, aber mit fremdländischem Tone und in wunderlicher Art wie Pater Dominikus es in der Chronik geschildert' hat: „Beeile Dich, ihn seinem rechtmäßigen Eigentümer zu geben. Die Stunde der Erlösung naht; Du wirst bald etngehen zu Deinen Lieben, beeile Dich!" Dreimal ist sie mir so erschienen, und immer hat mir die Frage auf den Lippen gebrannt, ob sie mit der Stunde der Erlösung mein Dahinscheiden meint oder das Ende des ! Fluches, der sich an den Ring bmdet. Aber meine Lippen sind bnn» wie uLi-siegelt, kein Wort kann den Weg
In Johanns Gesicht trat eine leichte Verlegenheit: er räusperte sich und sagte bann, jedes Wort langsam und oorsichttg abwiegend: „Sein, Herr Baron, bas wünscht die Gnädige nicht. Im Gegenteil, si» trug mir auf, Ihnen zu sagen, daß Ihrer Abreise nichts im Wegs stünde." — „Ah!" Hans Heinrich sah den alten Dienen ganz verblüfft an. Dann lachte er auf, aber es klang doch ein leiser Aerger durch fein Lachen. „Das heißt, also, mich klipp und klar hinauswerfenl" — „Herr Sa«' ron müssen verzeihen und das nicht so aufnehmen,' Unsere alte Herrin ist etwas wunderlich: sie meint, daß alles, was sie mit Ihnen zu verhandeln hatte, gemacht fei, und daß der Aufenthalt im alten Schlöffe für einen jungen Menschen nicht sehr angenehm sei." )
»Gut, gut, Johann", sagte Baron Hans Heinrich,' „aber ich hätte die alte Dame gern noch einmal ge« sehen. Man kann nicht wiffen, ob es nicht das letztemal ist, und sie ist meine einzige Stammverwandte."
„Gewiß, Herr Baron! Aber gegen den Willen da Gnädigen kann man nichts tun. Sie hat, sozusagen^ jetzt, nachdem sie mit Ihnen gesprochen hat, mit denk Sehen und allen Außenhandlungen abgcschloffen. Si. will nicht neue Fäden anknüpfen, sich durch nichts fessel« laffen. Das war das letzte. Herr Baron begreifen —> in dem Alter. Unsereins versteht das und kennt di« alte Gnädige."
Wieder standen Tränen in den Augen des greifen Dieners und feine Stimme versagte. Hans Heinrich nickte und klopfte ihm freundlich auf die Schulter. „Ja, ja, Johann, ich verstehe auch. Der Wille der gnädigen Frau soll geschehen. Dann laffen Sie nur anfpannen." — Herr Baron, so ungasUich sinh wir doch nicht. Die Gnädige haben bestimmt, daß ber; Herr Baron noch einen Imbiß nehmen soll. 3n einer •
I über sie finden. Und sie spricht immer dasselbe. Da I habe ich Dir die Botschaft gesandt und beschloffen. Dir I Zu sagen, was ich wußte, und was ein echter Sesen- burg auch wissen muß. Vielleicht ist es Dir oorbehal. ten, den alten Fluch zu lösen und unser Geschlecht zu neuer Blüte zu bringen. Dazu helfe Dir Gott, mein Sohn, und der Segen einer alten Frau, die dicht vor dem Abschied von dieser Erde durch Dich noch .einmal für diese Erde hoffen gelernt hat, soll Dich geleiten."
Die weiße knöcherne Hand hob sich ihm wie zum Segen entgegen, und tief ergriffen von dem Blick der blaffen Augen, die sich jugendlich und stolzaufblitzend wff ihn richteten, beugte Hans Heinrich unwillkürlich Knie und Haupt vor der letzten seines Stammes. Er fühlte, wie sich ihre Hand leise auf seinen Scheitel legte, und ihm war, als schwebte ein Gebet über ihn hin.
| Ells er sich wieder aufrichtete, lehnte die Greisin ti:f ''"Sessel, das Licht in ihren Augen war erloschen und müde blickte sie wie in weite Fernen — Fernen der rt9°L,£!Cnf,eit' Fernen der Zukunft? Wer konnte es wiffen? Hans Heinrich sah unsicher auf sie hin. Sie hielt den Ring noch immer in den Fingern. Durfte er fte stören, aus ihrem weltenttückten S'nnen aufwecken und sie um den Ring bitten?
Da straffte sich die Gestalt der alten Dame, ihr Blick kehrte zurück aus den Fernen, die er durchmessen, und roanbte sich wieder dem vor ihr Stehenden zu. Sie hob die Hand und bot ihm den Ring hin. „Nimm ihn, und möge all das Unheil, das er Deinem Geschlecht gebracht, sich für Dich Zum Segen wenden." Er nahm bei Ring und streifte ihn auf ben Finger.
Dann man bien sich feine Augen zu der vor ihm Sitzenden. Sie hatte sich ganz aufgerichtet und sah mit starrem Blick auf feine Hand. Ein wunderliches Lä. cheln. halb gramvoll, halb befriedigt, spielte um den eingesunkenen Mund. Ihre Gestalt schwankte. Ein kurzes Röcheln, und ehe Hans Heinrich noch zufpringen konnte, sank sie mit gebrochenen Augen zurück in den Stuhl. Erschreckt beugte er sich über sie, wollte sie Hal. ten, stützen, faßte ihre Hände, die eiskalt und starr in den feinen lagen, und rief mit angstvoller Stimme I ihren Namen.
Aber sie rührte sich nicht. War sie tot? Hatte der "roße Erlöser sie geruf«' im 5F* 'enbüdl da die Er-
Verantwortlich für den rtoanionelten Teil: Dr. Kramer u für die Anzeigen: I. P Rotationsdruck u. Verlag der Fuldi
• Französische Ehikane gegen eine deutsche Zeitung. Französische Truppen besetzten die Büros bre Dptaw bener Zeitung, um sie als Schreibstuben zu benutzen. Dabei wurde die Räumung des Lokals innerhalb 30 Minuten verlangt, wodurch de« Zeitungsbetrieb natürlich erhebliche Störungen erliste bezw. ganz unmöglich gemacht wurde.
Aus dem besetzten Gebiet.
* Verhaftung eines brutschen Beamten. In Main») wurde am 10. Mai der Vorstand oes EntsesttgunpS^ amteS Mainz, R e tz l a f f, von der französischen Militär- behöcde verhaftet und in daS Gefängnis gebracht. Netz» last befand sich mit seinem Sekretär auf einem' Besichtigungsgang zu den Entfestigungsarbeiten an der? Gau-Algesheimer Brücke und wurde hier von zwev französischen Offizieren in unwürdiger Weise zur Rede' gestellt, Major Retzlaff verbat sich den Ton. Der Et folg! war, daß er am Abend in seiner Wohnung verhaitev wurde.
daß die deutsche Volkspartei sich durch ihr« Stellungnahme zum Ultimatum selber aus der Re», gierung herausmanöoeriert hat. ’ Dabei waren, uns schon hcrvorgehobcn worden ist, die deutsch-oolkspartei«, lichen Kreise nicht einmal einig in der B e» urteilung des Ultimatums. Gerade anerkannt führende Köpfe der deutschen Volkspartei, wie di« Minister Heinze und v. Raumer, haben bekannt» lich für dir Annahme des Ultimatums gestimmt.
Hätten noch mehr einsichtige Männer der Rechtsparteien jenen Standpumt geteilt, den ursprünglich' sogar der Parteiführer S t r e s e m a n n vertrat, sok würde auch der dritte und letzte Vorwurf, den Eros Westarp in seiner Verlegenheit gegen die neue Regier rung erhebt, von selbst hinfällig werden, nämlich d-atz die Regierung auf die Unter st ützung der lln> abhängigen angewiesen sei. Hier ist es nötig,, den Herren, die sich deutsch und national gebärden, eiui offenes Wort zu sogen. In jedem Fall, ob nun das Ultimatum angenommen oder abgelehnt wurde, stand unser Volk vor gewaltigen wirtschaftlichen und seelischen Leistungen wie Erschütterungen. In solche» Stunden der Rot muß sich naturgemäß d a s d e u t s ch-' nationale Bewußtsein in seiner ganzen! Sieghastigkeit beweisen. Da wird es selbstverständlich,' daß die Partei, die das deutsche Pflichtbewußtsein in Erbpacht genommen zu haben vorgibt, zu einer Sa-, Kotierung der Regierung aufsordert, die bte letzte Kraft im deutschen Volke aufrufen muß, um den Bestand des Einzelnen und tes Reiches fürderhin zu ermöglichen.
Man sieht Phrasen, nichts als Phrasen, mit denen, man die wenig einsichtigen Wähler und Wählerinnen für die egoistischen Parteiziele zu ködern sucht. Wann, endlich werden unserem Volke die Augen aufgehen, wann endlich wird auch der letzte aus unseren Reih:«» erkennen, daß bei dem ganzen nationalistischen Rum? mol letzten Endes ein Gedanke im Vordergrund steht/ den Idealismus des deutschen Volkes, für egoistische Ziele als VorsMin zu benutzen?,
Me, so werde sie für jede Entente unheilvoll feilt. ’
Die Stellungnahme, welche die öffentliche Mri- Großbritannien und Italien in der oderschlesischen Frage gezeigt habe, sollte für Frank- nrcht anstößig sein. Diese öffentliche Meinung halte sich an den Vertrag von Versailles und wolle bte Bestimm-ungen des Vertrages ge- vU>enAen' ob r« nun für oder gegen Deittfchland ausfallen. Das Schicksal Oberschlesiens müsse durch den Obersten Rat, nicht aber durch Korsanty entschieden werden. Der Vor- lauf der zukünftigen Ereigniffe könne nicht vormisge- sagt werden. Die Nebel am Horizont seien dichter als gewöhnlich und der Weltfrieden werde von der Einigkeit zwischen den Verbünde- t?v abhängen.
Keine deutsche Selbsthilfe in Oberschkesirn.
Dem Auswärtigen Amt istrineNote der enteral liierten M ilitär-Ko ntrollkom- Mission zugrgangen, in der darauf hingewiesen wird, daß in verschiedenen Teilen Deutschlands An- Werbungen von Freiwilligen für Schlesien stattfanden. Es wird gefordert, daß man sofort Matz- nahmen treffe, um diese Anwerbungen, die im Widerspruch zu den Bestimmungen des Friedensver- trageS ständen, zu verhindern und die Auflö. jung der in Schlesien bereits gebildeten Formationen herbeizuführen.
Die deutsche Regierung hat daraufhin in etner amtlichen Kundgebung darauf hinge- wicsen, daß durch solche Freiwilligm-Werbungen die zur Verteidigung der deutschen Interessen in Ober- fchlefren von der Reichsregierung eingeleiteten Schutte nicht gefördert, sondern gestört werden. Tie Retchsregrerung macht mit aller Entschiedenheit da- rauf aufmerkiam, baß solche Anwerbungen und Zu- fammenschließungen zu militälischen Verbänden oen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zuwiderlaufen und Zuwiderhandlungen mit Sträfe bedroht sind. Es wird daher zur Vermeidung der gesetzlichen «traffolgcn dringend davor gewarnt, fach« Aufforderungen in irgendeiner Form zu erlassen, insbesondere sie rn der Presse aufzunehmen.
Die Lage im Aufstandsgebiei.
_ Sämtliche neueren Blättermeldungen aus Oberschtesren deuten darauf hin, daß trotz der Kor- sontyfchen Ruckzugsangebotv keine Entspannung der Lage eingetreten fft. Reue Ausschreitungen der polnischen Insurgenten haben sich ereignet. Auf dem Kattowitzer Güterbahnhof wurden mehrere Möbelwagen vollständig cmsae- raubl. In Königshütte wurde ein Depot für Fluchtlingsbekleidrmg von den Polen ausaevtündert Nach einer Meldung des „Berliner Lokalaw." fmb vor einigen Tagen 75 neue Feldküchen von Polen über die Grenze zur Jnsurgerttmsront trans-
Der Gipfel parteipslitischer Betriebsamkeit.
Ein Blick in die gegnerische Parteipwsse briisa: pnntiche Ueöerraschung. Nach längerer, reiflicher Uebrrlegung, die ron einem großen Derantworilich» kettsgefühi getragen war, hatte ter deutsche Reichstag in seiner überwiegenden Mehrheit dos Ultimatum von
Clegö sesrsk fast des Amsfei Sie M«z.
Aus London wird gemeldet: Lloyd George sagte »inem Vertreter des Reuterschsn «Büros gegenüber, er holte fest an feiner Erklärung, die er im'Unterhaus Uber Oberschlesien abgegeben habe. Die nahezu einmütige Zustimmung der amerikanischen und italie. utschen sowohl als der englischen Presse zeige, daß die großen Völker, die im Kriege an der Seite Frankreichs ponden, den Versailler Vertrag in fairer Weife au-- »UtCcrri beabsichtigten. Er möchte der französischen Presse mit allem Respekt sagen, daß die Gewohnheit, Wen Memungsausdruck eines Miielten, der nicht mit ter eigenen Meinung übereinstimme, als ehre llnge-
portiert motten. Die „Voffischc Zeitung" berichtet , London annehmen zu müssen geglaubt. Wer mit in« oon zwei Verordnungen Korfontys, in I irerer Teilnahme die Beratungen der verschiedenen denen er sich Regierrmgsgewalt anmaßt und die eine Fraktionen des Reichstages milerlebte, mußte zu der offene Brüskierung ter Ententekommission bedeuten. I Ueberzeugung kommen, daß in der Brust jedes einzel- Ln der einen Verordnung wird die Ausfuhr von Zah- nen unserer Abgeordneten sich ein scharfer Kampf ab- lungsmitteln aus dem von den Insurgenten besetzten spielte. Man stellte Erwägungen an, wog das „Für" Gebiet bet schwerer Strafe verboten, in der zweiten und „Wider" gegenseitig ab und traf dann seine Ent- Verordnung werden bk Generaldirektoren ter Gru- | scherdimg, ruhig und ernst in dem Bewußtsein nach bestem Wissen uni? Gewissen zu handeln. Wir glaubten bislang keinen Grmsd zu haben, in diesen ernsten Schickfalstagen jenen Männern einen Vorwurf zu machen, die nach gewifsenhafter Prüfung ter Ultimatums- frage zu einer Ablehnung gekommen sind. Wir achten und ehren jede persönliche Ueberzeugung, wir würdigen ten Mut tes Einzelnen, der zu jeder Entscheidung gehört, mag sie nun für oder gegen die Annahme des Ultimatums gelautet haben.
Um so bedauerlicher ist es, daß in diesen Tagen von den deutschnationalen Organen und Parteigruppen eine Hetze getrieben wird, die jede Sachlichkeit vermissen läßt, dafür aber andererseits parteipolitischen Zielen dienen soll. Es ist ein nichtswürdiges Spiel, aber auch zugleich ein gefährliches, was hier getrieben wird, denn es spielt mit dem Glauben und mit dem Vertrauen der deutschen Wählerschaft zu den gewählten Vertretern. Kaum war
ben, die sich außerhalb Oberschtesiens bef inten, aufge- sortert, dorthin zurückzukehren zwecks Wiederauf, nähme des Betriebes, widrigenfalls die Mitglied» des polnischen Vollzugsausschusses selbst Maßnahmen zur Aufrechterhaltung ter Ordnung ergreifen werben.
Nach dem „Verl. Lokalanz." wurde der Sohn tes Fabrikbesitzers Dr. Haase in Rydnik von polnischen Insurgenten verschleppt. Seine Leich: wurde jetzt in der Röhe von Rybrnk aufgefunden. Sie wies mehrere Schüffe im Kopfe auf
3m Auswärtigen Amt und in allen unteren Reichs- | ämtern wirb rat ten zur Erfüllung der Ullimatumsfor- derungerr notwendigen Vorbereitungen intensiv gearbeitet. Insbesondere sind alle erforderlichen Maßnahmen gesetzgeberischer Natur in Ausarbeitung begriffen, rote die Korrektur des Reichswehrgesetzes und ter Gefetzeiuwurf Über die Exportabgabe. ------vre Jlu„1(l|,
^Zwecks Erfüllung der Finanzforderungen ist die la «sage, die die deutschnationale Partei dem Reichsregierung über die Realisierung der 12 Milliar- l neuen Kabinett durch ihren Worttührer, den den Schatzbons mit Bankkreisen in Fühlung getreten. Grafen Westarp in der „Kreuzzeitung" gibt. Dort ~,e Absicht der Reichsregierung, auf die fällige Zah- heißt es, daß die Zusammensetzung der Regierunq der lung von 1 Milliarde Goldmark als Teilzahlung 150 Beschluß der Unterwerfung unter das Ultimatum ter Millionen Goldmark abzutragen, ist bekannt, ihre erste Tat war und dem sie ihre Entstehung vor-
W anzunehmen, daß die Reparationskommission dank!, in Abhängigkeit von den Unabhängigen, den diese Teilzahlung md) awrehmen wird, was juristisch schärssten Kampf gegen sie als notwendig'erscheinen durchaus nrcht sAbstverftandüch ist. I lassen. Von ter neuen Regierung sei eine Politik m
Schließlich wird von ten beteiligten Reichsstellen an I erwarten, der rücksichtsloseste Opposition ter Ausführung ter angebotenen und angenommenen entgegengesetzt werden müsse. Noch hat die neue Ne- Lkferung von 25 000 Holzhäusern für dir zer- I gierung nicht einmal ihr Programm verkündet und störten Gebiete grarbettÄ. schon wird das M i ß t rau e nsoot um arwekündigt,
Wre die Telegraphen-Umori erfährt, hat die der fchörffte Kampf an^fagt. Da ist es doch ralfam,
regierung in einer Note an die dayc- l die Herrfa-aften der Rechten daran zu erinnern. mie r t f cf) e Regierung Richtlinien für die Aus- I entrüstet man tat, als der Abg. Sieruna im
fuhrung tes Entwaffnungsgefrtzrs vom 23. März ge- preußischen Landtag nach ter Reaierungs-
geben und die Emreichung ter Liste der Orgmksatio- erklärung Slrgcrwalds die Kampfansage seiner Frak- nen verlangt, welche nach dem Entwaffnungsgesetz tion verkündete, ohne die Taten des Kabinetts abge- aufgelost werden muffen. Nach diesen Anweisungen I wartet zu haben. So tut man auf ter rechten Seite, keichsregrerung unterliegt es keinem Zweifel, daß ohne sich zu scheuen, was man anderen Parteien nicht “V® *e!bftftf)utjorganlfationcn und I mit Unrecht zum Vorwurf macht, selbstverständlich auch die b a y e r i s ch e n E i n w o h- I Das Gebahren der Detttschnaiionalen wirkt aber nv”n unter diejenigen Organisationen zu I noch empörender, wenn mm sich einmal die Gründe , rechnen sind, die artsgelöst werten muffen. ms.eht, die sie für ihr mißtrauische- und ablehnendes Internationaler Bund der
Kein Rücktransport der französischen Truppen I gegenüber ter neuen Regierung angeben. I «hriftiiA»«
Wie die Blätter auS Essen mAden werden die ®raf Westarp die Zusammensetzung der m Christlichen Gewerkschaftern
aus dem Kreise Solingen abziehenden sranzöMchen A r®n !7Dü^nL x-W^um ist denn die S o - D» Dorstaich tes Internationalen Bundes der
Truppen nicht nach Frankreich zurücktranSporttertz W-n n- EL 9^1tr“n9 emgetrden? tagte unter Vorfitz von Ioft
sondern auf dem Truppenübungsplatz bei I bm,! 616 ^"^ahme des Ultima- I Scherer (Schweiz) in Rom. Sekretär ©erratene?
Köln untergebracht werden. 9 P ? I ^ms 3U Dom Zentrum haben allen (Holland) erstattete einen Bericht über die Tätigkeit tek
1 . runI>cm3.“ fordern, daß man auch die Ueberzeugung I mternaffonelen Organisation seit ter letzten Zufam- lener Manner achtet, die für die Annahme des Ulti- mentuaft des Vorstandes in Köln vom 2. Februar die-, matums erngetrerm sind. Von unserem Standpunkt I ses Jahres. Bereits haben sich innerhlab des Buntes^ E muß das deittsche Volk der Sozialdemokratie Dank mehrere internationale Berussverbänd« im fie_Ln schroerer Schicksalsstunds ihre an gebildet, so diejenigen des graphischen Gewerbes, ted leichter zu ertragende Opposüionsstellrmg verließ, Fabrikarbeiter, ter Ernährungsinteistrie, ter Tertitt
L“10 ,^uljruna für die kommenden arbeit«, der Tabakarbeiter, der Metallarbeiter $ted
^a^rc., ä» lüxernegmen. Bei ten ungerecht- Lauarbeiter, der Eisenbahner und der Landarbeiter serugten Vorwürfen hat man offenbar ganz vergessen. Die Grüntemg ter internationalen Berufsverbändä
^er.in -^res Geschlechtes vor ihrem Hellsshenden Blick I Aber so of^ndvernüifftt^kr^ch^däs^aüch^örhi^ ftand, Hans Heinrich stürzte zur Tür und ries um Hilfe, und auseinanderfetzte, es blieben doch eine helmlich-
Saum war ferne Stimme verhallt, da eilte auch schon Auftegung und ein seelisches Unbehagen in ihm. Dow
Ä T m.UBte ßa"3 in ber Nähe gewartet bei war eine Unruhe In ihm, die ihn rastlos aus einem
ritb? ftnmrn6 „nh xSartL3 überstürztem Be. der dunklen, alten Zimimer Ins andere trieb und auÄ
b? Jh.M S9h 'm» ti°Pfe ,Unb E- auf nicht weichen wollte, als Johann tarn, um zu berichtet ben Stuhl zu. In dem die alte Dame zusammengebro. daß die Gnädige wieder zum Leben erwackt sei und
chen war Sann wmk e er von da aus mit der Hand, sich vollkommen woh fiL y
„Sie lebt. Es ist nichts. Der Herr Baron brauchen fragte er baftia , 9en‘
sich nicht zu beunruhigen. Das sind Anfälle, bis in ben 1 * -
letzten Jahren häufiger gekommen und stets ohne Schaden vorübergegangen sind. Die Gnädige braucht jetzt nur Ruhe, nichts als Ruhe. Wenn Herr Baron nur jo gütig fein wollten, meine Frau zu rufen. Gleich rechts über den Flur. Wir bringen dann die Gnädige zu Bett. Herr Baron brauchen sich weiter um nichts zu sorgen."