- Fuldaer Zeitung
Drmk der Stttborr Aettendruckerri tu Fulde
JE IIS.
««mSite, u. Mai 192t
Dritte» Blatt.
Zir ZeikililÄWdklWz u Mi.
Don Senetttlfetietör Dr. Neubauer.
Zentrumsjugend, Dindthorstbund, Sungakademiker! Warum NSngen btefe Worts dnmer wieder an unser Ohr? Nun ja, man rüstet zum Zentrumsjugendtag in Fulda. Dort werden die Vertreter der Sugenborgcrafotionen der Zentrums- Partei sich zu ernster, zielbowußter Arbeit mit den allen, sturmerprobten Zentrumsführern treffen. Jugendlicher tatenftoher Idealismus, gepaart mit praktischem Wirklichkeitssinn, wird sich vereinigen mit der praktischen Erfahrung und dem frischen, nie ermüdenden Ta- terchrang der alten Zentrumskämpen, um neue Kraft zu schöpfen, neue Anregungen zu geben und zu erhalten und vor allem, um die hehren Zentrumsideale in den jugendfrischen Herzen einzupflanzen und zu vertiefen.
Wahrlich, mehr wie je ist es notwendig, heilige Begeisterung für unsere christlichen Ideale zu wecken. Dir brauchen die Jugend! Wir muffen ihr klar machen, was die Not der Zeit, was das Vaterland von ihr fordert. Teilnahm am politischen Leben, Verständnis für die Not des Vaterlandes, Gemeinschaftssinn, So- lcharitätsgefühl, das fordern wir.
Gott fei Dank, hat sich ein großer Teil unseres Volkes, auch unserer Jugend, den klaren Blick nicht trüben lassen. Aber weite Dolkskreise gehen schrankenlosem Sinnengenuß. Vergnügungen nach. Man tanz-, man lacht, man scherzt und kümmert sich nicht um die Gemeinschaft! Die mag sehen wie sie fertig wird! So Lenken viele. Sie sehen nicht, wie das Volk sich um die Zukunft sorgt, wie es sich aufbäumt gegen Siegerhaß und Siegerwahnsinn. Die Jungen tarnen! Sie wollen nicht erkennen, daß weite Dolkskreise nur not- dürftig ihr Leben fristen. Auf einem Vulkane tanzt das Volk, während unerbittliche äußere und innere Feinde uns ausfaugrn, während schrankenloser Imperialismus und unerbittlicher Haß zum letzten vernich- lenden Schlage aushÄen, und lÄckstchtslose Gewinnsucht, Wucher und Schiebertum an den besten Kräften unseres Volkes zehren. Schamloser denn je erhebt der Materialismus fein Haupt. Die Gier nach Geld, Besitz, Reichtum hat auch unsere Jugend erfaßt, der Mammonrsmus hat sie verseucht und nagt damit an den besten Wurzeln unserer Dolkskraft. Unsere Zukunst, unser Volkstum ist in Gefahr!
Em Machtwort muß da erschallen, tief hinein muß es dringen in jedes jugendliche Herz. Auch den Gleich, güliigsten muß es durchschauern: Halt «in! Wo ist der alte jugendfrohe Idealismus, der einstmals unserer Jugend eigen war. vergangene Zeiten! Ja, unsere -Zeit sst arm an Idealismus! Auch unsere Jwrgen, einst der Stolz unseres Volkes, die Vorkämpfer des christlichen Weltanfchauungsgedankens, sind müde, matt, krank geworden!
Ganze, feste Menschen gehören in diese Zeit der Detristmrs, Menschen, die sich dem Strom, der Hoch- flut sittlichen Niederganges und sittlicher verkommen- hest entgegenstemmen, die dem armen, kranken, irre- geleiteten Volke die lautere, reine Wahrhest sagen. Männer und Frauen mit ruhigem, klaren Blick tun uns not! Sie fehlen uns! Trotz besten Willens und größter Arbett schaffen es di« Mmmermüden, Unbeugsamen nicht mehr allein! Wer wird da helfen!
Ihr Jungen erwacht Ihr, die Ihr berufen setz», Mltgestaltend, ja mitführend Euch zu betätigen, Ihr be- sonders, die Ihr Führer des Volkes werden fallt, habt Ihr den Ruf der Pflicht noch nicht vernommen, wollt Ihr in stumpfer weltvergessener Verzweiflung zusehen, wie mir dem Untergang entgegengchen? Es gähnt ein Abgrund vor uns, weltweit, grundlos! Packt Euch n«ht ein heißes, brennendes Derkmgen, dem Vater- sinrde in all der Tragik des Geschehens mit reiner, hei- «ger, aufopfernder Webe zu dienen? Ihr wollt es? Und dennoch steht Ihr abseits! Erkennt das Gründ- übel unserer Zeit: Die Abwendung von Go», von Re- vgwn, von Sittlichkeit, der Mangel an Derantwort- kichkestsgefühl. Ein gottloser, antsihristlsther Gesst herrscht aus allen Geboten unseres öffentlichen, privaten und gesellschafüichen Lebens. Moral und Sittlichkeit einstens der Stolz des deutschen Volkes, sind dauernd nn Sinken begriffen. Recht und Gerechtigkeit werden mit Fußen getreten. Unter dem Zeichen einer falsch verstandenen Freiheft treibt man dar Volk «r Mord mch Plünderung, hetzt auf Gott, Christentum und feine Anhänger, zieht in den Kot was uns hellte ist. Ke Jugend triickt das Gift entsittlichender, volkszerstören- der Film- und Theaterstücke, die die Grundlage un-
Der Ring der Nuramaja.
Roman ernt Äite »an Beeter.
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60 kam es, und Bruder Dominikus ist danach oft ge. Jmronen und hat sich liebevoll der jungen Mutter ange. nommen. Denn Hans Heinrich schien des schönen Del- be, überdrüssig geworden zu sein, hat sich wenig mehr um sie und um das Kind gekümmert, sst viel zu Festen, Sagten und Gelagen auf benachbarte Burgen geritten, und allgemach ist das Gerücht aufgetaucht, daß er auf Freiersfußen gehe, und daß die Wittib des alten Bo. denheim, eine blonde, schöne und reiche Frau, seinem Werben nicht abgeneigt und bereit fei, ihm als Ehefrau 8° ^lgen. Denn Hans Heinrich von Sesenburg ist «-hl em^gar stattlicher und schöner Monn gewesen, dem bie vrauen schnell und heiß zugetan waren, und sein rotlbes, sittenloses Leben ist in den damaligen Zette» ihm nicht so schlimm emgerechnet worden, sondern hat, wie es im Sinne mancher Frau liegt, ihm in den blauen Augen der stolzen Frau Berta vielleicht noch «inen besonderen Reiz gegeben und sie angespornt, dem wilden Falke« die unruhigen Flügel ,u stutzen und fhn fest jn die Hand zu nehmen. Als Bruder Domini- »us die böse Mör gehört hot. ist ein großer Schreck und «in noch größerer Zorn in ihn gefahren, und er sst hin zur Burg geeilt und hat Rechenschaft und Wahrheit ge- terdert von deren Herrn. Der hat auch nicht lange-ge. pudert, sondern frech zugestanden, daß alles wahr sei, «6 sein Herz und Sinn an der schönen, blonden Boden, /eimerin hänge, und daß sie sein Weib fein wolle, so. mld Nuramaja — so hat die schwarze Frau geheißen — ms dem Hause geräumt wäre. Bruder Dominikus hat mfgeschrien und ihn gemahnt, daß er fein Weib und skind nicht verstoßen könne; aber Hans Heinrich hat Lhnisch gelacht: „Das Weib? Sie ist mir nie ange. «aut worden. Sie ist nicht meines Glauben, und «einer Art. Mitgenommen habe ich sie, als ihr stamm zerstreut und vernichtet war, mitgenommen als kriegsbeute, sie und den braunen Kerl. Der kann mit hr wieder heimziehen, denn sie findet in ihrer Heimat doch Angehörige und Sixplckalt,"
feres Volkstums vernichten. Und Ihr besinnt Euch nicht? Was sagt Ihr? Ihr wollt nicht an die Not des Vaterlandes denken, 3br leidet zu sehr und sucht deshalli Betäubung, vergessen? Ja, die seelssche Not sst ungeheuer groß! Doch sollen mir daran zu Grund« gehen? Nein und nochmals nein! Drum ermannt Euch, packt fest und mutig an, zeigt den Alten, daß Ihr den Mut nicht verliert! Bekennt Euch mutig zu dm alierprobten christlichen Idealen! Labt Eure müden durstigen «Seelen an dem nie versiegeichen Born eines jugendfrischen, welteroberndm christlichen Idealismus!
So laßt uns denn ein heiliges Bekenntnis abfegen! Wir wollen uns entsetzen für die Betätigung der chrsst- üchm Grundsätze im öffentlichen, privaten und gesell- schaftlichm Leben, treu stehen wir zu den alten, christlichen Idealen, die uns ein Windthorst gezeigt hat: Vaterlandsliebe, Religion, Gemein- s ch a f t s s i n n. Mr maßen immerdar uns einsetzen dafür, daß rnieder christsicher Sinn und chrsstliche Nächstenliebe herrschen auf allen Gebieten, sie feiten unsere Tagesarbeit, unser ganzes Tun und Lassen durchfluten. Der Lieblosigkeit [feuern mir durch wahre, chästtiche, liebende Gesinnung, die jedem dos Seine zickmnmen läßt. So letffen wir aushauende Arbeit, Vaterlands- arbett im wahrm «Sinne des Wortes!
Im Geiste des christlichen Solidaris- m u s werden mir kämpfen und siegen! Wer will da abfeits stehen? Keiner! Drum frisch ans Werk! Hinein in die Windthorftbrmde, die Pflsgestätte eines echtm christlichen Idealismus. Wir tarnen keinen Un» terschied der Klassen und Stände, wir reichm gerne die Hand dem Arbeiter und Akademiker, dem Beamten und Handwerker und Landwirt. Alle sind sie uns willkommen! Helft alle mit! Denkt an das Vaterland, an die hohen Kultzirgüter! Im Wmdt- horstbund schöpfen wir als der Quelle des fügend- frohen, befeligendm Idealismus neue Kraft zu neuem Leben in unserer so friedlosen, freubearmen Zeit!
iDe Jugend mich uns gehören! Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft! Dm gvttentfremden- dm, nur auf das Diesseits bedachten Sozialdemokratie und dem oerschwommmm überlebten Liberalismus verträum mir uns nicht an. Wir reißen sie mit uns fort! Em neuer Geist wird unsere Sugenb durchbeben und durch lodern, ein Geist, der sich nicht erschöpft in klsin- mWigem Verzagen und zweckloser Stritif, ein Geist des taten frohen, begeisternden christlichen Ideasisnms, der alles überwindet, der uns allein aus der Not der Zett erretten kann. Wir arbeiten mit Gott, für Wa h r- heit. Recht und Freiheit!
Aus fern Nachbargebiet.
fpd. Butzbach. Die StadtDutzbach feiert am 16. und 17. Juni das Jubiläum ihres 600jähr. Bestehens.
wtb Frankfurt a. UL Die 29. Hauptversammlung des Mttelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze- Sch r e y (Sitz Kassel) findet an dm Pfingsttagen (14., 15. und 16. Mai) in Frankftirt a. M. statt. Der vor- sitzmde des Sten ographenverbandes Stolze-Schrey, Max Däckler-Berlin, wird dabei einen Vortrag über „Die Bedeutung der Kurzschrift im Wirtschaftsleben" halten. Mit der Beranstalttmg verknüpft ist ein großes Wettschreiben, zu dem sich eine große ZaU von Bewerbern aus der ganzen Provinz Hessen-Nassau'und den Freistaaten Hessen und Waldeck angemeldet haben und zu dem zahlreiche große Firmen Ehrenpreise gestiftet haben.
8 Eschwege. Zwei Einbrecher auS Kassel entwendeten während der vergangenen Nacht aus den Fadrikräumen einer hiesigen Weberei Tuchstoffe. Als sie mit ihrer Beute auf dem hiesigen Bahnhöfe einen abgehenden Zug besteigen wollten, fluchteten sie vor der verfolgenden Polizei und gaben auf den Beamten einen erfolglosen Pistolenschuß ab. Einem hiesigen Polizeiwachtmeister gelang es, die Einbrecher in der Nähe von Allendorf zu verhaften.
** Kassel. Ein noch nie gesehenes Schauspiel erlebt man jetzt in der Kölnischen Straße. Anläß. lick eines Bankumbaues sollte auch ein kleines anstoßendes Haus verschwinden. Während zwei Laden- Mieter dieses Hauses anderswo Unterkunft fanden, blieb ein Zigarrenhändler ruhig darin, da er sich mit der Bank über die Entschädigungssumme nicht einigen konnte. Man begann nun einfach mit dem Abbruch de« HauseS; inmitten der Ruine liegt das Geschäft in flottem Betriebe. Schließ, lich wurde de« Besitzer auch dar Dach über dem Kopfe abgedeckt. Auf seine Beschwerde hin deckte man ihn wieder mit Dachpappe zu. Wie die Dinge sich weiter entwickeln werden, ist noch ungewiß.
Da ist Nuramaja ins Zimmer gestürzt, totenblaß und mtt verzerrten Zügen. Sie hat wohl im Neben- gemach gestanden und alles gehört, und ihre Angst und ihr Schmerz find übergeflossen in beschwörend^ wilde Worte und Anklagen. Zu feinen Füßen hat f?e gelegen unb ihn angefleht, sie nicht von sich zu stoße«, tmb hat ihtt gemahnt an alles, was er ihr getobt, und womit er sie zu seinem Eigen gemacht hat.
Aber alles ist vergebens gewesen. Roh und hervor hat Hans Heinrich ihr erklärt, daß er ihr« und ihrer dunklen Schönheit überdrüssig fei. Sein Herz und Sinn verlange nach einem blonden, rosigen Weibe feiner Art, bas ihm in Ehren und Sitten einen Erben deutschen Blutes schenke, damit sein Geschlecht reich und rein meL terblübe und gedeihe. Das schwarzhaarige Mägdlein, Las sie ihm geboren habe, fei ihm fremd und mißächt- Nch^ so wie sie selbst, mtt der er sich nicht sein ganzes Leben, bas noch wett und verheißungsvoll vor ihm läge, verderben wolle.
Unter solchen Worten hat Nuramaja sich wild aufge» fcäumf, ihr schönes, sanftes Auge geflammt, und ihr Gesicht ist verzerrt gewesen von brennendem Haß. Sir hat die Hand gehoben, auf den Reifen gewiesen, der ihr «m Ringfinger her rechten glühte, seine Hemd ergriffen, an der ein gleicher, mit fremden Zeichen und einem blutroten Strin verzierter Ring saß, und ihn gemahnr, zu bedenken, was er bei diesem Ring geschworen, und wte er bereit gewesen fef, sich der Macht diese, Ringe, zu fügen. Ob er vergessen hab«, welch gewaltiger Zauber ht diesen Ringen liege, und daß er Fluch und Verderben auf sich und all- feine Nachkommen ade wenn er einen vom andern trennen wolle? Der Sesenburger hat zu ihren Worten nur gelacht und gerufen: „Ich trenne mich von Dir. Den Ning behalte ich. Mir graut nicht vor ihm, nur vor Dir!*
Da, dunkle Weib hat dabei gestanden mit finsteren, höhnenden Augen und dumpf gesprochen: „Behalte ihn meinetwegen. Ein Zauber hastet an ihm, bedenke das! Du bist mir verbunden, und an mir hängt Dein Glückt Der Sesenburger hat getobt und gewütet «md geschworen, daß er sich vor keinem Zauber fürcht« und sich zu nichts zwingen lasse. Er weise sie aus feinem Hause,
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Verzeichnis
von
Neuanschaffungen der Landesbibliothek
xu Fulda
aus dem Jahre 1920/21.
(Fortsetzung.)
VL Schöne Literatur,
Bäte a. Meyer-Rotermnnd: Das Bach der deutsch. Kleinstadt. Rothenf. 1920.
Bahr, H.: 1) Das Konzert B. o. J. 2) Ringel spiel. B. 1917. — 3) Himmelfahrt. B. 1919. — 4) Dis Rotte Korahs. B. 1919.
Balthasar,W.A.: Erkenne dich selbst Fulda 1920
Barbusse, H.: Das Feuer. Zür. 1920.
Bauer, P.: Der heilige Bund. Essen 0. J.
Bio em, W.: Gottesferne. L. Bd 1—2. 1920.
Blühet, H.: Werke u. Tage. Jena. Bd L 1920. Bödewadt, J.: Zwischen zwei Meeren. B. 1920. Bohner, Th.: Kwabla. Magdeb. (1919).
Bonseis, W.: Eros u. die Evangelien. Frkft 1921.
Claudel, E.: 1) Verkündigung. Hellerau. (1913).
2) Der Ruhetag. Hellerau. 1916.
Dörfler, P.: 1) Judith Finsterwalderin. Kempt 0. J. 2) Neue Götter. Kempt. Bd 1—2. 1920.
Engel, G.: Claus Störtebecker. Bd. 1—2. 0. X Erzähler, Neue deutsche — B. 1—2. 1920.
Esselborn,K.: Landgrafengeschichten. Math. 1919.
Eulenberg, H.: Neue Bilder. B. 1919.
Etzel u. Lerbs: Der Wunderkelch. Ein Sammel buch deutscher Legenden. Heilbr. 1920.
Flaisehlen, C.: 1) Jost Seyfried. B. Bd 1—8 1920. 2) Martin Lehnhardt B. 1919.
Gleichen-Russwurm, A. v.: Das wahre Gesicht Darm st. 1919.
Goeting, R.: Seeschlacht B. 1919.
Ha ms nm, K.: 1) Segen der Erde. Mch. 1920.
2) Victoria. Mch. 1920. 8) Kinder ihrer Zeit. Mch. o. J.' Hasenclever, W.: Der Sohn. Münch. 1917.
Hauptmann, G.: 1) Der weisse Heiland. B. 1920.
2) Michael Kramer. B. 1906.
Hermann, G.: Heinrich Schön jun. B. 1919.
Hesse, H.: 1) Klingsors letzter Sommer. B. 1920.
2) Demian. B. 1920.
Hofmannsthal, H. v.: 1) Der Tod de« Tizian L o. J. 2) Jedermann. B. 1921. 8) Der Tor und der Tod. L. o. J.
Holla end er, F.: Der Weg de« Thomas Truck. B. Bd 1—2. 1920.
Jahnn, H. H.: Pastor Ephraim Magnus. B. 1919t
Joest, E.: 1) Der Eibenstrauss des Knaben. Ham. o. J. 2) Das Todesurteil. B. 0. J.
Johst, H.: 1) Der Einsame. Mch. e. J. 8) Der König. Mch. 1920.
Kaiser, G.: 1) Die Koralle. B. 1918. 2) Gas Potsd. 1920.
Keller, B.i 1) In fremden Spiegeln. Breslau «b L. o. J. 2) Hubertus. Brest u. L. o. J.
Kneip, J.: Der lebendige Gott Jena 1919.
Kornfeld, P.: Himmel u. Hölle, B. 1919.
Kraft, Z. v.: Ein Richard Wagner Boman. L. u. Zflr. 1. 1920.
Kyb er, M.: Unter Tieren. B. (1912.)
Lagerhöf, S.: Jans Heimweh. Mch. o. J.
Lasswitz, K.: Auf zwei Planeten. L. 0, J.
Lesestube, Hessische. Mark. — H. 3—7. and 9. 1917-20.
Lhande, Luis: Donauwörth 1921.
Lienhard, Fr.: Der Spielmann. Stuttg. 0. J. Löns, EL; Das zweite Gesicht Jena 1920. Maartens, M.: Die Liebe eines alten Mädchen*.
Mai, E.: An Ortrand. L. 1920.
Mann, H.: Macht u. Mensch. Mch. 1920.
Manzoni, A.: J Bromessi SposL Firenze 190B.
Nüdling, L.: FOr junge Herzen M.-Gladb. 1920.
Ponten, J.: Der Babylonische Turm. Stuttg. » B. 1920.
Pulver, M: Alexander der Grosse. L. 1917.
Raabe, W.: Kloster Lugau. B. 1907.
Rolland, B.: Meister Breugnon. Frkf. 19201
Schaffner, J.: Die Weisheit der Liebe. L. 1919.
Scharrelmann, W.: Selige Armut L. 1920.
Schmitt, E.: 1) Im Anfang war die Kraft Jenr 1920. 2) Hochzeit. Jena 1920.
Shaw, B.: Die grosse Katharina. B. 1919.
Sorge, R.: Der Bettler. B. 1919.
v. Stach, J.: Hans Elderfing. Kpt Mch. 1980 Stehr, H.: Der Heiligenhof. B. Bd 1—2. 191» Tagore, R.: 1) Das Heim und die Welt Mch;
1930. 2) Der zunehmende Mond. Mch. o. J. 8) Fruchtlose. Mch. o. J. 4) Der Gärtner. Mch. o. J. 5) Der König der dunklen Kammer. Mch. o. J.
Tolstoi, L.: Der lebende Leichnam. B. 0. J.
Turgenieff, J.: Väter u. Söhne. L. o. J. [1919;
v. Unruh, Fr.: Platz. Mch. 1920.
Vershofen. W.: Der Fenriswolf. Jena 1919.
Wassermann, J.: Christian Wahnschaffe. 1 Bd 1-2. 1919.
Wildgans, A.: Armut. L. (1916.)
Zerkauten, H.:l) Der wandernde Sonntag. Kempt 6. J. 2) Die Spitzweg-Gasse. Kempt. o. J.
Zweig, A.; Die Sendung Semaels. Mflnch. 1920.
X Aus Thüringen. Die Auffindung eines allen Stammbaums der Familie Johann Sebastian Bach ist in Wechmar bei Gotha durch Zufall gelungen. Der Stammbaum zeigt unverkennbar ein hohes Alter. Er ist nach heraldischer Art in Form einer stark verästeten knorrigen Eiche gemalt, die von unten bis oben herzförmige Schilder trägt. Jedes dieser Schilder enthalt sauber und genealogisch zuverlässig die einzelnen Generationen. Als Stammvater ist Beit Bach angegeben, der nachweislich in Ohrdruf gelebt hat, von wo aus sich die Familie nach Wechmar und Eisenach und von hier aus über das ganze übrige Thüringen verzweigte. Jn den Kreisen für musikgeschichtliche Forschung dürste der Fund starke Beachtung finden.
©ottesMenftortttung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 16. Mai. (Pfingsten.) Dom. V16, 6, </,7 u. 7 M., um */i71. b. Marien!. M. u. Gen.-Kom. d. Jüngl., 8 Pfarramt m. Umg., Pr. u. Segen, VilO Bischöfl. Hochamt. >412 M. u. Pr., ‘42 Pfinast-A., 4 Bischöfl. BeSper, 7 MafeA. — Ltadtpfarrkirche. 6V* Kom., 5*/< M.,6'/«M. n. Kom. d. Jüngl., 8Aw tu. Pr. (LSchulgd.), 9Vt Hochamt m. Chorgesang u. Festpr., 11 M. u. Pr. (2. Schulgd.), 2‘^ sakramentale Pfingst-A^ 4 Gelegenheit zum beichten, 8 Mai-A. — Pfarrkirche zum hl. Geist. Samstag: 4 Beichte; Aushilfe vom Frauenberg. Sonntag: Titularfest mit voll!. Ablaß; */»7 Kam., 7 Frühm., 8 Festpr., Amt m. kom., 4 Beichte, 5 Mai»A. — Severikirche. Sonntag» */*7, Werktag» 6“ M. — Herz» Jesn-Heim. 8 Hochamt, nachm. 2 Andacht. (Mittwoch abends 8 A.) — Frauenberg. 5 (m. Mai-A.), 6, 6V1 u. 7 M., 8 Bruderschaftsm. m. Pr., 9 Levitenamt m. Pr. u. sakram. Segen, nachm. 2 Festpr. k. A.
Montag, 16. Mai. (2. Pfingstfeiertag.) Dom. V16,6, */i7 u. 7 M., 8 Pfarramt u. Pr., V«10 Kathedralamt u. Pr., ’/jB M. u. Pr., l/i2 sakrament. A., 4 A., 7 Mai-A. — Stadtpfarrkirche. SV» Kom., 51/« u. 6*/< M., 8 M. u. Pr. (L Schulz.), 9> Pfarramt u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Schulz.), 2V, Pfingst-A., 8 Mai-A. — Pfarrkirche ,um hl. Geist. 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Kom., 6 Mai-A. — Severikirche. V,7 M. — Frauenberg 5 (m. Mai-M.), 6, 6V1 u. 7 M„ 8 Rosenkranzm. m. Pr., 9 Levitenamt, nachm. 2 Pr. u. A. f. d. Lerziaren.
Dienstag, 17. Mai. Frauenberg. 6V« Levitenamt, nachm. V«5 feiert. Vesper u. sakrament. Segen.
Oderhesfisches Misstonsfest.
Pfingstsonntag: VtlOborm. Hochamt u. M i ssionS- Pr. t. d. Pfarrkirche g. Amöneburg. 3 nachm. MissionS- feter t. d, Kellmarkkapelle g. Mardorf (bei Negenwetter i b. Pfarrkirche z. Mardorf).
Pfingstmontag:'/,10 vorm. Hochamt u. MissionS- feier b. Forstkapelle b. Neustadt (b. Regenwetter: V,10 dorm. i. d. Pfarrkirche g. Allendorf u. 8 abend» im v. Schlotz'schen Saale g. Neustadt).
PfingstdonnerStag: V,10 vorm. Hochamt u. MissionSseier i. d. Kirche g. Stausebach.
Dreifaltigkeitssonntag: */,10 vorm. Hochamt u. Missions-Pr. i. d. Pfarrkirche z. Marburg. V,8 abends MisfionSfeier t. b. Pfarrkirche g. Schröck.
Bei den einzelnen Feiern finden Kollekten für die Miffionen und die Diaspora statt.
KathaNke« Sherheffen«! Erscheint zahlreich! Spendet reichlich! Sott lohnt e«!
Mckstadt. An allen Mai-Sonntagen ist in Maria- Sternbach mittag» 4 Uhr Segensandacht mit Predigt; an Den emfallenden Feiertagen ist gut selben Zeit nur SegenSandacht. — Der Pfarrgottesdienst während des MaimonateS findet immer um 9 Uhr statt; von 6 Uhr ist Beichtgelegenheit.
Auf Maria Ehrenberg werden folgende Feste gefeiert:
L Da» Fest Maria Leimfuchung, Sonntag, am 5. Juli; 2. Da» Fest der hl. Anna am 26. Juli;
8. DaS Fest de» hl. Jakobus am Sonntag den 31. Juli; 4. Das Fest der Himmelfahrt Mariä am 16. August; 6. DaS Fest Mariä Geburt am Sonntag, 11. September; 6. Das Fest des ErgengelSMichael amSonntag, 2. Oktober.
Don 7. Mai ab findet jeden Samstag Gottesdienst statt (8 Uhr Amt, 8 Uhr hl. Messe) mit Ausnahme folgender SamSiage: 23. Juli, 80. Juli, 10. September, 1. Oktober.
Evangelischer Gottesdienst.
Pfingstsonntag, 15. Mai. Fulda. Storm.8u. 9l/i Sup. Ruhl (hl. Abendmahl). — Großenlüder. Vorm. 9V* Pfarrer Weber. — Bieberstein. Vorm. 9 Pfarrer Reich.
Pfingstmontag, 16.Mai. Fulda. Sorm.8.u.9V* Pfarrer Weber.—Bad «Salzschlirf. Vorm. 9V* Sup. Ruhl.
Soangel. landrrkirchl. Gemeinschaft vutttarstr. 1L
Pfingstsonntag, 15. Mai. Abends 8: Evangeli. satton. — Dienstag abend» 8: Bibelstunde (Pfarrer Weder). — Mittwoch abends 8: Gesangstunde. — Donnerstag abends 8: Jungfrauen B. K. — Freitag abends 8V1: Bibel- und Gebetstunde.
nes Gesicht nicht mehr sehen. Dazu hat er die Hand «hoben und sie wäre in das Gesicht Nuramajas gefallen, wenn sich nicht Pater Dominikus dazwischen geworfen und versöhnende Worte zu sprechen versucht hätte, wiewohl ihm selbst gegraut hat vor dem Ringe und vor der Frau, die seinen Zauber beschwor.
Es sst aber alles umsonst gewesen. Hans Heinrich hat geflucht und gewütet, und Nuramaja hat auch kein beschwichtigendes Wort hören wollen, sondern einen furchtbaren Fluch gegen den einst Gesiebten und fein ganzes Geschlecht gesprochen, einen Fluch, der am schwersten auf dessen Frauen siegen solle, denn solange die Blonden hier herrschen würden, sollten fle Trauer und Leid tragen um ihre Männer und Söhne. Keine Tochter würde ihrem Schoß erblühen, und von den Söhnen stets nur einer übrig bleiben, um den Fluch weiter zu vererben und eine« frühen, unnatürsichen Tode, zu sterben.
Schouerliich hoben ihre Worte durch die weite Halle geklungen und sind übergegangen in fremdländische, drohende Laute, vor denen dem Pater Dominikus, wenngleich er ihren Sinn nicht verstanden hat, doch das Blut in den Adern erstarrt ist. Dann hat sie sich ge- wendet, und niemand hat sie lebend wiedergesehen. Denn am folgenden Tage ist der braune Diener mit dem Kinde verschwunden gewesen, und seine Herrin hat man mit einem kleinen spitzen Dolch im Herzen im Turmgemach gefunden, unter dem Bilde, bas Hans Heinrich in der ersten Zett ihre, verweilen, auf Schloß Sesenburg durch einen fremden Maler von ihr hott« unfertigen lassen. All ihr koftbarer Schmuck hat ge. fehlt, und auch ihr Ring sst von ihrem Finger ver- schwrmden gewesen. Oben im Walde sst sie verscharrt worden, und Pater Dominikus berichtet, daß ihn dar Mitleid getrieben, einen Rosenstrauch zu pflanzen auf die Statte, unter der sie lag.
Der Schlohherr von Sesenburg aber hat sich um nicht, gegrämt und gekümmert, sondern sst auf die Freite gegangen zur schönen blonden Bodenheirnerin, und als auf Nuramajas Grabe die ersten blutroten Rosen blühten, ist drunten Im Schloß eine junge Herrin ! eingezogen mit goldblondem Haar und hohem, präch- I -------- --— - KVif> w 1
dessen blauen Augen und rotem, lachendem Munde der bös« Fluch, dessen grausige Worte noch drohend durch die Gemächer Merten, machtlos zu verfliegen schien, denn sie schenkte ihrem Herrn und Gemahl drei schöne gesunde Knaben, denen sich goldene Löckchen um di« weiße Stirn ringelten, und die aus blauen, stolzen Augen in die Well schauten. »
Hans Heinrich von Sesenburg konnte etn glücksicher Mann sein; aber Pater Dominikus erzählt ta seine« Aufzeichnungen, daß eine seltsame Unrast über ihm ge-. legen und ihn zu allerlei Veränderungen unb wmrdeo» sichen Dingen getrieben habe. Er mochte nicht mehr In dem allen Hause seiner Väter leben, sondern siedelte bald nach seiner Heirat über nach Bodenheim und ließ von dort au, an die alte Sesenburg einen neuen Flügel bauen, den er nach seiner Vollendung wieder mit Weib und Kindern bezog. Um das alle Schloß, und besonders um das Turmgemach, in dem die fremde, dunkle Frau gelebt hatte und gestorben war, zogen sich Grauen und unhettnsiche Sagen. Das Volk wollte um Mitternacht viel Klagen und Weinen der Selbstmörderin vorüberhufchen sehen, und solche Gerüchte wurden noch bestärkt dadurch, daß Han- Heinrich alle Zugänge zu dem alten Test der Burg hatte vermauern lassen. Man sah darin seine eigene Angst vor dem Spuk, der dort fein Wesen trieb, und im Volke wuchs allerlei bös- artiges Staunen und tückischer Verdacht gegen den Sesenburger auf, dessen Augen unter den finfter gefalteten Brauen so unruhig flackerten und immer in der Ferne etwa, zu suchen schienen.
Rur Frau Berta, des Sesenburger, blonde, Weib, merkte davon nichts. Se lebte nur in ihren drei blühen, be* Kindern unb wußte nichts vom Fluch, den der Mund einer tödlich verletzten Vorgängerin auf ihr und ihrer Knaben Haupt geladen — bi, er eines Tages grausam über sie hereinbrach. Eine bösartige Krank, hell, die unten hn Dors unter den Kindern wütete, flog über die schützende« Burgmauern hinüber, faßte zwei dex schönen fröhsichen Knaben unb zog sie unbarmherzig in bas dunkle Grab.
(Fortsetzung folgt.)