Das Zahnpulver „Mg. ZA"
reinigt die Säbtte so vollkormnen. daß ™ *
schon nach 7ur^em Gebrauch das «lnss-ben derselben bedeuteud verbessert wird.Drogerie G. 9t. Step er.
Wer an Hühneraugen leidet, hüte sieh mit dem Messer xu schneiden. Völlig1 gefahrlos, dabei erstaunlich schnell wirkend ist das in allen Drogerien und Apotheken erhältliche Htthneraugen» Lebewohl, wahrend Hornhaut auf der Sohle durch LebewOhl-Ballen-Soheiben verblüffend schnell entfernt wird. Die Mittel verrutschen nicht und bleiben nicht am Strumpfe kleben. Preis 3 Mark. A. Müller, Markt- Drogerie, A. Schramm, Kloster-Drogerie. 361
Ml-ner Zeitung
Statt der Fuldaer Setiatbtedeeei ht (hA<
SOprozeniigen Ausfuhrabgabe und der Aufrichtung der Rhsmzoll-Ümie auf das deutsche Wirtschaftsleben ergriffen worden, denn es ift nicht zu verkennen, daß die lieber- flutung des besetzten Gebietes durch Einfichr unerwünschter Dkrren eine besondere Gefahr bedeutet. Der eucheren Gefahr der Hemmung der deutschen Exportindustrie soll durch eine möglichste Erleichterung der Ausfuhr von deut- scher Seite «rtgegengetreten werden. Dieses ist durch Anweisung des Reichskommissars für Aus- und Einftchr- bswilligung vom 29. April, Reichsanzeiger Nr. 102, bereits geschehen. Die von interalliierter Seide mit dem 10. Mai in Kraft tretende Außenhandelskontrolle geht in ihrem wirtschaftlichen Same dahin, den Verkehr nach Frankreich möglichst zu fördern, den nach Deutschland dagegen möglichst zu erschweren und die Rheinlande als Absatzgebiet für französische Waren zu gewinnen. Damit mm auf diese Weise keine uner- wünschten Waren nach Deutschland eingeführt werden und die deutsche Kaufkraft unnötig schwächen, ift eine Zu» laufkontrolle vor allen Dingen für Luxusartikel unbedingt notwendig. Nebenher gehend muß auch eine bestimmte Ablaufskontrolle geübt werden, um sicher zu sein, daß es sich nicht um eine verschleierte Ausfuhr nach außerdeutschen Ländern handelt. So such denn auch, sowohl Zu- und Ablaufskontrolle vorgesehen, ober noch nicht in Kraft getreten. Berechtigter Weise bietet das Rheinland, welches die Notwendigkeit dieser Maßnahmen nicht im geringsten verkennt, darum die deutsche Kontrolle so einfach wie möglich zu gestalten, wie denn überhaupt die Errichtung der neuen Zoll-Linie keinen Rechtsgrund für die Annullierung bestehender Sieferungsoertrüpe bildet und bei neuen Abschlüssen es sich empfiehlt, über das Trogen des Zolles vom Lieferanten oder Empfänger Vereinbarungen zu t reffen.
Im Interesse unserer rheinischen Brüder haben eine große Anzahl von Verbänden bereits beschloßen, zu Gunsten ihrer Kundschaft im besetzten Gebiet den Zoll auf sich zu nehmen, damit die geschäftlichen Beziehungen keinen Abbruch erleiden und auch aus politischen und vaterländischen Rücksichten im besetzten Gebiet ansässischen deut- schon Firmen ihre Existenz nach Möglichkeit erleichtert wird, selbst wenn die von der Besetzung verschonten deutschen Geschäftskreise Geldopfer auf sich 'nehmen müßen.
Km dem Nachl ?gebiet
— Frankfurt a. M. Sm großen <5atfe des katholischen Eesellenhaus-es (Karlshaus) haften sich auf Einladung des Katholrkenkomftees Frankfurt eine überaus große Zahl Herren und Damen aus allen Gesellschaftskreisen der katholischen Bevölkerung ein» gefunden, um die Bildung des Lokal- to mite es vorzunehmen und die erforderlschen Fach- ausschüsie zu wühlen. Dom Zentralkomitee war Generalsekretär Raps aus Würzburg erschienen. Stadtpfarrer Geistl. Rat Dr. Herr, der Ehrenvorsitzende des Katholikeukomitees, machte mit den Zielen und Zwecken der Versammlung bekannt. Ms erster Dor- sitzender des Lokalkomitces wurde einstimmig Landgerichtsrat Dr. Servatius gewählt, als Ehren- Vorsitzender Sustizrat Dr. Helfrich. Die Bildung der Gesamtkommisstonen, die jede 20 bis 30 Herren und Damen umfassen wird, erfolgt in der nächsten Zeit. Generalsekretär Raps gab der Hoffmmg Ausdruck, daß die 61. Generalversammlung der Katholiken Deutfch- lcnds so groß und mächtig werden möge wie ihre Vorgängerinnen. Nach weiteren Mitteilungen des Herrn Dr. Servatius teilte Herr Stadtpfarrer Geistl. Rat Dr. Herr mit, daß der vorgeschriebene feierliche Got» ftsdienst zur Herabflehung der göttlichen Hilfe bei den Arbeiten am ersten Pfingstfeiertage halb 10 Uhr im Dome stattfinden wird.
spd. Frankfurt a. M. Die bekannte Schuh« großhandlung Hehmann und Benedikt hat ihre Zahlungen eingestellt und strebt unter Bürgschaft einen außergerichtlichen Vergleich mit 40 pCt. an. Die Verbindlichkeiten der Firma werden mit 3—4 Millionen Mark angegeben; darunter befinden sich 1,2 Millionen Mark Bankschulden.
fpd. Höchst. Den Herrn Schülern der gewerblichen Fortbildungsschulen des Kretses Höchst stehen fortan Sitz und Stimme im Schulvorstand zu. So beschloß mit 13 gegen die 11 bürgerlichen Stimmen die gestrige Sitzung des Kreistages für den Kreis Höchst. — Das nächste Ziel der Herren Jungen wird eS sein, daß sie ihre Zeugnisse selbst bestimmen.
fpd Aschaffenburg. Das größte bisher in Bayern gebaute Schiff wurde dieser Tage auf der Werft der Bayrischen Schiffbaugesellichaft zu Erlenbach vom Stapel gelassen. Das Schiff, 72 Meter lang, hat ein Ladevermögen von 25 000 Zentner und wurde auf den Namen „Braunkohle 30" getauft. Es ist zugleich das größte Kranschiff des Rheins und erhält einen Tampfkran von 18 Metern Auslage und 80 Zentnern Tragkraft sowie eine Pumpen» anlage zum Bergen beschädigter Schiffe.
Aus Geis» ttnö Umgebung.
n Ceifa Am vorigen Sonntag veranstaltete der Rhonklub-Zweigverein Gersa eine theaira- ^sche Abendumerhaltung. Durch den von Postselreiar Grcmpel-Tann verfaßten und von Fräulein Ida Klug vollendet zum Vortrag gebrachten Prolog .Rhönheimat-, wurden die sehr zahlreich erschienenen Rhönfreunde so- gleich in die rechte Stimmung versetzt. Im weiteren Verlauf kamen 2 Einakter: .Der Frechdachs" von Lirschfeld und .Die da reich werden wollen" von Martin durch die Theatergruppe des ZweigvereinS zur Äuf» führung, wobei Herr Lehrer Möller die Einstudierung der Rollen und die Spielleitung der Vorstellung übernommen hatte. Die Mustkadteilung deS ZweigvereinS • radbte eine herzerfrischende Waldseene zur Aufführung: Rhönwanderer bei der Rast". Der Männerchor "SangeSfreunde" verschönte durch stimmungsvollen Sie» ^ervortraz in hervorragender Weise den Abend.
Aus Overheffen und den Hess. Aemtern.
A Marburg. Dia Immatrikulationen an der hiesigen Universität haben ihr Ende erreicht. Die Zahl der Studierenden einschließlich 324 Damen stellt sich auf 2573. Nicht mit einbegriffen sind die zum Hören der Vorlesungen Berechtigten. Es studieren 220 (einschließlich 11 Frauen) Theologie, 514 (14) Jura, 711 (63) Medizin, 804 (236) Philo- looie. Im letzten Winterhalbjahr waren es 2348 (286) Studierende. — Bei den Wahlen zur Studenten- kammer gab etwa die Hälfte der Studierenden ihre Sttmme ab. Die Liste des Hochschulrings erzielte 51, die Freidrutsche Gruppe 10, die Zahnmediziner 2 Sitze und die Ausländsdeutschen 1 Sitz.
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Vermischter.
* Sstaßemnesse in Berlin. Wer jetzt in der Reichshauptstadt ankommt, der macht ein verblüfftes Gesicht, denn der Kleinhandel auf offener Straße hat sich viel- fach demuchen ausgedehnt, daß man wirklich von einer Straßemnefse reden kann. Dieser Handel hat sich «gen früher erheblich zu feinen Gunsten verändert. Die Verkäufer sind zum großen Teil sauber gekleidet und, was die Hauptsache ist, sie geben sich Mühe, Kundschaft zu gewinnen uni> zu behalten. Das Publikum kauft zum Leidwesen der Laüenbesitzer ziemlich stark bei diestn fliegenden Kaufleuten. Man kauft Stoffe zu Anzügen, Seife, Schokolade, Speck, Käse, Schinkenspeck, Margarine, Schmalz usw. Auch Haus- imö Küchengeräte sind in großer Auswahl zu haben. Die Reellftät mag nicht überall vorhanden sein, das Publikum aber hofft besonder« Vorteile ausnutzen zu können.
* föne liebe Mutter. Sn Köln hatte eine Metz- gerftau ihren Sohn, mit dem sie in Feindschaft lebte, bei der englischen Behörde ongezeist, daß er bei sich einen Revolver versteckt hatte. Die Waffe wurde auch in einem Schrank gefunden und der Sohn vor das englische Besatzungsgericht gestellt. Die Mutter sagte im Termin gegen den Sohn aus, der seinerseits jede Schuld bestritt und vom englischen Gericht fveigespro- chen wurde.
* Eia perlen- und Drillmttschmuck im Werk von vielen Millionen Kronen, den die Prinzessin Elisabech Liechtenstein bei einer Hochzeitsseier trug, ist gestohlen worden. Die Prinzessin hatte vor ibrest Rückreise aus Furcht, während der Bahnfahrt bestohlen zu wer- den, k«n Schnmck durch einen diplomatischen Kurier nach der ungarischen Gesandtschaft in Wien bringen lassen; dort ist das Paket spurlos verschwunden.
Literarisches.
Deblamatorkum, ernster und religiöser und humoristischer Gedichte und Borträge für katholische Gesellen-, Arbeiter-, und andere Vereine von Moritz Schmitz. 5. Auflage. Broschiert 8 Mk., in hübschem Orginalein- band 12 Mk. Regensburg 1921. Verlagsanstalt vorm. G. I. Manz.
Wer dieses Buch besitzt, wird zum Beispiel als VergnügungSkommiffär ober als Präses und Vorstand eines Vereins niemals in Verlegenheit kommen, wenn es gilt, au» irgend einem Anlaß, fei eS ein Jubiläum oder ein Stiftungsfest, ein entsprechendes Gedicht vor- tragen zu lasieu.
Annita, ein toledanischer Roman von TarloS Stabei. Genehmigte Uebersetzung aus dem Spanischen. 182 S. Verlag von Josef Habbel in Regensburg. Preis 5 M., geb. 7.50 Mark.
Rein äußerlich betrachtet ist dieser toledanische Roman eine glücklich verlaufende Liebesgeschichte zwischen einem jungen Aristokratensohn und einer klugen Gelehrtentochter. Das Wesentliche deS Buches aber ist die innereEntwickluug desGrafenCastoS vom idealistischen Anhänger der Sozialdemokratte zu einem echten sozialen Katholiken. Ohne den lebendigen Fluß der flotten Erzählung allzusehr zu belasten, ist hier eine ganze Menge praktischer Apologetik in Roman form geleistet.
3m Lloftergart«. Friedliche RelrgionSgespräche vo, Sarlmann Sberl O. 8. B. (Bücher für Seelenkultur.) 12® (VIII u. 100 S.) Freiburg i. Br. 1B20, Herder. 3,80 Mk; geb. 6. Mk. und Zuschläge.
DaS »Kloster® ist eine Welt, die bei vielen nach Geheimnis schmeckt und Interesse weckt, die andere anmutet wie .Mittelaster» und ^»exenwahn». Nun kommt da ein Büchlein und will anschaulich mmhen, wie ein evangelischer Theologe, ein Pastor, mit einem Mönch im Klostergarten auf und ab wandelt, um sich überzeugen zu taffen, daß er von der Seele des kathoft- schon Glauben» bisher oft nur recht unzureichende Bor- teUunoen besessen habe. Weil das Büchlein sich bemüht, in Rede uud Gegenrede vor allem den tieferen Zusammenhang der katholischen Gedanken herzustellen, werden auch Katholiken, besonder» Studenten und Studierte, eS mit Nutzen und Befrredigung lesen
Verzeichnis
▼on
Neuanschaffungen der Landesbibliothek eu Fulda eure dem Jahre 1620/21*
(Fortsetzung^)
_' IV. Kunstwissenschaft.
Abert, H.: W. A. Mozart L. — L 1919.
Avenarins, F.: HansgreueL Münch. 1908.
Bode, W.: Die Tonkunst in Goethes Leben. B. 1—3. 1913.
Binger, F.: Cdzanne n. Hodler Münch. 1930.
Giemen, P.: Die romanischen Wandmalereien der Rheinlande. Düsseld. 1905.
Deesey, E.: Bruckner. B. o. 3.
Ehmcke, F. H.: Zur Krisis der Kunst Jena 1920.
Einführung in die Kunst d. Gegenwart. L.
1920. . ,
Fechheimer, H.: Die Plastik der Aegypter.: B. 1920.
Gaehde, Chr.: Das Theater. L. u. B. 1918.
Handbuch der Kunstwissenchaft B.-Neubabels- berg. — Moderne Kunst 1917. — Stadtbaukunst 1920. —
Hessenkunst Kalender. Marb. — 15 für 1921.
Jadassohn, 8.: Lehrbuch der Harmonie L.
1919. _ , ,
Klopfer, P.: Das deutsche Bauern- u. Bürgerhaus. L. 1915.
Künstler-Monographien: 110. Spitzweg. Bielf. u. L. 1920.
Küppers, P. E.: Der Kubismus. L. 1920.
Kunst, Deutsche, und Dekoration. Darmst Jg 88j
II. 1920. , , ,
Kunstdenkmäler, Die, der Stadt und des Kreises Mainz. Darmst Bd 2, I. 1919.
Kunstdenkmäler, Die,derRheinprovinx (Aachener Münster). Düsseldorf 1916.
Luthmer, F.: Nassau. Wiesb. 1917.
Meyer, Fr.: Berühmte Geigen. Köln. 1919.
Moser, H. J.t Geschichte der deutschen Musik. Stuttg. u. B. 1. 1920.
Osthaus, K. E.: Grundzüge der Stilentwicklung. Hag. 1919.
Petersen, I-: Das deutsche Nationaltheater. I» u. B. 1919.
Pfitzner, EL: Die neue Aesthetik der musfk.
Impotenz. Mch. 1920.
Repertorium für Kunstwissenschaft B. — H. F. Bd 7, H. 4—6. 1920 und Jg 1911 u. 1912 (A. F. Bd 34-35.)
Riemann, H.; Kompendium der Notenschrift Rgshg. 1910.
Riemann, H.: Beethovens sämtl. Klavier-Solosonaten. B. - T. 1-2. 1918-19. __
Rolland, K: Ludw. van Beethoven. Zttr. 1990.
Salis, A. v.: Die Kunst der Griechen. L. 1919.
Stephani-Hahn, E.: Schaufensterkunst B. 1919.
Thayer, A. W.: Ludw. van Beethovens Leben L 1—3. 1910-17.
Weise, G.: Beiträge z. Baugesch. der Stiftskirche zu Hersfeld. Marb. 1920.
Weise, G.: Studien z. Entwieklungsgesch. der abendl. Basiliken Grundrisses . . . Heidlbg. 1919.
Wolf, P.: Städtebau. L. (1919.)
JS 105.
«r-ntag, 9. Mai 192L
' Die Zollgrenze an» Rhein.
ttan HandÄskommer-Syndikns Dr. Weymar-Fulda.
In weiterer Ausführung der Londoner Beschlüsse hat die inferatttrette Rhemiand-Kommission in rbter wrorb- mmg Nr. 81 und 82 Bestimmungen über das Zollwesen im besetzten Gebiet erfaßet. Hiernach werden bei Eingang vom unbesetzten ins besetzt« Gebiet 25 Prozent d« dem- Sat Einfuhrzölle, mit einem Aufschlag von 900 Prozent o Lauftchlag) erhoben, während Waren vom besetzten zum unbesetzten Gebiet zum deutschen EmfuhrzoPatz verzollt werben (Papier-Mark). Hierbei ist zu brachen, daß als Grundlage nur dl« Zollsätze des deutschen .Zolltarifs «eiten können, welche vor dem Kriege auf besonderen Mefttbegünüigungsverträgen beruhten, die aber durch den Dssailler Fried-ensvenrag allen Ländern zugesvan- drn werden müssen. 3m besonderen wird noch unterschie- dm zwftchm dem internationalen Durchgangsver- kchr (wobei Warm, welche aus einem autzerdeutschm Lande durch die besetzten Gebiete nach einem anderen außevdeuftchen Lande befördert werden, dieselben Erleich- terungen genießen, Me gewöhnlich dem internationalen Durchgangsverkehr gewährt werden) und dem inneren Durchgangsverkehr mit der Unterscheidung zwischen dem Durchgangeverkshr durch das besetzte Gebiet nach dem unbesetzten oder aus dem unbesetzten Gebiet und dem Durch- gongsverkchr durch das unbesetzte Gebiet nach dem besetzten oder aus dem besetzten Gebiet.
Für ersteren Fall gilt folgendes: Die Waren, welche au» einem anderen Lande als Deutschland durch dos besetzte Gebiet nach dem unbesetzten Gebiet befördert werden, entrichten an der West grenz« dieselben Abgaben, als wenn sie für dos besetzte Gebiet bestimmt wären. Meso Waren unterliegen keiner Abgabe bei chrer Ausfuhr aus dem besetzten Gebiet. Die Wien, weiche aus dem nicht- besetzten Gebiet Deutschland durch bas besetzte Gebiet nach einem anderen Lande tis Deutschland befördert werden, entrichten bei der Ausfuhr aus dem besetzten Gebiet die Ausfuhrabgaben, welche in den deutschen Gesetzen und Verordnungen vorgesehen sind. Sie sind von allen Abgaben für die Einfuhr in das besetzte Gebiet befreit, wenn während des Durchgangs durch das besetzte Gebiet die Bestimmungen für den Durchgangsverkehr beachtet werden.
Für letzteren Fall: Die Waren, welche aus einem andren Lande als Deutschland durch das nichtbesetzte Gebiet nach dem besetzten Gebiet befördert werden, brauchen die Abgabe für die Einfuhr in das besetzte Gebiet nicht zu entrichten, vorausgesetzt, daß sie mit einem Ursprungszeugnis und mft einer von den deutschen Behörden ausgestellten Bescheinigung der Zölle versehen sind. Die Waren, welche aus dem besetzten Gebiet im Durchgangsverkehr nach einem anderen Lande als Deutschland befördert werden oder welche in einem Hafen des unbesetz- ten Deutschland nach dem Ausland e verschisst werden sol- ken, muffen bei der Ausfuhr aus dem besetzten Gebiet die- selben Ausfuhrzölle und Abgaben entrichten, welche sie nach den gegenwärtig in Kraft befindlichen deutschen Tarifen und Bestimmungen an der äußeren Grenze des nicht- besetzten Deutschland entrichten müßten.
Erne besondere Regelung hat der Verkehr auf dem Rhein erfahren: Die Verordnung Nr. 82 besaßt Nch. mit der Außenhandels-Koutrolle. sie setzte die De- schiönkungen, die gegenwärtig auf Grund der deutschen Gesetze und Verordnungen bestehen, für das besetzte Ge- biet ht Kraft. Zu diesem Zwecke ist eine Dienststelle für die Ueberwachung der Ein» und Ausfuhr in Bad Ems errichtet worden, bei wef- cher ab 10. Mai ds. 9s., sowohl für die Einftchr nach dem besetzten Gebiet, als für die Ausfuhr aus dem be- dem besetzten Gebiet. Die Waren, welche aus dem nicht- setzten Gebiet seitens des rhernlänrüschen Beziehers oder Versenders Bewilligungen hierfür zu beantragen sind.
Im einzelnen hat das Wirtschaftskomitee :r intet- allaertsn Rhemtandkommisfum dem Ausfuhranii der be- fetzten Gebiete in Bad Ems nachstehende Doischnisten zur Beachtung mitgeteilt: Die besetzten Gebiete wer- den als ein vom deutschen Reich abgesonderter Wirtschasts- körper betrachtet: es gelten demzufolge die Zeichen Richtlinien für die Ein. und Ausfichrbewilligung nach dem Auslände wie nach dem unbesetzten Deutschland. Die Ausfuhr fft großzügig zu haM>aben mit der <Kn- schränkimg, daß die Marktpreise des besetzten Gebietes nicht ungünstig beeinflußt werden; es kann grundsätzlich alles ausgesichrt werden unter Vermeidung einer Erhöhung der Preise in den besetzten Gebieten. Die Einfuhr soll ebenfalls so großzügig wie möglich bearbeitet werden unter Berücksichtigung der Interessen des besetzten Gebietes: es ist aber nicht zulässig, Warm ingendwelcher Art, von der Einfuhr auszuschließen bezw. ihrer Einfuhr Beschränkung oufoneriegeit Postpakete 61s zu 5 Kilo bedürfen weder bei Einfuhr noch Ausfuhr einer Bewilligung und zwar über alle Grenzen. Saarge- biet—Eupen—Malmedy. Eine Aenderunq des bis- hertzen Verfahrens tritt nicht ein. Die bisherigen Bewilligungen behalten bis auf Widerruf ihre GS- figfeit. Eine Gebührenrückzahlung für nicht ausgenutzte Bewilligungen finden mch« statt. 8em 11. ligte Anträge werden in Em» gestempelt, gehen dann zwecks Ausdrückung des Koblenzer Stemels muh Koblenz werden dort wieder nach Ems und von Ems den Antragstellern zugeschickt. Verlängerungen noch lausender Bewilligungen werden kostenlos in Ems erteilt, bedürfen aber des Koblenzer Stempels. Abgelehnte Anträge gehen nach Koblenz.
Seitens der deutschM Regierung sind umfang- reiche Abwchrmaßnahmen gegen die Wirkung 6er
Der Bing der Nuramaja.
Roman von Käte van Beamer.
2] --
Diese letzte Frau hatte den Dalken in das Wappenschild der Sesenburgs gebracht, aber es dafür reich ver- goldet. Van ihr stammte Groß-Richenhaufen, denn sie hatte sich energisch geweigert, in das Gespensternest, wie sie Sesmburg gern nannte, einzuziehen. Das war denn als Witwensitz der beiden noch lebenden Freifrauen von Sefenburg geblieben und, seitdem die jüngere derselben auch das Zeitliche gesegnet hatte, allmählich zum Dorn- röschenschloß geworden, an dessen Tor die neue Zett mit allem, was sie brachte und nahm, sich vergebens die Finger wund geklopft hatte, bis sie es aufgab, ihren Einzug darin zu halten.
Alle Jahre einmal, zum Geburtstag der Ahne, huschte aber doch ein Stückchen dieser neuen Zeit durch die dunklen Räume; das war die junge Gnädige, die mit dem Urenkelsohn zur Beglückwünschung eintraf. Aber sie huschte auch nur, denn diese Besuche dauerten nie Ringer als eine halbe Stunde und waren, wenn man nach dem Augenschein urteilen wollte, für beide Teile nichts weniger als eine Lust und Freude.
Hans Heinrich lächelte unwillkürlich, wenn er an sie zurückdachte, und dann besann er sich, daß er jetzt rote- der vor solch einem Besuch stehe, und zwar vor einem letzten und anscheinend anderen als damals, wo die Ahne in fast regloser Schweigsamkest vor ihnen saß und feine arme Mutter, die sonst einen Ruf als anmutige Pkauderkn besaß, sich vergebens bemühte, 'n Thema zu finden, das in den Gedanken der weißhaarigen, starr Aufrechtsttzenden eine Art von Widerhall fände. Jedes- mal hatte die Mutter sich hinterher erschöpft in die Kis- sen des Wagens fallen lassen, die Hände gerungen und mst voller Üeberzeugung ausgerufen: „Gott sef Dank, daß diese Fotterung wieder hinter uns liegt! Es ist, als wenn man eine Tote vor sich hat! M'.t demselben Erfolg könnte ich eine CHefantenherbe vor ihr aufziehen Jassen; sie würde dafür ebensowenig Trilnahme zeigen Ne für ihren Urenkelsohn. Wenn ich es nicht Deinem Pater verkvroch«, hätte! Aber der ding merkwürdiger-
wsise sehr an der alten Frau, fast mehr als an seiner Mutter. Er nannte sie die Norne der Familie!"
Die Norne! Ja, der Ausdruck paßte. Und nun ging sie zum Sterben. Wie schrieb sie doch? ^)ch werde leben, um auf Dich zu warten." Hans Heinrich wurde plötzlich von einer heißen Unruhe geweckt. Wenn sie früher starb, als er kam! Sie hatte ihm Mitteilungen zu mache« — vielleicht nur die wirren Trugbilder einer sterbenden Greisin?
Nein, nein, der Brief klang klar und sicher; der Brief klang nach einem festen Willen imb einer bestimmten Absicht, nach viel mehr, als er jemals aus ihrem Munde gehört hatte. Diese Mitteilungen mußten eine gewisse Wichtigkeit haben, er mußte sie hören Auf einmal war es ihm, als hätte stets etwas Ungelöstes, Geheimnisvol. les um die Familie seines Vaters geschwebt, als hätte etwas neben der Gestalt der alten, schweigsamen Frau gestanden, das sie ihm sagen wollte, ihm allein, als letztem Sproß dieser Familie, was sie nie seiner Mutier gesagt und was diese auch nie verstanden hätte, das er aber wissen mußte und verstehen würde.
Ein starrer Zug der Zugehörigkett zu der Letzten, die außer ihm seinen Namen trug, sprang plötzlich mit zwingender Macht in ihm auf. Er und sie, die beiden einzigen noch lebenden Sesenburgs! Wie hatte er das je vergessen, wie hatte er der alten Frau so lange sernblei. den können? Es war ihr eigener Wunsch und Befehl gewesen, dem er nicht ungern Folge geleistet hatte; aber nun reute ihn fein Gehorsam, der weniger aus Achtung vor dem Befehl entsprungen war als aus Unlust, sich gegen ihn aufzulehnen. Wenn sie stürbe, bevor er bei ihr war! Das durfte nicht sein. Er mußte eilen, er mußte zu ihr, das fliehende Leben zu hatten, ihre Mittellungen hören!
Der Ton der elektrischen Glocke klang durch das chaus, und Bob flog auf ihn in das Zimmer seines jungen Herrn. Fahrpläne wurden nachgesehen, ein kleiner Kos- fer im Handumdrehen gepackt, hastige Anordnungen ge- troffen, und noch war keine Sttinde verflossen, seitdem der reitende Bote zu Hans Heinrich von Sefenburg ein. getr^en war, als dieser schon im Zuge saß und dem letzten Wiedersehen mit her Urgroßmutter -ntgegenfuhr.
Als er bei einbrechender Nacht auf der kleinen Station einiraf, von der aus die Straße nach Sefenburg führte, erwartete ihn dort das von Bob telegraphisch bestellte Gefährt, ein Wagen von vorsintflutlicher Bauart, be. spannt mit einem Paar schweren, anscheinend auch schon in bedenttichem Aller stehenden Rappen und geführt von einem alten, stramm sitzenden Kutscher. Neben dem Wagenschlag stemd Johann, der fünfundsiebzigjährige Diener der alten Freifrau, ein hagerer, verwitterter Mann, dessen aufrechte Haüung aber noch getrost neben dem jüngsten bestehen konnte.
Hans Heinrich hatte das Gefühl, als wäre die Zeit nicht einen Schritt vorwärts gegangen, seitdem er zum letztenmal hier neben der alten Kutsche, den alten Pfer. den und den beiden alben Bedienten gestanden hatte. Alles war noch genau wie vor acht Jahren. Nur seine schöne, lachende Mutter fehlte, und aus ihm, dem Knaben, war ein Mann geworden.
Johann zog den Hut. »Willkommen, Herr Baron!" Der roinfte ihm mit der Hand. »Hut auffetzen, Johann! Haben Sie mich denn gleich erkannt?" Die alten Züge zuckten, und die Hand am Wagenschlage zitterte. «Ach Gott, Herr Baron können sich nicht verleugnen, g'rad wie der selige Herr Vater, g'rad wie der selige Herr Großvater, der echte Sefenburg. Den erkennt der alle Johann unter Tausenden, wenn auch die Augen nicht mehr erster Güte sind." ।
Hans Heinrich lächelte und nickte: -Ja, ja, Johann, der echte und der letzte Sefenburg aber hoffentlich noch nicht der einzige des Namens. Wie geht es der allen gnädigen Frau? Sie lebt doch noch?" Johann verneigte sich. -Frau Baronin sind auftecht und klar wie immer und haben alles selbst geordnet für die Aufnahme des jungen Herrn. Frau Baronin haben zwar nichts gesagt __ siz sagen ja überhaupt nicht oft etwas, aber ich glaube doch, Frau Baronin haben sich sehr gefreut daß der junge Herr so schnell ihrem Ruf gefolgt ist — gefreut und wohl auch ein bischen gewundert —' „3a, Johann, auf reitende Boten konnte ich mich einlassen, das dürft Ihr Euch erlauben," lachte der Baron. »Un- fereins hat jetzt andere SefMerungsmitteL*
Johann lächelte auch, nachsichtig und ein bißchen Btt. legen. .Hm, ja, ich weiß wohl, Herr Baron, aber die gnädige Frau hatten befohlen —' -Ganz richtig. Und sie ist nicht krank, nicht bettlägerig?"
Er wunderte sich nun doch. Ihm war der Brief rote der Ruf einer Sterbenden erschienen, und nun wanderte die alte Dame ftisch und auftecht wie immer umher. Das wollte sich nicht recht zusammenreimen. Johann wiegte den weißen Kopf. »Nein, Herr Baron, die bige Frau ist nicht krank, aber — hm, mit Verlaub zu sagen, sie ist doch anders als sonst — unruhig. JDteine Frau, die, rote der Herr Baron vielleicht noch wissen, der Gnädigen fast so lange dient wie ich, sagt, sie schlafe fast gar nicht mehr, und essen und trinken tut sie auch kaum. Cs ist, mit Verlaub zu sagen, al» lebe sie nur noch durch ihren starken Willen. Wenn der zusammenbricht —"
Dem alten Mann standen Tränen in den Augen, al» er mit gepreßter Stimme einhielt. Der Baron sah ihn nachdenklich an. Er entsann sich jetzt, daß seine Mutter erzählt hatte, Johann sei der MUchbruder seines Groß, vaters gewesen, von der Baronin ganz erzogen worden und nach dem Tode ihres Sohnes, dessen vertrauter Diener er war, bei ihr in Dienst getreten. Er hatte immer eine Ausnahmestellung eingenommen und hing wohl mit feiner Herrin enger zusammen als das, was noch von beten Familie übrig geblieben war. Voraussichtlich würde ihm das Ableben der allen Dame auch näher gehen als ihm, dem UrenteL >
Er nickte mit dem Kopf und stieg schnell in die Kuffche. .Wir wollen uns bedien, Johann. Man weiß doch nicht, wie lange der stärkste Wwe das Leben er. hallen kann. Vorwärts! Die allen, fetten Gäule sollen sich mal ein bißchen anftrengen und beweisen, daß sie nicht ganz umsonst gefüttert werden." Johann lächelte wieder nachsichtig, vom Dock her klang ein gedämpfte», mißfälliges Brummen, die Pettsche knallte anstandshal» der ein paarmal über die glänzenden Rücken d:r beide» Rappen, und dann setzte sich di» Stumpeltut1 langsam in Bewegung.
(Fortsetzung folgt)