Fuldaer Leitung
Druck der Fuldaer Aetieadrackeret in Fulda
Drittes Blatt.
(Fortsetzung.)
schreitend. Man wußte wenig von diesem Manne, der sich ganz zuletzt erst zur Karawane gemeldet hatte, eine Verständigung mit ihm war sehr schwer, seine Familie war den anderen gegenüber zurückhaltend.
Jetzt kam Michel. Sein schwerer Wagen war mit vier starken Rappen bespann^ ein weißes Zeltdach blähte sich über dem schön rot angestrichenen Wagen. Sogar die schöne Farbe hatte Michel selbst hergestellt. Auffallend groß war die Schar der Kinder, die mit glänzenden, erwartungsfrohen Augen sich des Weges tummelte. Michels Gattin, Frau Kunigundi«, fuhr mei- stens, da sie Handarbeiten verrichtete oder sonstwie im Haushalt fleißig tätig war. Michel selbst lehnte vorn auf dem Kutschersitz und da sein Haupt den Sonnen- strahlen gar zu arg ausgesetzt war, hatte die treue Gattin chm in der Eile einen spitz zulaufenden Loinwand- beutel aufgestülpt, der dem Michel bald unentbehrlich wurde. Michel mußte bei Unfällen der Karawane überall aushelfen, während Monsieur Frank statt zuzufassen sich mit Schimpfen begnügte. Besonders die beiden folgenden Wagen machten Michel niet zu schaffen, die von langbärtigen, stulpnasigen Männern, lebhaften, feurig blickenden Frauen und zahlreichen, zerlumpt aussehen, den Kindern übervölkert waren. Vor diesen Wagen tänzelten Dreigespanne, ausdauernde, kleine struppige Pferdchen. Diese Leute stritten häufig miteinander, wer von ihnen das meiste Ungeziefer habe und da sie sich häufig kratzen mußten, kam aller zukünftiger europäischer Kultur zum Hohn immer der Asiate zum Vorschein. Beide Parteien, Iwan sowohl, der schrecklich mit den Augen rollte und der heimtückische Stanislaus, der mehrmals von Michel beim Kohlendiebstahl erwischt und dafür gehörig abgestraft wurde, hatten vergeßen, vor der Ausreise ein gründliches Bad zu nehmen und neue Reisegewänder anzulegen. Deshalb kam der letzte Wagen der Karawane erst nach einem langen Zwischen- raum, es war dies das praktisch eingerichtete fahrende Domizil einer gewißen Mister John, der zu Michel in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stand, hierauf aber gar kein Gewicht legte. Mister John gähnte mit seiner Gattin Jolly, zwei langaufgeschoßenen Töchtern und einem halbwüchsigen Sohn um die Wette, räkelte sich auf bequemem Stuhl oder beobachtete mit seinem Fernglas die vorau-fahrenden Reisegenoßeni. veson. ders nahm er Michel immer mehr aufs Korn, den er sehr arbeitsam fand und sagte gelegentlich zu Frau Jolly: Dieser Kerl soll einmal tüchtig für mich arbeiten! Rücksichtslos beschlagnahmte John, sobald die Karawane Halt machte, die besten Weideplätze, denn die Kundschafter standen in seinem Solde und hinterbrachten ihm alles Wissenswerte. Anfänglich ging unter den Pilgern alles gut, dann trat nach Monaten eine Entfremdung ein. 1
Man war in die Gegend des heutigen Moskau ge- komme», hier war längere Rap, also beschloß man ge-
gehend von ihren Späherritten. John verabredete zum Schein mit Monsieur Frank, bie übrigen Familien zu einer Konferenz zur Verteilung der europäischen Länder einzu- taten. Michel wurde zuletzt benachrichtigt und befand sich gerade beim Mittagsmahl im Freien. Es gab Erbsfuppe mit Schweinsohren. Frau Marianne ging mit ihren Kindern gerade vorüber, die Kinder blieben stehen und be- trachteten neugierig das barbarische Gericht. Der junge Frank, Poll, stieß mit dem Fuß nach dem jüngsten Michel, traf ihn am nackten Schienbein und Moire versuchte Steine in die Suppe zu werfen. Der Heine Michel setzte sich mit dem Holzlöffel zur Wehr und gab dem vorwitzigen Poll eins auf die Finger. Darob großes Geschrei. Michel selbst schaute aus, glaubte sein Jüngster sei der Friedens- brscher und griff gewohnheitsmäßig nach der Streitaxt, um mit derem schwanken Holzstiel den «einem Wichet zu züchtigen.
Frau Marianne drehte sich gerade in diesem Moment um, sich wie dieser schreckliche, hemdärmeliche Mansch nach der Streitaxt griff und wie sich die Muskeln aus dem Oberarm Michels wie kleine Schlangen strafften und da sie chren Poll in Lebensgefahr glaubte, schrie Frau Marianne ans Leibeskräften. Cicceri und John hatten zufällig den Verlauf der Sache mit angesehen, Cicceri kannte die Wahrheit, sagte sie aber nicht, John desglmh« und dieser versicherte dem aufgeregt h«teieilend<m Fr<Mk, er werde mit dem mordlustigen Michel streng ins Ger:cht gehen. Die Familienkonferenz fand sofort statt. Zunächst wurde Michel aufgefordert, die Streitaxt herauszugeben. Des weigerte sich Michel, dafür wurde er aus dem Fa- mifienrot ausgeschloßen, der nunmehr die Länterveric lung vornahm. Dann brachen die Familien auf und ließen Michel zurück. Mynheer und Basche verabschiedeten sich Mich, Cicceri lud sogar zu einem Besuch im sonnigen Süden ein, falls Michel genug G-eg> mitbrächte, John legte nachlässig grüßend zwei Finger an die Reisemütze und wandte sich nordwärts, Frank hatte sich bereits französisch empfohlen.
Michel richtete sich an Ort und Stelle so gut ein, als es gehen wollte. Von Z«8 zu Zeit schauten dl« Nachbarn, tee ehemaligen Reisegefährten, über seine Grenzen, festzustellen, was Michel treibe. Dies« kam dank seinem Fleiß und Geschicklichkeit gut voran, aber die Nachbarn wogten es nicht so recht, über Micheln herzufallen.
Soweit die Chronik, schloß Habakut versmacher. Er fügte hinzu, es hat also Jahrtausende gedauert, bis Po- papoffs Nachfolger feinen Herrn erwürgte und bis dis Nachbarn sich an den muskelstarken Michel herangetra-ut haben und ihn um di« Früchte seines Meitzes brachten. Auch Hmrich« Nachkommen verleugneten chren Urahn nicht, denn mich sie verstehen «s ausgezeichnet, dem heutigen Michel allerlei Schobernak zu spielen unb gerade an schwierigen Stellen von Michels Lebensweise diesem bas Leben noch Kräften sau« zu mach«,
Man i&rbe d-h«m nur ™t «d>t«n Brauns’«**«” Stoffarben und fordere die lehrreiche Graüsbroidiüre No. Z von
Wilhelm Bram», Goeellichaft m. beachr. Haftung, Quedlinburgn.H.
Als «me Vergewaltigung der Wirtschaft muß es be» 1 zeichnet werden, wenn der jüngste Gesetzentwurf über die I Elektrizität-Wirtschaft, der allerdings noch nicht in der Oeffentlichkeit bekannt geworden ist, Gesetz werden sollte. Rach sicherem Vernehmen wird durch dieses Gesetz ein neuer umfangreicher Beamtenopparat geschaffen, der in Aufbau und Zuständigkeit überaus verwickelt ist und deßen einzelne Glieder sich gegenseitig völlig Lberflüßig machen; ein derartiger Apparat, der nach einem Willen von oben her gelenkt wird, muß in die gesamte Elektrizitätswirtschaft und in die von ihr abhängige Industrie hemmend eingreifen und die Selbstverwaltung, ja auch die Sozialisierung, di« doch nichts anderes bedeutet als eine Erweiterung des wirtschaft, lichen Wirkungsgrades, hinfällig machen. Fern liegt es, die großen Erzeugungsgebiete der Industrie (wie Kohle, Elektrizität) durch die Ausschaltung des Berliner Regiments übermächtig zu gestalten. Eine einheitliche geschloffene Wirßchaftspolitik — und die kann nur vom Staat ausgehen — ist notwendig; sie muß es sich zur ersten Aufgabe machen, die großen Richtlinien der Wirtschaftspolitik anzugeben und für den Interessenausgleich der oerschiedenen Wirtschaftsgebiete zu sorgen; sie muß sich aber jedes Eingriffes in die Betriebe der Wirtschaft enthalten.
Wie man so aus wirtschaftlichen Gründen jede Schaffung neuer Behörden auf das bestimmteste ableh. nen muß, so wird man auch vom politischen Standpunkte aus sie nicht begrüßen können; nur zu leicht und zu verlockend wird es den neuen Deamtenorgani- fationen fein, ihre wirtschaftliche Arbeit zum Vorspann politischer Bestrebungen zu machen. Dor allem aber werden die neuen Beamtenheere der Allge- meinheit keine Vorteile, sondern nur erhebliche ! Lasten bringen, da sie für ihre Erhaltung und für ihr« Einsetzung aufkommen Eß. Umsomehr wird da. her der Einzelne jeden neuen Beamtenopparat mit Zweifel und mit Mißtrauen betrachten.
Die Arbeit am Schraubstock und Pflugschar wiegt mehr als die Arbeit in den unzähligen Befehlsstellen der Regierungsbüros; er sieht die Zeit kommen wo die Zahl der wirklich Arbeitenden und Schaffenden unter der großen Last der nur Regierenden, Organisierenden und Befehlenden zusammenbricht.
will Wanderlust und Lebensfreude in die Häuser und in Herzen der Menschen bringen.
Reue Beamtenheere.
Der Zentr. Pack. Star, wird geschrieben: Was man bn alten Deutschland zentrale Bürokratie genannt hat, W» mm an ihr bekämpft hat, fft letzten Endes nur als ein schwaches Vorspiel der Bürokratie zu betrachten, die sich aus der Grundlage der durch die Not uns aufgezwungenen Kriegswirtschaft in den zwei Jahren seit dem | großen Zusammenbruch ht Berlin gebildet hat.
Trotz den üblen Erfahrungen mit den Wirtschaft-steilen her Striegszeit werden roieber neue Beamtenheere tzerousbeschworen, deren Zweck heute mehr als damals Völlig unklar fft. Eine Reichsorganffteion nach der andern wächst empor, um ein Wirtschaftsgebiet nach beim andern mit feinen Produktionsmitteln zu erfaßen, zu bewirtschaf. tot ober $u organisieren. In ihnen haben sich bi« Re- mrtutionsregienmgen einen rissigen Inlrveßsnkreis geschaffen, der jetzt einen zähen Kampf ums Dafem führt, um so zäher, als dieses Dasein oieffach eben so bequem wie erträglich fft. Ein« Skrtegsgesellschast stirbt mir, um In anderer Gestalt wieder cmfzuerstehen. Betrachtet man Ne neuesten Beamtengebilde vom wirtschaftlichen Standpunkt aus, so wird man vergeblich nach einem Vorteil such«, den sie der Allgemeinheit gebracht haben ober in Zäunst bringen werden. Was hat beispielsweise die technische Rothilse, die umfangreiche Beamten- Organisation, Positives geleistet? Dde Kosten, di« zu ihrer Gchaftmng und Kleidung erforderlich sind, und di« sckbst- verftändlich von der Allgemeinheit getragen werden müssen — es sind für 1921 40 Millionen vom Reichstag für die Technische Nothilfe vorgesehen — stehen in keinem Verhältnis zu chrom Nutzen. Es herrscht schon lange fein Zweifel mehr darüber, daß die veffmtlichkeft in Bezug auf die Tätigkeit der Technischen Nochiffe irrgeführt wor- 6en ist, daß sie die aflgemeime Verwirrung durch ihr ^ungeschicktes Eingreifen nur noch vermehrt hat; es hängt letzten Endes doch nur von den streikenden Arbeitern ab, ab die Nothilfe überhaupt in Tätigkeit treten kann, ob ■nb in welchem Zustande bie Arbeiter ihr den Betrieb toeriaffen. Urtier solchen Umständen wird man bie An- sicht, daß eine Technische Nothiife überflüssig fei, nicht ganz von der Hand weisen können, ebenso wie man sich angesichts der Schaffung einer neuen Reichskon» troll« an den deutschen Grenzen des Eindmcks der Ueberflüßigkeit dieses neuen Beamtenapparates nicht er» »ehren kann; denn zu welchem Zweck ist dann bie gesamte Zollbsamtenfchoft noch da? Und wer bürgt dafür, dich bie Reichskontrolle ihren Platz ausfüllt?
So sehr der deutsch« Michel geneigt ist, bie traditionelle Hochachtung, bie er bet allen strengerzogenen Dermal- tung gegenüber bewies, zu übertragen auf alles das, was sich heute unter der guten alten Firma des Beamtentums verbirgt, so stark verbreitet fft heute die Uebenjeugung, daß dieses Vertrauen nicht mehr angebracht ist. Mehr und mehr schwindet die Zuversicht zu dem, was die Schrift- gelehrten in BerÄn sagen, und was die Regierung orgatti- fiert. So wird man mit Recht zweifeln, ob von dieser Seite her ein autoritatives Urteil ergehen kann, was mit 6er Grundlage unserer Wirtschaft, der deutschen Kohl«, geschchen soll und so kam» es nicht verwundern, wenn der Kohlenwirtschaftssteil« mit Mißtrauen begegnet wird. In erster Linie versprechen sich bie Vertreter bet Industrie keinen Vorteil von ihrem Eingreisen in bie Kohl«nv«rteilung: sie sehen vielmehr kn ihrer TS- tigkeit ein wirtschaftliches Hemmnis und ein« Lahmlegung da Ktchlenwirffchast. Wenn man die Kohlenwirtschaft vorwärts bringen will — und dies fft das Grundelement für bie Hebung da Güterazeugung überhaupt — so kann dies am allerwenigsten durch Beamte und Gesetze geschehen. Den Aufbau da Wirtschaft überlaße man in erster Linie da Wirtschaft selber. Sie wirb und muh feüber eine Wirtschaftsform finden, bie einerseits eine ge- sunde kaufmännische Wirtschaft ermöglichen urib da deutschen Wirtschaft wieda den Wettbewerb auf dem Weltmarkt ermöglichen, die andererseits aber den Einfluß des staatlichen Willens ht der Richtung ber Gemeinwirtschaft ficherstellen kann. All« Beamtenwirtschast auf rein wirt- schaftlichem Gebiet bedeutet eine Vergewaltigung ber Wirtschaft überhaupt.
Die Völkerwanderung.
Humoristisch« Zeitbetrachtung von Rudoff Linz en.
Profeßor Habakuk Dersmacha hat jüngst in einer Privatbibliothek eine unscheinbare Pergamentrolle ent- deckt, bie in drawitischer Sprache eine anschauliche Schilderung gibt von ber erstmaligen Völkerwanderung, ber von Babylon ausgehenden Auswanderung ber Japhetiten nach Europa. Versmacher erzählt einige Ab- schnitte aus ber Chronik mit ungefähr folgenben Worten:
In Babylon kamen infolge Wohnungsnot unb nach Ueberwindung ber Schwierigkeiten infolge ber Sprachverwirrung acht Familien zu der Vereinbarung, für sich bequemere Wohnsitze und für das liebe Vieh beßere Weideplätze im Abendlande zu suchen Das Reisebüro oOld Fellow" leitete die Sache, strich zunächst schwere Gelter ein und stellte die Karawane zusammen. Diese bestand aus bet erwähnten Familien nebst den dazu gehörigen Knechten unb Mägden. Die Familien unb weiblichen Dienstboten wurden in großen Wohnwagen unter gebracht, die Knechte und einige berittene Kundschafter führten ihre Lagerzelte auf Beiwagen mit Im Srofj, der gesondert marschierte, wurden Spanntiere und Nutzvieh mstgeführt. Ein Mann namens Michel, von Hau, aus Sauer, der sich auch aus allerlei Handwerk gut verstand, hatte mit seinen Stammesleuten sämtliche Wagen gebaut und als alles fertig war, fuhr man unter «greifenden Abschiedsszenen ein« ungewißen Zukunft entgegen An d« Spitze des Zuges zur Zivilisation Europas fuhr ein Mann im schwarzen Knebelbärtchen, Ueschän Frank geheißen,.d« sich zwar Infolge mangelhafter G eographiekenntniße häufig verfranzte und die Karawane aus der Richtung brachte, ab« ehrgeizig stets an der Spitze ber Äulturberoegung bleiben wollt«. Eine etwas blaße, bunteiäugige Gattin, Madame Marianne, zwei Kinder, nämlich Poll, ein etwas vorlaut« Junge, Und Gloire, das Töchterchen, das gern mit ihrem Gockelhohn Gallus fpielte ober anher« Leute Kinb« neckte, teilten mit Frank bie Wagenwohnung, die, geschmackvoll ausgestattet, bei näh«em Zusehen jedoch eine ge. »iß« Vernachlässigung zeigte. Eine Familie, die der Frank'schen Familie ziemlich ähnlich sah, folgte im zweiten Wagen, unter dem Drahtsiebe unb Mausefallen hingen, bie beim Schütteln bes Wagens lärmend anein- ander schlugen, v« Mann, Girolamo Cicceri, knetet« in feinen Freistunden aus Ton attwlei hübsche Figuren, M« er fleißig an die Übrigen Pilger verkaufte. Ein dick«, gemütlich« Herr, als Mynhe« allgemein beliebt, folgte im dritten Wagen. Er sah sein« Frau beim Buttern zu, rauchte bedächtig aus langer Tonpfeife und milchte sich nicht in bie Händel and««. Ein angenehmer Kaffeeduft umwobte das Gefährt, in deßen Jnn«n es von Sauberkeit gleißt«. D« nächste, ein Mann in rot« Mütze, ein blond« Baske, folgte als Viert«, würdevoll feinem mit Maultieren bespannten Wagen «inher-
Literavisches.
»Zwischen Wellen unb Steinen," Novellen von Anna Hilaria von E ck h e l, broschiert 9 Mark, gebunden 16 Mark. Joseph Hcibbel-RegenSb urg.
»Das Gebiet der Adria, Dalmatien, die Dolomiten, das die Verfasserin aus eigener Anschauui g kennt und plastisch vor Au-en führt, umschreibt sie dichterisch: .Zwischen Wellen und Steinen". Aber abgesehen von der reizvollen Landschaft mit ihren lieblichen Bildern, iit in hohem Maße zu bewundern die Kühnheit der Gedanken, die farbige Pracht der Sprache. ES ist ein schönes und reifes Buch, ausgezeichnet durch Stil und Rhythmus.
rechs Märchen von Hermann Franz, 64 S. Mit llmschlagzeichnung von H. Stockmann. 1.60 Mark, geb. 2.40 Mark. Jos. Habbel, Regensburg.
Gleich einem Andersen holt sich der Erzähler den Märchenstoff aus der ihn umgebenden Well, aber seine Dichteraugen sehen im grauen Alltag die wundersamsten Dinge. Fragen des TageS treten in einem zeitlosen Gewand vor uns hin und verlieren im Märchenklerd jegliche Größe.
Das yanLwerk. Ein Unterrichts- und Lesebuch für Kurse und für das Selbststudium. M.-Äladbach 1920, VolkSvereins-Veriag. 10 Mark.
Der schlichte Band enthält auf 184 Seiten 25 Ab- Handlungen, denen eine Geschichtstabelle unb ein Verzeichnis empfehlenswerter Schriften angehängt ist. Die Abhandlungen erstrecken sich über alle neuern Hand- Werkerfragen, so daß die Schrift mit Recht als ein Unterrichts- und Lesebuch bezeichnet werden kann, das sich für Kurs« und Fortbildungsschulen wie auch für den Privatgebrauch eignet
Wonbern, bas heihl reden! Von deutscher Wander- lüft. Gedichte und Aussprüche gesammelt von M. Selter, Bonn 1921. Verlag Wilhelm Stollfuß. Preis 9.- Mk.
Das Buch bringt eine Sammlung der schönsten Gedichte und Aussprüche über Wandern unb Natur. Es
Verzeichnis
von
Heuanschaffungen der Landesbibliothek
su Fulda
aus dem Jahre 1920/21.
104.
Samstag, 7. Mai 1U2L
Gottesüienftordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 8. Mai. Dom. 7,6, 6, )/,7 u. 7 M, um l/i7 M. u. Gen.-Kom. d. Jungfr.-sod. t. b. Ma mein, u. b. christenlephrpfl. Jungfr. i. Dom 8 Sßfarramt m. 93r t/,io Kathedralamt m. Pr., 11 Chr. f. d. Jungl., V,12 M. u. Pr., 7«3 Vers. d. Jungfr.-Dod. m. Aufnahme, Br u. A , 4 Prozession auf den Frauenberg, 7 Mar- A i. b. Marienkapelle. — Ttadtpfarrkirche. 6 Kom., g>/, M u Kam. d. Dienstmädchen-Kongregation, b M. u Koni. d. Jungfr.-Sod. u. d. übrigen christenlehrpflrcht. Jungfr., 8 M. u. Pr. (1. Schulgd.), fl'/i $farra.t u. Pr 11 M. u Pr. (2. Schulad.l, 97, Ehr. f. d. Jungl. i. d.' Sevrrikirche, IV« Bittwallfahrt nach dem Frauenberg, 41/.' A f. d. Dienstmädchen-Kongregation i. b. eeoerit., 8 Mai'-And. - Pfarrkirche zum hl. Geist '/^ Kom 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Rom., */iB Ehr, 5 A. Täglich 5 Mai-A. — Sodalität. '/,1V. — Sevrrikirche. Sonn- tage 7,7, werktags 6°* M. - Herz-Jesu-Hetm. 8 Hoch, amt, nachmitt. 2 Andacht. (Mittwoch abends 8 A.) — Frauenberg. 5 (m. Mm-A.), 6, 67, u. 8 Rosen, kränz», m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 A. f. d. Bittwallfahrt aus der Stadtpfarrei, */,5 A. f. d. Bitt- wallfahrt aus bet Dompfarrei.
Evangelischer (KotteSbienst.
Sonntag, 8. Mai. Fulda Bormitt. « «. 9V, Pfarrer Weber, 11 Kindergottesdienst. — Mittwoch, abends 8: Bibelstunde (Gemeindehaus, Kleinkinderschule).
Svangel. lanbeskirchl. Gemeinschaft vuttlarstr. 17.
Sonntag, 8. Mai. Abends 8 Evangelisation. — Dienstag abends 8: Bibelstunde (Pfarrer Weder) — Mittwoch abends 8: Gesangstunde. — Donnerstag abends 8: Jungfrauen B. Ä. - Freitag abends 8 /,: Bibel- und Gebetstunde.
Bd 1—2. 1921.
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Mitscherlich,W.: Der Nationalismus Westeuropas.
Mommsen, Th.: Römische Gesch. Bd 1—3 u. 5. Wer an Hühneraugen leidet, 1919 2L — — hüte sich mit dem Messer zu schneiden.. Völlig gefahr
los, dabei erstaunlich schnell wirkend ist das in allen Drogerien und Apotheken erhältliche Hühneraugen- Lebewohl, während Hornhaut auf derSohl e durcr Lebewohl-Ballen-Soheibeu verblüffend schnell ent fernt wird. Die Mittel verrutschen nicht und bleiben nicht am Strumpfe kleben. Preis 3 Mark. A. Müller, Markt- Drogerie, A. Schramm, Kloster-Drogene. 301
Märkte.
bs Fulda, 7. Mai. Der heutige Schweine- markt war mit 291 Ferkeln beschickt, die mtt 480, 350 und 250 Mark bezahlt wurden. Absatz schwach.
Auf Maria Ehrenberg werden folgende Feste gefeiert:
1. DaS Fest Maria Heimsuchung, Sonntag, am L. Juli;
2 DaS Fest der hl. Anna am 26. Juli;
3. DaS Fest de» hl. JakobuS am Sonntag, den 31. Julr;
4. ' DaS Fen der Himmelfahrt Mariä am 15. August;
5. DaS Fest Mariä Geburt am Sonntag, 11. September; 6. Da« Fest des ErzengelSMichael amSonntag. 2. Oktober.
Bon 7. Mai ab findet jeden Samstag Gottesdienst natt (8 Uhr Amt, 8 Uhr hl. Meße) mit Ausnahme folgender SamStage: 23. Juli, 80. Juli, 10. September, 1. Oktober. __
Monuments Germaniae Historica. Hannov. — Scriptores rer. Meroving. 7, IL 1920.
Nationalversammlung, Die deutsche. Hrsg, von Heilfron. B. Bd 7. 1920.
Neumann, G. P.: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege. B. 1920,
Nicolai, W.: Nachrichtendienst, Presse u. Volksstimmung im Weltkriege. B. 1920.
festigen Verkehr untereinander zu pflegen. Frau Marianne nahm die Sache in ihre graziöse Hand. Zu einem ländlichen Ball sagten alle freudig zu und steuerten Beitrüge für das Fest bei. Nur Frau Kunigundis. die mitten in d« großen Wäsche steckte, konnte unmöglich abkommen und kleidete ihre Absage in nicht g«ade glückliche Form. Marianne schäumte wie Frau Sunt- gundis Wäschebottich und da der Festplatz gar so nah« an der Wöscheküche lag, wirbelte und wogte ter heiße Dampf in langen Schwaden um die verächtlich gekräu. selten Nasen d« Festteilnehmer, ja, die Töcht« des höchst ehrenwerten Mist« 3d6n «Otten einen Nervenschock. Michel selbst ahnte rMfc1 59n dem Unwetter, bas den bisher wolkenlosen Himiv'l feines Familienlebens nmbüfterte, seelenruhig zerkketnertt er Holz und schaute nur v«wund«t auf, als Stanislaus auf dem Festplatze einen feurigen Krakowiak tanzte, beifallheischend di« Absätze feiner glänzenden Stulpenstiefel aneinanderschla. genlb. Während die Herrschaften sich bei Tanz und Schaumwein gütlich taten, rückten die Knechte bei einigen Flaschen Baktrerschnaps auch zusammen. Etwas abgesondert natürlich. Hinrich, Michels Großknecht, ein etwas versckffoßen« und gewalttätiger Mensch, ließ sich von Popapoff, Iwans Knecht, die Mißhandlungen schildern, die dies« unt« den Streichen ein« Knute, ein« asiatischen Errungenschaft, erleiden mußte. Da wuchs d« Tyrannenhaß Hinrichs ins Riefengroße, ater « übertrug diesen Haß auch auf feine eigenen Verhält, nffse, indem « den friedfertigen Herrn Michel, ter ihm doch in guten und bösen Tagen rin gerecht«, wohlwollend« Diensth«r war, durch all«lei Schabernak blau ärg«te. An jenem Feste ab« riß Hinrich in größt« Erregung einen gewaltigen Fetzen feiner roten Hals- tuches ab, gab ihm Popapoff mit den Worten: Mi: die. fern Tuche, tot wie Blut, erwürge Deinen H«rnl — Sie riefen noch einige Gesinnungsgenossen herbei als Schwurzeugen: Die «sie Moskau« International« war geschloßen! — Das Fest endete mit einer starken Magen- veisti-mmung, Popapoff erlitt sogar «ine Kopfwunde, denn Äs « von Begeisterung und Baktrerschnaps übermannt Hmrich auf beide Backen küssen wollte, stieß dies« ihn rauh zurück und Popapoff taumelte zur Erde. Am anderen Morgen sollte weitermarschi«t werten, Jwcm und Stanislaus schliefen noch, kurz entschlossen spannt« Mist« John ihnen die Pserdchen aus, nahm st« vor den eigenen Wag«, und schonte seine Vollblutpferd«. Michel suchte auf dem Weitermarsch durch Wohlverhalten unb Zuvor- kommenheit die Mißhelligkeiten vom Tage zuvor, die letzt immer fühlbarer wurden, zu oeifchcuchen. es gelang nicht, bie Entfremdung blieb. Iwan und Stanislaus, die, mich- tarn geworden, di« Karawane nicht mehr «Schoten taut- tot, Mieten an Ort unb Stelle "rrück.
Nach vielen Monden kam die :aroane <et dis Donau, i Johns Kundschaft« waren gekommen und bsrichtsen sin-
wlckstadt. An allen Mai-Sonntagen ist in Maria-
Sternbach mittags 4 Uhr Segensandacht mit Predigt; > 1H20. , T .....
an den einfallenden Feiertagen ist zur selben Zett nur I Reidelbach, P.: Kassel. L. (1921.)
Segensandacht. — Der PfarrgotteSdrenst Nährend des I Heimat, Die. Wochenschrift für Volkstum und
Maimonates findet immer um 9 Uhr statt; von 6 Uhr I Reimatpflege. L. — Jg 1920. . ..
ist Beichtgelegenheit. I Hofmann, A. v: Das deutsche Land und die
" ' Geschichte. Stuttg. u. B. 1920.
Jahresberichte, Löbells, über die . . . Fort
schritte im Militftrwesen. B. Jg 41. 192G
Mawson, D.: Leben u. Tod am SüdpoL L. —