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Amtlicher Anzeiger für den

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kreis und die Stadt Fulda.

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Bezugspreis: Monatlich 3,00 Llk. ohne Zustellgebühr. In Fuiüo bei uns abgeholt 3,15 Bit Anzeigenpreis: DieKieinzeNe [CEolonelmaB) 60 p|g u. 10",Zuschlag, die Reklamezeile (Terterttte) 1.80 2KU u. 10% Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt. 7M-s»TOMBBgmMMWBMBgM1 WMI

48. Zahrg.

Freitag, 6. Mal 1921

Nr. 103

c)

Preußischer Landtaa

Das neue Ultimatum

der»

Aus 6cm besetzten Gebiet

sehen sind,

b) gemäß Arttkel 233 die ReparÄionsksmmission einja- ladra, ohne Verzögerung der deotschen Regierung dl« Zahlungsfristen und Alodaliläleo für die Gesamtheit Ihrer Schuld bekannt zu geben und die übrigen Beschlüsse der deutschen Regie­rung spätestens am 6. Mal bekannt zu geben, dlr deutsche Regierung auszusordern

1. unumwunden In einer Frist von 6 Tagen nach 5m-

Jerner beschließen die Alliierten

a) von heute an alle vsrbereliendeu Maßnahme» zu tref­fen, die für die B es ehn ng des Ruhrgebiete» durch alliierte Streitkräfte cm Rhein notwendig sind und zwar unter den Bedingungen, die In § 10 ootge-

Die offiziöse französische Agentur Havas breitet den Inhalt des Ultimatums, das nach den Beschlüsien der Londoner Konferenz des Obersten Rates von den Alliierten an Deutschland gerichtet werden soll. Die Note hat danach folgenden Wortlaut:

besondere Feiern in glanzvollem Rahmen °bgehallm werden sollen,im Einklang mit der Verehrung, btebte rheinische Bevölkerung dem Kaiser gegenuoer be- wahrt hat. Das für Mainz als Sitz des Oberkomman­dos vorgesehene Programm ist im E.nklang mrt der Pietät der Bevölkerung" besonders breit gehalten, da es die Franzosen ja kein eigenes Geld kostet. Deutscher, seit; wird hoffentlich die Bevölkerung ihre Verehrung für Napoleon durch absolute Zurückhaltung lunbgegcbey haben. _

Deutscher Reichstag.

Während die politische Situation von Stunde zu Stunde an Spannung zunimmt und während Lebens­fragen des deutschen Volkes auf dem Spiele stehen, be­faßte sich der Reichstag am Mittwoch ganz mechcmisch mit der Erledigung kleinerer Vorlagen. Die politische Gesamtlage rechtfertigt es, daß nur wenige Abgeord» nete und auch diese mit durchaus geteiltem Interesse den Verhandlungen des deutschen Reichsparlamems beiwoh­nen. Zunächst lehnte das Haus die Anträge der Unab» hängigen und der Kommunisten auf Beseitigung des Ausnahmezustandes in Mitteldeutschland, Hamburg und Westfalen gegen Unabhängige und Kommunisten ab, ebenso den Anttag auf Abschaffung der Sondergenchte. Der Antrag der Sozialdemokraten, Sondergerichte nur in den eigentlichen Aufruhrbezirken zuzulassen wurde gleichfalls abgelehnt. Eine Aussprache ergab sich erst bei der Beratung über die vorläufige Neuaufstellung des Ortsklassenverzeichnisses. Vonseiten der Kommunisten und Deutschnationalen wurden cmzelne Bedenken geäußert. Schließlich wurde das Gesetz m zwester und dritter Lesung angenommen mit emer föti- lckliekmna des Aba Mumm, wonach die Notlage der tiev ncren unb mittleren Orte künftig mehr berücksichtigt wer- den sollen. Ein Entwurf über die Verteilung des Oe. winnes der Neichsbank für 1920 wurde in zwei­ter und dritter Lesung genehmigt Ebenso etne Vortags betreffend die Aenderung des Bankgesetzes mit einer Entschließung der Regierungsparteien ui her die Aus­lieferung des Goldoorrates der Reichsbank als ein Cm- griff in das Privateigentum und dadurch mit d.n Be­stimmungen des Frieüensvertroges unvereinbar bezeuh. nct wird. , , , .

Dmm wurde die Debatte über Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit zu Ende geführt. Sie bot sachlich nichts bemerkenswertes. Die dazu vorliegenden Anträge gingen an den volkswirtschaftlichen Ausschuß.

Zu einer langen Debatte, die sich bis In dre Nacht hm» zog, gab die Steuerangelegenheit Erz der- qers Veranlassung. Auf den ausdrücklichen Wunsch Erz- dergers hat Der Ausschuß die Aufhebung der Immunität und die Genehmigung zur Steofverfolgung Erzbergers wegen Sieuachintorziehung befchiosien. Aus dem vom Abg. Sahl erstatteten Bericht des Ausschusses ergibt sich zweifelsfrei, daß gegen keinen anderen Steuerzahler auf Grund eines solchen Tatbestandes em Strafversahom eröffnet worden wäre und daß hier die Politik in die Rechtspflege hmemgeipieit hat. Der Sozialdemokrat keil bezeichnet es als beispiellos, daß ein Antrag auf Straf­verfolgung eines Abgeordneten 70 Tage unerledigt ge­blieben ist, obwohl der Abgeordnete selbst die sofortige Erledigung des Antrages dringend gewünscht hat. Diese Verschleppung sei ein unerhörter politischer Skandal, ds mit dem Diebstahl der Steuerakten begonnen habe. Auch der Zentrumsabg. Barlage nannte die Verschleppung ein verschmitztes RSnkespiel und die Ausschlachiung des Fon« les ebne skrupellose politische Hetze. Aus der Rede des Finanz Ministers Wirch ergab sich, daß die Untersuchung gegen Erzberger in jeder Beziehung völlig ergebnislos verlausen sei. Auf eine von Sachkenntnis nicht getrübte Rede des Deutschnationalen Graefe erwiderte Minister Wirth, daß jeder, der nicht mit blinder Voreingenommen­heit aus den Abg. Erzberger einhaut, von der Rechten versehmt und verfolgt weide. In die weitere Debatte griff auch helfferlch ein, von der Linken mit Lärm em­pfangen. Er griff aber Erzberger nicht an, sondern wehrte sich nur gegen Angriffe, die gegen ihn selbst in ©teuer» angelogrnheiten erhoben waren. Immerhin rief das Ein­greifen Helfferichs eine lebhafte Debatte hervor, die sich bis zur Mitternachtsstunde hinzog. Dann wurde nach dem Anträge des Ausschußes die Genehmigung zur Strafverfolgung erteilt.

Freitag: Kleine Vorlagen.

Verantwortlich für den cedauionellen Teil: Kart Schütte, - für die Anzeigen: I. Parzelier-Fulda. u Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Aellendruckere! in Fulda, ssernlprecher Nr. 9. Teleqr.-Adresfe: Fuldaer Zeitung

Die atlilerfen Mächte stellen fest, daß trotz der von den Alliierte» feit der Unterzeichnung des Berfaifler Frlrdens- vertrages gemachten Zugektänduisie anb trotz der War­nungen and Sanktionen, die in Span und Varls befchlos- fen wurden, sowie trotz der Sanfiionen, die in Loudon bekannt gegeben and neuerdings durchgestihrk wurden, die deuifche Regierung es hat daran fehlen taffen. die Ver- pflichkuagen za erfüllen, die Ihr gemäß ben Beffimmungen des Derfalllec Friedens zakommen and zwar:

l.bezügllch der Mbrflftnng,

2. bezüglich der Zahlung von 12 Mil­liarden Sold mark, die am 1. Mai 1921 gemäß Art. 235 bc5 Friedensverkrages fällig waren and deren Bezahlung die Reparationskommission an diesem Tage bereite gefordert Halle,

3. bezüglich bet Bestrafung der Schuldigen anker den Bebingangen, wie sie von den Alllierlen in den Jlolen vorn 13. 3anuar und 17. Mai 1920 festgesetzt würben,

4. bezüglich anderer wlchllger Fragen, uameutsich jener. Me In den Artikeln 264, 265, 269, 273. 321, 322 und 327 tskwdeü wstiet

Rücktritt der Reichsregierung.

Das Dolsssche Telcgrophenbüro melde!: Mit Rücksicht auf die durch die Anstvortnole der Vereinig­ten Skalen geschaffene politisch« Lage haf das Ka­binett einstimmig seinen Rücktritt be­schlossen. Der Reichskanzler ha! sich am Abend zum Reichspräsidenten begeben, um ihm den Entschluß des Kabinrtfs milzuleüen. Der Reichspräsidenl hm dos Kabinett gebeten, die Geschäfte weiterzu- führen. Des Kabinett hat zugestimml.

2n dieser offiziösen Miiteilimg ist nicht ausdrück­lich gesagt, daß der Reichspräsident das Rücktritts, grsuch grmthmigt hat, dos Kabircett die Geschäfte also nur vorläusig weiterführt. Aber es ist unzweifelhaft, daß das Rücktrittsgesuch des Gescnnlkabinelts ange­nommen werden wird. Die Stellung der gegen­wärtigen Reichsregierung ist derart erschüttert, daß sie auf ihrem Posten mcht verbleiben kann. Das Kabinett selbst ist der Auffassung, daß durch das Ulti­matum der Entente und durch die Londoner Forderun­gen eine neue Lage geschaffen ist, die ein neues Ka­binett erfordert. Daß die Regierung die Reichs- gefchäfle noch weiterfuhrt, ist verftändtich und not­wendig angesichts der Vorgänge in Oberschlrsien, wo unter einer Diktatur Korfanty vollendete Tatsachen tnrrch die Besitzergreifung oberfchlesischer Gebietsteile geschaffen werden sollen.

Für di« Auseinandersetzimgen mit der Entente haben neue Manner eine größere Bewegungsfreiheit als die Träger der Verantwortung für die Daraus« gegangenen Handlungen. Man hätte diesem Kabi­nett allerdings einen anderen Abgang gewünscht. Wir wollen uns nicht In den Streik einmifchen, ob das Bermittlungsgefmh an Harding in Gestatt des Angebots eines Schiedsspruches, dem wir uns be­dingungslos unterwerfen wollten, richtig war oder nicht. Dieser Schritt ist ja nicht vom ganzen Kabinen gedeckt worden, sondern er trug nur die Unterschrift des Reichskanzlers Fehrendach und des Außenministers Simons. Daraus darf aber natürlich nicht geschlos­sen werden, daß das Kabinett nicht damit einver» wkmden gewesen wäre. Die parlamentarische Deckung für diesen Schritt aber war nicht vorhanden. Selbst die maßgebenden Führer der einzelnen Parteien haben von der Absicht der Reichsregierung erst in dem Augen­blick etwas davon erfahren, als nichts mehr daran zu ändern war. Sm Parlament hat das Vor­gehen der Reichsregierung zweifellos eine große Miß- ftimmung heroorgerufen. Dann kam der zweite Schritt in Gestalt neuer Vorschläge an di« Entente, di? durch Vermittlung Hardings hätten weiter ge­leitet werden sollen. Diefe Wtion war mit den Par­teien vortiesprochen wid fand auch deren Billigung. Frellich befanden sich die Parteien in einer gewissen Zwangslage, da sie die Regierung jetzt nicht mehr im Stiche lassen durften. Zudem waren die Dinge auch zu weit gediehen, als daß es noch möglich gewesen wäre, das Steuer nach einem anderen Kurs zu drehen. Es kam ferner hinzu, daß das Reichskabinctt glaubte, sich auf zuverlässige Informationen bestimmter ameri­kanischer Persöntichkciten zu stützen.

Das Kabinett hat nun mit seiner Politik Schiff­bruch erlitten und muß den Platz räumen. Dir Frage: Was nun? ist eine Frage, die über das nationale, politische und wirtschaftliche Geschick des Deutschlands der Zukunft entscheiden soll. In wenigen Stunden wird das neue deutsche Kabinett die Forderungen der Entente in Händen haben. Die Entscheidung darüber fällt neuen Männern zu. Für bi« Äeichskanzlerschast kommen anscheinend nur zwei Parlamentarier ernst­haft in Frage, der Führer der Deutschen Volkspanei, Dr. Streseinann, und der gegenwärtige preußische Ministerpräsident Stegerwald. Ws Nachfolger Dr. Simons im Außenministerium wird der Bot­schafter in Paris, Dr. Mayer-Kaufbeuren genannt, d-r aber keine Neigung haben soll, das Auswärtige Amt zu übernehmen.

(55) 3m Reichstage versammelten sich im Laufe des Mittwoch die Parteien zu einer engeren Aus­sprache über die durch dir Bermittlungsablehnung Amerikas geschaffene politische Lage. Außerdem san­den mehrfach interftaktionell« Besprechungen statt. Diese befaßten sich namentlich mtt den Parlamenten- chen Möglichkeiten, dir für die N e u b i l d u n g e i ner Regierung in Frage kommen. Es ist bemerkens­wert, daß dabei auch der Gedanke erwogen wurde, ein neues Kabinett zu bilden, das dm der Deutschen Volkspartei bis einschließlich der Unabhängigen rei- chen wurde. An «ine Verwirklichung dieses Gedankens ist jedoch bei unserem Parteijcmnner, der gerade auch in dieser ernsten Stunde wieder kraß hervortritt, «icht zu denken. __

satzung die Gewalt an die Polen abgegeben und ist dann nach Kattowitz abgerückt. Rosenberg wurde vergangene Nacht von den Polen besetzt. Die ftan- zösischen Truppen sind von Kreuzburg abgerückt. Ni­kolai ist von 2000 Insurgenten umzingelt. Die bis­herigen Verlust- der Italiener betragen 2 Offiziere, 31 Mann Tote und 49 Verwundete. Lande berg war von 600 Insurgenten besetzt. Ein Aitzriff d-r Latte- ner von Ratibor gegen Rybnik und Pleß scheint miß­glückt zu sein. Die Polen haben nachts versucht, Ra- tidor zu stürmen, wurden aber noch von den Italie­nern zurückgeschlagen. Es verlautet, daß der italienische Komandeur mit den Polen einen Waffenstillstand auf ter Basis abgeschlossen hat: Kein weiteres beiderseiti. xes Vorrücken. Die Polen haben über die Vrmitza eine Brücke geschlagen, über die Lastautos mit allem erdenklichen Material heranrollen, lüian schätzt die Zahl der Aufrührer auf ungefähr 100000 Mann bestausgerüsteter Leute.

Korfanty ist als Abstinanungskomnnssar ab­berufen worden. Offenbar hat die polnische Regie­rung mit der Enthebung Korsantys der Entente ein Zugeständnis machen wollen. Große Bedeutung hat dieses Zugeständnis nicht. Korfanty hat die Abberu­fung damit beantwortet, daß er sich als Militär- und Ziocigouverneur Hal ausrufen taffen. Ec erließ eine Proklamation, in der er fagt, daß erandieSpitze d e s A u f st a n d s trete, nachdem er ihn nlcht habe niederwerfen können. Alle Beamten bleiben im Dienst. Vergehen werden nach Kriegsrecht abge- urteitt; passive Resistenz unterliegt dem Standrecht. Eisenbahn- und Telephonverkehr sind in polnischen Händen. Die Organe der interalliierten Kommission sind machtlos und muffen sich zu ihrer eigenen Sicher- beit nach den größeren Städten zurückziehen.

Zahlreich sind die Nachrichten über Terror- erjcheinungen schlimmster Art. Scheußliche Bluttaten werden verübt. Auf dem Lande find viele Deut chgesikmte, defonders Lehrer, oerfchleppt und ge­fangen gesetzt worden. Der Güterdirektor von der Grube Czuchow und fein Assistent sind erschossen. 3n Amonienhütte im Kreise Kattowitz wurde das Po- Itzeikommanbo, das sich gegen die polnischen Auf­rührerischen verteidigte, bis ihm die Munilion aus­ging, von den Polen bis auf den letzten Mann nieder- gemacht. Achtzehn Polizeibeamte wurden erfchlagen und ihre Leichen gtaufam verstümmelt. In Kats bei Beuthen sind gleichfalls mehrer« Tote und Sch wer - vrrwulkdete zu verzeichnen. Aus Scharley werden schwere Kämpfe und Plünderungen gomeldet. In Blottnitz, wo sich das Hauptquartier des polnischen Ausstandes befindet, wurde der dortige deutschgesinnte Förster mit seinen beiden Dienstmädchen von den Polen erschossen. In Zaradski wurden 30 Italiener von den Polen überfallen und entwaffnet

Der Sonderberichterstatter des ßonbortetDaily gjprejj" meldet unter der Ueberschrift:Im polnischen Lager" aus Beuthen unterm 4. Mai über seinen Be­such imGroßen Hauptquartier der polnifchen Aus. ständischen":

Da gesamte Bezirk um Kattowitz, Beuthen und ®Iei- wltz hemm ist ein Hefiges Lager. Zwischen Äotio- witz und Hindenburg kam ich an wenigstens zehntausend Sokols vorbei, die die Straßen abpatrouiliierten, auf den Feldern lagerten und die Dörfer besetzt hielten. Die Trup» pm waren mit allen Waffen moderner Krieg st echnik ausgerüstet; ich sich die neuesten In« pm vonSanitäteroagen, Feldküchen ins) Leichten und schweren Maschinengewehren. Als ich Kattowitz heu.e morgen verließ, war die Stadt ruhig, nach einer Nacht des Terrors. Den neugierigen polnischen Zivilisten, die meinen Kraftwagen anhielten und nach meinem Paß fragten, genügte das französische Visum. In Blottnitz wurde ich vor den polnischen Generalstab geführt und dort eingehend untersucht. Einer der Stabsoffiziere er­klärte triumphierend:Bis Ende der Woche befindet sich kein Deutscher mehr m Oberschlesien!" Aus dem Wege zurück nach Beuchen kam ich durch mehrere verlassene Dörfer. Die Einwohner waren entweder, vom Schrecken ersaßt, geflohen oder hielten sich in den Kellern verborgen. Leichname von deutschen Polizisten und polnischen Insur­genten, die niemand zu beerdigen versuchte, tagen an den Wegen als stumme Zeugen der erbitterten Kämpfe." Der Berichterstatter schließt:Die interalliierten Vertreter schreiben einmütig den Polen die Hauptschuld zu."

Dm der Entente wird der Gewattftveich Korsantys als das erkannt, was er war: ein Versuch, die Ent­scheidung über Oberschlesien durch Schaffung von Tat­sachen hinfällig zu machen. Sogar in Paris ist man mißgestimmt. Es wird sich jetzt zu zeigen haben, ob die Autorität der Entente auskeicht, um den Versuch unwirksam zu machen und dem durch die Abstimmung geschaffenen Recht auf Wiedervereinigung Oberschle- srens mit Deutschland zum Siege zu verhelfen.

Die Reichsregierung hctt an die Regierungen fn London, Paris und Rom eine n e u e N o t e gerichtet, m der sie wegen des potnifchen Aufruhrs in Ober» fchlesien Borstellungen erhebt.

Der Reichstagsausschuß für aus wär- tigeAnielegenheiten trat Donnerstag mittag zusammen und nahm einen Bericht des Ministers des Auswärtigen über bre Vorgänge in Ob-erschlesien ent­gegen. Die mitgeteilten Nachrichten bestätigten di« außerordentliche Schwere des polnischen Aufruhrs. Der Ausschuß vertagte sich um 1 Uhr auf nachmittags 6 Uhr, um inzwischen dem Kabinett Gelegenheit zu geben, sich über die dem Parlament vorzutegenden Entschließungen schlüssig zu werden. Nachmittags 6 Uhr trat dann der Ausschuß wiederum zusammen und beschäftigte sich tveiterhin mit dem polnifchen Auf­ruhr. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Aus den Mit­teilungen, die über die von der interalliierten Kom- miffion vorbereiteten Maßnahmen zur Unterdrück­ung des Aufruhrs g-macht wurden, konnte der Aus­schuß die Hoffnung schöpfen, daß es der Kommission in Oppeln in absehbarer Zett gelingen werde, der Aufruhrbewegung Herr zu werden.

pjcttg der oben erwähnten Enlscheidaug ihre Be- schlüsse bekannt zu geben und ohne Reserven und ohne Bedingungen die Berpfllch- fnngen zu erfüllen, wie diefe von der Sepa- rationskommission fefigestelll wurden,

2. ohne Reserven und ohne Beblngtingen bezüglich die­ser Verpflichtungen dir von der Reparalionrkomwis- sien oorgejdjriebenen Garantien anzu­nehmen und zu verwirklichen,

3. ohne Reserven und ohne Berzögemug die Matznah- men durchzuführen, die sich auf die Abrüstung zu Laude und zu Wasser und in der Last bezlche» und die der deulschen Regierung von den Alliierten in ihrem Brief vom 29. Januar 1921 bekannt ge­geben wurden.

Die Durchführung der Maßnahmen, die bereits fällig sind, mutz ohne Verzögerung ergänzk merben. Die anderen sollen zu dem beftlmmfen Zeltpunk! verwirklich! werden.

4. ohne Reserven und ohne Verzögerung zur Abur­teilung der Kriegsverbrecher zu schreiten sowie zur Dnrchfiihrung der anderen Zeile des Ver­sailler Friedensvertrages, die bisher nicht erfüll! wurden und von denen im ersten Paragraph dieser Hole die Rede Ist.

Die Aüiierien beschlietzen, dutz am 12. Mal die Besetzung des Ruhrgebieke» vorzuuehmen ist und alle anderen miiiiärischen und maritimen Maß­nahmen zu ergreifen sind, solange die deutsche Regierung die oben erwähnten Bedingungen nicht ersüllt hak. Diese Besetzung wird solange dauern, als Deutschland die in § 10 ausgestellten Bedingungen nicht erfüll! hak.

Lloyd George. Briand, Graf Sforza, Jaspar, haiasha.

Das Ultimatum hält bis bereits angekünbigte Li­nie ein. Die deutsche Regierung soll innerhalb sechs Tagen ihre Dereitwilligkett erklären zur Erfüllung der gestellten Bedingungen, andernfalls erfolgt die Be­setzung des RcchrgMets. Die neue Regierung und der Reichstag stehen nun vor der Frage: Unterwer­fung oder Duldung der drohenden Besetzung und Ab­schnürung des Kohtengebiets. Diese Fragestellmtg sieht sehr einsoch aus in ihrer Zuspitzung auf ein Ent­weder Ober. Ihre Lösung wirb aber erschwert durch die Erwägung, ob dmch die Unterwerfung über­haupt die erstrebte Ruhe und Sicherheit erreicht imben kann oder ob di« Unterwerfung nur einen Aufschub bedeuten würde, so daß Deutschland in kurzer Frist, nachdem Frankreich neue Borwände für seine Gervaltmaßregeln gefunden, aus dem Regen m die Traufe kommen würde.

Die finanziellen Forderungen, bi« die Entente an uns stellen Wird, sind gestern in Berlin in ihrem Wortlaut bekannt und im auswär­tigen Amt mitgeteilt worden. Nähere Mitteilungen können bei der Vertraulichkeit der Beratungen noch nicht gemacht werdeu. Immerhin darf man sagen, daß' die inoffiziellen telegraphischen Mit­teilungen, die bisher bekannt worden sind, den Inhalt der Forderungen im wesentlichen richtig wiebergeben.

Die Besetzungsdauer.

Die Londoner »Daily Mail' behauptet, daß die Verbündeten beschlossen hätten, die Besetzung des Rheinlands solange aufrechtzuerhalten, wie Deutschland verpflichtet ist, EntschädigungSzahlungen zu leisten. Da man hierfür in Abänderung des urfprünglichen Beschluffes eine Frist von 37 Jahren in Aussicht genommen habe, würde dies die Ver­längerung der Besatzungsstisk um 22 Jahre bedeuten.

Tie Meldung entspringt wohl einem Wunsch der französischen Anne^ionspolitiker, mit denen die »Dailh Mait' an einem Strang zieht. Von einem Beschlug der Verbündeten ist jedenfalls feine Rede und dem Wunsch, ihn herbeizuführen, steht der Friedensvertrag entgegen, der im Artikel 428 bestimmt:Um die Ausführung des gegenwärtigen Vertrags durch Deutschland sicherzustellen, werden die deutschen Gebiete westlich deS Rheins einschließlich der Brücken­köpfe während eines Zeitraums von 15 Jahren nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages besetzt gehalten." Dazu kommen die bekannten Beschrän­kungen, daß bet pünktlicher Erfüllung der FrirdcnS- bedtneungen ein Teil des besetzten Gebietes bereits nach 5 und 10 Jahren geräumt werden soll. Die Räumung des gesamten Gebiets nach 15 Jahren kann allerdinas aufgeschoben werden, wennzu die­sem Zeitpunkt" die Verbandsmächtedie Sicherheit gegen einen nicht herausgeforderten Angriff Deutsch­lands nicht als hinreichend" erachten. Heber diesen Fall kann aber nicht heute, sondern eben erst in 15 Jahren geredet werden.

Eine deulsche Danknote an die vereinigten Staaten.

Die letzte Amtshandlung des Kabinetts Fehrendach war die Absendung einer Note cm die Regierung der Vereinigten Staaten, die in der letzten Kabinetts­sitzung beschlossen warben ist. In dieser Note wird her amerikanischen Regierung her Dank ausgesprochen für die Uebernahme der Dermittümg zwischen Deutsch­land und ben Alliierten, auch wenn sie nicht zu d-m von ter brutschen Regierung gewünschten Erfolge ge­führt ljat___

Die Polengefahr.

Die allgemeine Lage in Oderschlesien Hai sich weiter erheblich verschärft. Nach dem jetzigen Stand der Dinge scheint Oberschiesien vollkommen in polni­scher 5) a n" d zu sein. Die interalliierten Truppen können nicht mehr durchgreifen. Folgende Meldun­gen lteoen vor: Sn Lublinitz hat die ftanzösische Be-

Ehe der preußische Landtag in feiner Mittwochsitzung in die Tagesordnung eintrat, nahm der neue preußische Jmrennmftster Dominicas das Wort, um namens bet Regierung über den Stand der Ereignisse In O b e r s ch l e s i en zu berichten. Danach ist in Beuthen zurzeit alles ruhig. Um drei Uhr nachts holten die fran­zösischen Soldaten die polnische Fahne auf dem Lomnitz» Hotel herunter. Die Beschädigungen derOstdeutschen Morgenpost" sind nur geringfügig. Die Maschinen sind intatt In Oppeln hat der italienische General de Mar­tini einen Aufruf an die Bevölkerung anschlagen las­sen, in dem cs heißt:Gewisse Elemente der polnischen Bevölkerung haben Gewalttaten verübt." Damit ist wie­der durch ein amtliches Dokument der interalliierten Kommission die alleinige Schuld der Polen festgestellt worden. (Hört! hört!) De Martini verspricht, vor keiner Maßnahme zurückzuschrecken, um dem Gesetz wieder zur Achtung zu verhelfen. Die Arbeiten an der beschädig­ten Eisenbahnbrücke würden in der Nacht fortgesetzt; man hofft spätestens heute mittag mit dem planmäßigen Zugverkehr beginnen zu können. Apo und Franzosen bewachen die Strecke. Es ist bezeichnend, daß auch die Arbeiter und die Posten, nunmehr etwa im ganzen 300 Mann, im Einverständnis mit General de Martini mit Gewehren bewaffnet wurden. (Bravo! bei den Unobh.) Im übrigen verbreitern die Polen planmäßig ihre Besetzung. (Lebhaftes Hört! Hört!) Es be. findet sich Kandrzin in ihren Händen. Eine Besetzung von Gruchowitz bei Oppeln soll bevorstehen. In Rybnik verschleppten die Insurgenten zwölf der angesehensten Bürger. (Erneutes Hört! Hört!) Außerdem wurden bei Ausübung des Ordnungsdienstes nach einer Meldung 12 nach einer anderen Meldung 17 Polizei- beamte erschlagen oder erschossen. (Be. roegung.) Die Italiener hatten 5 Tote, darunter 2 Offi­ziere. Daraufhin traten sie in Verhandlungen mit den Insurgenten ein, (Unruhe) die zur Einstellung bet Feindseligkeiten führten. Zurzeit gibt es dort einen pol- nilchen Ortskommandanten. Die Reichsregierung hat erf^rtn, daß die interalliierten Regierungen entfchloflen sind, mit allen Mitteln den Aufftand niederzuwerfen. Jedenfalls wird die preußische Regierung gemeinsam mit der Reichsregierung alles tun, um schleunigst ordnungs-

Line posiftsche Rapoleon-Feler. Anläßlich des hun- mäßige Zustände in Oberschlesien wiederherzustellen. bertften Todestages Napoleons I. am 5. Mai hak der i (Lebhafter Beifall.) 1

Oberkommandant der alliierten Rheinarmee, General ! Darauf fetzt das Haus die Aussprache über me Ar- Degoutte, ungeordnet, daß in den gatyen Rbeintandsn j beitsloflakel/ und die dazu gestellten Anträge