Fuldaer Heilung
Druck der Snfbaer Aetteadrnckevel i® 8uldU
MenStag, 3. Mal 192L
Pfarrhaus- durch lautes Schreien ungebührlicher' fiätm"
mir Polizeikommissar Fink an der Spitze mit srschie-
-rt. Kulturkampfs-Erittuerunge».
(SetgL Nr. 75 und 76 der »Fuldaer Zeitung.)
Freys, der nachwies, daß von einem öffentl. Aufzug gar keine Rede fein könne, weil das Geordnete, Feierliche, Solenne gefehlt habe u. 10 Mädchen in der Volksmenge doch ganz verschwänden, die Erb habe nur eine Frage an eine ihrer Freundinnen gestellt, ob sie mit- gehe» wollten, aber nicht „aufgefordert", zudem hätten alle Angeklagten keine Kenntnis von der Strafbarkeit ihrer Handlung gehabt. Das Ergebnis war kostenlose Freisprechung. Das Weiche Resultat hatte die Verhandlung gegen 10 Leute von Dipperz, welche des gleichen Verbrechens — „Veranstaltung eines öffent- lichen Aufzuges" bei der Entlassung des Pfarrer Hel- ferich angeklagt waren, sowie gegen den Fabrikanten Michael Schmitt wegen Beteiligung an diesem „Auf-
gefunden haben wollte. Das Ergebnis war nach mehrmaliger Verhandlung Freisprechung. Das gleiche Ergebnis hatten die Gerichtsverhandlungen gegen die Teilnehmer an der Kundgebung.
Im ersten Akt erschienen die „staatsgefähr- lichen" 12 weißgekleideten Mädchen vor den Schranken, welche den Hin. Domkaplan vom Schul- tor bis zum Dompfarrhause begleitet hatten. Angeklagt waren sie wegen „Mißbrauch des Dersammlungs- mÄ> Dereinigungsrechtes". Der Polizeianwatt (Emil von Doxberger) beantragte selbst Freisprechung, nur gegen eine, Sophie Erb, die niedrigste Strafe von 5 Taler, weil sie die Uebrigen zur Veranstaltung „des öffent- lichen Aufzuges" aufaefordert habe. Die Verteidigung führt«, wie bei den meisten derartiger Maigesetzprozesse, der gewandte und schlagfertige Rechtsanwalt
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hi, cmeAfaHtixrn meistens nur vormittags stattfmdm — taB er, bei ,einer Ankunft in Dachs nbb- mein wohin er fein« Schritte lenken soll, intern in to kZ Ä mchi einmal di- Wartesäle des Lahn, bvis' aeschmeioe denn sonst ein« Gastwirtschaft geoffn« ist. GrbMofio M« den übrigen Unerträglichkei'.en der Reffe y^bÄer nicht angenehmen em- bi- swjun. C-TL, m den kahlen Dorräumen des Bahichofs
S YS^en gT ion dieses besonders in den Wintermonaten sehr .nfreuNch sei»
Anber, verhält es sich, wenn die Ortschaften Bes ät- xtrts Vacha tem Bezirk Geisa zu geteilt wurden. Diesen DrttoafterT W die Möglichkeit gebotet, vormittags um gy Uhr m Geisa emzutressen, und noch Erledigung ihrer Geschäfte Mtag- um 12% Uhr wieder h-umvart- zu
Man muß also bei objektiver Betrachtung der Derhält- msse be Ueberzeugung kommen, teß die Verlegung te, Fch-nzamt- ®e* «t Dachs ein. Ungerech- tiakeit sondergleichen barstellt.
’ 0ffianan denn gerade dies« Bevorzugung Dachs Geisa aeoenüter' Dachs hat jetzt, wahrschemlich auch aus Spar- simfteitsrülksichten, ein sehr rentables Progymnasium erhalten, welches der Thüringer Regierung ,°hrftch einrn von 200 000 kostet, nur um den De-
zu geben, ihre Kinder m Dachs miterrichten lasim zu ton- nen Sollten auch hier wieder die Kaligewerkschaften chr Deto eingelegt haben? f)aben sie sich auch hier mietet de- rcit Ä, iäteüd) einige 1000 M ^schuß zu zahlen, und die Zahlung davon abhängig gemacht, daß das Finanz, amt nach Vacha verlegt wird?
Sollte dieses — wie bei dem Progyrnnoftum — auch hier der Fall fein, so könnte man keine Worte für tue Handlungsweise der Regierung haben, die di- Vorteile einiger Gesellschaften alsdann höher einsckiatzen wurde, als die Nachte»«, die die Allgemeinheit zu tragen hatte Es Klebe dann von der fo gepriesenen Demokratie verflucht wenig übrig.Albert Diel-G-isa.
— Dermbach. Die Fabrik von Hans Müller ist an ein» neue Gesellschaft, die Wer kz e u gfa bri k „R h ö n“, G. m. b. H., übergegangen. Zum Direktor ist der Vorbesitzer Hans Müller bestellt. Die Fabrik wird voraussichtlich ihren Wirkungskreis vergrößern, fodaß noch vermehrte Arbeitsgelegenheit geschaffen wird, was int Interesse unseres Ortes zu begrüßen ist.
tag (Christi Himmelfahrt) abends 148 Uhr, eine Fest- aufsührung durch die Marianische Iungfrouenkongre- gation Dipperz statt. Die Aufsührung am Donnerstag ist für di- Angehörigen ter Pfarrei Dipperz und di« einge- latenen Festgäfte bestimmt. Das zm Aufführung ge- langend- Stü-k, „Maria Magdalena', kommt am folgenden Sonntag unter Erweiterung des Programms mn ein heiteres Spiel für die Allgemeinheit zur SBieber» holuna. .. .
k. Kleinlüder. Wallfahrer, dre m den nächsten Tagen zur Wallfahrtskapelle Klein-Heiligkreuz pilgern, wird es angenehm berühren, daß die Anlagen um die Kapelle verschönen sind. Auch wmde daselbst eine neue, nach dem Entwurf des Herrn Architekten Herm. Mahr-Fulda durch die Firma Pritzer u. Malkmus- Fulda angefcrtiqte Kommunionbank ausgestellt. Hof- sentlich finden sich auch noch Spender für die noch fehl enden Nebenaltäre und Bänke in der Kapelle.
fpd Aranksurl a. 23L Der Universität Frankfurt wmde heute mit der E r ö f f n u n g d e r A r b e i t er- Akademie ein neuer Bildungsinstitut angegliedert. Der Eröffnung wohnten neben vielen Gästen und dem akademischen Lehrkörper der Universität auch der preußische Kuttusminister Dr. Becker bei, der in seiner Begrüßungsansprache betonte, daß die Staatsregierung gewillt fei, den Kurs der bisherigen Regierung in allen Fragen fest weiter zu führen. Die Akademie solle als Kichen der Volkssolidarität die Krönung aller bisherigen Dolksbildungsbestrebungett darstellen. Mit der Eröffnungsfeier war eine Ausstellung der Arbeit im Bilde verbunden. An dem ersten Lehrgang nehmen etwa 90 Hörer, Gewerkschaftsbeamie, Redakteure von Arbeiterfachblättern usw., teil Dem Leiter der Akademie, Dr. Ro'enstock, stehen drei hauptamtliche Lehrkräfte als Dozenten zur Seite. Als Lehrfächer sind für das erste achtmonatliche Studienjahr Borge- sehen: Volkswirtschaft, Politik, Staatsbürgerkunde, Es- schichte. Biologie und Schriftkunde. Die Akademie der Arte,, ist der erste Versuch in Deutschland, die Allgemein- und Fachbildung der Beamten, Angestellten und
I Arbeiter planmäßig durch Lehrgänge zu erhöhen.
Aus Geisa unv Umgebung.
Me Fürsorge der Thüringer Regierung für die Sladlgemelnde Geisa.
I Eines großen Wohlwollens seitens ter Thüringer Ne- I gierung erfreut sich das Städtchen Geisa. Es mag dies I fernen Grund wohl darin haben, daß Geisa die Zentrale der sogen. „Schwarzen Ecke" des 4. Verwaltungsbezirks ist.
Im Vordergrund der Iuteresien steht heute di« Der- I l«gung des Finanzamtes von Geisa nach I Vacha. Nachdem vor einer Reche von Jahren das Der- I mesiungsamt von Geisa nach Vacha verlegt wurde, soll I jetzt auch das Finanzamt dorthin Nachfolgen.
I Die Gründe, welche die Regierung zu diesem Schritt I veranlaßt haben, sind in Geisa unbegreiflich. Der Finanz- I amtsbozirk Geisa umfaßt mehr Ortschaften als ter Fmonz- I amtsbezirk Vacha. Es liegen die meisten Ortschaften des Bezirks Geifa abseits der Bahnlinie. Während Geisa ein
I eigenes Verwaltungsgebäude besitzt, stehen der Unter« | br'mgung in Vacha, wegen ter dort herrschenden Woh- I nungsverhältnisfen, große Schwierigkeiten im Wege. Gro- | ßeres Erstaunen muß es ober noch erregen, daß auch
Salzungen ein erweitertes Finanzamt bekommen soll.
Hier können doch nur politische Motive mit» I sprechen. Man sucht eben diese sogen. „Schwarze Ecke" von jeglichem Verkehr obzuschneiten und verhindert so ge- I wÄtsam die weitere Entwicklung der Stodtgemeinte Geisa. I Nicht nur, daß diese stiefmütterliche Behandlung in der I Zugverbindung in Erscheinung tritt, sodaß Geisa Sonn- I tags ohne Eisenbahnverkehr ist, und die Züge I in Wenigentaft und Tann Hakt machen, als Dank wahr- scheinlich, daß Geisa so „wenig" Mittel zum Bau ter I Dahn hingob, sucht man nun auch noch Geisa seiner De- I Hörden zu berauben. Wenn auch diese sogen. „Schwarze Ecke" manchem Regiermigsvertreter ein Dorn im Auge I ist, so sollt« man doch betonten, daß hier nicht nur I „Schwarze", sondern mich noch andere Leute ihr Dasein I fristen.
Falls die Auflösung eines ter bestehenden Finanz- ämter aus Sparfamkeits- oder aus verwaltungstechnischen I Gründen nicht zu umgehen war, so muß jeder klardenkende | Mensch zu der Ueberzeugung kommen, daß unter Br- I riicksichtigung der obwaltenden Derhäitrrisse für die A u f« I lösung nur Vacha in Frage kommen konnte. Bei I genauerem Studium ter Landkarte und des Fahrplans hätte sich auch die Regierung bieget Auffassung nicht oer- I schließen können.
Der Finanzamtsbezirk Vacha liegt zwischen den De- I zirken Geisa und Salzungen. Die einfachste Lösung wäre I doch nun gewesen, den Bezirk Dacha den Bezirken Geifa I und Salzungen zuzuteilen, und zwar so, daß die westlich I von Vacha gelegenen Ortschaften Anschluß an Geisa, Dacha I selbst und die übrigen Ortschaften Anschluß an Salzungen I gefunden hätten. Die dem Bezirk Dacha angehörenten
I Ortschaften haben doch eine besser« Zugverbindung nach
I Geisa, als die Ortschaften de» Bezirks Geisa nach Dacha. I Hat z. B. jemand aus Walkes oder Reinhardts in einer
I Steuerfache etwa» in Vacha zu tun, so muß der Betref-
I sende seinen Heimatsort schon morgens um 3 Uhr oer» I lasten, um erst gegen 6 Uhr abends zurückkehren zu können. I Es geht ihm mithin ein vollständiger Tag verloren — da
Eingesandt.
Zum Feste Sreuz-Ausfindung. (3. Mas.)
Ms vor mehreren Dohren in einem Eingesandt ter„F»D. Ztg." daraus aufmerksam gemacht wurde, daß der Weg .ur m Krouzkapelle schwer zu finden sei, und zur besteren °lv Wegweiser die hnbrmgung von Kreuzwegstationen angeregt und empfohlen wurde, sand dieser Vorschlag allgemeinenft «uklang- $ efes o» anlaßte den verstorbenen Herrn P. K- einstweilen Holz kreuze mft den Stotionen-Rr. anzubrmgen, die bis jetzt ihren Zweck nicht versehll haben, da dieselben as Fmger- zeig und zuolech zur Andacht dienten. Wie vielen mögen diese Kreuze schon den richtigen Weg gezeigt haben. Und 3 ÄS wohl noch in Fulda se-n di« gern emmd nach „Klein-Heilip-Kreuz" Ringen, tes unsicheren Wege, ater einen Besuch unterlasten. Diese Umstan-te zw ngen nun zu der Meinung, daß di« Errichtung von Stal tonen 0t3 Wegweiser notwendiger set. als m der Ktrche selbst, daß dadurch der Besuch der Kapelle erleichtert, und auch verzehnfacht würde. Vielleicht wurde die, Anbringung der alten frtjr schönen Stationenbitoer, die ia voch aus der alten Kirche im Besitze der dortigen ft-mfti« Wehner sind, vorerst dort in ter Kirche ihren Zweck voll erfüll«. Welch schönes Kriegcrtenkmal wäre es für den gefallenen Sohn einer Familie oder mehreren Familim, zusammen, in dieser Sache etwas zu tun. Dor dem Kriege waren schon vier Stationen fo viel wie sicher. Da die gegenwärtig angebrachten Kreuze schlecht geworden, di« Ernch» tung von Stationen in gegenwärtiger Zett schwierig sein wird so wäre die Anbringung von neuen, aber größeren Kreuzen sehr erwünscht, bis später bestere Zeiten kommen.
Wer wird, da Herr P. K., der das größte Interests für diese Sache hatte, gestorben ist, die Sache werter te- freiten, daß sie zum gewünschten Ziele kommt? R. R.
widern, als daß ihm das Hoch, das er allerdings auf den gomaßgeregetten Kaplan auszubringen im Begriffe gestanden habe, förmlich im Halse erstickt worden sei. da ein halbes Dutzend Hände im selben Augenblick seinen Hals zugeschnürt hätten und der Ankläger chm mit der linken Hand noch in das Gesicht zu schlagen versucht hätte." Franz hat den Angeklagten barm bis zum Gerichtsgebäuüe gezerrt und ihn in Gewahrsam gebracht, wo er bis zum anderen Morgen vertuet« len mußte. Auch dieser Akt schloß, nachdem Recht»; anroalt Freys den Ankläger entsprechend „gewurdrgt hatte, mit Freisprechung.
2n einem Nachspiel wurde noch gegen 5 Bewohner der Stadt (Pappert, Erb, Weißmüller und Gebrüder Zimmer) verhandelt, weil sie in der Nähe des Gefängnisses der beiten inhaftierten Priester ein geistliches Lied gefangen hatten. Da ein Augemch-rnstermin ergeben hatte, daß diefes „Verbrechen" nchf auf einem öffentlichen Weg, Straße oder Platz begangen worden war, fondern die Angeklagten bei Begehung der Tat auf einem Raum gestanden hatten, der Privateigentum war, erfolgte auch hier Freisprechung.
Was wir hier den Lesern nritgeteiü haben, ist ein kleiner Ausschnitt aus jener traurigen und doch fo glorreichen Zeit des Kulturkampfes. Wie in Fulda, fo war es überall im katholischen Deutschland. Treu standen Klerus und Volk zusammen und wie an einer ehernen Mauer prallten alle Versuche ab, diese Einigkeit zu zerreißen. Treu zu den Bischöfen, treu zu Rom trotzte das katholische Volk auch diesem gewaltigen Ansturm der Staatsgewalt und ließ sich an seiner Kirche nicht irre machen. „Fest zu Rom, treu zu Rom und zur Kirche" das war damals die Parole. „Dir © malt muß noch geboren werden, die imstande wäre geistige Bande zu löfen, weiche einen bald zweitausend- jährigen Bestand haben", rief damals ein Redner auf der Freiburger Katholikenversammlung aus. „Mut, Mut, und wir werden siegen." Das war damals der ständige Refrain aller katholischen Kundgebungen. Möge dieser Geist auch heute wieder im ktüholifchen Doll reckt lebendig werden.
Amtliche Anzeige«.
Seit einiger Zeit ist ein bedeutendes Anwachsen bet öffentlichen Danzlustbarketten zu bemerken, bas mu ben öffentlichen Interessen im Widerspruch steht. Oft sind es unbedeutende Vereine mH ganze geringer Mitglieder, zahl, die Anträge auf Genehmigung öffentlicher Tanz, «rlaubnls stellen, manchmal sogar außerhalb des eigenen Wohnortes. In einzelnen Fällen liegt die Deranstal- tung öffentlicher Vergnügungen ganz außerhalb des Derelnszweckes (z. B. bei wissenschaftlichen oder polftt- schen Vereinen). Vielfach hat es den Anschein, daß die Veranstaltungen nur dem Gelderwerb der antragfteuen- den Vereinigungen dienen sollen.
Damit nun tem berechtigten Bedürfnis der Jugend nach Tanzvergnügungen Rechnung getragen werden kann, ohne daß deren Zahl vermehrt wird und ohne vag öffentliche Interesien dabei Schaden leiden, werden m Zukunft nur solche Anträge berücksichtigt, die für eine entsprechend große Zahl der fungen Leute aus der be. treffenden Gemeinde in Betracht kommen.
Die Anträge auf Genehmigung von offenUlche« Tanzlustbarkeiten sind bei der Ortspolizeibehörde winde- stens 10 läge vorher zu stellen. Formulare zu den An. trägen sind dort erhältlich.
Fulda, ben 28. April 1921.
Der Canbral: Jrhr. r>. Vager«.
gvat schien würbe (was manche, besonder» „pojnrföi" sei« wolleiche und deshalb auf mathematisch« Begründungen gänzlich verzichtende Schriften über Einstein völlig außer irr*t tasten) um sodann die mannigfachen Folgerungen banufeaen. Durch anschauliche Beispiele, durch zusom- mnisasiende Wiederholung, wo ter Leser wie im zwanglosen Zwiegespräch mit dem Verfasser über feine noch bestehenden Zweifel Aufschluß bekommt, wird be- anders dieser an sich sehr abstrakte Stoff tem Les« ausgelegt. Roch mehr trägt dazu der Abschnitt-bei m welchem der Dersasier noch .einmalden ganzen Aufomi der Theorie an sich vorbetziehen laßt. D« 'M« ®e- legenheit bekomm, bet Leser wertvoll« Ausschlüsse uter manche Fragen, trie heute tne physikalische Wett besitz- tirten te« Existenz und die Bedeutung tes Aechers, b« Beweiskraft ter Sonnenfinsternisversuche und Diele» entere Dabei wahrt sich der Derfasier durchaus fern fette ftän&igesUrtrit Das Schlußkapitei behandelt te« De- teutimg ter Relativfiotstheor« für bte Phi osophie. H'sr tritt der Derfasier dem Bestreben, ter Relatioitatsthevn« Eine übertriebene Bedeutung zuzusprechen, ftor und über- zeugend entgegen, während er für tes wirklich Geleitete, te tes. w°s °°n brmerndem Bestand sein wird Worte warmer Anerkennung findet. We^, U^L n*
tteorit den Grad ihrer Gewißheit, ihr« BedeuUnm sich Aufschluß verschaffen will, wird nicht Ergeten, nach die- sem Büchlein greifen. Insbesondere dürft« für bi« katho- tit*e Lcferwelt der Umstand von ausschlaggebender Be- teutuna e^ daß hier erstmÄs ein anerkannter katholischer sich eingehend mit Einstem auseinandersetzt.
Tagung der Kathol. Schulorganisatton.
, W Hildesheim, 1. Mai.
Erste Sitzung.
PSnktflch um 5 Uhr begann gestern nachmittag im I ^hol. Dereinshause die erst« geschäftliche Sitzung. _ zu I schon über fünfzig Vertreter aus ganz Preußen I Ammiengesunden hatten. Auch ter Hochwürdigfte Diö- I Achischof Joseph war schon zu Beginn ter Der- I Gnmlm-.g erschienen. I
~gia<b der üblichen Begrüßung gab ter Generalsekretär I tes Verbandes Rektor Böhler eine Uebersichl über ben Ausbau ter Schulorganffation, wie er m ter neuen I Setzung geplant ist. Di« Grundtag« der Organisatton I Men bi« Elternoereinigungen bilden, bi« i« I ^ch ben örttichen Verhältnissen in den einzelnen Schul- I fnftemen oder m ben Pfarreien oder bet Gemeinte ge- I Met werben, bie bann Elternausfchusie (Ortsausschüsse) I Men. Diese werden wieder ht Diözesan, und Bezirks- I iMsschüsten zusammengeschiosten. In größeren Gemeinben I tritt noch ein Zentrale!ternausschuß zwischen diele Einzel- I rficber. Eine Vertretung von Geistlichkeit, Lehrerschaft sovi« sonstigen Schulinteresienten ist m paffender Weise «orgeschen.
Zweite Sitzung.
Pünktlich 8% Uhr am Sonntag früh begann die zweite Sitzung, zu der sich wieder ter Hochwst. Herr Bischof Iv- sexch emgefunden hatte. Die Zahl der Teilnehmer hatte sich gegen gefteni verdreifacht und betrug rund 150, unter baten sich auch zwei Vertreter des Kultusministeriums, die Herren Staatssekretär Wkltermann und Regierungsrat Langenberg befanden.
Herr Staatssekretär Wildermann gab zunächst rinen Ueberblick über bie Entwickelung ter Lage und ben jetzigen Zustand. Man höre manchen Tadel über tes Ueimarer Derfaffungswerk. Aber man erinnere sich nur, vas wir im Januar 1919 erwarten zu müssen glaubten. Sn Weimar standen den übermächtigen Sozialdemokraten N nur die Zentrumsleute gegenüber — wie Feuer und Dosier. Unter dies em Gesichtswinkel verdient manche Bestimmung der Derfaflmig ihre Wertschätzung. Freilich den staatlichen Zwang zm konfessionellen Schulerziehung bekommen mir nie mehr, ter Wille der Elker« fft maßgebend. Aller kommt daraus an, die Eltern wach zu machen, und unter diesem Gesichtspunkt fft die bisherige zehnjährige 8rbeit des Abg. Marx in der Schulorganstation ein Werk der Vorsehung. Redner geht sodann über auf den soeben erschienenen Entwurf des Reichsschulgesetzes. Derselbe weist gegenüber den ersten Entwürfen, welche als allgemeine Regel eine sechsklassige Simultanschule errichten unb banciben erst ben Konfessionen etwas zukommen lasten wollten, wesentliche Fottschritte auf, wenn auch noch vieles geändert werden mutz. Ausschlaggebend für uns fft st 9 des Entwurfes: Einrichtung oder Deibelialtung konfessioneller Schulen, so lange ein „geordneter Schulbetrieb" möglich fft, auch wenn die sonst in der Gemeinde übliche Klastmglkederimg nicht erreicht wird.
Frftlich muß gegenüber tem Entwurf noch manches erreicht werden. Dabei ist für uns maßgebend ter ge- meinsame Hirtenbrief unserer Bischöfe vom 20. Rovern- 6er 1920.
Redner geht noch eine Reihe von Einzelfragen durch, wo noch Klärung geschaffen werten und wo teilweise die Lantesgesetzgebung ergänzend eingreifen mutz, so über die Frage, ob die Lehrer gezwungen werten können, an der westlichen Schul« zu unterrichten: ferner Garantie für kirchliche Gesinnung ter Lehrer art konfessionellen Schulen, Missio canomca, konfessionelle Lehrerbildungsanstalten, Lehrbücher, Schulaufsicht, Gewinnung von Zufchüstm für Privat Ich ulen, wobei zu beachten, daß nach der Drrfaffung bte Schulpflicht bis zum vollendeten 18. Lebensjahr« bauert.
Aach dem Dortrag konnte bie Debatte nur wenige Punkte berühren, da die Zeit vorgeschritten war unb bie Glocken zu tem seierlichen Gottesdienst riefen.
Dritte Sitzung.
Die dritte Sitzung begann trat 21/, Uhr und sollte drei Referate bringen, bie je zu bestimmter Stunde beginnen sollten, so baß dazwffchen jedesmal eine kurze Debatte ftatffinten konnte.
An erster Stelle sprach an Stelle tes in letzter Stunde durch Krankheit verhinderten Prosestors Mausbach Herr Rektor und Religtonslchrer Tillmann-Düsteldors über „Unsere Stellung zm weltlichen Schicke". Unser moderner Staat ist neutral und wahrt bie Gewissensfreiheit, berücksichtigt ben Willen ter Eltern. Das fft auch ber Stand- punkt des Zentrums bei dem Toleranzantrog im Jahre 1905 geroefm, unb Bischof Rettetet hat schon 1848 gesagt: ich will, daß tem Ungläubigen gestattet fei, feine Kinder fei Unglauben zu erziehen. Die jetzt schon eingerichteten weltlichen Schicken sind streng genommen ungesetzlich, so lange bas Reichsschulgesetz noch nicht ergangen ist. Dor allem fft nötig Aufklärungsarbeit bei den katholischen ©fern gegenüber ter weltlichen Schule. Der Kampf wird schwer fein, aber wann hätte ein christliches Herz verzagen muffen? Auch hier gilt bas Wort: in diesem Zeichen wirft Du siegen. Die Debatte, welche am seine Erörterungen sich anschloß, offenbart«, welches große In- tereffe gerade dieser Gegenstand in allen Steifen genießt. E» beteiligten sich ein Dutzend Redner aus allen Gegen» ben, vom Rhein bis nach Sachsen unb Schlesien.
Hns dem lraäwaraeviet.
= Dipperz. Zur weltlichen Feiet des goldene« Ptie- ftersubffäums unseres Herm Pfarrers findet am Donnets-
Vermijckles.
fpd Falsch« Tausendmarlschelne. Sn der letzten Zeit tauchen in zahlreichen Städten Westdeuischlarrds falsche Tausendmatlscheme auf. Es sind Nachahmungen der Reichsdanknoten z» 1000 Mark mit dem Dalum vom 21. April 1910. Sie tragen sowohl grünen als auch roten Adletstempel und sind am heften daran zu «kennen, daß der kleine Adler im Brustschild des großen Adlers nur als Farbenklecks erscheint, während auf den echten Noten auch mit dem bloßen Auge die Zeichnung des kleinen Adlers deutlich zu erkennen ist. Der Faserstreifen ist durch Ausstreuen und Aufprcssen von Fasern nachgeahmt, während bei den echten Noten die Fasern in das Papier eingebettet sind, fo daß sie erst mit einer Nadel aus dem Papier gelöst werden können. Vielfach erscheinen die Scheine fahler als das Druckbild der echten Noten. Di« Fälschung ist im Lichtdruck mit Unterstützung durch Buchteuck er- folgt. Auf bie Ermittlung der Falschgeldwerkstälten hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 10 000 M im Einzelfalle ausgesetzt.
* Drei jugendliche Raubmörder. Dor dem Dolks- gericht in München wurde der Doppelraubmord verhandelt, den die 16« und 17jährigen Oberrealfdjület Englert und Rieger und der 16 Jahre alte Kaufmanns- lehrling Frilfch aus Mannheim in der Nacht zum 15. Februar verübt haben. Die drei Burschen waren nach München gekommen, nachdem sie in Mannheim Unter« chlagungen in Höhe von 8000 Mark ausgeführt hat- en. Sie veranlaßten den Autobefitzer Bauer und einen Chauffeur Türk zu einer Nachtfahrt nach Gar- mifch, überfielen sie während der Fahrt und fchosjen sie hinterrücks nieder. Das Urteil lautet« für jeden auf 15 Jahre Gefängnis ohne Zubilligung einer Be- mähnmgsftist. _______________
Literarisches.
Einsteins RelaffmISkstheorle. GemeftwerftärMch bar- gestellt con Theo Wuls, S. J., Professor ber Physik am Igmrtius-Eolleg Dalkmbmg. 92 S. 8°. Steif geheftet M 8,50. Verlagsanstott Tyrolia, München-Jims- bruck-Wim-Bozen 1921. .
In klarer, leicht verständlicher, burch illustrierte Beispiele anschaulich gemachter Sprache tmb unter Vermeidung all« gelehrten Fachausbrücke nimmt ter Derfasier gleichsam den Leser an ter Hand und fuhrt ihn tief hinein m die Probleme ber neuartigen Welt. Der Derfasier folgt tem großen Gelehrten in bet Begründung seiner Theorie, entoirfett in überaus einfacher Weise bei ber speziellen RÄasivilälsiheori« auch bie mathematische Darstellung, ohne welche ber Einstein'fchen Theorie bas Rilck- tenTdls er sieU Gericht sah, mußte er zugeben, daß er sich bei zwei in der Person geirrt habe (PH. Kremer und Jos. Böcken) einer (Bonifaz Erb) wies nach, daß er Mir angegebenen Zeit in der Dahnhofsroerkstätte ge« wesen sei. Uebrig blieben nur Thomas Gärtner und Winfried Wiegand, von welch letzterem Fink sagte, er hab« „geschrieen". Wachtmeister Da nenne betonte außer dem unzulässigen Hochrufen auch das ihm besonders aufgesollene „Hutabziehen", Schutz« mann Däll hatte sich in Schuhmacher Fleischer „ver- ^hen", als er bestätigen sollte, daß die Gebrüder Bamberger „gekrischen" hätten, erklärte er, daß er gesehen, wie jene ten Mund geöffnet hätten. Als letzter Denunziant marschierte der Schutzmann Franz auf, der angab, der Bilderhändler Arnd habe außer dem Hochrufen in „ungebührlicher Weise den Hut oder die Mütze abgezogen". Geirrt hatte er sich in der Person der angeklagten Frl. Ottilie Weißmüller, als er sie vor Geri«Ä sah- rief er aus, „es war ihre Schwester". Domprätendat Dr. Braun sollte noch Franz ein Hoch ausgebrad)t haben. Beweis: „Dr. Broun habe geschwenkt, worauf das Hoch gefolgt fei". Frary fand das „Ungebührliche" darin, daß man ein Hoch ausgebracht habe, „auf einen Mann, der gegen die Gesetze gefehlt habe". Daß diese Gerichtsverhandlung bei den Teilnehmern wiederholt zu großer Heiterkeit Deranlas- fung gab, Ist nicht zu verwundern. Rechtsanwalt Freys als Verteidiger, der sich öffenttich bereit erklärt hatte, die Verteidigung aller bei dieser Gelegenheit Angeklagten unentgeltlich zu übernehmen, führte aus, daß weder von „Lärm", noch von „ruhestörendem Lärm", noch von „ruheftörendem Lärm in unge« bührlicher Weise" di« Rede sein könne, also Freisprechung zu erfolgen hab« Dem A'ftrng schloß sich der Gerichtshof an, womit auch der 2. Akt erk« bigt war.
Der dritte und letzte Akt des ergreifenden Dramas: „Die Hochrufer" brachte ben Schuhmachermeister Sturm vor die Schranken als Angeklagten u. den Schutzmann F rs n z eis Ankläger. Der Angeklagte erhärt«, er könne auf "e SUrkloM rrichlq seiner «,
Sn die Kundgebungen, die gelegentlich der Haft- fettlaffung des Herrn Pfarrer Helferich von Dipperz und des Herrn Domkaplan Weber (Pfarrer von Marbach) ftattgefunden hatten, knüpften sich noch allerlei Zeitungsartikeln in liberalen Blättern; auch ein gerichtliches Nachspiel schloß sich an. Don auswärtigen liberalen Älättern war es besonders da» „Frankfurter Journal" und die „Hessische Morgenzeitung", die in den Kulturkampfsjahren di« Dorkommifle in Fulda in ihrer Art besprochen. Ihre Korrespondenten waren bekannte Fuld. liberale Lokalgrößen. Besonders schwer im Magen lag ihnen die hiesige Männergesellschast M. N. Sie wurde natürlich auch für diese Kundgebungen verantwortlich gemacht. „Man muß es", schrieb dos „Frks. Journal", „dem hiesigen katholischen Kasino, welches die Jesullenpartei der Donifatiusstadt «präsentiert, lasten, daß es die Kunst, volkstümliche Demonstrationen „zur größten Ehre der Kirche" her- »OMrufen, gründlich versteht, so daß also der Einfluß der westfälischen Pfassenbarone kein vergeblicher gewesen ist. Eine Probe davon legte gestern abend der »schwarze Klub", dem z. D. der Oberbürgermeister, der Gymnaftaldirektor und andere höher stehend« Persönlichkeiten angehören, bei Gelegenheit der Haftentlassung des gesperrten Kaplans Weber ab" usw Dem Artikel- schreiber war es natürlich hauptsächlich darum zu tun, , — —z - - ~ .. . ,/
bat Oberbürgermeister Rang und den Gymnasialdirek- I zug" und gegen Frau Rechtsonwoft Rang, wen btci^ibe tor Dr. Göbel bei der Regienmg zu denunzieren und zur Ausbringung des ,Mocas Drranlastung gegeben zu verdächtiaen. An den beiden ausrechten Männern hoben sollte. , ,
prallten aber diese aus dem Hinterhalt der Anonymität Im zweiten Akt traten ca. 20 Manner und geschleuderten giftigen Pfeile wirkungslos ob, sie li«. I Frauen auf, die noch Anzeige der Polizei „in ber tzen sich dadurch nicht im geringsten in ihrer Gesinnung Hinterburg, aus dem Michcrcksoerg und vor dem Domwankend machen unb auch bie -Regierung roor so ver- pforrhause durch lautes Schreien ungebührlichen lianr. ttünftig, die Denunzianten zu ignorieren. Dos gericht- verursacht haben sollten. Die ganze Schutzmannschost lühe Nachspiel wurde eröffnet durch eine Anzeige ge. mit Polizeikommissar Fink an bei Spitze war ersch:«- gen die „Fuldaer Zeitung" wegen Beleidigung der nen, spielte aber gerade keine glanzende Ro 'e. Pou- Schutzmannschost, Mmtiers de» Dachtmeisters Da« i z-'fowmistor Fink sah den „ruhestoienden Lärm h r e die ma- in bei Arlitel üb* iS» HastÄlasiung 1 dem er fr-* ‘W’ 5 Pe:so:VN auMschrt».