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Fuldaer Leitung

Druck der Fuldaer Aetieudruckerei i» Fulda

Aerger, Zeit- und u. 11. nach Geldverlust. Ss wird nun noch cefra.it, wa» mit den für die letzten 10 Jahre für die Reparaturen bestimmten Mitteln geschehen ist und wo sie geblieben sind. Dem ist zu entgegnen, daß e» sich erstens nicht um 10 Jahre bandeln kann, wie ich schon vorweg feststellte, zweiten» habe ich im Eingesandt vom 8. 4. bereit» auseinandergesetzt, daß im Kriege weder Material noch Arbeitskräfte für die Reparaturen frei waren und in ter Nachfol.iezert die Vermieter kein Seid mehr dazu besaßen, sie hatten nicht nur da», sondern auch ivre sonslt 'en Eprr.iroschen in die unauf- schrebdaren. um» 10- ti8 L0fache verteuerten Repara­turen gesteckt. Ich schließ« hiermit meinerseit» die DiSkuffion mit dem Bewusstsein, daß e» eine Menge einsichtige Mieter gibt, die die Ueverzeugung baden, daß dem Hausbejitz in der einen oder anderen Weise ee< holten werden mutz. Der Einsender de» Einzejandl .Bessere beizeiten".

Min lärbO dehehn nur mit echten Bf &UHS »chco StoS&rbCD end fordere die lehrreiche G-aiiabroschüre No. Z vee Wilhelm Breon«, Geeellch e.'t m. beeehr Ha.tua-, Quedlinburg« H.

aus dem Nachbargebiet.

0 Ulmbich. Ein ftreudentag für unsere Pfarrei war der Einzug unsere» neuen Pfarrer», de» hockw. Herrn Ruratu» L. Braun. Trotz der dringenden Held, arbeiten hatten die Bewohner ttlmbachS e» sich nicht nehmen lasten, ihren neuen Seelenhirten in feierlicher Prozession abzuholen. Nachdem der hoch». Herr in einem festlich bekränzten Wagen von der Bahnstation abgeholt worden war, wurde er in der Mitte de» Dorfe» in festlicher Weise empfangen. Nachdem weißgekleidete Mädchen rhn mit Gedichten begrüßt hatten, richtete Herr Kaplan Wehner ermutigende, sinnreiche Worte an den neuen Pfarrer. Unter Gesang und dem Geläute der Glocken wurde er dann in da» GotteShau» geführt, wo der neuernannte Pfarrer Worte de» Danke» spiach. Eine Andacht schloß die Feier. Am nächsten Sonntag fand dann bi? feierliche Einführung durch den hochw. Herrn Dechant Atzert von Romstal statt. Nachdem die Schullinder in Prozession den hochw. Herrn in die festlich geschmückte Kirche geführt hatten, sand die lieber» reichung der priesterlichen Jnsimien statt. Mit heiliger Freude lauschten die Zuhörer seinen Worten und nach dem feierlichen Te Deum ist wohl in allen Herzen der Pfarrangetzörigen der Wunsch laut geworden; Mögen dem neuen Herrn Pfarrer recht viele Jahre der Freude und de» Frieden» hier beschieden sein.

g Eschwege. Auf den Zahnradstrecke« der Eiien- bahn neben strecke Eschweqe-Heiligenstadt werden augen­blicklich unter der Leitung höherer Eijenbahnbeamten Dersuchsfabrten mit einer jiebenachsigen Loko- motive besonderer Bauart ausgeführt. Dieselbe befördert bei wesentlich geringerem Kohlenverbrauch aus einer Steigung von 1:20 etwa 250 Tonnen, während die bisher im Betriebe befindlichen Loko- mokiven bei beiieiben Steigung nut 100 Tonnen befördern können. Die Bersuche sind bi8 jetzt jufriedenstellend ausgefallen.

mc Frankfurt a. M. Dir Stadt hat kn letzten Jahre zahlreiche Kleinhäuser in erstaun-

Märkte.

e- KnNa, 30. April. Der Auftrieb znm heutigen Sch weine markt betrug 241 »ferkel und 2 Lauser, -für Ferkel wurden 300, 400 und 500 Mark nezahtt, für Läufer bewegten sich die Preise zwischen LOO und 750 Mark. Der Handel war rege.

yy.

Qarniiag, 30« April t92L

Handel und Wirtschaft.

{{ne Nnndgebnna der ben schen Cegiiiinbuftrif. Der Vorstand der Fachgruppe Textilindustrie des Dieid »t>ct- bände» der deutschen Industrie faßte in seiner letzten Sitzuni, an der Vertreter de» besetzten rote t»e« unbesetzten Gebiet» teilnahmen, einstimmig eine Entschließung, in der in erfreulicher Weise bie Gemeinsamkeit der Wntschaftsinteresfen de» ganzen Reichsgebiete» betont wird uns die al» Kundgebung der gesamten deutschen Textilindustrie von besonderem Wert ist. In der Entschlietzung appelliert der Bocstand on die angeschloffenen Verbände, im all emetnen naiio- nasen Interessen mit allen Mitteln dafür zu sorgen, baß die en en wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet trotz der Errichtung der Rheinzolltnie aufrechlzu. erhalten. ,

Eingesandt.

Erwiderung. Herr Malermeister Krönung hielt e» für notwendig, auf meine Erllärunt tn d.r.Fuldaer heilum' vom 18. April am 27. April im .Fuldaer Tageblatt' eine Erwiderung zu geben. Ich glaube an. nehmen zu können, datz e» sich für mich erübrigt, auf bie Redensarten wiein die gebührenden Grenzen zurückweisen. Unfähigkeit, falsche Manipulationen, vor- sätz.iche Jriefiihrung» u s. w. nähet einzugehen. Das eine möchte ich jedoch bemerken, daß es nicht nur eine vorsätzliche Irreführung, sondern eine bodenlose Verdrehung ist, von einem Verlust von 3300040 0u0 Merk zu reden, der durch Nuchlberücksichtieung billigerer Angebote entitanben sein soll,> Herr Krönung hat e» vorgezo en, zu der am 21. S. M. staltgefundenen KommisfionSsitzung nicht zu erscheinen. Ob er fürchtete, dabei Austiärun en zu erhalten, ober ob ihn die an. strengende Tütt kett al» Hilfspolizist abgehalten hat, daran teilzuuehmen, Weitz ich nicht. Es entzieht sich auch meiner Kenntnis, ob diese Tätigkeit.mehr Un. fähigkeif nötig hat, al» die Leitung de» Kohlenamtek, die Herr Krönung de» öfteren Gelegenheit hatte, zu übernehmen. Im llcbrigen bin ich weit entfernt, mir keine Kritik gefallen zu lassen; die mußten und müfcn noch ganz andere al» ich übet sich er elicn lassen. Da. bei erinnere ich mich eine» zwar ei.u.ta drastischen, aber jedenfalls treffdiidenAussp uchs de» bekannten bayerischen VolkSwann» Dr. Heim:(Sin mit der Leitung einer der Allgemeinheit dienenden Einrichtung Betrauter. ist wie ein Eckstein, an dem jede Lau ihren Hintern wetzt " Und dieses Vergnügen möchte ich Dhemauben streitig machen. V. I. Schöpf.

3n btt Crtolberurg de» Mi kerverefn, $nlba durch Herrn Professor Hubin, er auf mein (SingejanotBessere beizeiten- konnte ich infolge unaufschiebbaren Reisen leider erst beute Stellung nehmen. Mit meinem Ein. gesandt wollte ich auch in gjlitterfreifen Verständnis lüt d:e Nöten de» Hausbesitzer» erwecken und damit Die bestehenden Gegensätze zwischen Mieter und Ver. mietet zu mildern suchen. Letzten Endes besteht doch ein gemeinsame» Interesse an der Erhaltung und Unter. Haltung unserer Wohnungen. Auf die teilweise irom« scheu Ausführungen will ich nicht westet eingehen, son- Oern nur einige offenbare Widerspräche und Unstimmig­keiten hier festnageln. In der Erwiderung vom 11. 4. sagt Prof. H :Dem Mieterverein ist es neu, datz van ihm gewarnt wird, höhere Zuschlä;e als .0 Proz. zu bewilligen usw." Im Eingeiandt vom 18. 3. bin e, en wörtlich:Wir müssen gegen unbillige Forderungen Einspruch erheben, denn wenn wir einmal nach eben, bann kommen nach den 60 Proz. 100 und 200 Proz usw.» Ferner sagt Herr H, der Hausbesitzer täite in den letzten 10 Iahten überhaupt keine Reparaturen machen lassen und im folgenden Satz wenn auch 200 Ptoz. Ausschlag bezahlt würden, so wurden die Weparatmen doch nicht tn dem Umfan e ausgeführi, rote im 0rieben also auch noch bi» Mitte 1914. TaS sind doch bann keine 10 Jahre ober glaubt der Verfasser, der Hausbesitzer hat schon 1910 gewutzt, datz 1914/15 der Krieg kam und demzufolge schon 19 0 seine Reparaturen eingestellt? Dem Vermieter würden bei der Anwendung de» ominösen § 10 keine Schroteri lei­ten gemacht, wiid weiter behauptet; nt da» nubt schon eine große Schwierigkeit, datz er erst das Mielseinigun »- amt anrufen muß, damit ihm durch langwierige Per. Handlungen fein für die Reparaturen aufgewendetes .'kapitatverzinst roirbr ZuderBehauptung.die Steuern u. Abgaben trättder Mieter noch zu den Mieten", möchte ich ergänzen, daß es sich dabei doch wohl nur um Steuern und Ab, aben handeln kann, bie der Mieter geietzlich zu tragen hat, ober glaubt etwa Herr H., der Vermieter mußte eigentlich auch noch de» Mieters Steuer tragen ? La» Wussergeld, welche» er vielleicht im Auge hat, ist längst kein dem Konsum noch zahlbarer Verbrauchs­artikel, sondern zu/« eine Kopfsteuer, die den Mieter wie den Vermieter trifft und treffen soll. Der Haus- besizer hat von der Einziehung des Wassergelbes nur

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sicher Schnelligkeit erstellt, um der Wohnungsnot zu steuern. Jetzt aber stellt sich immer mehr heraus, was für ein großer Fehler das schnelle Bauen gewesen ist. Die Häuser, Nürnberger Spielzeug nicht unähnlich, sind feucht, bröckeln ab, zeigen Risse, sind überhaupt zum Wohnrn nur sehr schlecht gerigr^t, da oud) das verwendete Material mehr durch den hohen Preis als durch Güte sich auszrichnete. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde deshalb ron sachverständiger Seite grfordert, die Stadt solle sich endlich einmal einer soli deren Bauart wie­der zuwenden, denn so wie seither könne und dürfe es nicht weiter gehen. Wenn man den Mietern zu- mute für eine Dreizimmerwohnung annähernd 2000 Mart jährlich zu zahlen, müsse man ihnen auch richtige Wohnungen geben.

vermischtes.

* Das weiblich« Verbrechertum hat eine ganz anßermdeniliche Ausdehnung erfahren, und man muß leider sagen, datz nicht selten junge chen unter Zwanzig an V rschlagenheit und Skrnppcl- >o igkeit mit erfahrenen Verbrechern wetteifein. Die vornehmen jungen Tarnen" d e c's Gräfinnen oder Baroninnen edle Beschützer suchen, denen sie als Lohn für ihre Rttterttchkeit Herz und Hand und ktmyendes Vermögen dazu ver prechen, ip.elen rare Rollen mit einer solchen verb.üfieuden Gewandtheit, daß ihnen selbst solche Männer, die keine-. we-'S zu den peln gehören, immer wieder auf den Leim ge en. Geradezir zahllos sind die weiblichen Perso­nen, die sich auf Giund von gefälschten Zeug­nissen und Dienstbüchern als Hausangestellte in die Familien einschleichen, durch Eiter und Wil­ligkeit das Wohlwollen und Vertrauen der Herrschaft erlangen und dann mit großem Raffinement Dieb- stähle ausführen. Diese Diebinnen haben sich sach­verständig ausgebildet, sie nehmen was sich lohnt, und verjchmähen werilo'e Sachen. Es sind von ihnen in letzter Zeit Objekte im Werte von Zehn tau­fenden enuvenbei wo ben. Es sind Verbrecherinnen darunter, die 20 bis 30 Straftaten auf dem Konto haben.

* 6apablan<a, Schuchwestmelfler. Noch vor Er- ledigung der vorgesehenen 24 Partien hat Lasker in dem Kampfe um die Schachwelt meister-' schäft aus die Enlscheidung verzichtet und Capo­bianco seinen Weltmeist:rtitel abgetreten. Lasker er­klärte bei der 15. Pari«, daß es ihm unmöglich fei, weiter zu spielen, weil er durch das ungewohnte Klima in Havanna und die außergewöhnliche Hitze außer­stande sei, den Kampf fortzusetzett und er daher zu- gun'ten non Capobianco auf den Titel verzichte. Cas­ter war feit 25 fahren Schachweltmeister.

* Segelboot-Unglück. Bei Wannfee am Breiten Horn auf der Havel hatte der Dootsbesitzer Wolf mit einem Herrn und einer Dom« eine Segelpartie unter­nommen. Sie wurden von einer schweren Gemit­te r b o e überrascht. Das Boot fenterte und alle drei Insassen stürzten in das Wasser. Dem herbeigeellten Fäyrmeister Frankenberg, der bereite an 20 Perfoneu das Leben gerettet hat, gelang es, den mit den Wellen kämpfenden Bootsbesitzer zu retten. Die beiden an« be£en Insassen ertranken.

* Eine Grippe-Epidemie im Saargetiet Im Saargräiet sowie dom benachbarten Lothringen herrscht zurzeit eine schwere Grippe-Epidemie, die schon zahl- reiche Opfer gefordert hat. So wurden im Stadtteil Forbach an einem Tage 15 Personen beerdigt, die der Seuche erlegen waren.

* Der größte Sternenglobus der well, mit einem Durchmesser von 2,40 Metern, soll auf Anregung des Leiters der Sternwarte der Wiener Urania, Prof. Dr. Oswald Thomas, gebaut und im Institut aufge­stellt werden. Der Globus soll sich bauend) mittels Uhrwerks drehen, so daß zu jeder Zeit die jemeiligen Sternensphären zu sehen sind. Da bisher die größten derartigen Sterirengloben, soweit dies bekannt ist, weit unter 2 Meter Durchmesser besitzen, so würde der Wiener Globus der größte SternenAobus der Well sein.

* Lin Zeppelin nach Amerika verkauft. Laut Daily Mail" ist einer i*r an England adgesieferten Zeppeline an Amerika verkauft worden und wird Im Laufe des Juli über den Ozean fliegen.

* Feuersbrunst in fionmo. Eine große Feuers- brunft hat in Somno, der bekannten polnischen Stadt, etwa dreißig Häuser gänzlich zerstört. 300 Familien sind obdachlos. Drei Menschen finö ums Leben ge- kommen. Solche verheerenden Brände In den Holz- häuser-Dierteln polnischer Städte sind den früheren Ost-Kriegern ein vertrautes Ewignis.

Tas Werden einer neuen Kunst.

Bon A. R. S.

Richt von einet neuen Kunstrichtung soll hier die Rede fein. Wir find mit Kunstrichtungen und den ast unerquiMchen Erörterungen hierüber in dem letzten hlllden Jahrhundert und namentlich in der Gegenwart reichlich überfüttert worden. Nein, es handelt sich wirklich um eine neue Kunstgattung, ebenso selbständig wleMalerei, Architektur, Musik, Dichtung. Zwei Um- t6 treffen zusammen, die dieser neuen Kunst das Leben geben werden. Einmal die geradezu elemcn- ^wall, mit der ein ganzes Heer junger Mater drängt, den bisherigen Rahnen der Malerei : m*2 ®unft 3U sprengen, und auszudrücken, was

in der Malerei niemals ausgedrückt werden kann, was u Ailstt allein Vorbehalten ist. Dann aber r <3um erftenmale mit großem Erfolg wif-

fenfchafuich durcharbeitete Problem der Farbenhor- "onie. Ich meine die Farbenlehre Wilhelm Ost­walds, des bekannten Naturforschers. Der schon an ber Schwelle des Greisenalters stehende Leipziger Ge- « "pniten Problem ebenso genial wie

streng wiflenschastlich zu Leibe gegangen und es ge- tang ihm. wahrend draußen der Weltkrieg tobte, in Mer Arbeit m überraschender Weife Klarhest in die- fes noch fo dunkle Gebiet zu bringen.

Die werdende neue Kunst wird die Farben- musik fein. Ohne Prophetengeste, aber auch ohne voreingenommen« Kleben am Ewig-gestrigm wol- len mir uns in aller Sachlichkeit, doch in jugendsrisch, elastischem Geiste über das unterhalten, was sich heute über diese werdende Kunst jagen läßt.

Daß ein Mensch fliegen könne, galt jahrhunderte­lang als ein Ding der Unmöglichkeit. Es wurde von ganzen Berbänden vonFachleuten- wissenfchaftüch bewtesen, daß Fliegen dem Menschen ein für alte Mal umröglich fei. Das hinderte ein Universalgenie wie Lionardo da Dinci aber nicht, Flugmasckirren-Kon- struklionen zu zeichnen. Es hinderte auch nickt, daß beute das Flugwesen Gemeingut aller zivilisierten «älter ist. Wer vor h'mdert Jahren von drahtloser Telegraphie gesprochen hatte, wäre sicher als Phan­tast verlacht worden. Es besagt also wenig, wenn Beute noch viele bei dem Worte Farbenmufik ebai-

Expressionismus, der die Malerei vomFar- bentaumer erlösen wollte, sie zu durchgrtstigen trach­tete. Die Graphik, Radierung, Holzschnitt wurden modern. Es mußte auch so kommen. Wenn die Ma­lerei Malerei bleiben wollle, hatten die Farbenexperi­mente ihre Grenzen. Aber die Sehnsucht nach der Farbe konnte durch die neue Richtung nicht unterdrückt werden. Wir feiten heute darin schon klar. Man greift die (Entfernung von der Natur, die der Exprefsio- nismus lehrte, auf; man geht weiter zur gänzlichen Ausschaltung der Natur und matt Farben, nur noch Farben in mehr ober minder formloser Gestaltung. Es ist unzweifelhaft konsequent gewesen, diesen radikalen Schritt zu machen. Es ist aber auch ein großer Feh­ler, diese Erzeugnisse für den Gipfel einer hergebrach­ten Kunst zu halten. Eie sind, richtig gefügt, Die pri­mitiven Anfänge einer neuen Kunst. Es sind F^rben- akkorde, zu vergleichen einem einzigen Akkord auf dem Klavier; ja wenn sie ohne Kemttnis von Harmonie oder ohne Gefühl für Harmonie entstanden sind, sind es Falbendissonanzen, vergleichbar dem Fehlgriff eines Schülers auf dem Klavier.

Der Mißgriff derartige Farbenexperimente in Gemäldeaueftellungen unterzubringen, sie stets mit Malerei In einem Atemzug zu nennen, ist die Haupt­urfache der gänzlichen Ratlosigkeit des Publikums. Wir haben es alle schon erlebt: Unser guter Freund und Kunstphilister 3L war in einer Ausstellung und erzählt das Kuriosum: er hat ein Bild gcsehen, von dem man noch nicht einmal sagen konnte, was oben oder unten war. Oder die Leitung hat es auf dem Kopse stehend aufgehängt, bis der Künstler den Irrtum klärte. Natürlich, so lange wir solche Wcrke als Bilder auf- fasten, fo lange fragen wir: Was ist das. Es sind aber keine Bilder. Es sircd günftixstenfalls Farben­akkorde. Es ist nur eine Frage möglich: W ie ist es! Ein Dergleich möge es noch klarer machen. Es schlägt jemand einen einzigen Akkord auf dem Klavier an. Kein vernünftiger Mensch wird fragen können: Was ist das. Die Frage lautet: W i e! Die Musik ist eine abstrakte Kunst. Die Malerei muß als bildende Kunst stets einen Rest von Tatsächlichem und fack;lich Inhalt­lichem haben. Die Farbenharmonie, die Farbenmusik ist aber auch eine abstrakte Kunst.

(Schluß folgt.)

falls überlegen lächeln, auch nichts, wenn mit wenig stichhaltigen ästelhischen Begründungen die Unmöglich- leit einer Farbenmusik bewiesen werden soll.

Das Problem der Forbercharmonie ist uraß. Die größten Geister beschäftigten sich schon damit. Und wir können heute nur behaupten, daß ohne eine Lö­sung dieses Problems eine Farbenmufik schwer denk­bar ist.

Wir suchen den großen Newton am offenen Fen­ster steh:nd, Seifenblasen blasend. Der weltberühmte Mathematiker und Naturforscher ist vertieft in das wunderbare Farbenspiel, das wir aus unseren Kinder­tagen kennen. Goethe untersucht In feiner Farben­lehre die Qualitäten der einzelnen Farben. Seitdem so meisterhaft über die einzelnen Farben geschrieben worden ist, ist die Fähigkeit der Farbe, auf die Seele zu wirk:«, nicht mehr bestritten worden. Im neun­zehnten Jahrhunderts nimmt der Göttinger Augenarzt Prof. Ruete den Gedanken des schon 1740 vom Ie- fuitenpater Castell erfundenen Farbmklaviers wieder auf. Er arbeitet Serbefferungrn aus. Während der Drehung zweier Kreisscheiben sieht man fortwährend neue Farbenakkorde, durch Schwarz oder Weiß ge­trennt. sich ablösen. Der Erfolg ist noch sehr primitiv. Man sprach dabri noch nicht gerne von Kunst. Radecke der Komponist, untersucht Parallelen zwischen Ton. u. Farbenempfindungen urti) Schall- und Lichtschwingun- gen. W. Unger, der Kupferstecher, stellt eine Theorie der Farbenharmonie auf, die sich auf Vergleiche zwi­schen Tonintervallen und Lichtwellenverhältnisten gründet. Adams, ter Maler, stellt Formeln auf über bie Wechselbertehunren der Farben, besonders der Grundfarben ®?(b, Rot, Stau und ter Gegenfarben Violet, Grün, Orange.

Das Ende des neunzehnten Iahrhunterts und der Anfang des zwon,lösten bringen uns die Blütezeit der imprelfiönistifchen Malerei. Eine gift- hende Beaeisterung für die Farbe hat eine ganze Gc- neraticm erorifftn. Farbe und Licht werden dem Künstler wichtiger ast Inhalt. Es entstehen eine Un- lumme van Meistern, ' ken bet Farbe. Es würde eine dankbare Aufnabe f''n on impressionistifchen Gemäl­den nadiauweifen, tr:" iele Künstler Forbenzvsammen- stellurmen wählten, :ren harmonisck-e Beziehungen hcut-, r,mß'ncu 2« sind. Zwar kam die Reattton: der

Eine Caritastat der amerikanischen Katholiken.

Die bereits vor einigen Wochen kurz durch die Presse bekanntgegeben wurde, hat der E r z b i f ch o s frlüntefein von Chicago iir einem on den Kardi- Dal und Erzbischof von Köln, Dr. Schulte, gerichteten Kabellelegramm mit geteilt, daß 30 Millionen Pfund Mehl zur Linderung der Not in Dmtsch- land und Oesterreich zur Verfügung gestellt werden könnten. Inzwischen ist die gewaitige Sendung be­reits zum größten Teil in Hamburg eirrgetrosfen. Wie bus dem ausführlichen, an Kardinal Schulte gerichte­ten Begteitfchreiben hervorgeht, ist die gefamte Mchl- menge von Erträgnissen der Kirchenkollekten, die auf Veranlassung des Erzbischofs Mündclein von Chicago in den katholischen Kirchen Chicagos abgehalten wur- den, gekauft worden. Die Bestimmungen über die Verteilung dieser Ries,ngabe amerikomscher Kaiholiken sollen dem Willen der Spender gemäß durch die bei­den Kardinäle von Wien und Köln getroffen werden. Mit der Verteilung des auf Deutschland entfallenden Teiles (drei Fünftel bezw. zwei Drittel der Gefamt- trenge) hat der Erzbischof voic Köln die tarüatioe Arbeitsgemeinschaft in Berlin (Leiter Caritasdirektor Kreutz) beauftragt Ln der ersten am 19. April im Büro des Deutschen Caritasverbandes zu Berlin ob« gehaltenen Verteilun^ausfchußsitzung konnten zunächst 5000 Sack Biehl für Deutschland verteilt werden. Aus beförderen Wunsch des Kardinals Schulte wurde ein erheblicher Teil dieser Sendung dem Deutschen Zen- tralausschuß für AuslarÄshilse zur Verfügung gestellt zwecks Verteilung an nichtkatholische Anstalten und Vevölkerungskreise.

Die Verteilung in den einzelnen Diözesen geschieht im Auftrage der Diözcsancaritasoerbände und die Fachorganlsationen. Außerdem werden die großen Kinderheime, die im Laufe des Sommers Kinder aus den Industriestädten aufnehmen, reichlich bedacht wer- den, fo daß den schwächlichen und unterernährten Kin­dern dort ein reines, kräftiges Brot während des Er- holungsoufenthalts verabreicht werden kann.

Den Katholiken des Bistums Chicago, an der Spitze dem Herrn Erzbischof Mündelein, die zweifel­los mit bedeutenden Mühen und Opfern eine so reiche Spende ermöglichten, gebührt inniger Dank des deutschen Volkes, vor allem der deutschen Kinder.

Der Mangel an gutem Mehl und Brot hat be- Kuders unsere Kinder gefundheillich schwer geschädigt. Eine willkommenere Hilfe als 30 Millionen Pfund Mehl konnten die Kacholiken Chicagos uns daher kaum zuteil werden lasten. Gottes Segen und tau­sendfacher Dank aus allen Gauen Deutschlands und Oesterreichs möge dies leuchtende Beispiel christticher Nächstenliebe lohnen!

©ottesötenftordnung.

Katholischer Gottesdienst.

(yonntaa, 1. Mai. Dom. */,6, 6, l/i7 u. 7 M., um *i.7 gestiftete M. f. d. gefall. Mitat. d. Männer, npo'tolats m. Anspr. u. Gen.-Kom. d. Männer, 8 Pfarr. amt u. Pr V.1O Kathc-vralanrt u. Pr 11 Chr. f. d. Jungl, */tl2 Dl. u. Pr, 4 Billprozeiston auf den irtauenbern, 7 Eröffnun i d. Mai-Ansacht i. b. Marien» kap.Ue. Montaa */.8 Mai-A. im Dorn. Stadtpfaee» kirckie 6V. Kom., 5/. Dl., 6*/« M. u Som. d. Männer» npostolatc», 8 M. u. Pr. (1. Sctmlad.), 97. Pfarrac t u. Pr., 11 DL u Pr. (2 ©rtiulab.1, 91/, C r. f. ö. Jüngt. j.'d. Severiktrche, 17,Bittroallfahrlnacb dem K-ouenberg, 8 Mai-And. Pfarrkirck-' zum fil. Geist s/«7 SomM 7 grübrn., 8 Pr., Amt m. Rom., */>5 Chr, 5 A. Täaltch 5 Mai-A. Leverikirche. Sonntags */.7, Werktag» C M Herz-Jesu-Heim. 8 Hochamt, nachmitt. 2 A. <Mittwoch abend» 8 A.l Frauenberg. 5 im. Mai-A.), g, 67* u. 7 M., 8 Rosenkranzm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 And. f. d. Bitiwallfahrt au» Der Statt- pfarrei, */t5 A. f. d. BittwaUiahrt au3 der Dompfarrei. (Montag und Dienstaa 6l/« Bittprozession; 7 Btttamt. Mittwoch 6V. Bittprozesjion; 7 Biltami; nachmttt. l/*5 feiert. Bespßx m. fatram. «e-en) 4

wiLftadt. Am 5. Sonntag nach Ostern (1. Mai) findet Bttiroallfahrt nach Maria.Sternbach statt. Von 6-9 llljr früh ist Gele euhcil zur bl. Veichle und tkoinmunwn in der Pfarrkir e zu Wickttadt; 9 Uhr Proze sion nach der Willrahrtskapelle; doit Bittamt mit Piedist; alsdann Ruckzug zur Pfarrkirche. An allen Mai-Sonntagen ist tn Maria-Sternbach mittag» 4 Uhr Se iensandacht mit Predigt; an den einfallenden Feiertagen ist zur selben Zett nur Segcnsandactt. Der Pfarraottesdienst nährend des Maimonate» ftndet immer um 9 Uhr statt; von 6 Uqr ist Bcichtgeregenheit.

Evangelischer töotteöbicnft.

Sonntag, 1. Mai. Fulda Vorm. 8 u. 9^» Sup. Ruhl, 11 uindkrgctteSdienst. Bad Salzschlirf. Borin. 9/t Pfarrer Reich. Großenlüder. Borm. 9Psarrer Weber.

Loanzel. lauderkirchl Gcmeinschast Buttlorftr.

Sonntag abends 8 Evangelisation. Dienstag abend» 8: Bibelstunde (P,arrer Weber). Mittwoche abends 8: Gesan stunde.

Amtliche Anzeigen.

Der Hüttner Albert Wehner von £8f£cnrob ist als Ürlsfchäher für den Gemeindebczirk Löschenrod auf Widerruf bestellt und endlich in Pflichten g.nommey worden.

Fulda, den 22. April 1921.

Der CanbtaL I. V.: Frhr. v. Dogern.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden des Kreiser werden angewiesen, von den zugesandten Hebe­rollen über die von den Unternehmern land- und forst, wirtschaftlicher Betriebe für das Jahr 1920 zu zahlenden Beiträge unter Verwendung des vorgefchriebenen ge- druckten Formulars eine l-c andere hebelifle sofort an- zusertigen und dem Gemeinderechner zur alsbaldigen Erhebung und Ablieferung an die Kretakommunalkaste hier zuzufcrligen. Sie Beiträge sind an das Postsch ck. konto der Kreiskommunalkasse Frankfurt a. M. Nr. 9318 einzufenden. Zahlkarte ist den Heberollen beigefügt.

3dj mache auf den Abschnitt C der den Heberollen beigesügten Leglcltverfügungen, besonders au'marksam und erwarte, daß keine Gemeinde fich von der sofortigen vorschußweisen Zahlung ausschlietzt.

Die festgesetzte Frist von 4 Wochen zur Einzahlung der Beträge darf auf keinen Fall überschritten werden.

Die Herren Bürgermeister wache ich persönlich für die pünktliche Innehaltung tx>r Frist verantwortlich.

Fulda, den 25. April 1921.

Der Vorsitzende des Sekklonsvorstaudes.

3. D. Frhr. o. Eagern,

Bieffeu<fcttroli*eiiitf,e Anordnvnn.

Nachdem die Abhellung brr Maul- und Klanens-ucht in der E.meinde Bronnzell amtstierärztllch festgestellt worden ist und die Abnahme der Dcstafektion ftattge. fiinden hat, bestimme ich im Anschluß an meine vieh- seuchenvolizeiliche Anordnung vom 24. Februar 1921, 4. März 1921,Fuldaer Zeitung Rr. 48 und 56. folgendes:

i - 1. Die über den Gcmeindebezirk Bronnzell ver. hängte Sperre wird hiermit aufgehoben.

§ 2 Die für den Gemeindebezirk Bronnzell und bU verseucht gewesenen Gehöfte im besondere» angeordne­ten Bcstimmungen werden zurückgezogen.

Fulda, den 26. April 1921.

Der CanbraL 3. D.: Frhr. v. (Bagern.