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Freitag, 29. April 1921
48. Zahrg.
Aus öet» besetzte« Gebiet.
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tausend trüben Löchlein non den Sergen und unter*
Gartz'etzung folgQ
»red. 414
er- 3ie
Pallanta mit mächtigen Schritten durch, Dorf und rief: .Wacht auf, da» Dorf ist in Gefahr!" Sprang in da» Glockenhau, der Kirche und läutete Sturm. Die Ein. wohnex liefen schreckensbleich au» ihren Häusern und fragten mit zitternden Lippen, wa» da« bedeute?
.Der Teufelsstein wankt und will sich auf Salan stür. zen,' erwiderte Michael. „Da, Wasser hat den Fels unterwühU unb nun ist der ganze Koloß im Wanken."
Erschrocken blickten alle zu dem mächtigen Felsen hinauf, der im Munde de» Volkes der Teufelsstein hieß und wie ein drohender Riesenhammer hoch über dem Dorfe schwebte. Wenn er stürzte, wie Michael behauptete, wenn der unterwühlte Berg zu „laufen" begann, war das halbe Dorf verloren. Da gab es kein lange, Lesinnen, da mußte auf der Stelle gehandelt und der drohenden Gefahr »«gebeugt werden.
»Räumet die Häuser der Oberdorfes!" gebot Michael- Schafft Kinder und Greise heraus, daß kein M.'nschen- leben verloren geht! Rammt Dalken in die Erde er. richtet Pallifadcn, daß die stürzenden Schuttmasien auf. gehalten werden. Sonst wird da» halbe Dorf begraben- (Eilt und rührt die Hände, ehe er zu spät ist."
Willig folgten sie alle seinem Rufe, gehorchten seinen vefehlen. Tausend Arme und Hände rührten sich zum großen Rettungrwerke. Denn es ging ja um das Wohl des Dorfes, um das Glück und die Zukunft der Heimat, die In Rot war. Do wollte jeder seine letzte Kraft ein- setzen, um sie aus Not und Gefahr zu erretten.
Während der Richter die Leute zur Arbeit anfeuerte, rief Michael einige beherzte Männer zu sich und sagte ihnen: „Der Teufelsstein muß unseren Dorfe den Untergang bringen, wenn sich der ganze Koloß auf die Hauser stürzt. Darum muß man den Riesen unschädlich machen —*
„Freilich," stimmten die Bauern zu, „aber wie?"
»Man muh ihn in viele klein« Felsbrocken zertrüm. mern, ehe er al. Ganze, auf, Dorf stürzt. 5m Dorfe sind Sprengstoffe vorhanden — her damit! Wir gehen dem Drachen zu Leib, tropfen ihm Pulver und Dynamit
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gegen die Ausführungen der mehrheitsfozja»
Das Zentrum schockte den Abg. Tr. ?pstzn vor Er stellte seit, daß nach dem Abbruch der Konferenz in London die Notwendigkeit bcitanDen hätte, jede Ge- legenhett wahrzunehmen, die sitz uns zur Wiederan, tnüpfun,’. der Verhandlungen bot. Zu den Einzelheiten d » Angebots nimmt der Aba. Ep.-qn keine Stellung, nut soviel drrngt er zum Ausdruck, baß er über unsere Zähigkeit der Leistung der .00 Milliarden Mark Zweifel habe. Aber die wirtschaftlichen folgen der Politik der Alliierten würden nicht nur Deutschland ireffen, sondern schließlich ganz Europa. Die Schuldf rag« muß unabhängig von den gegenwärtigen Verhanotungen weiter oerfci.t werden.
Als letzter Redner in der großen Aussprache sprich! der Unabhängige Ledib-nr Er bezeichnet den Frieden»- vertrag von Versailler als einen Akt der Per letoaitu gung und die Londoner Repnialioiisforderungen all den Anfang der Perelendung uub Versklavung der deutschen Volkswirtschaft! Die SchUldstage ut für ihn bereit« gelöst. Die besteht in dem kap:talisii,chen Konkurrenzkampf und der Ausbeutung der Menschen.
Damit tst die Aussprache über die anewärtrzr Politik ertedtgt. Der Nachtrag zum Housyalteplan wird dem HauptauSichug überwiesen. Das vorläuft.;« OttSktafsenverzeichniSwird tu feiner ersten Lesung angenommen. Las HauS vertagt sich auf Frei tag. Aniragen, Verfolgung der Krlegsvcrbreche» Donbergerichre.
von XSiH nach Der Sitz des bisherige» Delegierten de« ReichSkommisfarS für Ein- und Ausfuhrbewilligung für die besetzten (gebiete ist von Köln nach Bad Ew.s verletzt worden. Die Stelle untersteht jetzt der Interalliierten Rheinland- koinmission und ihre Gntfcheidunqen werden daher unbesetzten Gebiet nicht olS rechtsgültig anerkannt.
sühnen, dessen ganzes Leden ein Opfer war für feine Sünde. Sie trugen den Ruhm Michael Pallanta», de» Hüters der Berge, des Königs der Dolomiten, in die SBelt hinaus und die Zeitungen brachten fpaltenlange Berichte über Michaels stille Heldentat. Sein Name ging oen Mund zu Mund, sein Lob durch» ganze Land. Einige Wochen später erhielt der Richter von Salan aue dem Wiener Kabinett die goldene Rettungsmedaille nebst einem huldvollen Handschreiben, das Michaels Derdtenste anerkannte und ihm die goldene Ehrengabe zusprach.
Voll Freude und Stolz nahm Michael die schöne Ehrengabe in Empfang: aber er konnte sich nicht ent- schließen, dieselbe öffentlich zu tragen, sondern legte sie in Gina, Hände. »Heb' sie auf für mein' Buben," fagte er zu ihr. „Sie soll Ihn später an mich erinnern und ihm sagen, daß sein Batet a ehrlicher Mann g’rae. Jen ist. Er soll sich nlt meiner z' schämen brauchen."
Sein Vater, der Richter, wollte ihn nicht mehr hinauf in die Serge losten. »Bleib bei uns im Tal," sagte er. -Letzt hast schon zehn Menschen 's Leden g’rettet und Deine Schuld ist genug gebüßt Deine Ehr ist wieder rein und auf Dein' Namen kannst stolz fein Alle haben nur Lob für Dich und heißen Dich den Helden von Salan. Drum mein' Ich, Du sollst Dich wieder hier an- sässig machen und Dein Wort einlösen, was der Gina 'geben hast —"
Bekümmert schüttelte Michael den Kopf. .Verzeiht'» mir," erwiderte er, »aber ich tarnt nit Ich bin noch nit erlöst. Da drinn' in meiner Brust Nagt'» mich noch immer an — und der Schatten will nit weichen. So lang der nit verjagt ist, kann ich koa Ruh nit finden. Ich mein, ich müh' noch a größere Tat vollbringen —"
Soviel ihm auch sein Batet zuredete — er ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen und stieg wieder zu Berg.
Und einige Zett später sollte sich ihm wirklich Gele- genheit bieten, «ine neue Rettung,tat zu ooBbringcn, die alles, was er bisher für die Heimat getan hatte, in b:n Schalten stellte. —
Nach wochenlangem Regen riefelte das Wasser in
Sejggeprei»: Monatlich J»UJ Hit. ohne Zustellgebühr. In Fu,0o bei un»abgehoit 3,15 211t. Anzeigenpreis : Die K > e tnze >le idoioneimaB) 60 pfg„ u. 12'» Zuschlag, di« Stell amezeil» (terrbrehe) 140 Ak., u. IO“1- Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt.
Vetantwoniich litt den resau. Teil: L V.t Dr.Ioh.Kramer, ~ für die «nzeyen: I. ißariei ler-fyuioa. u Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer iktienbrutferet in Fulda. i?emiptettier Nr. U. Telegr.-Ädreste: Fuldaer Zeitung.
Wenig günstige Ausfichten.
Nach den heute vorliegenden TieBungen aus Ser« Kn herrscht in den diplomatischen Kreisen nunmehr die Auffassung vor, daß die Aussichten einer amerifani- jchen Vermittlung wenig günstig seien. Es werde als «rzweifelhast angenommen, daß Präsident Harding stnd die amerikanische Regierung den lebhaften Wunsch haben, zur Beilegung des Konflikts und zur Derhin« herung der Gewaitmaßnahmen beizutragcn. Es scheine Attch ziemlich sicher, daß in Washingum bk deut- fchen Vorschläge für eme mögliche Der- Handlungsgrundloge gehalten werden, obgleich man bei einigen Punkten gern eine klarere und bestimmtere Fassung gewünscht hätte, was zu Rückfragen in Berlin Veranlassung gegeben haben dürste. Dagegen werde bezweifelt, daß die amerikanische Re- gierung angesichts der ablehnenden Haltung der französischen und nun auch der englischen Regierung ihre dankenswerten Bemühungen werde zum Erfolg führen können.
DrlM-s „Unannehmbar".
Die französische Regterimg hat dem Botschafter Bufferand in Washington die Instruktion erteilt, dem Staatssekretär Hughes zu erklären, das deutsch« Angebot sei unannehmbar.
Lloyd George.
Sm Unterhaus gab Lloyd George eine Erklärung ob, wonach die deutschen Vorschläge von den Nnanz« sachverständigen der Alliierten sehr genau geprüft würden. Er fürchte sehr, daß Einstimmigkeit darüber herrscht, daß die von der deutschen Regierung gemachten Vorschläge voll ständig un genügendsind.
Deutscher Reich.
• Berlin, 29. April. Die Ausfuhr von frischen Seefischen, Salzheringen, Stockfisch««, Klippfischen, Fischkomerren usw. wurde sreigegiben. Eines Aittrage» auf Ausfuhrbewilligung bedarf es daher nicht mehr. Auch die Ausfuhr von Obst - bäumen wurde frei gegeben. — Ein Wechsel in ter Reichsgetreidestslle wird sich Ende diese» Dkonats vollziehen. Der gegen®üilige Präsident dieser Stelle, Geheimrat Dr. Kleiner, wird von seinem Posten scheid«!. Gerüchte, daß er wegen Mermlngs» Verschiedenheiten mit dem Reichsernaynrngsminister Hermes von seinem Posten scheidet, sind abwegig. Ais Nachfolger des Geheimrat Kleiner wird wahrscheinlich der Ministeriairat Dr. Merz in Betracht kommen.
* Las neue deutsche Weißbuch. Der erste Unterausschuß des xorlamentarischcn Unrersuchungs» aueschtisses des Reichstages verhandelt in seiner letzten Sitzung über dm Inhalt des Weißbuches zur Vorgeschichte des Weltkrieges, das in den nächsten Tagen vom Unlersuchungsaueschuß hrrnuegegeben wird.
* Dealsche Gewerkschaftsführer in London. „Daily Thrviucle" zufolge sind vier deutsche Gewerkschafls- fiterer Großmann, Hur, Sittmann und Silberschmidt, in London eingetroffen, um mit hervorragenden Politikern und Arbeiterführern über dir Repara- tioneftage und den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu beraten.
* Der mitteldeutsche Aufstand. Ein Ausschuß von $9 Mitgliedern des Preußischen Abgeordnetenhauses wird die Ursachen, den Umfang und die Wirkungen des Aufstandes der Kommunisten in Mittel, deutfchland untersuchen. Vorsitzender des Ausschusses ist «bg. Kultur (S. P. D.) '
* Erz berget Ist an allem Schuld. Die „Germania" tritt der Behauptung entgegen, Hr zur Last gelegte Indiskretionen in Sachen der Vermittlung des Vatikan» feien durch den Abgeordneten Erzberger verursacht- Der arme Erzberger werde für alles verantwortlich gemacht, wa» den nationalistischen Kreisen nicht paffe. Al» Beispiel erwähnt das Zentrumsblatt, daß jüngst in einem ostwärts fahrenden D-Zug, als vor einer Station längere Zeit die Einfahrt nicht ge. geben werden konnte, sich ein Herr erhob und bnt Mitreisenden erklärte: Sa, wundert Sie denn das in dem vererzbergerten Deutschland!
* Xie ipei|oua.aiieu bet loeautte-i. Auf eine kleine Anfrage im preußtzchen Landtag hat der preußische Mimste'.Präsident folgende Antwort erteilt: »Auch nach Anstedt des StaaiSminisleriumS ist der Artikel 229 der Ncichäversasjung dahin mi6;ulep.tn, daß es i e t Behörden und den Vorgesetzten von Be- otttten ieit dem Inkrafttreten der rkteichsverfassung
ordmtUches Lehrfach, wobei über die Teilnahme an ihm die Wilftnrertlörung sowohl de» Lchrer» wie bes für dos Kind Enieyimgvberrchligben entscheidet. Neben bte Gemeinschafsschute tritt die Bekennt- nisschuie, die grundsätzlich zur Aufnahme von Schülern ttner bestimmten Kcmsesswn dient und in dieser Konfession lehrplanmäßigen Religionsunterricht er- teilt, sowie die bekenntnisfreie Schule, bk feinen konfessionellen Unterricht Hal. Diese dient ent« weder als weltliche Schule ohne Einschränkung des Bekenntnisses oder der Weltanschauung zur Auf- nähme aller Schüler, oder ist als Weltanschauung s s ch u l e grundsätzlich zur Aufnahme von Schü- lern bestimmt, die für eine bestimmte WrltMschauung erzogen werden sollen.
Wenn ein rechtswirkfawer Antrag aus Einrichtung von Lefennlnrsschuien oder bekeruttnisfreie Schule gestellt wird (antregsderechttgt ist neben dem Bat« auch die Mutter), so findet ein befristetes Anmeldungsverfahren für dir beantragten Schularten statt. Wenn die Neueinrichtung einer Schule beantragt wird, so ist das Annrelüungsverfahren auch auf die Ganeindefchule zu erstrecken. Hierbei gelten alle nicht cngemtlbtle Kinder als ohne weiteres für bte Schule cncemelid, die sie besuchen.
Sn einigen Purrtten ist zwischen Reichsrrgierung und Neichsrat keine Uebereinftlmmung erzielt worden, so daß der Entwurf die abweichenden Auffassungen gegmüberstrllt. Entgegen den Beschlüssen des RcichrrcttL häl: dir Regierung heran fist, daß über Anträge wegen Einrichtung oder Brlbchaltung beantragter Schulen in od-rster Sristanz das Oberosr- waltungxgerichi zustätLig ist, dem dir Nach- Prüfung im Interesse einer einheitlichen Auslegung der Verfassung und des Gesetzes nicht entzogen werben darf. Während ferner der Reichsrat verlangt, daß das Reich i«en Ländern und den Gemeinden bte aus der Durchführung der Gesetzes entstehmen Kosten In Höhe von zwei Drittel erstattet, lehnt die Reich: r-gi»- rung eine solche Küstenregelmig au» grundsätzliche» Erwägungen ob.
Auf die Tragweit« einzelner Destinummgen wird man noch zurückkommen imrffen.
Das ReichSschulgesetr.
Dem Reichstag ist fitzt der Gesetzentwurf tzur Ausfühnmg des Artikels 146 Absatz 2 der Reichs- verfaffung zugegangen. Der Entwurf sucht die Gliederung der Volksschulen, die in dem Schulkompro- miß der Weimarer Derfasiimg grundsätzlich festgelegt ist, auszubauen. Die SBegrunbung betont, daß das Gesetz, rote bas Schulkompromiß, ein Verföhmmgs- merk fein will: Indem es den vorläufig unüberbrückbaren weltanschaulichen Gegensätzen ihr Sonderrecht im Schulwesen gewährleistet, will es darüber hinaus alle Kräfte im Volke zur gemeinsamen FSrdenmg der deutscher! Schule zusammenfassen.
Als Mittel zu diesem Zwecke betrachtet der Gesetzentwurf eine weitgehende Berücksichtigung de« Willens der Erziehungsberechtigten und damit der Bestrebungen, die auf Erhaltung von Bekenntnisschulen und auf Einrichtung von bekenntnisfreien Schulen gerichtet sind. DerArtikel146derVer- f a f f u n g stellt in seinem ersten Absatz als leitendes Prinzip für den Ausbau der Dolksschulen drn Satz auf, daß sich das mittlere und höhere Schulwesen auf einer für alle yemsinjsamen Grundschule auf- bauen solle. Für diesen Aufbau soll neben anderen GesichtsMnkten auch das Religionsbekennt- Nis der Elter »der schulpfsichttgen Kinder maß- gebend sein. SnnerhaS der Gemeinden sollen irrdeff-n nach Wsatz 2 des Artikels 146 auf Antrag non Erziehungsberechtigten Volksschulen ihres Deketmtnisies oder ihrer Weltanschauungen eingerichtet werden, soweit hierdurch ein geordneter Stbulbetrieb nicht beeinträchtigt wird. Der Wille der Erziehungsberechtigten ist dabei möglichst zu berücksichtigen, bas Nähere soll dir Landesgesetzge-ung nach den Grurcksätzen eines Reichsgesetzes befummelt. Dieses Reichsgesetz hat die Reicheregierung fitzt dem Reichstage vorgeleat, nachdem der Neichsrat gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf einige Abänderungen beschlossen hat.
Danach ist dir lIvlkrfchule in der Regel Gemeinschaftsschule und steht grundsätzlich atien Schülern offen. Sn ihr ist der Religionsunterricht
Aber vor diesem kühnen Wagnis schreckten selbst die Mutigsten zurück. Die Männer sahen sich unschlüffig an und zögerten. Da rief Michael rasch enischiossen: „Sch versteh Euer Zögern gar wohl. Ihr habt', Weib und Kind — und bei dcm Werk, bös ich vorhab, geht'» um» Leben. Drum will ich dem Teufelsstein ganz alloa z' Leib gehn, ös braucht'» nur die Sprengstoff auf d' Höh zu tragen, alles andere mach ich alloan."
Da gehorchien sie und das Werk begann.
Mit Todesverachtung stieg Michael zu dem Koloß empor und ging dem steinernen Riefen zu Leib. In alle Riffe und Spalten legte er Sprengstoffe und an feinem Fuße, wo sich eine kleine Höhle befand, brachte er eine Mine an; am meisten Mühe verursachte es ihm, bte Zündschnüre trocken zu legen und auf di« nächste Anhöhe hinüberzuleiten. Ader auch das gelang.
Drunten im Tale blickten die Leute voll banger Angst zu dcm Felsen empor, an d:m Michael wie ein Zwerg herumkletterte. „Wird'» gelingen?" fragten sie. Und Gina begab sich mit den grauen und Kindern in bte Kirche, um heiße Gcb-te zum Himmel emporzuschicken.
Währenddem legte Michael Feuer an die Lunten und zog sich, das Glimmen der schwarzen Zündschnüre dci- fvlgend, auf die nächste Höhe zurück. Aber noch hatte er nicht im Walde Deckung gefunden, so flog auch schon die Mine auf und die Sprengstoffe explodierten. Em furchtbarer Donnerschlag erfolgte, die Erde bebte und zitterte, eine riefen hafte Rauchwolke wirbelte empor, der ungeheure Felsblock zersprang in tausend Stücke, die wie Meteore durch die Luft sausten. Der Berg fing an zu „laufen*. Langsam glitten bte Erb- unb Schuttmassen in die liefe, wälzten sick wie schwarze, starre Wogen auf da, Dorf zu, um ee p erdrücken und zu begrabe^.
Aber an dem festen Wall, bat bte Leute von Sa an errichtet hatten, prallten sie ab, ohne ihn brechen und bas Dorf überfluten zu können. Träge, wie übersättigte Un« geheuer, blieben sie liegen.
Da» Unheil war adgcwenbct, bas Dorf gerettet
Ein tausendfacher Jubelruf erfüllte die Luft „Heil Michael Pallanta, dem Retter von ©afm! A:il imd Sezenl*
Sodann nimmt der Redner der deutschen Volke- Partei, Abg. Strcfemin», da- Wort, um sich mit den Ausführungen bei RLtchSauhenmirusterS Dr. Simone auScinanderzufetzen. Im Prinzip erklärt sich <$trefe» mann damit einverstanden, daß die Re-sierung von neuem der Versuch gemacht habe, einen Leg für die Anbahnung von BeryandluNgen fretzumochen; an die einzelnen Unternehmungen jedoch, die von der Regierung eingeschlagen worden seien, lest er an besondere hervorstehenden Punkten auch kritische Betrachrunaen, im ganzen aber ist er zurückhaltend, um 6t« außer- ordentlich schwierige Lage der Regierung nicht ohne Not zu erschweren. In scharfer Kritik wendet Redner f ‘ | ----- *' * '
Deutscher Reichstag.
Am Donnerstag setzte der Neichsmg bte große Aussprache über bte auswärtig« Politik fort Bevor sich jedoch das Hau» diesem Gegenstand der Tagesordnung zuwandte, wird ohne Debatte ein von den RegterungLparteien erngebrachter Gesetzentwurf, wonach die Verfügung über (Sold bi» zum 1. Oktober 1821 in dem gleich«» Umfange verboten uwb ebenso strafbar bleibt, rote st« gemäß § 24 Str. 8 bei AuSsühruntzSgesetzeS zum FriedenSverirag vorn 31. Ang. 1019 gegentoüritn verboten unb strafbar ist, in offen 3 Lesungen angenommen.
listischen Abg. Hermann Müller, dem er den Vorwurf macht, die Partettnteressen übet da» Staat«- Interesse gestellt zu haben. Man wird Herrn <etieie» mann in dieser Beurteilung sicherlich recht geben muffen. Denn so oft Hermann Muller in Fra-e der eu»toärtt- gen Politik tm Reichstag« das Wort ergriff, hat er e» nutzt über sich gebracht, sich vam engbegtengten Partei, ftandpuntt loSjureißen. Die Verquickung patteipoltti» scher Auseinandersetzungen mit den Fra een, die die Einheit bet Nation erforderten, hat immer nut die Geschäf e unfetec ehemaltgen Gegner besotv t Auch auf bi« SuSeincindersetzuag über die Schuldfrage geht Dr. Strrfemann kurz ein. Et ist der Meinuni, daß die Aufklärung über di» Schuldfta"» nicht in offiziellen Händen liegen dürfe, da» AuSwäittge Amt könne nicht Propaganda treiben; er schließt sich damit den Ausführungen Dr. Simon» übet diesen Gegenstand an. Bezüglich der LeistungHsähigkeit wie sie durch dadeutsche Angebot in Anspruch genommen wird, kommt Gtres-mann zu keinem sicheren Schluß. Jedenfalls spricht er bet fXegterunj daS Recht zu, sich von potiti« schen (iiesichtSvuntten leiten zu (offen, wenn st« glaubt, dadurch die Möglichkeit zu CertianÖlungen zu erlangen.
Den Ausführungen Strtfemann» folgt eine au», sichtlich« Auseinandersetzung de» L,lch,««ßenmln!st(r» mit allen den Befichtrpunlten, bte nmcrhatv der Debatte voigebracht worden sind. Soweit muß man Herrn Dr. SimvnS unbebinct gerecht werden, daß er sich mit dem ganzen Fragenkomplex deS Neparation-problems vertraut gemacht hat, wie vielleicht fein zweiter. Dr. Stmon» verteidigt sich zunächst gegen den Vorwurs, er habe in Lvnoon gegenüber beit «eußerungen van Lloyd George d:e Frage der deutschen Berantwortlichteit om Krieg« nicht durchgrsochten, als wäre ft« em neues Problem. Er sieht sich darum veranlaßtz au» dem Bericht über die Londoner Verhandlungen noch einmal bte Stelle zur Detlesunz zu bringen, in der er die Sch uld« frage am Kriege behandelt hat. Er vermeldet, daß die historische Bearbeitung der ganzen Sache im Gan. « fei, und daß in der nächsten Zeit vom Au»wärtigen Amt mehrere Bänd« herauSgegeben werden sollen. Vor allem aber werde ee nicht aujyö-en, dafür einzutreten, daß auch bte Archrb« bet fremden Staaten geöffnet würden und daß eine neutrale Prüfungskom« misston eingesetzt werde, vermittels deren der ganz« Fragenkomplex einer ovjeltiven Prüfung unterzogen werden könne. Was die von der deutschen Regierung nach Amerika entsandten Gesamtvotschläg« betrifft, so ist der Außenminister trotz der au» Fran're'.ch dringenden ablebner.ben Preffestimmen optimistisch gestimmt. Er hofft, daß aufgrund dieser Vorschläge ee doch noch zu Berhandtungen kommen wird. Die Rote bet ReparationSkommisfion, wonach der Goldbestand der Reichsbank in bte Bank von Frankreich über- zuführen sei, bezeichnet er al» unberechtigt und in ihren Forderungen widerrechtlich. In kurzen Zügen streift i>«r Außenminister noch einmal die Entwaff. nungSfrage. Er ift der Meinung, daß die franzönscse Regietungs-ZwangSmaßnahmen zum Zweck bet Strpa« ratibn durchsetzen will, wenn sie diese mit der Haltung Deutschland» in der Entwaffnung», frage zu begründen gedenkt. Der Minister teilt de», halb aufgrund amtlichen Materials di» Zahlen mit, die in beredter Spiache beweisen, wa» Deutschland bereits an Kriegsmaterial gerfwrt hat. ®r zeigt damit an, daß die Entwaffnung Deutschland» tatsächlich vollzogen ist, wie e» auch bekannt ist, daß das deutsche Heet bereit» auf 100000 Mann zurück geführt und di« Festungen befarmiert worden sind. Eine Berufung Frankreich« auf die noch nicht erfolgte Ent- woffnung Deutschiands wird damit hinfällig und kann niemand al» irgend em Rechttboden dafür genommen werden, neues deutsche» Gebiet zu besetzen. Auch auf die östlichen Verhältnisse geht 6er ReichSautzenmtnister ein. Er teilt mit, daß von feiten der Regierung alles getan werde, um Oberschtefien ungeteilt aufgrund des «bstimmungrergebniffe« sowie feiner wirrfchaftiichen und kulturellen Einheit bet Deutfchland zu erhalten.
Für die Demokraten spricht Lsr ebemainu: deutsche Botschafter in Amerika Aba. Gras Betufiotff. Er behandelt daS ganze Problem aus feinet SienntntS öer amerikanifchen Verhältnisse heran» und kommt zu dem Schluß, dah man von Amerika politisch weitgehend»Hilf« nicht erwarten könne, daß man abtt immerhin der Hoffnung Raum <j»ben dürfe, ba e» sich um eine eminent wichtt^e wirtschaftliche Frage handele, daS Inteteffe Amerikas wachgerusen zu haben.
taufend trüben Bächlein non d»n Bergen und unter- ! ft, Rochen und Bauch, daß a vor Wut bersten mutz, wühlt« den Grund, $« elfte eiiiy Sagens Ksmnv's, au tzte tzM'' •m*.1 -n-Mt-r ~ -i
Der König der Dolomiten.
Volksroman von Felix Rabor.
-
Der Tob ging durch die Berge. —
Sn da? Geheul des Sturmes hinein klang das Stöh- ne» und Seufzen, das Weinen unb Klagen der Armen, die bis zum Hälfe ober bis $um Munde in Eis unb Schnee begraben lagen.
Michael Pallanta, der nach einem beschwerlichen Marsche ein Stündchen in feiner Hütte ruhen wollte, hörte bas Sammern und machte sich, obwohl er totmübe war unb neue Lawinengefahr drahre, auf den Weg zu b«r Unglücksstätte. Ohne Zaudern machre er sich an die Arbeit, mit Pickel und Grabscheit den Wall von Ei» und Schnee zu brechen. Der Schweiß lief ihm übers Gesicht und die Arme fchmerzten ihn, doch er ruhte nicht, bis auch der Letzte gerettet war unb alle wohl geborgen in feiner ^ütte ruhten. Dort erquickte er die Erschöpften unb bereitete ihnen ein weiches Lager für bte Nacht.
2lm andern Morgen führt» er sie zum Firn kreuz. „Betet a Vaterunser für die eigene Rettung und a zwoa- tes für an armen Sünder!" fegte er.
Sie taten es voll Donk gegen ®ott unb ihren Rette«, oijne den sie in dieser Wüst» von Eis umgekommen wären. Mit seltsamen Blicken betrachteten sie den kühnen, mutigen Bergführer, der sie dem Tode entriffen hatte Und nun demütig wie ein armer Sünder, mit gesenktem Haupte und gefalteten Händen, beim Kreuze stand.
Die Herren wie die Damen suchten ihn beim Abstieg auszuforschen, doch er gab keine Antwort darauf und wie» auch die tausend Kronen, die man ihm anbot für eine edle Tat. zurück. „34 hab'» nit um Geld ’fan," agte «r entrüstet, „sondern um Gotteslohn, aus Men. chenlieb — und um a schwere Schuld zu büßen." .
Sprach'», wandte Ihnen den Rücken und stieg wieder hinauf in seine Berge, um seines Amtes als Reiter in der Not zu walten.
Drunten in Salon erfuhren die Touristen di« Geschichte Michael Pallanta», der freiwillig als Büßer in **• JR*ae gegangen war, um eine schwere Schuld zu
Amklicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.