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N«itag. 22. Slpril 1021.
- Fuldaer Zeitung Druck der Fuldaer Aetteudruckerei itt Aul»»
Aus dem AachvarßLvrer.
X Hersfeld. Nachdem in der letzten Stadtvet- »rdnetensitzung beschlossen worden ist, den Strompreis um 40 Pfg. für die Kilowattstunde zu erhöhen, betrögt er jetzt für Lichtstrom 2,20 Mk. und für Kraftstrom 2 Mk. für die Kilowattstunde.
(? Houau. In der Sitzung der Stadtverordneten wurde, nachdem der Staat eine Beihilfe von 6 Mill. Mark aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge »ugeführt hat, endgültig den Dau des Main- Hafens beschlossen, dessen Kosten ach' 20 Millionen Mark veranschlagt sind. Mit dem Bau des Hafens soll alsbald begonnen werden. Die erforderlichen Mittel von 20 Mlllioncn Mark sollen durch Anleihe auf- vebracht werden. Es wrude beschlossen, die Genehmigung zur Ausnahme einer Anleihe in dieser Höhe ein- zuholen. — Weiter wurde beschlossen, die Stelle des Oberbürgermeisters auszuschreiben.
fpd Frankfurt a. M. Die letzte sehr erhebliche Erhöhung der Eintrittspreise für das Schauspielhaus und das Opernhaus haben die gegenteilige Wirkung erzielt. Denn statt der erwarteten hohen Einnahmen macht sich ein auHcrordentlich geringer Besuch in
Denn man in der letzten Woche vor einem Berliner Schaufenster eine dichte Schar von Neugierigen sah. so konnte man von vornherein annehmen: das ist ein Blumengeschäft, eine Kranzbmderei! Die Leute wurden nicht müde, die ausgestellten Erzeugnisse der Bindekunst zu bewundern und die Inschriften auf den schwarzweiß. roten Widmungsschleifen zu studieren. Es war Hoch, betrieb in all' diesen Geschäften, und das Staunen des Publikums war vielfach ganz gerechtfertigt. Denn unter der Fülle von Kränzen gab cs wahre Kunstwerke, Meisterstücke an Pracht und Geschmack. Die Zuschauer frag- ten sich: Woher kommt so schnell diese große Masse von herrlichen Treibhausblüten? lind weiterhin wurde gefragt, namentlich van den Zuschauerinnen: Was mag das alles kosten?
Wir brauchen die Blumen als Aurdrucksmittel für unser Gefühl. Blumen benutzen wir beim Gratulieren
Unpolitische Zeitkäufe.
Von Fritz Ni en kern per.
Berlin, 20. April 1921.
Großartig und ohne Störung verliefen die Trauer. Zierlichkeiten für die verstorbene Kaiserin.
Ein Mann aus dem Volke meinte, die Veranstaltun- Sin würden noch viel großartiger gewesen sein, wenn e Verblichene als regierende Kaiserin und Königin gestorben wäre. Das ist insofern richtig, als dann die übliche Landestrauer eingetreten wäre und das höfische Zeremoniell sich in voller Trauerpracht entfaltet hätte. Aber die jetzige Leichenfeier hatte doch einen sMnen Vorzug: die volle Freiwilligkeit, die Volks- tumlichkeit. Wer sich beteiligte, tat es aus eige- ^em ?"Hchluß_ Keinerlei Zwang wurde ausgeübt. Aengslliche Naturen konnten sich sogar eher gehemmt, als angewieben fühlen, da sie Gegendemonstrationen be. fürchten konnten.
Der ganze Verlauf zeigte deutlich, daß die Verstorbene nicht bloß wegen ihrer hohen Stellung, sondern auch wegen ihrer persönlichen Tugend und Verdienste allgemeine Hochachtung und Zuneigung genossen als echte und rechte deutsche Hausfrau und Mutter und Wohltäterin.
Das ist ein Ruhmeskranz, der nicht so schnell ver- welkt, wie die zahllosen Trauerkränze aus Blumen und Blättern.
jSeUragscrftatt«,rg versicherter weiblicher Angestellten.
Bei vielen Ehen, die jetzt geschlosien werden, ver- Itent die Bestimmung des Dersich-mngsgefetzes für Angestellte besonders hervorgehobcn $u werden, wonach weiblichen Versicherten, die infolge Verheiratung aus der oersicherungspfliästigen Beschäftigung Ausscheiden, unter gewisse« Voraussetzungen ein Anspruch aus Erstattung ihrer Beitrags. Hälften znstehr. Durchschnittlich sind es etwa 450 Mark, die den einzelnen verheirateten weiblichen Versicherten wieder erstattet werden konnten, eine Summe, die immerhin manche kleine Anschafftmg für den neuen Haushalt ermöglicht und daher von jeder Berechtigten gern entgegengenommen werden wird. Aber dieses Recht des Anspruchs auf Erstattung ist cm gewisse Voraussetzungen geknüpft, die erfüllt sein müssen.
Ein Haupterfordernis ist, daß die Versicherte ihre versicherungspflichtige Beschäftigung infolge Verheiratung aufgegeben hat, wobei es ohne Bedeutung ist, ob das Ausscheiden aus der Beschäftigung einige Zeit vor oder selbst einen beträchtlichen Zeil- nach der Verheiratung erfolgt ist. Es muß nur zwischen Verheiratung und Ausscheiden ein ursächlicher Zusammenhang bestehen, der daher, falls er nicht ohne Eiter es ersichttich ist, daß vor dem Ausscheiden die Wartezeit erfüllt ist, d. h., daß für mindestens 60 Monate versichenuMpflichtiger Beschäftigung Bei- träge gezahlt sind, oder wenn das nicht der Fall ist, Satz dann zusammen für mindestens 90 Monate Pflicht- und freiwillige Beiträge entrichtet sind. Schließlich muß auch die Anwartschaft arrfrechtechaltm sein, d. h. es müssen bis zum Ausscheiden in jedem Kalenderjahre mit Ausnahme des ersten Bsitragsjahres mindestens 8 Beitragsmonate durch Beiträge oder Ersatztatfachen (z. B. Krankheit) nachgewiesen sein.
Jede in der Angestelltenversicherung versicherte weibliche Angestellte, die sich verheiraten will wid von dem Anspruch auf Erstattung ihrer Beitragshälften Gebrauch machen will, wird also zweckmäßig vor ihrem Ausscheiden aus der versicherungspflichtigM Beschäftigung prüfen, ob bei ihr die vorstehenden Voraus- setzungen sämtlich erfüllt sind. Stellt sie z. B. fest, daß für sie bis jetzt erst für 58 Monate Pflichtbeiträge Mahlt worden sind, so wird sie lieber noch 2 Monate länger in der versicherungspflichtigen Beschäftigung bleiben und gegebenenfalls die Heirat um kurze Zeit cmffchleben. Stellt sie fest, daß in dem einen Jahr nur 6 Monatsbeiträge für sie gezahlt worden sind (weil sie z. B. das andere halbe Jahr ohne Stellung war), so muß sie noch vor ihrem Ausschei- den die fehlenden 2 Beiträge als freiwillige nochent- richten. Dann aber kann sie getrost den Antrag auf Erstattung beim Rentenausschuß Berlin der Ange- stelltenversichermig, Berlin-Wilmersdorf, Nikolsburger Platz 2, unter Beifügung ihrer Versichenmgskarten und einer standesamtlichen Heiratsurkunde (die für diesen Zweck gebührenfrei ausgestellt wird) eiineiehen, und sie wird nicht enttäuscht werden, wie vielleicht die eine oder andere ihrer Freundinnen und Kolleginnen, die diese Destiimnnmgen nickst genügend kannte und daher abgewiesen werden mußte.
beiden Theatern bemerkbar. InfolgÄeflm sind die Mindereinnahmen n«h mehr als bisher gestiegen. Und bei diesen Verhältnissen stellen die Theaterangehörigen fortgesetzt neue Forderungen auf Teuerungszulagen. tellweis« sogar mü Rückwirkung vom 1. Januar 1920.
mc Frankfurt a. 2!L Als ein Zeichen der Zeit darf es angesehen werden, daß mchrere GeschS sie, die mit Antiquitäten rmd KÜnstgegenständen handel- ten, eingegangen sind oder ihre Verkaufsräume wesentlich verkleinert haben. Schieber, die etwas kaufen, gibt es nicht mehr und die Ausländer lassen sich auch selten genug sehen. Vielfach wurden die kostbaren Warenbestände weit unter Preis verkauft. — Man macht eben die auffällige Beobachtung, daß eigentlich nur die großen Bankinstitute als Bauherrn auftreten. Letzt hat auch eine große Bank das evangelische Ver- einshcms an der Gallusanlage erworben und wird dort, nach Nisderreißung des alten Gebäudes einen großen Bankpalast errichten, der über 20 Millionen kostet.
fpd Aschaffenburg. Ein rpit R o h a p h t a l i n ge- füttter Guterwagen geriet in der Betricbswerkstäüe in Brand. Die gesamte Feuerwehr konnte nur mit Muhe ein liebergreifen der mächtigen Flammen auf das Werkstiittengebäude verhindern. Der Brand, von dem gewaltige tiefschwarze Rauchschwaden zum Him- mel aufftiegen, hatte fast die ganze Einwohnerschaft auf die Beine gebracht. Der Schaden ist sehr bedeutend, da die Sendung nicht versichert war.' Außerdem dürfte den Absender noch eine weitere Strafe treffen, well er die Sendung nicht als „Feuergefährlich" auf der Außenseite des Wagens kenntlich gemacht hatte.
jpd Höchst a. 2!L In den Farbwerken wurden infolge eines Dampfrohrbruches die beiden Heizer Jean Traband und Jost Klaar durch ausströmeiche Dämpfe derart verbrüht, daß sie kurz nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus verstürben. Die Tragik fügte es, daß der eine der Verunglückten sich am vorigen Sonntag zum zweiten Mal verheiratet hatte, während der andere am nächsten Sonntag sich ver- ehelichen wollle. Beide stammten aus dem Nachbarort Nied.
Vermischter.
* Eroßfeuer. 3m Hafengebiet in Mannheim richtete ein Eroßfcuer einen Schade n von über % Million Mark an. In dem Kohlenlager der Firma Lehmann war das Feuer im Maschinenhaus anscheinend durch Kurzschluß ausgebrochen. Zahlreiche Feuerwehren waren zur Bekämpfung des Feuers an der Brandstätte erschienen.
* Gitte polnische Räuberbande gefaßt. Nach einer Meldung ans Breslau über sielen Mitglieder der ge- Heimen polnischen MilitärorMnisation in Rosenberg (Oberschl.) den Besitzer der Weißen Mühle in seinem Haufe, schossen den Müller nieder, töteten die Müllerin und raubten 14 000 Mark. Landjägern gelang es, alle Beteiligten zu verhaften.
* Lebcrall „ycch". Zwei Flugzeuge, dir die Entente aus den zu vernichtenden Heeresbeständen für die biologische Landesairstall auf Helgoland freigab, sollten von zwei für die Anstalt verpflichteten Flugzeugführern nach Bremen übergeführt werden. Eines der Flugzeuge st ü r z t e kurz nach dem Aufstieg ab. Der Führer ist leicht verletzt. ®on den beiden Fluggästen ist der eine leicht und der andere schwer verletzt.
* Die der „lrockengeleFte" Amerikaner sich 3» helfen weiß. Obwohl Amerika durch Gesetz von geistigen Getränken, wie men sagt, „trockengelegt" werden tollte, scheint cs den Amerikanern nicht an geistigen Flüssigkeiten zu fehlen, wie aus zahlreichen Anzeigen der amerikanischen Zeitungen zu ersehen ist. Die Nswyovter „Staatszeitung" bringt unter der lieber- schrlft »Hopfen und Malz, Gott erhatt's" eine ständige Anzeigenspalte, in der allen bedürftigen Seelen die zur Selbstherstellung eines soliden Haustrunkes not- wendigen Rohstoffe warm empfohlen werden. „Vier Büchsen Malzextrakt, vier Pakete Hopfen werden mit Gebrauchsanweisung portofrei geliefert." Der Lieb- Haber des schäumenden Gerstensaftes weiß auch ohne den Hinweis auf dis „EtebrauchsanweisimgJ um was es sich hierbei handelt unb stellt sich feinen Haus- trank in dem Bewußtsein, den Gesetzgeber überlistet zu haben, selber her.
* Jerusalem als Stadt der Tänzerinnen. Ein Bericht der,Unita Kattolica' beklaat sich über die Verweltlichung Jerusalems unter" der englifrien und beim Kondclieren. Blumen toerben gestiftet in t i.ube und Trauer, am Hochzeitstag und am Begräb- nistag.
Ms Zeichen des Jubels und der Trauer passen sie sehr gut. Aber wie deutet man Ihren Sinn am Grabe? Sollen sie bezeichnen, daß die menschliche Kraft und Herrlichkeit ebenso schnell verwelkt, wie die Blüte auf dem Feld? Oder steckt hinter den Totenkränzen der christliche Gedanke: Die Heimgegangenen werden ver. pflanzt in den Garten des Jenseits und werden dort unter Gottes (Bncbenfonne blühen in Ewigkeit!
Diese Auffassung mag wohl nicht überall zum klaren Bewußtsein kommen. Doch der Mensch in seinem bun?- ten Drange ist sich des rechten Weges wohl bewußt. Er liebt und pflanzt auch den Blumenschmuck am Sarge und am Grabe in Vorahnung des künftigen Frühlings.
In manchen Todesanzeigen findet sich di« vorsichtige Bemerkung: auf Blumenspenden werde verzichtet, oder Beileidsbesuche würden verbeten.
Das letztere Verbot ist bindend. Der Mensch soll nicht aufdringlich werden, am wenigsten in den Tagen, wo er betrübten Mttmenfchen lästig werden fenn. Wer einer trauernden Familie verwandtschaftlich oder durch beson- dere Freundschaft außergewöhnlich nahesteht, weiß ja, ob er eme Ausnahme von dem Besuchsocrbot bilden darf. Wer darüber zweifelhaft ist, der halte sich lieber zurück, um nicht die gewünschte Einfamkeit und llnge- niertheit zu stören. Er kann ja seine Tellnahme, wenn er nicht bis zum Begräbnistage warten kann, auf christlichem Wege kundgeben. Herzliche Zu. christcn sind auch dort willkommen, wo man dar Empfangszimmer geschlossen halten möchte.
Die Teilnahme in bloßen Worten auszudrücken, genügt ober vielen nicht. Teils von innerem Drange, teils durch die herkömmliche Sitte, fühlen sie sich an- getrieben, einen sichtbaren und greifbaren Beweis ihrer Teilnahme zu geben und zur Hebung der Trauerfeier beizuirogen. Da greift man zu Blumen und Kränzen.
Maß zu halten ist gut in allen Dingen. Auch In den Kranzspenden. Sie müssen den Verhältnissen angepaßt sein. Wer in Form oder Umfang etwas Auffallendes stiftet, erregt den unangenehmen Verdacht, daß er prahlen und protzen wolle, und als wenn er mehr auf feine eigene Ehrung, als auf die Ehrung des Toten bedacht fei. Wenn der Aufwand mit der fozialen und ,
Srrrschast. Seit einem Jahre beginnt sich die heilige tabt in einen Tanzsaal umzuwandeln, worüber die eingeborenen Thristen, Juden «nd Mohammedaner sehr entrüstet sind. Jerusalem wimmelt von zahlreichen Tänzerinnen unbestimmter Herkunft. Die einheimischen Mütter hüten sich, ihre Töchter solchen Tänzen beiwohnen zu lasten.
Literarisches.
vie «tue« Stestr». Ein Leitfaden für die Praxis. Von Dr. L. Stahl 16 völlig um, «arbeitete und wefentticki vermehrte Auflage. Verlag der Frankfurter SocietätS-Druckerei G. m. b. H , Frankfurt a. M. Preis einschließlich Teuerungszujck'lag 8.80 Mark.
Die rasche Aufeinanderfolge der in die privatwirt- schafllichen Verhältnisse der Einzelpersonen tote der Er» werdSgesellschaften tief einschneidenden Steuergesetze macht eS dem Steuerzahler ungemein schwer, sich in der Unzahl von Vorschriften und Bestimmungen zurechtzw. finden. Einen guten Wegweiser aus diesem Labyrinth stellt die soeben in IS. Auflage erschienene, auf den neuesten Stand der Steuergesetzgebung ergänzte Broschüre .Die neuen Steuern» von Dr. L. Stahl dar. In enger Anlehnung an den Gesetzestext bringt sie dessen Mnzeivorschriften in übersichtlich geordneter, für den Gebrauch des Laien bestimmter Form zur Kenntnis. Besonder» eingehende Behandlung hat daS neue Em- kommensteuergefetz samt der kürzlich vom Reichstag verabschiedeten Novelle dazu gefunden, beten Bestim- mungen einem großen Teil des Publikums noch unbe- könnt sind, deren Kenntnis aber unerläßlich ist zur richtigen Ausfüllung der Steuererklärung. Eingehend bearbeitet sind in der Broschüre ferner die Kapitalertragsteuer, die KörperschaftSsteuer, das ReichSnotopfer und die Umsatzsteuer.
Amtliche Anzeigen.
Zur Förderung der Land, und Fortwirtschaft, lnr- besondere Zur Hebung des Obstbaues werden an bedürf, tige Gemeinden Beihilfen aus Staatsmitteln (dem sogenannten Westfvnds) sowie aus Fonds des Bezirks, verbandes bewilligt und zwar in Ansehung des Obstbaues zur Beschaffung des Saatgutes und der Bäume.
Anträge auf Erwirkung einer Beihilfe find bis spätestens zum 1. August d. 3s. an mich zu stellen. Sie müßen außer einer genauen Angabe über Art und Umfang des Unternehmens nötigenfalls mit Karten- skizze, den Kostenanschlag, ein sachverständiges Gut. achten, den Nachweis der Bedürftigkeit ber Gemeinde, die Art der Kostendeckung und den Nachweis über die Sicherstellung der dauernden Unterhaltung, sowie eine Angabe darüber enthalten, ob schon aus anderen staatlichen oder kommunalen Mitteln Beihilfen erbeten oder gewährt sind.
' ~ Beihilfen aus dem sogenannten Westfonds werd/i nur gewährt bei gleicher Beteiligung des Bezirksver- bandcs und wenn Interessenten (Gemeinden) mindestens die Hälfte der Kosten beitragen und di« dauernde ordnungsmäßige Unterhaltung der Anlage ficherstellen.
An Stelle der Beihilfen können auch rückzahlbare Darlehen gegeben werden.
Fulda, den 18. April 1921.
Der Landrat. I. $.: Frhr. v. Gagsrn.
Die Jagd auf LehbScke wird im Regierungsbezirk Kastel am Dienstag, den 17. Mai 1921, eröffnet.
(Siegel.)
Der Bezirksausschuß zu Kassel: Pintti.
Wird veröffentlicht,
Fulda, den 18. April 1921.
Der CanbroL 3. D.: Frhr. v. Gagern.
Ausgebrochen: Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Brei-enbach, Kreis Schlüchtern, und in dem Hofgut Rudlos, Kreis Lauterbach.
Fulda, den 18, April 1921. ...,t.
Der Canbrot. 3. B-: Frhr. v. Gagern.
Erloschen: Die Räude bei deu Pferden der 1., 2. und
3. Batterie des hiesigen Artillerie.Regiments.
Fulda, den 16. April 1921.
ver Landtal: Acht. v. Sager«.
Cognakj Rum, Liköre, Edelbrannfweine
empfiehlt
Joseph Schmitt, Fulda Büro und Kellerei: Panlustor 4-6 Kleinverkauf: Marktstrasse d2.
wirtschaftlichen Lage der trauernden Familie nicht in Einklang steht, so erhebt sich auch die fatale Bemerkung: das Gels hätte bester angelegt werden können, als in schnell verwelkenden Kränzen, die keinen Nutzen bringen.
Vor einem angestaunten Blumenladen hörte ich dieser Tage eine Frau aus dem Volke sagen: „Das geht ja in die Million, was das kostet! Damit hätte man viele Tausende von armen Kindern nähren und beklei. den können, und das wäre gewiß mehr nach dem Sinne der verstorbenen Kafferin gewesen!" War diese Ärttif berechtigt? Ich will darüber nicht entscheiden, denn bei der letzten Ehrung einer »erstorbenen Kafferin gelten besondere Normen und Gebräuche und Stimmungen, die sich schwer ergründen und Abstiegen lassen. Ich möchte nur sagen, daß eine wohltätige Stiftung zu Ehren der Verstorbenen einen schönen Ersatz für einen Teil der Kranzspenden gebildet hatte, und zweitens, daß wir unser Verhalten bei einem Todesfall in unteren eigenen Kreisen nicht nach dem Muster dieses außer- ordenllichen Falles einrichten dürfen.
Es kommt auf den ruhigen Takt an. Man muß herausfühlen, was passend ist nach den gesamten Verhältnissen und Umstanden. Dabei darf nur ber Ge- sichlspunkt maßgebend fein, daß man den Serftorbenen ehren und den Hinterbliebenen etwas Liebes und Tröst- liches erweisen will. Auf diese Weise wird man auch in der Blumenspende das richtige Maß finden.
Wertvoller noch als alle sonstigen Ausdrücke des Beileids, erscheint mir die persönliche Teilnahme am Leichenbegängnis und an dem Trauergottesdienst. Für die Hinterbliebenen ist es ein tröstlicher Anblick, wenn sie an dem großen Leichengefolge sehen, wie viel Achtung und Liebe der Verstorbene sich erworben hatte. Und als Christen misten sie, daß die Fürbitte für die Seelenruhe heilsamer ist, als aller Zierat bei ber Be. erbigung.
Der Leichenzug der Kaiserin in Potsdam hatte eine ungeheure Menschenmenge herangezogen. Aul die bloße Neugierde der Masten kann man das nicht schieben. Es steckte doch herzliche Achtung und Teilnahme für bi« vielbewährte Frau und schwergeprüfte Dulderin in dieser Volksbewegung. Das LeichsnbegSnqnis wirkte erbaulich. So soll es m verkleinertem Maße bei allen Bestattungen sein. Wer nicht ernstlich verhindert ist, der finde sich am offenen Grabe und in der Kirche ein.
GM Preis-öttt
Samstag, den 23. April, abends 7V« Uhr bei Gastwirt Marlin, Horas. Skatrreunde find eingeladen.
Sonntag, »en 24. April, großer
Preis-Skat
Großenlüder, Gasthaus „Zur Erholung-.
Anfang 4 Uhr! An rang 4 Uhr!
« Ruhl.
Radfahrerverein Petersberg feiert Sonntag, den 24. 6». Mts. fein diesjähriges StiftllllM bestehend in
Vereirrswettfahrerr, Festzug u. Tanz,
wozu ergebenft einlabet Anfang SV« Uhr.
_______________Der Vorstand.
M „SkMWell", Mos.
Sonnlag, den 24. do. Mio.
Ausflug «ach Elters.
Daselbst in der Gastwirtschaft Vudenz von 4 Uhr ab
ÄMMM.
Hierzu ladet herzlichst ein
_________________Ter Vorstand.
6tot 1 M'-Mn, Mimberg.
Am Sonntag, den 24. April, findet in bei Gastwirtschaft Auch ein TWMMjjgkll statt, wozu Freunde und Gönner höflichst eingeladen find. Anfang S Uhr.Der Vorstand, Zur Eröffnung meines neuhergerichteten Saales findet Sonntag, den 24. d». Ml»., eine öffentliche Tanrmufik statt, wozu Michst ehttabet
Saftwirt Diegelmann, €Öelze!L 9®“ Für gute Speisen und Getränke, sowie für Militär» musik ist gesorgt. "WM
Sportverein „Mabeizefl" 1920.
Zu dem am Sonntag, 24. April 1921, im Alabung'schen Saale ju Maberzell stattfindenden SMeWjigen mit Tanz
beehren wir uns, Freunde und Gönner des Sports ergeben^ einzuladcn. Anfang 4 Uhr
Der Vorstand.
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Damit erreicht er ein Dreifaches: 1. für den Verstorbenen die letzte Ehre, 2. für die Hinterbliebenen den wirksamsten Trost, 3. für sich selbst eine heilsame Mahnung an den letzten Weg, den auch er wirb zurücklegen müssen.
Wenn Dir ein Todesfall gemeldet wirb, fo handle in Gedanken, Worten und Werken nach dem Spruche: Was Du willst, daß es einstens Dir geschehe, das ge. währe auch dem anderen! , ,
— Der Detektiv. Den Tausende« von Smv» besuchet« kommt der Detektiv, der im Film ein« so überaus große Rolle spielt, als ein Mensch vor, für den es keine Geheimnisse und keine Unmöglich- keiten gibt, Ihm muß einfach alles gelingen. Leiber stehen hierbei Wahrheit und Dichtung i« ziemlrch großem Widerspruch zu einanber. An schwere» unb rätselhaften Verbrechen fehlt eS heute nicht, es sind and) zahlreiche hohe Belohnungen ausgesetzt» 0 baß gar nicht einmal an die Uneigennützigkeit eines edelmütigen Detektiven appelliert zu werben brauchte. Die „weltberühmten" Entlarver der Verbrecher aus allen Staaten hätten mithin Gelegen- eit, ihr Genie zu betoei en. Aber leider bewerfen ie wenig oder gar nichts. Viele Untaten bleibe» unentdeckt, und diejenigen, die aufgeklärt toetben, inb durch beru'Smäßige Polizeibeamie aufgeklärt Im Film sieht der Gentleman-Tetektiv turmhoch über dem Berufs-Kriminalisten, in der Prosa bei Dienstes tft eS aber meist umgekehrt. »a
— Allerlei Weisheit. Die Stabt Archangelsk hat 25,000 Einwohner, aber kein einziges Hotel. Ein Fremder, ber dorthin kömmt, muß ein möbliertes Zimmer mieten. — Petroleum gibt es erst seit 1857, unb zwar ging bet Handel damit zuerst von Rumänien aus. — Im klassischen Allerrum waren bi, Pferbe bet Soldaten nicht beschlagen. — Bei den Chinesen gibt eS keine Aerzte für „innen und außen", d. b. für innere Medizin unb Chirurgie» 'onbern nur iolcbe für „oben und unten", b. h. für den Oberkörper unb den Unterkörper. — Einige Berge auf dem Monde sind faft 11,000 Meter hoch» also noch rund 2000 M ter höher als der höchste Berg auf ber Erde. — Sounenblumenstenflel sind im ge» irockneten Zujlanb ebensoviel wert wie Kohlen.