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Fuldaer Heilung

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wer hat Euch die Piepe in Brand gehalten, als es keinen Tabak gab?

Knochen und Kumpel noch zu w ich, eben deshalb sollten die Ehern unbedingt daranftehen, daß ihre Kinder durch lässige Haltung und krummes Sitzen nicht Schädiaungen erleiden. In dieser Beziehung kann man wirklich nicht streng genug sein. Bor allem sorge man freilich auch selbst für die erforderlichen Vorbedingungen: einen bequemen Tisch, der für die Bücher Raum genug bietet, der gute Belichtung hat und auch nicht zu hoch und nicht zu niedrig ist, was sich ersierenlnlls durch Sitzk sfen leicht regeln läßt. Auch beim Lesen soll die fugend stramm dasitzen, nicht zusammengekauert in der Sofaecke liegen. Sehr notwendig wäre aber auch die allgemeine Einführung der Sieilschrift, die keinerlei Verrenkung des Köipers erfordert. ef

Wann kommen die Zugvögel zurück? Dos Eintrcff n der Zu Vögel intereffiett den Naiurfreund jetzt aus daS lebhafteste. Immer mehr der gefiederten kleinen Sänger stellen sich ein, beleben Garten, Wald und Wiese und lasten uns auch ihrerseits erkennen, daß es Frühling wird. Das Eintreffen der Zugvögel ist ein außerordentlich geregelter, man lönnte wirklich sagen: ein fahrplanmäßiges, und auch die Reihenfolge ihrer Ankunst nt als duichaus zuverlässig festgeuelit. Für die gemäßigten Gegenden bat man folgende Ordnung beobachtet: Zuerst kommen die Stare und die Feldlerchen zwischen dem 4. bis 11. März, ihnen folgen bi» zum 18. März die weißen Bachstelzen, dann die Buchfinken und Goldammern vom 24. bis zum 29. Mäiz, hiernach sogleich die Hohl- und Ringeltauben, das Hausrotichwärzchen, der Kiebitz, die Waldschlispfe. Am 4. April komnit die Rauch- schwalbe, am 9. April die Mehl chwalbe, vom 4. bis 7. Apirl der Kuckuck, bis Mitte April holten nun Einzug der B uthanflivg, Bauwpiep r, Schwarzplätt­chen, Mönch, Eteinzchmatzer, ihnen folgen b;8 Ende April Nachtigall, Grasmücke, Mullerchen, Laubiänger, Schafsreizen, Sommerzeisige,Fliegerschnäpper. Anfang Mai sind sie alle wieder beisammen und jaiichzen jubilieren und musizieren, wie sonst auch bie ganze Menschheit in dieser wenigen Zerr.

Meschugge ist Trumpf! Das unergründliche Berlin, von dem große Teile der Prov nz leider allzu oft mit Unrecht alles Schlechte behaupten, (man darf nicht wegen betrübender- Einzelsälle die ganze Bevölkerung verallgemeinern) har sich aller­dings auch nur in einem kleinen Kreise einiger Hirnverbrannter etwas rechtmeschuggenes" ge­leistet. Und zwar denShimmy" oderJimmy* als modernsten Tanz und daSJazz.Band*-Orchester als vollendetste Interpretation der holden Muse Mustk*. AuS dem, was wiraewöhnlichen Men­schen" unter einem Tanz verstehen, werden beim Soimmy schrecklich anzuiehende, geradezu hanebüchene Beinverrenkunaen, die ihren Höhepunkt in dem Zu- sammenklappen der Knöchel mit der Musik erreichen. Aber nicht nur die Beine ve renken sich bei dieser Spottgeburt von Tanz, sondern auch der Oberkörper und die Schultern zucken schauerlich. Dazu kommt das unerhörte Jazz-Band-Orckester', da? die Ohren normal gebauter Menschen nicht nur beleidigt, son­dern empört. Tas erste Orchestermitglied sitzt an einem Klavier, das er regelrecht mit Händen .unb Füßen, mit Armen und Beinen strapaziert, als gelte es, aus der sinureichen Erfindung Kleinholz zu machen. Ter Musikus Nr. 2 bläst eine Klari- nette, indem er alle Register auf einmal ertönen läßt, so daß man nicht reckt weiß, ob er schon wahn- sinnig ist oder es noch werden will. Der dritte Künstler" reißt höchst romaniisch ein der Ziehhar- montka nicht unähnliches Instrument auseinander, wählend der vierte im Bunde leinmusikaliches Talent" auf bitteren Hölzlein auStoden lägt. Den Bogel schießt jedoch der Blaser ab, der zum jüngsten Shimmygericht in die Po aune von Jericho stößt. Tas ist das wohllö lichc Jazz-Band-Orchesler, besten Musik nicht nur, sondern auch der dazu ge>enkie Shimmy an Vorgänge errinnert, wie sie bei Apa­chenfesten von Negern üblich sind . . . Ja, und gerade deshalb ist er ja auch jo schrecklich chick und modern!

Sus dem Kachvargevier.

g Esch Wege. Die immer mehr zunehmende große Wohnungsnot in der Stadt Eschwege und deren Unmöglichkeit, bei ihrer traurigen Finanzlage aus eigenen Mitteln Wohnungen zu errichten, hat zu einer entgehenden Besprechung des MagisttalS mit einer Anzahl hiesiger größerer Gewerbetreibenden geführt, um über die Frage zu bera en, ob es den Letzteren möglich sei, der Stadl zum Bau von neuen Wohnhäusern Unterstützung zu gewähren. Hierbei wurden drei Wege vorgeicklageu: 1. Hergabe von Kapitalien, oder 2. ein auf eine bestimmte Reihe von Jahren zu zahlender Beitrag, der zur Verzrnsung uud Tilgung der Bauschuld dient, oder 3. Wohnungsbau durch die Ge». werbetreibenden selbst. Nach eingehender Er- örlerung erklärten sich die beteiligten Prittalkreise dazu bereit, auf einem dieser vorgeschlagenen Wege zu helfen. Voraussichtlich wird eine gemein nützige Genossenschaft auf möglichst breiter Grundlage gegründet werden, die eine jährliche Abgabe vorsieht und auch dcn weniger Bemutelten Gelegenheu geben wird, kleine oder größere Beiträge in Form von Anteilscheinen beisteuern zu können. Die rm Laufe dieses Jahres von einer Siedlungsgesellschafl und einigen Privatleuten zur Errichtung kommenden Bauten reichen bei weitem nicht aus, um den Wohnungsbedarf zu decken. Augenblicklich fehlen für über 200 Familien Wohnungen.

fpd Wiesbaden. Der frühere Landeshauptmann von Nassau, August Krekel, ist in Schlesien, wo er zum Besuch bei Verwandten weilte, plötzlich gestorben. Er stand von 1906 bis 1920 an der Spitze der nassaui­schen Dezirksverwaltung und war an dieser Stelle her- vorragend tätig. Der Verstorbene hat ein Aller von 73 Jahren erreicht.

fpd Oberursel. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß die Erhickung von Schulgeld in einer Höhe, die sich nach dem väterlichen Einkommen des betreffenden Schülers richtet. Der Mindestsatz beträgt 200 Mark bei einem Einkommen von jährlich 15 000

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Hebet die Abgabe der Steuererklärung zur Ver» ankarung der Einkommensteuer, die in dielen Tagen zu erfolgen hat, besteht noch vielfache Unklarheit. Besonders ist darauf hirnuweisen, daß sämtliche Steuerpflichtigen, deren steuerbares Einkommen im abgelaufenen Kalenderjahr oder in dem bei land, wirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben mit Buch­führung anstelle die es Kalenderjahres tretenden

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Mark. Wenn das Etrrtormnen 90 000 Mark über» steigt, werden 2000 Mark Schulgeld erhoben. Für auswärtige Schüler tritt zudem ein Zuschlag von 25 Prozent ein.

vermischtes.

gsz die konfessionelle Schule. Sn Groß-D ort- mund find bei einer Gesamtschülerzahl von 49 000 Kindern nur etwa 3000 Kinder für die wellliche'Schule angemeldet worden, d. h. etwa 6 Prozent. Sn Düs- s e I d o r s hat die Sckuldeputalion den Antrag auf Einrichtung weltlicher Volksschulklaffen abgelehnt. Sn Herne sind 900 Kinder, etwa 7% Prozent der Ee- samtzahl für die weltliche Schule angemeidet worden.

= Ealenlewarm werden borfottierf. Auf Anregung bet Hamburger Kaufmannsckxrft ist dort em völliger Boy- kott von Erumgniffen engllcher, kremzösischer und belgischer Herkunft beschlossen worden. Sn den mohgebenden Ham­burger Restaurants und Hotels werden weder Erzeugnisse der betreff enden Länder envekaust noch verkauft. Der Bonkolt ro'rb soweit annewandt. hast heute in den erst» kiaffigen Gaststätten weder französische Schnäpse noch We'ne ausgeschenkt werden. Auch sämttzche Konserven und andere Warm, die sonst einen Haupchestandtell der Restaurat'onsbctrkbe bildetcn, sind erbannt worden. Die oi^chon Meldnngm kommen aus Bres'au. Der Derein Berliner Hotelbesitzer steht dem Boykott ebenfalls sym­pathisch gegenüber, doch ist »s kaum anzunehmen, daß er in Berlin zur völligen Dmchführune kommt. Immerhin sollen auch in Berlin nach Mögllchkest Erzeugnisse der boykottierten Länder nicht mehr eingeführt werden.

* Landesverräter. Von den Münchener Polizei sind in den letzten Monaten insgesamt 12 Spione, meistens Dem che (!) festoenommen worden, die miltiöri rbe Geheimnisse an das franwsische Spionage­büro in Mainz tt»rrHen. Dieser Tage wurde die erste Spioitaarverhandlung durck^eführt; der Arbeiter . Helf wurde dabei zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und seine Frau zu einem Jahr Gefängnis Dt ttrfrift.

* Ein Maler, der keine Arme hak. Si den dänischen Zeitungen kann man gegenwärtig viel von einem däni- schen Künstler lesen, de.- ohne Anne geboren Ist, es aber durch unendliche Geduld dazu gebracht hat, sehr ach'bare Zeichnungen und Gemälde fertigzustellen, indem er Stift oder Pinsel zwischen den Zähnen hält. Sn Koponhagen ist eine von ihm verfertigte Kopie einer Madonna Raf­faels ausgestellt, die allgemeine Bewunderung erregt.

Kleines Feuilleton.

Einen schönen Gruß vom Herrgott. Ein Leser schreibt der KölnerRhein. Voikswacht": Jn unseren veiwilderten Zeitläuften tauchen hier und da Menschen auf, die gegen meist sehr beträchtliches Eintrittsgeld in Versammlungen das Dasein Gottes unter allerlei WortpothoS leugnen. Wie einem solchen bezahlten Gottesleugner in den letzten Tagen recht drastisch heimgeleuchtet wurde, erzählt das folgende: Johann Huschwadrl, ein Ra <elfckmied auS Emngen in Würt­temberg, kam auf der Wanderschaft in einemauf- ßeklarten» Städtchen gerade dazu, wie ein Freidenker einen Abendvortrag gegen das Dasein GotteS b'elt. Am Lchlusis tief der Freidenker mit gewaltiger Stimme:Wenn ein H.-rrgott wäre, io würde er nach allem, was ich gesagt habe, einen Engel schicken, um mir auf den Kops zu schlagen." Da wallt dem ehrlichen Schwaben das Blut und er spricht:Das kann i scho besorge, da brauchts kein' Engel dazu, bu Burschte, du freches!" Und ehe der Lästerer sich zurückziehen kann, erhält er einige oewaltige Ohr­set-en von be'ter Qualität . . . 'En schäne Gruß von unserm Herrgott," jarte der schwäb'sche Land­mann, ,wega iotna Dtrick töt er käme Engel vom Htmmel schtcka, das besorgt der Hujchwadel scho alloi."

Geradesitzen! Immer wieder mahnen die Aerz-e, fick jederzeit körperlich stramm äufzut ichten, und Schul­männer wie El »rn lassen es nicht fehlen an Ermah­nungen an die liebe Jtrcend, immer hübsch gerade zu sitzen. Jedoch kaum ist daS Wort verklungen, bann lassen sich Hans und Grete wieder gehen, sie flegeln sich hin, wie man volkstümlich sich auszudrücken be­liebt, sie steben mit arg verrenktem Körper da, über- all sind sie läisig in ihrer Haltung. Ganz besonders beim Ansertigen der Schularbeiten! In einigen Schulen bat man ortbopädi chcn Turnunterricht ein- geführt, denn die Schulärzte haben feftcefteDt, daß die Verkr "mmungen der Wirbelsäule bei den Kindern, Namentlich bei den Mädchen, immer mehr an Zahl tunehmen. Jn den WachSiumsjahren sind alle

Nochmals die Friedensbemühungen des Papstes im Jahre 1917.

Der Sefuitenpater Leiber hatte in denStimmen ter Jett" bekanntlich eine Artikel folge oeröffechlicht ßber Benedikt XV im Weltkriege und seine Friedens- Bemühungen, auch verschiedentlich Borträge übet die- les Thema gehalten. Uebei einen dieser Vorträge m jkaiserslmttern war hier in Nr. 81 auf Grund des Referates des dortigen Zentrumsblattes berichtet wer- den. Ein damit im großen und ßanyn ubereinfum« inender aber parteipolitisch gefärbter Beruht erschien kurz daraus im .Tag', angeblich ^als Auszug aus d-n Artikeln derStimmen der 3^. Auf diese Arttkei aber geht der Bericht in Wirklichkeit nicht zuruck, son­dern anscheinend ebenfalls auf das erwähnte Referat.

Gegen die Darstellung desTag"-Aufsatzes, der -rte Ueberschrifl trug »Va-ikamsche Dokum^te über dre FriedAtsmöglichkest mm 1917" stellt nun Pater Seiber in derGermania" fest, daß.n m denStimmen der Zett" zur Frage der papstltchen Fnedensvermtttlung feine ungedruckte vatikanische Dokumente benutzt habe, sondern schon längst bekannte Veröffentlichungen. Auch die von ihm aufgesühtten 7 Punkte des Friedenspro­gramms des Papstes seien nicht aus irgend welchen geheimen noch unveröffentlichten Dokumenten geschöpft, sorcdern aus der päpstlichen Friedensnole vom 1. Äug. 1917 Daß England, Frankreich und Stalien diese PunÄe gut geh ißen hätten, darüber finde sich in den Artikeln derStimmen der Zeit" kein Wort.

lieber die Frage, woran ist die päpstliche Friedens- Ermittlung vom Sommer 1917 gescheitert? habe er dort wörtlich folgendes geschrieben:

Die inneren politischen Dorgänge im Deutschen Reich vom 9.20. Juli 1617 verschoben oollständig bie Grundlage, auf der Bene­dikts XV. Vermittlung aufgebaut war. Zunächst stürz­ten sie gerade den Mann, der die Sache des püpsllichen Friedenswerkes in Deutschland auf sich genommen hatte, Herrn v. B e t h m a n n-H ollweg. 21m 12. Juli wurde er zum Rücktritt genötigt. Dann schufen ober offenbarten sie unsere innere Schwäche, und genau in dem Matze, wie sie das taten, trieben sie im franzö­sischen Parlament und Volk den Kriegswillen Md die § r i e g s z i e 1 e in die Höhe Kriegsbegeiste- rung unb Friebensanfprüche staubend dort nie so hoch wie in den Wochen nach jenen schicksalsschweren Jull- tagen. Hinter Frankreich stellte sich aber Wilson, unb ihren vereinten Forderungen wagte England nicht ent­gegenzutreten. Bald war nicht mehr nur Belgien, son- dern auch Eisatz-Lothringen unb noch vieles andere Friedenshindernis.

Gewiß gilt auch vom Scheitern der päpstlichen Frie- bensvermiwunq. was Herr v. Bethmemn-Hollweg von ihrer ganzen Geschichte sagt: Im einzelnen die Zusam­menhänge oufzudecken, ist bei unserer jetzigen Kenntnis der Dinge noch unmöglich. Aber soviel dürfte heute sicher fein: bk Julivorgänge in Berlin haben ganz wesentlich zu ihrem Mißlingen artige« wirkt.

Wenn Benedikt XV. trotzdem 14 Tage später den Regierungen seine Friedensnote zugehen ließ, fo tut er es wohl deshalb, weil er in in der Friedenssache nichts unversucht lassen wollte. Die Aussicht auf Erfolg war freilich in jenem Augenblick schon sehr gerina. Als bann am 19. September 1917 bie Antwort der M ttel- mächte auf bie päpstliche Note erschien, eine Antwort, bie übrigens nicht mehr, oder jedenfalls nicht klar unb be­stimmt auf dem Standpunkt des verabschiedeten Reichs­kanzlers stand, mußte das ganze Friedenswerk als m i tz g l ü ck t betrachtet werden.

Pater Leiber betont weiter, daß bie Einzelpunkte ber inneren deutschen Geschichte in den Monaten Suli bis Oktober jenes Jahres noch in tiefes Dunkel ge- hüllt feien. Was hat Bethmann Hollweg gestürzt? Welche führenden Männer der Politik unb des Mili­tärs sind in dem Drama handelnd auf getreten? Hätte eine anders und glücklichere Politik des neuen Reichs­kanzlers England am Friedensgedanken sesthalten kön­nen? Wie vertcitt sich die Schuld am Scheitern der päpstlichen Friedensvermittlung auf die Suliercigmffe und auf die Politik von August bis September? Wie verteilt sie sich auf uns und die Entente? Alle diese Fragen ließen sich augenblicklich noch keineswegs be- antworten. Die bisher erschieuenen Kriegserinnemn- g«. führender Männer gäben Stofs cm Dfettmaßungen, ober teilte Klarheit.

Auf volle Aufklärung über die Zeit vom Sufi 1917 Verben wir wohl noch lange warten muffen.

Wirtschaftsjahr den Betrag von 1000 0 Mark überstiegen hat, nach erfolg'et öffentlicher Auf» fotbering eine Steuererklärung emzureichen haben, auch wenn ihnen ein Steuercrklärungsvor- druck nicht zugesandt worden ist Diejenigen Steuer­pflichtigen, denen Vordrucke zugesandt worden sind, sind auch dann zur Abgabe einer Sieuererkiäruna verpflichtet, wenn sie ein Einkommen unter 10 000 Mark gehabt hoben. Die Vordrucke sind bei dem F namamt erhäl-lich. Die Frist, innerhalb deren me Erklärung abzugeben ist, endigt mit Ablauf des April.

Die Veipflichtting zur Abgabe der Steuererklä­rung trifft anck alle Arbeitnehmer, selbst wenn sie weniger als 24 000 Mark Einkommen haben, fofetn ihr Einkommen 10 OOO Mark übetfteigt. Ist einem Arbeitnehmer ein Vordruck zuaeiandt worden, dann hat et, wie ob n erwähnt, auch dann e ne Erklärung abzugeben, wenn er weniger als 10 000 Mark Ein­kommen bezogen bat. Denn ter Steuerabzug vom Arbeitslohn war nur eme vorläufige Er ebung der Etnkommensteuer. Die tm Wege des Abzugs embebaltenen Beträge weiden selbstverständlich in voller Höbe auf die jetzt festzustellende Sieuerichuw angerechnet. Die hiernach noch .zu zahlenden Restbeträ e w »den infolge der durch'die soeben in Kraft getretene Einkommensteuernovelle eingesührlen Ermäßigungen teilweise nur gering sein. Jn ein­zelnen Fällen dürfte sich sogar eine Zuvielzahlung ergeben. Denn erst in dem auf Grund der Steuer­erklärung einfetzenden Beianlaaungsveif ihren tönnen bie gesetzlichen Abzüge an den teinfünfien (Kosten für Fahrt, Berufskleidung uiro.) neben den Aus­gaben für Kranken-, Angestelltenversickerung u w. sowie etwaige drückende wirt chaitliche Verhältnisse, die eine Steuerermäßigung angebracht erscheinen laffen, Berücksichttgung finden.

Erwähnt sei noch, daß nach dem n»uen Einkom­mensteuertarif Einkommen bis 21000 Mark nur einet zehnprozentigen Steuer, darüber hinaus mit einem ansteigenden Steuersatz belastet sind. Zu dieser Tar-fermäßigung tritt bekanntlich noch dte durch die Neuregelung der Abzüge >ür HouShaltS- angehörige e ntietcnbe Erhöhung deS for. Existenz­minimums, die gleichfalls eine Steuererleichterung zur Folge bat. Tie Abzüge betragen für die Ehe­frau und die zur Haushaltung des Steuerpfltchtigen zählenden minderjährigen Kinder ohne eigenes Ar­beitseinkommen bei Etrtkomnten bts zu 60000 Mark je 120 Mark von Betrage der errechneten Einkom­mensteuer, welchem Betrat bei Einkommen bts zu 24 000 Mark etn steuerfreier Etnkommenstetl von 1200 Mark entspricht.

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