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Jt« 87.

eamäla«, IC. April 1021.

- Fuldaer Leitung

*..* Druck der Fulvaer Aetieudruckerri te Fulda

ein Kommunist gegen

den Kommunisteupnisch.

Soeben erschien eine Broschüre des früheren Füh.

der Kommunistischen Partei Dr. Paul Levi .Unser Bcg Wider den Puischlsmus"; sie enthält erne vernichtende Anklage gegen die kommunistische Leitung, die den Putsch in Mitteldeutschland msze» vierte, Dr. Levi sagt in der Einleitung:

»18 rch diese BrosLüre plante, bestaub m Deutsch, »and eine Kommunistiscke Parier von 500,000 Mit Ire» bern. Als ich sie atj,t Za~e später schrieb, war diese kommunistische Partei in ihren Grund, festen erschüttert, ihr Bestand in Frag« gestellt. DaS unverantwortliche Spiel, das mit der Existenz einer Partei, nut dem Leden und dem Schick­sal ihrer Mit lieber getrieben wurde, mutz zu Ende gebracht werden. CS mutz durch den Willen der Mit- glieder beendigt werden, wo di« Verantwortlichen auch heute noch nicht sehen wollen, was sie vetan haben. Die Partei darf nicht geschlossenen «ugeS t* « narchis. muS bakunistifcher Farbe htneingezerrt werden. Kann in Deutschland noch einmal eine kommunisuiche Partei aufgebaut werden, so verlangen die Toten in Mitteldeutschland, in Hamburg, im 8. ,etnlanb, in S3a. den, in Schlesien, in Berlin, verlangen die vielen Tau» sende von Gefangenen, die das Opfer dieses bakunisti. schen Wahnsinns geworden sind» so verlan gen sie alle angesichts der Vorgänge der letzten Woche: »Niemals wieder!»

Er schildert dmm, wie er zu der Aktion kam. Der erst« Anstoß kam nicht aus der deutschen Partei, sondern aus Moskau, ohne daß die deutschen Kommunisten bis heute misten, wer eigentlich di« Ver­antwortung für den Entschluß trägt. »Die Aktion, die entstanden war in einem Kopf, der zudem keinen blaffen Schimmer hat von deutschen Verhältnissen, und politisch vorbereitet und geführt war von politi- scken Kindsköpfen, hat dte Kommunisten «fleht glasten.* Dr. Levi schildert dann weiter, wie die Aktion schließlich ein Kampf der Arbeitslosen ge­gen die Arbeiter wurde, der Kommunisten gegen die Proletarier, wie das Lumpenproletariat hervvrtrar, wie die Zentrale von Berlin ausdie Aktion steigert-- mrd immer neue Arbeiter ht den Tod schickt». Grwfß ist die Offenheit anzuerkenn-n, mit der Dr. Levi den Aufruhr, verurteilt. Ab r er vergiß! eine»: Die ganze Aktion ist die logische 'Tchrrmtg j$ner Iüüerw::fung ffltrer das Moskauer Diliat, die die Kommunistische Partei unter Dr. Levis Führung durch Annahme der 22 Moskauer Punkte vollzogen bat. Dr. Levi und fein Freunde tragen also ihr voL« Maß an- schuld.

vor neuen Kommun sienv-tsckrn?

In einer Berliner Zeitschrift macht auch der preußische Innenminister Severing Mitteilung über den jüngsten Kommnnistenputsch, au» der zu ersehen ist, daß der Putsch von langer Hand vom Zentialousschuß der kommunistischen Partei vorbe­reitet wo>den ist. gebet ing führt auS. daß in einer Sitzung deS ZentralauS'chusseS der kommunistischen Partei am 17. März offen auSgedrückt wurde, daß die Schwierigkeiten, wclche der Reichsregierung durch bte Abstimmung in Oberschlesien und durch die "Sanktionen" erwüchsen, .das Proletariat zu größter Aktivität verpflichten." Innenminister Severing gibt in seinen Ausführungen der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Maßnahmen der Regierung zu einer völligen Beruhigung geführt hätten.

Wir wollen hoffen, daß dem so ist. Aber ein Auf- ruf in der kommunistischenRote Fahne* gibt doch zu denken; es heißt da:Um den kommunistis Heu Vortrupp muffen sich alle Arbeiter scharen, damit der abgebrochene Kampf auf breitester Grund- läge wieder aufgen'ommen werden kann." Man braucht aus dieser Aeußerung nicht ohne weiteres auf einen baldigen neuen Putsch zu schließen. Er tsibt aber zu erkennen, daß die Kommunisten ihre Plane kelneSwegs aufgegeben haben.

Die staatliche Entwicklung

Barver- und Mittelasiens.

Seit etwa einem Jahre vollzieht sich in Asien eine staatliche Entwicklung, die der europäischen Politik Eft gleichgültig bleiben kann. In der beutf&en Oefferrttichdeit ist sie bisher zismiich unbeachtet geblie­ben. Das erklärt sich leicht aus den vielerlei Sorgen, die Deutschland selbst zu tragen hat. Nachgerade wär er ober doch an der Zeit, daß man auch in Deutsch- l<md den Dingen, die sich im Orient zu entwickeln be­ginnen, größere Aufmerksamkeit widmet.

Das russische Mich, welches ja schon immer eine vorwiegend asiatische Macht war, ist durch die Krirgsfolgen und die nachfolgenden Ereignisse sozusa­gen außerhalb der europäischen Gemeinschaft gestellt u so ist es begreiflich, wenn dir heutigen Machthaber in

Der »König der Dolomiten.

Volks:oman von Feliz Nabor.

8«T --------

Während sich dies in aller Stille vollzog, saß im äußersten Winkel des Wirtsgartens in der dichibelaub- ten Krone einer Kastanie der schwarzlockige Angelo und spielte auf seiner Schalmei eine leise Melodie: .Santa Luzia! . . . Aber er deutete die Worte ander» und sang verträumt vor sich hin: Vella Rositta o della Rositta!

Plötzlich schreckte er zusammen und lauschte; er «er» nahm Schritte und halblaute Reden.Maledettol* flü- sterte er, als er die Dorfleute von allen Seiten heran» kommen sah.die wollen gewiß meinem Alten und dem filzigen Qheim zu Leib, da heißt'» beizeiten den Kopf ms der Schlinge ziehen."

tcmen bie Angreifer immer näher, sodaß >em Burschen auf seinem Saume drob-n ganz schwül wurde "Verdammt- schöpfte et,nun ist das Spiel 4 mu6 fort aus Satan. Nur gut. daß

ich mir Rositta schon alles verabredet habe Noch heute nüsien wir über den Paß. Aber letzt heißt es klug sein, sonst sitzen olle drei Ornello in der Falle. Klug sein, Angelo! .. .

Er steckte die Schalmei ein und filterte flink wie eine Katze an dem Stamm der Kastanie hinab, um, wie *t Marder schleichend, die Hecke zu erreichen. Hatte er diese hinter sich, so war er geborgen. Mit einem Sprung war er an der Hecke und triumphierte schon bei sich: Gerettet!

Aber er hatte nicht mit den hellen Augen der Frauen von Solan gerechnet. Noch ehe er in bas Dorngestrüpp der lebenden Hecke eingedrungen war, hasten si« ihn schon erspäht und fuhren von allen S.sttcn auf ihn los. .Seht, seht, die welsche Katze! . . . Fangt sie! . . Hem muß sie Haare lassen! . . . Heut geht', um den letzten Pelz! ... Auf und dran! . .

Der schöne Angelo erblaßte bi» in die Linpen. Bstm Himmel, heute wurde es blutiger Ernst, heut ging'» ums Leben. Da hieß es flinke Füße machen, denn ein tapferer Held war Angelo nicht. Seine Hauptftärke

Rußland auch rein äußerlich ihrem Lande ein mehr und mehr asiatisches Gepräge geben. Seit geraumer Zeit schon bewegt sich die bolschewistische Polstik in einer Richtung, die deutlich erkennen läßt, daß sie da, Schwergewicht des russischen Reiches 4s in Asien liegend erkannt haben.

Eine west betriebsamere Rolle aber in der "eueren staatlichen Entwicklung Asiens fprell die tür - kisH-nationalistische Regierung in An- gort Die vor Jahresfrist ausgetauckrte Behauptung, daß die National-Türken sich dorn Bolschewismus in di« Arme geworfen hätten, hat sich längst als falsch herausgestellt. Tatsache aber ist, daß zwischen An. gora und Moskau ein Bündnis besteht und daß die Naiional-Türken, die ja stets hervorragende Diplo­matiker warm, es mit so großem Geschick verstanden haben, die Sowje! ITochthaber auf ihre eigenen Plane einzustellen. Dem Bündnis der Naiional-Tür- km mit Sowjetrußland ist ein solches mit Persien und gleich darauf ein solches mit Afghanistan ge­folgt. Beide Bündnisse sind bezeichnender Weise in Moskau adgcschlossen und unterzeichnet worden.

Es würde zu west führen, an dieser Stell« aus die Einzelheiten dieser Verträge einzugchen. Aber die W- sichten, die dieser suchst ruhigen AußenpolM der tür- kischen Nationalisten und der Sowjetvegierung zu­grunde liegen, stellen sich immer klarer und deutlicher heraus. Sie geht ganz offensichtlich auf das Ziel f*: ®si«n den Asiaten. Schon jetzt ist durch die Wrchnisfe in Vorder- und MttÄasien ein natio­nal-asiatischer Siaatmblock gebildet mit der ausgespro­chenen Absicht, den Einfluß Europas aus Asim zu- rückzudrängen und nach imö nach ganz zu beseitigen.

Aus der Feststellung ixtefer Tatsache ergibt sich ohm weiteres, daß dieser Staatenblock in erster Linie ge­gen England g e r i ch te t ist. Demr England ist heute die größte europäische Macht in Asien. Die Interessen Frankreichs und Italiens kommen erst irr zweiter Linie, aber auch sie werden, wenn die festens der Nationot-Türken klug eingeieitete Entwicklung in Asien wertere Fortschritte macht, schwer gefährdet. Es wäre fccksch, wollte man heute schon an die Entwich iung, die sich m Asim anbahnt, westgehende Folge- nmgm schließen. Sowest sind die Dinge noch nicht 1 gediehen, aber immerhin sind sie bedeutsam genug, die St Aufmerksamkeit der europäischen Staaten, auch

!<Wite für sich in Anspruch zu nehmen.

Kll8 dem Nachbargebiet.

* Altenmittlau. Im Herbste deS vergangenen Jahres wurde in Horbach ein katholischer Man nerverein mit Junimänner-Abtsilung ge- gründet. Nunmehr wurden vorn Di chöfl. General­vikartat d>« Satzungen genebmgt und zugl.icb Herr Kaplan M. Schmitt zum Präses der Jungmänner- Abterlung und Herr Pfarrer Ewald zum Präses de- Mannervereins ernannt. Der Veiein eiftnbt bie Festigung und Förderung wahrer Religiosität und Sittlichkeit unter seinen Mitgliedern, zeuge- mäße Fortbildung derselben und edle Unterhaltung und Geselligkeit. Bereits wurden mehrere gurbesuchte Versammlungen, in denen auch auswärtige Redner sprachen, abgehalten. Möge der Verein, der jetzt 60 Mitglieder ha», nach und nach sämtliche Jünglinge und Männer der Gemeinde zu seinen Mitgliedern zählen und so vim Seg-n der Gemeinde Horbach une» der ganzen Pfarrei gereichen!

spd Frankfurt a. M. In den Frankfurter Wirt, schafien ist zum Leidwesen aller Bierilinker cin P r e i s- aufichlag für bayeriicheS Bier ein etreten. A!S Begründung führen bte Wirte an, daß der Transport für das Hekioltter Bier von München nach Frankfurt um 35 Maik geltieaen lit.

_(fpd) Frcmkfurl a. HL 5m Laufe des Monats März nahm in Frankfurt a. M. di« Arbeits- loftgkeit wieder zu. In der Erwerbslofenunter- stutzung befanden sich 1927 Männer und 241 Frauen, zusammen 2168 Personen gegen 2014 Unterstützung^, empfanget Ende Februar. Di« Gesamtsumme der ausbezahtten Unterstützungen betrug 876 432 Mark. Durch das Arbeitsamt wurden 3430 Männer und 2300 Frauen, zusammen 5730 Arbeitssuchende in Stellung gebracht, im Vormonat waren es insgesamt 5409 Personen. 2>ie Besuchszahlen der jran kfurter Messe bewegen sich in schnell auf. teigenber Linie. In der letzten Herbstmesse wurden nsgesrnnt 90 000 Besuchskarten ausgegeben. In die- «m Jahre dürfte di« erreichte Ziffer 100 000 über- "'gen. Menn man die etwa 25 000 Meßkarten mit. rechnet, die an Aussteller ausgegeben wurden, so ist anzunchmen, daß bereits jetzt insgesamt 100 000 Karten für den Meßbesuch zur Ausgabe gelangt sind. Wie wir Horen, hat die Frankfurter Messe es als er-

war bie Gewandtheit, bie List.Und darin,- so dachte er, »bin ich den schwerfälligen Deutschen überlegen!*

So lief er denn, statt auf bte Hecke zu, rückwärts nach dem Hause, daß die Frauen stutzten und stillstan- den. Dieser Augenblick genügte Angelo, um ein paar Sprüngen die Kette der Verfolger zu durchbrechen und wie ein flinkes Wiesel durch eine Lücke der Hecke zu fahren. »

Aber die Schar der Frauen war ihm rasch auf den Fersrn und die Lagd fegte über die Felder und durch die Gärten. Angelo keuchte, der Angstschweiß stand ihm auf dem Gesicht. Lange hielt er diese Hetzjagd nicht aus; wenn ein Hund auf ihn gehetzt wurde, war er ver­loren.

«B seine Gedanken galten nur einem Zi'l«:Zu Ro- sitta! ... Sei ihr Sch tz und Z 4>t suchen! . . Und bann mH ihr über die ®-m<> in bie Heimat, noch Italien! Dem Glück entgegen.*

Er lief, so rasch ihn die Füße frug-n, fth> öfter Gräben und Hecken hinro-a; aber die zornigen F auen blieben ihm hart auf der F.rse.

Da kam ihm ein rettender Gedanke.Richt gleich zur Schmiede! ... Ich muß die tollen Weiber irre- führen Am besten ist's, ich lauf in dieAlpenrose*. Zur Hintertüre hinein und Dom heraus. Und dazwischen ein Stück die Trepne empor, daß sie g'auben. ich hab mich im Taubenschlag versteckt. So geht es.*

Wie gesagt, so getan. Er sauste wie ein W'ndhtmd weiter, verschwand durch die Hintertür der »Alpenrose*, und ward nicht mehr gesehen.

Die Frauen waren ratlos, suchten da-, Wirtshaus ab vom Keller bis hinauf zum Taubenschlag doch den schönen Angelo fanden sie nicht.

Der stand dieweil hmter evrm Kohlenschuppen der Schmiede, schielte zu Rostt'as F nst r empor und war­tete darauf, daß sie sich zeige.

Aber das Fenster öffnete sich nicht und drinnen in den schön ausgestatteten Räumen derSchmiede entlud sich ein Ungewitter über bem Haupt der schönen Sün- derin.

Michael Pallanta stand zürnend vor seinem Weib«, sein ganzer Körper zitterte vor Erregung und aus feinen

Aus Oberhessen unv Den Hess. Aemiern.

A Marburg. Das Sommersemesterander hiesigen Universität nimmt am 15. April seinen An­sang. Das städtische Wohnungsamt erläßt einen Auf- ruf, die freien möblierten Einzelzimmer umgehend an­zumelden. Gleichzeitig hat der Wirtschaftsrat der Mar- burger Studentenschaft einen Aufruf erlassen, in dem darum gebeten wird, um bedürftigen Studenten ohne Entgett Zimmer zur Verfügung zu stellen, damit nicht einst der Tag komm«, wo vielleicht mir Söhne von Kapitalisten imb Kriegsgewinnlern studieren können.

MAGGI1 Würze

Ist unbegrenzt haltbar, auch bei offener i lasche.

Literarisches.

Schutz- und llrvtzwaffen im Kampfe gegen Unglauben und Irrglauben. Wetteren Kreisen der Gebildeten und der Volkes bargeboten von P. Peter Sitte», Priester der Gesellschaft Jesu. 18. Auflage. Herausgeg«b«n von August Deneffe 8. J. 16°. 496 Seiten Kevelaer, Duhon 4 Bercker, G. m. b H., Verleger de» betlmcn apostolischen Stuhle». Broschiert 10 Mk., kartoniert 12 Mk.

Kein Waffenstillstand und keine Waffenablieferung auf geistigem Gebiete! Hier ist ein bewahrte», reiche» Arsenal vorzüglicher GeisteSwaffen für den stetig wachsenden Kampf ge en Un- und Jrr^/auben und eine Rüstkit n- er erlesener Werkzeuge zar Festigung te» ©laubene. Der scharfsinnige, wistensct -ftlich durch­gebildete und dabei doch so freundliche uno humorvolle Missionär P. Rilke» hat hier ein Merkchen geschaffen, das seines Gleichen sucht. Die Haupigebiete der Philo­sophie, Apologetik, Dogmatik und ein guter Teil der Moral sind kurz in klarer Sprache und packender ,iorm dargestellt. Verfaffer und HeraitSgeber haben ftch um stetige Vervollkommnung deS Inhalte» bemüht. Der Verlag hat der neuen Auflage ein hübsches, handliche» Format gegeben, sodaß man daS Büchlein bequem in die Rocktasche stecken und leicht auf Reisen und in Versammlungen mitnehmen kann. Da» Büchlein eignet sich vorzüglich für Studenten, Lehrer, Lehrerinnen, intelligente Arbeiter und Gesellen und überhaupt für weitere Volkskreise. Auch in Fortbildungsschulen wird eS treffliche Dienste leisten.

Eottesdienttordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntaa, 17. April. Dom. (Schluß d. österliche» Zeit Diözesan monatskollekte.) >/«6, 6, ' ,7 u. 7 M., 3 Pfarramt m. 11mg., Pr. u. Segen,/«IO Kathedralamt m. Pr , 11 C >r. f b. Iüngl., */>12 M. u. Pr , V«2 sakra- mentale Anbacht, 2 Chr. f. b. Jungfr., 4 Sakraments« Bruberschaft m. Pr u. ©e\en. A. i. b. Marien« kapelle. Stadtpfarrkirche. Diözesan inonatSkollekte- 51/» Rom., 6/» M., 6/« M. u Kam. b. Jüngst, 8 Brand, wallfahrt nach dem grauenberg, bortfclbft An t u. Pr., 87« M., 11 M. n Pr. (2. Schulg.', IV» Chr. f. b. Jungfr^ 2*/» Bruberschast vom hochw. Gut. Pfarrkirche »um Hst Geist */«7 Kam., 7 grütim., 8 Pr., Amt m. Rom., 5 A. Wochenta 3 7 M., Mittwochs 5 A. Srverikirche. Sonntags >7, werktags 601 M. Herz-Jesu-Heim. *< Hochamt, nachm. 2 A. sMittwoch abends 8 A.) Frauenberg. 6,6,67« u.7 M., *'«8 BruderschaftSm, V«9 nach Ankunft der Branbprozei'sion aus ber Sladtpfarr- kirche Pr. u. Levitenamt m. AuSs. b. Allerhl, nachm. 8 Pr. u. A. s. b. Terziaren.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 17. April. Fulda Bormitt. 8 Sup Ruhl, ö> - Sup Ruhl, 11 Kindl rgotteSbieust. Grotzeu- löber. Borm. S , Pfarrer Weder.

Coanjel. landerbirchl. Gemeinschaft vuttlarßr.

Sonntag 8 H»r abenbS Evangelifation. Dien«» tag 8 Uhr abenoS: Bibelftande. Mittwoch 8 Uhr adendS: Gefanstunde. Donnerstag 8 Uhr abenbS: xZungfrauen-Äbtettung. Freitag 87« Uhr abenbS: Bibel« unb Gebetstunde.

Fingerspitzen schienen Funken zu sprühen. Aller Groll, ber sich in ihm angesammelt hatte, brach wie ein zorni­ger Strom aus ihm hervor.Red'.* rief er, und sag mir, ob's wahr ist, was bte Leute sagen daß Du hoamlich zum Tanz 'gangen bist und in ber Spelunke mit bem Welschen 'zecht hast!*

Ihre schwarzen^ Augen funkelten ihn feindlich an. Hnb menns so wäre,* rief sie sich zu trotzigem Kampf« rüstend,was liegt daran? Habe ich nicht ein Recht auf Freude, seitdem Du mich eingesperrt hast wie eint Sklavin? Ich bin jung und lebensfroh, ich brauche Lust und Fröhlichkeit, Genuß und Vergnügen wun­dert es Dich da, daß ich auf verbotenem Wege suche, was Du mir verweigerst?*

Mein Gott,* rief M chael, sich an die Stirne fas- send,so ist's also wahr, was die Seuf sagen? . . Q Du schlechtes. Du pflich!vergeffe:ies W.ib! Wie hast Du Dein' Mann und Dein K nd so hintergehen und unsere Ehr' in Schmutz treten können?

Ach,* rief sie höhnisch,mach doch nicht so große ÜU'-ri- solch einer Lappalie! Was liegt denn an einem Tanz! Man ist nur einmal jung unb muß as Leben genießen*

So,* brach es zornig aus ibm hervor,bös ist also Deine ganze Rechtfertigung! Begreifst Du denn nit, daß sich jo was für a anständige Frau nit sch'ckt? . . . Hast Du wirklich koa biffel Ehrgefühl und tcan G'wisien? Di st Du nur a schöne Puppe mifn leeren Herzen unb mit hohlem Kopf? Ober a falsche Schlang' mit giftige Zähne? ... 0, jetzt durchschau ich Dich, Du falsches, treuloses Weib! Mein ganzes Leben haft vergiftet, mef Glück hast mir gnommen unb mei' Ehr, all rnei' Freud unb Ruh hast mir g'stohlen. Belogen unb betrogen host mich unb Deinetwegen bin ich selber zum Ver­räter worben an meiner Heimat und an mein' Volk . . . Weib, sag mir, bist a Engel ober a Teufel, den mir b Höll g'schickt hast, um mich zu verderben? Ist all Deine Lieb, bie Du mir zoagt hast, nur Lug unb Trug unb Heuchele; g'wesen?*

Er hotte ihr Handgelenk so fest umklammert, daß si« einen Schmerzensschrei ansstieß.Barbar!* rief sie wütend.Willst Du ein wehrloses Weih quälen unb vergewaltigen? Das ist teme Heldentat*

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Derzeihl* rief er, erschrocken über sein derbes Zu­sassen,ich bin von Sinnen. Wie vor n Kopf geschlagen bin ich unb tonn» ntt fassen, daß mich mein eigne» Weib hintergangen hat. Mei' eigne» Weib, für» ich jedes Opfer 'bracht hob, bös ich mehr glicht hab al» mein eigenes Leben! Sag mir, Rositta, daß D' mich lieb hast; versprich mir, daß Du anders bester unb reU ner werben willst, schwör mir, daß Du mir im Herzen d' Treu g'halten hast, wie '« einem ehrbaren Weib zu­kommt, schwör mir bös unb alles ist gut. Nachher wEn wir vergesten unb z'sammen Hausen in Fried unb Freud, in Arbeit unb Treue. Um unsere» Kinde» nd um unserer Ehre willen bitt ich Dich: gib Dein leichtfertiges Leben auf, werd a tüchtige Hausfrau, a ehrbares Weib und Dein' Kind a gute Mutter*

Der starke Manu ztterte an allen Gliedern; da er das junge, schön« Weib noch immer liebte unb es nicht verlieren wollte, wurde der Richter zum Bittenden. E» galt eine Menfchenseele, die schon halb verloren war, zu retten, es galt, bk Mutter ihrem Kind«, bie Gattin zu erhalten. Und obwohl er wußte, daß ein Abgrund zwischen ihnen lag, hatte er doch den besten Willen, durch seine Liebe «ine goldene Brücke über ihn zu schla- gen, damit sich Herz zum Herzen finde. Um dies« grau, die Königin seines Herzens, wiederzugewinnen, war er mit Freuden bereit, ihr alle vergehen zu verzeihen.

Aber Rositta verstand seine große, edle Eede nicht, noch faßte sie die Allmacht seiner tiefen Liebe. Eie dachte nur an sich selbst und lachte über den Moralprediger im Schurzfell. Während er nur der Arbeit und der Pflicht, der Redlichkeit unb Treue lebte, kannte sie nur bas Genießen, die List unb Tücke, bas Ausleben in Sinnenluft und Freiheit. Und da es ihr nicht gelungen war, diesen Mann zu ihrem Sklaven zu machen, da er ihren Launen widerstand unb es ihr vervot, sich in schrankenlosem Genüsse auszuleben, begann sie ihn zu hasten. Auch jetzt flammte ber Hatz au» ihren Blicken, doch sie verstand e», ihn durch ein Sirenenlächeln zu ver­hüllen, unb so sagte sie mit lachendem Munde auf feine ernfte Rede:Ach, was machst Du wieder für große Worte wegen einer Cappaliel*

lFortjetzung folgt.)

vermischtes.

* Ein tauet Trick zur Werbung sür die Aremdeu- legion. In der letzten Zeit sind an amtlichen Stellen ton den verschiedensten Seiten Mttleilungen gelangt, wonach junge Leute unter Vorspiegelung, es solle ihnen im französischen Wiederaufbaugebiete lohnende Arbeit verschafft werden, in die Fremdenlegion ver­schleppt worden sind. ®s kann nicht dringend genug davor gewarnt werden, solchen Einflüsterungen Gehör zu schenken. Es ist übechcmpt bis jetzt der Eimich- tung amtlicher Arbeitsnachweise für diesen Wieder­aufbau nicht näher getreten roorten. Sollten deutsche Arbeiter wirklich schon jetzt noch dem Wiederaufbau­gebiet auseewandert sein und dort Doschästigung ge­sunden haben, so kann es sich nur um Einzelfälle handeln.

* Xie Stadtverordnelen-Verfammluug der Stadl Zoisen int Kreise Teliow bei Berlin ist von der pieußischeu Regierung auf.reiö t worden. Die Siadi- ve!ordv«ienve>!ammluno, die aus 9 Sozialdemokra­ten und 9 Bürgerlichen zu annnengesetzt war, wa> info ge der Schärfe der Gegenütze nicht mehr arbeitl* fällig.

* Schließung der Attrndorfer Tropfsteinhöhle. Die berühmte Atiendoifer T'vp steinbö'le, eine bei größtenund sehenswürdigsten Höhlen Westdeutschlands, 11 Irenen ft an veiler ätftoreri-feiten geschlossen worden.

** Aus dem .katholischen" Frankreich. Wegen Vergehens gegen das Verbot der kirchlich«, Prozes- siotren wurde der Bischof von Montauban zu zwei Geldstrafen von je 5 Franken verurteilt. Der Bischof wetgerte die Drzahlurq. Ein Beamter erschien am 7. April vor der bischöflichen Wohnung, fand sie ober verriegelt. Der Kommissar li:ß aufbrechen und einen Gerichtsvollzieher seines Amtes walten.

"Eisberge im Attcmklfchen Ozean. Die ameritamtoen Schffvhrtsgefellschoften haben die Mitteilung erhalten, daß im Attomtisch-n Ozean neuerdings große Eisberge augetaucht sind. iDe Schfffahrtsgefrllschaften haben dar- auf chren Schstfen den Befckff gegeben, in b'n nächsten Wochen bie Fahrt nie zwischen Europa und Amerika 60 Seemsiten weiter südlich zu nehmen.

fteuliche Dealeiterscheinung mit sich gebracht, daß auch außerhalb der Mchs« sich wirtschaftliche Brziehungen in reichem Maße anknüpfen.

pto. Mofle«. Nacyo oit Niederzwehren wurde bie sechzigjät" lebtce Fr. udenstein zu Grabe ge- iragen. Seit , ,em neunzehnten Lebensjahr hat die Bedauernswerte ihr Leben nr'gige Siechtums auf bem Krankenbett zubr'mgeu urüsien

spd. Hofgeismar. Durch einen großen Dianb tottiben im Reinhardswalb 85 Morgen Fichtenwalb volkstänbig vernichtet.

Aus Geisa uuv Umgebung.

Seisa. Der Einladung des hiesigen kathol. JungtlngSbereins zu feiner Theatcr-Auffuhrung am vergangenen Sonntag waren feine greunoe uns Gönner zahlreich peiolgt. Zur Aufführung tarn bat wattige RittelfchaufpielPom Verräter umgarnt' von Karl Schwienhorst. Die einzelnen Spieler entledigten sich ihrer Ausgabe zur vollen Zufriedenheit aller Zu- jchaucr. Zum guten Gelingen oer AuMhrung trugen bie eigens zu biefem Stucke hergerrchtcte Bühne und bie paffenben prächtigen Kostüme bei. Sicher werben recht titele au5 Geisa unb Um gegen b «S begrüßen, baß biefeS schöne und lehrreiche Stück am Sonntag, den 17. April, abenbS "/«8 Uhr nochmals zur Aufführung kommt unb recht zablreicd erscheinen.

X Dermbach. Der Ausbau der Felda­bahn wird jetzt angesichts der Arbeitslosennot im Kalimduftriegebiet allgemein gefordert. Der Dezirks- direttor hat bereits Schritte getan, um an geeigneter Stelle bre Aufmerksamkeit auf dieses Projekt zu lenken. In 8 Tagen findet eine Besprechung in Dermbach statt, an der außer den Gemeindevertretern und Industriel­len auch der Thüringer Wirtschaftsminister teilnehmen wird. Es steht dann zu hassen, daß die neue Bewe­gung für den notwendigen Ausbau der Feldabahn von Erfolg gekrönt fein wird.

Märkte.

= Fulda, den 16. April. Der Auftrieb zum Heu- tigen Schweinemarkt betrug 239 Ferlel und 1 Läufer. Die Preis« für Färkel stellten sich auf 800, 3.0 unb 400 Mark; für ben Läufer wurde 600 Mork bezahlt. DaS Angebot war erheblich größer als die Nachfr-i'»

Kirchhain. Zum Schweinemarkt em 12. April waren 451 Tier« angefahren. Käufer waren in größerer Meng« erschienen, doch war ber Handel ge­drückt, da von ben Käufern noch mehr rückgän­gige Preise erwartet würben. Für Läufer­schweine würben pro Stück 700 bis 800 Mark gezahlt, jüngere Ferkel wurden je nach Alter unb Qualität mit 400 bis 800 Mark pro Paar bezahlt. Ein Tell ber 3um Markt gebrachten Tiere blieb unverkauft.

leh npu tver unb 3ah «pake Nr. 09 44 bie toifienfcba.tlitb erprobten Zabnvilegemittel eB Z.Ä naa Bajnaut Burb. ietoaerie et. S. Steuer.