M 80.
FrcU-g, 8. April 1921.
gg?a* *WBWH—iM—
- Fuldaer Zeitung
Druck der Fuldaer Aetieadrnckerei in Fnlda »»IIIMIIWW» <! IIIIII!IW»III!I» «>«>!! > W»! I« «IW I ,| l.MMBrnBIT103!"——"
Oberschleficn.
Eine nene Grenzlinie?
Nach Pariser Blättermeldungen wird die Inler- Llliirrte Volksabstimmuugskommission in Oberschle- fren erst nach dem 15. April dazu kommen, mit der Ausarbeitung der Grenzlinien zu beginnen. Jetzt prüfe man Gemeinde für Gemeinde das Bolksabstim- nmngsergebnis.
Sollte sich das bestätigen, dann schenkt die Inter- «liierte Kommission in Oppeln Oberschlesiens Schicksal zu einem Rechxnexempel machen zu wollen, das weder nach dem Gesamtabstimmungsergebnis noch nach der wirtschaftlichen Einheit Oberschlcfiens fragt. Von Oppeln aus, das viel zu nahe an der polnischen Grenze und dem Hotel Lomnitz in Beuchen, dem Sitz Korfanchs, liegt, war schließlich nichts anderes zu erwarten; es muß aber im Littereffe Oberschlesiens und ganz Mitteleuropas und um des endgültigen Friedens willen erwartet werden, daß die anderen Instanzen des Verbandes die Dinge so sehen wie sie sind und nicht durch die polnische Brille. Oberschlesten hat in seiner Abstimmung für Deutschland gesprochen: daraus hat der Verband die Folgerungen zu ziehen, wenn er sein eigenes Friedensdiktat nicht diskreditieren will. Wir haben in Europa dank den Friedensdiktaten von Versailles, St. Germain, Trianon und woher sie alle datiert sind, unmögliche Grenzen und Verstöße gegen das so viel gepriesene Selbstbestimmungsrecht genug, in Oberschlesien braucht kein neuer Brandherd zu entstehen.
Die allgemeine Lage in Oberschlesien hat sich durch die energische Handhabung des Belagerungszustandes etwas gebessert. Einzelne Raubanfälle, die noch vorkommen, tragen rein kriminellen Charakter. Die Beamten und Absttm- nungspolizisten sind auf ihre Posten zurückgekehrt. Bei den Flüchtlingen aus den Dörfern ist dies noch nicht überall der Fall, da sie vielfach bei einem Versuch der Rückkehr unter schweren Drohungen sofort wieder vertrieben worden sind.
Bezeichnend für den Geist, von dem General L e Rond, der Vorsitzende der interalliierten Kommission in Oberschlesien, Deutschland gegenüber erfüllt ist, ist sein Vorgehen gegen eine Reihe englischer Offiziere, die er wegen ihrer „deutschfreundlichen Haltung" wahrere der Abstimmung denunziert hat. Die Deutschfreundlichkeit bestand darin, daß diese Offiziere die Verbrechen polnischer Sanbai an wehrlosen oberschlesischen Bürgern zu verhindern gesucht haben. Le Rond ist in Paris eingetroffen. Seine Anwesenheit dort wird nur kurz sein, hangt aber natürlich mit der Festsetzung der oberschlesischen Grenze zusammen. Es ist sicher kein zufälliges Zusammentreffen, daß gleichzeitig auch Korfanty und Graf Oppersdorf, der damit die letzten Zweifel an seiner verräterischen Gesinnung beseitig, sich in Paris aufhalten.
Aussehen erregen die in ihrer Einseitigkeit und Höhe unerhörten Verurteilungen von eiet deutschen oberschlesischen Redakteuren, die sich des „Verbrechens" schuldig gemacht hatten, am vorletzten Tage vor der Volkslckstimmung in Oberschlesien die Meldung von einer Schließung der Warschauer Börse zu bringen. Zugegeben, daß die Meldung falsch und daß eine Rüge vielleicht am Platze war, so muß doch auf den völlig ungehinderten Lügenfeldzug der polnischen Presse vor und nach der Absttmmung hingewiefm werden, um die ganze Parteilichkeit dieser Art Rechtsprechung zu vmpsindeü. Die Reichsregierung ist wegen der Verurteilungen bei der Interalliierten Kommission vorstellig geworden und der Verband der Oberschlesischen Presse hat einstimmig gegen die Urteile schärfsten Protest mit der Begründung erhoben, daß bisher nicht ein einziges polnisches Blatt verboten oder zur Verantwortung gezogen worden ist.
Die Donnersmarckhütte in Hindenburg hatte zur Aufstellung einer für ihren Betrieb dringend notwendigen Schalt-Anlage bei einer württembergischen Firma einen Monteur bestellt und an den zuständigen Entente- Kommissar die Bitte gerichtet, diesem Monteur die Einreise zu gestatten. Ohne Angabe von Gründen ist die Einreise verboten worden, obwohl die Bonners« marckhütte wiederholt darauf hinwies, daß diese Anlage für die Aufrechterhaltung ihres gesamten Betriebes unbedingt erforderlich ist, und daß ihre Gruben in die Gefahr des Ersaufens gerieten. Der Entente- Kommissar blieb bei dem Verbot. Das Auswärtige 2lmt hat in Oppeln Beschwerde erhoben, aber selbst, wenn dieser Beschwerde stattgegeben werden sollte.
Mrpolitische Zeitkäufe.
Von Fritz Nienkemper.
Berlin, 5. April 1921.
Max Hölz soll es nun gewesen sein. Max Hölz, der voriges Jahr im Vogttanüe den Räuberhauptmann im großen Stile spielte, und jetzt als Leiter der Putsche von 1921 sich hinstellt, wie man in Berlin sagt: als Macher von's Ganze. Er soll die Dynamitkiste in die Berlüier Siegessäule geschickt haben, damtt diese Sprengungen ten Auftakt gebe für den Aufruhr in ganz Demfchlcmd. Er soll zwischen Berlin und Mit- teldeutschland fortwährend hin- und hergereist sein, mn hier die Sprengkolonnen und dort die Banden der Roten Armee zu kommandieren. Wenn die Polizei ihm auf den Fersen gewesen oder ihn auch gelegentlich umzingelt habe, sei er im entscheidenden Au- öenblick immer wieder xntschlüpst. Und so wetter.
Dieser Bericht liest sich wie ein regelrechter Räu- berroman. Karl Moor, Abällmo, Rinaldo Rinal- dim, der bayerische Hiefl, — die bekamen einen Wettbewerber in Max Hölz.
Die Sache hat Mei Seiten.
Einerseits ist es ganz gut, wenn klargestellt wird, daß die ganze Bewegung, die sich als Weltrevolution auftakeln wollte, auf derselben Stufe steht, wie die tollen Räubereien und Mordbrennereien vom vorigen Jahr, also rrr die Reihe der gemeinen Verbrechen gehört.
Auf ter arideren Seite jedoch ist es bedenklich, wenn besagter Max Holz im Lichte eines großen Helden erscheint. Was er alles geleistet haben soll im Kampfe gegen die Spießbürger imd die Polizei, das imponiert manchen Leuten, die schwach im Kopfe oder im Gewissen sind- aßer Neigung zum Plündern und Räubern hat, fühü sich angezogen von diesem berühmten Räuberhauplmann, und unter den jungen Burschen gibt es abenteuerliche Naturen, die noch nicht ganz verdorben sind, aber doch gern unter bewährter Führung etwas mitmachen möchten, was ihnen in den Schundromanen „so furchtbar interessant" geschildert worden ist. Die fangen dann an, das Schil- lersche Räuberlied zu pfeifen: „Ein freies Leben führen wir, ein Leben voller Wonne."
Darum meine ich, man sollte für diesen Max Hölz nicht zu viel Reklame machen. Vielmehr ihn so hin- stellen, wie er wirklich ist, ein gesicht- und gewissenloser Verbrecher, der mit tattern Behagen seine Mit
muß dieses ebenso schikanöse wie willkürliche Der- fahren als ein Skandal bezeichnet werden.
Ein blutiger Zwischenfall.
Don polnischen Spitzeln wurde bei der Geheimpolizei ter interalliierten Kommission angezeigt, daß in ter Wohnung des Landgerichtsrats Knoll in Gleiwitz ter deutsche Kopitänieuinanl von Demming einlogiert fei, gegen den angeblich ter Verdacht vorlag, daß er einer g e - Heimen Organisation zur Selbschilse gegen 'ten polnischen Terror angehöre. Französische Soldaten umstellten die Wohnung. Mehrere Geheimpolizisten in Zivil mit zwei städtischen Polizecheamten in Uniform drangen in die Wohnung ein. Demming vermutete in den Zivilisten Spitzel oder polnische Stoßtruppler und rief ihnen zu: „Raus mit den Zivilsten." Ms die Zivilisten der Aufforderung nicht nachkamen, schoß Demming und verletzte drei von ihnen lebensgefährlich. Dem vierten, einem französischen Kriminalbeamten, gelang es, sich in den Rücken Demmings zu schleichen. Er streckte Demming durch drei Schlisse von hurten nieder. Als der Arzt eintraf, war Demming bereits tot
Äus dem rrachdsrgedier.
)=( Flieden. Die hiesige israelitische Gemeinde feierte am vergangenen Sonntag das 30jährige Jubiläum des Herrn Lehrers Freudenberger als Lehrer in der hiesigen israelitischen Gemeinde. Welch großer Beliebthett sich der Juoilar erfreut, bewies die Anwesenheit des Herrn Provinzial-Rabbiners Dr. Cahn von Fulda, des Herrn Bürgermeisters Neidert von Flieden als Vertreter der Gemeinde Flieden. Als Vertreter des hiesigen Lehrerkollegiums war Herr Lehrer Heidt erschienen. Sie Synagoge vermochte die aus Nah und Fern herbeigeeitten Gäste nicht alle zu faffen. Die Feier fand des Abends durch einen Kommers im Gasthaus zum Hasen ihren würdigen Abschluß. _______
Eingesandt.
Dessen belzellen!
Dor § 10 bet Höchsimietencerorimurtg wird vielfach von ten Mieterfchutzoereinen angezogen, daß dieser geeignet fei, nm tem Hausbesitzer die nötigen Mittel zu verschaffen, die Häuser vor tem Vorfall zu bewahren. Dies ist aber eine irrige Auffassung, denn 1) soll nach Weisung des in Frage kommenden Regierungsvertreters von diesem Paragraphen so gut wie überhaupt kein Gebrauch gemacht werten und 2) sind bei diesem Verfahren tem Hausbesitzer so viele Schwierigkeiten in ten Weg gefegt, daß er lieber von der notwendigen Ausbesserung Abstand nimmt und die Zerstörung ihren'Laus nehmen läßt. Diese Schwierigkeiten alle auszuzählen muß ich mir wegen Raummangel versagen. Die im Sprechfaul ter Fuldaer Presse vom Grund- und Hausbesitzerverein und tem Mieterschutzverein in dieser Sache gebrachten ArWel habe ich mit Interesse verfolgt und bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Forderung des ersteren, die Zuschläge zu ten Friedensmieten von 20 Prozent aus 60 Prozent zu erhöhen, als recht bescheiden anzusehen sind, sa als unzureichend bezeichnet werden müssen. Der vom Mfeter- verein eingenommene Standpunkt im Sprechsaalarttket ter Fuldaer Zeitung vom 18. März 1921 ist m. E. nicht ter nichtige, roemt darin gewarnt wird, nur ja tem Der- Mieter keine höheren Zuschläge, zuzubilligen als die 2V Prozent. Er wird von einsichtigen Mietern auch feines« falls geteilt werden, denn diese wißen sehr gut, daß es tem Vermieter unmöglich ist, mit den heutigen Meten, die knapp eine 4» bis 4Z4prozentige Verzinsung und die Ab» gabeii abwersen, an eine llnferhalt.u-.rg gw denken. A.> nachstehendem Beispiel möchte ich nun den Nachweis erbringen, welche Zuschläge unbedingt notwendig sind, um das uns verbliebene Nationalvermögen, die Immobilien, vor tem sicheren Ruin und Verfall zu retten. Dorausschicken muß ich folgende Annahmen und Feststellungen: 1) Unser Beispiel fei ein mittleres Etagenhaus mit 3 Fünfzimmer- und einer Dachwohnung in Fulda, bei einer Bau- oder Kau stumme von 45 000 M. 2) Die für Repa- raturen erforderlichen Baustoffe und Arbeitslöhne sind gegenüber ten Friedenspreisen um das Mache gestiegen. 3) Für die Rentabilität eines Mietshauses ist vor dem Kriege erforderlich gewesen: a) für Verzinsung des Anlagekapitals 4% Prozent; b) für Steuern, Abgaben und Gewinn 1 Proz.; c) für laufende Unterhaltung des Gebäudes 1 Proz.; d) für Rücklagen durch Abschreibungen % Proz., zusammen 7 Proz. 4) Die auszubringende Miete soll daher vor dem Kriege 7 Proz. non 45 000 «41 — 3150 M betragen haben. Sie verteilte sich auf die einzelnen Wohnungen wie folgt: Erdgeschoß — 800 M, 1. und 2. Etage 2 mal 900 — 1800 «M, Mansarden- wohnung = 550 «M, zusammen 3150 «4t. Aus ten Monat "umgerechnet beträgt die Mete für die beiden Etagen 900:12 — 75 <M. für jede Wohnung. Wir wollen nun
untersuchen, welche von ten unter Ziffer 3 a bis d genannten Prozente eine Erhöhung erfahren müssen. 1) Die unter Ziffer 2a genannte Verzinsung des Anlagekapitals mit 4% Proz. soll bestehen bleiben. 2) Für Steuern, Abgaben und Gewinn wird selbst bei völligem Verzicht auf Gewinn mit 1 Proz. nicht mehr auszukommen sein. Schon heute betragen die (Scbäutefteuern auf ein solches Gebäude 200 «41, Brandversicherung bei einem ©ebäute- Neubau wert m zehnfacher Höhe des Friodensweries von 450 000 «4t Prämie etwa 1 pro 1000 — 450 «44, für Straßen vemiMMg bei 14 Meter Frontlänge, 7 Meter Straßenbreite rund 100 Quadratmeter pro Quadratmeter und Woche 5 — 250 «4t, für Unvorhergesehenes 10 «41,
für Ziffer 2b zusammen 900 «ft. 900 : 450 — 2 Proz. 3. für lausende Unterhaltung war seither 1 Proz. — 450 Mark erforderlich, da sich die Unterhaltungskosten ver- zchnsacht haben, fo betragen sie jetzt nicht 1 Proz., sondern 10 Proz. — 4500 «4t. 4) Für Rücklagen durch Abschreidun- gen sind, wenn der Bau nach Beendigung seiner Abschreibungsfrist erneuert werden muß, die ei)anal. Anschaffungs- kosten nicht mehr ausreichend, da sich auch die Gmcuerungs» kosten jetzt und für absehbare Zeit mindestens verzehnfacht haben, es sind also, um an diesem Zeitpunkt die ge- nüaenden Rücktagen angesammelt zu haben, 10 mal % Pr'ch. — 5 Proz. — 2250 «ft erforderlich. Hiernach wären jährlich aufzubringem: für Verzinsung 4% Proz. von 45 000 «4t — 2025 «4t, für Steuern und Abgaben 2 Proz. — 900 M, für Unterhaltung 10 Prvz. — 4500 «4t, für Abschreibung 5 Proz. — 2250 «ft, zusammen-21l4 Proz. — 9675 «4t. Diese 9675 «4t sind im Verhältnis zur Frie- tensmiete von ten 4 Wohmmgsnchabern aufzubringen. Der Rentabilitätsfatz rum 7 Prvz. würde jetzt 21% Proz. oder rund das Dreifache der Friedensmiete oder 200 Prvz. Zuschlag betragen muffen. Für die beiden Ctagenwohnun- gen daher 900 «ft und 200 Proz. — 2700 «ft. Ausdrücklich hervorgehoben fei hierbei, daß selbst bei solchen Zuschlägen tem" Hausbesitzer weder ein Gewinn verbleibt noch eine höhere Verzinsung seines Anlagekapitals eintritt. Mit diesem Beispiel möge der Beweis erbracht sein, daß die Forderung des Hausbesitzeroereins, wie sie jüngst zu Tage getreten ist, als bescheiden und unzureichend anzuschen ist.
Welche Vorteile für weite Streife durch eine den Heu- tigen Verhältnissen angemessene Mietssteigerung errungen werden, wäre noch anzuführen. Es würde 1) Unser Hmisbesitz vor sicherem Verfall bewahrt werden und dadurch das Wohmmgselend in späteren Jahren verringert. 2) Zahllosen Handwerkern wieder Beschäftigung gegeben und der Arbeitslosigkeit entgegengewirkt. 3) Durch Gin- schrän-kung im Wohmmgsraum infolge ter höheren Miete eine Menge Wohnungen frei und dadurch die jetzige Wohnungsnot wesentlich vermindert. Heute hoben noch sehr viele Einzelpersonen 2-, 3- und mchr ZimmerwohnrmgM im Besitz, weil die Wohmmgsnnete im Verhältnis zu ihren übrigen Ausgaben überhaupt nicht ins Gewicht fällt, fast ausnahmslos würden dies« Wohnungen freiwillig geräumt werden, wenn die Mieten einigermaßen mit den übrigen Lebenshaltungskosten in Einklang gebracht würden.' 4) Die städtischen Steuereinnahmen würden sich vervielfachen und die jetzige Steuernot behoben werden. 5) Wieder ein normales und gutes Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter eintreten. ,
Noch einmal möchte ich die dringende Ditte an alle die es angeht, richten, alles aufzubieten, um den jetzigen unhaltbaren Zuftänten ein Ende zu machen und uns und unfern Sintern wertvollen Besitz zu erhalten und ihnen da« Mahnwort zurufen „Deffere beizeiten".
Ein Hausbesitzer,
Nichtmitglied des Haus- und GrundbesitzerveTetns.
Betrifft Heberfanbroert Mda. Im Auftrage sehr vieler Landwirte und Hausbesitzer wird das Ueberlanb- werk gebeten, Aufschluß zu geben, wann die Gemeinden mit Strom versorgt werden. ES handelt sich um die ainio Rnthemamr, Welkers, Eichenzell, EngelhelmS mit Edelzell und Pilgerzell. Die Landwirte wollen sich mit Dreschmaschinen, Gewerbetreibende mit Motoren ufro. versorgen. Bis jetzt stehen erst die Masten, sonst noch gar nichts. Um nun den Gemeinden entgegen zu kommen, ersuchen wir hierdurch das Ueberlandwerk um baldige Antwort auf diese Anfrage. ES liegt im In» tereffe aller zu wissen, wann wir bestimmt Strom erhalten, damit sich jeder Anschluhnehmer der betreffenden Gemeinden danach richten kann.
Rochus Frohnapfel, Pilgerzell.
Schaumweine
erster deutscher Sektkellereien hält stets aus Lager
Joseph Schmitt, Fulda
Fernsprecher Nr. 11, Telegramme: Welnschmill.
Menschen tyrannisiert und quält, dem das Zerstören Vergnügen macht unt> der das GsD nimmt, wo es gerate zu haben ist, — aus den deutschen Spartöpfen oder aus dm russischen Staatskaffen.
Die Hauptsache ist aber, daß die Polizei nun endlich mal zeigt, ob sie was kann. Dieser Hölz muß gefaßt werden; sonst blamieren wir uns dauernd vor aller Wett. Daß er im vorigen Jahr ins Ausland entschlüpfen konnte, mag noch verzeihlich sein. Aber wenn er jetzt wochenlang in Berlin und in Mittel- deuffchland sein Unwesen treibt, so müßte die Polizei ihn doch aufstöbern uftd stellen können. Er ist doch keine Stecknadel; er hat doch keine Tarnkappe und keine Flügel.
Früher hatte die Polizei einen ausgedehnten Spionagedienst. Es scheint fast, als ob sie in neuerer Zeit auf die Hilfe dieser temklen Ehrenmänner verzichtet hat. Das wäre freilich nobel, aber nicht prakttsch. Wer Waue Verbrecher fangen will, darf in dem Gebrauch der Hilfsmittel nicht wählerisch sein. Vor allem solste man das politische ZcwtgefW mrsschockben. Es handelt sich jetzt im Grunde nicht um die Aus- baldowerung von parteipolitischen Geheimnissen, sondern um die Abwehr von Angriffen auf Gut und Blut der Bürger, um die Erhaltung der Ruhe und Ordnung, des Eigentums und des Lebens, um den Schutz vor Räubern und Mordbrennern. Da gilt es für die Polizei, nicht bloß nach vollbrachter Untat fest zuzugreifen, sondern nach Möglichkeit mich vorzubeugen, das gemeinfchadliche Verbrechen schon bei ter Planung cmszukundschasten und im Keime zu vereiteln. Die Verbrecher muffen wie Verbrecher behandelt werden, auch wenn sie ein, politisches Deckmäntelchen sich umhängen. Gegen die Kommunisten gelten auch alle Listen.
*
Ein besorgter Polizeimonn wird vielleicht sagen: Ja, wenn wir den Max Hölz nun wirklich gefaßt hätten, was dann? Darm entstehen neue Schwierigkeiten, wie sich soeben im Falle S p l t gezeigt hat. Seine Anhänger werde:: ihn zu befreien suchen; er wird Fluchtversuche machen. Kommt er dabei ums Leben, so haben die Banditen einen Märtyrer, ter erst recht-zugkräftig wirkt!
Freilich, ter Fall Sylt ließ sich ärgerlich an. Dieser Hauvthetzer von Berlin, der sich rühmte, er brauche nur auf den Knopf zu drücken, um die ganze Millionenstadt tanzen zu lassen, war nun endlich verhaftet warten. Bei tem Tranexort von seiner Zelle ins D:r- hhrzinrmer machte er einen Fluchtversuch, und ter te- 1
gleitende Schutzmann schoß nach seiner Instruktion auf den Flüchlling. Die Kugel traf und verletzte ihn tödlich. Nun tauchte alsbald die Behauptung auf, die seit tem Untergang von Liebknecht und Rosa Luxemburg üblich ist: der Mann sei gar nicht geflüchtet, sondern sei von ten „Ordnungsbanditen" meuchlerisch ermordet worden. Das sollte die Parole abgeben zu einem Berliner Generalstreik, ter bei ten jetzigen Verhältnissen die Einleitung zu einem Aufruhr im ganzen Reich hätte werten können. Zum Glück gelang es, ten Vertrauensmännern der aufgeregten Arbeiterschaft ten Beweis zu liefern, daß wirklich ein Fluchtversuh vorgelegen und ter Beamte vorschriftsmäßig geschofsen habe. Damtt sind wir am gefährlichen Entrüstungs- streik vorbeigekommen, und es bleibt bei einem, ungefährlichen Leichenzug am Begräbnistage.
Doch außerdem sitzt noch eine Agitation ein gegen das Schießen auf flüchtige Gefangene. In dieser Hinsicht bin ich ter Meinung, daß man einerseits das Fliehen nicht gefahrlos machen darf, daß aber andererseits wohl unblutige Mittel zur Verhütung der Flucht bevorzugt werden können. Im vorliegenden Falle würde wahrscheinlich alles glatt abgegangen sein, wenn man ten gefährlichen Häftling von zwei Polizisten hätte begleiten taffen.
Für ten äußersten Notfall muß fteilich das Schießgewehr bereit bieiben, sonst wird ter Fluchtversuch zu einem amüsanten Sport. Es steht damtt ähnlich, wie mit ter Abschaffung der Todesstrafe. Ein weiser Monn hat schon vor Jahrzehnten gesagt: „Ich bin für die Abschaffung der Todesstrafe, aber die Herren Mörder ; müssen gefälligst ten Anfang machen!" Ich bin auch für die Abschaffung alles Blutvergießens; aber die Missetäter sollen tegu keinen Anlaß geben. Und vor allem sollen sie nicht seiber sich des Blutvergießens schuldig oder miffchuldig machen. Das tun aber die Hetzer, die jetzt das große Wort führen und unschuldige Leute in Lebensgefahr bringen. Cs ist doch unsinnig, wenn um jeden einzelnen Aufrührer, ter in der mutwillig heraufbeschworenen Gefahr zu Schaden kommt, so großes Samento erhoben wird ran den hartherzigen Leuten, die mit den Todesängsten und To- tesqllalen von friedlichen „^Bourgeois“ nicht das geringste Erbarmen haben.
Ich habe es schon längst gesagt: es laufen in der Welt zurzeit zu viel Leute frei herum, die teils ins Zuchthaus, teils ins Narrenhaus gehörten. Werden die Vernünftigen schließlich die Llierhand behalten?
Wir wollens hoffen, aber lieber nicht daraus wetten, j
I ----------- ~~■
tzockey'Kbteilung
des
1. MM F. 6. MM, t A.
Uebungsfiunben: Dienstag r.nd Donnerstag
Samstag, den 9. April, abends 87» Uhr im „Tchühen" (Nebenzimmer) 514
Spieler-Sitzung.
Das Erscheinen sämtlicher Spieler — Damen und Herren — ist dringend erforderlich.
Anmeldungen zum Eintritt in die Hockey- Abteilung nimmt entgegen: Franz Weber, Franksurterstraße 23.
Ssomelkis „WM" MWkÄkkl
veranstaltet Sonntag, den 10. Ö. ITits.
im kiuth'schen Saale dahier
TheaterattMhrung mit Konzert.
Zur Aufführung gelangen:
l. Math ldr, ein deutsches Zrauenherr. (Schauspiel i. 4 Akt.) 2. Gin Schmiegersahn auf Kündigung. (Lustspiel in 1 Akt.) 3. Cin Bauer vor 6ericht. (Lustspiel in 1 Akt.) Jreunbe und Gönner des Vereins sind höstichst eingeladen.
Der Vorstand.
Kaffenöffnung 6.30. Anfang 7 Uhr-
Sonntag, 10. April in Der Gastwirtschaft znm „grünen Banrn" in Künzell @te$er Preis-Mi Beginn 3 Uhr nachmittags.
Es ladet, ein 1264
_______________________Joseph Neith.
„Spott-Bram 1020“, Kommen.
Sonntag, 10. April, nachmittags 31/« tthr in der Gastwirtschaft „Imhof" Glotzer PrüZ-övt.
MsOMmi« 116er Ms mS AI
Weyhers (Rhön).
Sonntag, den 10. April
Mer Mfahrer-M im Gasthaus „Ium Adler", wozu wir alle Freunde und Gönner des Vereins einladen. Anfang 4 Uhr.
Der Festausschuß.
MMkWk te M. NKMMiW
Pilgerzell.
cheattt-Menü
Sonntag, den 10. April 1921.
Programm!
Mnlkerhsrz, Gedicht wenn ün noch ein- Mutter hast! Lebensbild in 4 Allen 3m Heimatthal. Gedicht von Ludwig Rüdling Heini, schlüffl du schon? Lustspiel in 1 Akt Anfang 7Vi llhr.
Preise ter Plätze: 1. Platz 3,— Mk.. 2. Platz 2,— Mk.
Es ladet fteundlichst ein
Der Vorstand.
▲ Sonntag nachmittag von 3 Uhr 1214 ifb grosser Preis-Skat in ter Gastwirtschaft Malkmus, Großenlüder.
Alle Skatfteunde sind hierzu freundlichst eingeladen.
MM! Nerrerrverg! Mlim!
Nur noch Sonntag, den 10. April halte ich mein hochelegantes 2801
Npete# neliji SchieWe hier eröffnet Zn recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Besitzer Anton Scharf.
Ein Waggon la. ösliitmssseln eingetroffen.
Guterrrmth, Hettenhausen.
Mkl'MM'M (MW 1920) wenig gefahren, garamiert ohne Fehler mit la Bereifung, sehr schon ausgeftattet, mit Doppelübersetzung (Freilauf, Rücktrittbremje), Kettenschutz, Nagelfänger, Laterne. Anschaffungspreis 2100 Mk. Wegen Anschaffung eines Motorrades zu verkaufen. Preis komplett 1600 Mk. Offerte unt. Nr. 1260 an die Geschästsst: der ,Fuld. Ztg ' erbeten.
Zutterstroh : :
gebe fuhrwe'ffe ad.
'Domäne Ziehers : >.