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Samstag, z. Aprj, (821_
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Druck der Fuldaer Netiendrnökerei ht Fulda
Der König -er Dolomiten.
Volksroman von Felix Nabor.
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»Wirst schon sehen!" erwiderte sie und schmeichelte so lange, bis er sich willenlos ihrer Laune beugte. Da klatschte sie in die Hände und rief: „D, es wird Herr» lich, herrlich werden!" Und sie küßte ihn und trieb nach Art junger Frauen ihr verliebtes Spiel mit ihm, bis er alle ihre Wünsche erfüllte. Sogar eine Fahrt nach Bozen schmeichelte sie ihm ab, und er war so vernarrt in sie, daß er nicht einmal merkte, wie sie ihn vom Pfade der Ehre ablenkte und ins Verderben lockte.
Erst als sie die Summe nannte, die sie brauchte, wurde er stutzig und fragte, wozu das nötig sei.
»Wir müssen doch unsere Bozener Freunde anständig bewirten/ antwortete sie. „Mit Bauernbrot und Z.e- genkase können wir denen nicht kommm, vielmehr muß ich in Bozen einige delikate Bissen kaufen. Wir dürfen uns nicht lumpen lassen."
»Tu, was Du willst," gab er nach, „aber so üppig darf s mt jem sonst nimmt mein Vater Anstoß an dem Schlemmermahl."
„9, Du Einfalt vom Lande!" lachte sie. „Ja, glaubst ro.tr f,etern bas Winzerfest in der Schmiede?"
i C m m cr auf- »Weißt', ich hab Sorg wegen mein Dllt.r. Wenn dös Fest aber anderswo g'halten wird, »nachher ist nur alles recht und Du hast freie Hand." !
„Freie Hand? jauchzte sie. „Gibst Du mir Dein Wort darauf?
„A Mann - a Wort!" rief er und reichte ihr die Hand. Da flog sie ihm an den Hal« und küßte ihn „Mille grazia!" rief sie jubelnd. „£>, es soll herrlich' prächtig, glorios werden! Du wirst staunen, Michael und sollst Dich amüsieren wie ein junger Gott."
Er war nun ganz Ohr und lauschte ihren Reden. Er schwelgte im Glück. Die blonde Gina war vergesien ... Wer an der Tafel der Götter speist, denkt nicht an die Not und den Jammer der Erdenbewohner, sondern bildet sich ein, selbst ein Gott zu sein —
10.
Nach ihrer Rückkehr aus Bozen entfaltet« Rositta eine eifrige Tätigkeit in der Schmiede und im Dorfe Es galt vor allem, die nötigen Räumlichkeiten zur Abha!» hing des „Winzerfestes" zu finden. Die „Alpenrose" kam hierfür nicht in Betracht, gleichwohl fragte Rositta ,
Das unteilbare Oberschlesien.
Don Dr. Herschel, M. d. R.
Lke Kreise Rybnik, Pleß und Tarnowitz haben bei der Volksbefragung vom 20. März 1921 leider ein» starke polnische Mehrheit erhqtten. Trotzdem kann nach Recht und Billigkeit sowie nach dem Sinne des Friedensoertrages von irgend einer Teilung Oberschlesiens durch die Hauptmächte nicht die Rede sein.
Grundlage der Volksbefragung war das Selbstbe- stimmungsrNht der Bevölkerung. Hierfür ist das ganze Abstimmungsgebiet als eine Einheit im Friedensvertrag zusammengefahl worden. Die Abstimmung hat auch für alle seine Teile an einem und demselben Tage stattgesunden. Schon daraus folgt, daß man nicht Teilergebnisse in einzelnen Kreisen, sondern das gesamte Abstimmungsergebnis in den Vordergrund stellen muß. Wenn es auch nach Gemeinden festgestellt wurde, so geschieht das ja auch bei anderen Wahlen, wo schließlich die erzielten Gesamtzisfern eines größeren Bezirkes entscheiden. . Das Gesamtergebnis ist nun fraglos ein Sieg des Deutschtums in Oberschlesien.
Nach den amtlichen Zahlen haben wir insgesamt etwas über 60 v. H. der sehr zahlreichen Stimmen erhallen und die Polen noch mcht einmal 40 v. H. Eine solche Mehrheit von 20 Prozent bringt doch den Willen Oberschlesiens, deutsch zu bleiben, sinnfällig zum Ausdruck. Sie kann nach dem Friedensvertrage, eben weil sie das von der Erttente stets so stark betonte Selbstbelstlmmiungsrecht der Bevölkerung bar« stellt, gar nicht umgangen werden. Eine Zerreißung des Landes wäre eine offene Mißachtung der von ihr selbst stets proklamierten Grundsätze. Dabei muß auch berücksichtigt werden, daß die Bevölkerung in sämtlichen gemischtsprachigen Bezirken Oberschlesiens die gleiche ist. Sie muh, wir sie im eigenen Volksbe- wußtsein zusammen gehört und überall zu- sammengefaßt wird, wie sie sprachlich eine Einheit bildet, wie sie ihre unverkennbare kulturelle Eigenart hat, auch für den endgüüigen Beschluß der Hauptmächte über die Zukunft Oberschlesiens als solche Einheit berücksichtigt und gewertet werden.
Viel wichtiger aber ist die wirtschaftliche Unteilbarkeit Oberschlesiens. Es lebt in seinem südöstlichen und südlichen Tell von der Industrie. Der Südosten ist der fortgeschrittenste Teil. Pleß und Rybnik aber sind die Reserven der Zukunft. Sie sind auf die Zentren, diese auf sie wechselseitig angewiesen. Sät Recht ist immer wieder betont worden, daß Ober- schlesien nur leistungsfähig ist und bleibt bei Deutschland. Das gilt wie für seine Gesamtheit auch für seine einzelnen Teile. Abgetrennte Kreise wären nicht nur selbst verloren, sie würden auch den neuen Herren nicht so viel nützen als diese von chnen erwarten. Man muß doch an die Kapitalisierung für die gerade in den südlichen Kreisen erst nötig werdenden Arbeiten zur Erschließung der Bodenschätze denken. Ist Polen dazu in der Lage? Auch mit fremder Hilfe kaum. Das Grubenholz für Obrrfchlesien kommt, und zwar besonders aus den Greifen Pleß und Rybnik, aus Deutschland. Infolge dessen wären Kreise, die Polen zuge- sprachen werden sollten, nicht konkurrenzfähig gegen diejenigen, die bei Deutschland bleiben. Das ganze Eifenbdhnnetz Oberschlesiens ist auf die Verbindung mit Deutschland angelegt. Die Kohlenbergwerke in den Streifen Rybnik und Pleß haben deswegen nur nach Deutschland große Absatzmöglichkeiten, weniästens diejenigen mit der geringsten Frachtrate. Der gesamt« Eisenbahnverkehr hängt von der Direktton Kattowitz ab und ist in diesem Sinne orientiert. Die einzelnen Bezirke des Südoftens sind durch das eigenartige oberfchlesifche Schmalfpurbahimetz eng mitein- - ander verknüpft. Die oberschlesifchen Elektrizitätswerke besitzen zwei Kraftstctionen in Chorzow und Zaborze. Ihre Hochspannungsleitungen reichen von Tarnowitz bis Myslowitz und RosaliengMbe bis Peiskretfcham. 56 Ortschaften werden durch sie mit Straft versorgt. Die einzige größere Wassersttaße Oberschlesiens ist die Oder. Sie verbindet das Land mtt der norddeutschen Tiefebene und mit dem Meere. Alle Wasser- läuse Oberschlesiens fließen ihr zu. Keiner sucht seinen Weg hinüber über die Grenze nach Polen. Schon das ist ein untrügliches Zeichen für den geographischen Zusammenhang, der nach Art. 88 des Friedens- rertroges ausdrücklich berücksichtigt werden muß. Die Oder ist auch in ihrem ganzen Laufe deutsch. Die Strecke Ratibor-Kosel ist noch nicht reguliert. Das
mt. Sie wollte absichtlich einen Streit hsrbeisühren, um ®tna die „blonde Heilige", wie sie dieselbe spöttisch nannte, zu demütigen und aus dem Dorfe zu vertreiben Dann wurde auch ihrer Mutter der Aufenthalt verekelt,' das Anwesen konnte von Michael um billigen Preis erstanden und ein welscher Pächter darauf gesetzt werden.
k » rJa6.te b'e ?°lsche Rasse festen Fuß in Salan, itnb Rositta konnte dann um so besser daran gehen, ihre geheimen Plane zu verfolgen und dieses kerndeutsche Land ihren Landsleuten in die Hände spielen.
. Eines Mittags, als eben die Herrschaft und Gesinde beim Esten und eüiche Gäste beim Weine saßen, trat Rositta in die Wirtsstube der „Alpenrose" und trug der Wirtin ihr Anliegen in hochfahrender Weise vor Es soll ein Fest werden, rote das kleine Nest noch keines "ge- sehen hat," sagte sie. „Es gibt Musik und Tanz, mtd zum Schluffe llalienische Nacht."
„Das geht nit," erwiderte die Wirttn bedächtig „Mein Haus Regt z' nah' beim Widum und bei der Kirche, da würden Hochwürden g'stört und mit Recht zanken —"
„Außerdem haben wir Trauer," fügte Gina hinzu, die von einer derartigen Veranstaltung nichts wissen wollte
Rositta funkelte sie zornig an. „Trauer?" rief sie mit schneidender Stimme. „Davon merkt man Ihnen nichts an, Fräulein Samer. „Eher das Gegenteil — Leichtsinn und Liederlichkeit. Denn wie könnten Sie sonst auf den Männerfang ausgehen, Sie schamlose Person? Nehmen Sie sich in acht! Wenn Sie mir ins Gehege kommen, schlage ich Sie auf offener Straße ins Gesicht. In Ihrer Spelunke aber habe ich nichts mehr zu suchen."
Hochmütig ging sie hinaus und lleß Mutter und Tochter in größter Bestürzung zurück.
„Mein Gott!" rief Gina, die bei dieser gemeinen Beschimpfung erblaßte und an allen Gliedern zu zittern begann. „Dös ist * nit wahr! Sie lügt, die falsche Schlange!"
Aber was nützte ihre Rechtfertigung? Der vergiftete Pfeil hatte sie ins Herz getroffen und wurde von dem Gesinde und den Gästen durchs ganze Dorf getragen. Man wurde irre an ihr, und sie war der Schande und der Verachtung preisgegeben. Ihre Ehre mfK beschmutzt, ihre reine Liebe wurde in den Kot gezerrt, und der Auf- mthalt im Dorfe war ihr verleidet.
Am andern Morgen nach der Messe begab sie sich nit ihrer Mutter ins Widum, um sich bei dem Pfarrer ]
ÜU5 dem llachvargevret.
Aus der Nhön. Neber den Stand des Aus* baues des Ueberlandwerkes Rhön G. m. b. H- hören wir folgendes:
Infolge der günstigen Witterung hat der Bau der Fernleitung in den letzten Wochen sehr gute Fortschritte gemacht Noch vor dem Jahreswechsel war eigentlich wenig von dem Bau zu sehen; jetzt sind auf ben Haupt- Strecken die Holzmaste gestellt, zum Teil sind schon die Drahte gezogen, andere Strecken befinden sich im Ausbau. Wie bei allen anderen Ueberlandwerken tritt auch hier in Erscheinung, daß einzelne Einwohner der Gemeinden keine Masten auf ihre Grundstücke stellen las- sen wollen. Die Verhandlungen mit diesen haben gewisse Schwierigkeiten bereitet und teilweise zu.recht un- fiebfamen Verzögerungen geführt. Dem lleberlanbroert Rhon nicht angehörige Gemeinden haben ebenfalls erst nach langen Verhandlungen die Genehmigung erteilt, durch die gemeindliche Flur die Leitungen zu legen Auch hierdurch sind Wochen verstrichen, die ein Weiterarbeiten sehr behinderten, lieber den Stand des Baues selbst können wir berichten: Ausbaugebiet nördlich Fladun- gen: 1. Kaltensundheim—Kaltenwestheim; 2 Mittelsdorf—Erbenhausen—Melpers; 3. Andenhausen—Brunn- Harbshausen; 4. Empfertshausen—Klings; 5 Empferts- een—Andenhausen. Aus dieser Streck- sind die Ma- fertig aufgestellt. Im Ausbaugebiet südlich Fladungen ist das Stellen der Maste bis an die Gemeinde Nordheim vorgeschritten. Im nördlicheren Teil des Ver- sorgungsgbietes wird z. Zt. an die Anfchlußleitung zur Stromquelle des Wintershall Konzern gebaut In Vorbereitung befinden sich, bezw. mit der Trassierung ist außerdem begonnen worden, in dem nördlicheren U I ft e r t al, in der Gegend von Barsch, Bremen, Schleid usw. Von Ortsnetzen sind fertig: Frankenheim, Birx, H'lders, Kaltensundheim, Mittelsdorf. Sondheim v Rh Oberstreu, Mtttelstreu, Euffenhausen, Roth 'Stedten Reichenhausen und Empfertshausen. In Kürze werden fertig: Kaltenwestheim, Gerlhausen, Böl- krshausen, Sondheim Gr., Bahra, Heufurt. Mit Bor arbeiten dazu ist begonnen in den Gemeinden: Ober- und Unterfilke, Neustädiles, Hausen, Oberfladungen, Fischbach, Zella, Aschenhausen, Oberweid Unterweid, Nordheim, Andenhausen und Bastheim. Die Aus- fufjrung der Hausinstallationen schreitet überall rüstig vorwärts und es steht zu erwarten, daß bei Beginn der Stromlteferung sämtliche Anschlüsse fertig gestellt sind. Die Stromansch luß an den Wintershall Komi zern bei der Gewerkschaft Heiligenroda wird Voraussicht- lich im Monat April ober Mai erfolgen. Die Strom- heferung an die Gemeinden ist in jeder Beziehung ge- sichert und wird noch bis zur Drufchperiode
kann nur geschehen, wenn der ganze Lauf einem Staate gehört.
Für die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die neben der Volksbefragung und den geographischen Verhältnissen entscheiden solle» und sämllich auf das Verbleiben Oberschlesiens in ungeteiltem Zustande bei Deutschland verweisen, ist schließlich folgendes von größter Bedeutung. Viele technische und soziale Einrichtungen bestanden bisher für das ganze Abstimmungsgebiet gemeinschaftlich. Die Abtrennung einzelner Teile würde eine schwere Ungleichhett erzeugen und damit Unzufriedenheit vor allem unter der Arbeiterschaft der losgerissenen Kreise. Oder glaubt man, daß diese die beflere Lage in den deutsch- bleibenden Kreisen ruhig ertragen würden? Würde man sofort die Wohltaten der sozialen Versicherung in Neupolen beschaffen können? Man könnte dort tour noch mtt einer arbeitswilligen Bevölkerung rechnen. Die Abtrennung einzelner Kreise bringt ihnen die Gefahr des Bolschewismus. Eben schon jetzt setzt Terror überall dort ein, wo polnisch gewähll worden ist. Wie denkt man sich die Behandlung der deutschen Mehrheiten in den StWtM? Deutschland hat sich für eine Politik der Versöhnung in Oberschlesien verbürgt. Die Autonomie ist der beste Ausdruck dafür. A>m schlimmsten stände es mtt der Lebensmittel- versorgmkg des Industriebezirkes. Sie wird nur von landwirtschaftlichen Kreisen oder solchen außerhalb geleistet. Aus Deutschland ist für die abgetrennten Krei e kaum zu rechnen. Die landwirtschaftlichen Kreise des Abfttmmungsbezirkes aber haben sich für Deut'chland entschieden. Wo sollten die neupolnischen Gebiete die Ernährung hernchmen bei dem Mangel, der daran und im Verkehrswesen in Polen herrscht?
Das Interesse von Oberschlesien, das der Weltwirtschaft und das richtig verstandene der Entente selbst laufen parallel. Deutschland kann nur wieder gutmachen, wenn es ganz Oberschlesien bchält, gerade weil die gefährdeten Kreise Zukunftsland darstellen und langftistige Leistungen gefordert werden.
erfolgen. Mt dem Wintershall Konzern ist ein fester StromtieferungsDertra§ geschlossen worden, der eine Strommenge garantiert, die nicht nur für das heutige Versorgungsgebiet, sondern auch für eoentl. Erweiterungen durch den Anschluß wetterer Kreise und Bezirke ausreicht.
--- Hilders. Die vom Zwergverern tm vorigen Jahre neu eingerichtete deutsche Jugendher- berge hat vom 1. April d. Js. ab ihren Betrieb im vollen Umfange ausgenommen. Es stehen den wanderlustigen Jungma'nnen zwölf gute Betten zur Verfügung. Zum Herbergsleiter wurde PostverwaUer Letsche gewählt.
fpd Hersfeld. An schweven Vergiftungs- erschein ungen erkrankte im nahen Auebach nach dem Genüsse von einer mit Steinsalz gewürzten Suppe, die Familie eines Arbeiters, dem dieser nach einigen Tagen erlag, während Frau und Kinder sich bald wieder erholten. Ein sonderbares Zischen und Ausbruusen soll beim Salzen sich gezeigt haben.
mt. Frankfurt a. M. Da in letzter Zett auße-r ordentlich über den hohen Preis der Zimmer in den Hotels geklagt wird, soll, namentlich auch in der kommenden Meßwoche, eine schärfere Ueber- w a chn n g der Hotels Platz greifen und jede unbillige Verteuerung der Zimmer mit Schließung des Betriebs geahndet werden.
mc Frankfurt a. KL 3m Kompostellhof fand eine große Versammlung der Zentrums. Partei statt, in der Rei^tagsabgeordneter I. A. Schwarz über das Verhältnis der Zentrumspartei zur Arbeiterschaft referierte. Ausgehend von der sozialen Tätigkeit Profeffor Dr. Hitzes schilderte Redner die Entwicklung des sozialen Gedankens in den 70er und 80er Jahren, der der Arbeiterschaft Befreiung vom drückenden Joch der Unternehmerschaft gebracht habe. Allerdings habe das wilhelminische Zett- alter nicht alle Schranken besettigt und es müsse Sache des freien Deutschland fein hier die Lücken auszufül- len, die man unter dem Kaiserregime gelassen habe. ArbeitsnachweiswesÄ^ Erwerbslosenmiterstützung, Schutz der Frau im Arbeitsleben seien Forderungen, die man vervollkommnen und aus bauen müsse. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion.
Aus Oberheffen uns ven Hess. Aemtern.
ts Marburg. In einer Felsenhöhle des sagenumwobenen WeißensteinS bei dem Dorfe Wehrda, da wo einst eine Raubritterburg gestanden, von der noch Ruinen zu sehen sind, hat ein Ehepaar sich eine Wohnung eingerichtet. Die modernen Höhlenbewohner werden natürlich von Ausflügern viel beachtet. ______________________________
vermischter.
* Schlafkrankheit in Halle. Von zehn Personen, welche von Schlafkrankheit befallen waren, sind in der Halleschen Universitätsklinik 8 Personen gestorben.
* Gratiskiiufc in einem Konsektionshaufe Schlechte Geschäfte infolge einer allgemeinen ungünstigen Wirtschaftslage , machen gegenwärtig viele Handelszweige nicht nur in Deutschland, sondern auch im ehemals neutralen Ausland. In Holland ist es besonders die Textilindustrie, die unter Kaufunlust oder mangelnder Kaufkraft zu leiden hat. Ein grelles Schlaglicht auj diese Verhältnisse wirst das' Vorgehen einer bekannten holländischen Konfektionsfirma. Sie benutzt ein Gefchäftsjubiläum, um die Kausunlust durch eine eigenartige Lotterie anzuregen. Sie kündigt an, daß jedermann, der zwischen dem 22. März und 22. April in dem Haager Stammhaus Einkäufe macht, die Aussicht gewinnt, die Ware umsonst zu erhalten. Ans diesen vier Wochen wird nämlich ein Tag durch das Los bestimmt, der als Glticksiag gilt. Jeder, der an diesem Tage gekauft hat, kann sich mit dem Kassenzettel zu der Firma begeben und den gezahlten Betrag, mag er noch so hoch sein, sich zurückerstatten lassen. Dieser geschickte Einfall soll bereits eine beträchtliche Zugkraft ausüben.
Literarisches.
„ SonnfagsgebaRtett. Kurze geistliche Lesungen im Anschlüsse an die Evangelien der Sonn- und Festtage des K-rchenjahreS. Herausgegeben von Dr. Ernst Breit. 8° VIII und 176 Seiten. Verlag von Breer und Thiemann, Hamm (Wests.). Preis vornehm gebunden 16 Mk.
5ar Anschluß an die Evangelien der Sonn» und Festtage des Kirchenjahres übermitteln die kurzen Ka- mre iinrw» -----mm.
iftaf zu holen. Der Pfarrer schüttelte bekümmert den Kops. „Das sind schlimme Sachen," sagte er. „Die fremde welsche Frau stiftet durch ihre böse Zunge Un- frieden im ganzen Dorfe, aber man kann ihr nichts anhaben, da ihr Mann sie schützt. Auch Du wirst nichts gegen sie ausrichten, darum meine ich, es wäre das Beste, wenn Du einem braven Mann als Eheftau folgen würdest, dann wärest Du aller üblen Nachrede los." ^»Jch heirate nie," erklärte Gina mit aller Bestimmt-
„Richt? . . . Dann ist guter Rat teuer. Ins Kloster willst Du wohl auch nicht?" Und als Gina verneinte, fuhr er nach einigem Nachdenken fort: „Wenn Du nicht gar zu fei» an Eurer Wirtschaft hängst, wüßte ich wohl einen Ausweg Oder macht es Dir Freude, die zechenden Gäste zu bedienen?"
„Gar nicht, Hochwürden," erwiderte sie offen.
„Dös kann ja auch a Kellnerin b'forgen", warf hier dis Wirtin ein. „Mir macht' a koa Freud, bei den Gästen z' sitzen und ihre wüsten Reden anz'hören. Am liebsten tat ich mich z'rückziehen und den Weinhandel von mein' seligen Mann weiterführen."
„Das trifft sich gut," sagte der Pfarrer. „Dann wäre also Gina frei für einen anderen Beruf. Ich will schon lange eine Schwesternstation für Krankenpflege mtt einem kleinen Hospiz hier gründen. Was meinst Du zur Rote Kreuz-Schwester, Gina? Das wäre ein schöner und erhabener Beruf —"
»Ach, Hochwürden, dös wär herrlich!" rief Gina, be- geistert von diesem Gedanken. „Für die armen Kran- ken sorgen —"
„— und doch zur Ehre Gottes wirken, Gina, ja, das ist in der Tat etwas Herrliches. Em halbes Jahr zur Ausbildung in Bozen würde vorderhand genügen. Dann könntest Du schon im nächsten Frühjahr ober Sommer hierher zurückkehren und Deine Tätigkeit in Salan be- ginnen. Wie ist's, Frau Zenz — einverstanden?"
Diese nickte, und Gina küßte in Verehrung und Dankbarkeit die Hand des Priesters, der den Seinen nicht nur ein treuft Hirte, sondern auch ein Helfer in allen Nöten war.
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Inzwischen fand auch Rositta, was sie suchte. —
Sie verhandelte mit dem Taoernroirt, Peter Scham, der ihr fein Haus mit Freuden für ihr Winzerfest überließ. Es hatte zwar nur niedrige, aber dafür um fo ausgedehntere Räume; namentlich der nach auswärts gelegene „Tanzboden" war sehr praktikabel, da sich an
pitel des Buches einen Schatz von Anregungen und Gedanken gut Förderung und Pflege des religiösen Lebens. Ein Hauptvorzug ' des Buches ist die Kürze und Klarheit in der Darlegung und Entwickelung ber Gedanken, ferner die poefievolle, bilderreiche Sprache, die dem Werke einen hohen literarischen Wert verleiht und dem Leser neben der Erbauung und Erhebung auch einen ästhetischen Genuß bereitet. Die vornehme Ausstattung macht dem Verlag alle Ehre und macht das Buch zu einem wirklich wertvollen Weihnachtsgeschenk,
Sotterdienftordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 3. April. (Weitzersonntag.) Dom, ya6, 6, */i7 u. 7 M. Um V»7 Generalkom. u. gestiftet« M. f. d. gefallenen Mitglieder d. MännerapostolateL 8 Hochamt, Pr. u. Erstkommunionfeier, V«1O Kathedralm, l/»12 M. u. Pr., 3 Erneuerung d. Taufgelübde, Prozession, Segen u Te Denin. Montag 5 Rosenkranz-A. — Stadt, Pfarrkirche. SV, Kom., 5*/, 6*4 M. u. Kom. d.
Männerapostolates, 8 feiert. Erstkom. d. Kinder, Pr. il, Hochamt, 10 M., 11 M. n. Pr. (Schulz.), 2V, Erneuerung! d. Taufgelübde, 8L, Te Deum u. Segen. — Pfarrkirche zum hl. Geist. 7 Frühm., 8 Amt m. Erstkom., 4V« Tausbnnd-Ern^ 5 A. — Severikirche. Sonntags und werktags */*7 M. —. Herz-Jesu-Heim. 8 Hochamt, nachm. 2 A. (Mittwoch abends 8 8.)— Frauenberg. 5, 6, 6V, u. 7 M., 8 Bruder« schaftsm. m. Pr., 9 Levitenamt m. Pr., nachm. 2 3t. f. b# Franziskaner-Missionsverein.
Evangelischer Gottesdienst.
Samstag, 2. April. Fulda. Nachm. 3 Sup. Ruht (Deichte).
Sonntag, 8. April. Fulda. Vorm. SV, Konfir» mation (hl. Abendmahl), nachm. 2 Sup. Ruhl.
Märkte.
Fulda, 2. April. Der heutige Schweine» markt war mit 216 Ferkeln und 5 Läufern beschickt. Die Preise stellten sich bei ziemlich flotte» Handel für Ferkel auf 300, 350 und 400 Mark, für Säufer 500, 600 und 700 Mark.
MkeilWeu der Bflföen örolmsorguMWe
2. April 1921.
Zuckerverkeilung für April:
Die Aprilzuckerkarten sind den Geschäften sofort zm Voranmeldung zu übergeben. Anmeldeschluß: Mittwoch den 6. April. Abgabeschluß für die Geschäfte bei bet Brotversorgungsstelle: Donnerstag, den 7. April.
iitteiliwn Ces Wimmler.
Brikettvertettrrng.
Montag, den 4. April, für folgende Straßen:
1. Bezirk
AdaDertftrahe, Artilleriestraße, ButtLrrstraße, Blücher- ftvaße, Bofestmße, Josephstrahe, Kurfiirstensttaße, ßeip»' zigevstraße, Lioba st raße, Moltkesttaße, Niesigerstrohe, Parkstraße, SÄastiamsttaße, Schamhorststraße, Vierzehn--' hofligen, Waides, Waidschlößchsn, Wörthstoaße, Hohe»-, zoll ernstraße, Forststtaße, Michaelsberg, PaÄustor imd ProEwde.
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Ptter Schara war eqt höchst zweifelhafter Charakter und daher zu jedem Geschäfte bereü, das Geld eintrug. ®r stand im Verdacht, ein Wilddieb und Schmuggler zu fein, doch hatte man ihn noch nie erwischt, dazu war er 3U schlau. Trotzdem kam er aber auf keinen grünen Zweig, da feine beiden leichtfertigen Töchter Mena und Gttta lachend verjubetten, was er verdiente. Diese beb ben sahen in dem Winzerfeste ein« willkommene Gelegenheit, um ihre blühende Schönheit zu zeigen und sich zu amüsieren, weshalb sie sich Rositta freubig zur Verfügung stellten. Nach ihrer Anleitung schmückten ste die kahlen, zerkratzten Wände des Hauses mtt Fichten» zweigen und Herbstblumen, hängten in der Laube und an den Säumen des Gartens bunte Papierlaternen auf und freuten sich diebisch auf das große Fest,
Zum Aerger Rosittas konnte aber ihr Gatte nicht an demselben teilnehmen; eben als er sich für den Festabend antieiben wollte, wurde er auf einen weit entfernten Einödhof geholt, wo mehrere wertvolle Pferde und Rinder an Vergiftungserscheinungen erkrankt waren. Rositta war wütend. Sie verlangte, daß er hier bleibe, aber ihm stand die Pflicht höher als das Vergnügen, und ttotz ihres Zornes machte er sich auf be» Weg, nachdem er ihr versprochen hatte, sobald als möglich zurückzukehren.
Rositta fiel in Weinkrämpfe, erholte sich aber rasch und beschloß, nun erst recht fröhlich zu sein, um ihrem. Manne zu zeigen, daß man auch ohne ihn Feste feiern konnte. ,
Und da sich mtt der Dämmerung von Bozen eine«, fröhliche Gesellschaft von Herren und Samen eingefun- ben hatte, wurde der Abend in der Tavernroirtschast bei Musik und jungem, süßem Wein ein wahres Dacchusssst, eine Orgie der Lust und Freude, bei der sogar die Thyr- usschwinger*) und die roilben Tänzerinnen nicht fehlten. Hierin leisteten besonders die beiden Wirtstöchter bas' Menschenmögliche.
(Fortsetzung folgt.)
*) Thyrsus, der in einen Fichtenzapfen auslaufenbe mit Epheu unb Welnlaub, worunter öfter eine Lanzen- pitze verborgen war» umwundene Stab der Bakchantin» neu, _ =*■