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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Julda.

48. Zahrg.

Mittwoch, 30. Miirr 192t

Nr. 72

!er-

in der Haupt-

Die neuen Postgebühren.

Die neuen

sind nach diesen vier Ländern Drucksachenkarten zu er«

bis 50 Mark

über 50 bis 100 Mark

1,20 Mk.

0,60 Mk.

0,80 Mk.

1,60 Mk.

1, Mk.

0,50 Mk.

1, Mk.

hin, wenn sie glauben, sie dürften internationale Angelegenheiten nach ihrem eigenen Gut­dünken regeln, ohne die Vereinigten Staa- ten zu befragen. Die Vereinigten Staaten behalteni sich dieses Recht ausdrücklich vor und erklären, end­gültige Abmachungen nicht anzuqrkennen, wenn ihre Zustimmung nicht eingeh oll wurde. «

Wieder eine Papstspende für deutsche Kinder.

Wie die ,Köln. Volkszeitung' meldet, hat der Papst dem Kardinal-Erzbischof Dr. Schulte (Köln) eine Million Lire für die deutschen Kinder an­gewiesen. Der Kardinal hat von dem Betrag bereits einen erheblichen Teil für die Kölner Kinder bereit* gestellt.

Verantwortlich für den crüamoneüen Teil: Karl «chutte. für die Anzeigen: I. Parzeller-Fulda. n Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Acliendruckerei in Fulda, ir-ernwrecher Nr. 9. Telegr.-Adresse: Fuldaer Zeitung

Nach dem übrigen Ausland verkehr folgende Gebührensätze: Briefe bis 20 Gramm

für fede weiteren 20 Gramm Postkarten, einfache

mit Antwort

Dresden, 29. März. Auch in Dresden fängt es nunmehr an, unruhig zu werden. In Dresden selbst hat die Hetze zwar bisher wenig Erfolg gehabt, da nur die etwa 60 Mann starke Belegschaft der Glasfabrik Siemens der Streikparole Folge geleistet hat. Dagegen scheint in der Umgebung von Dresden der Streik all­gemein zu werden. In Heidenau wurden sämt­liche Betriebe gezwungen, die Arbeiter zu entlasten und die Fabriken zu schließen. Teilweise wurden die Ar­beiter mit Gewalt aus den Fabrikgebäuden heraus- geholt. Während der Osterfeiertage waren in Dresden umfangreiche Verhaftungen unter den Kommu­nisten vorgenommen worden, im ganzen 78 Männer und 14 Frauen. Die Verhaftungen stehen im Zusam- menhang mit den bereits verübten Attentaten in ^Sach­sen und mit neuen Gewaüplänen, die nach zuverlässigen Mitteilungen aus ganz Sachsen ausgedehnt werden sol­len mit dem ausgesprochenen Ziel eines gewaltsamen Verfassungssturzes. Die Verhaftungen erfolgten nachts in mehreren Lokalen der Stadt, in denen geheime Ver­sammlungen zur Besprechung der letzten vorbereiten­den Handlungen stattfanden.

wtb Erfurt, 30. März. (Tel.). In Erfurt ist heut« abend die Arbeit allgemein wieder ausge­nommen worden. Die Schutzwehr wurde gestern aus dem Fabrikviertel zurückgezogen. Aus Thüringen wird nichts wesentliches vcm Unruhen ge­meldet.

wtb Eisleben, 29. März. 11 Uhr abends. (Tel.). In der Stadt ist auch weiterhin alias ruhig. Der erste fahrplanmäßige Zug ist heute abend ord­nungsmäßig hier eingetroffen. Wie verlautet, soll heute nachmittag in Nieder-Röblingen das Automobil mit Hölzl und dessen Adjutanten unter Feuer ge­nommen worden fein; der Adjutant fei tot, Hölzl sei entkommen.

wtb Weißenfels, 30. März. (Tel.). Bei den Kämpfen zwischen Sicherhrttspolizei und Kommu­nisten hatten letztere nach den bisherigen Meldungen mindestens 50 Tote und viele Verletzte, darunter 25 Schwerverwundete. Die Verluste der Sicherheits­polizei waren verhältnismäßig sehr gering. Die Weißenfelser Mannschaft hatte einen Toten und vier Verletzte.

Die Generalstreiks-Propaganda in Thüringen.

Amerika fordert fein Milbestimmunssrechl in internationale« Fragen.

Das amerikanische Staatsdepartement hat an alle Staaten, insbesondere an die Alliierten eine Note gerichtet, in der erklärt wird, daß die Vereinigten Staaten sich ihren Anteil an der Festsetzimg aller Be­stimmungen Vorbehalten, die sich auf die Beendigung des Krieges beziehen. Die Note erklärt ferner, daß die Vereinigten Staaten bemerken, wie die Alliierten den Vereinigten Staaten keinen Anteil an der Fest­legung internattonater Fragen gewähren möchten. Die Alliierten setzen Bestimmungen bezüglich der endgül­tigen Regelung von Angelegenheiten, die mit dem Kriege zusammenhängen in einer Weise fest, als ob die ^reinigten Staaten keinen Anteil daran genom­men hätten, daß der Krieg einen glücklichen Ausgang genommen habe. Die Alliierten geben sich zweifellos «'nem großen Mißverständnis

Kurland.

* Exkönig Karl in Budapest. Ostersonntag nach­mittag erschien König Karl unerwartet in Buda­pest und suchte den Reichsverweser Nikolaus von Horthy auf. Nach kurzer Besprechung hat der König auf Wunsch des Reichsverwesers und der in Budapest weilenden Parteiführer und Regierungs- Mitglieder die Hauptstadt verlassen.

* Griechenland. Die Witwe König Alexanders von Griechenland hat einer Tochter daS Leben ge­geben. Der König erlag, wie erinnerlich, im Oktober vergangenen Jahres einer Blutvergiftung durch einen Affenbiß.

** Neue Kämpfe in Sowjetrußland? ,Svenska Dagbladet' erfährt aus HelsingforS: Die Einwohner- schaftvon K as an hat sich infolge derMeldungen über den Aufstand in Petersburg gegen dieSowjet- herrs chaft erhoben. Die Gefängnisse wurden ge­stürmt und die polittschen Gefangenen befreit. Das Gebäude der außerordentlichen Untersuchungskom­mission wurde abgebrannt und sämtliche Mitglieder der Kommission totgeschlagen. Auch andere Sowjetbeamte wurden getötet. Der vom Volke ge­wählte Revolutionsausschuß hat eine Verordnung über allgemeine Mobilmachung gegen die Sowjet­herrschaft erlassen. Nach einer anderen Meldung wüten heftige Kämpfe in Weißrußland, nament­lich im Raume von Minsk. Angeblich wurde die Stadt Pskow wieder von den Revolutionären besetzt. ___

Der Verkauf der auf Grund des Friedensver- Irags an die Feinde gelieferten Kohle durch die alliierten Empfangsländer Hal die deutsche Regierung veranlaßt, der Reparationskommiffion in Paris und der belgischen Regierung in Brüssel eine Note über­geben zu lassen, in der es heißt:

Nach der deutschen Regierung zugegangenen zu- berläfiigen Mitteilungen haben in letzter Zeit in er­heblichem Umfange Verkäufe von Reparattons- kohlen durch die alliierten Empfangsländer (tätige« funden. Es handelt sich dabei um sehr beträchtliche Mengen, mindestens 70 000 Tonnen. Sämtliche Verkäufe sind zu abnorm billigen Preisen erfolgt. Die Absicht des Friedensvertrages war, den Alliierten den Anteil ihrer früheren Einfuhr aus Deutschland sowie den Ausfall der zerstörten Gruben durch Auferlegung von Pflichtlieferungen an Deutschland zu sichern. Die Reparationskohlen sollen mithin der Wirtschaft der beteiligten Mächte selbst zugute kommen. Nicht etwa sollen sie es ihnen ermöglichen, damit Handelsgeschäfte zu treiben. Dadurch würde dem Zweck des Friedensvertrages direkt zuwidergehandelt. Wegen des gegenteiligen, von einzelnen Regierungen eingeschlagenen Ver­fahrens muß die deutsche Regierung umsomehr Ver­wahrung einlegen, als sie, wie e§ die Tatsachen ergeben, trotz aller Bemühungen nicht in der Lage ist, die Kohlenlieferungen, die ihr auferlegt sind, voll

.. Inlandsgebühren für Briefe, Wertsem düngen, Postanweisungen und Pakete gelten auch nach dem Saargebiet (jedoch Päckchen nicht zugelassen), sowie nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig und dem M e m e l g e b i e t. Sie Inlandsgebühren für Briefsendungen gelten ferner nach Luxemburg, Oe st erreich, Ungarn und W e st p o l e n ; jedoch

Von den Wirkungen der Ausrufung des Gene­ralstreiks ist in Thüringen mit einigen Ausnahmen wenig zu spüren. In Jena wurden in der Haupt­reparaturenwerkstätte die Arbeiter von den Kommu­nisten mit Gewalt von der Arbeit weggeholt. Sofort wurde eine Versammlung abgehalten, in der jedoch beschlossen wurde, um 12 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen. In Gotha ist der Generalstreikvoll­ständig. Auch in Suhl ruhen sämtliche Betriebe.

den Streik. Aus Furcht vor dem Terror gewiffer Ele­mente verharrte aber der größte Teil der Arbeiter­schaft in der passiven Resistenz. Arbeitswillige wur­den verscheucht. Der Polizeipräsident hat bis auf Wei­teres alle Versammlungen unter freiem Himmel und Straßendemonstrationen verboten.

Störungen des Zugverkehrs.

Infolge der Sprengung der Straßenunterführung kurz hinter Ammendorf ist der Verkehr auf der Thüringer Strecke lahmgelegt. Aufder Strecke LeipzigTorbetha ist der Verkehr wegen der Beschießung der dort fahrenden Züge durch die Aufständischen ein­gestellt worden. Die Züge von Berlin nach Süddeutsch­land werden über BrtterfeldLeipzig geleitet Auf der Srrecke Halle EislebenKasiel ruht zurzeit noch der Verkehr. ______________

Die Verschleuderung der deutschen Kohle.

Entspannung.

Bezwungen ist die Aufruhrgesahr noch nicht, aber die Entspannung der kritischen Lage, die hauptsächlich der rastlosen und tapferen Arbeit der Polizeikräfte wäh­rend der Osterfeiertage zu verdanken ist. dauert an.

Von entscheidender Bedeutung ist die Rettung des großen Leunawerkes bei Merseburg, das für die Aufrührer in Mitteldeutschland zum Hauvtauartier ge­worden war. Die Eroberung gelang durch das Auf­gebot sehr zahlreicher Polizeitrupps und unter Be­nutzung von Artillerie, die von der Reichswehr entliehen war. So konnte man die Aufrührer von allen Seiten einschließen und durch Kanonenschüffe mürbe machen. Die Zahl der Gefangenen wird bis in die Tausend , geschätzt, und die Hauptsache ist, daß der Sturm Erfolg 'hatte, ehe die von den Banditen geplante Sprengung sdes Werkes durchgeführt wurde. Jetzt wird das wich­tige Sttckstoffwerk wohl bald wieder in volle Tätigkeit ।treten können, da die Beschädigungen nur gering sind. Auch die Wiedereroberung von A m m e n d o r f ist sehr Erfreulich.

Wenn hier und da gesagt wird, die Macht der Ruhestörer in Mitteldeutschland seigebrochen", so muß man doch zur Mäßigung der Hoffnungen mahnen. Es gibt noch immer zahlreiche und kräftige Banden, die dort ihr Schreckensregiment fortfetzen, so lange es eben noch geht. Man muß sich erinnern an die vor­jährigen Kämpfe mit der Roten Armee im Rheinland, wo es nach den ersten Hauptschlägen noch viel Zeit und Kraft erforderte, um die verschiedenen Reste der Tollköpfe unschädlich zu machen. Immerhin darf man annehmen, daß in Mitteldeutschland die Aktton der Ordnungskräfte nach dem günstigen Anfang bis zum befriedigenden Ende weiter geführt werden wird, nach­dem man jetzt erkannt hat, daß mit Halbheiten nichts zu erreichen ist, und nur mit Aufgebot überlegener ^Machtmittel ein schneller Erfolg unter verhältnismäßig geringen Opfern sich sichern läßt.

. Der in Mitteldeutschland entzündete Brand sollte iftd) nach dem bolschewistischen Programm nach allen iSeiten ausbreiten, insbesondere nach dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet und nach Ber- I i n. Es sind auch Anläufe gemacht worden zu einer solchen Erweiterung, aber glücklicherweise nur mit ge­ringem Erfolg. An der Ruhr ist freilich auch Blut ge­flossen, so in Essen; auch sind im Industriegebiet iSItientate auf die Eisenbahnen verübt, einige Ort« if(haften von den Kommunisten besetzt, der heranrücken- den Polizei Widerstand geleistet worden, sodaß über 'die Bezirte Arnsberg, Münster und Düsseldorf der Ausnahmezustand verhängt werden mußte. Doch diese örtlichen Schwierigkeiten sind nicht von ent­scheidender Bedeutung, so lange die Arbeiterschaft im ganzen den revolutionären Generalstreik ablehnt und 5ei der Arbeit verbleibt.

Die Entspannung der Gesamtlage ist wohl in erster Linie dem Einfluß der Reichsregierung zu oer- ।hänfen, die offenbar die preußischen Staatsmänner vor jöie Wahl gestellt hat, entweder ihrerseits energisch mit Den Polizeikräften einzugreifen, oder sich auf den Vor­marsch der Reichswehr gefaßt zu halten. So wur­den der Minister Seoering und der Oberpräsident Hör- jsing aus ihrer mehrheifsfozialistischen Zaabastiakeit auf- tzcrüttelt. Die Reichswehr selbst haben sie freilich noch snicht eingesetzt, aber sie haben sich doch Artillerie von -ihr geliehen und die besser bewehrten Polizeitrupps jm der genügenden Stärke angesetzt. Ferner ist der Versuch, die Aufrührer durch Angebot von Straffreiheit Wir freiwilligen Abgabe der Waffen zu bewegen, wie­der aufgegeben worden. Mit solchen Angeboten macht pnan die Leute nur noch frecher und mutiger. Richtiger jst die soeben durch eine Verordnung des Reichsprä- Pdenton erfolgte Einsetzung von Sonderge­lrichten, die über die vorliegenden Verbrechen recht ffchnell aburteilen sollen. Die Aussicht auf scharfe Be­strafung ohne lange advokatorffche Zwifchenspiele wird lauf manche abschreckend wirken und gibt auf jeden Fall jben ruhigen Bürgern die Gewähr, daß nicht die Misse- jtäter wieder durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen ßind nächstens das frevelhafte 'Spiel von neuem be­ginnen.

Möge die verantwortliche Reichsregierung auch weiter nach dem Rechten sehen, bis der Brand vollends tzelöscht ist. Es muß durchgegriffen wer- jben. damit Moskau und feine Trabanten an dieser Sßrobe genug haben.

Mitteldeutschland.

Magdeburg. 29. März 1921. Die Meldestelle leim Oberpräsidenten teilt mit: Oberst o. Pinsky ist auf Semem Vormarsch im Südgebiet bis hinter Schafstaedt jpdangt. Es wurden eingebracht 84 Gefangene, zwei Lastkraftwagen, ein Anhängewagen, zwei schwere Ma­schinengewehre und einige 30 Gewehre. Die nach .Lauchstädt unternommene Aktion war ebenfalls erfolg­reich. In Z ö r b i g setzte sich geftem eine kleine Bande * >n ungefähr 30 jungen unreifen Leuten im dortigen Mochaus fest und unternahmen Plünderungsverfuche. jIn H e 11 ft e b t und Mansfeld herrscht Ruhe. Von Eisleben aus sind die Orte Schönburg und Krug- re gesäubert. Die nähere Umgebung von Eisleben

frei. In Bitterfeld versuchten ungefähr 50 stmge Leute Pferde zu requirieren, da ihre Autos un= brauchbar waren. Die Arbeiterschaft von Bitterfeld ist jzurn überwiegenden Teil gegen einen etwaigen Streik. In Gera herrscht Ruhe, doch ist die Lage gespannt. Sn Magdeburg herrscht vollkommene Ruhe.

Holle, 29. März. A m m e n d o r f, das nach hef- figcn Kämpfen Dienstag früh genommen worden ist, stand im Brennpunkt der Kämpfe, nachdem die ge- stchlagenen Roten Banden auf ihrem Abzug aus dem sMansfeldifchen mit 35 Lastkraftwagen den Ort besetzt hatten. Den Auftührern wurden zahlreiche Waffen vnd Munitionswagen abgenommen, 140 Mann wurden gefangen genommen. Lange Züge Gefangener wurden tm Laufe des gestrigen Tages in Halle durch die Stro­tzen geführt. Sie sind zum großen Teil in der alten äKori&burg untergebracht.

Westdeutschland.

Die Gesamtlage im niederrheinisch-westfälischen In­dustriegebiet gilt als wesentlich entspannt. In El­berfeld und Barmen herrscht absolute Ruhe, durch den Eisenbahnverkehr auf der Strecke von Elber­feld nach Hagen unterbunden, da die Kommunisten den Bahnkörper bei Gevelsberg besetzt hielten, sie wur­den aber inzwischen von der Sicherheitspolizei verttie- ben. Ebenso wurden die Kommunisten nach harten Kämpfen von der Blockstation Linden bei Grueten verjagt, die sie längere Zeit besetzt hielten und hier­durch den Eisenbahnverekhr auf der Strecke von Elber­feld nach Düsseldorf und Köln verhinderten. Kämpfe haben in der Richtung MettmannGrueten statt­gefunden, wobei nach kurzem heftigem Kampfe die Kommunisten vollständig zurückgeschlagen wurden. In den Fabriken wird voll gearbeitet und die Arbeiter werden von den Kommunisten nicht belästigt. Sn Essen ist in der vorigen Nacht alles ruhig geblieben. Bei Krupp ist gestern morgen die gesamte Belegschaft erschienen, lieber die Zechen des Essener Bezirks lie­gen noch keine vollständigen Mitteilungen vor. Auf der Zeche mit der radikalsten BelegschaftHelene und Amalie" ist ein Viertel der Belegschaft angefahren. In Düsseldorf sind ganz vereinzelt Betriebe von den Arbeitern verlasien worden. Sm Duisburg er Be­zirk herrscht ebenfalls Ruhe. Gestreikt wird dort nur auf den Zechen Westend 3/4 und Dtergardt. In Mül- h e i m a. d. Ruhr arbeitet fast alles. Dagegen haben auf den Thyssenwerken etwa 500 Mann den Betrieb verlaffen.

Wirges in der Nähe von Montabaur (25 Kirn, von Koblenz) war am Montag von den Kommunisten besetzt worden. Eine Stbtertung amerikanischer Hilfs­polizei schuf bald nach ihrem Enftreffen in Wirges Ordnung. Der Rädelsführer wurde festgenommen; zahl­reiche Flugschriften wurden beschlagnahmt.

SLddeutschland.

Das badische Ministerium hat auf Grund von Meldungen übet verbrecherische Absichten der Korn, munisten alle Versammlungen unter freiem Himmel verboten. In Mannheim kam es am Dienstag in der Nähe der Planken zu einer Schießerei zwischen Teilnehmern einer verbotenen kommunistischen De- monstrationszuges und der Sicherheitspolizei. Drei Tote und fünf Schwerverletzte blieben liegen. Es gelang, die Ruhe bald wieder herzustellen.

Berlin.

Berlin, 29. März. Die kommunistische General­streikhetze war hier erfolglos. Fast in allen Betrie­ben ist heute regelrecht gearbeitet worden. Zwischen­fälle untergeordneter Art haben sich in einigen Unter­nehmungen ereignet. In den Ludwig Löwe-Werken in der Hmtenstraße drang ein Trupp von 60 Arbeits­losen ein, die die Heizer von den Keffeln beifettebrang- ten, die Feuer löschten unb die Belegschaft des Be­triebes zur Arbeitseinstellung aufforderten. Sofort alarmierte Schutzpolizei besetzte die Fabrikanlage und nahm sämtliche 60 Arbeitslose fest. Die Belegschaft der Ludwig Löwe-Werke blieb bei der Arbeit.

In der Lokomotivfadrik Hennigsdorf der A. E. G. ergab eine Streikabstimmung eine Mehrheit gegen

Bezugspreis: Monatlich 3,00 Mk. ohne Zustellgebühr. In^ulda bet uns abgeholt 3,15 Mk. Anzeigenpreis: Die Kleinzeile 'Colonelmaß) 60 Pfg, u. 10°,. Zuschlag, die Reklamezeile (lertbreite) 1.80 OTL, u. 10% Zuschlag. Bel Wiederhol. Rabatt.

öerung in der Entwaffnung%note des Ober­sten Rates auf Zahlung der 25 Millionen bis zum 31. März hat nun die Reichsregierung am 23. März der Kontrollkommission geantwortet, daß nach ihren Unterlagen zurzeit nur noch 337 Motoren und 136 Flugzeuge als noch nicht abgeliefert abgegolten ver­bleiben. 2n dieser Zahl ist auch das bisher in Deutschland der Entdeckung eMzogene Material ent­halten. Die Reichsregierung hat sich bereit erklärt, unter Vorbehalt der endgültigen Festsetzung sofort den Betrag von 25 Millionen Mark als Entschädigung für alle Flugzeuge und Motoren zu zahlen, die außer den schon abgegoltenen 1000 Maschinen ausgeführt wor­den sind, oder aber in Deutschland als nach nicht er­faßt etwa noch vorhanden sein könnten.

für jede weiteren 100 Mk.

jedoch nach England nebst Kolonien

Die Gebühr für Pakete setzt sich aus den den ein- zelnen Ländern zukommenden Gebührenanteilen zusam- men und ist am Postschalter zu erfragen. Die Gebühr ist ermäßigt für Postpakete bis 1 Kg., im allgemeinen erhöht für schwerere Pakete.

Wertsendungen: Beförderungsgebühr für Briefs wie für Einschreibebrief gleichen Gewichts, für Kästchen für je 50 Gr. 60 Pfg., mindestens 2,40 Mk., Dersiche- rungsgebühr für Briefe und Kästchen für je 1000 Mk. 1,50 Mk., mindestens 3 Mk., sonstige Gebühr wird für Briefe nicht erhoben, für Kästchen 1 Mk.; Beförderungsgebühr für Pakete wie für gewöhn- - liches Paket gleichen Gewichts, Versicherungsgebühr für je 3000 Mk. 5 Mk., sonstige Gebühr 1 Mk.

Eilbestellgebühr

für Briefsendungen, Wertbriefe, Wertkäst­

chen und Postanweisungen 2,40 Mk

für Pakete . 5, Mk

Deutsches Reich.

** Berlin, 29. März. Nach einer Verlautbarung der französischen Regierunq dürfte die Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens noch ziemlich lange auf sich warten lassen. Die Regierung der südafrikanischen Union hat es adgelehnt, einen Ge« setzemwurf über die Erhebung einer 50prozen- tigen Taxe auf deutsche Waren einzubringen. Das Ersuchen mehrerer deutscher wissenschaftlicher Anstalten, ihnen fünfzig aus den H-eresbeständen herrührende Entfeicnungsme'ser zu überlassen, wurde jetzt von der Jnterallierten Milttärkontroll- Kommission abgelehnt, die bie Zerstörung aller dieser Apparate angeordnet hat. >

* Der preußische Landtag wird am 7. Äprst feine Sitzungen aufnehmen. Bis dahin wird dte Regierungsfrage in Preußen kaum erledigt (eilte Die Besprechungen hinsichtlich der in Aussicht ge­nommenen preußischen Koalition sind noch in der Schwebe. ____________

zu erfüllen.

Die Unterdrückung der deutschen Lnftfahrzeng- Jndnstrie.

Die Interalliierte Luftfahrt-Kontrollkommission hat am 17. März an das Auswärtige Amt eine Note gerichtet, in der gefragt wird, ob die deutsche Regierung seither ihre Ansicht über die in Widerspruch mit der Entscheidung von Boulogne erfolgende Her­stellung von Luftfahrgerät geändert habe, ob die Her­steller von Luftfahrgerät auch jetzt noch bei ihren fortgesetzten Zuwiderhandlungen gegen die Entschei­dungen der aUtierten und assoziierten Mächte" die Unterstützung ihrer Regierung genießen.

Daraus hat am Samstag die deutsche Regierung geantwortet, daß sie nach wie vor auf dem Stand­punkt steht, daß der Vertrag von Versailles den alliierten Regierungen nicht das Recht gibt, eine Verlängerung der am 10. Juli 1920 abgelaufenen Sperrfrist für den Bau und die Einfuhr von Luft­fahrzeugen und Luftfahrtmaterial zu fordern. Sie ist daher auch jetzt nicht in der Lage, dem diese Verlängerung aussvrechenden Beschlüsse der Konfe­renz von Boulogne eine Folge zu geben. Die Reichs­regierung nimmt dann auf ihre Denkschrift vom 29. Juli und ihre Note vom 14 Dezember 1920 Bezug und wiederholt den darin gemachten Vorschlag, den ganzen Streitfall einem unparteiischen Schiedsge­richt zu unterbreiten.

Eine deutsche Enlschädigungszahlung.

Der Vorsitzende der Interalliierten Luftfahr-Kon- trollkommission hatte mit Note vom 18. November 1920 in Ergänzung einer bereits vom 31. August 1920 durch die deutsche Regierung auf Grund des Spaaer Protokolls geleisteten Zahlung von 50 Millionen Mark für aus geführte Lustfahrge- räte eine wettere Zahlung von 2 5 Millionen Mark gefordert. Die Reichsregierung hat diese Forderung dahin beantwortet, daß sie zunächst durch geeignete Unterlagen zu begründen sei. Auf die For-

Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben für je 50 Gramm 0,30 Mk.

jedoch für Geschäftspapiere mindestens 1,20 Mk.

für Warenproben mindestens 0,60 Mk.

(Meistgewicht für Drucksachen u. Geschäftspapiere 2 Kg.

Warenproben 350 Gr.)

Einschreibgebühr 1,

Nachnahmegebühr (vom Absender neben den sonstigen Gebühren im voraus zu entrich­ten) für eingeschriebene Briefsendungen, Wertbriefe und Wertkästchen 0,30 Mk

für Pakete 10 Pfg. für je 10 Mk., mindestens 50 Pfg.

Postanweisunaen

bis 50 Mark 0,50 Mk.

mäßigtem Satz nicht, Päckchen nur nach Westpolen zu­gelassen, auch ist das Meistgewicht für Warenproben noch Luxemburg und Ungarn auf 350 Gramm beschränkt.

gelten im Post-