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Ur. 71.

BeraMworUiq tür öen tcOuuionellen Teil: Karl Schütte. - für dir Anzeigen: 3. ParzeUer- Fulda. :: iRoiationsörud u. Verlag der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda, termpredier Nr. 9. Telegr.-Adreise: Fuldaer Zeitung

Dienstag, 29. llTärz $921.

48. Zahrg.

Bezugspreis: LionaUich 3,00 All. ohne ZusteUgedühr. JnFmoo bet unsabgeholt 3,15 Mk. Anzeigenpreis : Die K «rinzeile doioneimaß) 60 p|g„ u. 10"» Zuschlag, bie SietlamegeHe (Tertbreite) 1.80 211L, u. 10°>o Zuschlag. Bei Wiederhol. Rabatt

Die kommuni^ ischen Unruhen.

Die kommunistische Frühjahrsoffensive kann als ge­scheitert gelten. Die raubenden, sengenden und mor- denden Banden, die nach dem Befehl Moskaus ihr eigenes Land zu verderben suchen, führen zwar noch eine Art Kleinkrieg, um den Zusammenbruch des Aben­teuers hinauszuzögern, aber das Spiel ist verloren. Die Säuberungsaktion schreitet erfolgreich vorwärts und die krampfhaften Versuche, die Bewegung aus andere Gegenden Deutschlands auszudehnen, sind mißlungen. Es wird freilich noch manches zu tun fein, bis wieder völlige Ruhe geschaffen ist und die Verbrecher zu Paa­ren getrieben sind, man darf aber hoffen, daß es un­serer wackeren Schutzpolizei doch bald gelingen wird, die letzten kommunistischen Räuberhöhlen auszuräuchern.

Niederlage der Aufrührer in Eisleben.

Die Kommunisten in Eisleben hatten die Zusagen ihrer Führer, die mit dem Kommandeur der Polizei verhandelt hatten, nicht befolgt, sondern hatten sich neu gesammelt und einen Sturmangriff gegen das Rat­haus unternommen. Sie wurden blutig abge- Wiesen. Bei einem einzigen Maschinengewehr lagen «zwanzig Tote. Auf ihrem Rückzug haben die Korn- munisten die Wohnung des Fabrikdirektors Heinold in die Lust gesprengt. Auch im Gewerkenhaus und im Rathaus richteten gewaltige Detonationen furchtbare Verheerungen an. 5m Gebäude der Gewerkschaft sind die Fenster mitsamt den Kreuzen herousgerissen. Auf dem ganzen Markt sind nur wenige Fenster heil ge- blieben, überall ist grauenhafte Verwüstung. Die Eisen­bahnbrücke bei Hettstedt auf der Bahnlinie Güsten— Sangerhausen wurde in die Luft gesprengt. Die Villa des Marinestabsarztes Dr. Evers wurde von leider entkommenen Aufrührern ausgeplündert und dann ebenfalls in die Luft gesprengt.

Die Niederlage der Aufrührer nach diesen neuen Kämpfen in Eisleben ist vollständig: sie wurden von der Polizei umfaßt, unter schweren Verlusten ins Rathaus gedrängt und zum größten Teil gefangen ge­nommen. Die Polizei erbeutete fünf schwere Ma­schinengewehre und mehrere Hausen Dynamit.

Nach allgemeiner Ansicht sind die Urheber der gan­zen Aktion Nationalrussen. Anfang der Woche waren sechzig von ihnen allein in Eisleben eingetrossen.

Helbra und Mansfeld befehl.

Auch in der Mansfelder Gegend, die stark gefährdet war, ist die Säuberungsaktion erfolgreich gewesen. Am Samstag wurde Mansfeld, wo die Kommunisten das Amtsgericht gesprengt hatten, von starken Abteilun­gen der Polizei besetzt. Die Besetzung geschah nach kurzem Kampf, bei dem zur Niederkämpfung von Ma- schinengewehrnestern auch Artillerie verwendet wurde. Die Verluste der Polizei sind ganz gering. Polizei» truppen aus Hannover, Düsseldorf, Erfurt und Halle nahmen an dieser Aktion teil. Die Kommunisten flüch­teten, naO>em sie eine große, aber nicht genau fest- gestellte Zahl von Toten und Verwundeten erlitten hatten.

Bei der Säuberung der Häuser und der Suche nach Waffen wurde in Mansfeld in der Kirche unter dem Attar ein Kommunist versteckt aufgefunden und festgenommen. Auch sonst nahm die Polizei viele Ver­haftungen vor. Die Kommunisten zogen sich auf Helbra in südlicher Richtung zurück. Eine starke Polizeipatrouille stieß nach Helbra vor und hat auch Helbra besetzt. Unter den Verhafteten in Mans­feld befinden sich auch zwei 14jährige Burschen, die erklärten, Maschinengewehre bedient zu haben. 5n den Straßen der Stadt Mansfeld wurden Maueranschläge vom 21. März vorgefunden, die mit Max Hölz unter- zeichnet sind und in denen es unter anderem heißt: „Entwaffnet die Bürger, die Polizei, die Gendar­men, die Sipo und die Reichswehr. Beschlagnahmt alle erreichbaren Gelder, sprengt die Schienen, die Ge­richte, die Gefängnisse, befreit alle Gefangenen. Wir schlachten die Bourgeoisie ab ohne Unterschied des Al­ters und des Geschlechts; wir sprengen ihre Schlösser und Paläste, ihre Dillen in die Luft. Wenn die Sipo nicht sofort abzieht und uns die Waffen abgibt, wer­den wir ein furchtbares Blutbad unter der Bourgeoisie anrichten."

Ein Rundschreiben des „Revolutionären Arbeiter- rats im Mansfelder Bezirk" vom 24. März, das in Hunderten von Exemplaren vorgefunden wurde, fordert zum Kampf auf, wobei man keine, auch die gemein­sten Mittel nicht scheuen soll. Dernehmunaen von ver­hafteten Kommunisten haben ergeben, daß schon seit längerer, Zeit die Arbeiterschaft in Mitteldeutschland planmäßig durch russische Agitatoren bear­beitet und auf gehetzt worden ist. 5n zahlreichen kommunistischen Versammlungen hatte man die Öfter« feiertags als den Tag des Losschlagens festgesetzt.

Die gerftörungen in Hettstedt. 1

5n Hettstedt, das jetzt fest in den Händen der Truppen ist, haben die kommunistischen Banden die furchtbarsten Zerstörungen angerichtet. Sie plünder­ten di« Dynamitfabrik Leimbach aus und sprengten das Bahnhofsgebäude in die Luft, ferner das Dankaebäude der K r editbank in Hettstedt, das in zwei Teilen auseinanderfloa und vollständig das Bett der Wipper aussüllt. Sie sprengten weiter mit Dyna­mit zehn Dillen von Besitzern, die ihnen wegen ihrer politischen Gesinnung mißliebig find, in die Lust. Die Domäne Helbra mit ihren Wirtschaftsgebäu­den wurde durch Dynamit zerstört. Es gelang der Sicherheitspolizei, Mitglieder dieser Bande gefangen |u nehmen.

Der Terror der Kommunisten im Lennawerk.

5m Leunawerk bei Merseburg hielten die kommu­nistischen Agitatoren, darunter viel landfremdes Ge­sindel, das die Arbeiter nicht einmal beim Namen kennt, sämtlich« Arbeiter der Belegschaft bis von 40 Vahren zurück. Zu Dutzenden versuchten die Opfer .kommunistischer Willkür heimlich über die Zäune und

die Mauern, die Leuna umschließen, zu ihren Fami­lien zu entkommen, sie wurden aber von den bewaff­neten Posten zumeist wieder zurückgetrieben. Mehrer« Kraftwagen des Werkes, die die Kommunisten stark bemannten und auf die nahen Dörfer entsandten, um Nahrungsmittel zu requirieren, sind einfach nicht zurück­gekehrt, weil ute Besatzung die Flinten wegwarf und nach Hause eilte. Der „Aktionsausschuß" beherrscht die Lage im Braunkohlengebiet des Geiseltales, wo die Arbeitsniederlegung erzwungen wurde. Die verbliebe­nen Beamten sind von ihm auf eine „neue Verfassung vereidigt" worden. Wer sich nicht fügte, wurde als entlassen oder verhaftet erklärt.

Die Generalstreikbewegrmg

hat zu größeren Arbeitseinstellungen bisher nicht ge­führt. Es kam nur zu Teilstreiks, so in C oth a, wo die Arbeitslosen mit Gewalt die Arbeitseinstellung er­zwungen haben. 5n Erfurt war eine von den Kommunisten einberufene Versammlung nur von eini­gen Hundert Personen besucht. 5m Eisenbahn- und Postbetrieb sind keine Störungen vorgekommen. 5n Halle wird fast überall gearbeitet, nur wenige Be­triebe streiken. Das Kraftwerk Zschornewitz hat den Streik beschlossen, die Notstandsarbeiten werden verrichtet. 5n B i t t e r f e l d herrscht Ruh«. Dagegen wollten tausend Kommunisten die Anilinfabriken in Wolfen bei Bitterfeld besetzen und mit Gewalt ver- suchen, die Arbeiter aus dem Betrieb zu vertreiben. Es gelang aber nur zum Teil, der größte Teil der Ar­beiter lehnte einen Streik ab. Gleichwohl wurde von einer Minderheit der Streik befchlosien, die Mehrheit will sich diesem Beschluß nicht beugen und nötigenfalls ihrem Arbeitswillen Respekt verschaffen. 5n Wit- tenberg wird gestreikt, Elektrizität, Gas und Was- ser arbeiten.

Die Bewegung im Ruhrgebiet.

Der Versuch, im Ruhrgebiet eine Streikbewegung zu entfessel, kann als gescheitert angesehen wer­den. Die von den Kommunisten ausgegebene General- stieikparole ha 'e keinen besonderen Erfolg. Es find nur verschwindende Minderbeiten, die von der Arbeit frrr blieben, insbesondere scheiterte der Versuch, die Arbeiter in den Kruppslben Fabriken und Zechen zur Arteftseinstellmiz zu bewegen. Junge Burschen vcr- wchten. in die. Kruppschen Werke einzudnnaen. wurden ober überall n.'t blutigen Köpfen von den Arbeitern hinauegeworken Die Straßenbahner in Esten haben sich mit 90 Prozent gegen den Streik erklärt, obwohl sie sonst mit Sympathiestreiks immer sehr schnell bei der Hand waren.

Der einzige Erfolg, den die Kommunisten im Ruhr­revier buchen können, ist die Ausrufung des General­streiks in Remscheid, wo die Arbeiter durch Sire­nensignale aus den Fabriken gerufen wurden, sich auf bem Marktplatz versammelten und die Arbeitsnieder­legung beschlossen. Das christlich« Gewerkschaftskartell hat diesen kommunistischen Ueberrumpelungsversuch ein« stimmig abgelehnt und di« Arbeiterschaft aufgeiordert, die Arbeit am Dienstag überall geschloffen wieder auf­zunehmen. Dieselbe Aufforderung richtete der Werk- verein deutscher Metallarbeiter an die Arbeiterschaft. Die Straßenbahn verkehrt nach wie vor.

5m Wuppertale hat unter den Kommunisten eine wüste Hetze eingesetzt, di« aber wenig Anhang fin­det. Gerüchtweise verlautet, in Mettmann seien schwere Unruhen ausgebrochen. Der Fernverkehr dorthin ist unterbrochen.

5n Dortmund trafen aus Münster 1000Mann Sicherheitspolizei als Verstärkung ein. Eine Polizei­streife geriet in einen Hinterhalt und wurde einae» schloffen, ein Beamter ist tot. Wie erzählt wird, soll die Sicherheitspolizei in blinden Schächten bei LÜ - n e n ein aus 6000 Gewehren und 60 000 Schuß be­stehendes Waffen- und Munitionslager der Kommu­nisten entdeckt und beschlagnahmt haben.

5n Essen kam es gestern zu Zusammenstößen, wobei ein Sipomann und 11 Kommunisten ge­tötet und viele verwundet wurden.

Zusammenstoß in Berlin.

Sn Berlin ist es trotz der ärgsten kommunistischen Hetz« ruhig geblieben. Der überwiegend« Teil der Ar­beiterschaft lehnt di« kommunistisch« Hetze entschieden ab. Nur in einigen großen Betrieben kam es zu schwächlichen Streikversuchen. Ein einziger Zufammen- stoß wird in Lichtenberg gemeldet. Dort traf nachts eine Streife der Schutzpolizei auf eine Horde von etwa 800 Kommumsten, meist Iuaendliche, die aus einer Hetzverfammlung kamen. 5m Nu umringten di« Kommunisten die Streife und versuchten, ihr die Waf­fen zu entreißen. Es gelang ihnen auch, dem Unter- Wachtmeister Lüdtke den Karabiner fortzunehmen. Lüdtke wurde mit feinem eigenen Karabiner durch einen Brustschuß niedergestreckt. Er erlag aus dem Transport nach dem Krankenhause der erlittenen Ver­letzung. Ehe Verstärkunoen eintreffen konnten, waren ’e Attentäter verschwunden. Die Verfolgung verlies ergebnislos. 5n der Versammlung, aus der die Atten­täter kamen, waren Flugblätter verteilt worden. Sn tiefen wurden di« Verfammlungsteilnebmer aufgefor­dert, unvermalich die Polizei zu entwaffnen.

An verschiedenen Stellen der Stadt wurden neue Munitionsfunde gemacht. • Bedenklich war vor allem ein Fund, den Dahnbeamt« am Bahnhof Putlitz- straße machten. Dort hatte man unter den Schienen- sträng eine Schachtel gelegt, die mit Sprengstoffen und Patronen gefüllt war.

Die SäuverungSattion

wird in Mitteldeutschland mit Nachdruck fort, geführt. Ernstere ©eferbte fanden nicht statt. Wäh- renb es in den .tzauptorten des Aufruhrgebietes rub'g ist, treten auf dem Lande hier und da kleine Plündernde Banden auf. Versuche, den Bahn- tiertehr durch Zerstörung der Bahnanlagen und Brücken lahmzulegen, können die Durchführung der Aktion nicht aufhalieu. Zur Einvernehmen mit der

Preußischen Regierung zieht die Neichsregierung militärische Kräfte heran, die eingesetzt wer­den sollen, falls es erforderllch ist.

Im westl ichen Industriegebiet ist eine weitere lebhafte Tätigkeit der Kommunisten bemerkbar. Ihre Taktik geht offenbar dahin, auf dem Wege der Ge­neral streikhetzc Unruheherde zu schaffen, ehe die Bewegung in Mitteldeutschland zasammenbrlcht.

Attentate.

Snzwischen suchen die Kommunisten durch Atten­tate ihre Schreckensherrschaft zu sichern. 5n Berlin wurde ein mißglücktes Dynamitattentat auf das Kraftwerk Unterspree ausgeführt. 5n Charlottenburg wurde ein Anschlag auf die Eisenbahuunterführung, über die der gesamte Stadt- und Fernverkehr geleitet wird, und die zu den wichtigsten Eisenbahnknoten­punkten Berlins gehört, verübt. Die Explosion er­folgte eine Viertelstunde mich Passieren des letzten Stadtbahnzuges. 5n allen angrenzenden Straßen- zügen sind die Fensterscheiben zertrümmert, die Eisen- bahnunterführung aber ist nicht im geringsten be- schädigt. 5n Halle wurde durch ein Handgranaten- attentat die Druckerei der „Hallejchen Zeitung" außer Betrieb gesetzt. Dasselbe geschah der „Saalezeitung" und der mehrheitssozialistischen ..Volksstimme". Auf der Eisenbahnbrücke zwischen Muldenstein und Bitterfeld (Linie Berlin-Halle) hat eine Dynamit­sprengung die Gleise zerstört. Sn Sangershau- fen wurden durch eine kommunistische Bande die Post und die Banken geplündert, das Telegraphenamt gesprengt und ein aus Württemberg herbeigezogener gepanzerter Streckenarbeiterzug ausgehalten. Dabei tarn es zu einem Gefecht, wobei es auf beiden Seiten Tote und Verwundete gab. Letzt ist die Stadt durch Schutzpolizei besetzt. Die große Eisenbahn- brücke bei Ammendors zwischen Halle und Merse­burg wurde gesprengt unö damit der Bahnverkehr nach Süddeutschland und Thüringen unterbrochen. Sn Ammendors wurde der Direktor der Chemischen Fab­rik Buckau, Dr. Konrad Bonsa, von den Banditen fest- genoirmen und unter Androhung des Todes von der Familie ein Lösegeld von 500 000 Mark gefordert. Die Summe konnte natürlich nicht aufgebracht werden. Das Geschick Dr. Bonsas ist ungewiß.

Lie psltt. Gewalttaten in Oberschlesien.

Die Nachrichten über unerhörte polnische Gewalt­taten in Oberschlesien mehren sich von Tag zu Tag. lieber Königshütte mußte der Bttagerungs- zustand verhängt werden. 5n den Kreisen Pietz uns Rybm k wurde besonders arg gehaust, und hier waren es namentlich die deutschen Beamten der Sn» dustrie- und Grubenanlagen, die von dem polnischen Terror bedroht und zum Teft vertrieben wurden.

Sm Kreis- Pietz wurden 40 Beamte schwer ver­wundet und mußten mit ihren Familien flüchten. Die Terrorakte geschahen nicht durch di« Arbeiterschaft der beireffenben industriellen Anlagen, sondern durch polnisches Gesindel, das bewaffnet über di« Grenze gekommen ist. Einige Schächte mußten bereits wegen der Flucht der Beamtenschaft außer Betrieb gesetzt werden. Die Snteraüiierte Kommission hat nunmehr eine Verordnung erlassen, nach der Beamte, die bis bis zum 25. März abends nicht wieder auf ihrem Posten sind, vor ein Kriegsgericht gestellt werden sol­len. Di« unglücklichen Beamten, die der polnischen Gewalt weichen mußten, sind nun unglaublicherweise vor die Wahl gestellt worden, ob sie sich dem point« schen Terror oder dem Kriegsgericht ausliefern wollen.

Auch aq# dem Kreise Rybnik sind zahlreiche Deutsche die wegen ihrer Abstimmung bedroht oder mißhandelt wurden, geflüchtet. Besonders die Dorf- bewohnet sind der Gewalttätigkeit der Polen, zu denen auch zahlreiche Hallersoldaten gehören, schutzlos aus- geliefert, da die Dörfer ohne militärischen Schutz und die Ententesoldaten nur in den Städten untergebracht sind Auf den Landstraßen wird jeder Passant von plötzlich auftauchenden polnischen Bewassneten unter dem Vorgeben, ihn auf Massen zu untersuchen, aus­geplündert. 5n SmoIn a waren die Statt euer mit Snfurgenten zusammengeraten, die sie nach kurzem Feuergefecht zersprengten. Ein Gefecht entwickelte sich an der alten Elsenda^nstrecke Panlschow'tz-Egersseld. Auf der einen Seile tämpfien einige Apo-Beamte und Deutsche und aus der jensetts des Baynwegs ge« Irgenen di« Polen. Fünf,.Masuflnenxrwehre griffest in den Kampf ein. Zum Schnge gegen die Mafchi- nengerorbr» waren Schützengräben ausgehoben. Der Kampf wütete bis in di« Morgenstunden. Auf beiden Seiten gab es Tote und $>.rwu:iheie.

Sn Miechowitz. Kreis Beuchen, wurde in der Nacht zum 26. März ei.i enghfurcr ßebensmittel- ttansport von polnischen Sanbüen tr.it Handgranaten angegriffen. Die Engländer nahmen die Verfolgung auf. Es gelang ihnen, einen stark bewaffneten be­kannten polnischen Stvßttuppenfrchrer fest,muhmen,. der nunmehr einer standrea-rlichen Verurteilung ent­gegensieht.

5n Hohenlinde bei Beuchen wurde di« Leich« des feit dem 24. März vermißten Reichsoberschirsiers aus Giatz, eines früheren Feldwebels, in dem Mist­haufen eines Hofes gefunden. Als Täter ermittelte die Polizei zwei bekannt« polnische Stotztruppführer.

Der Belagerungszustand.

wtb Kattowih, 28. März. Snsolge des über die Kreise Kattowitz, Beuthen, Pleß und Rybnik verhäng- len Belagerungszustandes ist anscheinend eine leichte Beruhigung eingetroffen. Die Schreckensnachrichten haben sich verrringert. Nur vereinzelt laufen noch Meldungen über Gewalttaten ein, deren Opfer zumeist deutsch gesinnte Beamte und Arbeiter sind. Der Be­lagerungszustand ist auf die Kreise Myslowitz Stadt und Land und Rybnik Stadt und Land ausgedehnt worden. Für Rybnik und Pleß ist ein außerordent­liches Gericht unter dem Vorsitz eines englischen Kapi­täns gebildet worden.

Der Ucberfall von Lbecbach.

Entgegen den Meldungen der „Chicago Tribüne" ist an du deutsche Regierung wegen der 21 u slic» erung der beiden fahnenflüchtigen Amerikaner Berchtold und Stecher niemals, weder offiziell noch nossiziell, herangetreten worden. Auch wegen bet. Begnadigung der beiden verurteilten amerikanischen Polizisten ist man von amerikanischer Seite wenig- tens offiziell niemals an uns herangetreten.

Deutsches Reich.

* Berlin, 28. März 1921. Zwischen Vertretern der Krankenkassen und der Aerzte haben im Reichsarbeitsministerium Besprechungen stattgesunden. Gegenstand der Verhandlungen bildete eine Vorlage auf Regelung der zwischen Krankenkassen und Aerztea schwebenden Fragen.

* Staatsminister a. D. von Nheinbaben f. In Düsseldorf ist der frühere Siaatsmmister und Ober- Präsident der Rheinprovinz Freiherr von Rheinbaben int Alter von 66 Jahren infolge Herzschlags ge-' storben. Freiherr von Rbeiubaben wurde 1855 in Frankfurt a. O. geboren. Er toar unter Miquel im preußischen Finanzministerium tätig, wurde 1896 Regiernn k-präsioent in Düsseldorf und 1899 preußi­scher Minister des Innern, 1901 übernahm er als Nachfolger Miquels das Preußische Finanzministerium, 1910 hat er von diesem Poften zurück und wurde <um Obei Präsidenten der Rbeinprovmz ernannt. Dieses Amt legte er Ende 1917 aus Gesundheits- rucksichten nieder. Ein außergewöhnlich begabter Verwaltungsbeamter, mit bielieütgen, auch fünft* lerijchen Znteressen und ein bei konservativen Grund­anschauungen modern denkenden Mann und vor­nehmer Charakter schied mit ihm aus dem Leben.

** Ein Kommunistenführer in München verhaftet. 5n München halte Wendelin Thomas, ein besonders übler Kunde, in einer öffentlichen Versammlung zum Hochverrat aufgefordcrt. Gerade noch rechtzeitig, als der tapfere Mann verduften wollte, Hai man ihn auf dem Bahnhof erwiiuu und festgenommen. Da diele Festnahme in weniger als 24 Stunden nach der Rede erfolgte, Thomas also „auf frischer Tat ertappt" worden ist fo konnte ihn auch seine Eigenschaft als Abgeordnete: vor der Verhaftung nickst retten und erst der Reichstag kann auf Antrag se..te Entlassung beschließen. ____________' ______________

Die neuen PostqeSühren

Vom 1. Äprit ab sind die neuen Hulaud-Posb gebühren tote folgt festgesetzt:

Postkarten Ortsverkehr ........ 80 Pfg

„ Fernverkehr......40 „

Briefe Ortsverkehr bis 20 g . . 40 „

. „ üb. 20 „ 250 g . . 60 .

Fernverkehr bis 20 g . . 60 „

üb. 20 , 100 g . . 8) „

100 „ 250 g . . 120 „

Drucksachenkarten (neu einaofuhrt: als solche werden zugelassen Karten ofcne die Angabe „Vostkaite" bis zur Gröhe ter amt» Illen Paketkarte, die nur gedruckten Text oder Abbildungen enthüllen)....... 10 ,

Ansichtskarten, auf deren Vo derseite

Grütze oder ähnliche Hoflichkellssormeln mit höchstens fünf Worten niedergeschrieben sind (Ansichtskarten, die Wellergehen e schriftliche Mitteilungen enthalten oder bei denen sich Mitteilungen auf der SJtüdjeite befinden.

unterliegen der Postkartengebuhr) .... 15 „

Drucksachen (Frankierungszwang) bis 50 g....... 15 „

50 „ 100 g....... 80 .

100 „ 250 g....... 60 .

250 „ 500 g....... 80 „

500 „ 10C0 g ......100 „

Geschäftspapiere bis 150 g ... . 60 „

250 „ ßi 0 g ... . 80 „

500 „ 1000 g .... ICO „

Warenproben „ 250 g . . . . 60 ,

250 . 500 g ... . 80 .

Päckchen bis 1 kg ......150 .

Einschreibgebühr...........ICO .

Eilbestellung für Briefe nach Postort. 150 „

„ Pakete nach Postort. 250 .

, öiitie i/L.-Bestbez. 800 „

„ Pakete i. „ 500 „

Postanweisungen bis 50 Mk. . . BO „ 50 250 „ . . 100 .

250 . 500 . . . 150 ,

500 . 1000 „ . . 200 .

1000 , 1500 . . . bOO .

1500 . 2000 . . . 400 .

Zahlkarten „ 50 „ . . 25 .

50 . 5(0 . . . 50 .

500 . 1000 , . . 100 ,

1000 „ 2( 00 „ . . 150 .

über 2000 „ . . 200 .

Auszahlung mit Scheck feste Gebühr von 30 Pfg. und eine Steigerungsj ebühr von ,/i« bom Tausend des im Scheck angegebenen Betrages. Für Kassenschecks, die bar eldioS beglichen werden, wird die feste Gebühr ucn 30 Pfg. nicht erhoben;

Neu eingesührt wird eine Gebühr ton 50 Psg. für das Verlangen der wiederholten Vorzeigung von Postaufträgen und Nachnahmesen­

dungen.

Pakete Nahzone (bis 75 Km) ' Fernzone bis 5 kg.....3 Mk. 4 Mk.

5—10 kg.....6 . 8 .

10-15 kg ... 12 . 16 .

15-20kg. ... 18 . 24 .

Dringend: dreifache Gebühr.

Wertsendungen außer bet gewöhnlichen Gebühr die Einschreibegebühr und bie Ver­sicherungsgebühr

bei Briefen für jede angefangenen 1000 Mk. Wertangabe

bei Paketen bis 500 Mk.

500 bis 1000 Mk.

für jede weitere 1000 Mk.

Telegramme f. jed. Wort SO Df., mindestens Sringenb: dreifache Gebühr,

1 Mk.

1 Mk.

2 Mk.

2 Mk.

3 Mk.