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Ml-aer Leitung

^.-0 Druck der Fuldaer Aetieudruckerei in Fulda

Drittes Blatt.

die

den, um die diplomatischen Manöver der Polen wirksam zu machen. Denn auf unserer S-rite ist Recht und damit auch die moralische Stärke.

un- das

Und wenn die ganze Welt noch in Unfrieden ver­harrt, der brave Christ, der guten Willens ist. hat doch den Frieden in seinem Herzen!

Warum sollen wir denn nicht frohgemut Alleluja sin­gen zum Osterfest? Auch in schlechten Zeiiverhättnissen kann Freude in die Herzen und in die Hütten ein» ziehen. Schneeglöckchen lassen sich schon in den rauhe, ten Tagen auf der anscheinend noch erstarrten Flur mden. Es ist nicht bloß der Besitz, der froh macht, andern auch schon die Hoffnung, wenn sie fest be, gründet ist. Und fehlt es uns etwa an der Hoffnung? Das wäre unsere eigene Schuld, denn bann hätten wir in< das erhebende Geheimnis des Osterfestes uns noch nicht hineing-lebt. Durch Leid zur Freud', das galt ür den Erlöser und gilt für alle, die sich wirklich erlösen lassen wollen.

Der rechte und echte Mensch muß über die Wirren und Wchen der Gegenwart sich aufschwingen in eine höhere Luftschicht, wo unter dem Schein der Ostersonne Frühling und Friede und Freiheit und Freude herrschen!

und der Schiffsentführung bezeichnet wird, in Nor­wegen verhaftet worden. Heyde wurde von einem norwegischen Beamten nach Hamburg transportiert und sofort dem Gericht zugeführt.

Reichsverpflegungsaml .Fulda hat den Ankauf von Heu und Stroh eingestellt. Hafer wird gegen Bezugsschein weiter gekauft.

£hi$ dem LiachNaraevler.

0 Bad Orb. Die Frankfurter Kinoerhilfe hat umfangreichen Unrerkunftsräume auf dem

Aus dem inneren Frieden sprießt das beseligende Ge- ühl der Freiheit.

Kein Wort wird so mißbraucht, wie dieses; beson­ders jetzt, wo jeder Bösewicht und jeder Verrückte nach Freiheit" ruft und die Willkür für feine frevelhaften Gelüste meint. Freiheit ist kein Gegensatz zur Ord­nung, sondern die vernünftige Ordnung sichert erst die Freiheit der Person. Frei ist, wer ohne Zwang nach seinem guten Gewißen handelt. Der Christ fügt sich frei- willig in die göttliche Ordnung, und gerade dadurch er­langt er seine Freiheit, da er weih, daß er gerade das Richtige tut und den Sieg der guten Sache anbahnt.

Am Ostertage hat derjenige triumphiert, der von sich agen konnte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer sich ihm anschlieht, ist auf dem rechten Wege, ist geschützt vor Irrtum und fühlt sich beruhigt in dem Bewußtsein, daß sein Strehen zum Leven, zur gu­ten Frucht führt.

Wer Ostern richtig mitfeiert, ist ein freier Bürger im Reiche Gottes auf Erden, und das ist das höchste Ehren­recht, das sich im Diesseits erreichen läßt.

Unpolitische Zeitlänfe.

Von Fritz Ni entern per.

, Berlin. 22. März 1921.

Was soll uns der Osterhase bringen?

Aus den Festwünschen möchte ich ein vierfaches F Machen nach dem Muster des Abzeichens der Turner:

Frühling, Friede, Freihest, Freude.

Aber der Friede, nach dem wir so Heß uns seh- nen wo bleibt er? Ist er nicht gerade jetzt, wo neue Gewalt uns bedrückt, weiter abgerückt?

Es gibt keinen Frühling ohne Stürme und Rück­schläge. Auch der äußere Friede wird sich nach allen Erfahrungen der Weltgeschichte wieder aufbessern, wenn auch langsamer, als uns lieb ist. In der liebet» gangszeit finden w.r Trost und Stärkung in dem i n- neren Frieden, den die Welt nicht geben kann und glücklicherweise auch nicht nehmen kann. Der innere Friels ist das schönste Osterei, das jeder finden kann, der redlich sucht. Der auferftanbene Erlöser hat gesiezt über alle Erdenschuib unb alle Erbennot, und wir werden mit ihm siegen und triumphieren, wenne wir getreulich um feine Osterfahne uns scharen.

Richt umsonst steht die Friebensbotschaft voran in ben Festbotschaften bes Neuen Testaments. Die Engel von Bethlehem verkündigten in der Weihnacht den Frie­den den Menschen, die guten Willens sind, unb zu Ostern lautet ber Gruß bes Auferstandenen: Der Friede fei mit euch!

Was ist der feste Grund unb Eckstein des inneren Stiebens? Die klare unb zweifellose Erkenntnis: Ich tue recht, ich brauche niemand zu scheuen, ich darf auf die Gnade Gottes rechnen. Dies- Ruhe des Gewissens ist eine Quelle des Glückes auch in den schwersten Ta­gen. Sie wurzelt in dem festen Glauben an Gottes Offenbarung unb in bem unerschütterlichen Vertrauen i auf bie Erlösung, deren Besiegelung das Osterfest [eiert *

sprach, als bie Kinder im Tempel riefen: Hosanna bem Sohne Davids:Ja, freilich hab' ich sie gehört; habt ihr denn iremats gelesen: Aus bem Munde ber Unmündigen und Säuglinge hast du brr Lob bereitet? Diele Leh­rer besonders ältere haben beim auch ihrem ka­tholischen und pädagogischen Empfinden über fragt Gruß- Sitte Ausdruck gegeben unld den betr.Reformatoren, wie wir bestimmt wissen, u .a. erklärt:Wir halten am Herkommen fest! Das war schön; es ist aber auch vernünftig, denn durch den Gebrauch dieses Grußes wird der katholische Lchrer m bem Augen seiner Schüler we- sentlich gehoben und. um es kurz zu sagen: Für einen echt katholischen Lchrer rift bie Beibehaltung einer solchen hlmdertjährioon schönen Sitte selbstverständlich! Aber unverständlich wäre es unb eine geschchtliche Schmach, wenn bie katholischen Eltern (Glternbeträte) ber Boni- farius-Diözase und alle, bie es an geht, mm zur Abschaffung bes kath. Grußes im ben betj. Schulen schwei­gen und die altehrwürdige Sitte lautlos begraben lassen würden! Die Clternboiräte mögen noch vor Beginn bes neuen Schuljahres ihre dvsbezügichen Wünsche an den betr. Stellen an bringen, oder soll man mit Beschwerden warten, bis. wie in Frankreich, auch bas Kruzifix aus den katholischen Schulm erlernt wird?

Märkte.

Fulda, 26. März. Der beutiae Schweine* markt war mit 332 Ferkeln und 3 Läufer beschickt Die Preise für Ferkel stellten sich auf 400, 300 und 200 Mark, die für Läufer auf 700, 600 und 500 Mark. Der Handel gestaltete sich rege.

gehören Stürme und Rückschläge. Wer sie nicht aus­halten kann, der ist geprüft unb zu leicht befunden. Aber wer fest unb treu bleibt, der kommt durch bis zur ge­segneten Ernte, bis zur Iahresernte auf ben irbischen Gefilben und bis zur Ewigkeitsernte im Jenseits. Dort wird freilich die glühende Masse bes Sonnengestirns nicht mehr auf» und uniergehen; aber bie Gnabensonne von Ostern wirb bort ohne Unterbrechung strahlen, und es wird ber herrlichste Maitag fein ohne Sturm unb ohne Wolken unb ohne Enbe.Wie neugeborene Kin- ber, heißt es im Antrittsspruch vom Sonntag nach Ostern. Wie neugeboren kann unb soll ber Christ sich fühlen, ber Ostern auch als Frühlingsfest feiner Seett begeht.

Um Oberschlesien.

Der große Wahlgang in Werschlesien ist beendet; noch aber sind die Würfel um des ganzen Landes Schicksal nicht gefallen. Denn die Endenffcheiiumg, für die die Wahlergebnisse nach dem Willen der Entente nur die Unfcrlagen schaffen sollen, ruht noch kn den Händen des Obersten Rates zu Paris. Vor­nehmlich in Oberschlesien selbst, nicht minder stark aber in allen deutschen Landen, wird dieser Endspruch fieberhaft erwartet. Denn das gehetzte Oberschlesien sehnt sich endlich einmal nach Ruhe von aufwühlen­der, neroenpeitschender Agitation, wie sie eine Volks­abstimmung mit solcher Bedeutung im Gefolge haben muß, auch Erleichterung und Erlösung von dem furcht­baren Druck seelischen Druckes, der ob fremder Besatzung und Schutzlosigkeit wie ein schwerer Alp auf diesem gesegneten Lande lastete, sehnt sich nach Beendigung des unhaltbaren, unheilvollen Zustandes, den allein großpolnische Hetzpropaganda größtenteils landfrem­der Elemente erst Künstlich hineingetragen hat, und sehnt sich nach heimatlichem Schutz gegen terrorisie- rende Banden, die frech ihr Wesen treiben, trotz der km Lande stehenden auf getafelten Militärmacht der Grande Nation, die nichts zu sehen und zu hören scheint von all dem Unrecht, das Deuffchen dort täg­lich an Leib und Seele geschieht.

Frankreichs Sympathie für den Militärstaat Po­len, der nach Oberschlesien gierig die Hand ausstreckt, weil er die Kohle Oberschlesiens braucht, um Kriegs­werkzeuge und Massen zu schmieden und um russische Schulden an Frankreich zu bezahlen, läßt weder ein unparteiisches Sachwalteramt noch ein gerechtes Urteil zu. Darum wundert es uns nicht, wenn trotz der unzweideutigen Willenskundgebung der oberschlesi- schen Bevölkerung, beim Deutschen Reiche zu verblei- ben, Frankreich und Polen, in trautem Ver­ein. miteinnader begegnen sich doch hier nur zu offensichtlich gemeinsame Interessen alle Hobel in Bewegung setzen und mit allen Mitteln darauf hin­arbeiten, eine Teilung Oberschlesiens durch- zusetzen, indem sie in meisterhafter Bearbeitung der öffentlichen Meinung zielbewußt uyter Vergewalti­gung des Gesamtabstimmungsresultats immer wieder Vie Ziffern einzelner Teile Oberschlesiens in den Vor­dergrund rücken und der Welt damit einreden wollen, als ob das gesamte oberschlesische Industriegebiet sich für Polen entschieden habe. Seit der ersten Erkennt­nis der eigenen Niederlage schlug die polnische Preffe wie auf Kommando diesen Weg der Verschleierung i-i. mltais em.

Gew'ß ist für die Kreise Rybnik, Plrß und Tar- nowitz eine polnische Mehrheit zustande gekommen, für Kattowitz, Beuihen und Gleiwitz aber ist eine solche Behauptung durchaus unzutreffend, ja gerade­zu darauf angelegt, das wahre Ergebnis nicht nur zu verhüllen, sondern sogar umzukehren, um mit einer solchen Propaganda der Entscheidung der Entente über diese Gebiete vorzugreifen und den einwandfreien deut­schen Sieg zu verdunkeln. Die Kreise Kattowitz, Beutt^n u. Gleiwitz haben eine achtunggebietende Stimmenmehr­heit für Deutschland aufzuweisen u. die polnischen Agttationszahlerikunstftücke unter Gegenüberstellung von Land- und Stadtkreis können nur einen des Lan­des Unkundigen betören, dem Einsichtigen ober bewei­sen sie nur, wie dvrch solche Manöver Polen seine eigene Verlegenheit über die empfindliche Niederlage verbergen muß. Denn auch die Entente kann sich bei nur einigermaßen willigem Streben nach gerechter Objektivität de' Einsicht nicht verschsießen, daß die eigentlichen Träger des kulturellen Lebens und die großen Ser mittler des ganzen wirtschaftlichen Puls- schlaues die Städte sind, deren Stimmenzahl in Ober- fchlesien zwingend die Kulturzugehörigkeit zum deut- scheu Kuhurkreis durch eine so überragende Mehrheit erwiesen hat, daß sie den Ausschlag für den gesamten Industnekreis geben. Stabt und Land können weder als getrennte Wirtschaftsgebiete gegenübergestellt wer­den, noch können die großen Industriestädte als ein- same Inseln innerhalb der deutschen Stoatszugehörig- ke't behandelt werden. Es kommt hinzu, daß auf dem gatten Lande der polnische Terror fast jede 'deutsche Propaganda und Aufklärung systematisch er­stickt und erdrückt hat, sodaß man in vielen Fällen kaum von einer völlig freien Abstimmung sprechen dürfte. Dies hat die Abstimmung selbst hier und da deutlich erwiesen. So ist beispielsweise im Kreise I

! Tarnowitz in den Ortschaften Neu- und Alt- Radzionkau und Stolarzowitz die Wahl von den Eng- I ländern für ungültig erklärt worden, weil in den

Wahlbüros nur polnische Stimmzettel ausgegeben wurdem Das Geschrei also, das polnische Blätter an­stimmen, Polen müsie auf Grund des Wahlresultats das Industriegebiet Oberschlesien erhalten, ist ein glat­ter Versuch, das für Deutschland günstige Wahlresultat zu sabotteren.

Wird die Entente solchem Liebeswerben gegenüber standhaft bleiben? Wenn sie, wie es erforderlich ist, in sachlicher Weise die wirtschaftlichen Ge­sichtspunkte dieses Landes als allein ausschlag­gebend ansieht, dann dürfte sie der Stimme Polens kein Gehör schenken. Denn das Land Oberschlesien gehört wirtschaftlich zu einer Einheit, es ist ein u n - zerteilbares Ganzes. Die Industrie mit allen ihren Debürfnisien und Vorbedingungen greift in Oberschlesien derart ineinander, daß ein heraus- genommenes Glied gern"-en würde, um der wirtschaft­lichen Entwicklung unheilbaren Schaden zuzufügen. Eine lange historische Entwicklung hat zu dieser Wirt­schaftseinheit in Oberschlesien geführt, ein Arisein- anderreißen unter Hinwegnahme dieses ober jenes Teiles unb unter Isolierung einzelner Gebiete bedeu­tete nichts anderes, als eine Vergewaltigung eines von Natur zusammengehörigen Wirtschaftsgebietes.

Die Gesamtergebnisse der oberschlesischen Abstimmung haben eine achtunggebietende Mehrheit für Deutschland gebracht; nur hier und da in einzelnen Orten und einzelnen Kreisen ist es zu einer polnischen Mehrheit gekommen, die aber als Einzel refultat keinen Gründ in sich bergen, ein? Abtrennung deut­scher Gebiete zu rechtfertigen. 2>n> Recht steht auf Deutschlands Seite; das wirtschaftliche Interesse gebie­tet der Entente die Achtung vor dem Gesamtwillen bes oberscklesischen Volkes, ber sich unzweideutig für ein Verbleiben im deutschen Stoatsverbanbe entschie­den hat.

Wir sind ber Meinung, daß diese Erwäcmngen auch die Entente dazu führen muffen, Oberschlesien ungeteilt der deutschen Republik zuzu­sprechen. Es muß deutscherseits alles dafür getan werden, um der Entente die Unteilbarkeit dieses deut­schen Wirtschaftsgebietes überzeugend darzuleaen. Denn wir haben allen Grund anmnehmen, daß Herr Korfanty nichts unversucht lasten wird, um die Entente zu einer Teilung zu veranlassen. Spricht er doch in seinem Ausruf, der in derOberschlesischen Grenzzeitung" veröffentlicht ist, ganz offen davon, daß der Kampf noch nicht beendet fei und daß nun der Zeitabschnitt der diplomatischen Kämpfe und der nationalen Derhandlunaen folge. Mr ihn steht es bereits fest, daßdie Botschasterkonferenz in Paris alsbald die Festsetzung der Westgrenzen unseres Lan­des in Angriff nehmen werde". Dem Vorstoß des ländergierigen Herrn Korfanty müssen wir mit Ent­schiedenheit begegnen. Wir geben darum der Hoff­nung Ausdruck, daß die deutschen Plebiszitbehörden unb die deutsche Reichsregierung alles einsetzen wer-

M 70t

Samstag, 26. März 1921,

Der § 14 der Dienstanweisung für die Gemeind» rechner vom 22. März 1898 bestimmt, baß bie Rech- nungsbücher der (Bemeinbefafftn nach Ablauf eines fe» ben 'Rechnungsjahres nur noch 1 Monat lang (also für April) offen gehalten werben bürfen unb zwar lebiglich zu bem Zwecke, bamit bie bem alten Rechnungsjahre angehörenben, aber erst nach Ablauf bessclben geleiste­ten Einnahmen unb Ausgaben noch für bas alte Rech­nungsjahr gebucht werden können. .

Es ist mithin roährenb bes Manats April ein dop­peltes Rechnunqsbuch (eins für bas alte unb eins für das neue Rechnungsjahr) zu führen. Pünktlich am 30. Avril ist das ältere Einnahme- unb Ausgabebuch ent)« gültia abznfchließen unb ber sich ergebenbe Bestand bezw. die Üeberzahlung sogleich in das neue Rechnungs. buch zu übertraten und ben vorgeschriebenen Abschluß- vermerk zu bewirken.

Der Abschluß rauft mit ber demnächst aufzufiellsnden 3ahresrcthmtng pbercinstimmen.

Die Herren Bürgermeister haben diese Verfügung den Gemeinderechnern zur sorgfältigen Beachtung vor­zulegen unb binnen 8 Tagen zu beachten, daß das Rech» nunasbutb für bas Jahr 1921 (1. "Tprit 1921 bezw. 3L März 19221 neu angelegt worden ist.

Fulda, 6en AI. März 1921.

Der Canbrat. 3. SB.: Frhr. v. Sagem.

Mit Zustimmung ber Regierung zu Kostet habe ich dem Förster Brühler zu Harmerz, bem Förster Kamp zu Hosenfelb, b»m Förster Hoffmann zu Schlebenhauien, bem Hilfsförster Otto zu Giesel und dem Frrstaehilfen Mewes zu Nieberrode bie aushilfs- weise Mkwirkuoa bei ber Ansübvna ber Z-rydpolizei in ben on b»n Staatswotb ber Dberförfterei Giesel angren­zenden Gewarkunaen des Streifes Fulda übertragen.

Fulda, den 16 März 1921.

Der Canbraf. 3. SB.: Frhr. v. Eagern.

Bei der Wahl Znr Canbroirffthaffsfammer am 2b.

März b. 3. find für den Kreis Fulda gewählt worben:

1. Heinrich Bispinck, Gutsbesitzer in Trätzhof bet Maberzell.

2. SBatentin Ionas, Sanbmirt in Rex.

3 Jofevh Schmitt. Lanbwirt in Jaffa.

Ich aebe dieses hie-mit öffentlich bekannt.

Fulda, ben 21. März 1921.

'et tBahf-mm ff r 3. B: 3rbr. v. Gaaem.

Einige2f ifgetlärte" meinen, sie könnten den ©lau­bigen einen k erben Stoß versetzen, wenn sie behaupten, vstern sei eigentlich ein Frühlingsfest. Jawohl, bas soll Selten! Diesen Kritikern geht es ähnlich, wie bem be­kannten Propheten mit bem Esel, ber fluchen wollte unb fegnen mußte. Ostern wirb nicht entwürdigt, sondern vielmehr verherrlicht, wenn wir es als Fest des Früh- lings^bstrachten. Nur müssen wir dabei nicht allein an ben Frühling in ber Natur benten. Der Mensch be- steht aus Körper unb Geist, aus Stoff unb Seele. Sein sterblicher Teil braucht bas Licht unb bie Wärme unb bie Triebkraft, die von bem steigenden Sonnenball auf bie erwachende Erde ausgegossen und mit weltlichen Früh- livgsl edern begrüßt werden. Unb ber unsterbliche Teil bes Menschen verlangt auch Erleuchtung, Erwärmung und Belebung. Die wird ihm gespendet durch die Gna­bensonne, die am Ostersonntag aufgegangen ist über bie dunkle und erstarrte Welt. Das ist der Frühling für bie Geister, ber Lenz für bie Seele, bie Auferstehung ber wahren Kultur, bie Erlösung bet Well burch ben trium. phierenben Erlöser.

Sa ist Ostern das wahre, allgemeine Frühlingsfest van übernatürlicher Bedeutung mit natürlichem Ein- schlag. So feiern wir es zugleich in körperlichem Auf­atmen unb in seelischer Erbauung, in der ausgefrisch- ten Hoffnung auf irdische Frucht unb auf himmlischen Segen.

Ja ber Frühling pocht an. Machet auf die Türen unb bie Fenster; öffnet bie Augen, aber öffnet auch die Seele! Der ganze Frühling muß einziehen in bie Hüt- ten unb in bie Herzen: ber natürliche Lenz, ben bie Sonne bringt, unb ber geistige Lenz, ber vom stroh- lenden Kreuze ausgeht.

Der Frühling ist noch kein satter Sommer und noch fein fetter Herbst. Es ist bie Zeit bes Keimens unb ©proflens bes Riva""» unb Strebens. Zum Frühling

Rasensport.

Einesportliche Delikatesse" nennt derFußball", die Zeftschrist bes Verbandes süddeutscher Fußballverrine m Nr. 12 ein Spiel gegen bie 1. JugendmMmfchaft des Deutschen Meisters des 1. F. C. Nürnberg. Diese sport­liche Delikateste bietet uns heute abend 5 Uhr die rührige Fußball-Abteilung der Turngcmeiride 1848 e. SB. Fulda, die von allen Fuldaer Sportvereinen zuerst die irrier- nationalen Beziehungen mit dem neutralen Ausland mt Mai vergangenen Jahres angeknüpst hat und heute, eben­falls rot aber zuerst, der Fuldaer Sportwelt ein solch aus­erlesenes Iugendfpiel gegen den deutschen Meister bar- bietet. Wer einmal die oorfeübliche Schulung eines fei­nen technischen Fußballspiels sehen will, der gehe heute abend zu dem Spiel der 1. Jugend des deutschen Meisters.

Eine zroeftesportliche. Delikateste bringt uns der Ostermontag. An diesem Tage nachmittags 3 U h r spielt, ebenfalls auf dem Sportplatz derftäbti- scheu Bleiche, die Ligamannschaft des SportklubGer» mama" 04, e. SB., Ludwigshafen.'Germania" 04, e. D., Ludwigshafen fpielt im Pfalzkreis des süddeutschen Fuß- ballveibandes und repräsentiert beste deutsche Ligcrklaste. Sie nimmt in ber Meisterschaftstabelle des Pfalzkreises den 4. Platz ein und steht mit nur geringem Punktunterfchied hinter dem Pfalzkreismeister. Sie ist nebenbei bemerkt, hie erste Ligamaunschast aus dem besetzten Gebiet, büe hier ein Gastspiel gibt. Als Mittelstürmer wirkt SBappert, der bestens bekannte Repräsentative der Rhei-nPfalz. Die letzten Resultate sind: gegen Fußball-Ges. 03 Ludwigs­hafen 2 : 2, gegen ben Alt-Ri efenkrersmeister, Sportverein Wiesbaden 2 : 2:, gegen F.-B. Speyer 5: 1 gewonnen. Der Fußball-Abteilung der Turn gemeinde 1848. e. SB. Fulda, die in den letzten Spielen gegen süddeutsche Liga- oerrine ihre Spiesttärke zur Genüge bewiesen hat wün­schen wir, daß sie in diesen beiden auserwählleu Treffen gute Resultate erzielt. (457

Amtlicke Anzeigen.

Bei ben baupolizeilichen Schlußabnahmen von Neu­bauten nach Bauorbnung HI ist streng barauf zu achten, baß bie Bestimmung bes § 42 Abs. 3. betreffend) ben Feuerschutz an Schornsteinen in ben Dachräumen, bk- fofqt ist. Die hier vorgeschriebenen Sicherungen werben auf bem Lanbe in ben allermeisten Fällen verlangt wer­ben muffen, weil bie Dachböben ber länblicheo Wohn­häuser fast stets zur Lagerung von Heu unb Stroh be­nützt werben.

Auch in ben bestshenben älteren Wohnhäusern müs­sen biefe Sicherungen vorhanben sein, bezw. nachträg­lich angebracht werben. Die Ortspolizeibehörben haben sich bauernb hiervon zu überzeugen, was gelegentlich ber Brandschau (Feuervisitation) geschehen kann. (A. IIH 1299.)

Kassel, den 28. Februar 1921.

Der Regierungspräsident: 3. SB. Lew alb.

Wirb veröffentlicht ~

Fu 1 ba, ben 21. März 1921.

Der Lallbrak. 3. SB.: Frhr. v. Gagern.

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Der katholische Gruß

in der katholischen Schule.

Man schreibt uns:

lieber bie Betz utung des kathol-fchen Grußes bei der Crziehrrg des christlichen Kindes kann man einen um» fangreichen Aufsatz schreiben und über eine Frage roiit) man deshalb lange nuchsir.nen, nämlich über dir Frage:Was für ein Vorgang muß sich m der Seele eines katholischen Bugen bbilbners vorher ab­gespielt haben, wenn er es wagt, den ihm antoertrauten unschuldigen Klemen zu verrr gitn, ihn brim Eintritt m das Schulzimmer am frühen Morgen mit dem von j e - her gewohnten kcrthoi.fchen Gruße zu begrüßen! Es ist leider nach dem Kriege in einigen katholischen Gemeinden des Fuida-er Lmvoes festgcstellt worden, daß Dolksschullehrer besonders eitrige jüngere eines Ta­ges diese Älehrwüidige Sitte m ihrer Schulklasse abge- fchafft haben! An einem solchen traurigen Tage sind Schulkinder nach Hause gekommen und haben mit Tränen m den Augen ihren Eltern erklärt:SÖJtr dürfen m der Schule dem Herrn Lehrer nicht mehrGelobt sei 3esus Ehristus" sagen, wir sollenGuten Morgen" sagen!" Unwillkürlich treten da mahnend und warnend die folgenden Worte des Weltheilandes vom /Palmsonntage vor die Seele:3ch sage euch, wenn diese schroeigen, werden die Steine reden" und das andere schöne Wort des göttlichen Kinderfrsundes, das er zu den Pharisäern

Zahnpulver und Zahn patt a Nr. OQ 44 die toiffen'diaftn* erprobten Rabnvfieaenntte! «*«,»> na* finbnarit Bur* "Pronerte <«. «t. Steuer.

früheren Truppentibungsplaye Wegscheibe bei Orb zum Zwecke des Betriebes eines Kinberer- holungshetmes erwoiben. Die Wohltaten dieses Unternehmens tollen jedoch nicht nur Der Frankfur- ter Jugend, jonbern auch weiteren Kreisen zugute kommen. An bie Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda, Homburg und Höchst ist der Franksurter Verein herangetrelen, zur Durchführung bes Kinderdtlfewerkes die Mitgliedschaft an dem zu gründenden VereinErholungsstätte Wegschetde" zu deteiliaen.

** Mtzenhaufeg. Ein sehr gut erzogenes Huhn besitzt eine Familie in der Mühlstraße. Das Tier steigt regelmäßig die Treppen hinauf, um dort sein Ei vor die Tür zu legen und sich dann wieder mit lautem Gegacker zu den anderen Tieren aus dem Hof- zu begeben.__________

verrmMes.

* Hauptmann v. Kessel freigesprochem Der Mein- eibsprozeß gegen den früheren Hauptmann v. Kessel, der int Marloh-Prozeß unter Eid ausgesagt hatte, daß er an der Flucht Marlohs nicht beteiligt sei, wurde von dem Berliner Schwurgericht beendet. Die Schu.^- sragen lauteten auf Anstiftung zur unerlaubten Ent­fernung unter Mißbrauch der Dienstgewalt, Meineid und Herausforderung zum Zweikampf. In der Be- grünbung der Anklage ging Staatsamvattschafts- rat Gerlach auf die Ergebnisse der Be­weisaufnahme im einzelnen em und faßte seine Mei­nung dahin zusammen, daß die beiden Schuldfragen auf Beihilfe zur unerlaubten Entfernung zu bejahen seien, desgleichen die Frage des Meineids, ebenfalls aber auch die ber mildernden Umstände, da der Ange­klagte sich durch die Angabe der Wahrhett zwetfe-los eine strafrechtliche Verfolgung zugezogen hatte. Der Verteidiger Rechtsanwalt Alsberg, suchte auf Grund der Beweisaufnahme nachzuweisen, daß der Eid des Angeklagten in keiner Beziehung anzutasten sei. Nach einstündiger Beratung kamen die Geschworenen zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte o. Kessel des Meineids und der Anstiftung Marlohs zur un­erlaubten Entfernung für nichtschuldig befunden. Er ist dagegen schuldig der Herausforderung zum Zwei­kampf mit Waffen. Er wurde also hinsichtlich der ersten Anklagepunktt freigesprochen, wegen der an den Pfarrer Lic. Rumpp ergangenen Herausfor­derung zum Tuest unter der Berücksichtigung, daß er schwer gereizt worden war, zu nut einer Wache Fe­stungshaft verurteilt, die als verbüßt gilt.

* Der Entführer vcsSenaroc Schröder" ver­haftet Der Matrose Heyve, der tm April 1920 mit oelfershelfern den Cuxhavener FischdampferSenator Schröder" nach Sowjet-ußland hinüberleitete, wurde mit dem DampferVigo" nach Hamburg gebracht und für verha tet erklärt. Wie seinerzeit gemeldet, meuterte am 21. April des Vorjahres ein Teil der Mannschaft an Bord desSenator Schröders", setzte Die anDers gesinnte Beiatzung fest unD lief mit dem Schiff die Murman-Küste an, wo der Hamburger Danipser den Bolschewisten in Die HänDe geipielt wuiDe. NachDem man lange Zeit von den Haupt- ichutdigen nichts gehört hatte, ist jetzt Der Seemann Heyde, der als einer der Haupttäier bet ber Meuterei