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Druck der Fuldaer Aetieudruckerei i« Fuldi»

Samstag, März 1921.

Zweites Blatt

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Das in Aussicht genommene Umlogeoersahr en wird nach unserer Ueberzcugung in dieser Beziehung nich: den Erfolg haben, den die freie Wirtschaft bringen wurde, zu- mal das Umlageoersahren z. T. unüberwuÄliche techmsche Schwieriakoften bieten wird. Soll jedoch dres Verfahren zur Einführung gelangen, so muß bet ter Festsetzung der Umlage die Größe der Betriebe, die Ertragsfchigkeit des Bodens der betr. Gegend und der Diesjährige Anbau grundlegende Berücksichtigung finden." _

Die Kosten der Zwangswirtschaft und auch me zu erwartenden Kosten des Umlage verfahrens ftihen in gar teinem Verhältnis zu der dadmch erfaßten Ge- rreidLtnenge. Das Umlageverfahren wird bis in die kleinste Gemeinde hinein einen solch umfangreichen Beamten- und Kantrollapparat erfordern, daß es zweck- mäßiger wäre, diese ungeheuren Kosten zur Dermllt- gung des einzuführenden Auslattdsgetrekdes oder der Düngemittel zu verwenden. Auch im Interesse der Staatsautoritäi wird es liegen, dir Worte dieser Man­ner der Praxis, die genau die tatsächlichen und psycho­logischen Wirkungen des geplanten Zwangsverfahrens vorausfehen, nicht unbeachtet zu lasten. Das Fiasko, welches das Hafermr,lageverfahren brachte, sollte zu denken geben und zu den sorgfAtigsten Vorausberrch- mmgen hinsichtlich aller aufzuwendenden Kosten u. der technischen Durchführungsmöglichkeit veranlassen. Wenn jedoch das Umlageoersahren im nächsten, Erntejahr Anwendung finden soll, so muß man bei der Fest­setzung der Umlagemengen pro Hektar nicht nur die Größe der Betriebe, sondern mich die Ertrags- sähigikei! Les Bodens der betreffenden Gegend und den wirklichen diesjährigen Anbau grundlegend berücksichtigen. Selbst Verbraucher sehen dem Umlage- verfahren skeptisch entgegen und wohl nur Wucherer und Schieber würde die völlige Freigal» der Getreide­bewirtschaftung rückhaltlos betrauern.

sich und man kann nur bedauern, daß auch diese Ent­wicklung so langsam vor sich ging.

Küsierd!enst-'Orgnnistendienst-Schnldienst.

Folgendes diene zur Erwiderung auf die Einwen­dungen, die in Nr. 58 vom 11. März gemacht werden gegen die von mir in der F. Ztg. dargelegte geschicht­liche Entwicklung der ersten Lchrerstelle mit der Küster­stelle in den alten Pfarreien um Fulda, die ihren Ursprung bis ins 9. und 10. Jahrhundert hinauf be­glaubigen können. Der Vorwmf der Einseitigkeit ist als unrecht zu bezeichnen, und er wäre wohl auch sicher nicht so vorschnell erhoben worden, wenn man genau festgehÄten hätte, daß der Artikel in Nr. 52 vom 5. MärzKüsterdienst Organistendienst Schul­dienst" eben nur diePfarrlchrerstelle", rme jede Pfarrei um Fulda nut eine einzige hat, ins Auge faßte.

DiesePfarrlchrerstelle" oderKüster- und erste Lehrerstelle" ist eine Einrichtung der Kirche und be­stand schon Jahrhunderte früher als Küsterstelle, ehe man an eine politische Gemeinde, Schulgemeinde und an eine Lehrerstelle auch nur annähernd in unserm Sinne denken konnte.

Aus der Geschichte der Pädagogik kann man ganz deutlich ersehen, daß wir im 20. Jahrhundert be­dauern dies sehr bis zum 19. Jahrhundert das Schulhalten in den Landgemeinden in vielen Gegen­den ein unbedeutender Nebenverdienst war und mit unserm heutigen Schulbetrieb äußerst geringe Aehn- lichkeit hatte. Im Fuldaer Land setzte eine allerdings schwache Reform schon unter FürMfchof Heinrich VHI. von Bibra (17591788) ein; der Weg zur Erziehungs­schule aber wurde der Volksschule allgemein erst nach 1800 durch Pestalozzi, den Vater der Volksschulpäda­gogik, dann durch Harnisch, Diesterweg usw. gewiesen.

Hieraus folgt nun zweifellos, daß in den ganz alten fuldifchen Pfarreien die Eirckünste der einen un- ersten Schulstelle, Me vor 500, 800 und 1000 Jahren als Küsterstelle von der Pfarrgemeinde gegründet wurde, auch für diese Küsterstelle bestimmt worden sind, da ja von einer Lehrerstelle in unserm Sinne noch gar nicht die Rede sein konnte.

Sollten jedoch Teile der Dotation erst m späteren Jahrhunderten hinzugskommen, aber Zeit, Zweck und Ursprung nicht mehr festzustellen sein, so muß auf Grmtd des geschichtlichen Beweises für die Entwicklung der ersten Lehrerstelle aus der Küsterstelle der allge­mein anerkannte Rechtsgrundsatz der praesmnptio iuris Anwendung für die Pforr gemeinde finden, d. h. es muß dieser, die aus einem oder mehreren, Dörfern bestehen kann, bis zum Bewerfe des Gegenteils durch die andere Partei die Dotation als aus kirchlicher Quelle herstlmnnend zugewiesen werden und nicht der Schul­gemeinde oder der pol. Gemeinde. Deshalb hat die Kirchengemeinde (Kirchenvorstand, k. G.-Dertrvtung n. Bisch. Behörde) nW nur das Recht, sondern sogar die strenge P f bi ch t, ihren Anspruch auf die ihr zu- stehenden Vermögensteilerückgratfest" geltend zu machen, selbst wenn es die ganze Dotation wäre". Den Vorschlag, in Zweifelsfällen einfach zu halbieren, müs­sen wir als eine sehr bequemeLösung" bezeich­nen, die aber mit 8 9 des Gesetzes vom 20. Juni 1875 die Mitglieder des Kirchenvvrstanbes hosten für die SorgM eines ordentlichen Hausvaters" schlech­terdings nicht vereinbar ist unb jedem Rechtsbewutzt- svin widerspricht. Der Jrchaber der ersten Schulstelle, die mit Kirchendienst verbunden ist, hat bei der Aus- einandersetzung, die Sache der Aufsichtsbehörden ist, nichts an Einbuße zu befidchten; durch das D. d. G. vom 17. Dez. 1920 ist ja die Lchrerbesoldung sicher- gestellt, unb wenn z. B. kirchl. Grundstücke rechtlich an die Kirche zvrückgegebeu weichen müssen, so mag dies (heute besonders) wehe tun, aber das Recht ver­langt es so, und die Kirche kann dos Gnmdstück dem Organisten wieder verpachten. Daß mit der besieren Vorbildung auch die soziale und damit finanzielle Stel­lung eines Lehrers fich heben mußte, ist selbstverständ-

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Das Rätsel -er Sparsamkeit.

Aus parlamentarischen Kreisen schreibt man uns: Das Sparsamkottsproblem im Reiche scheint immer schwierige: und verwickeüer zu werden. Wir wi.sen, daß der Sparsamkeits-Diktator Carl schetterk; er hat den Berliner Staub von den Füßen abgeschüttett und ist wieder nach Hamburg zurückgekehrt. Unter dem passiven Widerstand der Reichsämter selber sind seine Plärre gescheitert. Ueberall war dort das Motto: Der Bruder Carl fängt an, mir sürchterlich zu wer­den!" Wetter gekommen ist man auch dmch die viel­fachen Lrrhandlimgen über diese Frage, die inzwischen ftattaefunden haben, nicht. Der Reichspräsident Ebert hat sich einen Bericht erstatten lassen, die Minister ien haben sich dazu geäußert. Man hat ein Bündel Akten verschrieben, und die ganze Geschichte hat mehr Geld gekostet, als jemals aus ihr herauszuwirtschaften ge­wesen wäre. Nun hat sich auch noch der Reichsrat mit der Sache befaßt, es hat sich dabei folgendes ergeben: Grundsätzlich wurde anerkannt, daß eine einzelne, wirk­lich energische durchgreifende Persönlichkett in dieser Frage vielmehr leisten könne, als eine Kommission, wie fk nach dem Ausscheiden des Sparsamkeits-Kom­missars gebildet worden war. Statt aber aus dieser Erkenntnis nun die entsprechenden Folgerungen zu zie­hen, hat de: Reichsrat nicht nur die jetzige Kommission belassen, sondern sie noch um zwei weitere Mitglieder, unb zwar aus dem Reichsrate vermehrt und sie dadmch noch stärker in ihrer Bewegungsfreiheit behindert.

Es scheint wirklich, als wenn das Sparsamketts- problem ein unlösbares Rätsel sei. Wir beiabachten das auch an den verschiedenen Positionen des Reichs­haushaltes. Es haben sich da in den jimgsten Bera­tungen des Reichstages ganz ergötzliche Dinge heraus- gestellt. Statt eine Beamtenverminderung, von der so viel geredet wmde, dmch zweckentsprechende Maß­nahmen herbeizuführen, greifen immer wettere Ver­mehrungen Platz. Ein Beispiel für viele: Das Neichswanderamt, dessen Tätigkeitsgebiet unter den jetzigen Verhältnissen doch äußerst begrenzt ist, und das im Grunde eigentlich gar keine Existenzberechtigung hat, war noch im vorigen Jahre im Besitze eines Direktors, jetzt sind es auf einmal drei Direktoren ge­worden! Nunmehr sollen diese zwei Direktoren wie­der abgeschasst, aber durch 2 Oberregierungsräte ersetzt werden! Die Sache kommt also daraus hinaus, daß zwei Beamte, die irgendwo bequem umergebracht sein wollten, auf diesem, übrigens heute nicht mehr ungewöhrÄichen Wege zu ihrem Ziele kommen! Wie gesagt: Ein Beispiel für viele, für Hunderte! Es wird nachgerade wirklich zu einer Preisaufgabe, dieses Sparsamkettsrötsel zu lösen!

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Die vier Fragen des Herrn r. ttn ersten Abschnitt sind hiermit erledigt oder als überflüssig zu bezeichnen.

Was die Ersatzkräfte fiir den OrganisteMenst be­trifft, so hat sich der Kreis der in Betracht kommenden musikalisch bildungsfähigen Personen selbst bis in kleine Ortschaften hinein stark erweitert. In größeren Pfar­reien wie Köln, Münster und auch Paderborn ist es ja auch schon vielfach erreicht, daß Organisten aus an-

Berufen im Neben- oder Hauptamt angestellt Was dort bereits Tatsache ist, kann auch bei uns

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Die Getreidebewirtschaftung

durch Umlageverfahren.

Bon Dr. phil., Dr. jur. Kayser, Geschäftsführer der Bereinigung der deutschen Bauernvereine, Berlin.

Der Unterausschuß für Lwcdwirischast und Ernäh­rung im ReichsWirischaftsrat hatte eine Neuregelung der Getreidebewirtschaftung im Wege des Umlage- versahrens vorgeschlagen. Eine neuzubildende R-nch-zcntralstelle für Getreide sollte im Wege des Umlageoerfahrens eine für jeden Hektar de: mit Brot­getreide angebauten Flüche festzusatzende Menge er­fassen und den dafür zu zahlenden Preis bestimmen. Die Umlage sollte vor Beginn der Ernte durch Seibst- verwaltungskörper bestimmter Bezirke festgesetzt wer­den. Für die Umlage aus der Ernte 1921 sollte die Anbaufläche des Jahres 1913 maßgebend sein.

Diese Vorschläge hat der wirtschaftspolitische Aus­schuß des Reichswirtschaftsrats abgelehnt. Dagegen hat die Besprechung der Ernähmngsminister in Mün­chen zu dem Ergebnis geführt, daß eine Umlage bis zu etwa einem Dur chschnitt von 4 Doppel­zentnern je Hektar der Gesamtanbaufläche von Wei­zen, Roggen, Gerste und Hafer auferlegt werden soll. Der Rest soll dem freien Handel zur Verfügung sichen. Der Reichstag wird also voraussichtlich demnächst zu der Frage des Umlageverfahrens Stellung zu nehmen hochen.

Die Vertreter der deutschen Bauernvereine haben in ihrer Sitzung vom 25. Februar, an der eine große Anzahl Abgeordneter der bürgerlichen Parteien teilnahmen, eingehend die Frage der Neuregelung der Getreidebewirtschaftung besprochen. Es kamen dabei hervorragende Ernährungspolittker und Landwirte zu Wort, die der Frage nicht vom grünen Tisch aus näher traten, sie vielmehr als Männer der Praxis, losgelöst von parteipolitischen Wünschen, betrachteten. In allen Reden wurde zum Ausdruck gebracht, daß nur die völlige Freigabe der Getreidebewirtschaftung zu einer ausreichenden Förderung der Getreideproduk­tion und Getreideabgabe führen könne. Die Ansicht der Versammlung wurde in nachstehender Entschlie­ßung zum Ausdruck gebracht:

Die deutschen Bauernvereine sind der Ueberzeugung, daß grundsätzlich nur die Freigabe der Getreidebewirt- schostung zu einer ausreichenden Förderung der Getreide- Produktion führen kann und nur diese geeignet ist, uns in der Brotversorgung vom Auslände allmählich immer mehr unabhängig zu machen. Außerdem stehen die für die Getreideh ewirtschafttmg aufgewandten Kosten und d« durch die Bewirtschaftung hervorgerufenen Störungen des Wirtschaftslebens und der Produktion in keinem Verhält- ms zu her geringen Getreidemenge, die heute tatsächlich erfaßt wird. Die grundsätzliche Selbständigkeit Deutsch- fanbs in der Brotgetreideversorgung der deutschen Be­völkerung und damit Besserstellung der Ernährung des deutschen Volkes ist aber die Grundlage für den Wieder­aufbau unseres Wirtschaftslebens. ________

mit und ohne fiK .M Lackkappe, von «6 an

* Explosion eines Munitionslagers. In Ingol - i a d t ist beim Zerlegen von Granaten ein aus Stein gebautes Munitionslager in die Luft ge­logen. 14 Tote, darunter drei noch unter den Trmn- nern, sowie 5 Schwerverletzte sind zu beklagen. Unter den Toten ist ein Vater mit seinem Sohne sowie ein 74jähri^r Arbeiter.

* 25-Meler-Sturz eines Automobils. Nach einer Meldung aus Ferrol (Frankreich) ist ein Automo­bil mtt 10 Personen 25 Meter tief in einen Schacht ge­stürzt Der Motor geriet in Brand. Alle Reisenden wurden schwer verletzt. Der Chauffeur ist wahnsinnig geworden. ___________

MrischaflspoMsche Mitteilungen der Handelskammer in Fulda.

Deuts ch-niederländischer Güterver­kehr. Für die auf niederländischem Gebiet gelegenen deutschen Strecken: Kaldenkirchen-Straelen, Grenze- Denlo und Bocholt-Borken (West), GrenzeWinterswyk und umgekehrt werden vom 1. Avril 1921 ab die Frach­ten nach den niederländischen Binnentarifen erhoben. Dom gleichen Tage ab scheiden die Stationen Venlo K. M., Venlo (lrh.) und Winterswyk aus sämtlichen Tari­fen als deutsche Derbandsstationen aus und gehen in den deutsch-niederländischen Verbandsgütertarif als nieder­ländische Verbandsstationen über.

Einrichtung d euts ch-nied erl ändi s ch er Einigungsstellen Nach langwierigen Verhand­lungen, die im Auftrage der Vereinigung von Handels­kammern des niederrheinisch-westfälischen Industrie- bezirks die niederrheinische Handelskammer Duisburg- Wesel zu Duisburg-Ruhrort mit der Niederländischen Handelskammer für Deutschland über die Einrichtung zwischenstaatlicher Einigungsstellen geführt hat, ist eine Vereinbarung über den Vertragstext in der letzten Woche erzielt worden Außer von der niederländischen Handelskammer für Deutschland ist der Vertrag inzwi­schen von der Niederrheinischen Handelskammer Dms- burg-Wesel unterzeichnet worden. Da zu erwarten ist, daß die anderen Kammern der Vereinigung noch tm Lause dieses Monats ebenfalls formell ihren Beitritt er­klären werden, so könnten die Einigungsstellen, die auf schriftlichen Antrag beider rechtsuchenden Parteien auch als Schiedsgericht endgültig und unter Ausschluß des Rechtsweges den Streitfall entscheiden können, ihre Tä­tigkeit voraussichtlich im Laufe des April aufnehmen. Je eher dies geschieht, um so bester, denn eine größere An- zahl von Anträgen liegt schon vor. Das deursche Sekre­tariat wird bei der Niederrheinischen Handelskammer Duisburg-Wesel zu Duisburg-Ruhrort, Fürst Bismarck- fttaße 44, eingerichtet, von dem alle näheren Auskünfte zur Sache gerne gegeben werden.

Moratorium für Bulgarien. Das Aus­wärtige Amt bringt zur Kenntnis, daß feit dem ersten Balkankriege ein Moratorium besteht, das seither noch nicht aufgehoben wurde.

Unterzeichnung der Avise im Eisen- bahngüterverkehr. Da in letzter Zeit vielfach die Avise (Benachrichtigungsschreiben) nicht von den dazu berechtigten Personen unterschrieben werden, wird drin­gend daraus aufmerksam gemacht, daß solche Avise sei­tens der Güterabferttgungen zurückgewiesen werden. Für Firmen hat entweder der Inhaber oder mit üblicher Kennzeichnung der Prokurist zu zeichnen. Firmenstem­pel genügen nicht, ebenso ist die Unterzeichnungfür" usw. unzulässig. Die zur rechtsgülttgen Zeichnung be­fugten Personen müssen den Güterabfertigungen be­kannt gegeben werden.

Nach einer Meldung des(Sortiere della Sera" hat der italienische Ministerrat am 19. Februar grundsätzlich beschlosten, Artikel 18 des Vertrages von Versailles solle in Italien auch dahin ausgelegt werden, daß das Recht der Beschlagnahme von Gütern von Staatsange­hörigen von früher feindlichen Staaten nicht dasjenige ausländische Eigentum mit einbegreife, das erst nach dem Uebergang zur Friedensperiode entstanden ist.

Nachdem der Entwurf eines Wirtschaftsabkommens zwischen Deutschland und Jugoslawien vom Ministerrat des letzteren Landes nicht genehmigt fit, bleibt die Gestaltung der gegenfeitigen Handelsbezieh­ungen zweifelhaft, insbesondere auch ob Jugoslawien au: das Recht der Beschlagnahme deutschen Besitzes nach § 18 des Versailler Vertrages verzichten wird. Bei Lieferung nach dort wird sich daher Vorsicht empfehlen (Vorausbezahlung oder sonstige Sicherheitsstellung).

Einrichtung eines deutsch-ö st erreich i- schen Abrechnungsverkehrs. Oesterreichifche und bayerische Interessenkreise verhandeln in München über die Errichtung einer deutschen Handelskammer in Wien, deren nächste Aufgabe darin bestehen foö, einen Abrechnungsverkehr zwischen Deutschland und Oesterreich in die Wege zu leiten. Es soll zu diesem Zweck der in Wien bestehende Reichsdeutsche Industriellenverband in eine deutsche Handelskammer in Wien umgewandelt werden, um benfetben zu einer großen unb finanzkräf­tigen Organisation auszugestalten. Die deutsche Kammer toirb dann in München eine Generalexpositur errichten unb auch in anberen großen deutschen Handelsstädten durch Nebenstelle. Als bann will man infolge bes ber- zeitigen deutsch-österreichischen Kronenexportverbotes diese deutschen Stellen mH Wien in einen Clearing-Ad- rechnungsverkehr bringen, wodurch die österrÄchifchen Abnehmer in die Lage versetzt werden, ihre Waren zu einem weit billigerem Kurse bezahlen zu können.

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