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5b.

Mittwoch, 9. März 192L

* Fuldaer Leitung

Druck der Fuldaer Aelieudruckerei iu Fulda

M-ssenüvertrttt zn den christlichen Gewerkschaften. I

Die derBayerische Kurier" meldet, sind in den I Regierungsbezirken Schwaben und Mittel- Banken die Arbeiterschaften verschiedener Fabriken forrr.e der einzelnen Arbeiterverbände geschlossen von I jen sozialdemokratischen zu den christlichen Ge» I perkschaften überg«treten.

Zur richtigen Beurteilung dieser Meldung muh I gtan wiflen, daß vor kurzem in Schweinfurt ein vom ^ialdemokratiscben Metallarbeiterverband geführter Streik fta'tgefunden hat. der, wie der sog. Steuerstreik in Württemberg, mit einer vernichtenden Niederlage her Arbeiterschaft endete: Teilweise Kürzung der Stunden- und Akkordverdienste, Schmälerung der Ar- -eiterrechte, Beschneidung der Arbeits- und Verdienst- Möglichkeit, Brotlosmachung von vielen Hunderten - Arbeitern, Verschuldung der Arbeiterschaft, Steige- ' rung der Machtposition der Arbeiterfeinde. In ge« radezu verbrecherischer Weise ist auch in diesem ge» tvisienlosen Streik seitens des sozialistischen Metakl- arbeiterverbandes mit den Interessen der Arbeiterschaft ' umgesprungen worden, so daß selbst dem sozialdemo­kratischenFränk. Volksfreund" die Sache zu toll war und er angesichts des 17 Millionen Mark betragenden V e r d i e n st a u s f a l l e s und der an- deren, dem Streik zur Last zu legenden unermeßlichen Schäden schrieb:

Dieses Ergebnis hat die große Mehrzahl der Ar­beiter, die durch einsichts« und verantwortungslose Füh­rung in den Streik getrieben wurden, nicht verdient. Streiks sind schon öfters verloren gegangen, aber mit einer solch sicheren Aussicht auf Mißlingen ist wohl kaum ein Streik in diesem Umfange begangen worden. Stutt­gart war ja ein Schulbeispiel, an dem hätte man lernen können, wenn diese schwadron'errndenFüh­rer" zum Lernen fähig wären. Solch Eisenbart­kuren wirken aus die Dauer lähmend auf die Masie, schwächen die Organisation und hemmen den Befreiungs­kampf der Arbeiter."

Die jetzt durch die Erfahrung klug geworden, massenhaft zu den christlichen Gewerkschaften überge­tretenen Arbeiter haben die Lage richtig erfaßt und sich von jenem Drucke freigemacht, der bald nach Aus­bruch der Revolution von feiten der sozialistischen Ge­werkschaften einsetzte, um mit Gewalt die Arbeiter­schaft in die sozialistische Organisation zu zwingen. Man sieht überhaupt seit einiger Zeit, daß viele christ­lich gesinnte Arbeiter, die sich falsch organisierten, zu den ihnen innerlich nahestehenden christlichen Gewerk- schäften übertreten.__

aus dem Nachbargebiet.

X Poppenhausen. Von außerordentlichem Fagdglü ckwar der Fischereibesitzer und Iagdpächter Clemens Krönung von der Hornmühle begünstigt. Auf eifriger Suche nach Wildschweinen, die in seinem Revier be anders großen Schaden anrichtcten, stieß er am Morgen des 3. d. Mts. auf zwei dieser Schwarz­kittel, einen starken Kei er und eine mitielschwere Bache. Ein Postenschuß aus geringer Entfernung warf letztere auf die Schwarte, während der alte Keiler mit einer Kugel t'ef weidwund klagend abging, aber nach kurzer Flucht znsammenbrach. _Setbe Stücke wogen zu am men ca. 350 Pfd. Herr Krönung hat den erlegten Keiler zu einem billigen Preise bcr einheimischen Bevölkerung überlassen, um auch Minderbemittelten den Genuß vieles in hiesiger Segend seltenen Fleisches zu ermöglichen. Dem »raven Jäger, zielsicheren Schützen und unermüdlichen Beihmann ein klüftiges We dmannsheil!"

fpd Frankfurt a. Ist. Der seit mehreren Wachen währende Streik in den Herrenkleider­fabriken dürfte beendet werden. Das Reichsar­beitsministerium hat Vergleichsverhandlungen «ingelri- tet, die ein günstiges Ergebnis für beide Teile verspre­chen. Die Arbeit wird wahrscheinlich am Mittwoch wieder ausgenommen werden.

mc Frankfurt a. M. Mit Ende der vorigen Woche ist ein abermaliger Preis stürz infrischen Seefischen eingetreten, der sich in der Stadt un­gemein wohltuend bemerkbar macht. Es werden Schellfische zum Braten schon für 1 M in allererster Qualität angeboten, Kabliau sogar in den Filialen eines großen Lebensmiitelgeschästes für 0,90 JL Auch die besseren Seefische sind sämtlich im Preise nicht un- beträchtlich gefallen, sodaß FI s che eben das w o h l - feil st e Nahrungsmittel sind, zumal sie durch besonders eingerichteten Eildienst tadellos frisch auf den Markt kommen.

Der König der Dolomiten.

Dolksroman von Felix Nabor.

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Die Sarnersleute erhoben sich, um dem Pfarrer mit­zuteilen, was ihnen Andreas Pallanla oufgetragen hatte, aber ehe sie dazu kamen, hatte der Pfarrer bereits die Prozession wieder geordnet und begann die große 2t- tanei zu allen Heiligen:Herr, erbarme dich unserl Christus, erbarme dich unser! Gott Vater Im Himmel* Erbarme dich unser!" antwortete die Gemeinde und zog hinaus zur steilen Höhe, zum Kreuz am Firn.

4.

Einsam, in stiller Majestät, von Wind und Detter ge- bleicht, aber von der Sonne vergoldet, ragte da« mach- tige Firnkreuz zum Himmel empor und grüßte mit weit ausgespannten Armen die Berge und das schöne Land Tirol. Mancher Wanderer, der über die Paßhöhe nach Süden schlitt, habe zu Füßen dieses Kreuzes Trost für Me bedrängte Seele gefunden; manchem war es im Schneegestöber oder Lawinendcnner, im Gewittersturm »der im Dunkel der Nacht ein rettender Hort geworden, eenn er vom rechten Wege obgeirrt und in Gefahr ge­raten war, in den tiefen Abgrund zu stürzen, der in unmittelbarer Nähe wie ein Höllenschlund gähnte.

Da viele diesem Kreuze das Leben verdankten, wurde ts in der ganzen Gegend hoch verehrt, und die dank­bare Gemeinde Galan mochte in jedem Frühjahr, so- »ald der Weg frei mar, eine Wallfahrt zumKreuz am 8'rn", das so genannt wurde, weil unmittelbar bei dem Ktnen Plateau, auf dem sich dar Kreuz erhob, dos Ett* Firnfeld mit seinen Gletschern und seinem ewigen Schnee begann und sich unabsehbar bis zu den vereisten Berggipfeln empcrftrecfte.

Eine wunderbare Ruhe herrschte auf der einsamen Paßhöhe. Auf dem Raten, der sich zu Füßen des Kreuzes tote ein grüner SomtUpplch ausbrcltete, sch'» gen etliche Enzionblüten ihre tieidunklen Augen auf, und ein goldene, Himmeleschliisielch'.n streckte seine zarte Knospe der Sonne entgegen; sonst ist ringsum alles er. starrt und tot und still Die Waffen Felszinnen im weiten Kranz i(f)auen wie bärtige Riefen, mit Eiszapfen en Brauey «nb Lippen. auf das Kreuz»ehe» v*1' das

vermischtes.

Kein Speisewagenverkehr. Der Streik bei der Mftreleuropäischen Schlafwagen- und Speisewagen- A.-G. (Mitropa) hat eine wesentliche Verschärfung er­fahren. Unter dem Ausstand hat besonders das jeU sende Publikum zu leiden. Denn zum größten Teil sind aus den D-Zügen die Speisewagen ausrangiert worden, und auch in den wenigen Sögen, die noch mit Speisewagen fahren, wird die Verpflegung der Reisenden nunmehr unmöglich gemacht, da der Trans­port von Lebensmitteln an die Züge unterbleibt. Nur in Zügen, die für Ententekommissionen bestimmt sind, lassen die Streikenden den Speisewagenbctricb zu.

Die Ratten in Amerika. Wie das Washingtoner Gesundheitsamt mitteilt, gibt es in den Bereinigten Staaten ebensoviel Ratten wie Menschen, d. h. rund 100 Millionen, die einen jährlichen Schaden an Le- bensmitteln von etwa 200 Millionen Dollar verur­sachten. Das Amt befürwortete die Veranstaltung einer allgemeinen Rattenmordwoche.

* Deutsche Kriegsschiffe als amerikanNche Zielscheiben. Die amerikanischen Kongreßau-schüsie für Armee und Ma- eine haben befchlosien, daß Versuche, Kriegsschiffe durch Flugzeuae bombardieren zu lasten, unternommen werden sollen. Die Versuche werden zunächst an neun ehemaligen deutschen Einheiten gemacht, unb zwar an einem Dr-md- nouaht. dem leichten KreuzerFrankfurt", drei Zerstörern und vier Unterseebooten. Die Versuche sollen zwilchen dem | 1. Juni und dem 15. Jul! stattfinden. Wenn diel- Schüfe nicht infolge des Bombardements durch die Fluazeuae sinken, wird em Gefchützfeuer gegen sie eröffnet, das sie zum Sinken bringt.

MMluvsen her WkWen MiwnBeiW.

8. Mär, 1921.

Betrifft Kartoffeln.

Der noch tw-fctmbene städtische Kartoffelbestand soll le ,um 15. März zu dem verbilligten Einheitspreis non 25 Mk. per Ztr. an die Einwohnerschaft abgegeben werden. Die Kartoffeln werden so ausgegeben, rob sie lagern. Der am 15. Mörz etwa noch vorhandene Rest- -ftnnb wird anderweit bestmöglichst verwertet: an He Devöl erung werden nach tiefem Termin feine Sarfoffdn mehr ousqcqebcn, wie überhaupt eine städtische Kartof- felversorguna, nachdem die ösfentsiche Bewirsichaftung aufgehoben ist und die Kartoffeln freigegeben sind, nicht mehr stattsirden wird. Die Restteständ» sollen in oben erwähnter Weise zu Gunsten der städtischen Verbraucher geräumt werden.

Anforderung und Bezahlung gegen Vorlage des Le­bensmittelausweises am Kartoffelschalter der Kartenaus­gabestelle.

Amtliche Anzeigen.

Schlachtvieh- und Fleisch' eschao.

Nach 5 20 und 21 A. D. 3. hat bei Ausführung der Fleischbeschau die Anmeldung zur Schlachtviehbeschau und zur Fleischbeschau bei dem Beschauer zu erfolgen, in besten Bezirk die Schlachtung stattfinden soll oder stattgefunden hat. 3m § 17 Absatz 1 B. B. A. ist wei­terhin vorgeschri-ben. daß die Beschau möglichst im An­schluß an die Schlachtung stattfinden muß.

Aus diesen Vorschriften geht heroor. daß die Schlacht­vieh. und Fleischbeschau nach Möasichkeit am O-t» der Schlachtung durch den für den Schlachtort zuständigen Fleischbeschauer zu erfolgen hat. Während der Kriegs­zeit hat dieser Grundsatz zur leichteren Durchführung der Zwanisbcwirtichaftung des Fleisches häufig durch­brochen werden müssen, weil es wünschenswert erschien, namentlich auch die notgeschlochteten Tiere sobald wie möglich den zentralisierten Schlächtereien zuzusühren. Die Beförderung der Schlachttiere hat dabei aber unter behördlicher Kontrolle gestanden, sodaß das Fleisch der Fleischbeschau nicht entzogen werden konnte. Obwohl die Zwangrbewirtschastung des Fleisches inzwischen auf. gehoben ist, ist es doch anscheinend auch jetzt noch ge­bräuchlich. die geschlachteten Tiere zur Ausübung der Fleischbeschau in andere Fleischbeschaubezirke, nament. sich vom flachen Lande in die Städte zu befördern Da hierbei aber die frühere behördliche Kontrolle fehlt, fiegt die Gefahr nahe, das auf diese Weise namentlich notgeschlachtete Tiere der Fleischbeschau entzogen wer- den, was deswegen einen Monberen Anreiz bietet, well das häufig minderwertige Fleisch dieser Tiere bei dem immer noch vorhandenen Fleischmangel leicht als voll- wertig in den Verkehr gebracht werden kann.

Diesen Mißständen muß mit allen Mitteln entgegen- gewirkt werden. 3m Einvernehmen mit dem Herrn Mi­nister für Dolkswohlfahrt ordne ich infolgedessen an, daß die Schlachtvieh- und Fleischbeschau künftig nur noch durch den für den Schlachtort zuständigen Beschauer erfolgen darf. Für den Schlachtart nicht zuständige Be- fchaiier haben die Beschau abzulehnen und die Schlacht- tterbesitzer mit ihren Schlachttieren an den Ort der Be­schau zurückzuverweisen. Ausnahmen hiervon können in dringenden Notfällen von der zuständigen Ortspolizei-

stlbrige Firnfeld beginnt in der Sonne zu flimmern und leife zu knistern, wenn sich eine Eisscholle aus feinem Panzer löst.

Plötzlich ein knirschender, stampfender Ton und das Klirren eisenbeschlagener Bergschuhe auf dem harten Fel». Ein Mann tritt aus dem Paß. Sein Blick bohn sich in das Kreuz stechend, falsch und scheu, aus nachtschwarzen Augen aufblitzend. Das ist der Blick des bösen Gewissens, der racheglühende Blick eines Ea­tans. Den Piratenmantel um die Schultern geschlagen, den Calabreser tief in die Stirne des bärtigen Dan- ditengesichtes gedrückt so kommt es aus dem F.lfen. tor geschlichen.

Lauschend bleibt er stehen . . . Deutlich vernimmt er von der Alm herauf den Gesang der Prozession: Sanfte Michael . .. Sanfte Gabriel . . . Saukte Ra- phaett . . .

Ein höhnische» Lächeln spielt um feine Lippen, und zornig ballt er die Faust.Maledetto! Nun muffen Safener sterben, weit haben Lorenzo in bunte! Loch gesperrt . . . und Haden doch nur bei dickes Wirt sechs silberne Löffel mitlaufen lasten. Verfluchte Nest! Soll Diovolo holen . . . tutti caputtt. Ah, wie werden belle Regina lacken . . ."

Er warf den Mantel ab, unter dem ein schmutziger Dudelsack steckte und entnahm besten aufgeblähtem Wo st eine Handvoll grau-schwarzer Kügelchen, die er vorsich­tig auf da» Gestein außerhalb des Rasens legte. Ein gröbere» Stück, einem Ei ähnlich, legte er in eine Der- tiefung hinter dem Kreuze und wickelte die dünne, schwarze Schnur ab. die daran befestigt war . . . Dann bebetf'e er sie, rückwärts kriechend, mit Steinchen, lauichck auf den näher kommenden Gesang, nahm Dudelsack und Piratenmante' wieder an sich und setzte das Ende der Zündschnur in Brand. Gin leises Zischen und Kni­stern und langsam kroch der rote fjunje, einem Glüh­würmchen gleich, bin zum Kreuze . . .

Der Welsche sprang auf. stieß ein heiseres Lachen aus und verschwand wie ein Schatten in dem dunklen Festentor de» Pastes.

Wenige Augenblicke später erschien die Spitze der Prozestion auf der Paßhöhe die Lugend voraus. 3n ihrer Freude vergaßen die Kinder von Satan den frem- men Zweck bcr Wallfahrt und überließe.. siH der Frei.

beit, die auf den Bergen wohnte. Es gab auch gar zu Herrliches h'er oben; die köstsichste B'ume der Berge, das Edelweiß, lockte, und sie zerstreuten sich nach allen Seiten, um die v-elbegehrte Alpenblume zu pflücken und als Trophäe an den Hut zu stecken. So kam es, daß bcr Pfarrer mit den Ministranten und dem Wirt zur Alpenrose allen anderen voranschritten. Um nach dem anstrengenden Ausstieg noch etwas Atem zu holen, blie­ben sie stehen, ganz im Anblick der wunderbaren Alpen- pracht, die auf sie niederschaute, versunken. Don der Sonne bestrahlt, glänzte das Kreuz wie aus Go'?> ge­gossen, und auf seiner Spitze schien eine purpurne Flam- me wie ein heiliges Opferfeuer zum Himmel zu lodern.

Dem Pfarrer ging bei diesem wunderbaren Anblick ein altes Lied durch den Sinn, das er als Student in der schönen Bischofsstadt Brixen oft gesungen hatte:

Don Glorienlicht umflossen. Mit Rosen hell bekränzt. Steht hoch aut Fe'skolosten. Wo keine Blüte olä-zt, 3n klarer Lüste Wehen Ein Kreuz kühn aufgebaut. Das von den steilen Höhen Gar mstd hernioderschaut. . . .

Dem Wirt schien ein ähnlicher Gedanke durch den Kopf zu gehen und sich auf die Lippen zu drängen, er ging, wie von einer unsichtbaren Gewalt gedrängt, auf das Kreuz zu, als ob er ihm vor allen Dorfgenossen feine Ehrerbietung und Liebe bezeugen wollte, und die andern, van feinem Beispiele angezogen, folgten ihm auf dem Fuße.

Der Pfarrer, erfreut über diesen frommen Eifer, 13» chelte und griff nach der goldenen Kreuzpartikel auf seiner Brust, um bas Firnkreuz damit zu grüßen und die Berge und feine Herde zusammenzurufen und zu segnen. Er hob es hoch empor und sprach mit lauter Stimme die heiligen Worte: Benedictio Del omnipo- tentis, Patr's . .

Da aber erblaßte er, die heiligen Worte erstorben ihm auf den Lippen, feine Hände mit dem hoch erho. benen Kreuze sanken r>ie aelähmt herab, und er selber brach mit einem laute- Schrei des Entsetzens in die Italee ...Aiw x**^«*

behörde zuqelosten werden 3n diesem Falle hat bte Or'spolizeibehörbe bcs Schlachtortes die Or tspol>zewe- Hörde des Empfangsortes von dem Eintreffen der Schlachttiere rechtzeitig in KennMis zu setze.« und dem mit der Uebersührung der Schlachttiere Beauftragten eine Bescheinigung über die Genehmigung der lieber, führung au-zuhändigen. Diese Bescheimgung ist dem mit der Befchau am Empfcmxsorte beauftragten Tier­arzt oder Fleifchbeschauer vorzulegen. Nur auf Grund einer solchen Beschönigung sind letztere zur Vornahme der Be'chau berechtigt.

Sollen in einzelnen Fällen Ausnahmen von vor­stehender Regelung allgemein zugelassen werden, so ift hierzu die Genehmigung des Negierungspräsidenten ein.« zuholen

Tierärzten ober Fleifchbeschauern. die entgegen vor- stehender Regelung die Beschau ausüben an Tieren, die nicht in ihrem Beschaubezirk ge'chlachtet sind, kann die Berechtigung zur weiteren Ausübung der Fleischbeschau entzogen werden.

Berlin W 9, den 7. Sanuar 1921.

Ministerium für Condwirfichaft, Domänen o. Forsten.

3 V : Ramm.

Vorstehenden Erlaß bringe ich zur öffentlichen Kenntnis.

Die Ortspolizeibehörden haben die sorgfältige Beach­tung der getroffenen Anordnung zu überwachen.

Fulda, den 20. Februar 1920.

Der Canbrat. 3. D.: Frhr. v. Sagern.

S.-Rr. T. 1335.

Gelegentlich einer Flugübung mit Mlisikr-Driesta-ben am 19. Februar d. I. von Marbach nach Fulda ist icstge- stellt worden, baß auf die Tauben geschoßen worben ist, wenngleich nach dem Gesetz vom 28. Mai 1894. betreff;nb den Schutz der Brieftauben (R.-G.-DI. S. 463) es verboten ist, im Freien betroffene Brieftauben sich zuzueignen oder zu töten.

Ich brinae diesen Vorfall zur öffentlichen Kenntnis mit dem Ersuchen an die Bevölkerung, das evtl. Vorhandensein von militärbrieftauben, die sich verflogen haben, dem Ar» tilleriereciment 5 in Fulda mitzuieilen.

Die Tauben sind zu erkennen an einem mit M. B. ober N. A. oeze'chnrten Fiikring.

Fulda, den 27. Februar 1921.

Der Cant rat. 3. D.: F rh r. o. G a g e r n.

Die Bekanntmachung über die Doschränktmg der Her­stellung von sslesichkonserven und Wrslwaren vom 31. Sa­nuar 1916 (R.-G -Bl. S. 75) ift aufgehoben worden. Die Herstellung von Dauerwurst ift daher wieder erlaubt.

Fulda, den 4. März 1921.

Der Canbrat. 3. D.: Köhler.

Der preis für Petroleum beträgt zur Zeit noch M 7,25 das Liter.

Fulda, den 3. März 1921.

Der Canbrat 3. D.: Köhler.

Die in derFuldaer Zeitung" Nr. 31 und imFuld. Tageblatt" Nr. 35 bekanntoeo»benc Abgrenzung der Wahl- hezw. Stimmbezirke für die Wahlen zum prettß. Pcmbfane,

' 'u>!indtage (Kommunallandtage) und Kreistage findet auch V'" wiblcn zur Candwirsichaflskammer am Sonntag, )r;i 1 TT5t» b. 3.

Anwendung. .

Für die Stabt Fulda wird als M-lhlnorste^w- 'j-> Helmke. Hofspedsteur, und als Stellvertreter Ludwig Ries. (Rnffr-er-ibefiber. ernannt.

Als Wahllokal dient das Dienstzimmer des Einwohner­meldeamts (2. Schloßhof).

Die Wahlznt beo-mit um 9 Uhr vormittags und dauert bis 6 Uhr nachmittags.

Fulda, dm 28. Februar 1921.

Der Canbrat 5. V.: Frhr. v. Sagern.

Das Büro der Drmß. Sretakasse Fnlda und sttarsfeld ift im Laufe des Ciotsiahres 1921 außer den Sonn- nnb .Metlagett noch nm ilinsten Werktage vor dem Ersten der Monate 3uni, August. Sertember, No-emter, Februar. März und Avril, ferner am sechsten nnb fünften W-rktage vor dem Ersten der Monate Susi, Oktober tmb Sn-nnar und vom fünften Werktage an vor tem E-sten des Monats Mai «eschtaflen. Fällt der letzte Tag tes Montes auf einen Sonntag ober Feiertag, fo wird die Kasse stets um einen Tag früher geschlossen.

An den übrigen Taam 'st das Büro der Pveußischrn Kreiskasien vom 1. April bis 30. September von vormit­tags 8 Uhr und mm 1. Ok'obc bis 31. Mörz von rormit« tarn 8% Uhr bis mittags 1 Uhr behufs Abwicklung der Dienstgefchöfte geöffnet.

Fulda, den 4. März 1921.

preußische Sreiskossen.

Der Landwirt Andreas Coß von Müs ist als Orts- fchötzer für den Gerneindrbezirk Müs auf Widerruf bestellt und eidlich in Pflickiten nenommen worden.

Fulda, den 26. Febr. 1921.

Der Canbrat 3. D.: d. Sagern.

Sehe Person die das oberlchlesi'che Abftlmmungsgeblel zu betreten beabsichtigt, muß mst einem von Ihrer zustän­digen Heirnatbehörbe ausgestellten, mit dem Visum der französischen, diplomatischen ober Konsularbehörb« ver-

fehenen Paß ausgerüstet fein. Em Personalausweis je- nicht nicht -

Zustönbig für die Erteilung des Visums sind für die Provinz Hessen-Nassau bas französische Konsulat in Frank­furt a. M.

Lebigl'ch für bte Einreise jur Abstimmung ist insoweit eine Erleichterung vorgesehen, als nach Artikel 25 der Ab- stimmungsvorschristen die Sfimmtarle zugleich als paß gilt Für bte AbslimmuugsreHe bedarf cs auch keines Visums.

Fulba, den 1. März 1921.

Der Canbrat. 3. 33.: Köhler.

Gemäß § 20 Abs. 1 bei Wahlordnung für bie Land, wsttschaftskammern vom 6. Sanuar 1921 habe ich eine Sitzung des Wahlausschusses über die Zulassung ber Wahl- Vorschläge für die aus den 20. Mörz b. 3. onberroeil scstoeletztcn Wahlen zur Lanbwhtschaflskammer aus Frei- tag ben 11. b. Dl., vormillags 11 Uhr, in mein Dienst, zimmer anberaumt. Ich gebe dies hiermit öffentlich be­kannt.

Fulba, ben 7. März'1921.

Der Canbrat 3. D. Frhr. v. Sagern.

Viehseuchenvellzelllche Mnorbnnng.

Zum Schutz gegen die Beschälseuche ber Pferbe ortete ich auf Grund ber §§ 18 ff. bcs Viehseuchenoesetzes vom 26. Strnv 1909 (Reichsgesetzbl. 6. 519) mit Genehmigung bcs Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel fol­gendes an

§ 1. Sämtliche zmn Decken fremder Stuten zugelasse­nen (gekörten) Hengste einschließlich ber auf Deckstationen stehenden Hengste staatlicher Gestüte sind in Zwischenräu­men von 4 Wochen amtstierärztlich auf ihren Gesundheits­zustand zu untersuchen.

Dabei sind auch jedesmal die Deckregister auf genaue Führung zu überprüfen, die Hengsthalter und Gestütwärter über die Crscheinuneen und das Auftreten ber Beschälseuche zu belehren sowie zur Ersüllung ber Anzeigepflicht anju- halten.

§ 2. Die Zulassung von nicht gekörten Hengsten zmn Bedecken frember Stuten ist verboten.

§ 3. Die Kosten ber amtstie''ärztlichen Untersuchungen (§1) fallen ber Staatskasse zur Last.

§ 4. Zuwiderhandlunaen gegen bie vorstehenden Bestimmungen werden noch 74 bis 77 des Relchs- viehseitchengesetzes vom 26. 3uni 1909 bestraft.

8 5 Diese Anordnung tritt mit bem Tage ihrer Der« öfsentlichunn in Kraft. Sie wirb aulgehoben werden, sobald die Gefahr einer Weiterverbreitung der Beschäl- feudle der Pferde beseitigt ist. 'A. III. 1257).

Kassel, den 12 Februar 1921. ,

Der Regierungspräsident: Springormn.

Wirb veröffentlicht

Fulba, den 2. Mörz 1921

Der Canbrat 3- V: Frhr. v. Gager »

Viehseuchen,,^ i, ' i-fte Mn-ir'run

' Zum Schutze gegen die Maul- nnb Klauenseuche wirb auf Grund ber 8§ 18 ff. des Diehleuchenaesetzes vom 26. 3uni 1909 lR-ibsgefetzblatt S. 519) mit Ermächti- gung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Somäner und Forstm folgendes best mmt:

§ 1. Snfotae Ausbruches der Maul- tmb Klauen- feuche in der Gemeinde Bronnzell ändere Ich die §§ 1 und 7 meiner riehfeuchenpolizeisichen Anordnung vom i. ':uar d. 3. Fuldaer Zeitung Nr 48 hiev- durch w? ,c -* cb:

(§ 1) Der if) der Straße Fulda-Neuhof be« legetie Teil des Dorfes L^rmzell bildet einen Sperr­bezirk und tritt zu bem bereits gebildeten Sperrbezirk hinzu.

(§ 7). Für den Seuchenort gelten die im x 11 be> zeichneten Verbote.

§ 2. Die vollständige, hiernach erlassene vi-hieuchen- polizeiliche Anordnung vorn heutigen Tage ist in der Gemeinde Bronnzell ortsüblich durch Ausrulon Aus. bang bekannt gemacht worden und kann auf dem Dürgermeisteramte daselbst oder bei mir eingefehep werden.

F uld a, den 4. März 1921.

Der Canbrat 3. D.: Köhler.

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Denn ringsum begann es plötzlich zu krachen und zu prasseln, als ob von unsichtbaren Feinden knatternde Gewehrschüsse auf die friedlichen Wa'lfahrer abgegeben würben; die Berge warfen den Schall in hundertfachem Echo zurück, fo daß man hätte glauben können, um bas ragenbe Firnkreuz fei eine rnörberilche Schlacht ent­brannt. Die Männer fp^angen ersch-ocken zur Seite, als sie gewahrten, daß die Geschosse unter ihren elfen« beschlagenen Bergschuhen platzten, ihnen die Kleiber zer­setzten und die Beine blutig rissen. Alle wurden von Entsetzen und Grauen ersaßt, denn feit Menschengeden« ter- war es nicht erhört worden, daß in den Serien von ruchloser Hand ein so furchtbares, abscheuliches Derbre» chen verübt worden war. Nur teuflische Bosheit ober welscher Haß konnte es in be, Teufels Küche ausgeheckt haben. Das war ber erste Gebanke, ber in allen auf« flammte.

Die Frauen schrieen vor Schreck laut um Hilfe, die Kinder flüchteten fammernb un>> weinend in bie Arme ihrer Müt'er, alles eilte in mitten, Edoos durchmnan« der, der Wirt luchte Schutz be; dem Kreuze. f*nve<tte sich an den mächtigen Stamm und glaubte sich hier ge. bonen. Flehend erhob er feine Augen zu dem Ehrt« stusl-i^e.

Aber da ertönte e'v n-ues Krachen und ein Knall, fo furchtbar, als ob sich die Erde gefpatten hRfte und bi, Berae einstürzien Eme haushohe rot, F-nerfäule ldi-ß rmonr eine dich'e. graue Rauchwolke fuhr wir Höllendämpfe aus ber Erde, tmb man glaubte nicht em. hers, als daß eine Kanon» abaelchossen worden märe. Wie aus einem Duttan brachen Erde, Steine und Feuer empor.- bas riesig» Kreuz mürbe wie ein STnhha'm mis bem «Baben «ersten und hoch ernporgeschleudert. Die stammenden Balken fuhren wie M-teore durch die Puft, fauften auf die Erde nieder und beoruben ten Wirr unter ihren rauchenden Trümmern. Ein htmsertfacher Schrei ftiea in die von Pujperbampf erbiote Luft em« por. Der Pfarrer tmb mit eine aauze R»ihe von Män. nem lagen, durch die Erplosion zu Boden aelch'eudert, mit Blut befpritzt und wie tnf auf ber Erde, und alle« zitterte bei diesem Anblick da? Herz im Leide.

(Fortsetzung folgt.)

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