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M 47.

SamStag, 20. Februar 1021.

Fuldaer Eieitunq

Druck -er F«N»«er STdiettbrnfferd k« Falba

Das ^rgebuks der Landtagswahlen.

Von Generalsekretär Dr. 21. Klöcker (Berlin).

Die ärmlichen Ergebnisse der preußischen Landdags- mofjiat liegen nunmehr vor. Die in einigen Tagen zu rtmarter.bcn endgültigen 2lbstimmeings«gcbnisse können ßwar hier imd da noch einige Heine Verschiebungen brin­gen, das Gesamtbild jedoch werden sie kaum ändern.

Es sind abgegeben insgesamt 16 334 207 gültige Stim­men. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 77,5 Pro;., während bei den Rcichsiagswohlen in Preußen von je 100 Wählern 80,4 Proz. abgestimmt haben. Di« Wahlbeteiligung ist also um etwa 3 Proz., also uner­heblich gesunken. Von den gültigen Stimmen erhiel­ten die Mehrheitssoziatisten 4 277 967 oder 26,19 Proz., das Zentrum 2 955 636 Stimme« oder 18,10 Proz., öle Dsulschnolionalen 2 948 841 oder 18,05 Proz., di« Deutsche Dolkspariei 2 317 160 oder 14,20 Prvz., die Kommunisten 1218 910 Stimmen oder 7,46 Proz., bx Unabhängigen Sozialisten 1 077 020 Stimmen oder 6,59 Proz., die De- mokraten 1 012 549 Stimmen oder 6,20 Proz., die Deutsch- Hannoveraner 300 680 Stimmen oder 1,84 Proz., die Christliche Doffspartei 14 183 Stimmen ober 0,09 Proz., die Polen 11 950 Stimmen oder 0,07 Proz., andere Par­teien 5605 Stimmen oder 0,03 Proz.

Nach Maßgabe dieser Abstimmungsergrimisie sind ins­gesamt 428 2tbgeordnete gewählt worden. Diese oerteÄen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: Mehrheitssozia- listen 114, Zentrum 84, Doutschnationale 75, Deutsche Dolkspariei 58, Kommunisten 30, Unabhängige Sozialisten 29, Demokraten 26, Deutsch-Hannoveraner 8, Wirtschasts- partei 4.

Während Die LmÄesoerscmrnÄung 402 Abgeordnete hotte, ziehen in den neuen Landtag 428 em, also 26 mehr. Die Mehrheitssozialisten haben 31 Mandate weniger, das Zentrum 5 weniger, die Deutschnationalen 25 mehr, die Deutsche Dolkspariei 37 mehr, die Kommunisten, die in der Landesoersammlung nicht vertreten waren, ziehen mit 30 Abgeordneten ein, die Unabhängigen Sozialisten ge» mimen 5, die Demokraten verlieren 39, die Deutsch- Hannoveraner gewinnen 1, die Wirtschaftspakt« des deut- sch-n Mittelstandes versucht es erstmalig mit 4 Abge­ordneten.

Betrachtungen über Gewinn und Verlust liegen ja sehr nahe, ste sind jedoch abwegig, wenn man nicht den oben umschriebenen Voraussetzungen gerecht wird, also sich hütet, Unvergleichbares gegenüber zu stellen. Das er­gibt sich z. B. (lar aus folgenden Erwägungen:

Das Zentrum hatte in der Landesoersammlung 89 Mandate, mußte unter Berücksichtigung der höheren Ab- georbnetenzahl im neuen Landtage 9495 Abgeordnete zählen. Hat es nun 10 Mandate verloren? Ja und nein. Sa, absolut gesprochen, nein, relativ gesprochen: und das Letztere ist entscheidend.

Bei den Landtagswahlen erhielt es in Ostpreußen, Westpreußen uni) Posen je 2, in Kodlenz-Trier 13 Man­date, also zusammen 19. Bei den Laridtagswahlsn jedoch erhielt es infolge der Abtretung von <3ebietsteilen Ost- art Westpreußens, Posens, sowie infolge der Ausscheidung des Saorstaates aus dem Wahlkreise Kobleng-Trier in tejen Gebieten nur 11 Abgeordnete, also 8 weniger. Nach Abzug dieser vom Gesamtverinst der Zentrumspartei bliebe immerhin noch ein Verlust von 23 Mandaten. Auch der erklärt sich ganz einfach daraus, daß bei den Land- tagswahlen auf je 40 000 Stimmen em Mandat entfiel, bei den Landtagswahlen jedoch der Verteilungsquotient in den genannten Gebieten erheblich unter dem mittleren Dorteilungsquotienten blieb, in Posen nicht einmal ein Drit­te! desselben erreichte. Also relativ hat das Zentrum nicht ein einziges Mandat verloren. Wenn die übrigen Parteien zmn Toll ihre Geltung im Kreise der Parteien verstärken konnten, so lag das in bezug aus die Zontrumspartei nur an dem Umstande des Aus­scheidens besonders von Pofen imd des Saarstaates aus 6an Wahlbereich.

Die sozialistischen Parteien verfügten in der Landes­versammlung über insgesamt 169 Mandate, während die bürgerlichen Parteien 233 Abgeordnete hatten. Sm neuen Landtage stehen den 173 sozialistischen Abgeord- neten 255 Bürgerliche gegenüber. Der sozialistische Einfluß hat stch also von 42,1 auf 40,4 Prozent gesenkt, während die bürgerlichen Parteien ifjren Einfluß von 57,9 Prozent auf 59,6 Prozent vermehrt haben.

Bei der Beurteilung der in den Landeswahlen $um Ausdruck gekommenen Willensmeinung des Volkes kann man. wie schon hervorgshoben wurde, nicht die Landes- wlchlen vom 26. Januar 1919 zum Vergleich heranziehen. Zwischen ihnen und den Landtagswahren liegen die Reichstagswahlen vorn Snni 1920, deren Ergeb« rässe das Bild der Rrvolu-tionswohlen ganz bedeutsam übermalten. Sie standen unter der fast unmittelbaren Einwirkung des Friedensschlusses und der Regierungs- vlidung von Zentrum, Demokraten und Mehcheitssozia- Ksten. Seitdem sind dreiviertel Söhre ms Land gegangen, hat die Deutsche Volkspart« für ihren Teil die Berant- worÄichkeit der Regierung mit übernommen, während die M chchei t sf oziali st en aus pwrieitwktrfchAi Erwägungen diese Verantwortung zu tragen Mehnten. Diese Tot» sachm finden nun ihre Rückwirkungen in den Ergebmssen der Lanidtagswaht, deren Zcchlcnauskunft deshalb jetjr be­deutsam ist.

Als oergfetchsstörend sind ans 6er Betrachtung anszu- jcheideu wiederum die Wahlkreise Ost- und Westpreußen, sowie Schleswig-Holstein, m denen bei der Reichstags­wahl nicht gewählt wurde, während Oberschiesten aus- scheidet, da es weder bei der Reichstags- noch bei der Da^dtagswahl abftimmte: mstzuzöhlen sind jedoch die Er- flrimiffe ans den Wahlkreisen Frankfurt (Oder), Posen (Grenzmark) und Koblenz-Trier in chren bri Preußen verbliebenen Teilen. Die Zahlen der folgenden Tabelle sind also dem Gesamtergebnis sehr nahe. Die der Tabelle unterliegende Vergleichsbasis ist unantastbar; ihre Zahlen sind vollwert'g m jeder Hinsicht.

Sn den in Vergleich gestellten 20 Wahlkreisen erhielten:

USroj.

2 IM 979 2252450 2763 955 irsio-.s 30/86 6 102 <-4583 76'33

Sflt TB R Dem- Ddam» «rtck. e-'r B. $o:en MS vnabh.

14.18 14,79

18.15

7,10

2,04 f 40

0,42

0,50 2i.42 19,55

1.23 0.17

«ur 1920

3262617 ____ 2992022 flamm 1^7^77 «ab Part. 26579

am?n.Re5r 1921 mebr od. weniger Stimm-n

üderb. Br-z. üb erb. Drvr-

alt Stm.

2,91 0,87 1.25 101) 0.19 0,91 0,32 0,4' 4,43

to.1992529 to 12,87 m 92'4'7 m 6,20 W. 23174 w ( .13

tll 3600.35 «. w 200099 to. m- 95025 m w 181751 » to 37934 to. M 13'624 m v> 60700 to. to. 64 sg3 to m 54715 m.

17,04 13,92

19,40 6,10

1.35 1,31 0,10 0,08

25,«5

6.78 7,52 0.04

2512032 205-351 2858983

899274 273r52 192723

14183 11950 3809770 KO 1393 1108984

5605

Das also ist der einzige verläßliche Gradmester der Versch'ebung der Volkest.mmung feit den Reichstagswahlen vorigen Jahres. Er findet feinen absoluten Ausdruck in den Zahlen der vorletzten Spalte, während aus der letz­ten Spalte c-bzulesen ist, wie sich relativ der Anteil der rin;erden Parteien an der Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimen verschoben h-t. Sn der letzten Zahlen- reche haben wir also den besten Schlüssel für die genaue Erkennung der Parteibewegung.

Den größten Fortschritt machten die Kommunisten, 6k ihre Stulunonzahl um 921407 vermehrten, ihr«, An-

teil an der Gesamtstinnnenzahl von 1,23 auf 7,52 Proz., also um 6,29 Proz. erhöhten. Ihnen zunächst folgen die Mehcheitsso.ziolisten mit 547153 Stimmen bezw. 4,43 Proz.: es schließt sich an die Deutschnationale Dolkspartei mit 360 035 Stimmen bezw. 2,91 Proz.

Auch die Z e n t r u m s p a r t e f hat einen sehr erfreu- lichen Zuwachs an Stimmen $u verzeichnen, nämlich 95 025. Sie konnte den Anteil an der Gesamtstimmen- zohl erhöhen von 18,15 Proz. auf 19,40 Proz., also um 1,25 Proz. Hier zeigt sich also greifbar deutlich, wie irreführend es ist, wenn man aus der Zunahme oder Ab­nahme der Mandatszahl einer Partei ohne weiteres auf einen Stimmenrückgong schließt. Das Zentrum hat zwar 5 Mandate weniger als in der Landesrrenannnlur.g, sein Einfluß im Kreise der Parteien ist dadurch um ein ge­ringes abgeschwücht worden, daß die Gesamtzahl dar Man­date gleichzeitig um 26 gestiegen ist, und doch hat die Zentrumspariei einen nicht mierheblichsn Stinnnenzuwachs zu verzeichnen. Der scheinbare Gegensatz erklärt sich da- durch, daß die Mandatszahlen ganz roh für dos gesamte W-ahlgebiri die Parieisiövde ftststellen, aber ungeeignet sind zur genauen Erkennung des Fortschrittes ober des Rück­ganges der Parteien.

Den größten Stimmenverlust erlitten die Un- abhängigen, nämlich 1992 529; ihr Anteil an der Gesamt- stirmnenzrchl frei damit von 19,65 Proz. auf 6,78 Proz., also um 12,87 Proz. Sn großem Abstande folgen die Demokraten mit Verlust von 181 751 St'mnme. Ihr An­teil an der Gesomtstimmrnzahl senkte sich von 7,10 Proz. auf 6,10 Proz., also um 1 Proz. Die Stimmenzahl der Deutschen Volkspart« fiel um 200 099, ihr Anteil an der Gefamtstimmenzahl von 14,79 Proz. auf 13,92 Proz., <tfo um 0,87 Proz. Sn der Provinz Hannover hatten -das Zen­trum und die Deutsch-Hannoveraner gemeinsame W<chl- vorfchläge eingereicht. Sn den vorstehenden Tabellen sind die Stimmen der beiden Parteien in der Weife arreein- attber gerechnet roorittn, daß dem Zentrum 138 000 Stim­men gutgeschrieben worden sind, während der Rest den Deutschhannoveronern verblieben ist.

Die Gcsamtstimmienzahl aller sozialistischen Par­teien verminderte sich um 523 969, ihr Anteil an der De­samtstimmenzahl fiel dadurch von 42,30 Proz. auf 40,15 Proz., also um 2,15 Prvz. Auf der anderen Seite stieg die Gesamtstimmenzahl aller bürgerlichen Parteien um 32 641 Stimmen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen erhöhte sich von 57,07 Proz. aus 59,85 Proz., also um 2,15 Proz.

Die Stärkung der bürgerlichen Parteien drückt sich also sehr deutlich ans.

Hus dem NachbargMet.

Aus dem flrtife Gersfeld. Ein verhältnismäßig ruhigen jkdr.;in Erde ist zweifellos der 5reis Gers­feld. Das zeigt auch wieder der Verlauf der Wahl. Sm olstiei.leinen hat man stch, abzef-h.-i oon einzelnen Parteiführ-m, nicht sonderlich aufgeregt. Aber trotz­dem lohnt stch ein kleiner Rückblick. Zwei Unterschiede treten etwas deutlich hervor, nämlich das Derhal'en der kathol. gegenüber den Protest. Orten und die Verhält- niste des Fuldatals gegenüber denen des Ulstertals. Sm Fuldatal scheint sich mehr ein radikaler Zug bemerk- bar zu machen. Das Ulstertal gibt den Anschein grö­ßerer bürgerlicher Reife und eines mehr geklärten poli­tischen Verständnisses. Sm Fuldatal herrschen unter den l.'infemannern die U. S. P.er Sm Ulstertal tritt die M. S. P. mehr hervor. Die ersteren haben in Hetten- Hausen ihr Hauptquartier, die letzteren in Tann. Die Wählerschaft des Ulstertales ist stabiler, wie die des Fuldatales. Dos Schwanken zwischen den einzelnen Parteien zeigt sich im allgemeinen mehr im Fuldatal. Auffallend ist der Unterschied zwischen den katholischen und protestantischen Orten. Sn den kath. Orten stehen die festen Zahlen der Zentrumswähler in geschlossener Reihe, einerlei ob man das Ergebnis der Nationalwahl oder Preußenwahl oder Reichstagswahl oder der Land- tagswahl betrachtet. Bei den protestantischen Orten (weniger allerdings im Ulstertal) ist ein auffälliges hm und her zwischen den einzelnen Parteien. Man steht, die Leute misten nicht recht, was sie eigentlich wollen. Da fehlt's an der politischen Schulung. Sonst wäre es nicht möglich, daß eine bürgerliche Partei wie die De­mokraten innerhalb zweier Sahre von 1500 Stimmm auf 138 herunterrutfchen kann, während die deutsche Volkspartci von 590 auf 2600 emporschnellt. Die So- zialdcmokraien sind im ständigen Rückgang. Don 2100 bei der Nationalwahl sind sie auf 1440 gesunken. Der Rückgang »rillt hauptsächlich aus die katholischen Orte Stärkere Truppen der U. S. P sind nock> in Wevhers und Schmalnau. Sm Ulster-al ist diese Art des Homo Snpines ziemlich vor- schmuvden. Nur Batten weist noch 8 Grcmp'are auf. Sonst sind fast alle wieder auf dem Wege nach Damas­kus, freilich noch nicht am Ziel, da ste offenbar erst bei der M. S. P. angelangt sind. An Bemühungen feiten« der letzteren ha's nicht gefehlt. Sie hatten sogar im Wickers ein A. O. St. -ungerichtet. Ein biederer Schwob, der dort auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Mischehe gelandet ist, wollte endlich das rechte Licht dort auistecken Da die Wikerscr aber längst elektrisches Licht haben, gingen nur 8 auf den Leim. Auch das be- rühmte Hebammenflugblatt der Roten zog nicht. Wi­ckers und das Brandtal lehnten glatt ab. Brand wählte nur 109 Zentrum. Dietges hat noch einen M. S. P_- Mann und einen U. S. P.-Mann, in Reulbach entdeckte einer feine größere Intelligenz und wühlte Dolkspariei. Eine ähnliche Entdeckung machten auch 34 Simmers- häufer. Sie kamen zum Bewußtsein, daß sie im Zen­trum (der Mitte und Seele der heutigen Staatskunst) zu beengt feien. Sie fühlten sich in der bemotrat. Zril als Volk und wählten deutsche Dolkspartei. Sn Schmalnau und Hilders haben sich noch 3 und 2 derart mit ihren Hörnern in die U. S P. Dörner gerannt, daß sie bei dem offenkundigen Bestreben, sich frrausju- arbeiten, noch tiefer hineinkamen und bei den Komm», nisten hängen blieben. Glück dazu. Sm übrigen geht heute wieder olles feinen gewohnten Gang. Fulda und lllfter fließen klar und ruhig dem Norden zu und ihre kleinen Wellen erzählen sich, daß es überall tolle Käuze gibt, freuen sich aber herzlich, daß die Rhönbewohner zum allergrößten Teil ebenso klaren Verstand haben wie das Wasser der Bäche.

fpb Wetzlar. Der Reichsarbeitsrnimster hat nun­mehr selbst in den seit acht Wochen währenden Streik einbegriffen und den MüristerialLrrektor Dr. Wulff zur Beilegung des Ausstandes hierher entsandt. Der Schlichtungsauefckuß fällte nach längeren Derhand- limgen einen Schiedsspruch, wonach den Arbeitern mit Wirkung vom 15. Dezember 1920 ab eine entsprechende Lohnerhöhung gewährt wird. Die Wiedereinstellung der streikriiden Arbeiter (mehr als 10 000) hat nach Maßgabe der Betriebsmöglichkeiten unter Zuziehung der Betriebsräte zu erfolgen. Maßregelungen^ dürfen nicht erfolgen. Eine grundsätzliche Erklärung über die Annahme des Schi^lrjpruches muß von beiden Serien bis Samstag abpecetan fein. Falls der Schiedsspruch angenomw.en wird, ist auch die drohende Niesen- ausipertung oer Aweiter im füdwestsLlischen, Sieg-, Dill- und Lahngebiet beseitigt.

mt Jronkfurk a. ZiL Nachdem He Wohnungsan- meldung wieder frei gegeben ist, to. sich auf dem Wohnungsamt ein solcher Andrang in den Dukeoustunden entwickelt, daß man sich veranlaßt sah, eine ständige Wache der Schutzpolizei in den Räumen des Süulcs. einzuluhlen, die. wenn $$ not­

wendig ist, die meist erregten Besucher des Amtes zur Ruhe bringt. Die Wohnungsnot und ihre Folgen sind eben eine allgemeine Erscheinung.

mc. Frankluit a. M. einet i. er letzten Nächte

wurden aus einer hiesigen Villa für me;r als 40000 '.Hiart Silberbestecke gestohlen. Ein großer Teil der Stücke trägt eine siebenzackig- Krone mit dem Wappen dos verstorbenen Reichskanzlers v. Bethmarn-Hollweg. Auf der einen Hälfte trägt das Wappen einen halben Adler, auf der anderen zwei schräge Batken. Auf anderen gestohlenen Silber- fachen befindet sich das Monogramm E. G., ferner mürbe em wertvoller Säufer gestohlen, der mit dem Buchstaben O. B. gezeichnet ist. Miitwock abend fuhr ein Sonderzug mit mehr als 600 Kindern aus Schlesien, Westfalen, dem Wuppertal, Hamburg und Frankfurt von hier zu einem mehr- nrcmcnlichen Aufenthalt nach verschiedenen Kantonen der Schweiz. Teilweise erhalten die Kinder Unter­kunft in Davos und am Su^aner-ee.

mc Kes dem Taunus. Die Holzpre^se sind, wie die Verstefoerunflen zeigen, bedeutend höher, wie im Torjahr. Hundert Wellen kommen durchschnittlich auf 200300 M. Buchenscheitholz im Raummeter auf 175200 M. Knüppelbolz wird mit 120140 M pro Nnunrneter bezahlt. Edelhölzer Hoban eine noch grö­ßere Preissteigerung bei scharfer Nachfrage erfahren. Dir Hohverforguna der Orteeinwvhner leidet vielfach brrrch auswärtige Händler Not, die jeden Preis zahlen und unsinnige Treibereien verursachen. Man erwögt deshalb wiederum, ob man bei den Versteigerungen nicht auswärtige Händler Eschließen will.

mc. Wiesbaden. Sinter einem Miillkasten schlafend wurde in Berlin ein von bier stammender 13iäbiiger Junge aufgefunden. Er hone von seiner Großmutter 35 M. zur Begleichung einer Rechnung erhalten und sich mit dem Golde bis nach Berlin dmchgeichlaoen. Jetzt hat ihn die Polizei heimwärts transpor tert.

mc Kastel. Sowohl in der Freigerichter, wie Esch- weger Klein tabakindustrie wird über den augenblicklichen schleckten Geschäftsgang aerlagt. Die Fabrikanten, soweit sie überhaupt arbeiten lassen, müs­sen meist Lagerbestände onfegen. Einig-rmaßen gesucht sind billigere Sorten, während bessere Ware kaum ge­fragt wird. Man ist mancherorts zu Arbeitsstreckun­gen übergegangen, um den Winter durch'uhalten, ob­wohl man sich auch für die Zukunft durch die erhöhte Tabaksteuer am 1. April nicht viel verspricht.

Vermischte§.

* Ein neuer Ekkarz-Prozetz. In Berkin begann vor einigen Tagen der Prozeß Ernst Sonnenfeld und Eeiioffen, von denen seiner Zeit die ersten Dor. '.fe gegen die Brüder Sk.arz auSgmcen und geoen die bald "darauf Strafanzeige weoen Betrugs und Diebstahls erstattet wurde. Ter Prozeß konnte erst jetzt beginnen, da der junge S. bekanntlich nach Holland geflohen war und erst nach langer Zeit ausgeliefert wurde. Angek^agl sind Kaufmann Ernst S., sein Sätet Her rann S., seine Muiter Paula S., fein Bruder Herbert S. und sein Schwager Bankbeamter Alexander Wutke, ferner die Korre­spondentin Ectirud Scklack, Hauptmann <1. D. v. Frankenberg und Ludwigstein, Overkontrolleur beim Re'chskommiflar für die Ueberwachnng der Ein« und Aukfubr, und der Kaufmann Heinrich Baumann. Die Ängeklaaten sollen Geoig Sklarz und anderen F rmen, sowie den Reich-fiskns durch Betrug, Ur« kundenfälchung und Diebstahl um namhafte Summen geschädigt haben, ferner soll Ernst S. dem Sklarz wichtige verlraulicke Dokumente entwendet haben, Griefwechsel mit Ebert, Scheidemann, Eichhorn u. atz eben jene, auf Grund bereu bet bekannte Preßfeld­zug gegen die Brüder Sklarz begann. Der Prozeß, dessen Anklageschrift nicht weniger als 206 Seiten umfaßt, wird sich wahrscheinlich ziemlich lange hin- ziehcn.

* Der Eisenblchncrstreik in Polen. Infolge der Milstarisiemng der Eisenbahnen verkündete das Gene­ralkommando die Anwendung der Standgerichte gegen Agitatiott, Betrieb! störung, Pslickiverletzung und Dienst- oerweigerimg im Eisenbahndienst unter Androhung der Tode'sstrafe durch Strang ober Erschießen. Etwa dir Hülste der Züge fährt.

Kunde! ttitD Wkrts-Hakt.

*= Der Ptrir-Mban. Alle Bericht« über die wirt­schaftliche Lage m den westeuropäischen Ländern und in Amerika find von Schilderungen brr Krisis erfüllt, die noch tarnet auf den Warenmärkten mchAt. Arbetieronüassimgm. Arbeitslosigkeit und Zufiimmenbrüche fsMt angesehener Firmen sind keine Seltenheiten. Die Westprsduksion, die bei d:ni allgsme'üien Warenhunger der Nachkriegsperiode alle Kräste der im Kriege erheblich ermeiterten Industrie in ihren Dienst stellte, ist erheblich größer geworden als der Verbrauch. Ganz besonders fdjaif kommt das tn den Bereinigten Staaten von Nordamerika zur Gel­tung. Dieses Gebiet, das den größtem BmnemnaM bet West Jein eigen nennt, halte besonders schwer darunter xu kerben, daß zu dem wegen bes hohen amerikamschen Gelo- wertes versagenden Auslandsabsatz ein vollständiges Ver­jagen des inneren Marktes hinzrrtntt. Die großen Icrfc« wirtichastlichen Gebiete des Westens waren nicht mehr auf- nahrncsähiq. So vollzog sich unter sclpveren Krisenerschej- mmeen ein außerordentlich starker Preisabbau. Schwer hat seA etwa zw« Monaten auch England unter einer Krisis zu leiden. Das britische Reich, das mit beispielloser Energie seine militärischen Siege zu einer hstomatlschen Ausdehnung seiner wirtschaftlichen Sntercsiengebiete aus- gerecht hat. konnte aus der W't^onjunkstir 1919 den aller­größten Nutzen ziehen. Di« Ziffern feiner Handrisbllanz zeigen dis gewaltige Steigerung der Aussicht auf fast das Dre'frch? des Friodeersstondes, während gkcichzeitig die Einfuhr hinter den Zöffern von 1913 von 577 Mll. Psimd mit 376 Mill. Pfund 1920 erheblich zurückbleibt. Sn diese Entwicklung hat die Wellmarktkrise «ngoor'.ffm und den Export um ca. 22 Proz. hr-reidgedrückt. Auch unser deutsches Wirifchastsleden steht immer mehr unter dem Eindvrck der Weltmariikrife. ' Für den Konsum-nten ergeben sich daraus die Vorteile des Preisabbaues, bet sich jetzt bei den meisten Bedarfsartikeln deutlich wahr, vehmbar macht. Dieser erftrustchen Derbllligimg des Kon- finns steht aber die bedauerliche Tatsache gegenüber, daß es für imfere Industrie immer schwerer wirb, einen Aus- laÄsahsatz zu flnben. Der Grund dafür fieat nicht ein­mal m der zu teuren Preisstellimg für deutsche Ware, denn wir besitzen eine ganze Reihe von Mov.opotmdustrien mit außerordentlich billigen ProdeTstronskosten. sondern es fehlt in schr vielen Fällen trotz billiger Preise an der Aufvahmrsähiokeii. Die Äonffraft des Westkonsmns recht ebenfalls nicht mehr ans. Diese Entwicklung birgt für «ns, die wir wie kein anderes Land aus eine Steigerung des Exportes angewiesen sind, allerschwerste Gefahren.

Eottesüjenttordnnilg.

Katholischer (SottcSdiensi.

Sonntag, 27. Febr. Tom. Vs6 6, */*7 u. 7 M., um 6 (Senetalfoin. d. MüttervereinS, 8 Pfarramt u. Pr, /-IO Kathedralamt tn. Pr.. 11 Ehr. f. b Iürp l, Vil2 3X. u. Vt2 MichaeiZ-Lcudevichast, 2 Ehr. t d. 2unajtw

/«3 Vers. d. MüttervereinS, 4 Fasten.Pr. u. Se en, 7 Anoacht in bet Morienkopelle. Stadtpfarrkircke. 6V» Korn., 5s/( M., 63/« M. u Nom. d. MüttervereuiS, 8 M. u. Pr. (1. Sckulg.), Sd, Piarra t u. Pr., 11 M. u. Pr. (2. Sctmlg.), 9/» Ehr. f. d. Iüngl. i. d. Severi- kirche, IV« Ehr. f. d. Iunnir., 21/» Bruderschaft b. hl. (ttAen?cl Mikael, 3'4 ttndacht f. b. Mntterveiein. Psarrtirche zum hl. Geist */t7 fiom., 7 Frühm., 8 Pr^ Ämt m. Som., 5 Fastenvredizt u. Segen. Woben- taaS 7 M., MittvochS 5 Segensandacht. Sobalifät. V«10. Sevrrikirche. Sonntag? und werktags */i7 M.Michaels!trche.Nachm.2Biudcrscha'tv d.7Lchmerzen Mariä. Herz-Jesu-deim. R Hochamt u. Pr.,nnchm. 2 A. (Mittwoch abends 8 A.) Frauenberg. 5, 6, 67» u. 7M., 8Nosentranzm. m. Pr., 9 £>od;amt m. Pr., nahm 2 Kreuzweg-tl. m. sakram. Segen. -Während des Monats März wird jeden Morgen eine Andacht zu Ehren deZ hl. Joseph gehatien und zwar an Werkiagen nach der 7 Uhr-Meffe, an Sonn- und Feiertagen 'während der 8 llhr-Mcsse.)

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 27. Febr. Vormittags 9l/» Pfarrer Weber, 11 Kindergottesdienst, nachmitta. s 2 Sup. Ruhl. Siebenteln. Vormittags 9 Pfarrer Reich.

MeMW tzkl ftSbMell UhlMgsmilkkifleüe.

26. Februar 1921.

Dertdlang oon rvrlzengrles zu Jl 1,90 b. Pjd. Kopf­menge je nach Anmeldung 90 bis 150 Gr. Anmeldung durch d. Abgabe der Sonderkarte 23 b. b. Gesch. An- meldffchloß: Dienstag d. 1. März. Abgabeschluß f. 6. Dejch b. b. Staicntontr.: Mittwoch b. 2. März.

veriellung von amerit Drizenmehl z. M 5. b. Pfd. Geliefert werden 250 Gr. a. d. K- Anmeldung durch Abgabe d. Sonderkarte 24 b. b. Gesch. und Bäckereien. Anmelbeschluß: Dienstag d. 1. Mörz. Abgctbeschluh für Ne Gesch. b. b. Karienkontr.: Mittwoch den 2. März.

Die Verteilungen von enterit. Weizenmehl finden bis mtf weiteres regelmäßig alle 14 Tage mit 250 Gr. a. b. SL statt.

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Aorllaufcnbe Abgabe von Erbsen: Aus bett städtischen DestLnden werden Erbsen fortlaufend an bieiige Ein« wohnet gegen Vorlage des Lebensmitteiausweises ab­gegeben. Vorhanden: gemischte gelbe und grüne Viktoria- Erbsvn, sowie gesch- gelbe Erbsen. Einheitspreis: M 2, b. Pfd. Anforderung und Bezahdimg bei der Sorten« kontrolle.

Brfrifft äartoffeln:

Der noch vorhandene städtische KarioMbcsiand soll bis zu« 15. Marz zu dem verbilligten Einheitspreis von M. 25, p. Ztr. an die Einwohnerschaft abgegeben werden. Die Kartoffeln werden so ausgegeben, wie sie lagern. Der am 15. Matz etwa noch vorhandene Rest- bestand wird anderweit bestmöglichst verwertet; an die Bevölkerung werden nach diesem Termin keine Kartoffeln mehr ausgegeben, wie überhaupt eine städtische Kartoffcl- versongung, nachdem die öffentliche Bewirtschaftung auf« i-choben ist und die Kartoffeln freigegeben sind, nicht mehr ftattfinden wird. Die Restbestände sollen in oben er­wähnter Weise zu Gunsten der städtischen Verbraucher geräumt werden.

Anforderung imb Bezahlung gegen Vorlage des Le- bensmittelausweifes am Kartoffelscholtsr der Kartenaus­gabestelle.

Freibank.

Ausgabe neuer Nummern.

Mon ag, den 28. Februar die Namen AE

Miuwoch, den 2. Marz , 5®

Freitag, den 4. März H5

Samstag, den 5. März * KL

Mon ag, den 7. Mörz . MO

Mittwoch, den 9. März PR

Freiiao, den 11. März » S

Samstag, den 12. März , , TZ

Samsiag von 912'/- Uhr, an ben übrigen Sagen von 912 und 2'/- 5 Uhr

Die alten Nummern werden vorerst noch alle beblent. Die neuen gelten von bem nach bekanntzugebenden Tage,

Oie Schiachkhofdirettion.

Amtliche Attzergerr.

Erlösche«: Die Maul- unb Klauenseuche in Wünsch«.

Moos und Angersbach, Kreis Lauterbach.

Fulda, den 22. Februar 1921.

Der Canbrat 3. D.: Köhler.

Aacgebrochen: Die Mcnrl- und Klauenseuche in der Ge­meinde Lauterbach und im Hof Eisevbach, Kreis Lauterbach.

Fulda, den 22. Februar 1921.

Der Canbrat. 3. D.: Köhler.

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Krankmmchl: Großhandelspreis je Dz. 252 JA. Abgabe­preis an die Bäcker 254 JA, Abgabepreis an die Verso» gunasbetechAgtm 262 JA.

Fulda, den 23. Februar 1921.

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+ Allen Leidenden -J- gibt Pfarrer ?ch ttdt und ein bekanntri Fach- arzi weiwolle Raljchläge bei Asthma, Gicht, Rheuma, Sleichfuckl, kautunreiniadeiie», verd.t)iut,8Iasenleiden(ü«ttnäffe«)waflek- 'ucht, Zucker. Re;tfud)t, hämorrhoid-«. Durchfall, Darmträgheit, Lungen-,verv«a-, Nieren, Maar»- und ande:e Cetbtn.

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Vforrsr J»(. Schmidts Nchurheümitel, ÄäcebataT 70.