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uldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

48. Zahrg.

Samstag, 26. Februar >921

Nr. 47

D.,

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(Fortsetzung folgt.)

Menlchenhausen au.

Beweisc suchen . weitester schließlich tung des arbeitern

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italienische Wirtschaft sei mit de-r deutschen schon sehr verknüpft und stehe durchaus nicht in Wettbewerb ihr. Italien könne auf deutsche Waren nicht verzich- ebonsoweniq rote Deutschland auf die italienischen, in beiden Ländern zur Ausfuhr kommenden Waren

ir seine Behauptungen in seinen Kreisen zu recht wenig Verständnis für die große Rot Arbeiterkreise. Abg. Ersing verlangt dann unter dem Beifall seiner Fraktion die Beach- Gedankens, daß den verheirateten Industrie- ebenso wie den Beamten Kinderzulagen ge.

Der König der Dolomiten

Dolksroman von Felix Rabor.

Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß die Sach­verständigen setzt zu einer Einigung gelangt sind. Die Einmütigkeit bildet eine Stütze unserer Hoffnun­gen. Die Einmütigkeit beschränkt sich ja auch nicht auf die in Berlin versammelten Sachverständigen,

Beyer, Amtsgerichts rat. Geh Iustizrel, Neustadt, O.-S.

Blank, Eisenbahnoberlandmesser, Hannover

Brust, Syndikus, Hannover

Busch, Postoerwalter, Stoatssekrertär im Landwirt- fchastsmimsterium, Cuchenheim

Dr. Crone-Münzebrock, Generalsekretär d. deutschen Bauernvereine, Bertm

Diel, Weingutsbesitzer, Burglayen b. Bingerbrück

Dietrich, Lehrer, Halle-Saale

Der türkische Friedensvertrag.

Die Londoner Orienlkonferenz, gegenwärtig tagt, hat bekanntlich die Revision des

Vertrages von S e v r e s, des Friedensvertrages, den di« Entente mit der Türkei abgeschlosien hat, zum Ge-

•68. Schmitt, vekonomierat, Molsberg

•69. Schmitt, Gewerkschaftssekrelär, Fulda

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Gottwald, Rektor, Berlin

Graw, Landesökommrierat, Wormditt

Grebe, Professor, Osnabrück

Granowski, Parteisekretär, Dortmmch

Hagemomi, Arbeitersekretär, Osnabrück

Dr. Hager, Generaldirektor. Regierungsrat a. Berkm-Schöneberg (LandeslPe)

Schulte, Lanbgerichlsdwektor, Breslau Dr. Schwerins, Studionrat, Köln Sprenger, Beigevrdn. u. Arbeitersekretär, Gelsenkirchen Stöger, Gewerkschaftssekretär, Oberhausen, Rhld. Dr. S t e m m l e r, Sanitätsrat, Bad-Ems Stiel er, Arbeitersekretär, Gümbach i. W.

Stoffels, Rektorin. Reuß a. Rhein Teitscheid, Bäckermeister, Opladen Bennen, Gewerbelehrer, Elberfeld Weber, Frau, Ministerialrat, Berlin Wildermann, Staatssekretär, Domkapitular, Münster Wronka, Oberkehrsrm, Allenstem (Landesliste) Dr. am Zehn hoff, Iustizminister, Berlin Dr. Zimmer-Hönigsdorf. Landgerichtsrat a. D„

Lezagsprers; UJionatild; 3,00 Alt. ohne Zustellgebühr. Zn Furdo bei uns udgeholl 3,15 Ml. Anzeigenpreis: Die K > e i nze i te Coioneimag) 60 pig„ u. 10°« Zuichtag, die Reklamezetle (2epbreite' 1.80 Ulf, u. 10“'« Zulchiag. Bei Wiederhol.Rabatt

2.

Auf dem Kirchplatz hatte sich die ganze Dorfbevölke­rung versammelt und wartete auf das letzte Glocken­zeichen. Als Michael Pallcmta und Gina Sarner des Weges kamen, betrachteten alle wohlgefällig das fchöne Paar und ein Flüstern ging durch bte Reihen: „Nun wird es bald Hochzeit geben in der Alpenros'I Da rooITn wir auch dabei sein. ... Ja, der junge Pallanta! So gibt's kein zwoaten mehr im Landl. Wenn der am Amboß steht, — hui, wie da die Funken sprüh'n und wie seine Augen blitzen! ... Die Gina kann stolz sein, wenn er chr den Ring an'n Finger steckt."

„Noch trägt sie ihn nit", fiel ein Zweifler ein. Aber einer aus der Sippe der Pallanta trat eifrig für den Hünen ein.

„Hoho — die Pallantas halten ihr Wort! I wett a Flasche Magdalener: heut abend, nach der Rückkehr von der Almweih, halten sie Berspruch. Seht nur, wie sie glüh'n! Da ist Feuer im Dach."

Er verstummte jäh und die Kirchengänger stießen laute Schreckensrufe aus, denn auf der Straße raste ein wildgewordenes Pferd daher, das eine leichtgebaute Kuffche hinter sich her riß, als ob sie nur ein Spielzeug wäre; in dem Fond der Kutsche saß ein dicker Italiener mit feisten Wangen und käseweißem Gesicht. Er klam­merte sich mit beiden Händen an den Kutschenschlag und rief mit quietschender Stimme: „Hilfe! Hilfe! . . . Hal­tet das Roß, sonst bin ich verloren!"

Es war der reiche Weinhändler Motta aus Welsch­tirol, der öfters in die Gegend kam und von dem man erzählte, er habe ein Auge auf die Gina von der Alpen­rose geworfen. Keiner liebte ihn, denn er war hoch­fahrend und protzig, aber heute war ihm doch sehr üngsllich zu Mute. Wie ein rechter Jammerlapp hing er in seiner Chaise und stieß ein klägliches Gebrüll aus, weil er fürchtete, aus dem Fahrzeug geschleudert oder von dem rasenden Pfrede zu Tode geschleift zu werden.

Trotzdm er als ein Weinpantscher und Wucherer ver­haßt war, der schon manchen armen Mann zum Ruin getrieben hatte, härten ihm die Salaner in seiner Not geholfen, allein es war zu spät; das scheugewordene Tier ftürmte plötzlich auf den vor der Kirche stehenden

ergänzten sich.

(Eine Kundgebung des 3nfemafionalen Gcwerkschaflsbundes.

Der Internationale Gewerkfchastsbun- hat durch fern Miro in Amsterdam an Lloyd George ein Tele­gramm gesandt, worin er eine Schadenvergütung durch Deutschland für notwendig und gerechtfertigt erklärt, jedoch gegen Forderungen protestiert, die die Arbeiter Mitteleuropas eine volle Generation hindurch in Slaoerei stürzen, den wirtschaftlichen Wieder­aufbau Europas verhindern, den H a ß zwischen den Völkern verschärfen und die Kultur ver­nichten würden.

, sondern es kommen aus dem ganzen Reiche fortwährend ? Kundgebungen, namentlich von nächstbeteiligten In­dustriellen und Finanzleuten, die rückhaltlos ihre Zu­stimmung zu der energischen Abwehrpolitik der Regie­rung aussprachen.

(Eine italienische Note.

Die italienische Regierung hat tn London eine Rote überreichen lassen, in der sie den Standpunkt Italiens in der Entschädigungsfrage ausführlich behandelt. Es wird darin die Verteilung der Entschädigungssumme, wie sie von der Wiederherstellungskommission ausgearbeitet mor­den ist, als für Italien sehr unbefriedigend bezeichnet. Man könne sich nicht mit einem zehnprozemigen Anteil an der Gesamtsumme zufrieden geben.

Der in dm Pariser Beschlüssen angeregte Zuschlag von 12% Prozent auf die deutsche Ausfuhr sei den italienischen Interessen durchaus widersprechend, wenn er auch für England und Frankreich annehmbar sei.

Die eng mit ten, Die

Die Warnungen vor Umsturzplänen.

Rach den letzten Zeitungsberichten beziehen sich die Warnungen vor Umsturzplänen, die von der „Nordd. Mg. Zig." wie vom Außenminister im Reichswirt, schaftsrat ausgesprochen wurden, auf abenteuerliche Putschabsichten des Korvettenkapitäns Ehrhardt, der im vorigen Jahre der Führer der Marinedivision war und seine Leute für den Kapp-Putsch zur Ver­fügung stellte. Er soll jetzt Miächst an Herrn Stinnes und nach desien Ablehnung an General Ludendorff herangetreten fein mit dem Vorschläge, die gegenwärtige Regierung, wenn sie bei den Verhandlungen in Lon­don versagte, zu stürzen und ihn zum Diktator aus­zurufen. Vonrechtswegen Hütte man den Ränkeschmied, der anscheinend vom Größenwahn befallen ist, sofort in Numero Sicher bringen sollen. Zum mindesten aber hätte man in dem Alarmartikel sofort sagen sollen, daß es sich um nichts anderes handele, als um den Rück­fall in die alte Krankheit bei einem ehemaligen Kapp- gehUfen, der von einem neuen Abenteuer iträumtt, obschon er keine Machtmittel mehr hinter sich hat.

Im übrigen ist es sehr gut, daß dieser letzte Funke, der von dem Kappfeuer lwch übrig geblieben, recht­zeitig ausgetreten worden ist. Wenn der unver­besserliche Ehrhardt während der Londoner Konferenz sich aufgespiell hätte, so würde er freilich auch nicht zum Ziele gelangt sein; aber die entstehende Unruhe hätte doch verhängnisvoll wirken können aus die Aus­gleichsbestrebungen unserer Regierung. Nun aber sollte man eMich gründlich durchgreifen und alle gesetzlichen Mittel anwenden, um diesen krankhaften Putschisten u n s ch ä d l i ch zu machen.

Harsch, Gewerkfchastsbeamter, Herzogenrath Herold, Landesöklmamierat, Hans Loevelinkloe Dr. Heß, Oberregierimgsrat, Ahrweiler Hirtsiefer, Gewerffchaftsfekretär, Esten Dr. Hörster, Justizrat, Altena i. W. Iacoby-Rasfauf, Gutsbesitzer, Wilken Ialetzkt, Gewerkschaftssekretär, Breslau Hetzberger, Frau, Berlin Kamp, Kreisschulvat, Münster Kaulen, Gutsbesitzer, Lövenich Kloft, Beigeordneter. Esten

Kölges, Dberinmmgsmeifter, Mülheim a. Ruhr Köpper, Dauerngutsbesitzer, Peterwitz Köthenbiirger, Bauunternehmer, Paderborn Krug, Kreisschulrat, Düren Küsters, Landwirt, Sanbfortshof

Dr. Lauer, Direktorin der ftädt. Wohksichrtsschule, Köln

Dr. Lauscher, Umversitätsprvfestorr, Bonn Letocha, Direktor, Rabzionkau, O.-S. Lönartz, Landrat, Bitburg a. Eifel Mallach, Landwirt, Wittkow Merx, Eifenbahmoagenmeister, Köln Metzinger, Genostenschaftssekretär, Esten Müller, Dachdeckermeister, Neuwied Mustol, Gewerkschafts- u. Arbeitersekretär, Deuthen Dr. Neumann, Amtsgerichtsrat, Ratibor Nieftroj, Pfarrer, Königl.-Neudorf Oppenhoff, Landflenchtsrat, Aachen

v. Papen, Gutspächter, Major a. D., Haus Merfeld bst Dülmen

Pingel, Propst, Marienburg, Westpreußen Dr. Porsch, Geh. Justizrat, Breslau (Landeslffte) Rhiek, Amtsgerichtsrat, Fulda Richiarsky, Bauerngutsbesitzer, Osterwitz Rürup, Berabwubeamter, Esten

Dr. Schmedding, Präsident des Landesfinanzamtes, Münster i. W.

Schmelzer, Landwirt, Oberbunden, Kreis Olze Schmidt, Eisendahnfchloster, Conz b. Trier Dr. Schmidt, Stiraifanstaltsdirsktor, Düsseldorf

genstanü. Dieser Friedensvertrag ist der erste, dessen Unmöglichkeit die (intente bereits eingesehen hat, be­sonders auch, daß die Hauptschuld an dieser Unmoglich- teit die Art feines Zustandekommens in Form eines Diktats, ohne daß die Gegenseite gehört worden ist. trägt. Das sucht man jetzt in London gut zu machen, indem man auch die Beteiligten hört, und zwar be­zeichnenderweise nicht nur die von der Entente an­erkannte Konstantinopeler Regierung, sondern auch die nationalistische Regierung von Angora.

Dieses Verhalten der Entente läßt doch manchen Schluß zu, der uns Deutsche direkt angeht, denn das, was sich bei dem Sevres-Vertrag bekamtttich alle Ge­biete Arabiens und Mesopotamiens, große Stücke Klein­asiens mrd die ganze europäische Türkei entrissen wor­den. Von letzterer ist ihr nur Konstantinopel geblie­ben. Die türkischen Nationalisten rücken nun aber die Gebiete Kleinasiens, die sie besetzt haben, nicht mehr heraus, und mit Gewalt war bisher nichts Rechtes zu erreichen. England hat sich nun die Herrschaft über die ihm wichtigen Gebiete Arabiens, Palästüms und Mesopotamiens gesichert und ist daher bereit, in anderen Fragen nachzugeben. Nicht so die Franzosen, die in Syrien selbst und in Kleinasien mit Hilfe der Griechen ein Gegengewicht gegen die englische Uebermacht Her­stellen wollen. Es scheint da hinter den Kulissen be­reits heftige Kämpfe gegeben zu haben. Aber es ist wahrscheinlich, daß sich der Engländer, der auf die Orienftrage tatsächlich das größte Gewicht legt, sich die Konzessionen von den Franzosen machen läßt, die er braucht, gegen das Versprechen, die Franzosen hi der Entsch2digun g sfrage gegen Deutschland zu unterstützen. Das ist ja wohl auch der Hauptgrund, weswegen die Orientkonfe- renz vor die Errtfchädigungskonferenz gelegt ist. Der Engländer, der an der ersten mehr interessiert ist, will die Franzosen durch Entschädigungsversprechen in der zweiten ködern. Wenn es dann nachher bei der zwei­ten Konferenz zum Klappen kommen sollte, hat Ettg- land das, woran es ihm hauptsächlich gelegen ist, in seine Scheuern gebracht.

Die türkische« Forderungen.

lieber den Verlaus der Sitzung am Donnerstag wird berichtet, daß die türkischen Delegierten ihre Forderungen Darlehen, am Nachmittag sollte dann bte griechische Delegation ihre Forderungen oorlegen. Die beiden türkischen Delegationen verlangten rückhaltlos für die europäische Türkei die Grenzen von 1913, die sofortige Zurückgabe von Thrazien und Smyrna und die Vorherrschaft der Mohammeoaner. Die Sudgrenze soll.evenfalls wieder bi» auf den Stand von vor dem Kriege gebracht werden. Die Grenze gegen Persien soll mit Ausnahme der armenischen Grenzlinie durch Verhandlungen rhce endgütige Festlegung erfahren. Im übrigen finden die entscheidenden Verhandlungen der Alliierten hinter verschioffenen Türen statt. Die Türken und Griechen werden nur .angehöcf. Freitag spätestens Samstag, sollte die entgiltige Entscheidung j fallen.

strahlen. Lächelnd bot sie ihm den Wein, und als er verlangte, daß sie ihm erst Bescheid tue, sonst rühre er das Glas nicht an, nippte sie an dem Wein und sah ihm dabei tief in die Augen.

-Dein Wohl, Gina!" rief Michael mit seiner tiefen, ein wenig bebenden Stimme und leerte das dargereichte Glas In einem Zuge.

In seiner freudigen Ueberraschung tat der Wirt ein gleiches, trug die Gläser in sein Haus, verschloß sorg- sam die Türe und folgte mit seiner Frau dem jungen Paare, das in eifrigem Geplauder aus der Straße der Kirche zuschritt.

Anton Barners Gesicht strahlte vor Freude; im rei­nen Uebermut kniff er seine Gattin ein wenig in den molligen Arm und flüsterte ihr ins Ohr: -Jetzt hat's ihn gepackt, Zenz. Gib acht, jetzt mußt Hals über Kopf die Brautsteuer richten und in vier Wochen ist Hoch­zeit. Denn dafür kenn ich den Pallanta, wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, geht's ihm wie seiner Esse — er ist Feuer und Flamme und kann's nit ad- warten, bis fein Wunsch erfüllt ist. Wie gesagt — in vier Wochen macht er Hochzeit —“

„Gott ged'sl" sagte Frau Zenz und faltete die Hände um ihr Gebetbuch, „'s auch höchste Zeit, Toni. Dös arme Diandl weint sich sonst noch d' Augen aus vor Gram um den Schmied. Daß eins so vernarrt sein kann in a Mannsbild, dös versteh' i net."

„Jst's bei Dir leicht anders g'wesen?" neckte er sie.

Aber da erhielt er einen so niederschmetternden Blick aus ihren stolzen Augen, daß er sich unwillkürlich duckte. „Oho!" rief sie, „umgekehrt wird a Schuh braus!"

„So, so", erwiderte er und schmunzelte. „3 moan halt, da hat 's Feuer auf zwoa Seit’n zum Dach 'naus g'schlag'n. Aber gleichviel — glücklich sind wir doch 'worden, gelt Zenz?"

„3a, Toni", erwiderte sie mit warmem Blick. „Wenn die Eh' der zwoa dort so glücklich ro.rb roie die unserig'.' nacha will i dem Herrgott alle Tage danken, so lang t leb."

Damit war auch ihr Eheherr einverstanden und In holder Eintracht gingen sie zur Kirche. —

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13. Dr. CrswMM, Pfarrer, Betzdorf a. Sieg

14. Elsner, Hauptlehrer, Hausdors, Kr. Neurode

15. Esser, Genossenschastsleiter, Euskirchen

16. Fallm, Juftiznat, Rechtsanwalt u. Notar, Gr.-Streh- litz, O.-S.

Dr. Faßbender, Geh. Regierungsrat, Bersin-Südende FeDhuh, Frau, Gleiwitz, O.-Schl.

Fink, Schremermeffter u. Stadt rat, Wiesbaden

Gerig, taufm. Angestellter, Köln

Giese, Lyzeallehrerin, Bottrop L W.

Goebel, Amtsgerichtsrat, Myslowitz, O.-S.

Gospos, Rechmmgsrat, Eisenbahnverkehrskoutrolleur, Kreuzburg, O.-Schl.

Hierantroonitd) tür Den .eoautoneUen Tett: Äarl Schütte, s Hix öu Anzeigen: I. Parze« «er-Fulda. z SRotationsDrud u. Verlag der Fuldaer Attiendruckerei in Fulda, ^ernipiedier Nr. 9. Teiegr.-älbreife: gu idaer Zeitung

Dinslage, Landrichter, Geh. Iustizrat, Arnsberg i. W.

12. Eickeiboom, Imfendpflegerin, Paderborn

70. Schilling, Postverwatler, Amern, St. Georg

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Deutscher Reichstag.

In der Freitagssitzung des Reichstages wurden zu- > nächst eine Reihe verschiedener kleiner Anfragen,' erledigt. Dann setzte das Haus die Aussprache über den Etat des Arbeitsministeriums fort. Abg. Malhahn (Komm.) polemisierte gegen die Regierung, die ein Werk­zeug des Kapitalismus sei. Abg. Frau Kähler (Soz.) ’ forderte ein Hausangestelltengesetz. Dann ergriff Reichs- - arbeitsminister Dr. Brauns noch einmal das Wort, um ungerechtfertigte Kritik zurückzuweisen und andererseits die mannigfachen Wünsche zu behandeln. So verwahrte er sich gegen den Vorwurf, daß unsere Sozialgesetzge- bung, vor allem das Versorgungsgesetz, ein Flickwerk sei. Die vom Völkerbund aufgestellten internationalen Ar­beiterschutzbestimmungen seien in Deutschland fast voll­ständig durchgesührt. Andererseits leide unsere soziale Gesetzgebung stark unter der durch den Druck der En­tente geschossenen unsicheren Wirtschaftslage Man solle nicht gleichzeitig neue Gesetzesvorlagen in kürzester Frist verlangen und andererseits über die Berliner Galopp- Gesetzgebung schimpfen. Mei der Erwerbslosenfürsorge stehe die Arbeitsbeschaffmtz obenan, auf die Geldunter­stützung könne jedoch nicht verzichtet werden. Bon der Begrenzung der Unterstützungsdauer auf 26 Wochen wird, so führte der Minister weiter aus, in weitgehen­dem Maße abgesehen. Schließlich polemisierte noch der Abg. Ersing (Ztr. gegen den Abg. Geißler von der deutschen Bolkspartei Letzterer hatte sich zu der Be- ‘ i hauptung verstiegen, in den Arbeiterkreisen habe di» Spielwut einen großen Umfang angenommen, die Ar­beiter gingen auf die Rennplätze und verspielten dort ihren ganzen Wochenlohn. Herr Geißler ist Führer ber gelben Gewerkschaften und verrät, sofern er nicht die

Die Zentrnmsfraktton des neuen Landtages.

Da sich in der Presse, besonders in den Blättern an­derer Parteien, die widersprechendsten Mitteilungen finden Aber die gowähllen Abgeordneten, wirb unseren Partei» freurMi mit einer genauen Auszählung 6er gewählten Senwumsabgeo ebneten gedient sein.

Mit einem Stern vor dem Namen sind jene Adgeord- flete bezeichnet, die bisher ein Landlagsmanbal nicht hatten, ptr0 erstmalig gewählt find.

1. Wiegoer, Kaufmann u. Malermeister, Bochum •2. Bamnhoff, Postsekretär, Hagen t W.

3. Bergmann, Beigeordneter u. Gewerkschaftssskr., Köln

Dor London.

Debet den Abschluß der Berliner Beratungen wird gemeldet: Die unter dem Vorsitz des Reichsministers Dr. Simons abgehaltene Schlußberattmg der Sachver­ständigen aus allen Gebieten des berufsständigen Le­bens kam zu dem einhelligen Ergebnis, daß die A n- nahme der Pariser Forderungen aus wirtfchaftlichenundfinanziellenGrün- d e n un m ö g l i ch fei, und jeder Versuch, eine Lö­sung auf der Grundlage der Pariser Beschlüsse zu fin­den, $u_ einem Zusammenbruch der Weltwirt- schaft sichren müsse. Eine von den Sachverständigen gut geheißene Denkschrift weist diese Unmöglichkeit im einzelnen noch. Die Sachverständigen erklärten sich mit dem Standpunkt der Reichsregierung, kn den zu ma­chenden festen Gegenvorschlägen bis an die Grenze der deutschen Leistungsfähigkeit zu gehen, einstimmig einverstanden.

„Freut mich", erwiderte Michael und runzette ein *enig die Stirn, weil er merkte, wohin der Wirt zielte, er war ja der Gina gewiß gut, aber zur Heirat ver- Lü^te er noch Immer keine Lust, obwohl die beiden feit Bnbr und Tag heimlich versprochen waren und die Eltern ja immer wieder zur Heirat drängten. Es war van ’e“®n Michaels eine etwas kühle Liebe, wie der Wirt ^neinte, und das war um so sonderbarer, als Gina doch

x f«£nfte unö wohlhabendste Mädchen im Tal war «nb Michael Pallanta für Frauenschönheit sehr ern- pfanglich mar. Manchmal verflieg sich Sanier seinem Werve gegenüber sogar zu der Behauptung, im Leben des jungen Pallanta muffe irgend ein Geheimnis sein, weil er bald heiß wie Feuer und bald kalt wie Eis fei. Aber laut wogte er dies nicht zu sagen, weil er fürchtete, O^undschaft ber angesehenen und einflußreichen Familie des Richters zu verscherzen. Daß aber Michael em „Besonderer", ein rätselhafter Mensch sei, der sogar etwas Dämonisches an fid) batte, bas stanb bei ihm

„ .uchte den junge» Meister bei jeder Gelegen- heit für lerne Ulane zu gewinnen — und wenn erst ®ma sein Weib wurde, war alles gut. Das liebe Mädel würbe mit ihrem sanften, fieunblichen Wesen wie ein Achter Engel an feiner Seite durchs Leben gehen und die dösen Dämonen verscheuchen, die den Meister der Esse jetzt noch verfolgten.

Als dann die blonde, schlanke Gina mit dem an­mutigen Madonnengesicht, ben blauen, treuherzigen Augen unb dem süßen Kinberlächeln um die frischroten 8'PPen unter der Tür erschien und den Gast freudig begrüßte, schien auch dieser non dem Zauber des fru scheu, reinen Dergkindes gefesselt zu fein Seine um- düsterten Augen leuchteten auf, als ob ihm die Sonne bi» Herz geschienen hätte, und mit mehr Wä-rne, als « sonst seine Art war, erwiderte er Ginas Gruß und Händedruck.

Ginas Wangen röteten sich vor Freude unb bie Hoff­nung auf ein baldiges Glück an der Seite des heißgelieb­ten Mannes machten ihre Augen wie zwei Sonnen er-

Brieg, Bez. Breslau.

Don den 84 Mitgliedern der Zentrumsfraktüm. zu denen sich noch ein Teil der Deutsch-Hannoveraner Äs Hospi­tanten gesellen wird, sind 49 wiedergewählt, 11 geblieben als Oberschlesier, 24 neugewählt.

Zugleich Mitglied des Reichstages sind die Abgeord­neten: Busch, Herold, Dr. Lauscher.

29 Mitglieder der Zentrum ssraktion der bisherigem Landesversanmllung kehren Äs Land-tagsab geordnete nicht wieder.

Die Vertretung der verschiedenen Berufe ergibt sich aus folgender Zusammenstellung: Angestellte, kaufmän­nische: 1; Arbeitervertret«: 16; Aerzte: 1; Beamte, mittlere: 6; Beamte, höhere: 3; Frauen: 8; Geistliche: 5; Gymnasialprosessoren bezw. StuÄenrwte: 2; Handwerk- und Kleingewerbe: 7; Industrie und Handel: 2; Juristen: 11; Vertreter der Landwirtschaft: 14; Lehren 6; Uni- versitätsprosessoren: 2.

Dies« Zusammenstellung würde allerdings das bunte Bild der Berufsvertretung nur unvollständig wiedergeben, wenn man unbeachtet ließe, daß viele Abgeordnete bei mehreren Berufen zu nennen sind. Unter den Juristen z. B. befinden sich höher« Beamte, Minister, deshalb fei pochgefügi, daß außer den genannten Vertretern noch be­zeichnet werden müssen: 3 Abgeordnete Äs Kaufleute, 3 Äs Juristen, 2 als höhere Beamte, 2 Äs Staatssekre­täre, 1 als Mittelständler, 1 Äs Geistlicher, 1 als Minister.

Aus dieser Ueberstcht ergibt sich, daß rn der Landtags­fraktion der 3entrinn3partei die vielen Berufe so günftig vertreten sind, wie das ber Charakter der Partei Äs Bolkspartei verlangen mutz. Es wird der Fraktion nicht schwer werden, im allen Fragen, auch des Wirffchasts- lebens stets den rechten Weg der Mitte zu gehen und durch den Ausgleich der Interessen bas Wohl des Einzelnen und das Gedeihen des Bolksganzen zu fördern. Wer bei ben letzten Wahlen feine Stimme dem Zentrum Angeführt hat, wird fein Vertrauen nicht getäirfdyt sehen, denn dos Zentrum, auch bie Zentrumsfrakticm des neuen Landtages, ist unb bleibt bte Partei des Ausgleichs, bie Partei ber Mitte.

währt würben.

Nach Schluß ber Aussprache wurde der Antrag aller Parteien auf schleunige Vorlegung des Hansangestelllen- - gesetzes, der unabhängige Antrag auf Vorlegung eines Urlaubsgesetzes, der soz. Antrag auf Erhöhung ber Reichs- : Wochenbeihilfe und Wiederverwendung des entlassenen La- 1 zarettpersonÄs angenommen. Gegen die Stimmen der Reäfisparteien wurde die Enffchiießumg Hergts (Dnat. Bp.) abgelehnt, die ein Gesetz auf die Kapital- und Gewinn- betelligung der Arbeiter fordert.

Samstag: Notetot, zweite Beratung des Haushalts,

Deutsches Keich.

** Berlin, 25. Febr. Der Reichsfinanzm"mifter wird zur wetteren vorläufigen Regelung des Reichs­haushalts für 1920 eine Kredttermächligung von 8% Millionen fordern.

* Zur Rcgierungsbildmtg in Preußen. Die Zen­trums-Parlamentskorrespondenz schreibt, daß verbind­liche Verhandlungen zurzeit nicht geführt werden. Es besteht auch gar keine Möglichkeit, eine endgültige Ent­scheidung früher herbeizuführen, als bis die Fraktionen im Landtag zusammen getreten sind. Denn bei diesen und bei dem Landtag, der am 10. März zusammentritt, i liegt die Entscheidung. Das hindert natürlich nicht, daß 1 in der Zwischenzeit mwerbindliche Verhandlungen zwr-