uldaerZeitung
Amflicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.
48. Zahrg.
__ Bezugspreis: Monatlich Z.00 Mr. ohne Zusteügcbübr. JnFu.Sv
TA lQ21 bei unsabget,oitZ,tL Mt. Anzeigenpreis: Die Kl, in,eile
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Leraatwonlich für den leßauioneUtn Teil: Sari Schulte. - für bik 'Anzeigen: I. Parze, ler-Fulün. :; gtotattonsörud u. Verlag der guldaer Actiendruckerei in Fulda. ^emlprecher Nr. 9. Telegr.-Adrelse: Fuldaer Zeitung
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Deutscher Reickstaq.
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Und Leidenschaft brach aus der Furcht hervor, sie tönn1
Die Vorbereitung der Londoner Konferenz.
Die Beratungen der Sachverständigen des Ausschusses für die Vorbereitung der Londoner Konferenz werden voraussichtlich am heutigen Donnerstag ihren Abschluß finden. In der heutigen Plenarsitzung werden eine große Anzahl Sachverständiger aller Kreise, der Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberorganisationen, des Handels, der Industrie und Landwirtschaft teilnehmen. Man erwartet, daß in der Sitzung Reichsminister Dr. Simons sich noch einmal eingehend über die Lage verbreiten wird. Das Büro der deutschen Delegation, angeblich 30 Personen, wird bereits am Samstag mittag von Berlin nach London abreisen, während die eigentliche Delegation erst am Snontag abfahren wird. Wie verlautet, werden der englische Botschafter in Berlin, Lord Abernon und der französische Botschafter Laurent in den nächsten Tagen gleichfalls nach London abreisen.
N^ichsarbeitsmmlstmi'.'ms m't dem Re'chswlrtschafts- ministerium eine Notwendigkeit. Nach einigen allg-met» nen Streiflichtern, die der Minister auf die verschieds-
2)er Reichstag weist in feiner Mitiwochsitzung eine ziemlich schwache Besetzung auf. Offenbar hat mancher Vertreter des deutschen Volkes infolge der Ueberan- strengung vor der Preußenwahl es vorgezogen, zunächst einmal auszuruhen, um dann mit neuer Kraft auf der Bildfläche zu erscheinen. Bei den erschienenen pflicht- getreuen Reichsboten herrscht reger Gedankenaustausch. Natürlich steht die Neubildung der preußisÄen Regierung und eine eventuelle Umbildung der Reichsregie- runq im Mittelpunkt der Erörterungen. Das Hous tritt in die Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsmini st eriums ein.
Der neue Landtag.
Das amtliche Ergebnis.
Nach den letzten amtlichen Berechnungen des ^andeswahlleiters wird sich der neue preußische Landtag aus 428 Abgeordneten zusammensetzen. Davon entfallen:
men in diesem Sinne zu treffen. Als ZU müsse im Auge behalten werden, in absehbarer Zeit solche Beschränkungen völlig zu beseitigm.
Bei der Besprechung über die Fleischversorgung zeigte sich, daß eine Ausdehnung der Verordnung vom 19. September 1920 hinsichtlich des SchSußscheinzwangs für den Diehverkchr und des Konzessionszwaings für dni Fleischabfaß, wie ste von den verschiedenen Landesreg’e» rungen vorgeschlagen war. nicht zweckmäßig erscheint. Die durch Verteilung von verbilligtem Mais nunmehr ermöglichte Schweinemästung auf vertraglicher Grundlage soll unverzüglich durchgeführt wecken.
Bezüglich der Kartoffelversorgung hn kommenden Wirtschaftsjahr wurde von der überwiegenden Mehrheit der Bersammlumg völlige Freigabe entsprechend den Vorschlägen der Reichskavioffesstelle empfohlen. Beschränkungen sollen nur bei besonderen Notständen mit Zustimmung des Reichsmmistcriums zulässig sein.
Anschließend erfolgte eme ein sehende Aussprache über die gegenwärtige Loge der Milchzwangswirtschaft und die zur Verbesserung der gegenwärtigen Situation notwendigen Maßnahmen. Die Aussprache hatte aber zunächst nur vorbereitenden Eharakier, da auf der nächsten Konferenz der Ernährungsmmmster die Frage der Neuregelung der Milchzwangswirtschast einer endgültigen Beratung unterzogen werden soll. Es bestand lieberem* stimmung darüber, daß alle Mittel angewandt werde« müssen, um zu einer Steigerung der Milchproduk. tion und zu einer besseren Delieseriung der Verkaufs* zentralM mit Mich zu gelangen.
Die nächste Konferenz der Ernähvtmgsminrfter findet Ende März in Bremen statt.
feiner Fähigkeit zum passiven Widerstand wohl bewußt ist und sich durch keine Strafandrohung, durch kein Sä- belgerassel zur Unterwerfung unter unmögliche Forderungen bewegen läßt.
Die gegenwärtigen Bestrebungen zur Erweiterung der Koalition und zur Gleichmäßigkeit der Regierungsverhältnisse im Reich und in Preußen müssen natürlich auch Rücksicht auf die hochpolitische Krisis nehmen und von der ösfentlichen Meinung im Geiste der Sammlung betrachtet und beurteilt werden. Wenn die unversöhnliche Richtung bei den Gegnern auf der Londoner Konferenz die Oberhand behalten sollte, so müssen wir auf einen neuen Krieg gefaßt sein und demgemäß unsere Berhältnisse einrichten, daß eine wahre Regierung der nationalen Verteidigung mit voller Wucht in Wirksamkeit treten kann.
Mithin bleibt die Forderung dieser Tage: Alles zu vermeiden, was Zwietracht Hervorrufen könnte, und alles zu tun, was uns zu einem einigenVolkvon Brüdern macht, die in keiner Rot sich trennen und Gefahr.
Abstimmungstermin am 20. März.
Wie ans Oppeln gemeldet wiid, hat nunmehr bie, interalliierte Kommission für die oberscblesische Abstimmung beschlossen, den Abstimmungstermin endgültig auf den 20. März festzusetzen. “ Hceczu wird an Berliner zuständiger Stelle mitgeteilk, daß die Abstimmungskommission in Oppeln schon seit längerer Zeit alle Anstrengungen gemacht hat, die Borbereiiungen für die Abstimmung so rasch rote möglich zu fördern. Es dürfte daher, wenn es irgend möglich ist, am 20. März abgestimmt werden, wenngleich man sich nicht verhehlt, daß die Kommission bis dahin noch viel Arbeit zu erledigen hat, die besonders in der Prüfung der außerordent- sich zahlreich eingegangenen Einsprüche der ans irgendwelchen Gründen zur Abstimmung nicht zugelassenen Oberschlesier besteht.
paar zärtlich leisen Worten die Brücke schlug, sie würde mit ihm darüber schreiten — und das wäre nicht gut getan, denn der leichte Steg würde ,kein Weiter überdauern. *
Aber er hatte nicht ihren Mund geküßt. Nur ihre Hand hatte er an fern? L'ppen geführt, und in seinen Augen hatte es geleuchtet, wie er sagte:
»Das ist gut, daß wir uns hier finden, unter freiem Himmel . . . nicht in enger Stube."
Dann waren sie Seite an Seite weitergegangen, hin zu dem Birkenwäldchen, und dort, unter den schlanken Bäumen saßen sie nun, und er sprach zu ihr.
Sprach alles heraus >zu ihr, was ihm drinnen im Herzen saß, alle Schuld, die er sich gab, alle Höhe, zu der sie seine Liebe hinaufhob, alle Tiefe, tu der sein Her; sie hineinsch'vh.
Sie hörte.ihn sprechen und schwieg. Hatte nur einmal ihre Hand auf seine L ppen legen wollen, ba er zu mibarrnherz g sich vor ihr anklagte. Er nahm ihre Hand, behicli sie in der seinen, sprach weiter zn ihr und schwieg tief gefenkien Hauptes.
Und ihm kam Furcht vor diesem Schweigen, vor diesem Nebeneinander, las doch kein M eeiuander war.
— Di» Kinder nnb der Marien. Diele Kinder
auf das Zentrum aus denKreiswahtvorschlägen 64, aus der Verrechnung der Reststimmen 6 und aus Oberschlesien 11, zusammen 81 Abgeordele;
auf die sozialdemokratische Partei aus den Kreisroahlvorichlägen 97, aus d r Verrechnung der Reststimmen 10 und aus Oberschlesien 7, zusammen 114 Abgeordnete;
auf die Demokratische Partei 14 + 11 + 1, zusammen 26;
auf die Deutschnationalen 62 + 12+ 1, zusammen 75;
auf die Unabhängigen 18 + 9 + 2, lammen 29;
aufdieDeutsche Volksparter 48 + 10, zu fammen 58;
ter der schlechten Finanzlage leiden oder gar znrnckne- stellt werden darf. Aber fegliche Svzfalnvlittk müsse, fo fordert der Reichsarbeitsminsster. prob' ft d s wecken rnb dämm fei engste Znfomm"narbeit brs
Neichsarbettsminister Dr. Branns verbreitete sich in längeren Ausführungen über bte verschiedenen Zw^'ge feines ausgedehnten Arbeitsfeldes. Don besonderem In- tereffe ist dabei das freudige Bekenntnis irg DUnisters zur Fortführung der Sozialpolitik b'e
Vorn Reichswrrtschaftsrat.
Der vorläufige Reichswirtschaftsrat ehrte zu Beottm der gestrigen Sitzung das Andenken des verstorbenen Mit- gliodes Karl Legien. An Stelle Legi ms ist der fetzige Vorflhende des allgemeinen Gewerkschafisbimdes Theodor Leipart neu emaetrefen. Zum 2. Vorsitzenden wurde mit 185 von 224 ©Stimmen Adolf Cohen als Vertreter der Arbeitnehmer gewählt. Hierauf erfolgte der mündliche Bericht des Siedkrinas- und Wohnmigsausschuffes zum Entwurf über bte Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues (Mietssteuer). Die Vorlage wurde mit einem Antrag Wissel! (keine Zuschüsse zu Spekula, tionslxmten) und mit einem Antrag Henke (Beseitigung der Steuerfreiheit der gewerblichen Zwecken dienenden öffentlichen Gebäude) angenommen.
Am Donnerstag wird der Reichswirtschaftsrat Stellung nehmest zu den Pariser Beschlüssen und zu der Londoner Konferenz.
Aus dem besetzten Gebiet.
Die Schwarzen. Im besetzten Teil von Hessen sind 5000 Maro'kaner - t » 0 Zucwen cinge-ückt, im De. zirk Aachen 3000 Marokkaner. In der Pfalz ist ebenfalls mit der Belegung von farbigen Truppen begönne» worden.
Die Ernährungsminister-Konfereuz.
Die Konferenz der Emährmtgsm+sster hat ihre Verhandlungen am Mittwoch mittag zu Ende geführt. Die Besprechung über die künftige G e i r eid e bew! rt. schaftung hatte das Ergebnis, daß etwa eine Umlage bis zu einem Durchschnitt von vier Doppelzentnern pro Hektar der Gesamtanbaufläche ihr Weizen, Roggen, Gerste, Hafer auferlegt wecken foll. Im «eiteren Verlauf der Konferenz wurde die Verordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Skrforgunas. regelung vom 25. Dezember 1915 besprochen. Es ergab sich dabei llckeremstmimumg in der Auffassung, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen fei, in dem b’e Abfatzbc- fchränkung und Hkchstpre'fefeftfetzung der Länder und der Kcrmmuna'vetbätDe^ über Erzeugnisse, für die das Reich die öffentliche Bewirtschaftung aufgehoben Hai, vollkommen fallen können. Den ßäniem, nicht auch den Kommunal» verbänden, soll die Befugnis gegeben wenden, im Einverständnis mit dem Reichsnünisterium für Ernährung und Landwirtschast zur Vehsbwtg von Notständen Maßnah-
Schleswig-Holsteinische Laichespartei. Sie ist eine Listenvcrbindung mit der gemeinsamen Liste eingegangen, die das Zentrum und die Deutschhannoveraner ausgestellt hatten. Diese Liste hat bis jetzt 3 Zentrumsabgeordnete und 6 Deutschhannooenmer ergeben. Da der größere Teil der Reststimmen bei den Schleswig-Holsteinern liegt, so ist ihnen em siebentes Mandat zugesallen. Die Schleswig-Holsteiner mußten von vornherein damit rechnen, daß dies Mandat sowohl dem Zentrum als auch den DeMfchhannoveranern, denen von ihrer Partei die Hospitation beim Zentrum anempfohlen worden ist, zugesprvchen werden könnte. Das ist ein neuer Beweis, daß der Gedanke an eine Er- beretterung der Zentrumsbasis marschiert, trotz allem Geschrei der Deutschnationalen, die sich für die berufenen Hüter der nationalen und kirchlichen Rechte der Evangelischen halten. Bei dem eingangs erwähnten Stimmenverlust in Schleswig-Holstein ist außerdem zu berücksichtigen, daß 1919 gerade in Altona und Kiel außerordentlich viele katholische Marine-Soldaten, Werftarbeiter und Angestellte Zentrum gewählt haben, die inzwischen in ihre Heimat zurückkehren mußten.
um ihm das richtige Funktionieren zu erschweren. In dieser Beziehung werden leider sehr viel Sünden begangen: man gibt tvm Kinde außerhalb der Mahlzeiten zu essen, ober zwingt es zu Speisen, die der Magen nicht verträgt, oder überfüttert es, oft genießt es Zuckcrwerk, Ldst ober eine Schnitte mit schmutzigen Händen usw. Das alles kann und muß zu Störungen der Berdauunpsorgane 'führen! Sorge man also dafür, daß dos Kind sich an Ordnung gewöhnt UAd an unbedingte Sauberkeit! Die Mahlzeiten müssen pünk sich zu bestimmter Zeit eingenommen werden und sowohl nach der Art. wie nach der Menge und der Zubereitung fo beschaffen sein, daß das Kind out verdauen und mit den aufoenommenen Nährstoffen bis ’.ur nächsten Mahl'ett cmekommen kann, wozu langsames Essen und gehöriges Kauen von bedeutsamem Einfluß sind. E'ii.e UeberfiUferunq ist ebenfalls rom Hebel, denn der Herne Magen arbeitet nickst wie er soll, sondern wie er 'eiter will! Hielt das Essen nicht lange genu-r an, ist das Kind herumgesprungen und hat Appetit oder rorentg Hunger bekommen, so oeroähre man ihm ein Zwischengericht, möglichst Milch, oder Obst oder etwas Schokolade und bergt., aber stets lasse man erst die Hände reinigen, die ja beim Spielen und Tollen immer unsauber werden. Ißt das Kind mit unsauberen Händen, dann geraten leicht Krank- kieit?keime, Bakterien usw in den Magen. Kleine Ursachen haben schon ost zu großen Wirkungen ne. führt! ef-
— Tie Kunst her Bede. Wir (eben tm Zeitatter beg Redens! W^s wird doch heutzutage alles gere'-et! Zu welchen Meisterwerken wecken die winzigm 25 ßa '*e des A'p%bets oft z'isammen-'esetzt. ab-r auch zu welchen saft- und kraftlosen, limonadenhaften ackanken- armen Schwatzereien, von Hetzereien ganz zu lchwei-en. Wer nicht zu rcken verfteht. ber rebet gewöhnlich am meisten, am liebsten. Mancher glaubt, nur burdj bie Menge der Worte zu wirken, ein anderer macht nur wenige Sätze mit einigen Schlagern und gewinnt alle Herzen und Sinne im Sturme. Wie oft verlädt man einen Vertrag, eine politische Versammlung mit dem ®eW(:, Weniger wäre mehr gewesen. Die Meuchen können jetzt vieles, sehr vieles, aber gut zu reben vor»
| Reuen gesagt, in bas sie sich erst hineingewöhnen müß- I ten, er rief es ihr zu:
„Jedes für sich . . allein . . Unb meinst, daß ich es könnt« . . warten könnte . . unb habe doch Kraft in meinen Armen unb sollte sie nicht ausstrecken nach Dir, sollte Dich nicht zwingen, zurückzwingen zu mir mit aller Gewalt des Leibes unb der Seele?!'
Sn ihres Mannes Arm fühlte Gertrud sich hinein» gerissen, an feine Brust hot ste sich festgebrückt, all ihre Stärke, all ihr Stolz ist untergegangen, versunken, als wäre er nie gewesen. —
Der Abend dämmert, wie sie heimwärts wandeln, zwischen den Felbern hinburch, auf benen in Garben gebiinben bie Ernte steht. Sie beutet darauf: „Sieh, es ist ein gutes Jahr . . . freut es Dich nun wieder?'
5a. er freut sich wieder feines Besitzes, freut sich, baß die Scholle, auf bie fein Fuß tritt, bie feine geblieben, und warmer Dank quillt in ihm auf für ben, dem er noch nicht Dank gesagt. Er beginnt von Anton Weibrecht zu sprechen und erzählt von bcm Besuch, ben jener zum Herbst angekündigt.
Auf Gertruds Gesicht zieht langsam bie Röte auf. wie drüben am Horizont ber Widerglanz ber gesunkenen Sonne.
„Hai er Dir bas gesagt? Hat er bas Dir selbst gesagt ... aus freien Stücken . . . o, ich bin fo froh, so froh.“
Ihr Haupt ist an ihres Mannes Schuller gelehnt. Er blickt barauf nieder in stummer Andacht, unb voll heißer Vorsätze für bas neue Leben, bas nun vor ihnen liegt.
Was haben wir jetzt zu besorgen?
Als Wähler haben wir gesprochen; die Auswertung des Wahlergebnisses in der Organisation der Parteien und der Regierungen ist von den berufenen Führern in die Hand genommen worden. Das Volk kann sich also nunmehr den anderen großen Aufgaben der Politik zuwenden, und da steht tm Vordergrund neben der Londoner Konferenz die Abstimmung in Oberschlesien.
Das eine wie das anfcere Problem kann man ohne llebertreibung als Lebensfrage für die Nation bezeichnen. Sie hängen auch in sich zusammen. Denn wenn wir Oberschlesien verlieren sollten, so wäre die deutsche Volkswirtschaft so geschwächt, daß wir nicht einmal die in Spaa übernommenen Leistungen, geschweige denn noch neue Belastungen aufbringen könnten. Von unseren Sachverständigen in Brüssel war unter den fünf Bedingungen für die deutsche Leistungs- fohlgkeit an erster Stelle die Erhaltung des oberschlesischen Lndustriebezirks genannt worden.
Die Entscheidung über die hochwichtige Angelegenheft sicht jetzt vor der Tür. Allem Anschein nach wird die Abstimmung am 2 0. M ä r z stattfinden, sodaß diese Vorwochen vor Ostern wirklich zu einem kritischen Monat werden. Wir haben etwas erreicht, nämlich den Verzicht der Gegner auf den Versuch, die Stimmabgabe der abgewcmderten Lberschlesier auf einen anderen Zeitpunkt zu verlegen.
Die Einheitlichkeit der Abstimmung entspricht un- eren Wünschen und Interessen. Die französischen Helfer der Polen stellen mit Behagen fest, daß sich nicht die erwarteten 350 000, sondern nut gegen 150 000 in Deutschland zur Abstimmung gemei- det hatten. Um so mehr müssen wir dafür sorgen, daß dre Berechtigten auch sämtlich die Reise in die Heimat antreten und ihr Rocht treu und tapfer ausüben.
Noch früher als die Abstimmung in Oberschlesien fommi bie Londoner Konferenz in Gang, twj* rar? un$ soll das Volk tun gegenüber diesen schicksalsschweren Verhandlungen? Die Arbeit in London müssen wir unseren Ministern und ihrem Stabe von Mchmannern überlassen. Aber wenn die unmittel- ““ Ermmschung ausgeschlossen ist, so kann und muß ^ch dcr Volkswille mittelbar sich heilsam geltend machen durch die unerschütterliche Entschlossen- heit, die der Außenminister Simons bei feiner Rundreise mit Recht als die beste Rückenstärkung gepriesen I
Die Einigkeit darf durch nichts gestört werden, auch nicht durch die Nachklänge aus dem letzten Wahlkampf. Die feste Entschlossenheit braucht sich nicht in pompösen Worten oder theatralischen Demonstrationen auszutoben; sie wirkt gerade durch ihre würdevolle Ruhe, die erkennen läßt, daß sich das deutsche Volk Landstraße ein Wagen bccherrollte. Ein Miet,fuhr7 I roert — sie stand und schaute hinüber. Der Graben I war tief unb deckte sie bis zur Mitte ihres Körpers; wenn einer nicht scharf um sich schaute, würbe er ste I nicht gewahren.
Doch ber bort im Wagen saß, hatte scharfe Umschau gehalten über die Wiesen unb Aecker ringsum unb hatte bas blonde Haupt gesehen, bas aus bcm Wiesengrün hervvrleuchtete.
Franz Lützenkirchen war aus dem rollenden Wagen I gesprungen, hatte den Kutscher abgelohnt, und quer über I Felder und Wiesen eilte er seiner Frau entgegen.
Sie regte kaum die Füße zum Dorwäwsschreiten. I Und wie er ihr näher und näher kam, da stand sie vollends still, die Arme schlaff am Körper hängend, wartete. Und wußte, wenn er jetzt kam und mit ein
©s wäre doch nicht gut . . . ni$t gut ro3re e3 wenn sie sich so wieder zueinander fanden, mit
GteS stch schlafend über die Stuft, die zw.schen ihnen emgerissen. Denn die Kluft würde bleiben, heimlich weitergähnen ™ „■!
L-rstehen', vollstes MitLderMh7e7 unk festes Vertrauen die Spaltung füllten, daß nich's fr ber Sum Klaffen bringen konnte. 8 10)15 ,k mkbcr
. 23°n innerer Unruhe getrieben verließ fi. hQS <;Q„S fi^g hinaus über ben Hof ins Freie, den \d)makn W g amijtben ben Wiesen entlang, unwest ber San^ftrahe3 f *!, ®oa,e 'hm nicht entgegengeben . . wenn er zurfick- hnrt unfUte' 8:5 dem Birkenwäldchen wollte fi- und
"ier den Bäumen verborgen sitzen, wenn ö- vielleicht von ferne vorüberkam. Denn sie hatte Anost DDr
^rwmen. In dem Graben stand sie, der das Wäldchen oop den Wiesen teieb. «i- jjrüben auf ber
$al|d)er Wert.
Roman von H. Abt, (Schluß).
sie ihn erwartete? . . . Unablässig fragte es sich Lützenkirchen, als er roieber heimwärts fuhr. Drei Tage 2^e<mme R^fe gewährt, nur brei Tage, und als läge n Menschenalter zwischen diesen dreien, so war es • an zumute. Bangend unb zagend, von Schuldbewußt- llar» wid doch darüber eine Hoffnung, eine
» b'e vorwärts, aufwärts deutete aus dem Druckten Kleinmut heraus.
«.J’nL2,?86 ‘ * • Wenn feine Reise nur Anton Weib- baWe S f° fonnte er ^utc zurückkchren. G rirud S S ?03 iür seine Heimkunft nötig war - Ui?« Ä, ’S *»**? -*
fiC 6flrte v-r feine" Wilderohr, h vV reigenen Kraft, ob sie wohl ausreichen J^en Stolz, ihre Festigkeit sich wahrte, fie'tn fiA =,tBa^ ®i-rde, wenn er beim Wiedex- Dhr f£tX- K* rUn^ mit ein PQ°T Küssen ihr ins müder M.' J Dich lieb, unb es ist alles
auf die Kommunisten 20 + 10, zu* fammen 30;
auf die Welfen (Deusch-Hannodersche Partei) 9 + 2, zusammen 11;
.".auf die WirtschaftSpartei des deutschen Mrttelftandes 1+3, zusammen 4.
find insgesamt 428 Abgeordnete. *
Jlntet dem ersten Eindruck der beim preußischen Wahlgang am Sonntag ausgebrachten Stimmen» jiffern war sich bte gesamte Presse darüber einig, daß die Zentrumspartei auch diesmal wieder vor- güglich abgeschnttten habe, da sie nicht nur die alle Siärke behauptete, sondern noch manche Stimme dazu gewann: In zentrumsfeindlichen Blättern möchte man nachträglich dieses Ergebnis abschwächen. iMan stellt den 81 Manoaten, bte unsere Partei «ach den bisherigen amtlichen Feststellungen errungen hat, die 94 gegenüber, über die sie zu Beginn der verfassungsgebenden Landesversammlung verfügte. Das sind aber Zahlen, die man nicht ohne weiteres vergleichen darf. Zunächst war die Errechnung des Wahlergebnisses damals eine andere, die sich in Verbindung mit dem System der verbundenen Listen in verschiedenen Wahlkreisen als für uns günstig erwiesen halte. Außerdem aber haben wir seit den Wahlen vom Winter 1919 Posen und W e ft - Preußen mit Danzig, haben wir baS Sa ar gebt et und Eupe n-Malmedy aus dem preußischen Staatsgebiet aus cheiden sehen. Das aber bedeutet für das Zentrum einen Verlust vou gering gerechnet 10 Mandaten. Außerdem sind in der Zähl von 94 Mitgliedern der Zentrumsfraklion von 1919 fünf welfiiche Hospitanten mit einbegriffen. Tatsächlich ergibt fo der Vergleich mit den Wahlen §ur VanbcSberfammlung, daß das Zentrum in alter Frijche aus der Wahl hervorgegangen ist.
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Ekn Reichstagswahlen in den früheren Abstimmungsgebieten, in O st p r e u ß c n und S ch l es- wi g - H o l st e i n, hat das Zentrum sich nicht nur mit feinem einen ostpreußrfchen Mandat behauptet, « hat auch durch Verrechnung der Reststimmen ein weüeres Mandat auf die Reichsliste errungen, fodoß der protestantische Rechtsamoall von Reh bind er als neues Mitglied der Zentrumspartei des Reichstags emziehen kann. S ch l e s w i g - H o l st e i n hat gegen 1919 mit feinen bisher etwas über 5000 Zentrums- Ittmmen einen in die Augen fallenden Verlust von 2000 Stimmen aufzuweifen, obwohl nachweisllch auch diesmal zahlreiche Evangelische Zentrum gewählt hmen. Der Verlust ist darauf zurückzuführen, daß iuy dort eine Partei aufgetan hat, die ähnlich wir die Deutschhannooeraner die heimatlichen Interessen der Bevölkerung wahrrrimmt, dabei aber ausgesprocben evangelisch-lutherisch ist. Es handell sich um die
j wollen rar nicht recht gesund bleiben, sie kränkeln, I wenn auch nicht immer so doch furchtbar leicht. Die Eltern laufen zum Arzt, der Amt kann michts finden.
I Und doch rrnß etwas nicht in Ordnung fein: gemein» ■ hin ist es der Magen! Ist der Magen krank, dann > ist cs eben auch der ganze Mensch. Aber der Magen i «- „MA„„ • <. ~ . - ., .. . - " •;------- ; braucht gar mcht einmal wirklich krank zu sein, um
j °- Aschen he Gerne bleibend, neben mm gehen, ge- . das Wohlbefinden und das gute Gedeihen zu beein- i trennt von -hm m ihrem Herz-n. Was |ie von dem i trächtigen, es genügen allerhand Unregelmäßigkeiten,