Sal scher Werf»
Roman von S). A b t.
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Er fühlte die Flamme wieder brennen. Kränkung — vor der sie den andern wahren möchte. Und sein Besitz — wieder in ihrem Denken nur sein Besitz. — eein Atem ging schwer, und langsam sagte er:
-^ich werde für unsere Zukunft nichts unternehmen, worin ich mich nicht gleichen Sinnes mit Dir weiß. In diesem einen aber muß ich mich von mir selber beraten lassen. Lebe wohl, Gertrud ... bis wir uns Wiedersehen." —
_, r^anz.Lgtz^kirchen und Anton Weibrecht standen sich gegenüber. Nur einen Gruß hatten die beiden, die sich nie^ zuvor gesehen, ausgetauscht, als Lützenkirchen eingetreten war in Weibrechts stille Arbeitsstube. Und dann blickten sie sich an> Auge in Auge, als suchte jeder des andern Wesen zu ergründen. Emporschauen Mlißte Anton -Leibrecht zu dem jüngeren Mann, der ihn um chauptes.ange überragte, emporschauen zu dieser stattlichen schonen Männlichkeit, die auf starken Schultern bie Kraft .rüg und im freimütigen Blick die Ehrlichkeit der Gesinnung. Einer, der wohl im Selbstbewußtsein eignen, starken Jch-Empfindens nicht immer in bedachter fein Ziel verfolgte, doch der allzeit auf geradem Wege schritt.
Und langsam hatte Weibrechts Hand sich entgegengestreckt.
„Seien Sie mir willkommen, Herr Lützenkirchen." Den Händedruck erwidernd, sagte Franz: „Ich komme so Ungewöhnliches zu Ihnen, daß Sie verzeihen
Müssen, wenn ich im Ausdruck dafür vielleicht nicht ganz die pasienden Worte wähle."
Weibrecht hatte zwei Sessel zurecht^-schoben und bedeutete Lützenkirchen ihm gegenüber Platz zu nehmen. Darauf sagte er gelassen:
„Cs sollten kaum viele Worte zwischen uns erforder- kich sein, und sie dürfen für erledigt gelten, wenn Sie dem Wenigen zuhören wollen, was ich selbst Ihnen zu sagen habe. Ich verstehe, wogegen Sie, als gegen „Un°
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Lkadt Fulda.
48. Zahrg
Mittwoch, 23» Februar 1921
Nr. 44
2964202 Stimmen,
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Weibrecht sacht den Kopf, und mit
Aus dem dekehteir Kebiet.
Deutscher Ueich
nach längerer Pause wieder zusammen.
.Schluß folgt.)
gehangen, als wollten zwei Gegner Lützenkirchens Stirn war keife Röte
Er hatte erhobenen Tones gesprochen, und während er sprach, hatten die Blicke der beiden Männer fest und
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fallen, den."
scharf aneinander sich messen Auf aufgestiegen.
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einem leisen Lächeln sagte er: „Wollen wir es denn so nehmen . . . fast wie eine Feindseligkeit? Können Sie wirklich so viel Aufhebens machen von einem rein äußerlichen Besitz . . . Sie, der doch so viel Höheres darüber zu stellen hat?"
Sein Besitz — Lützenkirchens Haupt beugte sich, er senkte den Blick vor dem, der bester, tiefer als er selber den Wert besten erkannt, was sein höchstes Gut war.
Anton Weibrecht hatte gesiegt. Einmal war er Sieger geblieben — ein wehmütiger Sieg im Kampf selbstloser Liebe! Auch seine Augen schauten ein paar Se- kunben still zu Boden, dann hoben sie sich wieder zu Franz Lützenkirchen, der fetzt langsam, zögernd, als muffe er noch über ein letztes in sich hinweg, ihm die Hand bot.
„Das sonstige", unterbrach ihn Weibrecht, mit seiner schmalen, Hagern Hand Lützenkirchens krästige Rechte festhaltend — das hat wohl bis zum Herbst Zeit. Ich bin im Begriff eine Reife anzutreten, und wenn ich bei meiner Rückkehr mir erlauben werde, Ihren Besuch aus Lützenburg zu erwidern, bann" — ein gutes Lächeln erhellte fein'Gesicht — „finden wir wohl auch einen Modus, uns zu einigen, wie Ihnen die erdrückende Größe Ihrer Verpflichtung minder fühlbar gemacht wird. Ich bin ein einsamer Mann . . . Vielleicht findet sich bei Ihnen eine warme Herdstelle, wo einer, wenn es ihm kalt ist, zuweilen sich niedersetzen kann."
Nur Franz Lützenkirchens fester Händedruck gab ihm Antwort. So standen sie, bevor sie schieden, noch ein paar Sekunden Blick in Blick und fühlten es: hier sagten zwei sich Lebewohl, die einstmals, wenn auch nach Iah- ren erst, in fester Freundschaft zueinander stehen würden.
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bas Zentrum . . - die Sozialdemokraten die Demokraten . .
Deunchnanonalen. deutsche Volk-Partei Unabhängigen . . Kommunisten . . Wirlschaftspartei .
Bezugspreis: MonaNtch 3,1)0 Ml. ohne Zustellgebühr. In Fu.do bet unsabgeholi3,15 Mt. Anzeigenpreis: DteDeinzeile SoionelmaB) 60 p|g„ u. 10«,. Zuschlag, die Reklame zette (TepDrehet 1.80 mt, u. 10% Zuschlag. Bei Wiederkot. Rabatt.
Will man das Ergebnis der Wahl des 20. Februar kennzeichnen, so darf man zum Vergleich nicht in erster Linie auf die Landeswahl vom 26. Januar 1919 zurückgreifen. Sie entsprach längst nicht mehr der politischen Kräfteverteilung. Inzwischen haben bei den Reichstaaswahlen im Imst vorigen Jahres auch die preußischen Wähler ihrer poltrjeben Meinung Ausdruck gegeben. Man wird also jenes Bild ermitteln müssen, welches zustande gekommen wäre, wenn der preußstcke Landtag bereits im Juni 1920 bei der Reichstaqswahl zusammengesetzt worden wäre. Wären damals in Preußen die Sitze neu oertetit worden, dann würde sich folgendes Bild ergeben haben: Sozialdemokraten 80 Sitze, Zentrum 67 Sitze, Demokraten 25 Sitze, Deutschnationale 52 Sitze, Deutsche Volkspartei 55 Sitze, Unabhängige 72 Sitze, Kommunisten 5 Sitze.
Vergleicht man mit diesem errechneten Wahlergebnis vom Juni 1920 das wirkliche Ergebnis des 20. Februar, dann ergibt sich für unsere Partei ein erfreu« diges Resultat: das Zentrum marschiert. Es hat gegenüber 1920 ca. eine viertel Million Stimmen und vierzehn Mandate gewonnen. Es wird im neuen Landtag wiederum unter den Fraktionen die zweite Stelle einnehmen. Daneben ist ein starker Gewinn der zweiten bisherigen Kvalitionspartei, der S o- z i a l i st e n, zu verzeichnen. Demgegenüber verschlägt es wenig, wenn die Demokraten den Mondats- bestand, der ihnen in Preußen im Juni 1920 zukam, nicht vermehren konnten. Trotz der Esten Agitation der Rechten hat sich die Mehrheit der Wählerschaft für die bisherigen Regierungsparteien und deren Politik ausgesprochen.
Die Preußemvcchl hat den Beweis dafür erbracht, daß der Gesundungsprozeß des preußisch-deutschen Volkes vorwärts schreitet. Unser Volk beginnt den Tatsachen ins Auge zu sehen, würdigt unsere schwierigen politischen Verhältnisse und unterstützt jene Parteien, die tatkräftig eine langsame, ober sichere Gesundung unseres kranken Dolkskörpers herbsiführerr wollen, und sich nicht beirren lasten durch das Geschrei derer von links und rechts. Die D c u t s ch n a t i o -
Zentrum . . . . Sozialdemokraten. , Demokraten . . , Deutschnationale . . Deutsche Volkspartei Unabhängige . . . Kommunisten . . ,
nale Volkspartei hat von der nationalen Erregung gegen die Beschlüsse der Pariser Konferenz profitiert, doch zeigt das Wahlergebnis, daß ihre Fort- • schritte allmählich zum Stillstand kommen, noch deutlicher aber, daß unsere Wählerschast sich von dem Einfluß linksstehender radikaler Elemente freizumachen sucht. Ja, das Urteil, das die Wahl über die U n - abhängigen gesprochen hat, ist geradezu vernichtend und übertrifft alle Erwartungen. Wir hatten seit dem Parteitag von Halle erwartet, daß die beiden feindlichen Brüder auf der äußersten Linken sich gegen« fettig das Grab schaufeln würden. Daß das jedoch so schnell kommen würde, hatten wir nicht zu hoffen gewagt Unser Volk hat nachgerade genug von der Phrasendrescherei und von den Vertröstungen aus Moskau.
*
Bei einer Gesamtstärke von 414 Mitgliedern des neuen Landtages erhält die bisherige Mehrheits- Eoalitton (Sozialoemokraten, Zentrum und Demokraten) 219 Stimmen, gegenüber 198 Stimmen der Oppositionsparteien auf der Rechten und Linken. Das ist eine knappe Mehrheit, aber immerhin eine Mehrheit. Die Erweiterung der preußischen Koalition ist nicht unbedingt notwendig, aber sie ist doch bei dem gespannten Zahlenoerhältnis wünschenswert.
Sie kann erfolgen durch den Eintritt der Deutschen Volkspartei in Oie Koalition, während zugleich die mehrheitssoziaUstische Partei in derselben verbleiben müßte. Auf demselben Wege ließe sich die sehr zeitgemäße Gleichartigkeit der Regierungsoerhält- Nisse im Reich tmd in Preußen erreichen, wenn die Sozialdemokratie auch im Reiche sich zur Zusammenarbeit mit der Deutschen Volkspartei entschlösse und also in die Mehrheitsgruppe des Reichstages einträte.
Für das Reich empfiehlt sich bekanntlich eine solche Verbreiterung der Regierungsgrundlage besonders aus hochpolitischen Rücksichten, damit das Ansehen und die Tatkraft unserer Vertreter in London weiter gehooben und über alle Anzweiflungen sicher gestellt werden.
Die in der Reichsregierung vertretenen Parteien, also die Deutsche Volkspartei, die Demokraten und die Zentrumspartei, haben diese Angelegenheit besprochen und sich darüber geeinigt, daß sie bei der Neubildung der preußischen Regierung gemeinsam dahin streben wollen, eine gleichartige Koalition als Re- gierungsgnmdlage für das Reich und für Preußen zu schaffen.
Mit der mehrheitssozialistischen Partei scheint offiziell noch nickst verhandelt zu sein. In deren Schoße wird erst wohl eine häusliche Auseinandersetzung über die Frage des Zufammenarbeitens mit der Deutschen Volkspartei stattfinden müffcn. Das führt zu einer gewissen Verzögerung, so daß es kaum möglich erscheint, die Neuordnung schon vor Beginn der Londoner Konferenz durchzuführen. Deshalb muß klar gehalten und nach allen Seiten hin betont werden, daß hier durchaus nicht irgendeine „Krisis" vorliegt und die Stellung der Reichsregierung in feiner Weise erschüttert ist, vielmehr nichts anderes geplant wird, als eine Verbesserung der Verhältnisse, die nützlich erscheint, aber nicht gerade notwendig ift Es geht auch so, — ohne Aendemng der Gruppierung im Reichstage und der Zusammensetzung des Reichskabinetts.
Insbesondere bleibt die Stellung des Außenministers Simons, des voraussichtlichen Führers unserer Vertretung in London, von dem Gange dieser parteipolitischen VerhanÄungon vollständig unberührt. Auch der vielbesprochene „Ruck nach rechts", der Mandatsgewinn der Deutschnatiomilen Partei und der Deutschen Volkspartei, beeinträchtigt die Wirksamkeit von Simons durchaus nicht, man kann eher sagen, daß sein Widerstand gegen die unmöglichen Forderungen von Paris durch den Wahlausfall noch gestärkt wird. Doch genügt es in dieser Hinsicht, auf die E i n m ü t i g t e i t hinzuweisen, mit der sich der deutsche Reichstag in einer bisher unerhörten Entschlossenheit gegen die Pariser Beschlüste erklärt hat.
Die Reichstaqswahlen in Ostpreußen und Schleswig-Holstein.
Die Reichstagswahlen 'm.Ostpreußen und Schles- wig-HÄstein, die wegen der Volksabstimmungen in diesen Gebieten erst am 20. Februar zusammen mit den preußischen Landtaaswahlen vorgenommen wer-, den formten, werden auch auf die Zusammensetzung der Reichstaasfraktionen von Einfluß fein. Ausgeschieden sind aus dem Reichstage für Ostpreußen und Schleswig-Holstein 3 DR, 2 DB, 1 Z, 8 D und 13 S. Bei den Wahlen am 20. Februar wurden gewählt: in Ostpreußen 4 DR. 2 DV, 1 Z, 3 S urck> 1 K, in Schleswig-Holstein 2 DN, 2 DV. 1 D und 4 S. Durch die Verrechnung der Restst'mmen auf die Re'chswahlliste erhalten außerdem noch die S ein Mandat, Z ebenfalls ein Mandat. D zwei Mandate, DN gleichfalls zwei Mandate, DV ein Mandat, U zwei Mandate und K ein Mandat.
Infolgedessen erleiden die Sozialdemokraten im Reiedstoa eine Einbuße von 5 Mandaten; sie haben künftig statt 113 mir 108 Fraktionsmitglieder. Das Zentrum erhöht feine Mandatszahl von 69 auf 70. Die Deutscbnatianale Volkspartei steigt von 66 auf 71, die Deutsche Volkspartei von 62 auf 65 Abgeordnete. Außerdem gewinnen die Unabhängigen und die Kommunisten je zwei Mandate. Die Demokraten verlieren 5 Sitze, fodaß ihre Fraktionsstärke künftig statt 45 bloß 40 Abgeordnete beträgt
Die Londoner Konferenz.
Die Beratungen der deut'chenSachver- ständigen in Berlin dauern fort und sollen, nach, dem der Minister des Auswärtigen lei'end in Die Verhandlungen einaegnffen bat, der Klärung nähergekommen fein. Trotzdem scheinen noch große Meinungsverschiedenheiten zu bestehen, und es ist nicht' mit Sicherheit vorauszu eben, wann man zu festen Linien gelangen wird. — Es wird wahrscheinlich Herr Dr. S i m on s als alleiniger Kabinettsminister nach London reifen. Don den oberen Beamten seines« Ministeriums begleitet Herrn Dr. Simons in erster Reihe Mivisterialdirek or v. S i m s o n , der biet sranwsische Abteilung des Auswärtigen Amtes leitet ferner werden voraussichtlich die Staatssekretäre Bergmann und Schröder aus dem Reichs« finanzministerium mitreifen. Außerdem geben eine' größere Anzahl Nachgeordneter Beamten mit. Tie zur Teilnahme anserjehenen Sachverstäudiaen find, noch nicht fest bestimmt Aus der Seite der Alliierten, legt man auf das Mitberaten der Sachverständigen viel weniger Gewicht als bei uns, und besonders' Herr Lloh» George zeigt wenig Neiguno, lange Dar»' legungen dieser Art mit Geduld anzuhören.
iberannDorUid; für den ctoaiuoneUen leit: Karl Schütte, für Die Anzeigen: I. Parzetler- Fntda. z Rotationsdruck u. Vertag der Fuldaer Aüiendruckerei in Fulda. Viecher Nr. 9. Telegr.-Adresse: Fuldaer Zeitung
Tas Wahlergebnis.
Das vorläufige amtliche Wahlergebnis aus ganz Preuzen liegt nunmehr vor. Es wurden insgesamt 15 951 338 Summen abgegeben. Davon haben er»
Der neue Landtag zählt daher 414 Mitglieder gegen bisher 402.
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Liu Itfas der Saarregierung. Die Regierung des Saargebietes befiehlt den Arbeitern und Beamten der .Saareisenbahnen: „Knöpfe an den Uniformen, Achselstücke und Kokarden an der Mütze, überhaupt alles,- was an die frühere Reichszugehörigkeit erinnert, hat zu verschwinden. Die Knöpfe brauchen nicht sofort ent- fent zu werden. Sie können dranbleiben, bis sie ab» ■ " dürfen dann aber nicht wieder angenäht wer.
Außerdem erhielten die Polen 12271 .
die christliche Bolkspa>tei 13982, und sonstige Parteien 5606 Stimmen, wovon etwa 3000 däniiche Stimmen im Kreise Flensburg abgegeben worden sind.
Einschließlich der aus der Landesversammlung tu den Landtag übernommenen Abgeordneten von Oberschlesien, wo bekanntlich feine Wahl stattgefunden bat, ergibt sich folgende Zusammensetzung des neuen Lanotages:
Berlin, 22. Februar. In München begann die Konferenz der deutschen Ernährungsm nister. — Der Reichswirtschaftsrat tritt am Mittwoch
Die Krise im Ruhrrevier.
Der soz. Bergarbeiterverband hat eine Entschließung gefaßt, nach der er erst bann wieder in Verhandlungen über ein Ueberschichtenabkommen' eintreten will, wenn eine bestimmte verbindliche Zusage hinsichtlich der Sozialisierung des Kohlenbergbaues gemacht worden ist. Bei Fortfall der lieber« schichten müssen 40 Prozent des Inlandsbedarfs an rheinischen Kohlen ungedeckt bleiben.
Diederherftellung des Eisenbahnmalerials.
Im Sachverständig enbröat des Reich sv erkehr smimist e- rirnns hat man sich vor wenigen Tagen mit der Instandsetzung des Eifenbahnmaterials beschäftigt und hat gewisse Richtlinien für diese Arbeiten feftgelegi.
Bemerkenswert war die Gegenüberstellung der Arbeiten in den Staats- und in den Privatbetrieben. Es hat sich herausgestellt, daß die Leistungen der Privatbetriebe quak-, tatw und qumititariv bedeutend größer waren, als, die der Staatsbetriebe. Allerdings stellen sich auch die Kosten für Lokomotwreparatmvn in der Privatindustrie mn 20 bis 60 Prozent höher als in den Eisenbahnwerkstätten. Nach dem Urteil der technischen Sachverständigen fallen diese Mehrkosten aber nicht ins Gewicht, da selbst - an schwerbeschädigten Maschinen in den Prioatwerkstötten" derartig intenswe Reparaturen vorgenommen werden, dies erstens in den Staatsroerfftätten nicht ausgeführt werden. können, und zweitens die Lebensdauer der reparierten, Maschine ungemein verlängern. Berschiedene bedeutende Finnen haben es sich nicht nehmen lasten, an die Durch- teparieranfl gänzlich zrst<mnnangebrochener Maschinen mit ganz neuen Verfahren heranzugehen. Bezeichnend dafür ift, daß in einer Reichswerkstatt die neue Abteilung für Lokomotwreparatur nach den Grundsätzen eingerichtet wird, die sich in privaten Werken bewährt haben. Der Höhepunkt des Reparaturstandes ist allerdings jetzt bereits überschritten, so daß in den nächsten Jahren die Aufträge für die Privatfirmen zurückgehen werden.
In den Eisenbahnwerkstätten will nunmehr die Reichs- cifenbahnverwÄtung die Reform durchführen, Sie, der Minister Oeser bereits angestrebt hat: die Produktion durch bessere Lohn unb Prämienmethoden zu heben.
gewöhnliches", glauben, sich verwahren zu müssen. Wir kannten uns beide bis zu dieser Stunde nicht. Ich wußte, als ich zu Ihrer Gattin kam, nichts anderes von Ihnen, als was der Schein mir zeigte. Und der Schein ging gegen Sie — soviel auch Liebe jeden Dorwurf von Ihnen abzuhalten ftrebte. Als ich meinen Beistand Ihrer Gattin aufzudrängen suchte, da galt meine Teilnahme nur ihr allein. Doch schon tags darauf ließ ich Ihnen Gerechtigkeit widerfahren, als mir bewußt ward, wie falsches Spiel mit Ihnen getrieben worden war. Und jetzt ..." Er hatte gesenkten Blickes gesprochen, nun hob er die Augen und sah Lützenkirchen mit ruhiger Wahrhafttgkest an . . . „jetzt, da ich Sie kennen gelernt habe, empfinde ich es als Freude, daß ich ganz ohne jede persönliche Schwierigkeit Ihnen über ein schlimmes Stück Weg hinweghelfen konnte. Und so möchte ich Sie bitten, sich zu der Angelegenheit zu stellen und in ihr nichts „Ungewöhnliches" zu sehen — denn meine Hochachtung und Verehrung für Ihre Gattin darf Ihnen wohl nicht als folches erscheinen."
Er schwieg, und Franz Lützenkirchen fand in den Empfindungen, die Doktor Weibrechts einfache Worte in ihm durcheinander wogen ließen, nicht gleich den festen Grund wieder. Erregt, beinahe gequält sagte er:
„Sie wollen mir es leicht machen und haben mir es nur erschwert, denn, soviel Sie auch zu verkleinern trachten, was ich selbst Ihnen zu danken hätte, so sehr empfinde doch ich die erdrückende Größe einer Verpflichtung, der ich kaum jemals würde gerecht werden können und die anzunehmen ich darum nicht berechtigt bin."
„Nicht berechtigt?" Anton Weibrechts Schultern hatten sich straffer herausgebogen.
„Sie wären nicht berechtigt, in Ihr Heim die Sonne wieder scheinen zu lassen? Wären nicht berechtigt, Ihrer Gattin den Schmerz zu ersparen, sich nicht mehr eines Besitzes zu erfreuen, den für Sie erhalten zu haben ihr innerstes Glück war? Auch ich weiß, was männlicher Stolz verbietet und erlaubt, doch mein Stolz würde dem Ihren auf solcher Bahn nicht zu folgen vermögen."
Die Nachwirkungen der Preußenwahlen ergeben also in keinem Fall eine so verzwickte und schwierige Lage, wie sie sich im Juni v. 5. nach den Reichstags- wahlcn herausstellte. Damals war es notwendig, eine neue Koalition uni) auf Grund derselben eine neue Regierung zu bilden. Letzt ist die Ausgestaltung nur wünschenswert. Wie schon gesagt, kann die bisherige Koalition in Preußen die Geschäfte fortführen, wenn sich keine neue Gruppierung bilden will. Und ebenso kann im Reiche die bisherige Geschäftsführung fortdauern, da die Mehrheitsfozialisten, wenn sie auch ihre Scheu vor der Deutschen Volkspartei nicht Überwinden sollte, doch nicht die mindeste Veranlassung haben aus der „wohlwollenden Neutralität" abzuschwenken.
Warten wir gelassen die innerpolitische Klärung ab und stärken uns gegenseitig in der einmütigen und unerschütterlichen Entschlossenheit gegenüber den um. träglichen Zumutungen von Paris.
Wahlkreis: Hessen-Nassau.
Vorläufiges amtliches Ergebnis für Hessen-Nassau. Es ergab sich folgende Slimmenverteilung:
Sozialdemokraten 8 Sitze, Reststimmen 22186. Zentrum 4 Sitze, Reststimmen 34 676. Deutsche Volspartei 4 Sitze, Restimmen 17 916. Deutschnationale Volkspartei 4 Sitze, Restst. 16 063. Demokraten 2 Sitze, Reststimmen 12 648. Unabhängige 1 Sitz, Reststimmen 5422. Kommunisten 1 Sitz, Reststimmen 5286. Wirtschastspartei keinen Sitz, Reststimmen 8157. Christliche Volkspartei keinen Sitz, Reststimm. 1093. Gewählt sind: vom Z e n t r u m: Dr. S t e m m- (et, Rhrel, Schmitt-Molzberg und Fink (dazu ein Reststimmen-Mandat, vergl. unten) von den Sozialdemokraten: Hauschildt, Wittich, Lina Gge, Häse, Grzesinski, Weber, Schreiber und Strunck; von den Deutschnationalen: Dr. Ritter, Christian, Werner, Martell; von der Deutschen Volkspartei: Dr. Kalle, Seifsert, Schwarzhaupt, Frl. Fröhlich; von den Demokraten: Gill und Simpel; von den Unabhängigen Hüttmann und von den Kommunisten: Schubert.
Die Reststimmen.
Bekanntlich setzen sich die Wahlkreise 19 (Hessen- Nassau), 20 (Köln-Aachen) und 21 (Koblenz-Trier) zum 9. Wahlkreisverband zusammen. Sämtliche größeren Parteien der Wahlkreise sind innerhalb des Wahlkreisverbandes Listenoerbindungen angegangen zur Ausnützung der überschüssigen Wahlstimmen. Nach den Bestimmungen der Wahlordnung richtet es sich nach der Höhe der Reftftimmenzahl, welcher Wahlkreis dre überzähligen Stimmen erhält. Der Wahlkreis mit den meisten überzähligen Stimmen oe- kommt die übrigen Stimmen zugerechnet, bis wieder 40 000 Stimmen für ein weiteres Mandat voll sind. Das Zentrum hat mm im Wahlkreis 19 (Hessen- Nassau 34 676 Reststimmen, im Wahlkreis 20 (Köln- Aachen) 32 599 und im Wahlkreis 21 (Koblenz-Tner) 18 595 Stimmen. Die Summe der Reststimmen übersteigt die Zahl 80 000, reicht also für zwei weitere Mandtae aus. Das erste fällt aus den Wahlkreis Hessen-Nassau) (Gewerkschastssekretär Schmitt-Fulda), das zweite auf den Wahlkreis Köln-Aachen.
Ferner erhalten aus den Reststimmen die Deutsche Volkspartei im 19. Wahlkreis einen weiteren Abgeordneten (Schmidt-Kassel), ebenso die Demokraten des Wahlkreises Köln-Aachen und die Sozialdemokraten in Hessen-Nassau (Kohl-Limburg). Die Reststimmen der übrigen Parteien erreichen auch in allen drei Wahlkreisen zusammengesaßt, nicht die Zahl 40 000, sodaß diese Stimmen bei den Sammellisten in Berlin mitzählen.
Es ist übrigens möglich, daß die endgiltige Zählung andere Reststimmen ergibt, so wird z. B. die Reststimmenziffer des Zentrums im Bezirk Koblenz- Trier nach anderen Zählungen mit 36 000 angegeben. Danach würde nicht auf Köln-Aachen, sondern auf Koblenz-Trier ein weiteres Mandat entfallen. Dem Wahlkreis Hessen-Nassau bleibt aber das Zusatzmandat.
Wirnchaftspartei. .
Welsen u. Schleswig-Holsteiner 6 (
Wahlkreis: Köln-Aachen.
Es erhielten (einige Bezirke fehlen noch): Dn. 49 404: 1 Sitz, D. V. 78 688: 1 Sitz, Z. 472 599:: 11 Sitze, 2: 29 863: 0 Sitz, S. 164 459: 4 Sttze, U 8580: 0 Sitz, K 45 762: 1 Sitz. Ferner Z 1 Reststimmen, Mandat.
Wahlkreis: Koblenz-Tner.
D 29554, DV 59 450, Z 338 595, D 14 721, S 61 250, U 2812, K 11953, Mandate: DV 1, Z 8, S 1.