■ ' M 41.
Sa«Stag, 19. Februar 1921.
» Wl-aer Zeitung
^♦.0 Druck der Fuldaer Actieudrnckerei l« Fulda.
Herr Bellachini-Hue
Wir haben in Teutschland einen bekannten Zau- -eriünnler namens Bellachini, der Golk weiß was
olles auf ter Bühne heivorzanben und wieder der- schwinden läßt. 6' kann Papierschnitzel in Tanken un.' Erbten in Bohnen veiwandeln. Herr Bellachini wild aber ganz gewa iig in de» Schatten gestellt duich Herrn O: o Hue, der nicht iraend etwas Bettediges. onvern der sich selbst bis zur Unkenni- lichk tt vermande!» kann.
Dieie Perwandlnnuskunst betätigt Herr Otto Hue, geiniaer Lener des roten Ber,aibeiterverban- d.s, ganz bejonoeis in der Sozialifierungs- rage, wo er innerhalb kurzer Zeit genau das Ge enteil von dem lagt, was er vorher als ununi» stögliche Wahrheit verkündigte. W>r wollen heu e nur folgende Gegenüberstellung geben, die wir der Zeiiunr de» christlichen Metallaibeite,Verbandes ent
nehmen :
Herr Hue nach der Revolution, als die So;>aldemo'ratie durch die Boiksbeans- nagten im Besitze der politischen Macht war:
.Unser Altmeister Marx hat sich die Uederfuvruir \ in das (.iiememei entuin nur in einer Zeit Der UeberfüHcan Produktions- mittem uor leneUt. Diese Zeit i|t heule nicht da. In der ganzen Welt ist sie nicht da. Wir sind einst- toeiien an Hansen uno Füßen wirtschaftlich g - buncen Auch hat nirgends ein einstzunebmender So- giaiift die Behaupllln i auf» gestellt, Daß sü ein Wirt. scha>tsgebiet für >ich allein die Sezialisierung vorz». nehmen sei. Nur eine Sozialisierung dec ganzen Produktion kann in An- griff genommen und durch, geführt werden. Glauben Sie. Dass in Der au »en blicklichen Zeit in En land lind Ätanlrcid, Die «ozia- hficrunj Der Produklions- nnttel ganz durchzufuhren wäre? Das isi ganz am« geschlossen. Man kann eine Sozialisierunii so geival. iiiger, verwickelter ’^etriene ;toie des Bergbaues und der Eisen- und Stahlin- idustrie richt nach Dem Diktat einer Minderheit durchfuhren, sondern nur im passenden Moment zum Nutzen Der Allgemeinheit. Sturen ä la Doktor Eisen, bart können Soziaunen nicht zugemutet werden und lassen sich auch richt durchfuhren Wer sich auf einen solchen phantauischen ©tanDpuntl stellt, verkennt völlig die industrielle lech. Nische Praxis und weiß nicht, wie >ehr notwendi., die sozialistische Geiell. schäft in Den sozialistischen ,S8et üben Der geuti en |Slraeitet di-,er Unterneh. n>u i en bedarf, und wie notwendig Die geistigen Ai beiter Hand in Hand mit Den Arbeitern gehen müssen, und dass Die get» ftiöen Arbeiter nur Dann zu dieser Mitarbeit sich bereitfinden lassen, wenn -es eg ne Diktatur, ohne S^ang, ohne Gewissens, zwang abgeht.
; (Hue un Apollvtheater ! Düsseldorf, Dezemb. 1918)
Herr Hue Ende 1920 als die Sozialdemokratie sich der veranlwortlichen Mitaibeii endogen hau .Jetzt iit Die Soziali- fierun i mö'Iich und ich stelle befonDers gegenüber Den ,rälftun en Der bürgerlichen Presse fest, dass die Sozialisieruni nicht an dem oriedensvertrau von Versailles zu scheitern brauch«."
.Der augenblickliche Zustand Der Wirtschaft ersor- Dort aber nun gebieterisch bie Sozialisierung des Kohlenbergbaues. Die Boraussetzun, en in technisches Beziehung sind vollständig erfüllt."
„Die überwiegende, un. geheuere Mehrheit Der deutschen Ber leuic fordei t Die Sosialisterimz unD roirD Mittel und Wege finden, ihren Willen durchzufetzen."
(Hue in einer Essener Versammlung, Anfang Dezember.)
♦
.Ohne Sozialisierung ständiger Kampf und fort- währende Beunruhigung im Bergbau, mit Der Sozialisierung Schaffens- freude und Ruhe. Nun wählt was ihr wollt: Profit des Kapita.», Streiks uno Bürgerkrieg oder Soziali. fierun.i und Ruhe und Frieden."
(.Bergarbeiterzeitung" Nov. 1920.)
'^as sagt die Slrbeitetff oft zu solchen Verwand- lungstunfieu. Wenn Herr Hue 1918 sagte, daß die Zeit der Sozialisierung deshalb noch nicht bo1 |ei, weil mir an Händen und Füßen gebunden
Unpolitische Zeitlärrfe.
Von Fritz Ni entern per.
Berlin, 16. Februar 1921.
Kinder, ich will euch nicht mit einer verkniffenen Wahlrede heiinsuchen, sondern nur sagen, daß für mich das Wählen ein Bergnügen ist.
Ein wahres Vergnügen, als wenn es zum Tanze ginge! Än diesem Ballsaal kann ich auch meine alten Gliedmaßen noch miljpielen lassen. Es steht ja kein Galopp oder gar ein moderner Verrenkungstanz aus «r Karle, sondern nur die gemächliche Polonäse an wr Urne vorbei, än bunter Reihe! Seit zwei Iah- «« fmbel sich ja auch das schöne Geschlecht zu diesem gemütllch ^limm3eltl=ÄotiUon ein. So wird'« erst n,d’t °n die Gemütlichkeit des Wahllokals nor f0m,nt öic Ballgesellschaft zu „gemischt^
nns.„ l^n. ftttlid), es geht dort alles mögliche mitein* Kien "m. ^Ulchemanedr: Mummelgreise und Lehr- $iane«her L 5^ler"' ehrwürdige Matronen und grüne ter ebrouTti;?-! ^°Ben unb ^a9ere Hungerkünst- fionf. unb ^1»^^tuftcrn und leichtsinnige Bruder, Hnndarbeiier und Nichtstuer, alle Stände b?ni Ye QlÄanter quirlt. Das gehört sich so:
5* Vm ä:oSt$’Ur b-'teht im Volksleben, also «iÄrt hinm-?r xte parteipolitische Mischung fto.* ^en r)rieden. gn den vorgängigen Wahlver- «nTÄiiin-cr ^m g?“1' manchmal im Schreien und ^chinip,cn, >m Schubsen und Laxen, gelegentlich sogar m« ^h.bnrren und Biergläsern sich Schlachten gelierert. ^aber ce Gong zur Urne ist eine Wallchhrt voll Frieden Lm Umgang zum Wahllokal stehen die ^e^tlrerieilf’i ter ve.tchje^enen Parteien plaudernd nirtrniander. als cb sie eine Gewerkschaft bilden wollen. 6-• haben siaf schn-ll aufgcschwunaen m dem Leitsatz. den die Grcß.nachti in Paris noch immer nicht verstehen wollen: Beben und leben lassen! Und do drinnen gilt et st rech! der Spruch: Sehe jeder, wie er's treibe, tehe r-bcr. wo er bleibe mit feinen Zetteln' Der Wal'lxoisteher ififcil f«t wie die verkörperte Unoartei- lichkeit, un', wenn die Desilierrour der Wähler eine Weile gedauert Hit, fc hoben die Beisitzer keinen ankeren Gedonkct als den: ob die Ablösung auch rechtzeitig kommt, ehe bcc Essen tu Havie kalt' wird Dicse Rub> nach den Stürmen der Werbewochen wirkt wohltuend. ’
wären, so trifft das doch auch qenait, ja noch viel schlimmer, für itn ete heutige Zeit zu. Aber jetzi will Herr Hue ans artatoufeben G> sinden ,,?o;>a- itsie unq ober Bürgerkriegs. Wir wissen nicht, ob die Arbeiter ckiaft beiett i r, für Hern, Hues I een bei einem Bürgerkriez ihie Haut zu Hiaifie zu tragen. . v
Es ist oö-'r frivol, wenn mit den Interessen der Arbeiterschaft unb dem Allieuieinwohl so ge,p:elt wird, wie es Herr Hue beliebt
Provlnzlallandlag und Schule.
Was haben die miieinanber zu tun? Ne bi vieles, nachdem den Provinziallandiaoen bedeutende Rechte zngeip! offen findie sie früher nicht ha len, besonders in Schulangelegenheiten. In jeder Adlet- Inng für Kirchen- und Schulwesen wird künftighin, woran hier erst gestern erinnert winde, ein Bei- rat von fünf Mitgliedern ungeteilt, die vom Provinziallandtaa noch der Berdältnicwaht gemäali werden, Dieie Beiräte übet nehmen alle Perwal- tungsmaßnahm.'n in Fragen der Konfess'orralitäi der Schulen und des Religionsunterrichtes. Es band h sich hier um e nm überaus wichtigen Bcn at, Der auf ber Wacht fein muß, wenn Be walinngsbcamte, die batipichchlich roe-en ihrer vielfach erst leit zwei Jahren znm Ausbruch gelangten sozialttii eben Ge- sinnnngstüchiigkeit, weniger toeren ihrer Fachtüchtigkeit in io wichtige Still ingen gelamt sind, nrt der Schule auf Gilllid dehnbarer Gesetze und M mfterial» erlasse gewagte und ge ährliche Exoerimente vornehmen und bei pielsweije die Konfess onsschnle durch die toeliliebe, die Schule ohne christliche Religion, oanz und gar üetb'ängen wollen. In dem Beirat müssen energische christliche Mitglieder fein, die aber nur aus einem Provinzial- landtage hervorgehen können, den alle christlichen Wähler, alle Mitglieder der Zentrnmspa tei gewähii haben, auch die verärgerten, die bequemen, die gleichgülitgen. _
Eine merkwürdige Auiogeschlchke.
Der Regierungspräsident in Arnsberg, ein kozia- listischer Herr König, empfand das dringende Bedürfnis nach einem Auto. Am billigsten ist es, wenn man se'n Auto nicht aus eigenen, sondern aus anderer Leute Mitteln beschafft. Solche Autos heißen dann Dienstautos. Da der Dienst des £>errn König sehr schwer ist, so muß fein Auto natürlich angenehm, bequem und erstklassig au&geftattet sein, und das kann er um so leichter haben, als die Kosten ja von andren Leuten bezahlt werden. Das Auto des Herrn König kostete die Kleinigkeit von 320 000 Mark Bei der Beschaffung dieses Sümmchens entstand die Frage: Woher nehmen und a cht stehlen? Ader wenn die Rot am größten, ist die Fetlstelle am nächsten; und deshalb entnahm man der Kasse der Fettoerteilungs- stelle für den Regierungsbezirk Arnsberg das Drsttei- milliönchen für das Dienstauto. Natürlich lediglich auf Vorschuß, mit der beruhigenden Versicherung, daß bet dem Herrn Minister die endgültige, ordnungsmäßige Bere tstellung der Mittel beantragt fei. Böse Leute veranstalteten nun vor einiger Zeit folgendes Schreiben:
6 o e ft, 10. 1L 1920. An die Bezirksfettstelle zu Dor'mund.
Auf eine an den Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg am S. Juni gerichtete Anfrage wegen ber Entnahme von etwa 320 000 Mark für ein Dienstamo ans Mitteln ber Bezirksfettstelle würbe uns ber Bescheid erteilt, dass allerdings ein solcher Vorfchuß in Anspruch genommen wurde, daß aber bei dem fierrn Minister bie enbgültige Bereitstellung ber Mittel beantragt sei.
Wir fragen hiermit ergebens! an, ob der Vorschuß inzwischen zurückgezahlt wurde, unb bitten, uns mitzuteilen für welche Zwecke die anscheinend recht bebeuten« den Ueberschüsse ber Bez rkssettsti lle verwendet werben.
Landwirtschaftlicher Kreisverein Soest.
Daraus kam folgende Antwort:
F.lwerteilungsstelle für den Reg.-Bez. Arnsberg. Dortnmnd, 18. 11. 1920. An den Landwirtschaftlichen Kreisverein, e. D., Soest. Auf das gefl. Schreiben vom 10 b. M. beehren wir uns mitzuteilen. daß wir aus grundsätzlichen Erwägungen davon obfehen müssen die gewünschie Auskunft zu erteilen. (Unterschrift.)
Leider war damit die Wißbegtcrde der Fragesteller nur unvollkommen gestillt-, und sie wandten sich am
Am Rachm'tag und am Abend kommt freilich etwas Bewegung in die ruhige Masse. Sie gehl von den Rebentifchen aus, wc die Buchhalter der Parteien sitzen, die genau oriiolgen, tret schon gewühlt Hal unb wer noch herangeholt werden kann. Der Schlepperdienst geht aber, wenn die Leute geschutt sind, ohne Störung des Burgfriedens ab. Das schriftliche Ber- fahren genügt: wem. im Verzeichnis der Saumselige herausgefischt ist, können d'c ehrenamtlichen Sendboten ihren Lauf durch die Straßen antreten; im Wahllokal geh: es wie am Schnürchen weiter.
Das Idyll mögen einige langweilig finden; ich sehe es mir gern an unb denke dabei: Ihr lieb < Leute, warum macht Ihr denn eure vorgängigen Wahlversammlungen fc stürmisch? Eigentlich könnte doch jeder in anständige'- Form feine ehrliche Meinung aus« sprechen und die andern konnten ihm prüfend zuhören, ohne daß mar. sich die Köpfe zu erhitzen oder gar einzuschlagen brauchte? Na, vielleicht kommen unsere Kindeskinder noch auf diese Kulturstufe. Ich rechne nämlich immer nur noch aus Enkel unb Urenkel, seitdem die Herren in Paris uns gelehrt haben, daß 42 Zahljahre eine bescheidene Zeitspanne bilden.
UebrigenL macht der Neigen vor der Wahlurne mich nicht bloß vergnüglich, sondern auch st o l z.
Frülier sagte man, die königliche Krone müsse mit einem Tropstn demoki atischen Oeles prfelbt fein. Die Revolution bat alles auf den Kopf gestellt. Jetzt kann man facen. Der richtige Demokrat mutz einen Tropfen königlichen Blutes in feinen Adern fpuren. Die Staats- eewall geht vom Belke aus, behauptet die Berfassung. Wie herrscht das st uveröne Volk? Durch die Stimmzettel Wenn ich einen Stimmzettel ab- gebe. bin ich wesentliches Stück von diesem korpora- siven Herrscher.
Allerdigt.s habe ich fo gegen 40 Millionen Genossen. Also entfall■ auf mich mir ein bescheidner Bruch'eil der Souveränität: 1 dividicrt durch 40 Millionen. Es ist aber immer doch ein Partikel von der Krone, womit ich mein Bürgerbauvt vergolden kann. Wenn ich klua und rührig dm belfere ich den Bruch noch iit meinen Gunsten auf. Durch Zureden unb Nachhilfe forre ich dast":- daß eint noch andere &c?r derselben Stimm’-’“’! abgebeti wie ich. So kann ich meinen Krone: l” ' • um da? Zehnfache ober gar Huirdert- fache Ei“, packender Wahlredner mag es
sogar ’t ■ - tausendfache bringen. Wir kleinen
Leute . ;n Wenigen unser Behagen. Wir
20. 11. 1920 an Seine fotial'ftifdio Exzellenz den Herrn Minister des Innern Seoering. Im Vertrauen auf feine im foz'aldemokratifchen Parteiinteresse fo oft bewährte fließende Beredsamkeit glaubten sie, von ihm eingehende Auskünsie zu erhalten. Aber siehe da: Herr Seoering war plötzlich stumm geworden! Er gab überhaupt keine Antwort. Es liegt wohl nur an der Ueberlcftung des Minister Severmg mit sozialdemokratischen Wahlreden, daß er noch nicht dazu gekommen ist, den König von Arnsberg glanzend zu rechtfertigen.
Wie lange noch?
Von
Dr. med. Lemgen.
Es zogen drei Burs.ben wohl über den Rhein Sie siürzten mit Notz und W.igen, Doch statt üch Hülse un) SR.it zu leih'n, Begau' en sic sich zu (d)lagen.
Em wüster Bruder, des Geistes bar. Bewarf mit Steinen und Scherben Jäblm s das anocre Bruderpaar, TaS Notz daS sonst zu retten war, — Erstickte und musste veroerben.
ES stand ein Haus in loher Glut, Die Nachbarn eilten zu weyren. Doch einer sand es just für gut. Zu pän ein und zu störeu. „Sie Hutter — Datz sie Der Teufel hol'!" Der Brand, ber kümmert ihn nimmer. Er spritzte, gleich als wäre er toll. Statt in Das geuer Die Meute voll — Das Haus, Das |anf in Trümmer.
Ein Schiff schlug an den Jelfenftranb, Es ssampsten Die retten Den Pumpen, Doch Einer te. te (eine Hand, Ter nannte Die Andern: Humpen. Der lärmte und tovte ohne Grund, Wie wütender Hunde Bellen.
Zwar ssopite man ihm den Lüienmund — Derweil das Leck noch offen itun» — Das Schiff versank in Den Wellen.
Lieb Vaterland, vom Leid bedroht!
Auch du brichst balD zusammen.
Gar schlimmer brennen als äußere Not Der inneren Zwietracht Klammen.
Uno jagst Du |te nicht zum Tempel hinaus Die Stänker mit ihrem Trosse, Dann hauchst du verblutend das Leben au8, Dann geh es Dir wte jenem Haus, Wie jenem Schiff und Nosse.
Dcrmifd;te$.
* polnische Werber in Ostpreußen. Ein weilver- zu>eigtes polnifchcs .lgitclioitsmst wutde durch die Ler- yafiung des polnffchen Agitators B a c z e w s k i in Allenstein aufgeXetL Schon lange vor der Abstim- murtg waren in iliufuren und Ermland polnische Werber tätig, wafsen,ohtge Leiste für das polnische Heer zu ködern Es soll ihnen tatsächlich durch allerlei Bor- ,Flegeleien unb liehe Gelbangebote gelungen sein» ein muiurilch-eriuländifches Regiment in Thorn auszustel- ien Bei all diesen Machenschaften spiette B. eine NauptroUe Bemrrlenswerl ist übrigens, daß B. als Führer einer polnischer. Lifte bei den jetzigen Preußen- wahien als Landtagskandidat auftritt
wirken tatfäitlidj mit an der Regierung des Landes, an der Entwicklung der Nation.
Früher sagte bei Verdrossene: Es wird doch nicht anders, ob wir fo oder jo wählen, denn die Boiks- Dertrtiung Hot nichts zu jagen. Jetzt hat die Volksvertretung alles zu sagen unb du bist ein Mit- schöpser dieser Macht. Früher sagte mancher: Wenn ich meine Stimme abgebe, so fällt sie ins Wasser; denn in unserem Wahlkreic hat bie unb die Partei die sichere Mehrheit, unb wer dagegen stimmt, kann gar nichts erreichen! Jetzt ist es ganz anders, weil die Mandate nicht nach der absoluten Mehrheit, sondern nach dem Verhältnis der aufgebrachten Stimmen verteilt werden. Weim deine Stimme im Einzelwahlkreis nicht wirksam werden sollte, fo wird sie es bei der Ser» bandswahl oder bei der Verteilung auf die Reichsoder Staatsliste. Es ist auf bas genaueste oorgeforgt, daß keine Stimme nutzlos verloren geht. Also mache Gebrauch von dem Anteil an der Landes- herilichkett, den dir bas Schicksal in den Schoß geworfen hat.
Die al'e Redensart „Wer bie Wahl, hat die Qual" ist ungereimt, wenn sich auch die Worte reimen. Wer das Wahlrecht hat. ha: Ehre unb Genuß, verbunden mit einer hohen unb heiligen Pflicht.
Der Wehltag ist auf den Sonntag verlegt. Für den christlichen Staatsbürger ist die Marschroute ganz einfach unb selbstverständlich. Von Haus zur K i r ch e, rom Weihrauch ins Wahllokal, von ber Staats» urne an den Familientisch. Religion, Ordnung und Familie, — diese Güter will der gute Wöhler sichern.
Pollkcmmen ist das oeaenwärtige Wahlversabren freilich noch nicht. Für die Reisenden hat man gefolgt durch die Wablwanderkorte; aber die Kranken, die im Bette liegen müssen, gehen noch immer ihres Wahl- rcchts rerlvftia. Die Uiientbebrli^stm Gliedmaßen sind die Seine- wer nicht lur Urne geben kann, ist rechtlo- wie ein Bankerotteur oW 5b'chtthav-'er. Das muß noch gebessert werden. Entweder müssen die Gesetz reber ein Berfabren erfinden das die Abholuna der Sfim-ren am Krankenbett» mstattek oder die Techniker mür?en eine Art rnn füeoendem Bet! bauen, bas die Leidenden in aller Bequemlichkeit bis an die Wahlurne brinaf.
In-wifchen aber faae ich- Wer aehen kann und doch nicht hingebt »ft ein D'immkovk. Nehmt eure Wablzet^l und mach? euch stolz und munter auf die Strümpfe, eure Stimmzettel find Trümpfe!
* Gin .salomonisches" Urteil. Den eisten Streitfall zw'ichei. der Freien Stabt Danzig und der polnischen Regictung hat der Oberkommissar Hakmg jetzt ia einer AZeste entschieden, die bie „Danziger Zeitung"' faloironisch nennt Die Polen Hafen eine Kaserne im Hasenvorort Remahrwasser mit Truppen belegt, nut der Begründung, daß diese Truppen nötig wären, um die polnischen Lebensmitiellransporte durch das Gebiet der Freien S'ab’ Danzig zu aeleitcn und sie fo vor 'Betäubungen zu beschützen. General Haking erkennt in seiner En'scheidimg die Schwierigkeiten an unb betont. daß eine'ikits bie souveränen Rechte Danzigs nicht verletz' werden dürften, daß aber andererseits bet Republik Poler die unbehinderte Benutzung des Dan» itcer hofeue und der zu dem Hafen führenden Eiken, bahn gegebtr werden muh e Der Dberkommissar gibt daher den Part-ien den Rat eines friedlichen Ausgleichs, unb »war lall Samia bis zur Bildung der Hafenaus- kchusses gestalten, daß die polnischen Truppen in Reu, kahrwasser nerfcl ifcen. Polen soll dagegen in bie Entwaffnung ferne- Truppen einwillioen Die Solbaten scllen Zivil unb keine Waffen fronen
* (Eia Amnetm. das über der Statu Rom ffnnfP’lne übte, stürzte im Zentrum der Stabt ab Ein H«>»>ach wurde zerttümmert und d'e beiden Im Men des Flug» zeuaes oe'ötet. Tie Sunftflüge über Ri m sollen nun» mehr verbotm werden.
* §<< were Unwetter in Svan'en. Ans dabi^ mirb eemelbet: 9’u^ einer virrzio Kilon efer tzrei'e» Strecke haben Gewitterst'""m' bebciirenbin Schaden verursacht. Me' rere Flüsse sind über dm' Ufer et» treten und hoben eine Anzahl von Crt m über« schmemmt. Zi' Ireiche Häu er stnf einl-esti.'^zt und Hunderte S'ück Vielt fini ern unken. Die Verbin^unge» sind un'erbrochen, auck> ber Drabtv rkedr.
— Merduro. 17. Febr. Ans dem beute, feit linner Zeir wie'er einmal ab ebaitenen © * to e i n e m,»r t wurden für tzerkel 250—400 Mark und für Läufer 75A—inno wOrt bezahlt. Tie Zufuhr belief sich cv rund 200 Stuck.
Go!te5-ieik-lor>nnng. Snft’oftfdier tfloticsdtenft.
©anntaa, 20. ^cbr. Dom. M 6, */.7 u. 7 M, um */87 t. d. Morienkapelle M. u. General font d. Iünil. S Pfarramt m. Umo., Pr. u. Seuen, V«1O ttathedralam! u. P,.. 11 Cbr. f. d Iün 1, '/,12 Bi. u. Pr, '/,2 Oua iember-A. 2 Ehr. f. d. Iungfr, 4 Aasten.Pr. u. Se en, 7 einvacht in der Marienkapelle. — etobtpfarrtirdie 5Vi Kom.. 5»/i SW., <>»/« W. u Kom. d ’>ün U., 8 M. u Pr. (I Sckula.h 9*, P arra- t u. Pr, 11 SW. u. Br (•>. Sckiuta.', 90, A. f. d ;lun 1 -Sod. i. D. Seoerikirche l1/, Ehr. f. d stun ur, 2", Bruderschait v. bo.bw. Gut. - Pfarrtirch ’ zum hl. Weift ''.7 Kom., 7 ,>iüi>m., u Pr, VImt m. Kom., 5 Faitenpredi it u. Se^en. Woieir ta s 7 M., Mittwochs 5 Se.ienSandacht. — Seoerikirche Sonntags und werttags '>,7 M — Hen-Jcsn-tzeim
Hochamt u. Pr., nachm. 2 ’.l. (Mittwoch abends 8 VI.) — Nonnenkirche.2Herz-Jeiu-Ärudei fchaitsverfammluna.- Frauenberg. 5, 6, 07, u. 7 M.. 8 Bruderschaitsm m. Pr.,9 Hochamt m.Pr, nachm 2 Pr u.A. i. D.Terziare« (gvongeliidjet Woticebienfi.
Sonntag, ‘20 fyebr. Vormittags 91', ®up. Ruhl 11 Kinder otieSdienst, nachm tta S 2 Piarrer Reich.
mitteilunsen der WSlWe» Eaficungsmltteifieße,
19 Februar 1921.
Ein Rest Zwieback kBak. z. <M 1.95) und Keks (Rolle zu M 1,80) wird in den Konditoreien von Rottler und Thiele, sowie in dem GeschLit von @q. Salb, Sarlstraße, an städtische Einwohner frei abgegeben. Der Lebensmitt elausweis ist beim Einkauf zur Eintragung unb Abstempelung vorzulegen.
Er ist vorrätig: Gestügelbackfukter (in Körnerfonn) zu 85 Pfg. d. Pfd. Anforderung und Bezahlung bei ber Karlenkontrolle.
Ausgabe neuer Cebenarrilkltarten am Montag, den 21. Februar, an folgenden Stellen: 1. Giesels Brauerei; 2. Kartenausgabesteile: 3. Gesellenhaus: 4. Frankfurter Hof, Löhorftraße: 5. Domichule. (Die Ausgabestelle Bürgerverein scheidet aus: die Haushalte, die bisher dort ihre Karten abgeholt haben, erhallen dieselben setzt im Gesellenhaus oder in der Kartenausgabestclle.)
Aussgbezelt 9 bl» 2 Uhr. Ausgegeben werden die Brotkarten für die nächsten 9 Wochen, lowie die Zuckerkarten für März und April. Um pünktliche Abholung wirb gebeten.
Wegen der Ausgabe bleibt bie Kaltenkontrollstelle am Montag geschlossen.
Ausgabe von vollmllchkarlen für Kinder für den Monat März: am Dienstag und Mittwoch, den 22. unb 23. Februar.
Ausgabe von Dellmilchkarten für TRütter und Kranke, sowie von Jellkorlea für Kranke, Säuglinge nnd Alle für den Monat März: am Donnerstag und Freitag, bee 24. und 25. Februar.
Ausgabeelnlelluug:
Dienstag und Donnerstag vormittag an Ire Namen A—G, Dienstag und Donnerstag nachmittag an die Namen H—M, Mittwoch und Freitag vormittag an die Namen N—S, Mittwoch und Freitag nachmittag an die Namen T—Z.
Sämtliche Karten sind pünktlich in Empfang zu nehmen: Nachzügler können ihre Milchkarten nicht vor dem 4. März erhallen. Die Milchkarten sind den Milchoer- kaufsstellen sofort zu übergeben.
An die Milchverkaufsstellen:
Die Milchkarten für März sind in der üblichen Wesse spätestens Samstag vormittag, den 26. Februar, in bei Kartenkontrollltelle einzureichen. ________
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