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33- a^nTbftCl*

Samstag, 12. Februar 1921. M y #> W V * w v

Vlassenhatz ober chrtstl. Gemeinschaftsgeist

Wenn man auf die leichteste und bequemste Art in jn Wahlzeit Stimmen f a n gr n will, dann raucht »um sich nur auf den einseitigen Klasser, iiandpunkt zu stellen und einer bestimmten Stan- -esklasse denHimmel auf Erden" zu versprechen. Es tzibt immer Dumme und es gibt ganz besonders heutzu­tage viele materialistisch Gesinnte, die aus diesen Schwurdel hereinsallen.Wenn ihr uns wählt, darm .werden wir euren Stand über alle anderen heben und :U)m alles verschaffen, wonach euer Herz gelüstet." So hat es die Sozialdemokratie seit säst einem halben Jahr­hundert bei den A r b e i t e r n gemacht, und gar keine schlechten Geschäfte damit erzielt, zumal weite Klaffen ,6er Arbeiterschaft längst alle religiösen und überhaupt alle höheren Ideale verloren haben. Nur noch die christlich g e s i n n t e Arbeiterschaft vor allem irr unseren katholischen Gegenden hat diesen himmel- verheißendcn Klassenlockrufen widerstanden. 'Aber cs bedurfte immer einer zähen und gründlichen Aufklä­rungsarbeit von feiten der Zentrumspartei, um die Lockrufe der Partei des materialistifc^n Klasieninie- resies unwirkfam zu machen. Immer wieder wurde von feiten der Sozialdemokratie gegen das Zentrum der Dorwurf erhoben, es habe für die Arbeiterschaft nicht genug oder garnickts getan; feine Forderungen im Interesse der Arbeiterschaft feien zu gering; die Sazial- dewokratie habe ganz andere Forderungen für die Ar­beiter ufw.

Nichts ist ja leichter, als Versprechungen zu machen. Die Schwierigkeiten kommen erst, wenn die Verspre­chungen gehalten werden sollen, und in diesen Schwierigkeiten sitzt gegenwärtig die Sozialdemokralie bis an den Hals. Auf dem letzten Parteitag mutzte be­reits einer ihrer Führer ausrufen:Wir haben den Leutenzuvielverfpr ochen;wir müsien end­lich den Mut haben, den Leuten die Wahrheit zu sagen." Und nun kommt die Verzweiflung in die belogene und betroaene Masie!

Die Auspeitschung des Klasseninterefles geschieht nicht nur bei den Arbeitern. Auch bei der Landbe- v ö l k e r u n g versuchen allerhandBauernfreunde" durch die Weckung des ständischen Eigennutzes Wahl- ftimmen zu ergattern. Wie die Sozialdemokratie das Zentrum von links angegriffen hat, so greifen jene dq,s Zentrum von rechts an, und ihre Waffe ist genau wie bei der Sozialdemokratie das einseitige Klasfen- interesse. Jammert die Sozialdemokratie, das Zen­trum stände zu weit rechts und nehme nur Rücksicht auf die'Bauern und ihre Interessen, so schreien die angeb­lichen Bauernneunde gegen dasselbe Zentrum, es stände zu viel links und nehme nur Rücksicht auf die Arbeiter und Gewerkschaftsführer, dagegen kümmere es sich nicht um cc? Wohl der Bauern. So wird von rechts Md links die ödeste Klasienfelbstfucht aufgepeitfcht.

Die Leute, die so schreien, haben gor keine Ahnung davon, daß die größte Gefahr für unser inner- politisches Volksleben, die gefahrdrohend zugefpitzten Klaffengegenfätze find, und daß jeder, der es ernst mit der Gesinnung unferer inneren Verhältnisse nimmt, mit aller Kraft auf einen Ausgleich und auf eine lieber« brückung der Gegensätze hinarbeiten muß. Es ist ein wahres Verbrechen am deutschen Volke, die Kluft, die sich leider Gottes zwischen den Ständen auf getan hat. durch künstliche Agitation noch zu »er« , breiter» und zu vertiefen, um damit bei einem gewissen Teile des Volkes Wahlstimmen zu ergattern. Eine Partei, die io ihre Wahlarbeit betreibt, ist eine unchristlichr Partei, sie gibt den ersten Grundsatz des Christentums preis:Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dick selbst."

Das Zent'nm. die wahre christliche Partei, hat sich stets bemüht, das christliche Ideal der Soli­darität aller Stände und des gerechten Ausgleiches der verschiedenen Standesinteresien der Wirklichkeit näl)er zu bringen und hat sich deshalb immer auf der mittleren Linie bewegt. Und wenn die Gegner des Zentrums höhnen, daß niemand mehr mit ihm zu­frieden fei weder die Bauern, noch die Handwerker, noch die Arbeiter, so ist das gerade ein Lob für das Zentrum, weil es schlagend beweist, daß es sich stets von der KlaffenvolM femgehalten und den Weg der ausgleichenden Mitte gehalten hat, daß es nicht für den einen Stand so gesorgt hat, daß der andere da­runter leiden müßte, sondern für alle Stände im Rahmen de« Möglichen leben und leben lassen eingetreten ist. Uebriaens ist es nickt richtig, daß die Bauern, die Handwerker, dne Kaufleute und die Ar- bci'er mit dem Zentrum unzufrieden sind. Richtig ist, daß eine ganz verschwindend kleine Ama hl von Mit-

gliedern dieser Stände die ideale Arbeit der Zen­trumsparte! nicht mehr versteht; daß aber die über­wältigende Mehrheit der Mitglieder dieser Stände, so­weit sie katholisch ist, dem Programm des Zcnrums Vertrauen unS auch heute noch ideales Ver­ständnis entgegenbringt, ihm die Treue hält und den Lockungsn der Klasseuxarteisn glänzend, widersteht.

Bei der Befolgung einseitiger Klasseninteresien würde man schließlich dahin kommen, daß nun noch Klaffen« kamps und Klassenhaß im öffentlichen Leben den Aus­schlag gäben. Schon sind wir, Gort fei es geklagt, soweit gekommen, daß verhetzte Arbeitrrmasien aufs Land ziehen und Bauerngehöffe in Brand fetzen. Schon sind mir soweit, daß die Führer derfreien 'Sauern« schäft" einen Milchftrcik gegen Kinder und stellende Mütter lns.zcniertcn und die Milch in die Straßengrä­ben laufen ließen, statt sie den hungernden, jammern­den Säuglingen zukommen zu lassen. Wie langt tvirds dauern, wenns mit dem Klafenhaß so weiterneht, und der Kampf wird mit DreschslegÄn. Heugabeln mib Maschinengewehren ausgetragen werden.

Soweit darf es nickst kommen! Unter deutsch es Volk darf sich nicht selb st zerfleischen und ruinieren! Darum Bauern und Arbeiter und Handwerker, bleibt treu der Partei, die den christ­lichen Grundsatz des gereckten Ausgleiches der Inte­ressen auf ihre Fahne geschrieben hat und für den christlichen Gemeinschaftsoedanken ein­tritt! Nur mtf diesem Wen« winkt Heil und Rettung statt Bruderkon'vf und Brudertod! Haltet fest an Eu­rer altbewährten Partei, dem Zentrum! Es führt Euch olle durch die Not unserer Zeit wieder zu neuem Glück und neuem Leben.

a«$ dem Nachvaraedser.

fb. Aus dem Voaelsberg. Zwifcken Grimberg und Mücke wurde der Arbeiter Finkernaael aus Ober« Obmen von einem Zuge überfahren und getö'et.

£ Efcktwrge. In dem benachbarten Torfe Greben­dorf kaufte vor einigen Tagen ein auswärtiger Händler von einem 8 inbroirt zwei Kn e zu einem Gefamtpreife von 20000 Mark, stellte über die'en Betrag einen Scheck aus und reihe dann mit dem Bieb ab. A>s der Landwirt den Scheck bei einer hiesigen Bank einlöfen wollte, stellte eS sick heraus, daß der Schein gefälscht war. Tie Nachforschungen nach dem Schwindler Ware» bis jetzt erfolglos; dahingegen wurden die Kühe bei einem Händler in Heiligrnftadt ermittelt.

fb Biedenkopf. Der in der ganzen Umgegend als reich bekannte Mühlendesiher Klein in Quotshciusen hatte der Steuerbehörde bei der Vermögeneangabe die Mitteilung gemacht, daß er kein bares GUd, sondern nur Schulden besitze und daß deshalb bei ihm an ein Reicksnotopfer und eine Umsatzsteuer nicht gemacht werden könne. Doch eines Tages erfckien ein Kom­mando Landjäger, nehm die gesamte Familie unter ihren landjägerlichen Schutz und durchsuchte das Haus. Der Erfolg mar der Muhen wert. Derrn man fand in Gold allein die Summe von 60 000 Mark, nach dem heutigen Wert mehr als eine Btertel Mi"ion Mark, und in Bcmkno'eit etwa 50 000 Mark. Das gefaxte Geld wurde hem Staate für verfallen erklärt. Und her Müller Klein war im Laufe emes Tages ein armer Mann geworden durch feinen Geiz!

. )( Von bet Bergstraße. In den geschützten Laaen an der Bergstraße sieben die e r ff e u M a n- belbäume bereit? in Blüte. Tie Nvr'kosen- und Pfirsickbänme zeigen d'cken K"o'peickebana, der bei dem ersten warmen De"er znin Anfbrechen kommen muß. Blühende Frühlingsblumen, die sonst er ft den März einläuten, trifft man schon allerorts an. Und in alle biefc vorwitzige Früh- lingspcucht fährt feit gestern wieder ein recht rauher Nordost bei zwei Grad Kälte.

sd. Tettingen a. M. Auf der Braunkobkengrube Gustav" wurden auf Tränken des Arbeitsamtes Alzenau etwa 400 bis 500 hessische Sbbe'ter entlassen, um Arbeiter bayerischer Staatsangehörigkeit an deren Stelle zu bringen.

Aus Obcrheffsn urrv ven steff. Aemlern.

A Marburg. Im Gymnasium Philippinum sand unter dem Vorsitze des Dncktors Dr. Hölk die Retfeprüsttn g start, der sich 20 Prnslnigen unterzogen. Im Oktober soll der hessische Bolksich ullehrertag hier stattfinden. Ween der Un'erbrnrauna der zu ertoarie-ben 2 - 3000

Unpolitische Zeitläuse.

Von Fritz Nienkemper.

__ Berlin, S. Februar.

Stoßt in die Posaune zu Sion, weihet ein Fasten, rufet zur Versammlung, vereinigt das Volk, heiligt die Gemeinde, halt heran die Greise und die Kinder und die Säuglinge. Zwffcken der Darhalle und dem Altar fallen weinen die Piester, die Diener des Herrn, und ifagen: Schone, Herr, schone deines Volkes und gib dein (Eigentum nicht der Schmach hin, so daß die Dölker darüber herrschen würden! Warum soll man sagen un- tfr den Völkern: wer ist ihr Gott? Ja, es eifert der für sein Land und schonet seines Volkes. Und es antwortet der Herr und spricht zu feinem Volk: Siehe, 1 a > eud| ®orn und Wein und Oel senden, damit ihr euch Daran sättigt, und will euch dem Gespött der Bar- "'Ehr preisgeben. Das sagt der Herr, der Allmächtige.

Paßt es nicht wunderbar auf unsere gegenwärttge ^age, was der Pravhet Jael vor mehr a's zweitausend fahren aerritnbct hat und was in der Epistel zu Ascher­mittwoch verlesen wird? Der Pafaunenruf zur 6amm* lung tn 0emetnfQmcm Büßen und Beten erschallt auch über unser ^and in der schweren Krisis, und auch heut­zutage finden wir keine andere Stütze und Hoffnung, als das Vertrauen auf den Allmächtigen, der die Seinen nicht »erraffm wird.

Di« A'ackade Ist ein neuzettliches Wart Wir haben die M Minen Wirkungen der Sperre schon in den Kriegsjahren ke-nen lernen müssen; wir leiden unter ben Nachwirkungen des Nahrung-m-nwe's noch ,etzt und müsien mit der Gefahr einer neuen Blockade rechnen- Die alten Israeliten haben schon die gleiche Rat durch- »«macht; denn die erste ttästlichz Verh-ißung des Pro- pheten lautet aufKarn. Wein und Oel". Der Wein «ehort bei uns leider nichts zu dem notwendigen Haus­bedarf wie damals in Pr-'äst-na. Wenn wir an Ste''e Weins M"ch letzen, so haben wir dm dringendsten Wursch^ttel für die Erhaltung der Gesundheit van alt Und jung.

Karn, Mi'ch und Fett! Aus der Verheißung der Nahrungsmittel sicht man schon, dast mtt b-m empfoh'e- pou Fasten n'cht ein zerrüttendes Hungern g-metot ist. sondern eine fre mde Selbstbe'ch-änkung tn der @ai» weniust, die den Körper nicht schädigt, aber den Geist

läutert und die Herrschaft über die Leidenschaften be­festigt.

Der Prophet betont in der schönen Epistel noch be­sonders, daß Fasten und Klagen und Weinen an sich nach nicht das Heil herbeiführt:Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott; denn er ist gütig und barmherzig, langmütig und von großer Erbarmung, und seine Gnade ist größer als die Bosheit der Manschen. Viel­leicht wendet er sich zu uns und verzeiht."

Die Bekehrung der Herzen, die innere Umwand' lung des sündigen Menschen, das ist es, was ent­scheidet. Ist die seelische Genesung unseres Balkes schon so weit vorgeschritten, daß wir auf ein gnädiges Ende der Strafe rechnen dürfen? Oder wird die Zuchtrute noch weiter geschwungen werden müsien über die Ver­stockten?

Niemand kann es sagen, aber jedermann soll sich aus besten Kräften bestreben, das ©einige zu hm, um zur Erlösung der Gesamtheit beizutragen.

Vereinigt das Volk, hott sie alle heran zur Versamm­lung der Gemeinde! Dieser Mahnung des Propheten hat dos deutsche Volk insofern entsprochen, als die Einigkeit jetzt klarer und fester hervortritt, wie cs sonst bei uns zu Lande üblich war. Schon ein Fort­schritt. Man kann auch trotz aller fortdauernden Aerger niste hier und da noch andere Anzeichen für eine all­mähliche Belebung des besieren Gefft's im Volk fin­den. Etwas Durchschlagendes, wirklich Beruh'gendes und Erlösendes fehlt freilich noch. Haben die Christen das Recht, darob zu schelten? Nun. Sie müsien im Gegenteil sich an die eigene Brust kloyfen und be­kennen: Wenn die gläubigen Glieder des Dolles überall im öffenllichcn und privaten Leben treu und tapfer ihre Pflicht getan hätten in Wort und Tat, dann wären Un­glauben und Untugend nicht so schrecklich cmpargewu- chert. Diejenigen, die begnadet stnd mit der Erkenntnis der Wahrheit und mit den Heilsrnttte'n der Kirche, soll­ten als Salz der Erde wirken; das Sa'z aber hat sich vielfach als schal erwiesen.

Der Hirte-.brief, der an den letzten Sonntagen in den Kirchen hier verlesen wurde, handelt sehr zeitaemäst und praktisch von dem Laienapostolat ars dem iglichen Priestertum". Ja der Tat, die Aufgabe der Kirche, die allen alles fein soll, wie der Erlöser, und wie eine gute Mutter sorgen will für das zeitige und leid-

8 e itu n g

Teilnehmer hat der Gostivirieverein einen Aufruf erlöstem {if. KorBur(J> Aschermittwoch fanden in Sckiöck zwer Zent rumsverf am mlungen statt, eine für die Krauen, weiche Herr Lehrer Krauter fettete, und ,-ne für die Männer, in der Herr teurer Keller den Vorsitz führte. In der Frauevvclsammlutw sprach Krl. Spiik o°Marbu^g ,n anschaulicher Weise über dre Stellung der Frauen zur Landtag,Swadl und Partei- feiretär Müller legte die Auffa.'en ter Provinzial, lanbtage und Kreikta e auseinander. Inder Männer- Versammlung verbreitete sich Herr Lehrer Kraus über die iiufoabcn des Zentrums in den Parlamenten und seine Stellung zu den anderen Parteien und Herr Pfarrer Stamm geicte, wie das Zentrum am erfolg­reichsten von allen Parteien für die christlichen Kultur- guter eingetreien ist. Die rege Anteilnahme an den Vorträgen und in der Aussprache beroieien, daß die Schröcker treue Anhänger der -»eriirumePartei sind.

Emsdorf. Am 10. d. M. wurde unter Leitung des Herrn Lehrers Hermann to Emsdors eine überaus stark besuchte, glänzend »erlaufene Zentrumsver­sammlung ab^hlitten. Herr Psarrer Hild aus Nie­derklein verstand es metoerlyaft, durch seine äußerst tote­re ifattien und fesselnden Aussührrungen die Zuhörer stun- benfang in Spannung zu halten. Im ersten Teile seines Vortrages gedachte er des 50jährigen Jubiläums der Zen- trum-sparta und wies überzeugend nach, daß die Jubel­feier sowohl unser religiöses, wie sittliches als auch natio­nales Recht ist. Im zweiten Teile seiner packenden Aus­führungen entrollte er ein anschauliches Bild über die politische Tätigkeit des Zentrums während und noch der Revolutionszeit. Er hob besonders die Verdienste der Partei to kulturpolitffchen Fragen hervor und rechnete in dtestr Hinsicht schein mit dcn anderen Parteien, tosbe- sondere mit den Dvutschnationaten imd der deutschen Volkspartei ab. Rausch'iider Beifall bewies, daß die fesselnden Ausführungen des Redners in den Herzen der Zuhörer auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Mehr­stimmige Lieder, vor Beginn, in den Pausen und am Schlüsse der Versammlung vorgetragen, gaben teffffben einen recht würdigen Bertaut. In vorgerückter Stunde send die erhaben« Zentrumskundoebmig ihren Abschluß. Eto feder ging in dem Bewußtseto nach Hause, einen recht genußreichen Abend verlebt zu haben.

Vermachtes.

* Eisenbahnunglück. Donnerstag morgen ist auf dem Bahnhof AndertenMi-burg in der Provinz Hannover ein Eilzug in eine Gruppe Arbeiter gefahren. Mer Personen wurden getötet, eine schwer verwundet.

* Jfunj läge ebendig begrabe«. Eine grausige Geschichte wtrd aus Stokpmünde gemeldet, die sich nicht in der romanhaften Erzählung eines Seefahrers, son­dern in der rauhen Wirklichkeit abgespielt hat. Vom Sturm wurde vor einigen Tagen der LeichterAna­stasia" ans tetr Strand geworfen und es gelang, die Schiffebesatzung mit Ausnahme eines 27jährigen Ma- trofen Petersen zu retten. Petersen hat in dem Wrack des gestrandeten Schisses fünf Tage und fünf Nächte, von der Außenwelt vollständig abgeschnitten, als le­bendig Begrabener zugebracht. Als man die Unolücks- stelle fünf Tage noch dem Unglück genau untersuchte, hörte man im Schisse ein geheimnisvolles Klopfen Mit einest Knallgasgebläfe öffnet man die Schiffs­wand und fand dcn elenden, dem Hungertode nahen Matrosen Petersen, der bis zur Brust tm Wasier stand imb fünf Tage in dieser schrecklichen Lage verharrt hat. Er erzählte, baß er nichtsahnend in die Kajüte ge­gangen sei. als die Wellen plötzlich das Schiff auf die Seite legst n und er nicht mehr an Deck relamwm formte. Im Dunkeln Hobe er sich dann einen erhöhten Matz aus­gesucht. um den' Tote des Ertrinkens au entgehen. Ohne einen Bissen ?u gemeßen, Hobe er nur seinen Durst mit Seewaffer füllen können. Obwohl die Aerate hofften, Petersen am Leben zu erhalten, starb der so furcht­barem Tvdr Entronnene nach zwei Tagen.

* Tas gr oWne .Krnz fir. D'e lollän^stch? Polizei hat einem 20 Jahre alte» beut'rb-n Taae- löbner Gustav Droste ein goldenes Krufisix ahae« nommen. Droste war mit dem Krutsix über die Grenze oefommen und ver «chte, es in Hofland für 2500 Gu'd n zu ve> kaufen. Die Polizei hielt ibn fest, weil er sich über den E'werb nickt nenüaeud ausweisen kannte, und beickla-'nahmte das Kruzifix, das einen Wert van etwa 24000 Gulden hat. Es stammt ohne Zweifel aus irgend einem Kirck<«uraub^ Wan vermute , baß es entern fRit'lted der'z'eben Bande bei deren Raubzuaen in Sackten in bte Hände befallen ist. Droste behauptet, es von einem anderen Mann? mit bam Auftrag erhalten zu haben, es über bte Grenze zu bringen und nt Geld zu macken. Die holländisch? Polizei stellt? das wertvolle Stück sicher und behielt Droste in Haft.

liche Wohl ihrer Grbettftoter, ist so wett- und tief­greifend, so viekseittg und verwickelt g-worden, daß die Kraft der Priest-r allein nicht ausreicht zur Bemälii- (tung der ?krbeiten. die sich unter den modernen Der- hältniffen immer mehr häufen. Es müst-n Laien ate Hilfsarbeiter in den Weinberg kommen. Die Entwicklung des Laienapostalaks knüpft an die Ueberti'ferung aus der erften Christeng-meind? zu I-rufal'm an, und man kann auch in dielcm geschichtlichen Sinne den ruhm­vollen AusdruckApostolat" gerten lasten. Aus dem lobenden und werbenden Hirtenbrief bes Fürstbischofs Bertram möchte ich besonders zwei Punkte hervorheben.

Er sagt, die Firmttngsstunde fei bte Weihe zum Apostolat und fügt hinzu:Das ist das Erfreuliche in unseren Tagen: neben vielen Zaghaften und Schloten' bett doch auch ein freudiges Helfevwollen, ein tietercs Erfaßen des Christevberufes, ein ehrliches und selbst­loses Streben, der Gemeinschaft zu nützen."

Ferner gibt er goldene Ratschläge htosichtsich der Tugenden des Laienavost-ls. Aus dem lichten G'auben entspringt die echte Bruderliebe, die sich in die fremde Rot hineindenkt imd sie mitträgt in wahrem f03taten Empfinden, ohne falscheHerablosiung". vielmehr in de­mütiger Teilnahme. Daraus ergibt sich einerseits die ftarkmütiae Ausdauer, anderseits der freudige Sinn. Kein mürrisches Wesen, kein verdroßener Zug- Sonst fehlt die Li"be, sonst seh't der Sonnenschein dem Auge. Da hätte die Stimme keinen verköbnm^e.n, kei­nen gewinnenden Klang. Die Li-be aber macht froh und nimmt dem Auge und den Worten a'tes Herbe. Edle Frecke soll es sein. Einfache innere Freude soll es fein.

Diese Hirtenworte stehen im schönsten Enklang mit der ergreifenden Schilderung Pauli von der Liebe, die Freude hat an dem, was recht ist, und alles trägt, alles glaubt, alles hofft, alles duldet, eine Epistel, die gerade am Fastnachtssomitag verlesen istJetzt aber bleiben Glaube. Hokfmmg und Liebe; doch bas größte unter ihnen ist die Liebe." Sie ist da? größte, weil nur die werktätige Lieb« den Sieg des G'a-tbens in der D-lk vermitteln und die Hoffv-mg zur Erfüllung bringen kann Für das Elend der Gegenwart ist der Man-ml an Stehe vor all-m schuld. W'r Liebe bat und betätigt, wirkt mit zur Heilung der Welt in königlichem Priestertum.

TrnL der Fuldaer Aefirudrnckerei hi Fulda

Eingesandt.

Die De~6nto'sfragt für tue im Weltkriege gefallenen Soldaten Biro zurzeit nicht nur tn Fulda, sondern auch tn anderen Stadion, beispi tswetse in t-astel, lebhaft ei örtert. Auch unsere Stattverordnetenvetsammtung bat sich mit der ,frage bc?uäfngt, nachdem in cieiem Blatte ver chietene Per önltchtcttcn ihre (LeschwackS? iultun?en tuit)- C| eben haben. Die Frose, ob den ge» fallencn Stic, e n ein Teutmai zu setzen ist, ist für mich nickt diskutierbar; unzweifelhaft ist sie zu bejobrn. Als Platz möchte ich die Anlagen, in denenda§t . ige Kriegerdenkmal stebt, in Vorschlag brtn-en. Dieie An. lagen haben sich zu einer Uiwaitparzelle enttoufelt, an der niemand mehr etne rechte ,rreude hat. Diese t anzen Amaacn bedürfen ohne jegliche Tenkmalssra e dringend der Umänderung Unter Wahrung aller edlen Bäume und Baum ruppen, wie Ahorn, Bluibucken u. berrL, müßte der Hockaalb nieder eie, t, Rosenp.atze und eine Cem angienzcnden Stadtteil angopatzte Wegsuhtung angelegt werden Hierdurch käme» die beiden jetzt in den Aula en vorhnndencn Tcmmäler 5trregerden«. mal und Denkmal des Stifters der Anlagen wieder etwas mehr zur Geltung und es wurde ein Platz e« schaffen, der allen bisher tn ber Oeffenttichkctt geäußerten Wünschen cntipiäche für Ehrenmale für unsere Holden; denn dag meiner? zur Aussührun i komme», dürste letzt schon seststehen. Dte 47er werden auf .tne bcionce.e Egrun 1 ihrer ge allenen Kameraden nicht verzict ten. Die Kosten für die Ncuhe richtun> der Anlagen werden durch das getoonneuc Holz gedeckt werden. (Folgt llnteischrift.)

In Nr. 33 derFuld. Ztg. wird der Vorschlag gemacht, eine Heldenglocke als Kriegerdenkmal zu schaffen. Diese Idee ist ganz eritschieden zu beglückwünschen und zu empsohlen. Wenn wir die lokalen Verhältoiste und be­sonders die verschiedenen Geschmacksr.chtungen berücksichti­gen. mit denen in Fulda zu rechnen ist, so wäre eine Heldonglocke auf alle Fälle der gangbarste Weg. Abge­sehen davon, daß to die Glocke gut die Namen der Ge- faltenen etogegossen werden könnten, wird auch ihr eherner Mund, wenn er nur to bestimmten Zeiträumen ertönt, uns am eindringlichsten das tos Herz rufen, was sie m_t dem Tode besiegelt hab'n. Wir brauchen dann nicht erst das Denkmal aufzusuchen, sondern bi« Stimme unserer H-Iden wird durch Tür und Fenster dringend, tert em en W stillem Gebete, den anderen zu patriotischem Gedenken zwingen, denn, obgleich eine Gcdenkolocke interkonsesiionell ist. wird sie doch'jeden auf seine Ate zur Andacht sttm- men. oder zum wenigsten aus der Alltagsstimv-mg empor« heben. Der gegebene Platz dafür ist der Pfarrkirchiurm, einmal als der älteste Kirchturm der Stadt, wenn man von der MtchaÄskirche absieht, zwcit-ns, weil er hn alten Mittelpunkt ter Stadt steht und einst strategische Seteutung Ixitte. Da in Erwähnung zu ziehen ist. daß manche Fa­milie Wert darauf legt, dm Namen Aires Helden der Oeffenck.chkeit in Erinnerung zu rufen, so kann man auch auf einer oder mehreren kleineren Eedenktafeln bte Namen der Gefallenen an der A-sienseite des Turmes anbrmren. Auf alle Fälle würde eto solches Denkmal vor lebem Kunstkritiker bestehen können. 3-

.Handel und Wirtschaft.

- ®ie deutsche Mark stand Milte der Woche am trie'ri ften in Amerika,-n!i<i auf 7 Pfennite. am höchsten in Italien, auf 38 Pfennige. Im übrigen stei t der Wert der Mark lanmam weiter; leider nur sehr Ion torn: nickt " ebr als-Iim rftra Psennia, Häute und Jelle. Auf der bayerischen Häuteverstei. peruttg in München waren die Preise für Kalbfelle unge« sähr 20 bis 25 Proz. niedrioer a's bei ter letzten Januar- Auktion in Mrtcherq. Für Großviehhäute bltebm d'.: Prest'e 15 bis 30 Proz. gegenüber der letzt n Auktton zurück. Die Preise für Kleinttersclle blieben fast unver­ändert. ________________

Märkte.

Fulda. Auf dem heutigen Sckwein emarkt waren au et rieben: 17 Läufer und 102 Ferkel. Ge» Äa!tlt wurden für Läure- 650 Mk., 550 Mk, 45 Mk für Ferkel 375,325, 275 Mk. Der Handel war schleppend.

@oHcsöieititor)nung.

Katbolifchcr WottrSdienst.

Sonntag, 13. gebt. Tom. tDiözesanmonatS. foHefte.) -6 6, ' ,7 u. 7 M , um */,7 M. u. Kom. d. Iiingsr.-Sod. i. d.Marienkapelle u. d.chriiteniehrpflichtlgen r?Ur, fr i. Dom. 8 Pfarramt u Pr ,'/»10 Kaihedralamt U Pr 11 Chr. f. ö Zün l, Vd2 M. u. Pr, V,2 A. » Ehren d. hl. Valentinas,/.l Vers. d. Iungfr -Sod., 4' Fasten-Pr. u. A., 7 A. m. Pr. u. Se cn t. d. Marien, iopefie. Stadtpfarrkirche. (Tiözesanmon tskallekte.) 51/., Kom., 53/< M.». Kom. d. Dienstmädchen-Kon re 'ation, M u Kom. d Inn,fr.«Lod. u. d. übri en christen» iehrvfl.' Jun fr., 8 M. u. Pr. (1 © hul0 1, 0', P arr. a t u. Pr, 11 M. u. Pr (2. Schula.', 9V, Chr f d. Fünol t d. Severikirche, 2*/□ Bradenchaft v. d. Todes­angst d. Herrn, 3V. A f. d Jun ir.-sob u. Au-nahme, 4V« Ä. f.d Dienstmäochen.Kongregatton u. Aufnahme Psarrkirch? zum hl Geist «7 Kom., 7 Früum., 8Pr^, Amt m. Kom., 5 Fastenpred u. Se en. Mittwochs o sakrnm. Andacht. - SodaMSt. 7,10. Severikirche. Somitags unb werktags 7,7 M Herz-Ji su-Heim. x Hochamt a. Pr.,iwchm.2A. sMitlwoch abends 8 21.) Frauenberg. 5, 6, 67= u. 7 M 8 Rosenkranzm. m. Pr, 9 Hochamt m. Pr, nachm. 2 Pr., 21. u. Umg. f. d. Funf-Wunden-Brudctschast.

Gvangeltscher Gottebdienst.

Sonntag. 13. Febr. Vormittags 91, Piac-ed Weber (hl. Abendmahl), nachm>tta s 2 Sup. IHu'gL Bieberstein. Vormittags 9 Psarrer Reich. Bad Salzschlirf. VormcktaoS 97- Sup. Ruhl.

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