Fuldaer Zeitung
Drnck der Fnldner ilttienbrntfetei in 8Mb*
Die erste Fastenpredigt findet morgen (Donnerstag) abend im Dome um lltS Uhr statt.
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Mittwoch, 9. Februar 192L
vermischtes.
• was bei uns möglich ist. Dor kurzer Z'it machte es großes Aussehen, daß mehrere hundert Waggon' ladunoen Druckpapier, das la unerhört teuer ist, als Klrstttvapier ins Ausland verschoben werden konnte. Dazu erfährt man noch, das, für die Ausfuhr von Pa. Pier „nur" drei zuständige Amtsstellen, darin jede m-t mehreren Dezernenten, bestehen, von welchen nicht «in. mal jeder Fachmann ist und oft genug der eine nicht weih, was der andere anordnet. So konnte « ae- schehcn. dah statt der etwa 300 Gramm wiegenden Lio. settpapierröllchen, die etwa 8 Zentner wiegenden Druck. Papierrollen in arohen Mengen verschoben wurden^ — Auf einrm Thürinaer Steueramt steckte ein Diätar die einqezahlten Umsahsteuerbeträae in die eigene Tasche. Der Beamte ist mit über 100000 Mark entflohen. — Das Schönste ist. dah in einem Berliner Am'saebäude Spieler, dis der Portier eingelassen hatte, tempelten. Neulich war schon in einem solchen flaute eine nächt, liche Sektkneipe aufgehoben worden, wo es Champag- ner zu 250 und 400 Mark pro Flasche gab.
sa. Das „eiserne Flaschen"-.stomunssariat. Die | kö'tlichste Blüte am Baume unserer Kri'gS- und Neb-r« aanaswirlschaft ist zweifellos das ReichSkvwmissariat für die Bewii tjchaflung eitet ner Fla ck e«. Es handelt sich hier um eine ausgewachsene Bebötde mit Be. Beamten, und Augesteliten, Bost., Telegraph.n-und Fernsprechgebühren, mit Frachtkosten und Ke'chäfls- bedürfnisien, die noch heute besteht, obwohl i! re Aufgaben längst erüfit sind, aber zum 31. Wärt 1921 aufgelöst werden ioll, wenn ihre „Arbeiten" vollendet iein werden. Ueber diese Arbeit ist doch ein Wort zu sagen. DaS ReichSkoiumissariat hat x ämlid) gar nichts zu tun. Nach dem Etat ist nur noch Geld einzuziehen und zwar inSae amt 1200000 Mark. Was liegt näher, als einen Rechtsanwalt damit zu betrauen, das Geld einzuklagen? Aber nein, lechzest n Angestellte mühen sich im kostbaren Sckweiße ibreS Anaestchies damit ab, und kost-n ia« Reick rund 200000 Mark.
* Das Ende des piäizischcu Milchstreiks. Wie die Pfalziiche Post meldet, rat die freie Bauernschaft den Milchstreik nunmehr be^n'ann SloS nbnebrodren
• Während der Aastnachlslage bot Köln Infolge eines Kcllnerstreiks in diesem Jahre ein gegen früher gänzlich verändertes Bild. Alle großen Wem- und Bier« lokale hatten geschloffen. Das sonst üblich ausgelassene Treiben konnte sich nicht entwickeln. Was gar nicht zu betrauern ist. . .
* Ranoiiberfälle. Das Dorf Pa loch bet Aken a. d. Elbe wurde von einer 15 Mann starken Räuberbande überfallen, die sich daran machte, das Dorf auszupiündern. Die Räuber hatten bereits , einige durchsucht und Geld und LLbensmittel
Gottesdieniiordnung.
Donnerstag, 10 Febr. Nonnenkirche. Fest der hl. Scholastika. 80- lernt. Hochamt.
mc. Die EntwiS uug der freien Fleischwirtschast. Die Meister des FleilcherverbandeS in Öeffen und der Provinz Hesfin-Rassau hielten m Frankfurt a. M. einen großen Bezirkstag ab, in dem über die Ent» Wicklung der freien Fleischwirtschast Be- richt erhaltet wurde. Die Meister erklärten sämtlich die auoenblicklich geforderten Preise für zu hoch, beton en ober, daß sie feine Aendeimig herbetführen lönnten, da die Preise für das Bieh tben auch jede Norm überschreiien. Tobet werde das Vieh oft in einem erbärmlichen Zustand angeliefert. 20 Proz. des Gesamtlebendgewchtes kämen in vielen Fällen auf die Innereien, daS müsse der Metzger notürlich auf das Fleisch kalkulieren. Die Emtehunq von Richtpreisen, wie das im Bezirk Kassel geschehen iei, habe sich nicht bewährt, da mau mit ungleichen Produktionskosten in den verschiedenen Teilen Deutschlands zu rechnen habe. Schließlich wurde betont, daß man mit allen Mitteln auf niedrigere Fleisch» preise btnar beiten müsse, da selbst die besseren Kreise der Käuler die Hoden Preist schon nicht mehr zu zahlen imstande wären. Gegen bett unreellen Handel im Metzgergewerbe soll nut allen Mitteln vorgegan.en weiden. Der ^lanklurier Magistrat wird in Len nächsten Tagen eine Verordnung erlassen, die bestimmt, wieviel Knochen die Metzger zum Fleisch neben dürfen. Boraussichtltch toiro bet Satz von 25 Proz. angenommen werden. Die M.tzger begrüßen die Verordnung, wtrd doch dadurch den unlauteren Elementen, bte borgeben, billigeres Fleisch verkaufen zu können, indem he mehr Knochen geben, daS Handwerk gelegt. Wte der Leiter der Bezitksfletschstelle mitteilt, soll bte Frankfurter Verordnung, wenn sie sich bewährt, auf ganz Hessen-Ra ifarr ausgedehnt werden.
b Kem Abbau bet Zwangswirtschaft für Milch. Au« dem Retchsministerium für Ernährung und i Landwirtschaft wtrd uns geschrieben: Zu weiten
Kreisen der Orffentlichkeit wird immer wieder bte I Meinung verbreitet, daß ein Abbau der Zwangs- wirtschaft für Milch tm kommenden Früojahr — es wtrd sogar viel'ach als bestimmter Zeitpunkt der 1. Mat genannt — geplant sei. Diese Annahme ist irrig. Die Vorschriften für die Bewirnchastung I der Milch können, wie wiederholt ausdrücklich erklärt worden ist, bei der gegenwärtigen Lage der Milchversorottng nicht entbehrt werden. Um dem I steigenden Bedürfnis nach Milch gerecht zu werden, I wird nachdrücklich darauf hingewirkt, unter gründ' tätzlicker Aufrechterhaltung der gegenwärtigett Be- wrrtschaltungsvorschristen, insbesondere der bestehen- den Lieferungsbeztehungen im Weg.' der LieserungS- Verträge mehr Mtlck für die Milchnotleidende Bevölkerung zu beschaffen. Für Butter gilt das I gleiche, da Milch uns Butter organisch zusammen- gehören und eine abweichende Regelung der Butter« wirtschaft die notwendige Fr i i ch m t l ch v er sor- gnng der K ind er und Kranken ernstlich gefährden würde.
X Wahlscheine können diejenigen Personen erhalten, die in die Wählerliste e nge'ragen sind und die am Tage der Mahl auswärts wählen wollen. Die Inhaber von Wahlscheinen können überall, auch ohne Eintragung in die Wählerliste, zum Preußischen Landtag wählen. Für Wahlen zu den Provinziallandiagen oder zum Kommunallandiag sind Wahlscheine nicht verwendbar. Die Wahlscheine werden im Wahlamt (Stadtschloß, Einwohnermeldeamt) ausgestellt. j
(a) Die Durchführung der hafernmlage. Del der Durchführung der kürzlich ausgeschriebenen Haserum- tage haben sich Schwierigkeiten ergeben, indem in ein» Seinen Gegenden Bedenken gegen die Höhe der dem ein- zelnen zu Lieferung auferlegten Menge erhoben worden sind, und allgemein darauf hingewiesen wird, daß die Landwirte dckmit gerechnet hätten, den von ihnen rutgebauten Hafer in ihren Betrieben unbeschränkt ver- füttern zu dürfen. Den Schwierigkeiten soll dadurch Rechnung getragen werden, daß, einem Beschluß des H-tushaltsausschusses des Reichstages entsprechend, den Landwirten, die 30 Prozent ihres Lieferungssolls er« stillt haben, für die weitere Lieferung Mais ober Maiskleie zu eurem dem Hafer enifprechenden Preise zur Verfügung gestellt werden. In Verbindung mit diesen Maßnahmen ist dieser Sage, eine Verordnung ergangen, die im Anschluß an die bereits vor längerer Zeit ergangenen Richtlinien hervorhebt, daß Landwirte, die ihrer Lieferungspslichi nicht Nachkommen, das Dreifache des Haferpr;ifes an die öffentlich« Hand zu zahlen haben: bei nachweislichem Unoerfchul- den kann die höhere Verwaltungsbehörde die Zahlung nachlaffen.
’S? Auslandspost. Seit kurzem sind zwar Wert- briefc nach Italien zugelassen. Die italienische Dostverwaltung befördert aber vorläufig keine Wertbriefe nach Irentino, Istrien und Dalmatien. — Vom 15. Februar an werden wieder Postaufträge und Nachnahmen nach der Tschecko-SIowakei Mässig fein.
= Volkshochschule. Die flerren Dr. Seltner, Pros. Dr. Hartmann und Pros. Dr. L e i m b a tf> cerlecen auf Wunsch zahlre'cher Hörer ihre Vorträge auf den Mittwoch Sie werden ihre Vortragsreihe daher nicht morgen, Donnerstag, sondern erst nächsten Mittwoch den 16. beainnen. Herr Dr. Sellner liest dann wieder in der ersten, Herr Pros. Dr. Hartmann in der weiten. Herr Prof. Dr. Leimbach tn der dritten Stunde. Morgen, Donnerstag, f'ndet also nut die Arbeitsgemeinschaft von Herrn Vsarrer Reich: Einführung in die Philosophie nach Kant statt, und Freitag den 11. beginnen dann wieder die regelmäßigen Vorlesungen. Wte bisher ist der Besuch der Vorträge und Arbeitsgemeinschaften euch diesmal in der ersten Woche kostenfrei. Die Leitung der Volkshochschule hofft, daß gerade di« ersten Vorträge recht zahlreich besucht werden und fo feder nach Neigung die Vortroasreihe belegen kann, die !bm nicht nur dem Stoff nach, sondern auch nach Art der Darbietrma am meisten zusagt. Es werden wohl einige t-bon nach dem Vorlesungsvene'chnss ihre Wohl treffen. Diese können sich dann an. Sen Nebenstellen oder an der Hauptgeschäftsstelle schon einfrfi reifen lasten. Die Nebenstellen sind eingerichtet worden in den Buchhandlungen Reinhardt. Mater und Lohmüller u. Sommer, bei Herrn Friseur Althaur, Kanalstr. und in der Domsckul« bei Herrn Hausmeister Uebelarfer. Die Hauptgeschäftsstelle ist geöffnet: Werktags von 11—1 Uhr und 4—7 Uhr, Sonn, und Feiertags von 1.1—12 Uhr. Die Vorlesungsveuelch« niste sind an allen diesen Stellen zum Preise von SO I zu haben. ,
Sanvel uns Wirtschaft.
• pretestur, für Zwiebeln. Ter Hauptmarkt- die Provln, Sachsen, off inert Zwiebeln zu S5-60 Mark den Zentner, während vor 10—14 Tagen noch Preise von M. t-0-00 oeforbert wurden.
= Die ffolsprei;« haben ft», wie man der .Frist Ata/ schreibt, am Weltmarkt infolge der wesentlich niedriaen Frachten aus Amerika und der stärkeren Lieferungen auS Finland und Schweden gelenkt. Ftn. land bot frei Scbiff engl.sckcn Häfen gute Ware m vor efckriebcnen Breiten und Längen bereits mit 28 Pfund an. Der deutsche SchnUtholzpreiS hat tut viele Sorten bereits den Weltmarktpreis erreicht. Einzelne Sorten wie Franzosen» und Holländer-Bohlen, werden von Finland und aus den nordischen Landern unter dem in Deutschland gellenden Preis m Frankreich, Lolland und Bei nen ameboten. Trotzdem wurden bet einem Solzverkaufstermin in Driesen (Neumark) mr Rundholz Preise von über 600 Mark gezahlt, worüber man in Fachkreisen erstaunt ist. ____
Letzte Nachrichten.
W Berlin, 9. Febr. Im -B. I." sagt Walter Rw t en au zu dem Pariser Entschädigungsplan u. a.: Was mir an Kriegsentschädigungen leisten, muß et arbeitet werden. Alles, was wir zahlen, sind Güter. Güter sind Arbeist Die Arbeitsleistung eines Volkes ist begrenzt. Sie wirb bei gegebener Kraft gemessen in Z ist Diese Zeit nennt man Arbeitsstunden. 15 Millionen landwiri- schaftliche und industrielle Arbeiter sind uns geblieben. Das Jahr hat 300 Arbeitstage. Der Arbeitstag hat nach internationaler Vereinbarung 8 Arbeitsstunden. Nach dem heutigen Stande der Technik kann man mit einer reinen Wertschätzung von einer halben Goldmark in einer Arbeitsstunde rechnen. Das bedeutet eine De, amt- werterzeugung des Landes von 18 Milliarden. (Bar dem Kriege verbrauchte das deutsche Volk für ferne 2*> benssührung jährlich an Werten etwa 24 Milliarden.) Don den 18 Milliarden Werten, die wir heute erzeugen, müssen wir 6 Milliarden hergeben zur Bezahlung der Einfuhr wichtiger Nahrungsmittel und Rohstoffe. Es bleiben somit für unseren Verbrauch 12 Milliarden, bu sich aber durch Zahlung der Kriegsentschädigung ast- mählich um 6 Milliarden verringern sollen. E- wird also von uns verlangt, entweder daß wir unseren Der- brauch aus den vierten Teil des Fricdensverbrauchs ein- schränken oder daß wir untere Arbeitszeit ohne Der- brauchserhöhung um 6 Stunden, auf 14 Stunden tag- (ich, verlängern.
wtc Minuten, 9. Febr. Auf der Werft in Bege- sack fand der Stapellanf des Dampfers „Hindenburg" in Gegenwart von Hindenburg, Luden- doifs und der Familie Hindenburg statt. In der i Taufrede sagte Hindenburg: So ziel»' denn hin über dos weite Meer und zeige der Welt, daß Deutschland den redlichen Willen hat, mit allen Völkern im Frieden zu leben, <o lange es ihm bte. Ehre erlaubt, und knüpfe ein Band zwischen ihnen und uns; das die Menschheit einander näher bringt und den neidlosen Austau'ch ihr. r G^istesat bett und I jhter Händearbeit ermöglicht. Das »st der treue I Würrich eines alten Soldaten.
Aus dem Nachvaraedier.
— Langenbieber. Der hiesige Geflügelzuchwerein erzielte auf der deutschen nationalen Geslügel-AuHtel« 'Jung in München einen schönen Erfolg, da dessen Mitglied, Herrn R. Herbst (Langenbieber), für schwarze Minorkahühner ein Ehrenpreis von 100 Mark sowie zwei Ehrenpreise und zwei Staats-Medaillen zuerkannt wurden. Der Verein »ft sehr rührig, die Geflügelzucht im Biebertal wieder auf die frühere Höhe zu bringen. । = Seiferls (Rhön). Für unsere Gemeinde war der vergangene Sonntag ein Festtag. Unser Gesellen»
,dr:gabe zweier neuer gemischten Chöre: „2ns Mutterherz" ,von W. Bohnes und „Die Mühle" von äug. Hehl, nicht jwemg zur Hebung der Festesstimmung bei, worauf unter neuer hochwiird. flerr Präses in zündender Ansprache die ruhmreiche Geschichte des 30jährigen Vereins beleuchtete And zu treuem Festhatten an die gerade für unsere jetzige unruhige Zeit Io wichtigen altbewährten Grundsätze der katholischen Gefellenveteine Deutschlands: „Religion und Tugend, Arbeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn unii Scherz" aufs neue begeisterte. Das packende KLnstler- dtama „Um Judaslohn" in 4 Akten von Webels fand eine vortreffliche Aufführung, was der reichliche Beifall bekundete, während die originelle Poste „Bay-Ruhm" und verschiedene humoristische Darbietungen eines beliebten Dereinsmitpliedes die Lochmuskeln kräftig und reichlich in Bewegung setzten. Der ganze Abend war umrahmt von Porträven unserer Musikkapelle, sodaß am Schluss« die flanke Festesoerfammlung angesichts der Vereinsstandarte hochbefriedigt und begeifert in unser Derkrandslied, dos altehrwürdige Kolpingslied, mit einftünmie. Möge auch fernerhin unser 30jähnger Gesellenverein zum Wohl und Segen feiner Mitglieder, der ganzen Gemeinde Seiferts und unseres armen Vaterlandes wachsen, blühen und gedeihen. Das walte Gott!
= Hünfeld. In dem Streife Hünfeld ist durch Beschluß des Krefsaitsschuffes vom 11. Januar 1921 eine Bauberatungsstelle eingerichtet und diese
H ö r s ch e l m a n n für den Dirktorposten des 4. Ber- tvollungsbezirks in Aussicht genommen haben. Hierzu schreibt man der „Tagesztg." Hörschelmann ist kein 23er« waltuitgebeamtet; er mar bis zur Revolution sozial- demokratischer Parteisekretär. Er wurde bann in die weimorische Landesregierung berufen und erhielt als Staatsrat das forstwirtschaftliche Dezernat. Gegen die beabsichtigte Ernennung wird die Vezirksgruppe des Thüringer Landbundes schärf st enProtest erheben. ________
AuS Oderhsfien und den hefi. Aeintern.
A Kirchhain. In Marburg wurden zwei junge Leute, Söhne achtbarer Kirchhainer Familien, wegen Verdachts des Diebstahls von Automobil- reifen und anderer Gegenstände verhaftet.
— 1Ferber • (Lahn). Dem Rufe ver Z e n t r u m SP artet zu einer öffentlichen Versammlung waren die Wähler in stattlicher Zahl refolat. Nach einer herzlichen Be- arüßung durch Herrn Direktor Dr. Müller ergriff Herr Sanitätsrat Dr. Stern mler-Bad EmS das Wort zu einem glänzenden Vortrag über die Idee und die Geschichte der ZenirumSvartei. Ueberzeueend ivieS er den politischen Charakter dieser christlichen Partei nab, sowie ihre Verdienste ttm die Bewahrung der Freibeit der Kirche, um Oie Erhaltung des bundesstaatlichen Charakters des Reiches, um die Anbihnung der Sozial- Politik und nicht zuletzt um die Verbreitun i des Ge- meinschafiSgedankenS im deutschen Balke. Seine geistreichen Darlegun 'en fanden starken, anhaltenden Beifall, dem der Vo sitzende besonderen Ausdruck berlieh Nachdem dann in der Aussprache noch Parteisekretär Müller mehrere Pressenachnchten richtig gestellt halte, wonach der Polenireund Graf Appersdorf Dem Zentrum zu eredjnet wurde, während vieler doch im Jahre 1912 zu den Konservativen übergetreten ist, wurde die Ber- sammlu.ia mit einet Einlavun i zur Jnbiläumsieier der Zentrums am 16. Februar vom Vorsitzenden beendet.
A Marburg. Der von einem Spaziergänge zurückkehtende Graveur Th. Schmidt von hier Halle vor Weidenstaufen einer Frau, der an einer abschüssigen Sielte am Waldrande ihr mit Holz beloben es Wägelchen umgestürzt war, in edler Men- ichensreundlichkeit geholfen, dieses wieder aufzurichten. Als der 64 Jahre alte Mann dann feinen oberhalb der betreffenden Stelle liegen gtlaffenen Stock boten wollte, brach er vom Herzschlag getroffen zum Schiecken der Frau tot zusammen.
— Frankenberg. Auch im Kreise Frankenberg beläuft sich die Zahl der für den Kreistag eingereichten Wahlvorschläge auf nicht weniger als sieben.
Aus Mrche und Schule.
Z t PSpsll. hansprälal Prof. Dr. Sellen, Ptofessot ler neutest. Exegese an der Bonnet Universität, feiert tarn 9. Februar seinen 70. Geburtstag. Seit 1892 ist tr als Nachfolger Simars bet erste Vorsitzende des Bortomäusvereins, Sitz Bonn, der sich unter Hiner Leitung zur größten Buchet- und Büchereiorganisation Deutschlands ausgewachsen hat (4500 Vereine und 250 000 Mitglieder). Anläßlich der Einweihung des neuen Vorromäushuuses im Iahte 1913 wurde ihm •om Papst dir Wurde eines päpstlichen Hausprälaten verliehen.
'*) Siwe Pilgerfahrt nach Rom plant der Verband bet Vereine katholischer Akademiker zur PNege der kaiholischcn Weltanscha-unt für die Tage vom 9. bis 21. Mai. Zugelaffen werden außer den orbentliden Mitgliedern (Deren «nmelDung nur durch ihren Otts- derein zu ersolaen hat) auch foldra gebildete Damen en) Heiren, Die sich durch Zahlung des jährlichen .@önncr--(minDeften8 10M >, örderer".(mindestenS50 D> k.) oder deS einmali -en „Stifter--Be, tra^eS (mindestens 1000 M.) in ein Freunvfchaftsverhältnls zum Gesamt- verbände stellten. (Anmeldungen und Zahlungen dieser Art nimmt das Generalsekretär««« in Köln, Diktoria. stratze IS, ent egen. Postscheckkonto: Köln 52517. Bankkonto: A. Skmafhausenscher Bankverein in Köln.) Diese mö en ihre Teilnahme an der Romfahrt bis zum 20. Februar unter Angabe ihrer rennuen Brie'anschrift und unter Beifügung von Rückporto unmittelbar dem Generaliekietarint in Köln, Pikioriaftr. 15, anmelden. Für die Pil-erfahrt wurde bisher fotgenDer Plan feitgelegt: Aus angS- und Endpunlt tft de bayerische Gnadenort Aliötting; die Sleife 11. K ässe geht über den Brenner; wahrscheinlich werden Padua ober Florenz auf der Hinreise besucht und Assisi auf der Rückreise Die Kosten für Fahrt und Beipsteaung werden sich vorauSjichttich zwischen 2500 und 30 0 Mk. halten. ES ist ferner schon ziemlich sicher, daß vereinzelte Teil- uehmcr nicht an die neincmiaiue Rückfahrt gebunden sinv, sondern ohne Erhöhung des Fahrpreises spater allein zuruckreisen dürfen.
erbeutet, als sie von der herbeigerufenen Schutzpolizei überrascht wurden. Es gelang, einen Teit bet Bande zu verhaften, sowie die Beine und einige Fabrräver zu be chlagnahmen. Die anderen Räuoer entkamen in der Dunkelheit im naben Wald. — AIS m Augsburg nachts der Bäckermeister Gistl von auswärts nach Haute znruckkehite, fand er seine 23 Jahre alte Ehefrau in der Backstube neben dem Ofen blutüberströmt tot am Boden liegen. Es liegt Rntbmord vor. Ter Kopf war mit einem Beil ge pal en. Geraubt wurden 15000 Mark. Drei Personen wurden als die mutmaßlichen Täter bereits Verba tet.
* Die amerikanische Klnbethilfsmissio» tn Este» teilt mit, sie habe die Ersahinng gemacht, daß ihre Lebensmitiel auf dem Transport von Hamburg nach den verschiedenen Haupilugethäuferu _in großem Umfange ans den Waggons geflöhten würden. Vom 2-z. September bis 1. Dezember 1920 find allein für 170 000 Mark Waren gestohlen woiden.
* Die Zahl bet Deutfchen, die Elsaß-Loth- rtnaen freiwillig oder unfteiwrÜtg verlassen haben, behäit etwa 110000.
* Tte,viertel Millionen Pfund Heringe an einem Tage! Wie a»S Hamburg gemeldet wird, sind am letzten Fieitag 775000 Pfund Heringe tn Haniburg- Altona-Cuxhaven angeliefert worden. Tie Preise roau-n Wohl etwas niedriger als ionst, aber olchen Riesensängen gegenüber noch viel zu hoch. Die Nordsee @;mmelt bon deutschen, dänischen, schwedischen Flschereifahrzeuaen. Ta Dänemark und Schweden ibie Fänge nicht verwerten können, kommt ein großer Teil ihrer Ausbeute nach Hamburg. Auch die Heringsjänge in der Ostsee werden größer.
* Im Laatgebirt erichewen heute, dem 6. Februar, feine Z-iiungen. Tie Buchdrucker stre ken, um eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Auch die Hills arbeiter und Buchbinder haben sich dem Sirelk a» geschloffen. _____________
Literarisches.
Der Rätsellöser, Erzählungen und Legstnben von Peter Dörfler 8» (VI u. 156 S) greiourg L Sc 1920, Herder. 7 Mk; geb. 11 Mk. uns Zafchwge. Plrüarch zeigt uns in einem seiner Tischgespräche, ixte die Griechen sich bei ihren Gastmählern in anmutgei Weise damit unterhielten. Raffel zu knüpfen und zii lösen Der Räisellöfer aber, so sehr er seine Historien bei den Alten schöpft, will nicht wie jene mit geistre.chem Spiel unterhalten, sondern sitzt nach echt deutscher An grübelnd zwischen den geheimnisreich n B.ldern des Le. bens und lucht mit tiefem Ernst eine Deutung. Wie löst man die Welträtsel? fragt er — urch einer Mutter Tat gibt ihm die Antwort. Was wurde aus einem M nfchen, wenn er leinen Lebensweg unter ganz entgegengesetzten Verhältnissen noch einmal gehen burfte? Wie nimmt man dem Selbe sein Gift, wie dem Mitleid seine lähmende Wirkung? Solcher Art sind die Fragen, die er weiterhin stellt. Und er sucht sie, nicht a.s Phllo- soph mit einer Kette von Schlüssen zu losen, sondern als Dichter, Indem er uns menschliche Schicksale erlebe» lüßft Und diese Art hat eine zwingende Gewalt.
verein feierte im BeroinslokÄ fein 30. Wiegenfest. Nach I eg eg
vorauSgcgangenem feierlichem Gottesdienste und großem Hfftzuge veranstaltete der 3ubelrerein am Abend eine I thrlüratisch-musikalffä-e Jubiläumsfeier, die von Jung und I ■ 17MM nfGe I 1
Alt aus Nah und Fern besucht war. Unser Kirchenchor I ———“ *»»♦•» P» unter der umsichtigen Leitung seines Dirigenten, Herrn I ~ .... hi.
Lchrer Mohr, trug durch die festliche, formvoll-ndele Wie- Die Tage, an denen viele die Sorge unserer ~ — - 1 Zeit in fröhlichem Treib.« vergaßen, sind fetzt
vorbei. Der Großwahltag am 20. Februar rückt immer näher. Die politischen Parteien rufen ihre Getreuen zusammen, um Aufklärung über ihre Ziele zu geben, um Begeisterung und Eifer für den Wahltag zu entflammen. Auch die ZentrumSparte, ruft. Am Donnerstag abend hält sie ihre Versammlung im Stadijnal ab. Land- gertchtsprästdent Marx, der bekannte Abgeordnete und führende ZentrumSmann, der hochverdiente Verteidiger der konfessionellen Schule, wird sprechen. ES ist Ehrensache jür die Tausende von M n n n e r u und Frauen, Jünglingen und Jung, srauen, die sich in Fulda zur ZentrumSpartei bekennen, daß sie am Donnerstag zur Stelle sind. Wir muffe« beweisen, daß wir politisch geschult sind, daß wir bte alte Treue zur Sache bewahrt haben trotz gegnerischer Ränke und Kniffe, wir müssen zum Ausdruck bringen, daß Parteidisziplin in unseren Reihen lebt. Die Losung heißt für alles, was in Futda zur Zentrumspartei hält:
dem Regierungsbaumeister Rosenthal vom Hoch- „ . - « l.„ I
tauamt in Fulda übertragen. Die Bauberatung ist für I vOltttCrSlÜQ üvCItO ttt OC!» 5tUVi|UUl! jeden Kreiseingesessenen kostenlos und findet bis auf I
ueiteres an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat, also ■MMMMeeBBHMB zunächst am Mittwoch, den 16. Februar 1920, vor- I "
mittags von 10—1 Uhr tm Sprechzimmer der Kreis- I Crtfertlde
Iparfetffe zu Hünfeld statt. Regiemngsbaumeistcr Ro- 1 VJnulw.
enthal ist auch außer den genannten Dauberatungs- | q tt„r,rUdt in21
lagen in Hünfeld jederzeit auf feinem Dteystzimmer im rfut oa, y. tfeoruar --r.
Hochbauamt Fulda in Bauberatungssachen zu sprechen. I [] Freiherr von (Sagern, der vom Kreistag der
id. Gießen. Der alle zwei Zaftre slaitfindende I Regierung vorgeschlagene Kandidat für den Land- Ostdeutschen nnd Nordwes.det,tschen iol3t,o[ifn des Kreises Fulda, wird am 1. März Geschlcdts-u nb A l t e r l it m sveretne findet m " ..... o „„s, «»a
diesem ^ahte in der Pfingstwoche in der hiesigen ! ^e Geschäfte deS L anbr atsam t es kam
Etodt statt. I missenisch übernehmen.
fv. Frankfurt a. M. Die Eitenbabnkrimmak- I = Verleihung. Gemäß Beifügung deS Reichspolizei nahm eine zwökfkopfige Fälscher- I weh>Ministers wurde dem He,rn Jvteph Fülier bände fest, bie bie Etfenbahnverwaltung durch I mit dem Tage der Verabichiedliug der C laraftet a!S Au-ftellling gefälschter Frach briefe um mehr als I Leutnant a. D.des Marineingeniemwesens verliehen. 100 000 M<nk geschädigt bat. Unter der Gesell'chaft I besinden sich neben Ei enbalmmishelfern auch ver- I fdjubene Pewatp rsonen auS bem Kreise Friedberg. I — Seit Mitte Dezember wurden im Stadtgebiet I Frankfurt auf 16 Frauen und Mädchen Raub - I Überfälle bei übt. Die Stäubet erbeuteten in I einem Falle 15,000, in einem zwei'en Falle 43,000 I und in einem buben Falle 18,000 Mark. In keinem I Fak- konnte einer der Siä iber auf frischer Tat er- I ioppi meiben. Dagegen gelang es der Polizei in I vier Fallen, die yiäuber zu ermitteln uno zu ver- I hasten. E ner der Täter, ein 18jähriger Bursche I aus Ludwigshafen, gab drei von ihm verübte Ueber» I fälle zu. — Sieben der Fabrik falscher Pol- I nifd) et Ta u len drubelfch» ine in Igstadt ent- I deckte jetzt auch die Kriminalpolizei in Wiesbaken I eine solche ;tälscherwukttätte, in welcher noch für 20 I Millionen bieiet Falsifikate angenoffen wurden. Die I Scheme wuiden i« der Weise an den Mau» ge« I bracht, daß man sie zum Teil in großen Partien I verpfändete, teils umwechselte, teils auch in Zahlung I gab. Zwölf Periotien, zum Teil polnische Juden, I zum Teck aber au h Deutsche aus F> "ikfurt, Wies- I ba)en, Igstadt und JDiainj befinden geb beteitS in I Halt. Außer der Franks,t, ter und Wiesbadener I Ktim italpoltzei waten zur Anideckung der Werk- | hätten aueb polnische Pol zeioffi^anien in Frank- I futt und WiesbaDen tätig.
fb Höchst a. M. Tie in den hiesigen Farbwerken I tätigen Konimnni ten Het> che 1 und Siebert sind von Der Rhein Ian kominissivti ans dem besetzten Gebiet au 8getuie1 e n roorben und wuiden am letzten Sam-tag zwangsweise nach dem unbejetzien Gebiet j abgehoben.
Aus Geisa unv Umgebung.
,— Dermbach. Wie wir gestern unter „Thüringen" BWlUiait soü die weimarijche Rrgieamu d«i Staazsrot