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Fuldaer Zeitung

Trnck der Aenendrnüerct i» Fuldo

Mittwoch, s. Februar 192L

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Gauiler, die das Paradies eurer Heimaterde machen wollen.

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Lassen mir uns von den Deutschen im Auslande nicht beschämen. Vergelten wir vielmehr ihnen, was sie Gutes an unseren Kindern getan, indem wir unserseits mit vollen Händen zu dem Zuge der Heimattreuen Oberschlesier in ihre Heimat opfern. Hier heißt es in doppeltem Sinne:

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warnen:

1. Für männl. Versicherte üb. 21 Ihr.

Er machte eine.steife Verbeugung gegen 3d) darf wohl bitten, daß wir nur von sprechen, die mich hergesührt hat."

Da sprang sie auf, den Sessel weit von

Hölscher Werf

Roman von H. Abt.

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Grund seines Hierseins klarzulegen, ihr seinen Ent- schluß, Lützenburg zu verkaufen, mitzuteilen und sie zu fragen, wieweit sie wohl gesonnen sein würde, ihm da. bei mit ihren Forderungen kein Hemmnis in den Weg zu legen.

Sie hatte ihn ohne Unterbrechung zu Ende reden las fen. Nun stemmte sie beide Ellenbogen vor sich auf den Tisch, so daß von den schöngeformten, weißen, am Handgelenk mit Goldspangen geschmückten Armen die weiten, zobelgefütterten Aermel zurückfielen, und die großen Pupillen starr auf ihn gerichtet, fragte sie:Wie kommen Sie dazu, mir das heute mitzuteilen?"

Er machte keinen Versuch, seinen Blick von dem ihren abzuwenden.

Well ich es als das einzig Richtige erkannt habe", war seine entschlosiene Antwort.

Und sind Sie sich dessen sicher, daß der Entschluß ganz fest bei Ihnen steht?"

Unumstößlich fest."

Frau Dorettes aufgestemmte Arme legten sich breit über den Tisch. Die Goldschnüre der Kazabaika spann­ten sich, als wollte die heftig atmende Brust sie zer­sprengen. Die Lippen öffneten und schlossen sich ein paarmal, bevor sie sagte:

Sie wisien, daß ich gestern bei Ihrer Frau war?"

Erlparnis an Grund und Boden sowie an Material, auf der anderen Seite auch große Kostenersparnisse eintreten und so die Bereitstellung zahlreicher Wohnungen crmö iltrbt wird.

* Die Lorelei als Turnplatz. Der Lorelei-Felsen wird durch einen Beschluß des Gauturntages Süd- Nassau der Deutschen Turnerschast allen ferneren Ein­griffen von interessierter Seite, die zur Verschandlung des Landschaftsbildes führen können, entzogen. Die Hochfläche wird für 7000 Mark erworben und als Turnplatz für den Turngau Süd-Nassau der Deutsche» Turnerschaft unterstellt.

ausgesprochensten Gegensatz ®u den Forderungen der weltlichen Regierung steht."

Das wagt ein General zu sagen, der als preußischer Staatsangehöriger doch wißen muß, wie sehr gerade der Staat, dem er angehörte, immer darauf aus ge­wesen ist, nurgenehme" Personen ob Lstchö'e zuzu­lassen. Man weiß nicht, ist da die Nichtbeachtung oder die Gehässigkeit größer. Freilich, noch viel toller ist das, was Bernhards über die katholische Kinder­erziehung in Deutschland sagt. Bernhard! scheut sich nämüch nicht, folgendes beleidigende Urteil zu fällen:

In der Schule kommt es natürsich darauf an, die Jugend zur Vaterlandslosigkeit und zum Gehorsam gegen Rom zu erziehen."

Eine derartige Aeußerung muß man schon ab eine Unverschämtheit bezeichnen. Ab General weiß Bernhards beffer als mancher andere, wievater­landslos" die Katholiken waren. Von ihnen ist die Revolution nicht ausgeqcngcn. Aber Vernhar- dis Aeußerung ist eben nur wieder ein neues Beispiel dafür, wie gehässig und unduldsam jene Kreise in Preußen sind, die so gerne sich als die alleinigen Ver­treter desNationalismus" ausgeben und Angehörige anderer Stämme und einer anderen Glanbensgenos- senschaft, deren Deutschtum aber vielleicht weiter zu­rückreicht als das jener preußsi Heu Ostelbier als un­national erklären. Mögen die deutschen Katholiken daraus die richtige Lehre ziehen.

Ausgebrochen: Die Räude unter den Schafherden der Gemeinde Burghaun. Kreis Hünfeld.

Fulda, den 2. Februar 1921.

Der Landrat: Frhr v. Doernberg.

Erloschen: Die Maul- und Klauenseuche in Lauterbach Metzlos u-nd Saiz, Kreis Lauterbach.

Fulda, den 3. Februar 1921.

Der Landral: Frhr. o. Doernberg.

In der letzten Zeit ist es wiederholt vorgekommen, daß seitens der Ortspolizeibehörden im Landbezirk des Kreises die Antragsteller wegen Ausstellung eine« Persomrl- ausmeises zwecks Einreise in das besetzte Gebiet an da» Landratsamt verwiesen worden sind.

Di« Orkspolizeibehörden weis« ich auf meine Verfügung vom 17. Dezember v. Is. I. 8015, wonach diese Ausweise von ihnen auszustellen sind, zur aenauen Beachtung hin.

Fulda, den 2. Februar 1921.

Der Landral: Frhr. v. Doernberg.

10,50 M. f. b Tag.

6,70 M

7,90 A

6.20

5,80 M ,, , 4,30 M , 3,20 M ,,

3,20 M ,

Diele Sätze gelten vom l. Mürz 1921 ab. Fulda, den 22. Dezember 1920

Der Vorfthenüe des Versicherungsamte»: 3.: Polster.

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Amtliche Anzeigen.

Als Orfslofiti sind vom Oberversicherungsamt zu Kassel für den Kreis Fulda folgende Sätze festgesetzt

Literarisches.

Dekterkalendrr für das Jahr 1921, berechnet und herausgegeben von Stadtpfarrer Matthäus Schmu» der in Gundelfingen, 160 Seiten stark, Preis 4 Mk. ohne weiteren Verlagszuschlag Verlag I. Keller u. El», Dillingen a. D. Unter den Tausenden von Kalendern, die alljährlich auf den Markt geworfen werden, nimmt der nunmehr im fünften Jahr erscheinende Schmuck«, sche Wetterkalender eine .ganz eigenartige Stelle ein. Für jene, welche den Kalender noch nicht kennen, sei voransgefchickt, daß es Schmucker auf Grund von mehr a's dreißigjähriger, vielbekämpfter, dafür umio unent­wegterer Forschungsarbeit gelungen ist, das Wett« auf jeden einzelnen Tag des Sabres vorauszubestimmen. Schmucker's Forschungsergebnisse sind in seinem Wet­terkalender in der Weise praktisch verwertet, daß des jedem Tag das an diesem herrschende Wetter in klaren, bestimmten und jedermann verständlichen Worten an­gegeben ist. Was den Wetter-Kalender 1921 gegen die früheren Jahrgänge besonders wertvoll macht, sind die von hervorragenden Fachleuten (wie Fehlhammer, Wei- gert, Merk-Buchberg) bearbeiteten, in origineller Weis« auf die jeweilige Witterung eingestellten monatlichen Anweisi-ngen für den Landwirt, "Gärtner, Forstmann, Imker, Läger und Fischer, denen der Kalender außer- dem mit einer Fülle wertvoller Ratschläge und Winke an die Hand geht.

Od« scheint die Ihnen überhaupt zu unterwertig, Worte darüber zu verlieren?"

Er blickte an ihr vorbei.Es gibt Dinge, deren örterung zwischen Mann und Frau unmöglich ist."

Unmöglich . . . weil es sich nicht schickt, daß

?) Itofiffaeraogen

Hornhaut Schwielen «. Warzen beseitigt schnell, sicher *. schmerzlos oi Schachte! Mk. 3.

»hi3A9«f<ch bewehrt! Friede fpofheke u Dro^erre fuhrt . - Zauer Jit yd> mcfits anderes in die tfjnd druckt»!

15.

Es war kein ihm bereits in allen Einzelheiten völlig klarer Plan, mit dem Lützenkirchen sich für seine vor­aussichtlich mehrtägige Abwesenheit von daheim vor­bereitet batte, immerhin stand dos eine fest in ihm, nicht zurück»!kehren, bevor er in seinen Verhältnissen völlige Klarheit geschafft hatte. Welcher Art diese Klar­heit sein würde darüber bestand in ihm kein Zweifel mehr: der Verkauf von Lützenburg. Aber, wenn es sich ermöglichen ließe, noch ein freihändiger Verkauf, der wenigstens die Schande des öffentlichen Bankerotts von ihm nahm. Ob diese Möglichkeit sich würde durchführen lassen, das freilich hing in erst« Linie oder otalmehr ausschließlich von Frau Darette Pauly ab. Zu ihr führte dah« fein Weg.

Ob sie auf sein Kommen gerechnet hatte? Erst konnte es so scheinen. Es lag in der Art, wie sie ihm entgegen­trat, etwas, das zu ihm sprach:Ich habe Dich er­wartet." Und sollte ihre äußere Erscheinung die gleiche Sprache reden? Sie war in ein für Lützenburas Augen noch seltsameres Kostüm gekleidet, als ihr purpursam­tenes Gewand es war. Ein Rock aus schwerem, wein- roten Damast, dazu eine gleichfarbige, zobelbefetzte rus­sisch? Kazabaika, die, am Halse geschloffen, über der Brust mit Goldschnitten geschlossen war, gab ihr ein fremdartiges Aussehen.

Ein paar Sekunden ruhten Lützenkirchens Augen be­troffen auf ihr, bann aber mit äußerster Zurückhaltung sich auf dem ihm bezeichneten Platz ihr gegenüber nie­derlassend, begann er in knappen, fest-« Worten den

Frau einmal den alten Hausgebrauch umdreht und, statt ihr Lebensglück zaghaft zu erwarten, selb« die Hände ausstreckt, um es sich heranzuzwingen? Sich schicken?" Sie lachte seltsam heiß und leise aus und schüttelte den Kopf, daß die Goldgehänge an ihren Ohren klirrt«.

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benb, die ganze Gestalt hoch aufreckend, als schüttle sie Ketten von sich.

Wollen Sie mir's ersparen, mich vor Ihnen zu

Vermischter.

* VsiL-nsiratzer-tzanten. Die Projekte zum Bau von Turmbä.ife'n und fort. Wo kenkrotzecn. die in ver­schiedenen ©labten des Reiches aufgetaucht sind, sollen von diesem Frühjahr ab zur Ausführung gelangen, falls es die wirtschaftliche Laoe ermöglicht. DaS preußische Ministerium für Volkswohlfahrt, da» den Bau von Turmhäusern uni Wolkenkratzern ausdrücklich Mit beißt, hält es zur Förderun > auch von Wohnunos- bauten für notwendig, daß möglichst hohe Gebäude mit Wohnungen errittet werden, da hierdurch einerieits

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CinBlumeutag für Oberschlesien in Fulda.

Mau schreibt uns:

Wir haben einen Frisdensvertrag, aber keinen Frie­den; wir haben Jammerzustände, aber keinen Friedens­zustand. Auf totem Papier ist Friede. In Wirklichkest aber wird der Krieg gegen alles Deutsche: gegen deutsche Waren, deutsche Menschen, deutsches W'sen, deutschen Geist, deutsches Schaffen und deutschen Fleiß unerbittlich weitergeführt. Wir sehen klar, daß der Dernichtunoswille unserer Feinde unverändert fortbesteht; daß ihr Vernich­tungswerk aus geraden und krummen Wegen mit List und Hinterlist und mit allen Mitteln fortgesetzt werden soll. Ihr Devn'chtungswille erstreckt sich nicht nur auf die 60 M'Monen Deutsche im Reiche und auf die Oesterreicher, sondern auch auf die 35 Millionen, die sonstwo in Europa und den übrigen Erdteilen leben; ja, er ist gegen das Deutsch­tum schlechthin gerichtet, einerlei, in welchem Weltwinkel es sich zeigt. Denn der Haß und Demichlungskampf sind nicht nur auf die Zertrümmerung des Reiches und seiner Erwerbsquellen gerichtet; sie gelten auch der Vernichtung des deutschen Geistes. Er dünkt ihnen als Gefahr, weil er seiner ganzen Art noch dem materialistischen Geiste platter Nützlichkeit entgeqenstcht, der England, Frankreich und die Bereinigten Staaten beherrscht. Die angelsächsische und französische Nützlichkeitskrämerei empfindet den deut­schen Iedealisrnus als das pochende Gewissen, das den Krämerseelen den ungetrübten Genuß verbittert. Sie emp- ftnden auch, daß der deutsche Idealismus, als das höhere Prinzip, der nackten Nützlichkeitslehre überlegen ist. Des­halb hassen sie ihn, wie nur je das Kleine wahrhaft Gro­ßes haßte; und sie bekämpfen seine Träger mit allen Waf­fen, mit roher Gewalt und schamlosem Lügengeist.

Wir sind gefallen! Warum? Weil wir uns der Nütz- sichkestskrämerei des Westens hingabenl Weil wir die materielle Macht nicht mehr als Mittel zu höl-eren Zwecken ansahen, sondern sie schlechthin anbeteten, fei es in Gestalt des Militarismus, des Mammons, des wissenschaftlichen Spezialiftenimns oder in sonst einer Herrschaft verheißen­den Form. Heute sind uns die Augen geöffnet. Wir sind nicht mehr geneigt, das Sein dem fremden Schein, un­sere chrsstliche deutsche Jhiftur der westlichen Zivilisation, Kern und Stern unseres Wesens der öden Form zu opfern. In allen Zonen öffnete der Ausgang des Weltkrieges deutsche Augen. Das beweisen di« machtvollen Kund­gebungen deutschen Geistes, die seitdem in allen Erdteilen stattgefunden haben. Von überall her gehen uns teil­nehmende, ja flammende Worte und Treugelöbnisse zu. Und die Taten verbanden sich mit den Worten. Ueberall öffneten sich die Hände der deutschen Abkömmlinge und fielen uns sehr schätzenswerte Gaben zugehen. Dafür danken wir den Brüdern in fernen Landen und auch dafür, daß sie mit uns zusammen denken und arbeiten wollen. Denn Deutsche dürfen nur auf sich selbst bauen, auf sich selbst vertrauen.

Sie opferten aber draußen in der Welt nicht nur, der Not unserer Kinder zu steuern, sondern auch zu der nötigen Sammlung für die Abstiminungs- arbeit in Oberfchlefien. Denn, wenn es den Feinden gelingt, auch Oberschlesien vom Reiche zu reißen, dann ist der deutschen Wirtschaft in absehbarer Zeit nicht mehr aufzuhelfen, bann wird der Sturz noch viel tiefer, als er oh"" ,'nn geworden ist. Oberschlesier, laßs euch nicht blenden und verwirren, durch das Blendwerk

Win-lhorst bei Bismarck.

Don BismarcksErinnerungen" werden ge­genwärtig in der Buslandspresse Auszüge aus dem m Deutschland noch verbotenen dritten Band veröffentlicht. Benn Abschnitt, der die Enflassung des Kanzlers behan­delt. findet sich auch eine Mitteilung Bismarcks über ferne Unterhaltung mit Windihorft, und ubu die > Auseinandersetzunäen, die er dieser halb mit dem Kaiser ! hatte. Der Doroana trug sich danach wie folgt zu:

Am 1. März 1890 ließ Bismarck fragen, ob er an diesem oder dem folgenden Tage eine drmgende Audienz erhalten könne. Er bekam aber keine Antwort. Er wollte 'dem Kaiser Bericht über eine Unterredung erstatten, die er am 12. Februar mit Windihör ft über flemilfe aus Rußland erhaltene Mitteilungen hatte. Am 5. Marz, 9 Uhr moraens wurde Bismarck geweckt durch einen Be­richt des Kaiser«, der ihm ansagte, daß er tun halb 10 Uhr im Büro für auswärtige Angelegenheiten Bericht erstatten sollte Das Büro für auswärtige Angelegen- heiten wurde gewöhnlich die Amtswohnung von Bis- marcks Sohn genannt. Dort empsing Bismarck den Kai­ser Der Kanzler teilte nun mit, Windthorst habe ihm aus eigener Initiative einen Besuch gemacht. Hier folgte da sbereits bekannte Gespräch, in dem der Kaiser erklärte, daß Bismarck ihn hätte um Rat fragen sollen. Der Kai­ser sieh durchblicken, ihm fei bekannt, daß der Bankier Blelchröder den Besuch Windthorsts vermittelt habe und sagte:Juden und Jesuiten gehören immer zusammen!" Bismarck antwortete darauf, es fei ihm eine große Ehre, daß der Kaiser so out über das unter» richtet fei, was in seinem Hause passierte. Er schreibt: Die Wahl des Vermittlers hatte Windthorst und nicht ich getroffen und diese Anoelegenheit berührte mich nicht. Bei bet Konstellation im Reichstaoe war es für nsich von In­teresse. den Feldzugsplan des Führers der stärksten ®nippe zu kennen, und es war mir willkommen, daß dieser un­erwarteter Weise ersuchte, von mir empfangen zu wer­den. Ich hatte bei dieser Gelegenheit festgest-'llt. daß Windthorst unmögliche Forderungen zu stellen beabsichtigte. Es war für mich dringend notwendig, über seine Pläne unterrichtet zu werden. Wenn Seine Majestät mir daraus einen Vorwurf machte, war es gerade so, als ob Seine Majestät im Kriege dem Eh es des Generalstabes ver­bieten wollte, dm Feind zu rekognoszieren." Bismarck weigerte sich, die Verbindung mit Windthorst zu lösen. Als der Kaiser ausdrücklich sagte:Auch nicht, wenn Ihr Souverän es befiehlt?" blieb Bismarck bei feiner Weiaenmg.

Der Kaffer frug nicht »eiter nach Windthorsts Plä­nen, sondern ging dann fofort auf em anderes Thema über, das ihm am Herzen lag. nämlich das Derbvt Bismarcks an die Minister, ohne feine, Bismarcks Zustimmung, Vor­träge beim Kaiser zu halten. Dieser Punkt war ja mit ein Hauptanltoß zu dem Entschluß des Kaisers, Bismarck gehen zu lassen. 3n der Behandlung dieser Frage mußt? Bismarck einen Beweis des Mangels an Vertrauen beim Kaiser scheu. Er eriüMt, daß er als weiteren Beweis dieses Mangels an Vertrauen den Vorwurf des Kaisers betrachtete, daß et. Bismarck, wie es des weiteren in feinenErinnerungen" heißt,ohne allerhöchste Geneh- «nmmg Herrn Windthorst empfangen hatte, was mir nicht gestattet war. Ich hatte ihn davon zu überzeuaen versucht, daß ich seine Politik in ausländischen Fragen nicht mehr oertreten könne. Trotz des Zutrauens, das ich an den Dreibund stellte, hatte ich nicht die Möglichkeit aus dem Auge verloren, daß dieser Bund wohl einmal versagen konnte, da die Monarchie in Italien nicht fest faß, da in Italien eine Jrtedente drohte, da in Oester- reidj nur die .^uverlälsiakeit des regierenden Koffers einen pnffchwuno während feines Lebens unmöglich machte, und ha man sich auf die Haltung Ungarns überhaupt nicht verlassen konnte. Ich strebte immer danach, die Brücke zwischen Rußland und uns nicht ganz zu zerstören."

stand, um den es sich handelt, und vielleicht würde es Ihnen ein Opfer kosten, aber ich würde es Ihnen dan­ken, als empfinge ich meines Lebens Glück zum zweiten' male aus Ihrer Hand."

Nichts weiter, keine Detaillierungen, es würde Seit dazu fein, wenn er auf ihren Brief geantwortet hätte oder . . . selber kam.

Sie adressierte das Schreiben und brachte es zu der im nächsten Dorfe befindlichen Post, um es eingeschrie­ben^ zur Beförderung zu geben. Und bann, den Post- schein in den Händen haltend, ging sie langsam wieder heim, fast in feierlichen Schritten, als gehe mit ihr eine unsichtbare Gestalt, die schützend ihren Fittich um sie gebreitet hielt.

Km Airche und §chu!e.

* Zivei deutsche Ordensprovinzen des Jesuiten­ordens. Tie deutsche Ordensprovinz der Jesuiten ist in eine niederdeutsche und oberdeutsche geteilt worden. Tie Grenze bildet im allgemeinen der Main. Zur oberdeutschen P ov n; ge1 Ören aber nördlich des Mains bte dort gelegenen Gebietsteile bayeri cher Tiözesen und der Diözese Mainz sowie das Apostolische Vikariat Sach'en mit der Präfekiur Oüeilausitz. Eben o fallt in die oberdeutsche Provinz die südbrasilian sche Mission in den Staaten Rio Grande do Sul und Santa (Saibarina und von der indi chen »bisher die Diözesen Bombay und Puna) das, was für die Missionen der Provinz zugänglich bleibt. Tie niederdeutsche Provinz umfaßt alle anderen Teile Teuischlands forme Missionen in den nordischen Ländern Europas und in Japan. P^ovinziaioberer sind für Ntederdeutschland P. Ludwig Kösters-Köln, Albertusstratze 36; für Oberdeutsch­land P. Rembert Richard - München, Kaulbach- straße 31 G.

dem Mchvarqedier.

fd Weh'ar. Den Vemühungen aller zuständigen Stellen ist es bisher nicht gelungen, in dem nun schon fünf Wochen dauernden Streik der Arbei­ter der hiesigen großen Merke eine Einigung zwischen den Parteien herbeizusühren Die Vertreter der Ar- beürrichaft lehnten in der Sitzung mit dem Arbeit­geberverband des Lahngebirtes und einem Vertreter des Reichsarbeitsminiftcriums jede weitere Aussprache ab und erklärten sich für die Fortsetzung des Streiks. DiewirtschaftlicheLagedervielenStrei- k e n d e n ist durch die wochenkange Arbeitslosigkeit eine sehr trübe und verschlechtert sich, da die Unter­stützungen nicht ausreichend sind, immer mehr.

fd Fronksurk a. 21?. In einigen Wochen kommt hier eine hervorragende Sammlung von Hand­schriften aus dem 9. und 10. Jahrhun­dert zur Serfteigcning, die vermutlich durch den Welt­krieg aus der tausendiöhrioen Ruhe eines östlichen Klosters aufgeftöbert worden ist und nun nach kurzer Wanderung wieder in feste Hände gelangte. Das köst­lichste Stück der 242 Einzelslücke umfassenden Samm­lung ist eine illustrierte griechische Klimax-Handschrift aus dem Jahre 1082. Die Handschrift ist geschmückt mit einer Fülle farbiger Miniaturen und Initialen von vollkommener Frische. Das älteste Stück der Samm­lung ist ein griechisches Evangeliar, etwa um 850 ent» standen, ebenfalls mit reichem Schmuck in frühbyzanti- nischem Stil. Das zehnte Jahrhundert Ist gleich mit drei Handschriften vertreten, einem griechischen neuen Testament, Lebensbeschreibungen vieler berühmter Männer und den Homilien des Johannes Chrysostomus. Es ist zu fürchten, daß diese Schätze ins Ausland, ver­mutlich nach Amerika, gehen werden, wenn nicht in letzter Stunde unseren deutschen Bibliotheken Hilfe aus unserer Industrie kommt, die oft nicht weiß, was sie mit dem Papiersegen anfangen soll.

General von Bernhardt .....___

Ätzer Den Katholizismus.

Der frühere kommandierende General des 8. Ar­meekorps, v. Bernhardi, bat ein Buch erscheinen lassen mst dem TstelEine Weltreise 1911/12 und ter Zusammenbruch Deutschlands". In diesem Buch serhebt er gegen den deutschen Kathol'zismus Dor- loiirfe, die man von einem Mann in feiner Stellung pach den Erfahrungen des Weltkrieges wahrhaftig »richt erwarten sollte. Der Besuch von Rom gibt ihm eämlidj Anlaß zu folgenden Bemerkungen:

Der Einfluß der katholischen Kirche in Deutschland beruht im wesentlichen auf zwei Stützen: luf dem Recht der Stellenbesetzung und auf der Macht über die Schule. In der Wahl der Persönlichkeiten (der Bischöfe) ist immer Rücksicht auf die ultramontane Gesin­nung der Setrefferoben entscheidend; es kommt nur in »rage, ob sie sich als brauchbare Werkzeuge der Machtbestrebungen Roms zu bewähren verspre- jchen. Leute von ausgesprochen nationaler Gesin­nung kann Rom nicht brauchen" usw.....

Die Kurie gibt ihre Zustimmung (bei Besetzung von Bischofssitzen) nur bann, wenn sie ihres späteren maß- vebenden Einflusses auf die betreffende Persönlichkeit sicher ssst. Im übrigen ist der Eid, den jeder ablegen muß, penn er Bischof wird, derart abgefaßt, daß gar kein an- Berer Ausweg übrig bleibt, als sich dem ausgesprochenen Willen des Papstes zu unterwerfen, auch wenn dieser im

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Wie entgeistert starrte Gertrud ihn an. Nun haschte le nach seiner Hand wie nach einer Rettungsplanke.

«Franz, erbarme Dich! Was denkst Du? Welche Schuld gibst Du mir?"

Er schüttelte ihre Hand von sich ab.

Was ich denke?! Ich denke, daß diejenige, die in ehester Offenheit den Kaufpreis bietet, den sie bezahlen oill für das, was ihr erhandelnswert scheint, höher steht eine bessere Achtung verdient, als wer mit oor- Müiger Heimlichkeit, mit gefälschten Worten und ge- ülschken Werten sich Siebe erstiehlt!"

»-Franz!"

_ ®r hörte den Aufschrei nicht oder wollte ihn nicht ^ären, mit dem sie, ihm nachstürzend ,die Hände an die türe feines Zimmers preßte, das er hinter sich ver- chlossen.

Was kümmerte es ihn, was sie tat. Was fragte er, lb sie litt. Mochte sie erwachen aus ihrer Stumpfheit, jie sich nichts Schlimmes dachte. Mochte sie am eigenen Lchmerz zum Bewußtsein dessen kommen, was sie ihm »getan.

Er hatte d:e Nacht in feinem Zimmer verbracht, erst im Morgengrauen ein wenig auf die Chaiselongue sich ßreckend.

Als auf dem Hofe faum die Leute sich regten, war K wie zur Reise gekleidet, hinabgegangen. Ein wenig -später fuhr er auf dem leichten Iagdwagen davon. Dom Fenster aus, an das sie bei dem Wagenrollen geeilt, hatte ® er trüb noch einen flüchtigen Blick auf ferne Ge­statt erhascht, bevor er um die Wegbiegung fuhr.

War auch sie dir Nacht nicht aus den Kleidern ge. kommen, hatte keine Sekunde des Schlafes auf ihren iLidern geruht, daß sie nun wie entgeistert dem ihren -Augen Enffchwundenen nachstarrte? Als sie dann 'schwankenden Schrittes, wie von Gespensterfurcht ge- trieben, nach seinem Zimmer ging, sand sie auf dem Schreibtisch einen an sie adressierten Zettel und los:

»Ich werde genötigt fein, ein paar Tage fortzublei­ben. Es ist wobl auch für uns beide nur erwünscht,

wenn nach unserer gestrigen Unterredung erst etwas Zeit verstreicht."

Er kam wieder! Nichts anderes als nur das eine empfand sie ein paar Minuten lang. Dann aber war es, als fei mit einem Schlage alle schlaffe Mattigkeit von ihr abgefallen. Der junge Körper reckte sich empor in willensstarker Kraft. Nicht mehr das junge Mäd­chen, das schüchtern, zaghaft und schamhaft in sich zu­rückscheut, wenn feine Liebe ein harter, rauher Hauch trifft. Nur als Weib fühlte sie sich hinfort; als Weib, das feines Rechtes sich bewußt, fein Recht sich erzwingt.

Wie ein Stück Wahnsinn schien es ihr jetzt, trag er gestern zu ihr geredet. Es mußte eine Verständigung geben für das alles, mußte einen Boden geben, auf dem sie sich wieder fanden.

Daß sie ihm helfen könnte! Daß es in ihre Macht gegeben wäre, ein Mittel zu finden, wodurch ihm Ret­tung kam. Sie feine Retterin . . l

Der Gedanke ließ sie nicht mehr los. Als müsse irgendwo der Weg, das Mittel zu finden fein, und sie müsse suchen, suchen danach, fo hatte Gertrud begonnen, die Wohnräume zu durchwandern, und ließ die ocm Weinen geröteten Augen umherirren.

Dort schimmerte er in seiner weißen Marmorschöne ihr entgegen und winkte mit dem Oelzweig den Gruß ihr zu, der Genius des Friedens; der ihres Hauses Schutzgeist werden sollte, wie ihr Gatte es gesagt an enem Tage, da sie an seinem Arm als fein Weib hier eingejogen.

Ihres Hauses Schutzgeist . . . Sie stand davor mit gefalteten Händen und schaute mit flehendem Veterblick empor zu dem edelruhigen Antlitz, lind plötzlich war es, als wandle sich dieses, a's gewahre sie andere Z",ge da droben, keine von Schönheit'überstrahlten, ein un­gewinnendes, verschlossenes Gesicht.

Wenige Minuten später saß sie am Schreibtisch, und ohne Zaudern und Zögern schrieb sie:

Ich habe vor dem Genius des Friedens gestanden, mit dem Sie zu meiner Hochzeit mir Glück gewünscht, und mir kam es, als hätten Sie mir damit ein Recht gegeben, zu Ihnen zu kommen in einer Stunde, da ich mir anderwärts keinen Rat und keine Hilfe weiß. Darf ich es, fo zu Ihnen zu kommen? Ich glaub" Sie könn­ten mir helfen, mir i"-" Ra iP »in mat. reeller Bei»

Dcffne dein Herz der Liebe und gib von deinem Reich- tume, auf daß du nicht arm werdest." Blumenbekränzt und mit Gesang sollten wir unsere Heimattreuen zum Bahn- Hof geleiten. Wir sollten ihnenviel Glück zur Fahrt!" zuiulen und zmvinken. Heiße Herzenswünsche sollten sie berkiten auf ihrer Wallfahrt zur Heimaterde, zum Opfer- gang fürs Vaterland, sind mit Jubel wollen wir die Heimkehrenden Äs friedlich« Sieger wieder begrüßen.

Schweigend geht Gottes Wille über den Erdkreis!" fast Wilhelm Raabe. Ja. schweigend! Er zeigt sich aber mir dem als Erfüllung feiner Sehnsucht, der zu opfern Mritefjt und in ollem Guten mitwirkend Treue hält. Treu zulammensiehen im Unglück und in der Ueberroinbuna der Schmach. Treue den Heimattreuen, die nun entscheiden werden, ob O'oerschlrsien bei dem Mniterlande Deutschland bleibt, das ihm eme wahre Mutter seit 800 Jahren gewesen ist und seinem Volke außer den Segnungen des Chrfftentums unzählige Kulturgüter gebracht hat. Den treuen Herzen wahre Herzenstreue, auch am Opfer» tage in Fulda. Er fei uns ein Tag ernster Selbst­besinnung. , 3- Br.

WM, iMckiM, MiMM.iWlN!! KOIwcIIIg in grosser Auswahl.

Joseph Schmitt, Fulda

Büro und Kellerei: Paulustor4-6 Klelnverkau': Maikfstrasse 32.